Jahrhundertfrauen - Kritik

20th Century Women

US · 2016 · Laufzeit 118 Minuten · FSK 0 · Komödie, Drama · Kinostart
Du
  • 7

    Mike Mills fächert die Tragikomödie dieser Pubertät zwar so facettenreich kompliziert auf, dass er nach zwei Stunden keinen guten Schluss [für Jahrhundertfrauen] mehr findet. Doch er fasst die Episoden des Films auch derart augenzwinkernd zusammen, dass die im Titel beschworene Last des Jahrhunderts die Geschichte nicht niederdrückt. [Stefan Benz]

    • 7 .5

      Jahrhundertfrauen handelt von nichts und allem – vom Leben selbst, seiner Banalität und Einzigartigkeit, seiner Tragik und Schönheit, immer vor dem Hintergrund einer spezifischen gesellschaftlichen Krisen- und Umbruchssituation.[Sven Von Reden]

      • 7 .5

        [Mike Mills] Er lässt [Annette Bening] verzweifelt um Worte ringen, bissig sein, unsicher oder bockig, aber niemals lächerlich erscheinen. Das macht Jahrhundertfrauen zu einer leichten, aber nicht minder tiefgründigen Liebeserklärung an alle Mütter – und „Ersatzväterinnen“. [Katrin Nussmayr]

        • 7 .5

          Bei aller Verneigung vor den weiblichen Einflüssen beschreibt [Jahrhundertfrauen] letztlich eine Frustration: die eigene Mutter nie richtig kennengelernt zu haben. Annette Bening spielt diese neugierige, offene, aber sich ihrem Sohn immer wieder entziehende Frau völlig ohne Weichzeichner, spröde und sperrig und ganz, ganz großartig. [Barbara Schweizerhof]

          • 7 .5

            Doch [Mike] Mills beweist mit [Jahrhundertfrauen] einmal mehr, welch großartigen, klugen Dialoge er schreiben kann. Sie fangen den schönen, traurigen, unplanbaren Lauf des Lebens ein und wickeln das Publikum in eine warme Decke der Melancholie und Nostalgie. [Caspar Shaller]

            • 7 .5

              Die guten und humorvollen Dialoge sorgen dafür, dass man nie lange an Mills' perfekter kleiner Welt zweifelt. Jahrhundertfrauen erzählt von starken Frauen, von Hilfsbereitschaft und von der Jugend. [Sven Martens]

              • 7 .5

                [Jahrhundertfrauen] lebt von solchen Einzelheiten, die von den ausnahmslos fantastischen Darstellern ohne Pointe erzählt werden und gerade deshalb warmherzig und witzig sind. [Andreas Fischer]

                • 7

                  [...] Was man dagegen hervorheben kann sind die ausgezeichneten Leistungen des Ensembles, denn die zentralen Fünf sind allesamt überzeugend, von Indie-Queen Greta Gerwig zum Newcomer Lucas Jade Zumann. [Simon Staake]

                  • 7

                    [Mills] inszeniert [...] herrlich peinliche Situationen. Greta Gerwig, Elle Fanning und vor allem Annette Bening spielen das mit wunderbar spröder Zärtlichkeit. Das ist anrührend und sehr atmosphärisch, komisch und ein bisschen melancholisch. [Krischan Koch]

                    • 9

                      „Jahrhundertfrauen“ erzählt die nicht ganz typische Coming-of-Age-Geschichte eines Jungen, der von drei außergewöhnlichen Frauen umgeben in den späten 70ern aufwächst. Das kommt zwar ohne große Handlung oder einen roten Faden aus, gleicht dies aber durch viele Zeit- und Perspektivenwechsel aus. Abgerundet wird die wundervolle episodenhafte Tragikomödie durch viel Zeitkolorit und ein mitreißendes Ensemble.

                      • 7

                        Es ist vor allem [Annette Benings] Darstellung zu verdanken, dass es dem Film gelingt, sich ganz allmählich zu einer bewegenden Annäherung an das Enigma des Mutterseins zu verdichten – und das, ohne seinen lockeren und amüsanten Tonfall zu verlieren. [Franz Everschor]

                        • 9

                          Gesehen durch die Augen eines Jungen vermittelt Mike Mills in dieser Hommage an seine Mutter fein gezeichnete und ungewohnt authentische Bilder von unterschiedlichen Frauen, ihrer Art zu leben und der Weise ihrer Wahrnehmung. [Alexandra Seitz]

                          • Wie schon bei Thumbsucker und Beginners gilt für den talentierten Mister Mills erneut: Originelles Indie-Kino für Herz und Kopf! [Dieter Oßwald]

                            • 8

                              "Mike Mills zerrt seine Kindheit in den 1970ern vor die Kamera und erinnert sich an die letzten Tage von Punk und feministischer Umerziehung." [Till Kadritzke]

                              • 6

                                [...] Im Mittelpunkt des Films steht ein ganzes Ensemble an Figuren, die sich im Dialog miteinander angenehm vielseitig und glaubhaft weiterentwickeln. Immer wieder greift Regisseur Mills auf Montagen zurück, um den Charakteren zunächst eine grobe Form zu verleihen, die dann nach und nach feiner geschliffen wird. Dabei geht es weniger darum eine Geschichte im klassischen Sinne zu schildern, sondern vielmehr ein bestimmtes Lebensgefühl und die Mentalität der damaligen Zeit einzufangen. Das funktioniert stellenweiße ausgezeichnet, nur um dann wiederum über einige zeitgenössische Klischees zu stolpern. [...] Somit kreist 20th Century Women konstant um einen Dunstkreis verschiedenster Themen und stürzt sich sporadisch auf die ein oder andere Facette. In dieser Spontanität liegt ein großer Reiz, schließlich bleiben die Entwicklungen des Films dadurch angenehm verborgen. [...]

                                7
                                • 8

                                  20th Century Women ist ein einsichtsvolles Stück Filmemacherei, die gelegentlich lauf auflachen lässt. Kunstvoll gedreht und strukturiert scheint die Wärme und der Geist des Films so hell wie die kalifornische Sonne. [Will Lawrence]

                                  • 8 .5
                                    NewYorkTimes 30.12.2016, 12:08 Geändert 06.01.2017, 11:15

                                    20th Century Women ist ein Erinnerungsfilm, in dem Menschen heraufbeschworen werden, die sich überschwänglich und unbehaglich an der großen Welt stoßen. [Manohla Dargis]

                                    • 6

                                      20th Century Woman ist eine endlose Aneinanderreihung von Anekdoten. [Owen Gleiberman]

                                      • 4

                                        Abgesehen von dem Titel, 20th Century Women, und der zentralen Rolle von Annette Bening, sind Frauen in dem Film eher nebensächlich. [Melissa Anderson]

                                        • 8 .5

                                          Die Schönheit von Anette Bening's Leistung in 20th Century Women liegt in den herrlich suggestiven Schichten. [Justin Chang]