Jakobs Bruder

Jakobs Bruder (2007), DE
Laufzeit 98 Minuten, FSK 0, Drama, Kinostart 04.06.2009

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4.0 Kritiker
2 Bewertungen
Skala 0 bis 10
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von Daniel Walta, mit Sophie Rogall und Hannelore Elsner

Jakob und Lorenz sind Brüder, wie sie unterschiedlicher nicht sein können. Jakob ist der Ältere, verantwortungsbewusst, ernsthaft, vernünftig, der sich hinter Bärbeißigkeit und Berufsstress versteckt. Lorenz, der Jüngere, schlägt schon mal über die Stränge, ist lebhaft und reißt gern Scherze. Er ist Fernsehmoderator bei einem Verkaufssender und bekommt immer noch vom Freund der Mutter heimlich Geld zugesteckt. Nachdem sich beide auseinander gelebt haben und Jahre nichts mehr miteinander zu tun hatten, macht sich Lorenz auf den Weg nach Ostfriesland, wo Jakob in Greetsiel ein Fischrestaurant betreibt. Der Grund für seinen Besuch ist ein trauriger: Er bittet seinen Bruder, mit nach Hause zu ihrer an Alzheimer erkrankten Mutter zu kommen. Zwischen ihr und Jakob liegt einiges im Argen. Der Rückweg in einem alten Volvo wird für die beiden streitsüchtigen Brüder zu einem Abenteuertrip, bei dem sie anscheinend in ihren vertrauten Rollenmustern stecken bleiben. Auf dem Weg müssen sie sich nicht nur mit aktuellen Problemen – wie beispielsweise der minderjährigen Tramperin Lara, die so direkt werden kann – auseinandersetzen, sondern auch mit ihrer zum Teil verdrängten, schmerzhaften Vergangenheit. Mit Lara kommt Bewegung in die eingefahrenen Bahnen. Obwohl die Kluft zwischen Lorenz und Jakob mit jedem Kilometer zu wachsen scheint, entdecken sie insgeheim Gemeinsamkeiten, die sie miteinander verbinden. Im Lauf der Reise gewinnt Jakob den Mut für ein überfälliges Wiedersehen und einen ganz neuen Blick auf seinen kleinen Bruder, den Taugenichts.

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Cast & Crew


Kritiken (2) — Film: Jakobs Bruder

José Garcia: Textezumfilm

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5.0Geht so

Über weite Strecken wirkt die Handlung arg konstruiert. Denn das Genre des Roadmovie passt schlecht zu einem Land mit einem engmaschigen Autobahnennetz. Nicht von ungefähr sind richtig gute Roadmovies in Deutschland bislang lediglich den Regiegenies Wim Wenders („Alice in den Städten“, 1974) und Detlev Buck („Wir können auch anders“, 1993) gelungen. Regisseur Daniel Walta muss in seinem Spielfilmdebüt schon auf eher abwegige Gedanken kommen, um die Autofahrt von Greetsiel in Ostfriesland nach Köln zu einer Abenteuerfahrt ausbauen zu können. Die darin eingebauten Rückblenden ziehen zwar diese Handlung in die Länge, hemmen aber eher deren Erzählfluss.

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Philipp Bühler: Berliner Zeitung, fluter Philipp Bühler: Berliner Zeitung, fluter

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3.0Schwach

In aller Nüchternheit ist "Jakobs Bruder" zwar ein passabler Fernsehfilm mit prominenter Besetzung; Christoph Maria Herbst fängt jeden Vorwurf stoisch ab, und auch Hannelore Elsner, hier als reuige Rabenmutter, sieht man immer wieder gern. Für großes Kino fehlt aber doch der letzte Biss.

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Kommentar — Film: Jakobs Bruder

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dbeutner

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Bewertung5.0Geht so

Einfach: meiden. Christoph Maria Herbst macht zwar gute Mine zum bösen Spiel, aber der Film bleibt nichts anderes als die ganz große Frage: Warum spielen die DarstellerInnen mit Rang und Namen in einem Film mit, dessen Drehbuch sie doch vermutlich vorher gelesen haben, und das vor Fehlern und Überkonstruktionen nur so platzt?

Allerdings spielt Klaus J. Behrendt sogar auf der Ebene des Drehbuchs, also tendenziell unterirdisch. Nichts von der Erinnerung, dass der gleiche Darsteller im Tatort vor 20 Jahren eigentlich mehr als passabel war.

Achja, und wer sich dafür interessiert, wie die uneheliche Tochter von Angela Merkel aussieht (das dürfte die passendste Umschreibung für Sophie Rogall sein), der mag sich als Masochist auch durch das Werk wühlen. Alle anderen, wie gesagt, lieber die Hände weg.

Egal. Am Ende gibt es immerhin einen Erkenntnisgewinn: Daniel Walta (Buch und Regie) kommt auf die Blacklist. Hoffentlich nicht nur bei mir - immerhin blieb es bisher sein einziger Spielfilm (Wikipedia: "Aktuell arbeitet er als Werbefilmer." - dabei soll er's mal lieber auch belassen).

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