James Bond 007 - Goldfinger - Kritik

Goldfinger

GB · 1964 · Laufzeit 104 Minuten · FSK 12 · Thriller, Actionfilm · Kinostart
  • 8

    Der Theme Song von Shirley Bassey!!
    Das ist ja fast schon die halbe Miete von einen tollen Bondfilm!

    Spectre darf diesmal pausieren, mit Auric Goldfinger bietet die Geschichte allerdings einen weitaus interessanteren und detaillierter ausgearbeiteten Schurken, der von Gert Fröbe hervorragend verkörpert wird. Dank Fröbe wirkt Goldfinger nicht wie ein typischer Filmschurke sondern wie ein normaler Mensch, der rein zufällig als machtgeiler Wirtschaftsmagnat "arbeitet". Dementsprechend eindrucksvoll und schockierend fallen dann auch seine skrupellosen, kriminellen Aktivitäten aus. Goldfinger ist nicht umsonst eine der filmischen Schurken-Ikonen, die Goldleiche, der Laser oder sein "Ich erwarte von Ihnen, dass Sie sterben!" geben ihm Recht. Und wäre Goldfinger nicht schon genug, beschäftigt er mit Oddjob zudem einen schwer bezwingbaren Handlanger, der Bond mehrmals ernsthaft zusetzt. So muss das sein!

    Gegen Ende offenbart der Film leider ein paar dramaturgische Schwächen. Einerseits passte die fast schon kriegerische Auseinandersetzung zwischen der US-Army und Goldfingers chinesischen Handlangern für mich überhaupt nicht zum dargestellten Setting und andererseits empfand ich den Wandel von Pussy Galore als unglaubwürdig. Im Gegensatz zu "Liebesgrüße aus Moskau" wurde dem Bondgirl hier zu wenig Zeit gewidmet.

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    • 10

      Goldfinger ist der ultimative James Bond Film. Hier stimmt einfach alles die Story, das Tempo, der Cast und die Gadgets. Die Darstellung von Gert Fröbe als goldverliebten Auric Goldfinger ist Legendär und der beste Bösewicht in Bond Universum. Über Sean Connery muss man nicht diskutieren, er ist der beste James Bond darsteller und in Goldfinger am Höhepunkt seiner Darstellung als James Bond. Der Titelsong von Shirley Bassey ist heute noch ein Ohrwurm und passt einfach wie die Faust aufs Auge.

      James Bond 007 - Goldfinger ist ein zeitloser Klassiker und der beste James Bond Film aller Zeiten.

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      • 7 .5
        Gabe666 06.10.2016, 00:58 Geändert 06.10.2016, 01:10

        Sean Connerys dritter Einsatz in seiner berühmtesten Rolle gilt ja bei vielen als "der" Bond-Film schlechthin. Und tatsächlich definierte er viele wichtige Elemente, die in fast sämtlichen Nachfolgern unabdingbar waren. Das fängt mit dem Titelsong an, der hier nun erstmals während des Vorspanns erklingt (im direkten Vorgänger noch erst beim Abspann und der allererste Film hatte noch gar keinen in dem Sinne), setzt sich über die spielerischen Wortgefechte von Bond und Q bei der Vorstellung der Gadgets sowie den schweigsamen Gehilfen des Bösewichts, der ungewöhnliche Waffen einsetzt, fort und wird natürlich auch beim Showdown deutlich, der hier - besonders gegenüber den noch relativ realistischen Vorgängern - erstmals ziemlich übertrieben erscheint. Ebenso markierte er den ersten Auftritt des ikonischen Aston Martin, Bonds berühmtestem Fahrzeug.
        Ansonsten ist das hier jedoch, zumindest von der Handlung her, einer der untypischeren der Reihe, vor allem, weil Bond selbst den Großteil des Films über eher passiv agiert, da er ein Gefangener ist. Im ersten von zwei Showdowns obliegt es sogar letztlich nicht ihm, den Tag zu retten und die Pläne des Schurken zu durchkreuzen. Dies schafft er höchstens indirekt. Auch ist hier, gegenüber allen anderen Bond-Filmen mit Connery, nicht die Organisation S.P.E.C.T.R.E. der Hauptgegner.
        Einen besseren Schurken als den Titelgebenden dieses Films hätte man sich jedoch kaum wünschen können. Gert Fröbe, nach Lotte Lenya aus dem Vorgänger der zweite deutschsprachige Schauspieler in einer Antagonisten-Rolle, ist eine schauspielerische Urgewalt und die ideale Besetzung. Er schafft es perfekt, Goldfingers Skrupellosigkeit und seinen zynischen Humor ("Erwarten Sie von mir, dass ich rede?" "Nein, Mr. Bond, ich erwarte von Ihnen, dass Sie sterben!") zum Ausdruck zu bringen.
        Wobei dies nur in der deutschen Fassung im ganzen Ausmaß zum Tragen kommt, in welcher er sich selbst synchronisiert. Denn aufgrund Fröbes schlechtem Englisch wurde er ironischerweise in der englischen Originalfassung ebenfalls nachsynchronisiert. Wobei allerdings auch die deutsche Sprachfassung Schwächen aufweist, denn viele der doppeldeutigen Formulierungen in den Dialogen wurden falsch übersetzt und gingen verloren. Insgesamt bevorzuge ich dennoch die deutsche Fassung.
        Aber um zu den Schauspielern zurückzukommen: da ist besonders Honor Blackman erwähnenswert, welche als Goldfingers Pilotin mit dem ausgefallenen Namen Pussy Galore erstmals eine wirklich starke Frauenfigur verkörpert, die - zumindest anfangs - gegen Bonds Charme immun ist. Blackman hatte zuvor übrigens bereits Erfahrung im Agentengenre gesammelt, denn von 1962-64 war sie in einer Hauptrolle in der Serie "Mit Schirm, Charme und Melone" (Originaltitel: "The Avengers", nicht zu verwechseln mit denen aus den Comics!) zu sehen. Ihre Femme Fatale im dritten Bond-Film dürfte aber ihre ikonischste Rolle sein.
        Noch viel ikonischer im Kontext der Filmreihe geriet allerdings der Auftritt von Shirley Eaton, obwohl dieser nur wenige Minuten dauerte. Dafür ging selbige mit ihrer Goldlackierung als wohl berühmtestes Mordopfer in die Filmgeschichte ein (die im Film dargestellte Todesart ist natürlich vollkommen unrealistisch; mit einer Goldschicht auf der Haut kann es zwar zu durchaus ernsthaften Kreislaufschwankungen kommen, daran zu ersticken, ist allerdings unmöglich - aber sonderlich großen Wert auf Realismus haben die Bond-Filme ohnehin nie gelegt).
        Die Goldsymbolik zieht sich dabei durch den ganzen Film: vom offensichtlichen Titel und Namen des Bösewichts über den, für die Reihe ebenfalls ikonisch gewordenen Vorspann, bei dem die Credits und Szenen aus dem Film und den Vorgängern auf den ebenfalls mit Gold bemalten Körper der Schauspielerin Margaret Nolan (an der die Eatons Bemalung zuvor getestet wurde und die im Film kurz als Masseuse zu sehen ist) projiziert werden, bis zum Szenenbild, bei dem ständig goldfarbene Gegenstände und auch Kleidungsstücke auftauchen. Und Gold - genauer, das in Fort Knox gelagerte - nimmt zudem auch einen wichtigen Stellenwert in der Handlung ein.
        Von der Inszenierung her ist "Goldfinger", bei dem zum ersten Mal Guy Hamilton anstelle von Terence Young Regie führte, jedenfalls sehr gelungen, vor allem in den Actionszenen. Allerdings ist auch dieser Bond-Film bei weitem noch nicht perfekt. Es schleicht sich doch mehrmals Leerlauf ein, da die Handlung größtenteils auf der Stelle tritt, solange Bond sich in Gefangenschaft befindet. Zudem ist die Szene, bei der die "betäubten" Soldaten auf der Armeebasis in Fort Knox umkippen, unfreiwillig komisch geraten. Und dann ist da noch der Charakter der von Tania Mallet (die danach übrigens nie wieder im Filmgeschäft tätig wurde) verkörperten Tilly Masterson, Shirley Eatons Filmschwester, der für die Handlung keinerlei Daseinszweck hat und den man sich genausogut hätte sparen können.
        [SPOILER: Würde sie im Showdown als Deus ex Machina wieder auftauchen und sich vielleicht sogar an Goldfinger für den Mord an ihrer Schwester rächen, hatte die Rolle ja zumindest einen Sinn. Aber wenn sie so kurz nach ihrem ersten Auftritt auch schon wieder draufgeht, fragt man sich zwangsläufig: wozu hat man den Charakter denn überhaupt eingeführt?]
        Zudem ist das Frauenbild hier trotz der zumindest anfangs durchaus emanzipierten Pussy Galore insgesamt immer noch ziemlich rückständig.
        Allgemein wird ja dieser Teil als bester Bond-Film überhaupt angesehen, aber so richtig großartig finde ich den hier noch nicht. Von den Connery-Bonds hat mich bis jetzt noch keiner wirklich überzeugen können, gegenüber den ersten Einsätzen von Brosnan und Craig stehen die bisher doch zurück. Auch wenn Connery am besten in die Rolle passt.
        Was aber definitiv noch Erwähnung verdient, ist der Titelsong von einer anderen Shirley, Bassey nämlich. Diese groß-orchestrierte Soul-Nummer mit den prägnanten Trompeten und Basseys großartiger, immer ekstatischer werdenden Stimmarbeit, gehört ohne Wenn und Aber zu den besten Soundtrackbeiträgen der Filmreihe. Und sollte vor allem auch die Lieder zu den unmittelbar folgenden Filmen weit in den Schatten stellen.

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        • 9

          Dieser englische James Bond mit dem wunderbar agierenden deutschen Schauspieler Gert Fröbe gehört für mich zu den besten Agentenfilmen und ist "Must see!"

          • 10
            I_Winchester 17.07.2016, 19:07 Geändert 21.08.2016, 20:27

            „Goldfinger“ ist und bleibt ein absoluter Höhepunkt der James-Bond-Reihe. Überraschenderweise wird Bond auch in seinem dritten Abenteuer wie gewohnt damit beauftragt, einem Schurken von Weltformat auf die Schliche zu kommen, worin im Grunde ja auch sein Job als Geheimwaffe ihrer Majestät besteht: Schurken fassen, Welt retten. Diesmal jedoch, handelt es sich bei seinem Widersacher mit Auric Goldfinger um einer der charismatischsten Vertreter seiner Sorte; um einen, der das ultimative Verbrechen begehen will, um auf diesem Weg, die USA um nicht weniger als ihre gesamten Goldreserven zu erleichtern.

            Bonds Jagd auf die Kanaille besticht dabei mit allem, was ein gelungenes Doppelnull-Abenteuer benötigt. Kulissen passen, Action läuft, Q hat sich bei der Ausstattung des Aston Martin nicht lumpen lassen, das Zusammenspiel zwischen Protagonist und Antagonist ist formidable und die Bond-Girls machen ebenfalls was her, zumal nicht alle hier anwesenden Damen sofort umfallen, sobald Bond ihnen auf seine eigene, unverkennbare Weise die Worte „I love you“ in die Ohren säuselt. Nein, man kann eigentlich nicht groß meckern, der Zahn der Zeit hat „Goldfinger“ weitestgehend verschont, weshalb er sich auch dieser Tage immer noch zurecht im Gesamtranking der Reihe ganz weit vorne einordnen darf.

            Allerdings… eine klitze kleine Sache, die hätte man heute vielleicht doch anders gelöst als noch Anno 1964. Der Vornamen einer gewissen Ms. Galore wirkt heutzutage schon etwas ungeschickt gewählt, weil "anrüchig" und irgendwie "billig". Doch andererseits konnten die damaligen Drehbuchschreiber wahrscheinlich auch nicht riechen, dass Jahre später einmal, eine menge Leute beim Erklingen des Namens irgendwie an Katzen denken dürften.

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            • 8
              sachsenkrieger 28.05.2016, 17:39 Geändert 29.05.2016, 21:49


              James Bond 007 Nr. 3 - GOLDFINGER

              Der gute James hat sich nach der Sprengung Drogenlabors mal eine kleine Auszeit verdient und soll den Milliardär GOLDFINGER ein wenig auf die durchtriebenen Finger gucken. Dabei verdirbt er ihm als Fingerübung das betrügerische Vergnügen, noch ein paar Piepen mehr beim Gin Rummy zu gewinnen. Als er ihm dann auch noch die goldige Begleitung entwendet, zeigt der zweifach Gehörnte, das er wenig Sinn für Humor und sorgt bei der Damenbegleitung für eine besondere Art des Todes durch Ersticken. Nach einer Rüge von M für sein nicht gerade unauffälliges Vorgehen wird 007 trotzdem weiter auf den Herrn mit den güldenen Greiferchen angesetzt, weil der als selbsternannter Erbe von Dagobert Duck langsam, aber sicher das internationale Währungssystem gefährdet.

              Ja, jetzt ja! Im dritten Teil der Reihe geht endlich mal ein bisschen die Luzie ab und das Franchise kommt ins Rollen. Das fängt mit der Titelmelodie an und endet mit einem wirklich richtigen Finale. Dazwischen gibt es endlich einen Sean Connery, der seiner Rolle gerecht wird, erfrischend wenige und endlich nicht mehr enddoof hingekritzelte Bondgirls, einen charismatischen Schurken mit dem hervorragenden Gerd Fröbe, einen ebenso sehens- und erlebenswerten Handlanger mit Harald Sakata, eine sehenswerte Pussy Galore, jede Menge phantastischer Kulissen und jede Menge spannend inszenierter Action. Klar gibt es wieder einige Fehler und Ungereimtheiten zu verbuchen, aber dafür gibt es das goldene Kalb, den Aston Martin, den Hut und das wagemutigste Kapitalverbrechen aller Zeiten. Bei einem über weite Strecken so faszinierenden Film, drücke ich gerne sogar noch ein halbes Bonuspünktchen drauf...

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              • 9 .5

                Vielleicht DER Bond !
                Ich kann aber leider gar nicht sagen warum :) !
                Natürlich kein Actionfilm natürlich nicht mit heute vergleichbar !
                Vielleicht mein Bond wegen Fröbe !
                Viel falsch macht der Film nicht ! Die Handlung ist ok...aber jetzt auch nicht anders als in anderen Bond's !
                Doch ich bleibe dabei...der Papa aller Bond's !
                Connery sehr cool ..Fröbe vielleicht der beste Schurke !
                Die Frau in Gold, der Hut, Fort Knox ist auf jeden Fall ein Must see ...sollte man ihn nicht kennen ! Soll es geben :) !!

                • 8

                  Pussy........ Pussy???? Pussy! Pussy Galore. Kopfkino. Hat der Pussy Wagon von QT etwas mit Pussy Galore zu tun? Ein Bond, wie man Ihn lieben muss. James schwimmt durch einen Fluss, pellt sich den Schwimmanzug vom Körper und zum Vorschein kommt: Ein weisses Hemd, frisch gebügelt und ein Sakko ohne Fleck und Falten. Die Frisur sitzt eh immer. Eine rote Nelke hat man bei solchen Ausflügen auch immer dabei. Ebenso zu beachten: Die immer gewienerten Schuhe. Perfekt. Als Jugendlicher wollte ich immer 007 sein, was eine Vorstellung. Bond muss nie auf die Toilette, sieht perfekt aus, fährt geniale Autos, ist top gekleidet und landet meistens mit einer hübschen Dame im Bett. Charmant und witzig. Dazu eine tolle Filmmusik und ich vergesse, dass Daniel Craig Bond sein soll.

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                  • 7

                    Auch wenn er für viele als die Mutter alle Bond Filme gilt,war er für mich eher einer wie jeder andere mit Jean Connery.Was vermutlich auch auch am Alter des Filmes liegt.
                    Mir persöhnlich gefallen die moderneren Bonds einfach besser.
                    Ist meine persöhnliche Meinung.

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                    • 7
                      americanpseiko 13.12.2015, 22:30 Geändert 13.12.2015, 22:31

                      Überall geprießen als "Der beste Bond-Film aller Zeiten", fand ich ihn doch eher enttäuschend, bzw. konnte ich nicht sehen warum er sich von den anderen Connery Filmen abheben soll. From russia with love war vom heutigen Standpunkt aus gesehen, deutlich unterhaltsamer. Vielleicht ist Goldfinger einfach nicht so gut gealtert.

                      • 9 .5

                        Bis heute einer der besten Teile. Gert Fröbe brilliert als Auric Goldfinger. Doch nicht nur ein toller Bösewicht macht Goldfinger zu einem Erlebniss. Der Teil bietet im Gegensatz zu den Vorgängern mal eine richtig gute Geschichte. Sean Connery hat sich nun perfekt in die Bondrolle eingefunden. Der Film besitzt dazu einer der besten Dialoge der Reihe und ist unheimlich wortgewandt. Aber auch die Action ist bärenstark.

                        • 7

                          Teil 3 meines chronologischen Bond Marathons, heute stand somit der hochgelobte "Goldfinger" auf dem Tagesplan, der unter vielen Fans sogar als bester Bond gehandelt wird. Viele Vorschusslorbeeren also und meine Erwartungen waren dementsprechend auch recht hoch.
                          Fangen wir mit dem titelgebenden Bösewicht Goldfinger an, gespielt vom deutschen Schauspieler Gert Fröbe. Ich muss schon sagen, Goldfinger ist der bislang beste Bond Schurke und es dürfte für alle nachfolgenden Filme schwierig werden, diesen zu übertreffen (wobei mein Marathon erst begonnen hat). Fröbe spielt den fiesen, cleveren, durchaus eloquenten aber auch aufbrausenden Goldjunkie phänomenal und lässt die Dialogszenen mit Bond zu den Stärksten des Films werden.
                          Sein Gehilfe Oddjob ist zurecht Kult und liefert einen (für die damaligen Verhältnisse) recht ansehnlichen Kampf ab.
                          Das Titellied von Shirley Bassey ist ein wahrer Ohrwurm und auch ansonsten bietet dieser Bond die bisher beste Soundkulisse. Schön ist auch die Einführung des Aston Martin mit ganz schicken Gadgets und der unvergessliche Mord mit der Goldfarbe...einfach ein sehr einprägsames Szenenbild.
                          Leider hat der Film auch seine Schwächen, so sind z.B. beide Verfolgungsjagden ziemlich unbefriedigend, da ich selten einen so planlos agierenden Bond gesehen habe. Die Rolle der Tilly Masterson existiert für ungefähr 5min und man weiß danach nicht wirklich, was sie ihm Film zu suchen hatte. Bondgirl Pussy Galore ist unspektakulärer als ihr Namen vermuten lässt und ist nach ein paar Zickereien relativ plump dem Charme von Bond erlegen (was leider auch noch sehr wichtig ist und ACHTUNG SPOILER Goldfingers coolen Plan lächerlich zunichte macht). Das Setting macht lediglich in den Bergen Mitteleuropas Laune, das hier gezeigte Amerika ist für Bondverhältnisse untypisch langweilig, da gefiel mir Istanbul im Vorgänger deutlich besser.
                          Fazit: Connery routiniert, Fröbe brillant, hinzu kommt eine tolle Soundkulisse und einige kultige Szenen. Alles in allem ein guter Bond, der nicht nur storytechnisch durchaus stilprägend für seine zahlreichen Nachfolger ist. Leider mit ein paar Schwächen, die für mich dann "From Russia with Love" zu einem größeren Vergnügen machte und damit auch besser.

                          • 6

                            Goldfinger (1964, Guy Hamilton)

                            „Pretty girl, beware of his heart of gold. This heart is cold!”
                            - Shirley Bassey

                            Der 1964 entstandene Goldfinger gilt rückblickend als stilprägendes Phänomen der Popkultur und wird in der öffentlichen Wahrnehmung nahezu ausnahmslos als bester Film der Bondreihe tituliert. Umso interessanter wird es, dieses Werk genauer unter die Lupe zu nehmen. Dabei fällt sowohl auf, dass GF in vielerlei Hinsicht untypischer daherkommt als gemeinhin angenommen, als auch dass er seinem kolossalen Ruf nur sehr bedingt gerecht wird.

                            Unter der gewohnten Ägide des berühmten Produzentengespanns Saltzman und Broccoli führt der neue Regisseur Hamilton eine Vielzahl an kleineren Stilmitteln und Merkmalen ein, die in dieser Ausführung und Kombination als klassische Formel der Bondfilme bekannt wurden, unter genauer Betrachtung aber grösstenteils nur Variationen und Erweiterungen ähnlicher Elemente aus den ersten beiden Filmen darstellen. So untermalt der Titelsong ab GF nun den kunstvollen Vorspann und Bond verwendet ein breit gefächertes Arsenal an fantasievollen Waffen und Gadgets, dieses Mal als Teil seines Dienstwagen, des ikonographischen Aston Martin DB5. Weiter entfernt sich Hamilton von den spannenden Abenteuer- und Kriminalfilmelementen seines Vorgängers Terence Young und liefert vielmehr eine frühe Schablone des inhaltlich wenig raffinierten Schauwertspektakels, das von der Allgemeinheit so gerne mit Bond assoziiert wird und Jahre später in Filmen wie TSWLM und MR seinen ausladenden Höhepunkt fand.

                            Ob dieses Konzept in GF aber so gut aufgeht wie dem Film gemeinhin zugesprochen wird, ist eine andere Sache. Die erzählte Geschichte bleibt trotz ihrer spektakulären und einfallsreichen Ideen, wie zum Beispiel der nuklearen Verseuchung des US-Amerikanischen Golddepots Fort Knox, weitgehend zu flachbrüstig um die Schauwerte in der angestrebten Grösse und Kraft zu präsentieren. Viele der gutgemeinten Gadgets und absurden Spielereien wirken in ihrer Umsetzung im Vergleich zum exotischen Abenteuerthrill bzw. dem stimmungsvollen Spionagegeflecht der beiden Vorgänger fast schon merkwürdig bieder. Das liegt mitunter daran, dass die geographische Kulisse in einem Golfplatz und einer Schweizer Bergstrasse ihre wenig beeindruckenden Höhepunkte erreicht und dabei weder mit dem glamourösen und wilden Glanz von DN noch der atmosphärischen Dichte von FRWL auch nur ansatzweise mithalten kann. Die Inszenierung holt hier auch nicht mehr allzu viel heraus, die wenigen Actionszenen laufen relativ uninspiriert und tempoarm ab und in seinem sehr gemächlich vor sich hin dümpelnden Rhythmus erinnert GF mehr an einen gemütlichen Urlaubsausflug als an ein spritziges Feuerwerk. Nur gelegentlich schafft es der Film, sich visuell und dramaturgisch zu intensivieren und mit fesselnder Atmosphäre zu überraschen, wie beispielsweise in dem vom eigentlichen Geschehen völlig losgelösten Prolog und der berühmten Laserszene. Hier reisst sich auch John Barrys ansonsten eher unauffälliger Soundtrack von der Kette um das Geschehen wirkungsvoll zu akzentuieren.

                            Sean Connery ist wie gewohnt James Bond und meistert die Aufgabe, den berühmtesten Geheimagenten der Kinogeschichte zu portraitieren weiterhin mit Bravour, vor allem aber mit Eleganz und Stil. Seine Auslegung der Rolle wirkt absolut stimmig und sicher, auch wenn er dabei leider erneut an Ecken und Kanten eingebüsst hat und den herben Zynismus seines Debüts weiter vermissen lässt. Connery gegenüber steht mit Gert Fröbe als Goldfinger der berühmteste und auch – nicht zu Unrecht – beliebteste Bösewicht der gesamten Reihe. Fröbes Darbietung des jovialen, lauten Egomanen spielt in ihrer eigenen Liga und macht aus dem gigantomanischen Schmuggler Goldfinger eine Figur, die man so schnell nicht vergisst und die sich ohne Mühe ihren Platz auf meinem Podest der besten Gegenspieler der Bondhistorie sichert. Entsprechend setzt der Film immer dann Highlights, wenn er sich auf Fröbe und dessen clever zugespitzte Dialoggefechte mit Connery verlässt. Was der Kamera nicht gelingen will schaffen die beiden Hauptdarsteller mit Leichtigkeit, nämlich einen energetischen Strom der Unterhaltung zu formen. Wie sich die beiden immer wieder gegenseitig in Schlagfertigkeit und Überlegenheit zu übertrumpfen versuchen ist grossartig, allerdings treten als Nebeneffekt die Schwächen der Szenen, in denen Fröbe nicht oder nur am Rande auftaucht umso mehr zu Tage.

                            Durch das grandiose Sparring der beiden Hauptdarsteller rücken die übrigen Charaktere des Films etwas ins Abseits, eine besondere Erwähnung hat aber unbedingt noch Harold Sakata als Goldfinger ebenso stummer wie tödlicher Kammerdiener Oddjob verdient. In der Rolle des nahezu unverwüstlichen Handlangers setzt Sakata nicht nur einige markante Akzente, sondern ebnete auch den Weg für mehrere ähnliche Charaktere in späteren Bondfilmen. Bond-Girl Pussy Galore, gespielt von Honor Blackman, bietet zwar insofern nichts Neues indem sie wie die meisten ihrer Äquivalente früher oder später Bonds Charme erliegt, profiliert sich aber immerhin ein Stückweit durch ihre anfängliche Süffisanz. Als kompletten Fehlgriff kann die Neubesetzung von Bonds CIA-Kumpel gewertet werden. Von Jack Lords lässigem Cowboy-Charme ist in GF nichts mehr zu spüren, Cec Linder gibt stattdessen den netten Onkel von Nebenan.

                            GF, die Schablone des klassischen Bondfilms und das unantastbare Meisterwerk der Serie? Wohl eher ein Film, der seinem meilenweit vorauseilenden Ruf nur selten wirklich gerecht wird. Der dritte Bondfilm bietet eine ganze Palette an prägenden Einfällen, die aber grösstenteils nur in ihrem Grundgedanken funktionieren und bei der Ausführung und Inszenierung überraschend farblos und wenig imposant daherkommen, während andere frühe Bondfilme mit weniger ausgefallenen Aufhängern wesentlich stimmiger und spritziger umgesetzt wurden. Das feurige, bunte und fantasievolle Abenteuerspektakel, das GF hätte sein können, entpuppt sich vielmehr als wenig ausgeklügelter und tempoarmer Film, der hier und da mit netten Ideen gespickt ist. Was GF sehenswert macht sind in erster Linie aber seine Figuren und besonders die wunderbar gegeneinander aufspielenden Connery und Fröbe. Ob das zum Meisterwerk reicht ist aber eine andere Frage.

                            Wertung: 6 / 10

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                            • 9
                              cycloo77 10.11.2015, 22:21 Geändert 11.11.2015, 03:45

                              Wenn man auch nur ein bisschen von James Bond kennt und jemanden fragt, was fällt euch zu Bond ein oder welcher Film ist euch bekannt, da nenen sicherlich 90%
                              G O L D F I N G E R

                              Einer der Bonds die den Mythos 007 mitbegründen, unvergesslicher Titelsong, unvergesslicher Bösewicht und unvergesslicher Film.

                              Gert Fröbe spielt hier als hätte er nie was anderes gemacht, als James Bond die Hölle heiß zu machen.
                              G R A N D I O S

                              Auch Pussy Galore & Hutmann Oddjob haben sich ins Bondfilm Gedächtnis fest verankert.

                              Kurzum G O L D F I N G E R ist ein echter Bond KLASSIKER!

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                              • 7

                                Aus heutiger Sicht eine Trashperle erster Güte. Lächerliche Prügelszenen, Effekte kann man das heute auch nicht wirklich nennen, casanova-Sprüche am Fließband und die Handlung teilweise nicht nachvollziehbar sinnfrei, aber...dieser Bond ist auch einfach Kult! Dem Film muss man natürlich zu Gute halten, dass er nun über 50 Jahre alt ist und einen Meilenstein für das Agentengenre darstellte. Gadgets, ein markanter Bösewichte, ein irrwitziger Schurkenplan und hübsche Bond Girls verhelfen Goldfinger zu seinem Status "Bester Bond".
                                Trotzdem schön das sich die Serie weiterentwickelt hat!

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                                • 7 .5

                                  Sir Thomas Sean Connery ist der charismatischste und lässigste Bonddarsteller. Wenn man bedenkt dass dieser Film von 1964 ist muss ich sagen dass Sean Connery auch der beste Bond aller Zeiten ist! Grandioser Filmsoundtrack und ein fantastischer Gert Fröbe.

                                  Ich bin extrem gespannt auf Spectre mit dem (meiner Meinung nach) zweitbesten Bond aller Zeiten und einem der besten Schauspieler unserer Zeit - the one and only - Christoph Waltz! :)

                                  • 6

                                    Der Bärenanteil aller Filmegucker attestiert mir denke ich ohnehin Ahnungslosigkeit, angesichts der Tatsache, daß Feuerball wohl mein Lieblings Bond ist. Während Goldfinger zu den beliebtesten zählt. Mich reizen hier die Figuren abgesehen von 007 selbst nicht weiter. Für einen Teil dieses Franchises ist mir der Bösewicht einfach nicht überzeichnet genug, von Pussy Galore bleibt bei mir nur der Name hängen. Und so weiter. Nach dem starken Anfang hab ich mehr und mehr das Ableben des Schurkentums herbeigesehnt. Bis dahin hab ich mich zum Teil ganz schön gelangweilt...

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                                      Halver Hahn 07.10.2015, 10:29 Geändert 07.10.2015, 16:09

                                      Unfassbar.

                                      Fröbes "Goldfinger", bezeichnenderweise die beste Figur im Bond-Universum, hat alles und tut alles, was ein Superschurke haben und tun muss. Kein Wunder, dass kein weiterer Bond-Film an diesen einsamen Höhepunkt herankam:

                                      - die Mutter aller unnötig komplizierten Eroberungspläne
                                      - die Mutter aller unnötig komplizierten Präsentationen für unnötig komplizierte Pläne (!!!)
                                      - Gold
                                      - einen Todeslaser
                                      - die chinesische Armee (wtf?)
                                      - einen obskuren Schergen, der Feinde mit seinem Hut (!) erledigt
                                      - ein Barbie-Kampfgeschwader
                                      - Pussy Galore
                                      - eine Atombombe
                                      - lässt Menschen in einer Schrottpresse verschwinden
                                      - tötet Verbündete mit Giftgas
                                      - vergoldet (!) Feinde zu Tode
                                      - den besten Bond-Titelsong
                                      - einen goldenen Rolls Royce

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                                      • 6
                                        LuxusPicture 06.10.2015, 12:52 Geändert 06.10.2015, 12:53

                                        Von den ersten dreien natürlich der beste Bond. Nimmt man die lächerlichen Kampfszenen mal beiseite und bedenkt, daß man es zu dieser Zeit einfach nicht besser konnte, besticht Goldfinger erstens schon mal durch den genialen Titelsong und Sean Connery selbst. Allerdings ist das alles in allem zu viel Pulp und Trash. Klar, Bond ist immer auch Comic-Artig, der Sexismus-Scheiß ist nahezu unerträglich, aber für das, was es schließlich sein soll, ist es sehenswert.

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                                        • 8 .5
                                          Heckenritter 28.09.2015, 13:41 Geändert 28.09.2015, 14:00

                                          Goldfinger setzte einen neuen Maßstab für das Action-Kino. Vor 50 Jahren. Und den Film kann man heute noch gut gucken. Ein zeitloses Meisterwerk ist er nicht, allerdings der Klassiker des Action-Kinos der 60er. Wirklich erstaunlich das der Film auch heute noch unterhält. Wer Connery in Bestform sehen will, der kommt um Goldfinger nicht herum.

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                                          • 10

                                            Ich hatte die Gelegenheit den Film kürzlich auf der Kinoleinwand bewundern zu dürfen und was soll ich sagen? Connery, unglaublich cool und charismatisch wie eh und je, gegen Gert Fröbe als von Gold besessener Gegenspieler mit genialem Plan. Ein Klassiker.

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                                            • 8 .5

                                              Der 3.Teil der Bond-Reihe ist der Klassiker schlecht hin. Die Geburtsstunde des Aston Martin. Mit echt coolen Gadgets. Gert Fröbe's Darstellung des Goldfinger meistert der deutsche Schauspieler tadellos. Sein Handlanger Oddjob wird Cool in Szene gesetzt. Sean Connery ist wie gewohnt Klasse und richtig Cool. Die Action macht großen Spaß. Auch die Story ist spannend und unterhaltsam erzählt. Der Plan von Goldfinger ist genial! Der Film ist auf jeden Fall besser als seine Vorgänger!

                                              Für diesen Klassiker gibt's 8,5 Punkte!!!

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                                              • 6

                                                Einerseits ist der Film übel sexistisch mit einer Quasi-Vergewaltigung durch Bond, andererseits hat er auch viele Stärken, ist rasant erzählt und witzig. Ein umfassende Besprechung gibt es hier:

                                                http://www.spaetfilm.de/episode/podcast/sf28-das-james-bond-double-feature/

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                                                  Goldfinger ist actionreich, spannend, lustig und gut gespielt. Kein Bond-Film, der nach Goldfinger in den Kinos erschien,kam an diesen hier heran. Goldfinger ist Mein Lieblings Bond-Film

                                                  • 10

                                                    Bester Bondfilm ever. Hier stimmt einfach alles egal ob Held, Bondgirl, Schurke Setting oder die Story. Mehr gibt es nicht zu sagen.

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