James Bond 007 - Casino Royale - Kritik

Casino Royale

GB · 2006 · Laufzeit 145 Minuten · FSK 12 · Actionfilm, Thriller · Kinostart
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    Markiman 05.02.2016, 18:55 Geändert 05.02.2016, 19:31

    Mein absoluter Lieblings Bondfilm ist der grandiose Casino Royale, von dem man sich glaube ich nicht so viel erwarten wollte. Ist ja klar: wieder ein neuer Bond-Darsteller, der obendrein auch schon mal gar nicht in die Klischees passte, die die Rolle erfordert. Jedenfalls dachte man das vor dem Film. Dann kam der Film und bäääähm! ich glaube der meisten Zweifel werden verschwunden sein. Meine waren es jedenfalls. Der Film war der Hammer! Die Story, die man ja schon von früher konnte, ist einfach grandios! Ich liebe diesen Film! Judi Dench spielt ihre Rolle gut, auch wenn man sie nicht dermaßen oft zu sehen bekommt. Die Verfolgungsjagden im Film sind einmalig und ich fühlte mich durchgehend unterhalten. Casino Royale verliert niemals an Spannung und dazu gibt es noch einen gänzlich befriedigenden Humor.

    " Sie sind sowieso nicht mein Typ?"
    " Zu intelligent?"
    " Nein. Single."

    Eva Green liefert ein gutes Bond-Girl ab, dass sowohl mit ihrem Aussehen, wie mit ihrer Intelligenz überzeugt.
    Den Schurken finde ich klasse! Besonders gefielen mir die vielen Anspielungen Bonds über das weinen von Blut, was bei Le Chiffre der Fall ist.

    Als man dachte, der Film wäre jetzt zu ende, dann folgte noch das große Finale, dass ich mir aber irgendwie schon erwartet hatte, denn James Bond kann nicht aufhören seinen Beruf auszuführen. Nein.;)

    Das Ende ist sehr traurig.

    Spoiler On

    Vesper stirbt und James kehrt zu seinem Beruf zurück. Jehh;) Nein nicht zum Tod von Vesper, sondern zur Wiederaufnahme seines Jobs.

    Spoiler Off

    Fazit: Geiler James Bond Film den ich mir immer wieder anschauen kann und mein ganz persönlicher Favorit der Reihe!

    P.S.

    " Bond. James Bond."

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    • 5

      Was ist nur mit Bond los?
      Dieser Bond ist der Schlimmste aller Zeiten.
      Auch wenn die Handlung ganz Interessant ist, so wurde doch die Person Bond in diesem Film fast völlig vernichtet.
      Keine Spur mehr von dem unbesiegbaren, trinkenden Frauenheld, dem Macho aller Machos. Stattdessen ein weichgespülter James Bond. Ein verzweifelter Versuch, nun auch James Bond der "Political Correctness" zu opfern.
      James Bond war immer dieser trinkende Macho, der alle Frauen haben konnte und immer Herr jeder Situation war. Was man uns aber nun vorsetzt, ist ein müder Abklatsch.
      Sicherlich mögen es einige begrüßen, dass Bond nun ins 21 Jahrhundert gefunden hat, doch für mich ist das ein Verrat an den Romanen von Ian Fleming.

      • 8 .5
        Teezy123 24.01.2016, 19:05 Geändert 28.01.2016, 13:42

        Daß ich das erleben darf... Ich war noch nie ein Bond Fan... Moore, Connery, Brosnan etc... egal, welcher, meist habe ich mich bei Bond Filmen stets gepflegt gelangweilt.
        Zu glatte Charaktere, emotionslose Inszenierungen... um nur zwei der Gründe dafür zu nennen.
        Umso mehr überrascht war ich bei Casino Royale...
        Daniel Craig spielt die Rolle geradezu unglaublich stark und auch die Story war zum ersten Mal so spannend, daß ich mir gleich nach dem Anschauen die Fortsetzung bestellt habe
        Fazit: Wow... Nach all den Jahren endlich mal ein wirklich richtig geiler Bond

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        • 9 .5

          Dieser Bond- Film hat für mich aus vielerlei Gründen einen besonderen Stellenwert. Er stellt einen Neuanfang der Bond- Ära da und lässt längst überholte Klischees und Spielereien weit hinter sich. Vorbei die Zeiten, in denen die Filme der Reihe immer mehr und mehr einem „Fantasie- SciFi“ Wurmloch zu entsprungen schienen.

          Royale zieht die Handlung zurück in die Realität, wo sie hingehört. Das Hauptaugenmerk liegt wieder bei Bond selbst; Sein Charakter, seine Einstellungen und seine Entwicklung stehen im Mittelpunkt. Kein aalglatter Brosnan mit Fliege und „Vertreter- Attitüden“, sondern ein echter Kerl mit Ecken und Kanten.
          Daniel Craig ist für die Rolle wie geboren; er vertritt die Zwiespalt des in sich gekehrten Agenten, ebenso wie die unbezähmbare Kraft und Ausdauer des wilden Antihelden im Kampf gegen den Terrorismus.

          • 9

            Habe alle Bond Filme schon -zig mal gesehen,doch dieser ist die Nr.1 für mich.Warum lässt man jemanden, der so etwas zustande bringt nicht einfach weiter arbeiten.Damit meine ich Martin Campbell,der auch schon den besten Brosnan-Bond gedreht hatte(Goldeneye),sondern übergibt das Zepter,gleich 2 mal hintereinander ,an Mendes?Das wird mir immer ein Rätsel bleiben.

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            • 8 .5

              Definitiv in meinen Top 3 der besten Bond Filme.
              Der Film hat nahezu alles was Bond für mich auszeichnet.
              Dazu verbindet er alte Element perfekt und überträgt sie in die neue Zeit.
              Spannende Story, super gespielt. Roh aber dennoch nicht zu abgedreht. Super Auswahl an Locations.
              Daniel Craig gibt hier einen super Einstand, aber auch der Rest, allen voran Mikkelsen, machen einen Top Job.
              Souveräne 8,5 Punkte.

              • 8 .5

                vom schlechtesten Bond ("Stirb an einem anderen Tag") zum besten Bond
                Einen besseren Einstieg kann man nicht hinlegen...
                Hut ab, Mr. Craig !

                • 8 .5

                  Mit Daniel Craig war endlich schluß mit Komödien-Bond. Er gab der Figur eine neue Dimension, eine glaubwürdige dazu. Kein Wunder, daß sich nahezu alle Fachleute einig darin sind, mit ihm den besten Bond überhaupt vor sich zuhaben . Dem kann ich mich nur anschließen.

                  • 9

                    Rise like a Phönix. So in etwa könnte man diesen Bond Film bezeichnen. Nachdem ich mit Pierce Brosnan einfach nicht warm wurde, erlebte ich mit Casino Royale inkl. seinem neuen Hauptdarsteller Daniel Craig, ein unfassbares Comeback. Alles wird hier auf 0 gestellt, denn dieser Film rebootet das James Bond Franchise. Endlich ist James Bond wieder so, wie ich es am liebsten mag : Rau, hart, erbarmungslos und trotzdem für nen trockenen Spruch zu haben. Aber noch viele andere Dinge machen Casino Royale zu einem unglaublichen Erlebnis.

                    James Bond hat frisch seinen 007-Status erhalten und erledigt schwierige Aufträge für den MI6. Sein neuster Auftrag führt ihn auf die Spur von Le Chiffre, einem Bankier der große Gelder für Terroristen aufbewahrt. Dieser muss notgedrungen ein Poker Turnier im Casino Royale veranstalten, bei dem es um Beträge in Million Höhe geht. James Bond schleicht sich natürlich mit unter die Spieler und liefert sich mit Le Chiffre ein erbittertes Pokerduell. Doch Bond ahnt noch nicht, zu was der Mann mit dem blutenden Auge alles fähig ist.

                    Gleich zu Beginn startet der Film mit einer tollen schwarz weiß Szene, die zeigt, wie Bond seinen 007 Status erhält. Es folgt der überragende Eröffnungssong von Chris Cornell und kurz darauf gibt es die wohl genialste Verfolgungsszene in der Geschichte der Bond Ära zu sehen. Und mit solchen leckeren Schmankerln hat mich Casino Royale voll gekriegt. Filmtechnisch ist das Ganze auf einem unglaublich hohen Niveau, die Kameraarbeit ist erstklassig, die Soundkulisse beeindruckend und es gibt die wohl geilste und gleichzeitig witzigste Folterszene überhaupt.

                    Casino Royale hat auch kleinere Schwächen, aber die sind nicht sonderlich schwerwiegend. Zum einen hat der Film kleinere Längen. Nach dem eigentlichen Showdown zieht sich das Ganze noch etwas, obwohl es eigentlich nur noch einen kleinen Twist abzuhandeln gab. Der andere Störfaktor war das Pokerspiel. Nicht falsch verstehen, das Pokerspiel ist absolut genial inszeniert und mit Ausnahme vom Heads-Up auch sehr realistisch. Aber für mich als Hobby-Pokerspieler wäre es toll gewesen, wenn das Pokern noch viel mehr Aufmerksamkeit bekommen hätte.

                    Daniel Craigs Wahl war damals mega umstritten, zumal es ja "überhaupt nicht in Ordnung" ist, wenn Bond mal blond ist (Vorsicht Ironie). Doch die Wahl war genau die richtige, denn Craig ist meiner Meinung nach, der beste Bond nach Timothy Dalton. Er ruft einfach immer wieder das ins Gedächtnis, was leider viele durch die Klamauk-Performance von Pierce Brosnan vergessen haben : James Bond ist ein Killer, der eiskalt Menschen umbringt. Eva Green als Bond Girl ist die ideale Wahl und verkörpert hier eine hoch interessante Dame. Der großartige Mads Mikkelsen ist als Le Chiffre mindestens unter den Top 10 Bond Bösewichten bei mir. Leider wird er im späteren Verlauf etwas lieblos behandelt. Judi Dench als M ist wie immer großartig und auch Jeffrey Wright als Felix Leiter ist eine hervorragende Wahl.

                    Fazit : Casino Royale ist für mich die große Rettung der Bond-Ära. Daniel Craig ist perfekt als Bond und ist so nah wie kein anderer Darsteller am Original Roman-Bond. Casino Royale bietet temporeiche Action, einen überragenden Titel-Song und einen elegant-grandiosen Bösewicht. James Bond kehrt zurück in Ein Quantum Trost.

                    9/10

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                    • 6

                      Zuerst einmal vorneweg: Während ich vor einigen Jahren schon Schwierigkeiten hatte, einen Zugang ins Bond-Universum zu bekommen, versuche ich es dieses mal erneut. Bevor ich mir „Spectre“ im Kino ansehe, werde ich mir alle Craig-Bonds zu Gemüte führen, koste es was es wolle.

                      Da ich in der Bond-Reihe sehr wenige Vorkenntnisse besitze, schreibe ich heute einfach mal schnell drauf los. Vorhang auf:
                      Nach einem Einsatz in Prag, erhält Bond frisch seinen Doppelnull-Titel. Einige Jahre später jagt er einen Bombenleger, bei dessen Liquidierung er halb Uganda in die Luft sprengt. Ob das jemandem geholfen hat? Man weiß es nicht. Jedenfalls scheint das M nicht sonderlich zu jucken, denn nun darf er sich mit dem gefährlichen Börsenspekulanten „Le Chiffre“ anlegen, der sich einiges an Geldsorgen eingehandelt hat. Seine letzte Rettung scheint ein Pokerspiel zu sein, welches Bond unbedingt gewinnen muss.

                      Also, vom Plot her reißt „Casino Royale“ keine Bäume aus. Jedoch schafft es Regisseur Martin Campbell bereits in der ersten Sequenz wahre Wunder auf die Flimmerkiste zu zaubern. Die Actionszene zu Beginn ist derart dynamisch und kunstvoll inszeniert, dass ich applaudieren könnte. Die schnellen Schnitte wirken nie überhetzt, die gesamte Umgebung wird zu Waffe und die Stuntmen müssen wirklich zeigen, was sie können. Wahnsinn, so muss Action aussehen. Auf diesem Niveau ist übrigens jede Actionszene angesiedelt, die eindeutig den Höhepunkt des Films darstellen. Zusammen mit Mads Mikkelsen, der den fiesen, aber irgendwie doch verzweifelnden Schweiß-Svend, Entschuldigung, Le Chiffre, verkörpert. Das wäre ja alles wunderbar, hätte der Film nicht so viele Tiefen. Die vielleicht auch aufgrund meiner fehlenden Bond-Erfahrung zu erklären sind.

                      Aber mal im Ernst Bond-Fans: Wie kommt ihr mit diesem gnadenlosen Sexismus klar. Noch nie habe ich Eva Green derart verschwendet gesehen. Dagegen war sie ja selbst in „300: Rise of an Empire“ (0/10 übrigens) eine selbstbewusste, emanzipierte Frau. Hier wird sie zunächst als eigenständige, wenn auch sehr klischeehafte, Persönlichkeit eingeführt, nur um sie dann später als Damsel in Distress zu verheizen. Dabei versaut Campbell noch den durchaus ansprechenden Twist und lässt ihn zu einer Klischeenummer verkommen. „Aber das gehört nunmal zu einem Bond dazu, Mensch“ - Das macht es für mich aber nicht besser. Es ärgert mich einfach und wird jemandem wie Eva Green nicht gerecht.
                      Interessant war es übrigens, dass man Bond hier als eine Art gebrochene Kampfmaschine konzipieren wollte. Eine tragische Figur unter einer unzerstörbaren Oberfläche. Das klappt auch in Ansätzen, jedoch war mir das nie wirklich konsequent genug, auch wenn ich Daniel Craig als eine exzellente Besetzung ansehe.

                      Ohne seine geniale Action und Mikkelsens tragischen Bösewicht, wäre „Casino Royale“ eine ziemliche Nullnummer von Film, die ich sehr schnell wieder vergessen hätte. So ist er ein gut funktionierender, viel zu langer, Actionfilm, der mir Sorgen bereitet. Warum? Vielleicht bin ich einfach nicht Bond-kompatibel. Da hilft nur eine Schocktherapie. Es folgen drei weitere Teile.

                      „If the only thing left of you was your smile and your little finger, you'd still be more of a man than anyone I've ever known.“ (gruselig, oder?)

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                      • 8
                        cycloo77 17.11.2015, 01:35 Geändert 17.11.2015, 03:06

                        Die Geburtsstunde des neuen Superhero ähnlichen James Bond, klasse und höchst spektakuläres Deut von Daniel Craig.
                        Mads Mikkelsen als Bösewicht ist einfach großartig und Eva Green als Bond Girl eine Augenweide.
                        Bond auf Hochglanz Poliert und mit phänomenalen Action Sequenzen ausgestattet.
                        Casino Royale ist mit Abstand Craigs bester und stärkster Bond Einsatz.

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                        • 7 .5

                          Starkes Debut von Daniel Craig als James Bond. Klasse Bösewicht (Mads Mikkelsen) und ein gutes Bond-Girl (Eva Green). Story ist spannend und nur selten mit Durchhängern bestückt.
                          Sehenswerter Bond-Streifen !

                          • 10

                            bester craig bond !!!!

                            • 10
                              Maxstar 08.11.2015, 12:18 Geändert 08.11.2015, 12:19

                              Einer der besten Filme, die ich je im Kino gesehen habe. Und mit Sicherheit der beste Bond bis dahin (es kam ja auch noch Skyfall, der meiner Meinung nach gleichwertig war...). Craig war die Rettung für diese Figur, ohne ihn gäbe es die Reihe mit Sicherheit nicht mehr.
                              Top-Action, Titelsong eine Wucht... und mit Mads Mikkelsen und Eva Green sind auch die weiteren Hauptdarsteller ein Volltreffer!!! Ich weiss nicht, wie oft ich den Film schon gesehen habe, aber er ist immer wieder auf´s Neue eine Wucht!

                              • 9 .5

                                Daniel Craigs Auftakt-"Bond" haut in allen Facetten mächtig rein!
                                Erstklassiger Agenten-Thriller, bei dem die gute Story zusammen mit fetter Action und top Schauspielern für großartige Unterhaltung sorgt!

                                • 10

                                  ein sehr guter bond film. es macht immer wieder spaß den zu sehen

                                  • 9

                                    "Casino Royale" war meine erste Bond-Erfahrung vor 9 Jahren...Scheiße ist das wirklich schon so lange her?? In "Casino Royale" ist James Bond ein Killer, welcher den Verlust seiner Seele fürchtet. Ich habe die Figur immer für einen trinkenden Frauenhelden gehalten. Ein Typ der das Leben nicht so ernst nimmt. Früher war das vielleicht auch so. Keine Ahnung. Ich kenne leider nur die Craig-Ära und einen Film aus der Brosnan-Ära ("GoldenEye"). Heute verbirgt James Bond seinen Zorn hinter seiner stoischen Fassade. Als Geheimagent muss er jede Situation "leidenschaftslos" bewerten. Das gelingt ihm aber nicht immer. Als die schöne Vesper (Eva Green) in sein Leben tritt, ist es um ihn geschehen. Eva Green ist eine Bereicherung für jeden Film. Sie nimmt die (männlichen) Zuschauer mit ihrer hypnotisierenden Schönheit sofort für sich ein. Tolle Frau! Toller Film! Unterm Strich ist "Casino Royale"schon ein richtiges Brett. Dieser Film wirft einen großen Schatten. Ob "Spectre" es schaffen wird aus diesem herauszutreten? Nach meinem Kinobesuch am Sonntag weiß ich mehr.

                                    Zum Bond-Song: Ein Bekannter von mir ist der Meinung, dass in "You know my name"von Chris Cornell ein bisschen dick aufgetragen wird. Ich teile seine Meinung, aber ich finde das gut. Hier wird immerhin eine neue Bond-Ära eingeläutet. Da darf man auch schon mal ein bisschen auf den Putz hauen.

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                                    • 5

                                      Puuh, schon neun Jahre her! Ich erinnere mich nicht mehr an viel, nur noch daran, wie unsäglich enttäuscht ich als ein Kind der Brosnan-Generation gewesen bin. Casino Royale hat so gar nicht meinen Erwartungen entsprochen. Craig ist eine coole Socke, keine Frage, aber er sieht halt echt wie ein alkoholabhängiges Mitglieder der Russenmafia nach drei Wochen Schlafentzug aus. Wie er auf jemanden wirkt, der nur Brosnan und einige der Moore-Teile gekannt hat, kann sich der geneigte Leser sicherlich ausmalen. Also, Klein Martha ist ordentlich enttäuscht gewesen. Sowas von! Nicht mal einen Vodka-Martini hat er bestellt!

                                      Zwischenzeitlich ist schon viel Wasser den Rhein hinunter geflossen. Ich habe heute einen ganz anderen Zugang zu Filmen im Allgemeinen und habe mich zudem auch ein wenig im Bond-Franchise fit gemacht. Mittlerweile habe ich mal alle Filme der Reihe bis und mit einem der frühen Moore-Streifen gesichtet. Zu meiner eigenen Überraschung bin ich nicht nur mit Connery sofort mehr als warm geworden – er ist für mich _der_ Bond –, sondern habe auch den einen Film mit George Lazenby, so ungewöhnlich er im Franchise auch gewesen ist, echt stark gefunden. Irgendwo ist mir mal «Casino Royale», also das Buch, das erste der Reihe, in die Hände gefallen. Ich habe nicht schlecht gestaunt, als ich las, wie Bond als allerersten Drink einen Vesper Lynd bestellt, den er nebenbei bemerkt dabei gerade erst erfindet. Kann ich euch nur empfehlen: Drei Teile Gin, ein Teil Vodka, ein halber Teil Lillet Blanc. Für die Nicht-Bonds unter uns ist danach ziemlich Schluss … Auf diesen ersten Seiten, die ich über Bond gelesen habe, habe ich ihn als durchwegs unsympathisch empfunden – abgesehen von seinem lockeren Umgang mit dem Alkohol, den ich teile.

                                      «Gosh, that’s certainly a drink,» said Leiter. Bond laughed. «When I’m … er … concentrating,» he explained, «I never have more than one drink before dinner. But I do like that one to be large and very strong and very cold and very well-made. I hate small portions of anything, particularly when they taste bad. This drink’s my own invention. I’m going to patent it when I can think of a good name.»

                                      Ich hege den Verdacht, dass der Film, so wenig er damals auch meine Erwartungen getroffen hat, sich als ordentlich buchtreu erweisen könnte, gekonnt in die heutige Zeit «übersetzt». Beinhae erschrocken habe ich festgestellt, dass Mikkelsen und Green (unter anderem) mitspielen. Meine Herren, das sind keine Schablonen, sondern Schauspieler, die in der obersten Liga spielen!

                                      Nun bleibt nichts anderes mehr übrig, als mir den Film nochmals anzusehen, ohne alle Erwartungen, ohne Vorurteile. Ich bin überzeugt, dass die Wertung deutlich höher ausfallen wird. Ich kann jetzt schon alle, die ihre Wertung nach der gleichen Enttäuschung abgegeben und Casino Royale danach vergessen haben, ermutigen, es mir gleich zu tun.

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                                        DerWaldHerr 06.11.2015, 13:35 Geändert 06.11.2015, 13:36

                                        Es gibt 2 Filme im langlebigen Bond Franchise, die sowohl mich als Bond Fan als auch als allgemeinen Film Fan begeistern und die ich als die Quintessenz dessen betrachte, weshalb das Franchise überhaupt solange Erfolg haben konnte und die sogar komplett außerhalb des Franchises mit zum besten ihres Genres im allgemeinen gehören.

                                        Der eine ist der Sean Connery Klassiker "From Russia in Love", der dazu noch gleich als die ultimative Blaupause für den modernen Actionfilm gelten kann, da hier schon Jahre vor Peckinpahs Blutoper "The Wild Bunch" Schnitttechniken etabliert wurden um der Action ein gewisses Tempo zu suggerieren, u.a. der legendäre Zug Kampf kann hierbei als eine der aufregendsten Action Sequenzen der Anfangszeit des Actionfilm genannt werden.

                                        Der andere ist ganz klar Daniel Craig phänomenaler Franchise Einstand "Casino Royale".
                                        "Casino Royale" hatte es zu Anfang, wie fast jeder Bondfilm mit neuen Darsteller, ziemlich schwer. Zwar waren die Argumente gegen Daniel Craig ziemlich Dumm (OH NEIN! ER IST BLOND UND BLAUÄUGIG! DAS IST SCHLIMMER ALS 9/11!!!!11drölf), vorallem das "Der ist nicht männlich genug" war ziemlich hirnrissig nachdem wir 4 Filme mit der Bohnenstange Pierce Brosnan hatten, wovon effektiv nur ein einziger wirklich gut war und zwar "Goldeneye" (der auch von Martin Campell inszeniert wurde und er mal wieder bewies dass er einer der meist unterschätzten Action Regisseure aller Zeiten ist. Ernsthaft, der Mann hat ein hervorragendes Auge dafür wie man Action inszeniert, er ist mehr als nur "Ein weiterer Bond Regisseur"), aber man konnte zumindest mal skeptisch bleiben ob Craig auch wirklich in einem Actionfilm funktioniert, da Craigs einziger Credit in einem Actionfilm die Nebenrolle in Simon Wests, je nach Sichtweise, geglückter/missglückter Videospiel Adaption "Tomb Raider" war.
                                        Diese Bedenken werden aber schon gleich in der ersten, extrem stylisch in schwarz/weiß gefilmten, Eingangssequenz über Bord geworfen. Bond ist harter, kantiger Typ, der wenn er draufhaut es auch wirklich weh tut. Kein alter Mann der sich zu fein für ne saftige Prügelei ist wie Roger Moore (tut mir leid, "Live and Let Die", "For your Eyes Only" und "The Spy who loved me" sind zwar auch mit meine Lieblinge im Franchise, aber Moore ist halt wirklich ein alter Mann der sich zu fein zum Prügeln ist, was aber seiner unterhaltsamen Darstellung als Bond nicht unbedingt schlecht macht), sondern wie Sean Connery oder Timothy Dalton ein echter, harter Kerl der tötet wenn es sein muss. Craigs Bond würde auch einen Schulbus voller Schulkinder massakrieren wenn er den Auftrag dazu bekommen würde, er würde es zwar nicht mögen (man sieht in diesem Film dass ihm das töten nicht unbedingt viel Spaß bereitet), aber er ist nunmal ein ausgebildeter Auftragskiller, also EXAKT DAS was Bond ist und schon immer war und zwar in jedem einzelnen Film des Franchises, BESONDERS in der Connery Ära, nur diesmal wirds halt auch konsequent ausgesprochen und gezeigt. "Casino Royale" ist der Bond, der am meisten Eier zeigt.

                                        Womit wir dann auch bei den Actionszenen sind. Hervorragend wäre hier das richtige Wort. Was Martin Campell hier inszenatorisch abliefert gehört mit zum besten im Actionfilm Genre. Zwar ballert Bond hier weniger als dass er Leute mit seinen Händen umbringt, aber das hat eine solche Wucht, eine solche Form der Gewalt und der Härte, dass ich mir das PG13 nur dadurch erklären kann dass Bond wohl Traditionsbedingt ne Art Freifahrtschein hat was Gewalt angeht. Zwar ist er nicht enorm blutig oder splattrig, aber hier sieht man schon ziemlich deutlich dass ein Schlag in die Fresse nunmal einen Gegner ausknocken kann und spätestens wenn Bond in Nahaufnahme jemanden keuchend und zappelnd qualvoll zu tote würgt, was seiner Begleiterin dann erstmal ein Trauma beschert, denkt man sich "Also jeder andere Film würde dafür ein R Rating bekommen...". Das hier ist harte, ehrliche Action, weit weg von Schnitt Katastrophen wie der direkte Nachfolger "Quantum of Solace" oder CGI Massakern wie "Die Another Day". Mit das beste was es im Bond Franchise je gab.

                                        Zu den restlichen Darstellern:
                                        Eva Green als Vesper Lynd ist das beste Bond Girl aller Zeiten. Punkt. Das liegt nicht nur daran dass sie besser schauspielert als alle bisherigen, sondern dass sie eine echte Persönlichkeit hat, einen wirklichen, greifbaren Charakter. Sie ist nicht nur die typische "Einmal reinstecken und dann vergessen" Alte wie in den meisten Bond Filmen, sie ist ein echter Mensch. Deshalb leidet man mit ihr, deshalb ist das Ende auch so unglaublich emotional. Großartig, Preiswürdig. Und ich übertreibe da nicht mal.
                                        Mads Mikkelsen als Le Chiffre darf mal wieder zeigen warum er einer der meist gefragten Charakter Darsteller unserer Zeit ist. Er stattet seinen Charakter mit minimalistischen Facetten aus. Le Chiffre ist kein "böses Monster", sondern ein jämmerlicher, "kleiner" Banker, der in seiner Organisation relativ weit unten steht. Für Bond Verhältnisse ist so ein normaler Typ, der halt mit bösen Menschen Geschäfte macht, fast schon sowas wie Innovativ.

                                        Fazit:
                                        Durch den Innovationsbonus von "From Russia with Love" nur der 2beste Bond. Aber generell ein unglaublich großartiger Actionfilm der ne ganze Menge anderer Filme aus dem Genre weit hinter sich zurücklässt.

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                                        • 9

                                          CASINO ROYALE In diesem Film schafft Daniel Craig alles, was James Bond schaffen soll. Er bringt eine neue Figur ins Spiel, er muss nicht den Charme als Zuckerhäubchen tragen. Er hat einen Auftrag zu erledigen und das tut er in gekonnter Art und Weise. Eva Green an seiner Seite gibt dem Film optische Raffinesse und der Bösewicht ist auch ein ganz eigener Charakter. James-Bond-Filme sind Geschichten, die einen in eine andere Welt entführen soll, bei Casino Royale klappt die Reise wirklich gut :-)))

                                          • 9

                                            Ist irgendwie witzig, dass in diesem Jahr so viele Menschen (mich eingeschlossen) auf den neuen Mad Max, die handgemachten Effekte sowie den geringen CGI Einsatz abgegangen sind und dann schaut man sich Casino Royal an und wird komplett aus den Latschen gehauen: Sowas ging ja auch schon vor neun Jahren! Unfassbar wie gut dieser Film ist. Dass es der brutale, raue Reboot, bester Film des Franchise, bla bla bla ist, brauche ich gar nicht weiter zu erwähnen, das weiß eh jeder.

                                            • 8

                                              Casino Royale" ist in erster Linie einmal der brutalste Reboot, den das erfolgreichste Film-Franchise der Welt je erlebt hat. Dass dieser Neuanfang dringend nötig war, darüber muss man nicht diskutieren, das eigentlich Erstaunliche ist aber: den Machern um Regisseur Martin Campbell ("GoldenEye") ist es gelungen, wirklich alles besser zu machen als beim letzten Brosnan-Film. Das Setting ist realistischer, die Action greifbarer und mitreißender inszeniert, die Story ist intelligenter (die Bond-Girls ebenfalls), und dann gibt es da noch das größte Plus des Films: Daniel Craig. Der zeigt eine absolut brilliante Performance, vereint perfekt Stil und nötige Brutalität und verleiht seinem James Bond scheinbar mühelos eine emotionale Tiefe, wie sie seit Sean Connery nicht mehr zu sehen war. Unterstützt wird Craig von einem hervorragenden Cast - unmöglich zu sagen, ob nun Eva Green, Mads Mikkelsen, Judy Dench oder Jeffrey Wright die beste Leistung zeigt, alle meistern ihre Rollen problemlos. Einzig das etwas unentschlossen wirkende Finale verhindert die Einstufung als Meisterwerk, dennoch ist "Casino Royale" ein hochintelligenter, temporeicher und spannender Hochglanz-Agenten-Thriller geworden, und außerdem der mit Abstand beste Bond seit Jahren.

                                              5
                                              • 10

                                                Bester Bond aller Zeiten!!!

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                                                • 8 .5

                                                  Was ein geiler Film immer wieder beim schauen genossen und geliebt

                                                  • 8

                                                    Ein gelungener Neustart für die Serie. Die Wiedergeburt James Bonds in Gestalt von Daniel Craig wird in Martin Campbells routinierter, aber eleganter Inszenierung gleichsam zum Thema. Nebenbei entpuppt sich das Serial als adäquate Darstellungsform globaler Verwicklungen. [Hans Schifferle]