Jedem Kind ein Instrument - Ein Jahr mit vier Tönen

Jedem Kind ein Instrument - Ein Jahr mit vier Tönen (2010), DE
Laufzeit 90 Minuten, FSK 0, Musikfilm, Kinostart 01.07.2010

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von Oliver Rauch,

Motomu aus Bochum, Joana und Esragül aus Herne und Kerem aus Duisburg sind “JeKi”-Kinder. Grundschüler, die bei einem einzigartigen musikalischen Programm mitmachen, das bald über 200.000 Kinder im Ruhrgebiet erreichen soll. Vor sechs Jahren startete an der Bochumer Musikschule das Projekt “Jedem Kind ein Instrument”, das allen Schülern in der ersten Klasse einen spielerischen Zugang zur Musik ermöglicht. Im zweiten Schuljahr dürfen sich die Kinder dann ein Instrument aussuchen, das sie für die nächsten drei Jahre als Dauerleihgabe anvertraut bekommen – ein kreativer Freiraum und ein Angebot, das in seiner umfassenden und grundsätzlichen Förderung für alle Kinder ohne Beispiel in Deutschland ist. Der Film portraitiert das ehrgeizige Projekt von dem Moment an, wo “JeKi” auf das ganze Ruhrgebiet ausgeweitet wird, bis Anfang 2010. Über ein Jahr begleitet der Film die vier Schüler und Schülerinnen in ihren Klassen, beim Musikunterricht und auch in ihrem Alltag. Ein spannender Prozess mit ungewissem Ausgang, bei dem Lehrer, Schüler und Verantwortliche selbst von Schritt zu Schritt lernen und Erfahrungen sammeln. Wer und wie viele Schüler werden das Projekt nach den Sommerferien fortsetzen? Welche Erfolge kann “JeKi” auf dem Weg durch die vier Schuljahre verzeichnen? Was ist als Erfolg zu werten? In den Beobachtungen der Schüler, den Gesprächen mit Schullehrern und Musikerschullehrern, den Musikern, die sich für das Projekt engagieren, wie die Künstlerin Tabea Zimmermann, sowie den verantwortlichen Leitern und Initiatoren von “JeKi” entsteht ein lebendiges und vielfältiges Bild des großen Projektes. “Jedem Kind ein Instrument – Ein Jahr mit vier Tönen” gibt Einblick in einen leisen Prozess der unzähligen kleinen Schritte und vermittelt dabei die große Vision eines großen Bildungsprojektes.

HandlungEin Jahr lang hat der Regisseur Oliver Rauch gemeinsam mit Kameramann Boris Becker und Tonmann Andreas Turnwald vier Grundschulkinder aus drei unterschiedlichen Jahrgängen aus Herne, Bochum und Duisburg beim Erlernen eines Musikinstruments begleitet. Die Filmer beobachteten Motomu, Joana, Esragül und Kerem nicht nur beim Instrumentalunterricht. Sie besuchten die kleinen Protagonisten auch zu Hause und verfolgten den Weg der Musik in die Familien hinein.

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Kritiken (1) — Film: Jedem Kind ein Instrument - Ein Jahr mit vier Tönen

José Garcia: Textezumfilm

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4.0Uninteressant

Ohne Off-Kommentar und mit überraschend wenig Interviews beobachtet die Kamera etwa den Unterricht mit den Kindern. Sie folgt ihnen aber auch nach Hause, so dass der Zuschauer vom „Migrationshintergrund“ vieler dieser Kinder erfährt. Die Kamera ist ebenso bei einer Sitzung eines kommunalen Kulturausschusses dabei, in deren Verlauf es plötzlich zu einem handfesten Streit um die eigentliche Urheberschaft dieser Initiative kommt. Auf einmal entzündet sich eine parteipolitische Auseinandersetzung. Noch ein weiteres Mal kommt die Politik ins Bild, als der (noch amtierende) Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen zusammen mit den Organisatoren von „Ruhr 2010“ und anderen Honoratioren den Darbietungen einiger „JeKi“-Schüler lauschen. Das Filmteam um Regisseur Oliver Rauch ist darüber hinaus viel unterwegs im Ruhrgebiet – schließlich steht das gesamte Projekt im Zeichen der Kulturhauptstadt Europas „Essen für das Ruhrgebiet“. Vieles wirkt jedoch einfach weitschweifig. Wiederholungen bleiben nicht aus. Für Verwirrung sorgen darüber hinaus die Urlaubssequenzen aus der Türkei und Japan, die von zwei Familien aufgenommen wurden, und die wie ein Fremdkörper in „Jedem Kind ein Instrument“ wirken.

Spätestens hier wird es deutlich: Trotz der teilweise sicheren Kameraführung mangelt es an dem Dokumentarfilm an einer kinogerechten Dramaturgie. Die oben erwähnte Darbietung hätte der Höhepunkt der Dokumentation sein können, bleibt jedoch lediglich eine weitere Episode in diesem Kaleidoskop. Oliver Rauch legt zwar einen schönen Film über ein interessantes bildungspolitisches Projekt, eine handwerklich gelungene Begleitung des Schulprojekts vor. Einen filmischen Mehrwert vermag er jedoch nicht zu schaffen.

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