Jesus Camp

Jesus Camp (2006), US
Laufzeit 84 Minuten, Dokumentarfilm, Kinostart 01.11.2007

7.3 Kritiker
5 Bewertungen
Skala 0 bis 10
7.4 Community
260 Bewertungen
30 Kommentare
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von Heidi Ewing und Rachel Grady,

Sie beten zu Gott, verehren Präsident Bush und sind überzeugt, im Besitz der alleinigen Wahrheit zu sein: amerikanische Kinder im evangelikalen Sommercamp “Kids on fire” in North Dakota, USA. Von Erweckungspredigern der evangelikalen Bewegung werden sie dort mit suggestiven Methoden zur “Armee Gottes” ausgebildet. “Demokratie und Freiheit zerstören sich selbst” – davon ist die resolute Predigerin Becky Fischer, die “Kids on fire” organisiert, überzeugt. In den fünf- bis zwölfjährigen Teilnehmern ihres Camps sieht sie die künftigen Anführer einer politisch-religiösen Erneuerung der Vereinigten Staaten. Der oscarnominierte Dokumentarfilm von Rachel Grady und Heidi Ewing zeigt ein martialisches Christentum, das nicht nur in den USA an Zulauf gewinnt, und stellt unter Beweis, dass Fundamentalismus und radikaler Glaube nicht allein im Islam vorkommen.

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Kritiken (2) — Film: Jesus Camp

alviesinger: bummelkino

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8.0Ausgezeichnet

God's Army is ready! Agitorisches Brainwashing bei Kindern im Namen des Herrn im fundamentalistischen und wachsenden Bible-Belt der USA. Ewing und Grady sparen sich jeglichen Kommentar und lassen die angsteinflössenden Bilder sprechen. Non-fiktionaler Horrorfilm mit der evil Becky Fisher als intolerante Bibel-Propagandistin.

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Batzman: moviepilot / Fünf Filmfreunde

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9.0Herausragend

Spannende Dokumentation, die wirklich Angst macht, angesichts der dort gezeigten Fanatiker, die keineswegs eine vernachlässigbare Minderheit darstellen.

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Kommentare (28) — Film: Jesus Camp

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mikkean

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Bewertung9.0Herausragend

Das ist mehr als nur 'ne Doku, das ist ein Blick in den ideologischen Abgrund Amerikas. Religionsfreiheit? Ist für'n Arsch, was in der Stätte Kids On Fire School Of Ministry vor sich geht, hat mit Glauben nur noch bedingt was zu tun. Heidi Ewing und Rachel Grady haben mit "Jesus Camp" ein gruseliges Stück Zeitgeschichte geschaffen, eines, bei dem kein wichtiges Ereignis festgehalten oder analysiert wird. Sondern vielmehr der Zustand eines christlichen Irrsinns, der sofort abgeschafft gehört. Da predigen Ultrakonservative wie die fette Satans-Gestalt Becky Fischer von der Endzeit der Gesellschaft, der bösen Aura des falschen Götzen Harry Potter, dem Niedergang des amerikanischen Rechts-Systems und formen mit äußerster Unterdrückung und Manipulation kleine Kinder zu den nächsten "Gotteskriegern." Das hier ist nichts anderes als ein Horror-Trip ins Land der Fanatiker, die sich auf Kreuz und Bibel berufen und sich unter der Freiheit der Verfassung selbst in Monster verwandeln. Da liegt der Fokus nicht auf Idioten, die an der Evolution zweifeln oder ihren Kindern mal ein Kinderbuch verbieten. "Jesus Camp" zeichnet ein grausiges Bild des Fanatismus, bei dem im Namen Gottes Kinder gebrochen werden. Da stehen sie dann am Ende, werden vom Horror-Wipper Lou Engle dazu gebracht, um die abgetriebenen Seelen ihrer Geschwister zu weinen und mit zugeklebten Mund vorm Capitol zu demonstrieren. Schrecklich, ich möchte wegschalten und bin doch bis zum Schluss fasziniert bis gelähmt. Neben einem Einschreiten der Vernunft, der Behörden, der Regierung wünsche ich mir nur eine riesige Klatsche, die ich den Eltern und den Betreibern ins Gesicht schlagen kann. Denn die müssen ja beide Wangen hinhalten. Definitiv zermürbend und äußerst wichtig, denn bei "Jesus Camp" wird klar, in Amerika sind die Grenzen zwischen Glauben und gefährlichem Fanatismus nicht nur verwischt. Da bildet sich eine grausige Unter-Gesellschaft, die immer mehr Einfluss zu gewinnen droht. Man könnte meinen, da beginnt der Untergang der Demokratie, nicht in irgendeinem Terroristen-Hirn. Schlimm, schlimmer, fabelhaft. Real-Life Horror eben.

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Tachitalili

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Bewertung6.5Ganz gut

???!!!???

Wäre die Organisation für Erwachsene, hätte ich mich schlappgelacht...
Erstaunlich wohlbeleibt, die ganzen erwachsenen Prediger und dann sagt die wohlbeleibteste auch noch "Wir sind hier nicht bei MacDonalds, wo man sich den Bauch vollschlagen kann. Wenn ihr Gottes Weg beschreitet [...] dann müsst ihr euch auf eine lange Wartezeit einstellen..." oder so ähnlich. Hat eine gewisse Komik, die Szene...

Doch es geht um Kinder, daher ist der Film weniger amüsant.
Das was hier gezeigt wird, wäre in Deutschland (hoffentlich?) zurecht illegal.
Manipulation und Gehirnwäsche an Kindern. Intoleranz und Blindheit wird offenbar gezüchtet. Als die Predigerin abging, von wegen dass der Teufel kleine Kinder verfolgt, oder dass Harry Potter als Zauberer verbrannt gehört... Mir blieb mir der Mund offen angesichts derart grenzdebiler Selbstverständlichkeit mit der da so ein Zeug propagiert wird. Die Prediger stellen sich dar, als wären sie in Besitz Gottes Plans und Gottes Wahrheit und findens keine Spur etwas zu vermessen. Und Kinder plappern selbstverständlich alles nach.

Tut weh und macht Angst.
Macht wütend.

Gut, es gibt schlimmeres, als von Kind an religionstechnisch indoktriniert zu werden.
Aus Kindern werden Erwachsene, die hoffentlich etwas mehr differenzieren können.
Ich habe kein Problem damit, wenn jemand seinem Kind von der Bibel usw erzählt.
Aber ich habe ein Problem wenn ein Erwachsener zwischen "Ich glaube" und "Es war so" nicht unterscheiden kann und seine ganze "Begeisterung" auf ein Kind überträgt, welches weder differenzieren, noch kritisch betrachten, noch auf diese Art sich selbst für/gegen den Glauben entscheiden kann; ein Kind macht eins: es nimmt die Dinge wörtlich...
Wundert man sich dann noch über die Wahl von Bush?

Soviel zum mächtigsten Volk der Welt.

Nachtrag: Erinnerte mich an die "Meistgehasste Familie der USA"-
eine weitere Doku mit garantierter Gesichtsentgleisungswirkung.

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agynessa

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Bewertung0.0Hassfilm

Da ich diese euphorische Verehrung für etwas, das bisher kein Mensch gesehen hat, sich weder in irgendeiner Art und Weise beweisen lässt und somit in meinen Augen sinnlos ist nicht teilen kann, finde ich die hier offensichtlich gezeigte Vergewaltigung an kleinen und unschuldigen Kinderseelen einfach nur schrecklich und nicht nachvollziehbar. Natürlich ist diese Farce eine schonungslose, offenkundige Doku- welche die Zuschauer dadurch mitreißt, da sie das gesehene gar nicht glauben oder auch nur ansatzweise nachvollziehen können. Trotzdem sollte man sie so kritisch betrachten, daß der Zuschauer sich fragen muß wie der Regisseur diese drehen konnte, ohne darin wirklich einzugreifen und diese Kinder davor zu beschützen, daß ihnen weiteres Leid erspart bleibt. Ich finde es auch erschreckend wie sich Kinder im Alter von 10 Jahren schon artikulieren als wären sie Erwachsene("Ich hatte zuvor keine Freude im Leben und ähnliches") Da fragt man sich wiederum einmal mehr, wo sind die Gesetze in Amerika, die diese Kinder davor bewahren den Glauben der Eltern übernehmen zu müssen??? Und der Vergleich das Kinder in anderen Ländern dafür ausgebildet werden Waffen benutzen zu können ist ja wohl unterirdisch und gleicht für meinem Verstand einer Straftat. Ich verstehe auch die äußerst positive Bewertung für den Film nicht, da hier ein real, gezeigter Mißbrauch stattfindet und ich nicht der Meinung bin man sollte diesen mit positiven Bewertungen unterstützen! Deshalb gebe ich dieser Dokumentation auch 0 Punkte und appeliere an die amerikanische Regierung solchen "evangelikalen" Familien den Hausunterricht zu verwehren in dem die Kinder einer tagtäglichen Gehirnwäsche unterzogen werden.

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ihre-herrlichkeit

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Haha! Der Knaller! Sowohl der Kommentar als auch die Diskussion dazu. Ich bin entsetzt und amüsiert zugleich. Dass es hier einige mit der Verfasserin gut meinen und sich auch noch die Mühe der Diskussion machen, tut mir fast im Herzen weh.
Diese Frau ist ein Unikat hier. Man sollte sie huldigen. Sie hat wirklich Durchblick.
Lieblingszitat: "Man kann sie auch nicht mit 1000 anderen Dokus vergleichen, sie beschreibt ja nicht die Vergangenheit, sondern die Gegenwart" HERRLICH! Ich lache Tränen!


agynessa

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Der Tierpfleger hat gerade bei mir angerufen, ihm tut es wirklich sehr leid, Du brauchst nicht mehr böse sein...


jazzfan

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Der Film sollte in Schulen mit anschließender Diskussionsrunde gezeigt werden. Die Extremisten decouvrieren sich selbst in dem Film, kein OFF-Kommentar etc. Großartig gemacht und einfach erschreckend!

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Jack_Torrance

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Meine Großmutter besucht eine ähnliche religiöse Gemeinschaft. Glücklicherweise werden dort keine Kinder psychologisch deformiert oder zu "Gotteskriegern" erzogen. Nach etlichen Gesängen (Mein Favorit: der Synthie-Pop-Song "Gottes Liebe ist wie der Sonnenschein") und Vorträgen stellen sich alle auf die Knie und fangen an zu beten, d.h sie wimmern unter Tränen und bitten Gott darum allen näheren Bekannten zu helfen und Kraft zu geben. Wenn ich einfach so vorbeigehen würde, würde ich vielleicht denken, da schaue jemand "2001"... (Ich hab dich trotzdem lieb, Omi <3)...

Hier aber ist dieser Fanatismus noch extremer und geschmackloser dargestellt durch Becky Fisher, eine Frau, die Kindern gegenüber Predigten hält. Ich finde es natürlich schön, wenn man Kindern versucht Gott näherzubringen, aber wenn Kinder anfangen zu weinen und sogar hysterisch werden, dann geht Mrs. Fisher eindeutig zu weit.
Die beiden Regisseurinnen sind aber so clever und lassen Becky selbst und Gegner solcher Glaubensarten zu Wort kommen. Das bringt den Zuschauer zum "nachdenken": Man ertappt sich immer wieder dabei, wie man von Becky beeinflusst wird, wie sie ähnlich wie Hitler durch ihre Reden und Aussagen Leuten Nonsens in den Kopf setzt.
Man wird aber auch Zeuge dessen, wie Kinder zu Maschinen werden, zu Maschinen Beckys, sie sind wie untergeworfene. Generell ist die religiöse Gesellschaft gleich einer Armee, einer Armee der "Gotteskrieger"...

Liebe Eltern: Wenn ihr euren Kindern selbiges antut und sie nicht zu gläubigen, sondern zu SKLAVEN Gottes macht, dann habt ihr versagt. Ihr habt ohne wenn und aber VERSAGT !

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LokisSon

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Eher nur ethisch, denn die Moral wurde erst vom Römer Cicero "erfunden" - aber selbstverständlich beide abseits religiöser Vorstellungen!


ihre-herrlichkeit

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Dann nur ethisch.


freakualizer

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Bewertung7.0Sehenswert

Erschreckend, verstörend, aber irgendwie überhaupt nicht überraschend.. USA USA!

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freakualizer

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Und die Einmischung in die Politik war nicht so furchteinflössend..


ihre-herrlichkeit

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Bewertung7.0Sehenswert

Ein hübsches Filmchen über die Liebe zur Religion und der pflichtbewussten Moralerziehung unserer Kinder. Wenn nur alle Eltern sich so hingebungsvoll um die Entfaltung der kindlichen Wertvorstellungen kümmern würden, wäre die Welt eine bessere.
Es bleibt abzuwarten, wann Jesus unser Erlöser die Welt regieren wird, bis dahin müssen wir uns wohl oder übel mit der Demokratie rumschlagen.
Hoffentlich fährt der heilige Geist bald auch in mich, damit ich von meinem Zynismus geheilt werde.
And now let's speak in tongues! alslsadsaaaallaaalaaahaaanbrraaaa!

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peppermind

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Am Ende des Films gehen zwei der Kinder selbst auf Mission an den Straßenrand. Sie fragen einen älteren Mann, ob er wisse, wo er nach dem Tod sein würde. "Im Himmel", antwortet er. "Sicher?" "Ja, ganz sicher". Enttäuscht drehen die beiden ab, murmeln im Vorbeigehen: "Das waren bestimmt Moslems!"
Nur wenige Dokumentationen schaffen es, Indoktrination so subjektiv und realistisch zu offenbaren. Und dabei bleibt "Jesus Camp" wirklich puristisch dokumentarisch - kein Kommentar, keine Dramatisierungen.
Aber das ist auch gar nicht nötig - in erschreckender Weise zeigen Becky Fisher und Co. selber, wie sehr sie Kinder manipulieren und sie einer überaus gefährlichen politischen Propaganda aussetzen, die sie in ihrem Alter zum Einen noch gar nicht Begreifen und Verarbeiten, zum Anderen aus dem Brei religiöser, pseudowissenschaftlicher und politischer Ideologien nicht ansatzweise herausfiltern können.
Der Film zeigt den Stolz dieser "Missionare" ebenso unverfälscht wie die Verzweiflung eines Mike Papantonio oder die grenzenlos loyale Begeisterung der Kinder bei der Predigt.
Von jenem Mike Papantonio, einem Radiomoderator, wird die Predigerin während eines Interviews damit konfrontiert, dass die Kinder bei ihr nicht lernen sondern indoktriniert würden. Das sei doch falsch. Nein, das finde sie nicht. Die Moslems machten das ja auch. Und die dürfte man auf keinen Fall gewinnen lassen.

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Hellbilly

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Glaube – schön und gut. Von mir aus kann jeder glauben, was er will, wann er will und warum auch immer er will. Aber das sollte sich wie alles im Leben in einem einigermaßen vernünftigen Rahmen bewegen.
Was dabei rauskommt, wenn dieser Rahmen gesprengt wird, sieht man bei Fundamentalisten jeglicher Couleur viel zu oft. Was die Herrschaften in diesen Camps treiben, hat mit einem vernünftigen Bezug zum Glauben nix mehr zu tun. Das ist krank. Das ist beängstigend. Bislang verläuft das anscheinend noch in geraden Bahnen ohne den großen Drang zu aufdringlicher Radikalität. Aber wer kann denn versprechen, dass sich das nicht irgendwann ändert? Was ist, wenn sie ihre Ziele nicht auf diesem Weg erreichen können? Gibt’s dann ein Revival der Kreuzzüge? Einflussreich sind die Evangelikalen jetzt schon.
Und es geht ja nicht nur um sie – die Kirchenlandschaft in Amerika ist groß, der Trend zur individuellen Glaubenswahl springt immer mehr auf Europa über, die Vielfalt der Kirchengemeinschaften wird weiter wachsen und damit auch zwangsläufig die Radikalität bei einigen davon.
Und was dann? Eine westliche Welt, die zunehmend wieder von religiösen Einflüssen geprägt wird, kann und will ich mir nicht vorstellen. Mag dran liegen, dass ich selbst in einer Phase meines Lebens bin, in der Religion keine große Rolle spielt, aber für mich ist Glaube etwas, das man im Privaten ausleben und im Privaten lassen sollte.
Für mich sind so was Sekten und gehören verboten. Die betreiben doch nix anderes als Gehirnwäsche. Da kommt mir echt die Galle hoch, wenn ich diese Kinder sehe, wie sie vorgekaute Sätze en masse rauswürgen, dabei ganz heilig schaun und sich regelmäßig soweit reinsteigern, dass sie weinend zusammenbrechen!

So, das musste jetzt mal raus. Dass ein Großteil viel zu provokant, subjektiv und einseitig geschrieben ist, weiß ich selbst, aber muss auch mal sein.

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Sepf

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gefällt mir, bis auf den letzten absatz. stimmt doch. ;)


fanofmovies

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Bewertung7.5Sehenswert

Am schlimmsten waren diese ganzen weinenden, schreienden, völlig weggetretenen Kinder!! Das war so ziemlich das perverseste, was ich seit langem gesehen habe. Sehr sehr erschreckend!

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Sepf

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naja kann ich vertreten. das ganze sache an sich ist ja pervers, nicht die doku. fand übrigens auch die szene am schlimmsten :(


fanofmovies

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ja die Doku ist sicherlich sehenswert. Ich denke man sollte sie mal gesehen haben, da man sonst wahrscheinlich nicht glauben kann, dass es sowas in der heutigen - eigentlich relativ aufgeklärten - Zeit wirklich gibt. Was Eltern da ihren Kindern antun ist einfach unglaublich und die Verehrung der Bush-Pappfigur hat den Vogel abgeschossen


Sepf

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Wie steht es schon von Anbeginn der Zeit geschrieben:
Sepf 6,66 : "Oh Teufel, bring mich bitte zu dieser aufgeblähten Bibelbitch und ich mache ihr die Hölle heiß. Obwohl, dass ist eher dein Job.."

Ich weiß gar nicht, ob diese Doku für überzeugte Gläubige vielleicht sogar noch verstörender ist, als für mich als Atheisten. Ich entfinde jetzt allerding nur noch unglaublichen Hass. Die Erwachsenen sind mir sowas von egal, sollen sie sich in ihrem Wahn die Augen auskratzen und ihren Gott preisen, aber die armen Kinder..

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Gentle

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Verstoerend gut!

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Thadeuz

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Jesus Camp begleitet einige Kinder und ihre Familien vom Homeschooling über das namensgebende Ferienlager bis zum berühmt berüchtigten Ted Haggard und zeigt dabei eine Indoktrination an diesen Kindern, wie man sie sonst eigentlich nur aus Geschichtsdokus über das dritte Reich und die Hitlerjugend kennt. Ersetzt man gedanklich Jesus durch Führer, christian durch arisch und Harry Potter durch Juden, wird aus dem fröhlichen Ferienlager ganz schnell eine Napola oder eine SS-Junkerschule.

Handwerklich nicht immer perfekt, zeigt Jesus Camp eine Welt auf, die so abstrus und seltsam wirkt, dass es schon fast inszeniert sein könnte. Das Schlimme ist jedoch, dass man genau weiß, dass sie echt ist; dass diese Kinder tatsächlich zu christlichen Dschihadisten herangezogen werden. Dabei wird auf Kommentare aus dem Off komplett verzichtet und die Macher überlassen es den Akteuren selbst, zu zeigen wie wahnsinnig sie und ihre Sache tatsächlich sind.

Am Ende bleibt ein erschreckender und verstörender Einblick in die Welt bzw. das Weltbild (amerikanischer) christlicher Fundamentalisten. Und der leise wenngleich auch vergebliche Wunsch, dass man vielleicht doch einer bitterbösen Mockumentary aufgesessen ist...

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THE_JUDGE

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Bewertung7.5Sehenswert

"Who`s in the house? J.C.!"
Diese Doku ist nicht besonders doll gemacht, dafür aber mal wieder der absolute Beweis das die Realität hart und erschreckend sein kann, bzw ist. Das Jesus Camp ist eigentlich nichts anderes als religiös-republikanische Gehirnwäsche bei denen die leider wie immer am wenigsten dafür können und dafür auch noch am empfänglichsten sind, die Kinder. Vom Elternhaus die Grundausbildung erhalten und im Jesus Camp endgültig zu völlig hirnlosen, degenerierten Glaubenskämpfern geformt. Diese Kinder sind Teil eines Rattenschawanzes der sich noch durch Generationen ziehen wird. Es ist mir immerwieder unbegreiflich, wie in einer Zeit wie heute, die ja allgemeinhin als ziemlich aufgeklärt gilt, der Glaube an höhere Mächte oder ähnlichen Humbug erwachsene Menschen dazu bringt sich aufzuführen wie im tiefsten Mittelalter oder eben im Jesus Camp. Mir drängt sich hier auch ziemlich stark der Vergleich zur sogenannten Milizbewegung auf, deren verschiedene Gruppen in Amerika schon seit längerem agieren und ähnliche Gehirnwäsche, bzw. Volksverdummung betreiben. Der Vergleich hinkt ein wenig, aber dennoch passt er denke ich, immehin wollen beide "den Abschaum" von der Erde spülen (oder so), um es mal umgangssprachlich zu formulieren.
Die Doku ist auf jeden Fall JEDEM Theisten sowie Atheisten zu empfehlen, auch wenn sie wie schon erwähnt, kein audiovisuelles Meisterwerk ist. Gesprächsstoff ist danach auf jeden Fall vorhanden.

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Jaliju

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Oh je.... Was für ein abartiger Horrorfilm! Nur leider wahr. Diese Fundamentalisten-Tante gehört echt weggesperrt und Eltern, die es zulassen, dass ihre Kinder zu unaufgeklärten gehirnamputierten Jesus-Zombies werden, sollte man das Erziehungsrecht nehmen. Gegen diese Art von Gehirnwäsche sollte man demonstrieren. Das ist nämlich, im Gegensatz zur Abtreibung, wirklich Zerstörung von (bereits vorhandenem) Leben.

PS: Eigentlich habe ich auf youtube eine deutsche Dokumentation namens "Jesus Freaks" gesucht, den ich vor längerer Zeit gesehen habe, und bin dadurch auf diesen Film gestoßen. ABER: "Jesus Freaks" kann ich durchaus auch sehr empfehlen, wenn man sich für das Thema interessiert.

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THE_JUDGE

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"Das ist nämlich, im Gegensatz zur Abtreibung, wirklich Zerstörung von (bereits vorhandenem) Leben." Word!


Vincent van Gore

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Oh man, als die fette Frau (Name ist mir gerade entfallen, irgentwas mit Fish) vor den ganzen, aufmerksam zuhörenden Kindern rumspringt und Zeugs wie ''Harry Potter ist böööse, er muss verbrannt werden!'' predigt, muss man sich doch echt fragen in welchem Jahrhundert die ganzen Spinner da leben. >.<
Wirklich teilweise erschreckte & absolut sehenswerte Doku, die deutlich zeigt, dass christliche Fanatiker in den USA keine zu unterschätzende Gefahr sind.

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Fabes

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

America, Fuck Yeah!

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Harald Polter

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

erschreckend & verstörend

hab ich kurz vorher gesehen:
westboro baptist church
http://www.youtube.com/watch?v=5zzjNlPCDZE

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reveal

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

"Der Teufel nimmt sich die Kinder vor, sie können sich noch nicht wehren." - Exakt.

Eine sehr gute Dokumentation beispielloser Ignoranz. Es stellt sich die Frage, ob die beteiligten Erwachsenen sich selber einmal zugehört haben oder diese von ihnen geschätzte Bibel tatsächlich irgendwann aufgeschlagen und verinnerlicht haben.

"Würde es nach dem alten Testament gehen, wäre Harry Potter hingerichtet worden?" - Von der Lächerlichkeit mal ganz abgesehen: Würde es nach dem Alten Testament gehen, wäre die Qualle arbeitslos, denn da im Pentateuch nie etwas von einem Leben nach dem Tod erwähnt wird, wär es etwas schwerer, Gottessoldaten zu motivieren.

Nun, dass es Fanatiker gibt, ist nichts Neues. Erschreckend ist jedoch, dabei zusehen zu müssen, wie Eltern ihre Kinder ihrem Fanatismus unterordnen. "Wer will sein Leben für Jesus hingeben? Jubelnde Kinder. Daneben lachende Eltern." Das war so ziemlich das perverseste, was ich seit langem gesehen habe und der späteste Zeitpunkt an dem das Jugendamt einschreiten sollte. Mir kann doch keiner erzählen, dass diese Eltern die Geschichte von Abraham und Isaac gelesen und darüber nachgedacht haben.

Die Doku schafft es erschreckend gut, hervorzubringen, warum die Beteiligten sich an Kindern vergreifen. - Weil sie niemand anderen überzeugen können und die Kinder nicht überzeugen müssen. Sie können lügen und rumspinnen, wie es ihnen gefällt.
Man besorge mir bitte die Adresse, von dem Typen, der da mit den Mini-Puppen inklusive Mini-Gesichtern ankam und den Kindern erklärt hat, so würden 7 Wochen alte Phöten aussehen; Ich möchte ihm eine Eintrittskarte zu Körperwelten schenken. Das Thema ist schwierig genug, da muss man es nicht auch noch mit Lügen aufblasen, um uninformierte, verblendete Plappermaschinen heranzuzüchten.

"Es gibt für mich nur zwei Arten von Menschen: Die, die Jesus lieben und die, die ihn nicht lieben." - Die Rechtfertigung für die absolute Instrumentalisierung unschuldiger Wesen. Jeder im Film ist sich sicher, die absolute Wahrheit gepachtet zu haben und damit dürfen sie alles. Eine bessere Lektion, wie dringend notwendig das ständige Überprüfen der eigenen Ansichten ist, kann es nicht geben. Denn bleibt es aus, verstümmelst du irgendwann den Geist deiner Kinder und merkst es nicht einmal mehr. Die selbe Lektion lässt sich auf die Trennung von Staat und Kirche ausdehnen. - Über Religion kann man nicht diskutieren, wenn sie den absoluten Wahrheitsanspruch vorgibt. (Wieder etwas, was ich in der Bibel nicht finden kann.) Also hat sie nichts in der Politik, ganz besonders nicht in der Bildungspolitik, verloren.

"Ich gehe auf einen Spielplatz zu Kindern, die noch nie was von Christus gehört haben und in Nullkommanichts kann ich sie zum Herrn bringen. Schon bald haben sie Visionen und vernehmen die Stimme Gottes, denn sie sind völlig offen. Sie sind ausgesprochen nützlich für das Christentum [...]"

Ganze 4 Minuten hat die Qualle gebraucht, bis bei mir der Kragen geplatzt ist. Trotzdem hätte ich mit ihr gerne mal eine Bibelstunde. Wir würden Matthäus 7 lesen, Vers 22-23.

"Es werden viele zu mir sagen an jenem Tage: Herr, Herr, haben wir nicht in deinem Namen geweissagt? Haben wir nicht in deinem Namen böse Geister ausgetrieben? Haben wir nicht in deinem Namen viele Wunder getan?
Dann werde ich ihnen bekennen: Ich habe euch noch nie gekannt; weicht von mir, ihr Übeltäter!"

p.S. An das seltsame Comic-Buch von dem einen Mädchen hab ich mich wieder erinnert. Wenn ich mich nicht irre, ist das "Left Behind". Wer die Doku schon erschreckend fand, sollte sich mal die Buchreihe genauer angucken.
(Hier hatte ich das erste Mal was darüber gelesen: http://www.zeit.de/2004/42/Amerika_2fNeiman )

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doctorgonzo

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Bewertung7.5Sehenswert

Ginge es allein um die Botschaft, so würden 10 Punkte wahrscheinlich nicht ausreichen.

Religiöse Hardliner sind eine Gefahr. Ganz gleich, welchem Glauben sie anhängen.
Man kann meinetwegen an alles glauben, woran man möchte, von Gott über Allah bis zu Johnnie Walker und Fußball. Aber wenn man den Bezug zur realen Welt verliert und im Rahmen seiner Verblendung weitere Menschen radikalisiert, dann ist das nicht besser als das, was die Nazis damals angestellt haben.
Und was Lernen wir daraus? Säkularisation kann nie ausgeprägt genug sein!

Aber das lernen wir nicht zwangsläufig aus diesem Film. Dass diese Jesuskasernen auch nicht anders sind als die Lager, in denen man simple und beeinflussbare Gemüter im Nahen Osten darauf vorbereitet, sich an stark frequentierten Orten in die Luft zu jagen, sollte man vorher schon gewußt haben.
"Jesus Camp" zeigt aber, welche Macht solche Wahnsinnigen überall haben, wenn sie gegen Evolution, Abtreibung, Harry Potter, Naturgesetze, die böse Sexualität und den gesunden Menschenverstand allgemein ankämpfen.

Die Idee, das Ganze ohne großen Kommentar zu präsentieren, ist gelungen und auch entlarvend.
Allerdings erinnert das potentiell sinnentstellende Schneiden der Interviews an Michael Moore und unterwandert die Möglichkeiten dieses Filmes.
Und das ist schade, denn wenn man ein solches Thema behandelt, sollte man den Verblendeten dieser Welt keine Ansatzpunkte zum Gegenangriff geben. Es ist nämlich zu wichtig, als dass man diesen Religiös-Militanten irgendein Mittel in die Hand geben darf, sich im Recht zu fühlen.

Das Gezeigte ist trotz aller Formfehler ein Plädoyer für Denken, Säkularisation und Laizismus, aber für mich leider oftmals bedenklich nahe an der oberflächlichen Herangehensweise eines Michael Moore, was dem Film merklich an rationaler Überzeugungskraft nimmt.
Ansehen sollte man sich das aber allemal.

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doctorgonzo

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Naja, das ist Teil des Problems, leider bemerkt eben nicht jeder die bewußt doppelt gemoppelte Bezeichnung, mit der sich einerseits die Gemeinsamkeit und gleichzeitig der Unterschied zwei der großen Buchreligionen präsentiert.


_Garfield

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Toll geschrieben:) und die Kritik ist durchaus angebracht.


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