John Rabe
John Rabe (2009), DE Laufzeit 134 Minuten, FSK 12, Historienfilm, Drama, Kinostart 02.04.2009
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36 Kommentare
Keine
von Florian Gallenberger, mit Ulrich Tukur und Dagmar Manzel
China stand in Flammen, als ein deutscher Kaufmann fern der Heimat zum Helden wider Willen wurde. Als die kaiserliche japanische Armee 1937 China überfällt und mit ungeahnter Brutalität gegen die Zivilbevölkerung er damaligen Hauptstadt Nanking vorgeht, handelt John Rabe. Zusammen mit einer kleinen Gruppe in der Stadt verbliebener internationaler Geschäftsleute, Ärzte und Missionare setzt er unter größter persönlicher Gefahr eine Schutzzone für Zivilisten durch, in der 250.000 Menschen das überleben, was später als “Massaker von Nanking” in die Geschichtsbücher eingehen wird. In Deutschland war John Rabe weitgehend vergessen, als seine Tagebücher vor 10 Jahren wiederentdeckt wurden. Auf Grundlage dieser persönlichen Aufzeichnungen erzählt Drehbuchautor und Regisseur Florian Gallenberger die faszinierende Geschichte John Rabes, des Hamburger Kaufmanns und Leiters der chinesischen Siemens-Niederlassung, der bis heute in China wie ein Heiliger verehrt wird und doch zu Lebzeiten nie für seinen Mut belohnt wurde. Als Rabe nach dem Ende der Massaker nach Deutschland zurückkehrt, wird er von der Gestapo als Kollaborateur der Chinesen verhaftet und stirbt schließlich verarmt und vergessen 1950 in Berlin. – Die New York Times hat Rabe unlängst als den “Schindler Chinas” gefeiert.
Hintergrund & Infos zu John Rabe
Basierend auf den faszinierenden Tagebüchern des „Schindlers von China” hat Oscar-Preisträger Florian Gallenberger die dramatischen Ereignisse nun aufwendig und mit internationalen Darstellern wie Ulrich Tukur, Daniel Brühl, Steve Buscemi und Anne Consigny verfilmt.
John Rabe wurde bei den Bayerischen Filmpreisen 2009 bereits als Bester Film sowie für den Besten Hauptdarsteller ausgezeichnet und feierte im Rahmen der Berlinale seine große Weltpremiere.
Mehr Bilder (24) und Videos (2) zu John Rabe
Cast & Crew
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Florian Gallenberger
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Ulrich Tukur
Fan werden!Du bist Fan! (löschen) John Rabe
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Dagmar Manzel
Fan werden!Du bist Fan! (löschen) Dora Rabe
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Steve Buscemi
Fan werden!Du bist Fan! (löschen) Dr. Robert Wilson
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Daniel Brühl
Fan werden!Du bist Fan! (löschen) Dr. Rosen
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Jingchu Zhang
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Teruyuki Kagawa
Fan werden!Du bist Fan! (löschen) Prinz Asaka
Regie
Schauspieler
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Gottfried John
Fan werden!Du bist Fan! (löschen) Trautmann
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Anne Consigny
Fan werden!Du bist Fan! (löschen) Valérie Duprès
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Fang Yu
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Mathias Herrmann
Fan werden!Du bist Fan! (löschen) Jochen Fließ
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Christian Rodska
Fan werden!Du bist Fan! (löschen) Dr. Lewis Smythe
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Christoph Hagen Dittmann
Fan werden!Du bist Fan! (löschen) Christian Kröger
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Tetta Sugimoto
Fan werden!Du bist Fan! (löschen) Kesago Nakajima
-
Hans-Eckart Eckhardt
Fan werden!Du bist Fan! (löschen) Botschaftsangestellter
-
Ming Li
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Hans Joachim Heist
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Shaun Lawton
Fan werden!Du bist Fan! (löschen) Reverend Maggee
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Florian Gallenberger
- Genre
- Historienfilm, Biopic
- Zeit
- 1930er Jahre, 1940er Jahre, Zweiter Weltkrieg
- Ort
- Berlin, Japan, Militärflugzeug, Militärflugzeug, Volksrepublik China
- Handlung
- Adolf Hitler, Annäherung, Ansprache, Ausländer, Bombardement, Bombe, Bombenalarm, Brief, Chinese, Deutscher, Diabetes, Ehefrau, Ehemann-Ehefrau-Beziehung, Flagge, Freundschaft, Gestapo, Hakenkreuz, Heimkehr, Japaner, Kameradschaft, Kampf auf Leben und Tod, Kriegsverbrechen, Leben und Tod, Lebensretter, Leiche, Massaker, Massenmord, Militarismus, Militär, Männerfreundschaft, NSDAP, Nationalsozialismus, Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei, Nazi, Seelenverwandtschaft, Sicherheit, Soldat, Stützpunkt, Tagebuch, Vergewaltigung, Verhaftung, Verwundete
- Stimmung
- Berührend, Ernst
- Mitmachen
- Wie gut passen diese Schlagworte? Stimm ab und hilf uns sie neu zu gewichten!
Drehbuch
Filmdetails John Rabe
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- John Rabe: critic.de


















Kritiken (10) — Film: John Rabe
Patrick Wurster: www.indiskretion-ehrensache...
Kommentar löschenEr gilt als Oskar Schindler von China. Dort bewahrte der Hamburger Kaufmann John Rabe 1937 rund 250.000 Menschen vor den Bomben der Japaner. Heuer tut "Oscar"-Preisträger Florian Gallenberger, was bislang Amerikanern wie Steven Spielberg oder jüngst Bryan Singer mit "Operation Walküre" vorbehalten blieb: Er bricht mit dem Tabu, einen Nazi in heimischer Produktion als Kriegsheld zu feiern.
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Enk: Mental Savage Enk: Mental Savage
Kommentar löschen[...] Die Dramaturgie ist an einigen Stellen, etwa bei der improvisierten Wahl Rabes zum Stadtverwalter, ein wenig arg hollywoodesk geraten, und gerade am Ende wird nochmal sehr dick aufgetragen, um die Story zu einem Melodram zu verdichten. [...] Die dramaturgische Zuspitzung verhindert leider nicht, dass der Film einige Längen hat, nimmt dem ganzen aber eine Menge Authentizität.
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Christian H.: Kino, TV und Co, Wicked Vis...
Kommentar löschen[...]Was am Ende von „John Rabe“ bleibt, ist ein in der Summe eher durchschnittlicher Film mit leichter Tendenz nach oben. In weiten Teilen zu konventionell inszeniert, krankt er noch dazu an den Vorbehalten, die er sich unnötigerweise selbst auferlegt. Eines jedoch ist gewiss: Es gibt Geschichten, die es unbedingt wert sind, erzählt zu werden. Die Geschichte von John Rabe, vom „guten Deutschen von Nanking“, ist eine davon. Dass dann der Film nicht immer hält, was er verspricht, liegt im Risiko der Sache.
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Jürgen Kiontke: Jungle World, ai-Journal, K...
Kommentar löschenDie Einstellung ist es wert, gezeigt zu werden: Aus ein paar Metallstangen hat der Vertreter der deutschen Elektrohandelskette Siemens in Nanjing, John Rabe, von seinen chinesischen Bediensteten ein Gerüst zusammenbasteln lassen. Das Gebilde soll ein Unterstand werden, nun muß nur noch die Zeltbahn darübergezogen werden. Was würde sich besser eignen als eine riesige Hakenkreuzfahne? Das Symbol fürs Unmenschentum weist gen Himmel, auf daß das japanische Fliegerpersonal, das die Stadt bombardiert, seine Fracht woanders abwerfe. Die Chinesen aber versammeln sich schutzsuchend unter dem Nazibanner.
Und zwar für den ganzen Rest des Films "John Rabe" vom deutschen Oscar-Preisträger Florian Gallenberger. Mann! Nazis, Hakenkreuz! Und nun das schlimme Symbol als Friedenszeichen. Von allen Swastika-Verwendungen im Kino dürfte dies die bislang verrückteste sein, vielleicht mit einer Ausnahme: Das Marketinglogo des Films "American History X" aus dem Jahr 1998…
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Matthias Dell: Der Freitag Matthias Dell: Der Freitag
Kommentar löschenTraurig ist das deutsche Kino, wenn es von Größe und Glanz träumt und seinen sehnsüchtigen Blick immer nur nach Hollywood richtet. Man kann Hollywood für vieles verachten, aber wenn es sich auf etwas versteht, dann ist es die Produktion von Stars und Effekten, von großen Namen und viel Brimborium. Auch das muss man nicht mögen; armseliger als aller Brass ist aber der Versuch, Hollywood zu imitieren mit geringeren Mitteln.
Florian Gallenbergers Film John Rabe ist ein Lehrbeispiel für die Kümmerlichkeit der scheinbar kühnen Ambitionen vom großen deutsches Kino.
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VoodooChild09 2009/10/03 10:59:35
Antwort löschenSehe ich ähnlich. Doch trotzdem hat Tukur (und nur Tukur) mal wieder überzeugt und die Kameraarbeit war auch nicht so schlecht.
Der Redaktör: kino-zeit.de Der Redaktör: kino-zeit.de
Kommentar löschenInszenatorisch ambitioniert und teilweise von erstaunlichem Niveau bei den Massenszenen, sind es vor allem die unangenehm dramatisierende Musik und die Sidekicks der Story, die unangenehm ins Gewicht fallen und dafür sorgen, dass der Film dann doch recht lang und ein wenig ermüdend wirkt. Die Liebesgeschichte zwischen dem Diplomaten Rosen und der Schülerin Langshu (Zhang Jingchu) ist vollkommen unnötig und hätte gut und gerne weggelassen werden können. Dem Film, der mit seinen 130 Minuten zu lang geraten ist, hätte dies mit Sicherheit keinen Abbruch getan – im Gegenteil. So aber verliert der Film immer wieder seinen Protagonisten aus den Augen und ist gefährlich nahe dran, zu einem schablonenhaften Epos zu werden, das zu sehr nach den großen Vorbildern aus den USA schielt. Gut möglich, dass wir demnächst dem Namen Florian Gallenberger wieder auf der Leinwand begegnen – als Regisseur eines Films "made in Hollywood". Der Film jedenfalls wirkt teilweise wie eine Art Bewerrbungsschreiben für die großen Studios.
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Suchsland: FAZ, FR, filmdienst, Berlin... Suchsland: FAZ, FR, filmdienst, Berlin...
Kommentar löschenDa ist sie wieder, diese merkwürdige, fehlgeleitete Idee vom „großen“ Kino, die sich leider immer wieder im gleichen Typus von Historienfilm auslebt - als ob es schon groß wäre, wenn nur genug Statisten auf der Leinwand herumlaufen. Doch in seinen kleinen, ungebrochenen, sauberen Bildern, im Fehlen aller Brüche und Überraschungen ist dies dann doch stilistisch näher an schlechtem Fernsehen als an dem, was man gern auf der Kinoleinwand sähe.
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Dirk Lüneberg: Stadtmagazin [030], film.de...
Kommentar löschenDiese wahre Begebenheit schreit nach einer Verfilmung: Im China der 1930er Jahre leitet der Deutsche John Rabe (Ulrich Tukur) die Siemens-Niederlassung in der damaligen Hauptstadt Nanking. Eigentlich ist er schon längst in seine Heimat zurück beordert, doch als die Stadt von japanischen Bombern angegriffen wird, lässt Rabe spontan die Fabriktore öffnen, um seinen chinesischen Arbeitern Unterschlupf zu gewähren. Als die Japaner Nanking auch auf dem Landwege angreifen, setzt er sich zusammen mit anderen Ausländern dafür ein, eine Sicherheitszone für Zivilisten zu schaffen. Diese ist schnell überfüllt, sodass die Initiatoren Probleme bekommen, die Versorgung der mehreren hunderttausend Flüchtlinge sicher zu stellen und die Schikanen der Japaner abzuwehren. Regisseur Florian Gallenberger merkt man die Bemühtheit an, hier ein aufwändiges und gefälliges Kinoepos schaffen zu wollen. Dabei geht dem deutschen Oscar-Preisträger ein wenig der Sinn fürs Timing und die innere Stimmigkeit verloren, sein Film wirkt austauschbar: Zu brav spult er die durchaus bewegende Geschichte herunter, zu vorhersehbar jagt eine brenzlige Situation die nächste, etwas zu formelhaft böse sind die Japaner geschnitzt. Was sein Werk dann doch noch vor der Durchschnittlichkeit rettet, sind die Schauspieler: Ulrich Tukur ist als Titelheld großartig, US-Star Steve Buscemi darf als zynischer Brite in schwarzen Humor verpacktes Nazi-Bashing betreiben und Dagmar Manzel kann als Rabes Ehefrau ebenfalls feine Akzente setzen. Großes Schauspielkino in einem etwas zu gewollt epischem, letztlich aber doch nicht ganz so großem Kostüm- und Kriegs-Drama.
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Peter Zander: Welt, Berliner Morgenpost Peter Zander: Welt, Berliner Morgenpost
Kommentar löschen"John Rabe" ist großes Ausstattungskino mit stilsicher inszenierten Massenszenen, der ähnlich wie Gallenbergers Indien-Film "Schatten der Zeit" auch vor Gefühlskitsch nicht zurückscheut. Also so ziemlich das Gegenteil, das Anti-Modell zu dem realismusnahen, nicht auf Effekte zielenden Kino. Es spricht für das deutsche Kino, dass es solch unterschiedliche und gleichermaßen starke Ansätze bieten kann.
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G. Jekubzik: Filmtabs G. Jekubzik: Filmtabs
Kommentar löschenWährend die Fachpresse den Kampf um die internationalen Rechte an NS-Vergangenheitsbewältigung diskutiert und sich fragt, ob die „Ausländer“ das auch richtig machen können, führt Oscar-Gewinner Florian Gallenberger (für seinen Kurzfilm „Quiero ser“) ernüchternd der Gegenbeweis: Die Geschichte, des strammen Nazis „John Rabe“ und Siemens-Werksleiters, der 1937 bei dem Überfall der Japaner auf Nanking mithalf, 200.000 Chinesen vor einer brutalen Armee von Übermenschen zu retten, fiel viel zu lang und sehr bedenklich aus. Kann man so einen tapferen, nationalistischen Helden (gespielt von Ulrich Tukur) zeigen, der rettet, während seine Parteigenossen in Deutschland zur gleichen Zeit mit dem gleichen Eifer, Menschen foltern, morden, verfolgen und in Konzentrationslager stecken? Da helfen auch Alibi-Szenen mit Daniel Brühl als Botschaftsangehörigem mit jüdischer Abstammung nicht: So naiv sollte man es auf keinen Fall machen.
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patcharisma 2010/03/15 01:58:48
Antwort löschen"...der rettet, während seine Parteigenossen in Deutschland zur gleichen Zeit mit dem gleichen Eifer, Menschen foltern, morden, verfolgen und in Konzentrationslager stecken?" Kompletter Fehlgriff, das politisch korrekte Argument.
Kommentare (26) — Film: John Rabe
Kommentar schreibenwernik 2012/04/15 16:06:07
Kommentar löschenDass der Film einigermaßen solide unterhält, verdankt er größtenteils den beeindruckenden (und z.T. bedrückenden) Bildern. Ansonsten scheitert der Regisseur wohl an seinen eigenen hohen Ansprüchen, in ein einseitiges Biopic möglichst viele historische Fakten rund um die Geschehnisse von Nanking hineinzupacken. Auf diese Weise wird der Hauptfigur viel zu wenig Platz gelassen, als dass man ein wirklich differenziertes Menschenbild mit all seinen Widersprüchen und Beweggründen, seinen Zweifeln hinsichtlich des Einsatzes in Nanking und insbesondere seine fragwürdige Stellung zu den Nationalsozialisten erhalten würde. Dies wird höchstens ansatzweise in einigen persönlichen Gesprächen (z.B.mit seiner Frau) angedeutet.
SPOILER: Spätestens dann, wenn am Schluss in einem lapidaren Satz auf eine fehlende Entnazifizierung und ein trauriges Ende hingewiesen wird, kommen einem auch ohne Faktenwissen Zweifel hinsichtlich der einseitigen Darstellung - man möchte fast meinen, Rabes Betätigung beschränke sich auf gelegentliche kaffeekränzchenartige Treffen in der Ortsgruppe, wobei sich seine Begeisterung für Hitlergruß und Fahne doch sehr in Grenzen zu halten scheint. Der Hilferuf an den Führer kommt schließlich völlig überraschend. Es drängt sich die Frage auf, wieso Rabe in die Partei eingetreten ist? War es tatsächlich nur reines Zweckdenken, um seinen Job zu sichern, wie man vermuten möchte?
Sieht man „John Rabe“ als Biopic, so hätte man also wohl besser stärker auf den Protagonisten fokussiert und an anderen Stellen, die seine engsten Mitstreiter oder Historisches rund um Nanking betreffen, eingespart. Sie wirken stellenweise ablenkend und im Falle der fotografierenden Schülerin inklusive angedeuteter Lovestory mit dem Botschafter als völlig deplatziert. Vielleicht hätte man allerdings auch auf Kosten einer etwas farblosen Hauptfigur den Kuchen auf alle Mitstreiter gleichmäßig verteilen können, ihr Anteil scheint mir keineswegs geringer als die des „Helden wider Willen“. Insbesondere der Missionar geht im Film völlig unter, selbst wenn er im Komitee stets in vorderster Front mitspielt. Letztendlich wünscht man sich auch mehr über Herrn Fließ, Rabes Nachfolger, zu erfahren. Zu Beginn als möglicher Antagonist groß eingeführt, verschwindet er schließlich fast gänzlich in der Versenkung.
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servo80 2012/03/18 16:27:19
Kommentar löschenMein Name ist Rabe, ich weiß von nichts. Sicher eine Geschichte, die nach einer Verfilmung schreit, und es gab ja wohl auch schon einige, die das Massaker von Nanking thematisierten. Hier ist der Deutsche der Held, und das ist das Problem. Der Schmerz der Betroffenen rückt in den Hintergrund, weil der Deutsche so strahlen muss. Ulrich Tukur ist super, keine Frage, und der Film ist für eine deutsche Produktion recht aufwendig und gut gemacht.
Trotzdem schleppt man sich so durch, weil dieser Oskar Schindler für Arme, der noch an das Gute in den Nazis glaubte, eine flache, allzu nüchterne Figur ist, und das langweilt dann doch mehr, als es bewegt, zumal es fast auf 3 Stunden gestreckt ist.
Sicher kein schlechter Film, aber es bleibt das zwiespältige Gefühl, dass mehr drin gewesen wäre.
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agentjaylee 2012/01/28 23:09:56
Kommentar löschenIch finde gut, dass durch den Film das Massaker "bekannt geworden" ist. Hatte vorher noch nie davon gehört. Außerdem fand ich den Film auch ganz unterhaltsam. Die Kritiker haben Recht, dass Rabes Charakter nicht sehr tiefgründig herausgearbeitet ist und er ziemlich heroisiert wird - für den westlichen Geschmack. In China wird er ja wie ein Heiliger verehrt. Wen dieser Film nicht besonders berührt hat, kann sich ja mal die Gedenkstätte in Nanjing an sehen. ^^
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Framesurfer 2011/11/24 23:30:45
Kommentar löschenGanz dünner Kaffee, als wenn Papa Schlumpf einen vom Krieg erzählt. Wer eine wirklich beeindruckende Darstellung der Ereignisse in Nanking sehen möchte, dem empfehle ich den chinesischen Film City Of Live And Death. Zählt für mich neben Geh und Sieh oder Brotherhood zu dem beindruckensten Filmen über das Thema Krieg.
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wallyschlagmichtot 2012/01/27 21:49:28
Antwort löschenVielen dank für den Tipp!
Filmkenner77 2011/11/05 09:13:02
Kommentar löschen"John Rabe" ist ein überraschend gelungenes, stimmiges, manchmal ein wenig pathetisches Kriegsdrama nach wahren Ereignissen, das weitestgehend mit einer differenzierten Charakterzeichnung aufwarten kann und mit Ulrich Tukur in der Titelrolle sehr gut besetzt ist. Das ZDF sendete eine 172minütige Langfassung des ursprünglich 130minütigen Kinofilms, die der Geschichte insgesamt mehr Tiefe verleiht, aber natürlich auch die eine oder andere Länge beinhaltet. Historisch hält sich der solide inszenierte Film in großen Teilen an die Fakten und beschönigt nichts, auch nicht die Gesinnung von John Rabe als Nationalsozialisten. Natürlich erinnert der Film mehr als deutlich an die ähnlich gelagerte Geschichte von "Schindlers Liste", was jedoch meiner Ansicht nach nicht als negatives Kriterium gewertet werden darf, wenn die Geschichte so überzeugend wie hier umgesetzt wurde. Der Film kann sich trotz seines geringen Budgets mit größeren Hollywoodproduktionen messen lassen, ohne wie bei diesen oft zu sehen, vordergründig auf reine Effekthascherei und ausufernde Action- oder Spannungsmomente zu setzen. Gutes deutsches Erzählkino, nicht überragend, aber insgesamt einen Blick wert.
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russel 2011/11/13 16:38:11
Antwort löschenfür eine deutsche produktion mehr als sehenswert. so fern ich mich zurückerinnere auch ziemlich brutal.
Filmkenner77 2011/11/13 17:06:14
Antwort löschenDass der Film brutal war, daran kann ich mich nicht erinnern. Drastisch in manchen Szenen. Aber bei Filmen, die im Krieg spielen, ist dies ja nicht gänzlich ungewöhnlich.
Selcarnor 2011/11/01 15:53:29
Kommentar löschen>John Rabe< ist ja sowas von ein billiger Abklatsch von >Schindlers Liste<, der auch noch keinerlei Spannung rüberbringt.
1. Optik
Das niedrige Budgeld sieht man durchaus. Es gibt nur wenige Massenszenen und Sets und von der so überbevölkerten Sicherheitszone und der Not dort sieht man nichts. Immerhin sind die Kostüme und die Requesiten gelungen und konnten den Flair der Zeit einigermaßen gut einfangen. Auch die gelegentlichen Bilder mit CGI sind in Ordnung, wenn auch kurz.
2. Musik
Ein sehr minimalistischer Soundtrack, von dem nichts in meinem Kopf geblieben ist. Meistens war eigentlich gar nichts im Hintergrund zu hören.
3. Inhalt
Allein der Zusatztitel >der gute Deutsche< sagt alles. Für mich kam der Film teilweise wirklich so rüber, als ob man von der Nazivergangenheit etwas ablenken wollte und mir persöhnlich war die Hakenkreuzflagge etwas zu oft im Bild.
Ich kann mich hier aber auch nur künstlich aufregen, doch auch sonst hat das Ganze keine sonderlichen Stärken. Die Inzsenierung ist ruckartig und unschön mit sehr vielen Schnitten, die man nicht nachvollziehen kann oder unpassend sind.
Der >Schrecken< von damals wird eher lauwarm rübergebracht und erreicht nie die Dimensionen von >Spielbergs<-Werk oder den Feinfühl von >Das Leben ist schön<. Auch werden mir die Japaner insgesamt als etwas zu bösartig dargestellt. Die angenehmsten Zeitgenossen waren sie sicher nicht, aber ich finde im Film wird schon fast ihr ganzes Volk als Bestien dargestellt.
Was man >John Rabe< auch ankreiden muss ist der zu starke Kitsch, die Fixsierung nur auf ihn und seine Getreuen und nicht auf die Notleidenden und Ungereihmtheiten, wie der chinesische Soldat der irgendwo in der Mitte spurlos verschwindet und dessen Zweck ich immer noch nicht nachvollziehen kann.
Spannungsarm ist es auch noch, sowieso konsequente Überlänge.
4. Inhalt
Man hätte wirklich besser zeigen können, wie John Rabe damals 200.000 Menschen das Leben gerettet hat.
Dieser Film ist ganz ehrlich einfach nur flach und weder stimmungsvoll, noch sehr erschütternd.
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stevenwolff 2011/06/19 15:29:42
Kommentar löschenDieser Film über den "Oskar Schindler Chinas" ist leider wie eine schlechte Kopie von Schindler's Liste.
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Imi DeVito 2011/04/04 01:59:52
Kommentar löschenEin personalisierte Darstellung im Umfeld des Nanging - Massakers, das in Europa und den USA ein bißchen unbekannt blieb, weil man immer davon ausging, dass der erste Weltkrieg erst mit dem Einmarsch Hitlers nach Polen begann. Nangking war eben 2 Jahre vorher- und da hatte der Weltkrieg eben noch nicht begonnen.
Tasächlich war ein Krieg zwischen China und Japan im Gange, dessen Bedeutung vom Westen gar nicht eingeschätzt werden kann.
Interessante Darsetllungen dieses Krieges- und eben dieses speziellen Massakers finden sich eher in Dokumentationen, wie sie z. B. Arte gesendet hat, aber auch in Kinofilmen, die weit über John Rabe hinausgehen:
1. City of Life and Death aus China von Chuan Lu aus 2009, ein SW- Film, was dem Geschehen eine Pseudoauthentizität gibt. Es handelt sich hier NICHT um einen China-Martial-Arts Streifen, sondern um eine handwerklich hervorragenden Film, den ich jedem Interessierten empfehlen will. Eine nahezu europäisch- amreikanische Darstellung mit perfektem Bühnenbild, Kameraführung, Schauspielern,etc. kurzum all dem, was einen wiklich guten Qualitätsfilm ausmacht.
2. Eine Hongkong Produktio: Men behind the Sun Part 4
Von dort bin ich "blutige" Horrorfilme gewohnt und finde sie - wenn man sich für das Genre interessiert - gut gemacht.
Dieser Film erzeugt aber den wahren Horror: Neben einigen erwartungsgemäß blutrünstigen Szenen und einer Beschreibung dessen, was in Nangking stattfand- wobei mann ne weiss, was nun wahr ist und was nicht (Hongkong-Film!) werden am Ende des Filmes Dokumentaraufnahme eingeblendet, die die vorher gesehenen Szenen in einem anderen Licht erblicken lassen.
Dieses Schock- Erlebnis spart sich "John Rabe" aus.
Er erzahlt eine zutiefst verabscheuddungswürdige Geschichte, verleirt sich aber in sauberst "geleckten" Details, die alle schon in anderen Filmen gesehen habe.
Bomberangriffe auf die Bevölkerung und ein Schiff erinnern dann dochnsehr an "Pearl Harbor", den unter einer überdimenmsionalen Hakenkeruzflagge schutzsuchende Belegschaft des Betriebes erinnert an die Landbevölkerung in Bernardo Bertoluccis "1900".
Das Nichtbombardieren des Siemens Geländes in Nangking durch die japanischen Jagdbomber scheint wohl verbürgt: Es gab nicht nur die militärische Verbündung zwischen Japanern und Deutschen, die Verbindung ging weiter: Die Japaner waren für die Deutschen Ehren- Arier, die Deutschen waren für die Japaner Ehren- Japaner. Und die Deutschen kämpften für die Ehre des Führeres, die Japaner für die Ehre des Kaisers.
Und wenn dann Herr Rabe nach Deutschland zurückkehern und seinen Platz im Werk gegen Nazis aufgeben muß, und gleichzeitig mit den Armeeführern Verhandlungen zur Sicherstellung seiner eigenennAngestellten führt und dir dich größtenteils daran halten, dann kommt der Eindruck auf, das auch Nazis und japanische Generäle sich dann an Spielregeln halten- und eben nicht die Arschlöcher sind, als die sie sich gebärden.
Vielleicht ist der Film eine Parabel auf die moderne Gesellschaft: Die Regierung schützt die Banken und AKW- Betreiber, diese wiederum schützen ihre Angestellten. Und das Volk soll bluten....
Man darf nicht vergessen: Es war ein Völkermord. Als "normaler" Mensch könnte ich mir vorstellen, ein Land zu besetzen, die Einwohner zu versklaven und aus der Ausnutzung ihrer Arbeit viel Geld zu verdienen. Aber die Leute einfach umzubringen- ohne Sinn und Verstand?
Ich halte den Film für sehenswert, weil er viele Denkanstöße bringt. Er erreicht aber bei weitem nicht das Niveau von "Katyn" von A. Wajda oder "Darfur" von U. Boldt.
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Nayuma 2011/01/29 09:37:11
Kommentar löschenZunächst möchte ich mich den Kommentaren meiner Vorschreiber anschließen: ähnlich wie Schindlers Liste. Extrem erschüttternd und schade, dass man nie vorher was von John Rabe gehört/-lesen/-sehen hat. War höchste Zeit! Im Nachhinein betrachtet ein wirklich grausamer Film. Also die japanische Kriegsführung ist für so ein kleines Land echt ganz schön heftig und das CHina für so ein großes Land keine vernünftige Armee hatte ist merkwürdig. Der Film geht mit dem Thema sehr gut um, mal einfühlsam, dann die nackte Realität, nachdenkliche Momente und eben auch sehr zwiespältig. Trotz Naziregime und trotz Krieg ist damals eine Gruppe entstanden, wo trotz Idiologie und Herkunft der Zusammenhalt geklappt hat, ein wichtiges Statement in der heutigen Zeit. Letzter Satz: Ich habe Steve Buscemi noch nie in einer besseren Rolle als dieser gesehen und scheiße sieht der Schauspieler dem Originalen John Rabe ähnlich. Sehr guter Cast!
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Nutella?!! 2010/11/16 17:16:32
Kommentar löschenFuer mich -Steve Buscemis bisher beste Rolle.
(ausfuehrlichen Eindruck und Bewertungsrechtfertigung zum Film spare ich mir jetzt mal.. )
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JackoXL 2010/10/17 13:05:57
Kommentar löschenIn den letzten Jahren wird man im deutschen Fernsehprogramm ja in einer Tour mit 2.Weltkriegsdokus zugeschmissen, aber warum musste ich erst diesen Film sehen, um den Namen John Rabe zum ersten Mal zu hören? Das wäre doch mal interessanter Stoff für eine Doku, nicht "Hitlers Helfer", "Hitlers Hündchen", "Hitlers Hündchen ihre Häufchen" usw...
Eine fesselnde und tragische Geschichte wird hier sehr gut in Szene gesetzt, die Inszenierung braucht sich hinter kostspieligeren US-Produktionen nicht zu verstecken. Bei der Dramaturgie wird manchmal etwas dick aufgetragen, dafür hat der Film aber auch genug starke und sehr eindringliche Szenen, die hängen bleiben. Starke Cast, wobei der sonst tolle Daniel Brühl etwas blaß wirkt. Dafür überzeugen Ulrich Thukur & Steve Buscemi voll. Beides Darsteller, den man öfter solche Rollen wünschen würde, besonders Buscemi wird ja viel zu oft nur als schräger Sidekick verwendet, der kann mehr.
Sehr sehenswerte deutsche Produktion, endlich mal ein 2.Weltkriegsfilm, der auch mal das Geschehen am anderen Ende der Welt beleuchtet. Wie Berlin kaputt gegangen ist und was der Führer so gerne zum Frühstück gegessen hat wurde uns ja schon mehr als einmal aufgedrängt.
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Kill_Diether 2010/09/24 16:31:32
Kommentar löschenSchwer nachvollziehbar und traurig ist, wie's mit
John Rabe zu Ende ging. Daher war es bitter nötig,
diesem verkannten Mann im Nachhinein ein Denkmal
zu setzen.
Die Umsetzung halte ich auch für recht gelungen.
Vor allem Ulrich Tukur und Steve Buscemi sind treffend
besetzt; die anderen sind auch passend.
Wichtiger, guter Film, mit kleinen, verzeihbaren Schwächen!
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stuforcedyou 2010/07/01 14:12:02
Kommentar löschenDie internationale Produktion kleckert nicht sondern klotzt. Alles was hier gezeigt wird, ist von absoluter Genauigkeit, oder gibt es zumindest vor. Aber so verliert die wahre und höchst emotionale Geschichte rund um den deutschen Nationalsozialisten, der 200.000 chinesischen Zivilisten das Leben rettete, ihre persönliche Note.
Alles wirkt viel zu unterkühlt. Die Mechanismen des Films um beim Zuschauer Unbehagen, Mitgefühl, Trauer und ähnliche Empfindungen zu erzeugen sind zu offensichtlich und der Film ist neben seinen emotionalen Szenen meisten viel zu nüchtern. Der Ausbruch aus diesem eng anliegenden Korsett gelingt "John Rabe" nur ein paar Mal.
Wenn sich Rabe von seiner Frau am Hafen verabschiedet oder Dr. Wilson die erste Sitzung des Komitees unterbricht, dann durchfährt die Inszenierung ein vitaler, ein aufrüttelnder Wind, der von der Kälte der präzisen Inszenierung aber schnell wieder verscheucht wird.
So bleibt von "John Rabe" am Ende nur eine Szene wirklich hängen, die Szene die im Feuilltione hektisch diskutiert wurde: Rabe rettet hunderte von Zivilisten vorm Luftangriff der Japaner indem er sie unter einer riesigen Naziflagge versteckt. Ein naives, ein großes, ein zwiespältiges Bild. Aber ein wenigstens ein Bild mit Persönlichkeit.
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patcharisma 2010/03/14 22:01:10
Kommentar löschenEs ist ein ehrwürdiges Unterfangen, dem vergessenen "Schindler" von Nankung einen Film zu widmen und ein unbekanntes Kapitel deutscher Geschichte ins Bewusstsein zurückzubringen (das auf des True-Helden John Rabe's 60 Jahre verschollenen Tagebüchern basiert). Dem Mann da weiter oben "professionell" vorzuwerfen, er sei ja selbst "ein mitschuldiger Nazi" ist wieder so komplett daneben gegriffen (es war 1937 und Rabe war Chef von Siemens im weit entfernten China). Trotz all dem Respekt, den ich hier dem Projekt zolle, muss ich leider sagen, dass die Umsetzung meiner Meinung nach komplett missraten ist. Die eintönige Dramaturgie schleppt sich so unbeholfen zwischen Rückschlägen und Hoffnungskitsch dahin, so dass der Film niemals packend oder annähernd spannend ist, sondern sich unter Rührseligkeiten, Plattheiten und ewigen Längen begräbt. Die Dialoge sind auf Soap Opera-Niveau und die dröhnende Pathetik-Musik macht einem fertig. Das Schauspiel wirkt oft aufgezwungen, vor allem Anne Consigny als französische Oberlehrerin des "guten Gewissens" ist kaum zu ertragen. Buschemi nimmt man den aufgesetzten Sarkasmus nicht ab und Daniel Brühl ist wie immer nur Brühl. Am besten war noch Ulrich Tukur in der Titelrolle, aber auch sein Part will wegen der schludrigen Dramaturgie nicht wirklich emotional berühren. Als Plus gebe ich hier, dass der Film viersprachig ist - das ist eine Feinheit, die etwas Glaubwürdigkeit schafft.
Fazit: Zwei Stunden, die nicht vorüber gehen wollen. Schade für die bestimmt gut gemeinten Ambitionen der Beteiligten, die wahrscheinlich auch - bei nüchternen Betrachtungsweise - darauf abzielten, ein "echtes Meisterwerk" (Hüllentext) zu schaffen, was aber in der Umsetzung gründlich misslang. Leider!
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*frenzy_punk<3 2010/02/15 22:45:35
Kommentar löschendiesmal hat es florian gallenberger gewagt, einen weiteren kriegshelden herauszupicken und dessen leben in ein filmepos zu packen. "john rabe" ist durchaus gelungen, doch vieles im film war zu vorhersehbar, vieles zu gewöhnlich. die schauspieler waren hervorragend, vor allem ulrich tukur und auch daniel brühl konnten überzeugen. der film hat tiefgang, die gewisse dramatik und auch schockierende momente verleihem dem streifen alles, was ein kriegsdrama benötigt. leider war auch einiges zu sehr an spielbergs "schindlers liste" angelehnt, trotzdem ist der film sehenswert.
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BAD ONI0N 2010/01/20 19:05:16
Kommentar löschenJohn Rabe. Dieser Name steht für ein - in Deutschland - vergessenes Stück deutscher Geschichte. In China verehrt, im Nachkriegsdeutschland nicht beachtet ist dieser Mann langsam aber sicher kaputt gegangen. Im Film selbst geht es aber um seine Zeit in Nanking, in welcher er tausende Chinesen vor dem Sicheren Tod durch die Japaner rettete. Irgendwann stellt sich Rabe dem Druck der Anderen und ergreift Partei für seine ehemals Untergebenen Arbeitsbienen, welche er zuvor nie als ebenbürtige Menschen sondern eben vielmehr als dümmliche Arbeitstiere ansah. Die Geschichte ist ganz interessant, mehr aber nicht. Wenigstens ist sie ehrlich und versucht nicht ein heroisiertes Bild John Rabes zu produzieren. Spannung kommt allerdings selten auf. Auch ohne die Geschichte im Vorhinein zu kennen ist sie oft zu vorhersehbar.
6 von 10 Schiffsunglücken
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maslobojew 2009/12/22 08:18:10
Kommentar löschenPunktuell leider viel zu pathetisch, wodurch sich der Film seiner Glaubwürdigkeit selbst stark beraubt - immerhin soll es hier auch um historische Tatsachen gehen. Ich finde, da muss sich ein Film schon entscheiden und in diesem Falle die melodramatische Seite wesentliche dosierter und besser getimet einfangen.
Im Kern sind die Ereignisse natürlich sehr interessant, das ist aber eben kein Verdienst des Films, sondern einfach der Verlauf der Geschichte.
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Kubrick_obscura 2009/05/24 19:35:15
Kommentar löschen"John Rabe" ist ein pathetisches und oft spannungsarmes Film-Monument, dass sich ärgerlicherweise für eine Doku hält und das mit Archiv-Aufnahmen vorzutäuschen versucht, aber sich nur auf dem Niveau einer Doku-Soap bewegt, was den schrecklichen Einsatz von Musik und der dazugehörigen Manipulation des Zuschauers angeht.
Am schlimmsten ist vielleicht, dass der Film seine kostbaren Figuren so verheizt. John Rabe kommt da noch am besten weg, was man bei dem Titel des Films auch erwarten darf. Die Figuren bleiben überwiegend flach und lassen keinen Platz für Differenzierungen. Dass es dann doch mal passiert, dass Dagmar Manzel einen rührt oder Steve Buscemi amüsiert und einem diese dicke aufgetragene Schwere erleichtern, gehört zu den glücklichen Momenten dieser Produktion.
Den Rest des ganzen kannste ins Skat drücken. Auch, dass der Film so mies synchronisiert ist, erschütterte mich.
Naja, wenigstens weiß man wer John Rabe war und was er (dramaturgisch gerafft) so alles geleistet hat, aber Kino als animiertes Geschichtsbuch? Steh ich nich so drauf!
Bei diesem deutschen Groß-Kino was immer so gierig nach Hollywood gafft, stört mich allerdings am meisten, dass die Vorbilder immer noch um Längen besser sind. Klar, Schindlers Liste hat seine Schwächen, aber erzählt über seine Figuren, nicht über große Komparsenaufmärsche.
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stalker 2012/04/03 07:59:42
Antwort löschenLetzter Satz trifft es so genau.
Stefan Ishii 2009/04/27 09:24:19
Kommentar löschenEin ganz passabler, wenn auch etwas naiver Film. Die Handlung empfinde ich insgesamt als interessant, spannend und bedeutend. Es ist auch mal etwas anderes, einen Film aus Deutschland von einem Deutschen über einen Deutschen zu sehen, der eben mal nicht in Deutschland spielt. Es ist sehr gut, eine solche Geschichte auf eine "deutsche Art und Weise" darzustellen. Ich mag diesen Stil, auch wenn er etwas naiv ist. Wenn dies ein amerikanischer Film geworden wäre: Auweia...
Die Darsteller waren ziemlich gut. Leider haben mich die ständigen Synchronisationen gestört. Es ist schon sehr merkwürdig, ständig Deutsch zu hören, obwohl da Chinesen, Japaner, Engländer und Franzosen reden. Besonders bei den Japanern und Steve Buscemi (der noch nichtmal seine Stamm-Synchrostimme hat) ist das schon etwas nervig. Ich hätte den Film lieber mit den tatsächlichen Sprachen plus Untertiteln gesehen. Dann wäre alles realistischer gewesen.
Fazit: Ich gebe dem Film eine gute Bewertung, weil ich die zugrundeliegende Handlung als sehr interssant und wichtig erachte. Über gewisse Mängel in der Umsetzung sehe ich einmal hinweg...
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Thomas479 2009/04/23 23:12:19
Kommentar löschenEine ziemlich unbekannte Geschichte, die hier für die Leinwand umgesetzt wurde.
Der Film ist auf jeden Fall sehenswert und beeindruckend, wenn auch nicht jede Eintsellung und jeder Dialog überzeugt. Ulrich Tukur spielt John Raabe grandios. Er trägt zusammen mit Steve Buscemi den Film. Die Story wird brav erzählt, überraschende Wendungen oder dramaturgische Finessen gibt es keine. Dennoch wirkt der Film deshalb nicht langweilig. Die Geschichte zieht einen in den Bann.
Ich war überrascht, das der Film ab 12 Jahren freigegeben ist und das Kinder ab 6 Jahren in Begleitung eines Elternteils rein dürfen. "John Rabe" hat einige äußert brutale Szenen. Ein Höhepunkt ist sicherlich die "Enthauptungswette". Auch die Hinrichtungen wurden teilweise sehr deutlich gezeigt. Dabei wurde ich das Gefühl nicht los, das dadurch die Intensität erhöht werden sollte.
Der Film wirkt manchmal etwas pathetisch und sicherlich hätte er auch etwas gestrafft werden können. Da wurde dann etwas viel in Hollywood abgeschaut. Dennoch haben wir es hier mit einer gelungen deutschen Produktion zu tun, die internationalen Maßstäben durchaus gerecht wird.
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