John Rabe - Kritik

DE 2009
Laufzeit 134 Minuten, FSK 12, Historienfilm, Drama, Kinostart 02.04.2009

Kritiken (10) — Film: John Rabe

Patrick Wurster: www.indiskretion-ehrensache...

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5.5Geht so

Er gilt als Oskar Schindler von China. Dort bewahrte der Hamburger Kaufmann John Rabe 1937 rund 250.000 Menschen vor den Bomben der Japaner. Heuer tut "Oscar"-Preisträger Florian Gallenberger, was bislang Amerikanern wie Steven Spielberg oder jüngst Bryan Singer mit "Operation Walküre" vorbehalten blieb: Er bricht mit dem Tabu, einen Nazi in heimischer Produktion als Kriegsheld zu feiern.

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Enk: Mental Savage Enk: Mental Savage

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5.0Geht so

[...] Die Dramaturgie ist an einigen Stellen, etwa bei der improvisierten Wahl Rabes zum Stadtverwalter, ein wenig arg hollywoodesk geraten, und gerade am Ende wird nochmal sehr dick aufgetragen, um die Story zu einem Melodram zu verdichten. [...] Die dramaturgische Zuspitzung verhindert leider nicht, dass der Film einige Längen hat, nimmt dem ganzen aber eine Menge Authentizität.

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Christian H.: Kino, TV und Co, Wicked Vis...

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6.0Ganz gut

[...]Was am Ende von „John Rabe“ bleibt, ist ein in der Summe eher durchschnittlicher Film mit leichter Tendenz nach oben. In weiten Teilen zu konventionell inszeniert, krankt er noch dazu an den Vorbehalten, die er sich unnötigerweise selbst auferlegt. Eines jedoch ist gewiss: Es gibt Geschichten, die es unbedingt wert sind, erzählt zu werden. Die Geschichte von John Rabe, vom „guten Deutschen von Nanking“, ist eine davon. Dass dann der Film nicht immer hält, was er verspricht, liegt im Risiko der Sache.

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Jürgen Kiontke: Jungle World, ai-Journal, K...

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5.0Geht so

Die Einstellung ist es wert, gezeigt zu werden: Aus ein paar Metallstangen hat der Vertreter der deutschen Elektrohandelskette Siemens in Nanjing, John Rabe, von seinen chinesischen Bediensteten ein Gerüst zusammenbasteln lassen. Das Gebilde soll ein Unterstand werden, nun muß nur noch die Zeltbahn darübergezogen werden. Was würde sich besser eignen als eine riesige Hakenkreuzfahne? Das Symbol fürs Unmenschentum weist gen Himmel, auf daß das japanische Fliegerpersonal, das die Stadt bombardiert, seine Fracht woanders abwerfe. Die Chinesen aber versammeln sich schutzsuchend unter dem Nazibanner.
Und zwar für den ganzen Rest des Films "John Rabe" vom deutschen Oscar-Preisträger Florian Gallenberger. Mann! Nazis, Hakenkreuz! Und nun das schlimme Symbol als Friedenszeichen. Von allen Swastika-Verwendungen im Kino dürfte dies die bislang verrückteste sein, vielleicht mit einer Ausnahme: Das Marketinglogo des Films "American History X" aus dem Jahr 1998…

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Matthias Dell: Der Freitag Matthias Dell: Der Freitag

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1.5Ärgerlich

Traurig ist das deutsche Kino, wenn es von Größe und Glanz träumt und seinen sehnsüchtigen Blick immer nur nach Hollywood richtet. Man kann Hollywood für vieles verachten, aber wenn es sich auf etwas versteht, dann ist es die Produktion von Stars und Effekten, von großen Namen und viel Brimborium. Auch das muss man nicht mögen; armseliger als aller Brass ist aber der Versuch, Hollywood zu imitieren mit geringeren Mitteln.
Florian Gallenbergers Film John Rabe ist ein Lehrbeispiel für die Kümmerlichkeit der scheinbar kühnen Ambitionen vom großen deutsches Kino.

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VoodooChild09

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Sehe ich ähnlich. Doch trotzdem hat Tukur (und nur Tukur) mal wieder überzeugt und die Kameraarbeit war auch nicht so schlecht.


Der Redaktör: kino-zeit.de Der Redaktör: kino-zeit.de

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7.0Sehenswert

Inszenatorisch ambitioniert und teilweise von erstaunlichem Niveau bei den Massenszenen, sind es vor allem die unangenehm dramatisierende Musik und die Sidekicks der Story, die unangenehm ins Gewicht fallen und dafür sorgen, dass der Film dann doch recht lang und ein wenig ermüdend wirkt. Die Liebesgeschichte zwischen dem Diplomaten Rosen und der Schülerin Langshu (Zhang Jingchu) ist vollkommen unnötig und hätte gut und gerne weggelassen werden können. Dem Film, der mit seinen 130 Minuten zu lang geraten ist, hätte dies mit Sicherheit keinen Abbruch getan – im Gegenteil. So aber verliert der Film immer wieder seinen Protagonisten aus den Augen und ist gefährlich nahe dran, zu einem schablonenhaften Epos zu werden, das zu sehr nach den großen Vorbildern aus den USA schielt. Gut möglich, dass wir demnächst dem Namen Florian Gallenberger wieder auf der Leinwand begegnen – als Regisseur eines Films "made in Hollywood". Der Film jedenfalls wirkt teilweise wie eine Art Bewerrbungsschreiben für die großen Studios.

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Suchsland: FAZ, FR, filmdienst, Berlin... Suchsland: FAZ, FR, filmdienst, Berlin...

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4.5Uninteressant

Da ist sie wieder, diese merkwürdige, fehlgeleitete Idee vom „großen“ Kino, die sich leider immer wieder im gleichen Typus von Historienfilm auslebt - als ob es schon groß wäre, wenn nur genug Statisten auf der Leinwand herumlaufen. Doch in seinen kleinen, ungebrochenen, sauberen Bildern, im Fehlen aller Brüche und Überraschungen ist dies dann doch stilistisch näher an schlechtem Fernsehen als an dem, was man gern auf der Kinoleinwand sähe.

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Dirk Lüneberg: Stadtmagazin [030], film.de...

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6.0Ganz gut

Diese wahre Begebenheit schreit nach einer Verfilmung: Im China der 1930er Jahre leitet der Deutsche John Rabe (Ulrich Tukur) die Siemens-Niederlassung in der damaligen Hauptstadt Nanking. Eigentlich ist er schon längst in seine Heimat zurück beordert, doch als die Stadt von japanischen Bombern angegriffen wird, lässt Rabe spontan die Fabriktore öffnen, um seinen chinesischen Arbeitern Unterschlupf zu gewähren. Als die Japaner Nanking auch auf dem Landwege angreifen, setzt er sich zusammen mit anderen Ausländern dafür ein, eine Sicherheitszone für Zivilisten zu schaffen. Diese ist schnell überfüllt, sodass die Initiatoren Probleme bekommen, die Versorgung der mehreren hunderttausend Flüchtlinge sicher zu stellen und die Schikanen der Japaner abzuwehren. Regisseur Florian Gallenberger merkt man die Bemühtheit an, hier ein aufwändiges und gefälliges Kinoepos schaffen zu wollen. Dabei geht dem deutschen Oscar-Preisträger ein wenig der Sinn fürs Timing und die innere Stimmigkeit verloren, sein Film wirkt austauschbar: Zu brav spult er die durchaus bewegende Geschichte herunter, zu vorhersehbar jagt eine brenzlige Situation die nächste, etwas zu formelhaft böse sind die Japaner geschnitzt. Was sein Werk dann doch noch vor der Durchschnittlichkeit rettet, sind die Schauspieler: Ulrich Tukur ist als Titelheld großartig, US-Star Steve Buscemi darf als zynischer Brite in schwarzen Humor verpacktes Nazi-Bashing betreiben und Dagmar Manzel kann als Rabes Ehefrau ebenfalls feine Akzente setzen. Großes Schauspielkino in einem etwas zu gewollt epischem, letztlich aber doch nicht ganz so großem Kostüm- und Kriegs-Drama.

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Peter Zander: Welt, Berliner Morgenpost Peter Zander: Welt, Berliner Morgenpost

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7.5Sehenswert

"John Rabe" ist großes Ausstattungskino mit stilsicher inszenierten Massenszenen, der ähnlich wie Gallenbergers Indien-Film "Schatten der Zeit" auch vor Gefühlskitsch nicht zurückscheut. Also so ziemlich das Gegenteil, das Anti-Modell zu dem realismusnahen, nicht auf Effekte zielenden Kino. Es spricht für das deutsche Kino, dass es solch unterschiedliche und gleichermaßen starke Ansätze bieten kann.

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G. Jekubzik: Filmtabs G. Jekubzik: Filmtabs

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3.0Schwach

Während die Fachpresse den Kampf um die internationalen Rechte an NS-Vergangenheitsbewältigung diskutiert und sich fragt, ob die „Ausländer“ das auch richtig machen können, führt Oscar-Gewinner Florian Gallenberger (für seinen Kurzfilm „Quiero ser“) ernüchternd der Gegenbeweis: Die Geschichte, des strammen Nazis „John Rabe“ und Siemens-Werksleiters, der 1937 bei dem Überfall der Japaner auf Nanking mithalf, 200.000 Chinesen vor einer brutalen Armee von Übermenschen zu retten, fiel viel zu lang und sehr bedenklich aus. Kann man so einen tapferen, nationalistischen Helden (gespielt von Ulrich Tukur) zeigen, der rettet, während seine Parteigenossen in Deutschland zur gleichen Zeit mit dem gleichen Eifer, Menschen foltern, morden, verfolgen und in Konzentrationslager stecken? Da helfen auch Alibi-Szenen mit Daniel Brühl als Botschaftsangehörigem mit jüdischer Abstammung nicht: So naiv sollte man es auf keinen Fall machen.

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patcharisma

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"...der rettet, während seine Parteigenossen in Deutschland zur gleichen Zeit mit dem gleichen Eifer, Menschen foltern, morden, verfolgen und in Konzentrationslager stecken?" Kompletter Fehlgriff, das politisch korrekte Argument.



Kommentare (26) — Film: John Rabe

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agentjaylee

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Bewertung7.5Sehenswert

Ich finde gut, dass durch den Film das Massaker "bekannt geworden" ist. Hatte vorher noch nie davon gehört. Außerdem fand ich den Film auch ganz unterhaltsam. Die Kritiker haben Recht, dass Rabes Charakter nicht sehr tiefgründig herausgearbeitet ist und er ziemlich heroisiert wird - für den westlichen Geschmack. In China wird er ja wie ein Heiliger verehrt. Wen dieser Film nicht besonders berührt hat, kann sich ja mal die Gedenkstätte in Nanjing an sehen. ^^

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blockbusterandmore

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Bewertung6.0Ganz gut

"To the Führer of the German people. Chancellor Adolf Hitler. My Führer. As a loyal party member and upstanding German. I turn to you in a time of great need. The Japanese Imperial troops conquered the city of Nanking on December 12, 1937. Since then I have witnessed atrocious crimes against civilians. Please help to end this catastrophe and make an appeal to our Japanese allies in the name of humanity. With a German salute." -

Im Falle der Inszenierung von Filmen im "Historiengenre" ist auch die deutsche Filmlandschaft bemüht, dem Betrachter stets authentische, komplexe, spannende und historisch akkurate Beiträge zu bieten... Denn wer spätestens seit "Gladiator" von Ridley Scott (aus dem Jahre 2000) den Trend nicht kennt, hat den Fortgang der restlichen Filmwelt verpennt...
Also verpflichtete man mit Regisseur Florian Gallenberger einen weiteren Teil der Creme de la Creme der deutschen Filmszene, um mit dem "Schindlers Liste" verdächtig ähnlichen "John Rabe" glänzen zu können... Und auch wenn Hollywood momentan nicht seine besten Glanzzeiten erlebt, ist die deutsche Filmlandschaft der amerikanischen qualitativ mal wieder deutlich unterlegen, wie "John Rabe" eindrucksvoll unter Beweis stellt... Und Florian Gallenberger ist nun mal kein zweiter Steven Spielberg...Trotz seines "Oscar" Gewinns in der Vergangenheit...

Dabei möchte man von Beginn an gleich eindrucksvoll untermauern, mit welcher Sorte an Film man es als Betrachter zu tun bekommt... Rein vom technischen Standpunkt her kann man Florian Gallenbergers Film qualitativ keinen Vorwurf machen, Mit einem enormen Produktionsaufwand entwarf man authentische Sets / wählte passende Locations. Man schaute sich also unübersehbar an, wohin der Hase seit einem gewissem Zeitraum im "Historien- und Drama Genre" auch auf optischer Ebene läuft... Kameramann Jürgen Jürges gelingen die passenden, breiten Bilder von hoher Qualität, Soviel zur B-Note / Kür. Aber wenn es um die A-Note / die Pflicht geht, knickt man mit "John Rabe"inszenatorisch relativ leicht ein...

Gerne wäre man bereit dazu, über Florian Gallenbergers typisch deutsche, verkopfte und steife Inszenierung hinwegzusehen, wenn man mit "John Rabe" das für den Betrachter an historischer Akkuratesse einlösen würde, was man vollmundig ankündigte und im Vorfeld versprach (hätte Florian Gallenberger sich mal einiges bei Steven Spielberg in Punkto Inszenierung abgeschaut). Steven Spielberg und die zuständigen Scriptwriter machten in Schindlers Liste etwas ganz wichtiges genau richtig: ihr Oskar Schindler war ein Held wider Willen, ein findiger Geschäftsmann, der über weite Strecken, auch gemessen an der Historie, kein Interesse daran hatte, einer unglaublichen Anzahl von Menschen das Leben zu retten / bzw. ein Volk vor der Ausrottung zu bewahren... Erst am Schluss wurden Oskar Schindler moralisch die Augen geöffnet... Was Florian Gallenberger als Regisseur und Autor mit der Filmfigur "John Rabe" jedoch schafft, stößt einem hingegen übel auf... John Rabe (solide: Ulrich Tukur) wird so schnell zu einem Gutmenschen / Lebensretter / mutigen Helden hochstilisiert, bis man nicht einmal bis 5 richtig zu Ende gezählt hat und alle chinesischen Landsleute wie die Hasen in die Katakomben geraten und verschwunden sind. Wenn man es genau nimmt, genügen solche eindimensionalen Charakterzeichnungen wie die von dem wichtigsten Protagonisten heutzutage nicht einmal mehr dem Mittelmaß. Hätten Ulrich Tukur in "John Rabe" ebenso wie der restliche Cast wie Daniel Brühl z.B. kein akzeptables Spiel gezeigt, dann wäre "John Rabe" zu einer "richtigen inszenatorischen" Katastrophe, nebst Inkohärenz dank hakeliger Szenenübergänge, geraten... "John Rabe" kann nur da teilweise überzeugen, wo man es eher am wenigsten erwartet, wirkt zu keiner Zeit "rund" inszeniert, gerade die nicht deutschen Darsteller liefern die überzeugenste schauspielerische Leistung aller Beteiligten ab...

"Congratulations, Major. You'll make an excellent commander one day. But I ask myself, why is it that I give orders not to take prisoners, and you arrive with thousands?"
"Please forgive me."
"Your Highness."
"I didn't ask you to speak!"
"So, Major. What do you propose?"
"Your Highness. It would be extremely difficult to execute that many prisoners.".
"Is that so?"

Gewöhnungsbedürftig ist auch die deutsche Synchronisation geraten. Insgeheim freut sich sehr über den Gastauftrit von Steve Buscemi, welcher seiner charakterlich platten, plakativen Figur Dr. Wilson, trotz nervendem Zynismus, noch einige interessante Facetten abgewinnen kann...Trotzdem bleibt angesichts seiner furchtbaren deutschen Synchrostimme (man weiß intuitiv, von wem sie stammt, Licht aus, Spot an, oder?) ein übler Nachgeschmack... Des weiteren ist es, wie Ridley Scott mit "Gladiator" und S.Spielberg mit "Schindlers Liste" einst bewiesen haben, relativ fahrlässig, dem Betrachter von Anfang an das Gefühl zu vemitteln, er bekommt schon in Anbetracht der "Opening Credits" des Filmes eine "trockene" Geschichtsstunde serviert, welche immer höchst akkurat den Umgang mit ihren historischen Daten pflegt und bei jeder passender Gelegenheit zur Schau stellen muß... Als ob man in Punkto Inszenierung Angst davor hat etwas falsch zu machen. "John Rabe" kommt nicht leichtfüssig, sondern relativ verkrampft daher. Man kann historische Tatsachen als Eckdaten festlegen, aber viel wichiger ist es, den Betrachter von Anfang an so in die eigene Erzählung eintauchen zu lassen, so das er gar nicht merkt, dass er ein historisches Stück Film serviert bekommt. Um zu überzeugen und ans gesehene zu fesseln, braucht es die richtige Mischung aus Entertainment, politischem, "unterschwelligem Subtext", Emotionalität, Dramatik und Spannung... Und genau in den letzten 3 Punkten enttäuscht "John Rabe" auf ganzer Linie... "John Rabe"" wirkt zu jederzeit unterkühlt und eher wie eine stoische und gelassene Geschichts Dokumentation zur Prime Time auf N24 und Konsorten (nicht das man diese an der Stelle schlecht reden möchte), welche einem das Gefühl vermittelt, etwas ganz ganz wichtiges und anspruchsvolles zu sehen... Vorteil der Prime Time und N24: hinterher ist man meistens nach Betrachtung gewisser thematischer Inhalte einen Tick schlauer, bei John Rabe hingegen kann dies nicht funktionieren... Man erinnere sich an die Intention, "John Rabe" historisch akkurat in Punkto Inszenierung erscheinen zu lassen, das kann aber nicht funktionieren, da vielerlei Details des Filmes historisch verfälscht wurden... Zudem ist der Score auch sehr aufdringlich / pathetisch, völlig unpassend geraten...
"John Rabe" ist ein Musterbeispiel dafür, wie man bei der Inszenierung eines historischen Filmes in den wichtigsten Aspekten vollkommen verheben und einen Film teilweise in Schieflage geraten lassen kann... Von Regie führen in Perfektion ist Florian Gallenberg in Anbetracht seiner Ansprüche deutlich entfernt...

Fazit: Nach Gewichtung aller Vor- und Nachteile von "John Rabe" kann man nur zu dem Schluss kommen, das man es mit einem sehr durchschnittlichen Beitrag zum Historiengenre zu tun hat... "John Rabe" kommt zu keiner Zeit richtig in Fahrt und bremst sich schon von Anfang an mit seiner relativ vohersehbaren, gewollt heldenhaften Geschichte und dem faden Script selbst aus... Der deutsche Film gelangt wieder sehr schnell an die eigenen Grenzen... Und bleibt im grauen Mittelmaß stecken... Wie immer...
Die gesteckten Ziele sind zumindest mit "John Rabe" als Film nie und nimmer zu erreichen... John Rabe wird man Gott sei Dank als echte Figur genau wie Oskar Schindler kaum vergessen können, den Film dagegen schon.. Und mittlerweile ist es auch mit der Anzahl an typisch deutschen Beiträgen zum internationalen Film wie kritischer Aufarbeitung des Nationalsozialismus, der Ost/West Thematik, sonstigen Dramenschaften und tieffliegenden Komödien / Parodien echt genug... Können wir Deutsche uns auch mal bitte international innovativ statt "zu" konservativ in Punkto Filmlandschaft/Inszenierung präsentieren?

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Framesurfer

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Bewertung3.5Schwach

Ganz dünner Kaffee, als wenn Papa Schlumpf einen vom Krieg erzählt. Wer eine wirklich beeindruckende Darstellung der Ereignisse in Nanking sehen möchte, dem empfehle ich den chinesischen Film City Of Live And Death. Zählt für mich neben Geh und Sieh oder Brotherhood zu dem beindruckensten Filmen über das Thema Krieg.

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wallyschlagmichtot

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Vielen dank für den Tipp!


Filmkenner77

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Bewertung6.5Ganz gut

"John Rabe" ist ein überraschend gelungenes, stimmiges, manchmal ein wenig pathetisches Kriegsdrama nach wahren Ereignissen, das weitestgehend mit einer differenzierten Charakterzeichnung aufwarten kann und mit Ulrich Tukur in der Titelrolle sehr gut besetzt ist. Das ZDF sendete eine 172minütige Langfassung des ursprünglich 130minütigen Kinofilms, die der Geschichte insgesamt mehr Tiefe verleiht, aber natürlich auch die eine oder andere Länge beinhaltet. Historisch hält sich der solide inszenierte Film in großen Teilen an die Fakten und beschönigt nichts, auch nicht die Gesinnung von John Rabe als Nationalsozialisten. Natürlich erinnert der Film mehr als deutlich an die ähnlich gelagerte Geschichte von "Schindlers Liste", was jedoch meiner Ansicht nach nicht als negatives Kriterium gewertet werden darf, wenn die Geschichte so überzeugend wie hier umgesetzt wurde. Der Film kann sich trotz seines geringen Budgets mit größeren Hollywoodproduktionen messen lassen, ohne wie bei diesen oft zu sehen, vordergründig auf reine Effekthascherei und ausufernde Action- oder Spannungsmomente zu setzen. Gutes deutsches Erzählkino, nicht überragend, aber insgesamt einen Blick wert.

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russel

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für eine deutsche produktion mehr als sehenswert. so fern ich mich zurückerinnere auch ziemlich brutal.


Filmkenner77

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Dass der Film brutal war, daran kann ich mich nicht erinnern. Drastisch in manchen Szenen. Aber bei Filmen, die im Krieg spielen, ist dies ja nicht gänzlich ungewöhnlich.


Selcarnor

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Bewertung4.0Uninteressant

>John Rabe< ist ja sowas von ein billiger Abklatsch von >Schindlers Liste<, der auch noch keinerlei Spannung rüberbringt.

1. Optik

Das niedrige Budgeld sieht man durchaus. Es gibt nur wenige Massenszenen und Sets und von der so überbevölkerten Sicherheitszone und der Not dort sieht man nichts. Immerhin sind die Kostüme und die Requesiten gelungen und konnten den Flair der Zeit einigermaßen gut einfangen. Auch die gelegentlichen Bilder mit CGI sind in Ordnung, wenn auch kurz.

2. Musik

Ein sehr minimalistischer Soundtrack, von dem nichts in meinem Kopf geblieben ist. Meistens war eigentlich gar nichts im Hintergrund zu hören.

3. Inhalt

Allein der Zusatztitel >der gute Deutsche< sagt alles. Für mich kam der Film teilweise wirklich so rüber, als ob man von der Nazivergangenheit etwas ablenken wollte und mir persöhnlich war die Hakenkreuzflagge etwas zu oft im Bild.
Ich kann mich hier aber auch nur künstlich aufregen, doch auch sonst hat das Ganze keine sonderlichen Stärken. Die Inzsenierung ist ruckartig und unschön mit sehr vielen Schnitten, die man nicht nachvollziehen kann oder unpassend sind.
Der >Schrecken< von damals wird eher lauwarm rübergebracht und erreicht nie die Dimensionen von >Spielbergs<-Werk oder den Feinfühl von >Das Leben ist schön<. Auch werden mir die Japaner insgesamt als etwas zu bösartig dargestellt. Die angenehmsten Zeitgenossen waren sie sicher nicht, aber ich finde im Film wird schon fast ihr ganzes Volk als Bestien dargestellt.
Was man >John Rabe< auch ankreiden muss ist der zu starke Kitsch, die Fixsierung nur auf ihn und seine Getreuen und nicht auf die Notleidenden und Ungereihmtheiten, wie der chinesische Soldat der irgendwo in der Mitte spurlos verschwindet und dessen Zweck ich immer noch nicht nachvollziehen kann.
Spannungsarm ist es auch noch, sowieso konsequente Überlänge.

4. Inhalt

Man hätte wirklich besser zeigen können, wie John Rabe damals 200.000 Menschen das Leben gerettet hat.
Dieser Film ist ganz ehrlich einfach nur flach und weder stimmungsvoll, noch sehr erschütternd.

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alanger

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Bewertung3.5Schwach

story, schauspieler alles prickelnd, aber wieder hat dieser filmspirit-dieb zugeschlagen.
warum schaffen wir es so selten (bis garnicht mehr), einen, wie die zone so schön für sich beanspruchte, film auf "weltniveau" zu machen?

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patcharisma

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Fand das auch so grässlich mit dieser grässlichen Anne Consigny und der Pseudo-Erotik-Szene mit all den armen geknechteten nackten Chinesinnen. Shame!


fabel

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Ich denke mal stark, die 9,5 meinerseits war eine starke Jugendsünde.:-O


stevenwolff

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Bewertung6.5Ganz gut

Dieser Film über den "Oskar Schindler Chinas" ist leider wie eine schlechte Kopie von Schindler's Liste.

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Imi DeVito

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Bewertung6.0Ganz gut

Ein personalisierte Darstellung im Umfeld des Nanging - Massakers, das in Europa und den USA ein bißchen unbekannt blieb, weil man immer davon ausging, dass der erste Weltkrieg erst mit dem Einmarsch Hitlers nach Polen begann. Nangking war eben 2 Jahre vorher- und da hatte der Weltkrieg eben noch nicht begonnen.
Tasächlich war ein Krieg zwischen China und Japan im Gange, dessen Bedeutung vom Westen gar nicht eingeschätzt werden kann.
Interessante Darsetllungen dieses Krieges- und eben dieses speziellen Massakers finden sich eher in Dokumentationen, wie sie z. B. Arte gesendet hat, aber auch in Kinofilmen, die weit über John Rabe hinausgehen:
1. City of Life and Death aus China von Chuan Lu aus 2009, ein SW- Film, was dem Geschehen eine Pseudoauthentizität gibt. Es handelt sich hier NICHT um einen China-Martial-Arts Streifen, sondern um eine handwerklich hervorragenden Film, den ich jedem Interessierten empfehlen will. Eine nahezu europäisch- amreikanische Darstellung mit perfektem Bühnenbild, Kameraführung, Schauspielern,etc. kurzum all dem, was einen wiklich guten Qualitätsfilm ausmacht.
2. Eine Hongkong Produktio: Men behind the Sun Part 4
Von dort bin ich "blutige" Horrorfilme gewohnt und finde sie - wenn man sich für das Genre interessiert - gut gemacht.
Dieser Film erzeugt aber den wahren Horror: Neben einigen erwartungsgemäß blutrünstigen Szenen und einer Beschreibung dessen, was in Nangking stattfand- wobei mann ne weiss, was nun wahr ist und was nicht (Hongkong-Film!) werden am Ende des Filmes Dokumentaraufnahme eingeblendet, die die vorher gesehenen Szenen in einem anderen Licht erblicken lassen.
Dieses Schock- Erlebnis spart sich "John Rabe" aus.
Er erzahlt eine zutiefst verabscheuddungswürdige Geschichte, verleirt sich aber in sauberst "geleckten" Details, die alle schon in anderen Filmen gesehen habe.
Bomberangriffe auf die Bevölkerung und ein Schiff erinnern dann dochnsehr an "Pearl Harbor", den unter einer überdimenmsionalen Hakenkeruzflagge schutzsuchende Belegschaft des Betriebes erinnert an die Landbevölkerung in Bernardo Bertoluccis "1900".
Das Nichtbombardieren des Siemens Geländes in Nangking durch die japanischen Jagdbomber scheint wohl verbürgt: Es gab nicht nur die militärische Verbündung zwischen Japanern und Deutschen, die Verbindung ging weiter: Die Japaner waren für die Deutschen Ehren- Arier, die Deutschen waren für die Japaner Ehren- Japaner. Und die Deutschen kämpften für die Ehre des Führeres, die Japaner für die Ehre des Kaisers.
Und wenn dann Herr Rabe nach Deutschland zurückkehern und seinen Platz im Werk gegen Nazis aufgeben muß, und gleichzeitig mit den Armeeführern Verhandlungen zur Sicherstellung seiner eigenennAngestellten führt und dir dich größtenteils daran halten, dann kommt der Eindruck auf, das auch Nazis und japanische Generäle sich dann an Spielregeln halten- und eben nicht die Arschlöcher sind, als die sie sich gebärden.
Vielleicht ist der Film eine Parabel auf die moderne Gesellschaft: Die Regierung schützt die Banken und AKW- Betreiber, diese wiederum schützen ihre Angestellten. Und das Volk soll bluten....
Man darf nicht vergessen: Es war ein Völkermord. Als "normaler" Mensch könnte ich mir vorstellen, ein Land zu besetzen, die Einwohner zu versklaven und aus der Ausnutzung ihrer Arbeit viel Geld zu verdienen. Aber die Leute einfach umzubringen- ohne Sinn und Verstand?
Ich halte den Film für sehenswert, weil er viele Denkanstöße bringt. Er erreicht aber bei weitem nicht das Niveau von "Katyn" von A. Wajda oder "Darfur" von U. Boldt.

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Nayuma

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Zunächst möchte ich mich den Kommentaren meiner Vorschreiber anschließen: ähnlich wie Schindlers Liste. Extrem erschüttternd und schade, dass man nie vorher was von John Rabe gehört/-lesen/-sehen hat. War höchste Zeit! Im Nachhinein betrachtet ein wirklich grausamer Film. Also die japanische Kriegsführung ist für so ein kleines Land echt ganz schön heftig und das CHina für so ein großes Land keine vernünftige Armee hatte ist merkwürdig. Der Film geht mit dem Thema sehr gut um, mal einfühlsam, dann die nackte Realität, nachdenkliche Momente und eben auch sehr zwiespältig. Trotz Naziregime und trotz Krieg ist damals eine Gruppe entstanden, wo trotz Idiologie und Herkunft der Zusammenhalt geklappt hat, ein wichtiges Statement in der heutigen Zeit. Letzter Satz: Ich habe Steve Buscemi noch nie in einer besseren Rolle als dieser gesehen und scheiße sieht der Schauspieler dem Originalen John Rabe ähnlich. Sehr guter Cast!

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Nutella?!!

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Bewertung9.5Herausragend

Fuer mich -Steve Buscemis bisher beste Rolle.

(ausfuehrlichen Eindruck und Bewertungsrechtfertigung zum Film spare ich mir jetzt mal.. )

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JackoXL

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

In den letzten Jahren wird man im deutschen Fernsehprogramm ja in einer Tour mit 2.Weltkriegsdokus zugeschmissen, aber warum musste ich erst diesen Film sehen, um den Namen John Rabe zum ersten Mal zu hören? Das wäre doch mal interessanter Stoff für eine Doku, nicht "Hitlers Helfer", "Hitlers Hündchen", "Hitlers Hündchen ihre Häufchen" usw...
Eine fesselnde und tragische Geschichte wird hier sehr gut in Szene gesetzt, die Inszenierung braucht sich hinter kostspieligeren US-Produktionen nicht zu verstecken. Bei der Dramaturgie wird manchmal etwas dick aufgetragen, dafür hat der Film aber auch genug starke und sehr eindringliche Szenen, die hängen bleiben. Starke Cast, wobei der sonst tolle Daniel Brühl etwas blaß wirkt. Dafür überzeugen Ulrich Thukur & Steve Buscemi voll. Beides Darsteller, den man öfter solche Rollen wünschen würde, besonders Buscemi wird ja viel zu oft nur als schräger Sidekick verwendet, der kann mehr.
Sehr sehenswerte deutsche Produktion, endlich mal ein 2.Weltkriegsfilm, der auch mal das Geschehen am anderen Ende der Welt beleuchtet. Wie Berlin kaputt gegangen ist und was der Führer so gerne zum Frühstück gegessen hat wurde uns ja schon mehr als einmal aufgedrängt.

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Kill_Diether

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Schwer nachvollziehbar und traurig ist, wie's mit
John Rabe zu Ende ging. Daher war es bitter nötig,
diesem verkannten Mann im Nachhinein ein Denkmal
zu setzen.
Die Umsetzung halte ich auch für recht gelungen.
Vor allem Ulrich Tukur und Steve Buscemi sind treffend
besetzt; die anderen sind auch passend.
Wichtiger, guter Film, mit kleinen, verzeihbaren Schwächen!

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stuforcedyou

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Bewertung4.0Uninteressant

Die internationale Produktion kleckert nicht sondern klotzt. Alles was hier gezeigt wird, ist von absoluter Genauigkeit, oder gibt es zumindest vor. Aber so verliert die wahre und höchst emotionale Geschichte rund um den deutschen Nationalsozialisten, der 200.000 chinesischen Zivilisten das Leben rettete, ihre persönliche Note.
Alles wirkt viel zu unterkühlt. Die Mechanismen des Films um beim Zuschauer Unbehagen, Mitgefühl, Trauer und ähnliche Empfindungen zu erzeugen sind zu offensichtlich und der Film ist neben seinen emotionalen Szenen meisten viel zu nüchtern. Der Ausbruch aus diesem eng anliegenden Korsett gelingt "John Rabe" nur ein paar Mal.
Wenn sich Rabe von seiner Frau am Hafen verabschiedet oder Dr. Wilson die erste Sitzung des Komitees unterbricht, dann durchfährt die Inszenierung ein vitaler, ein aufrüttelnder Wind, der von der Kälte der präzisen Inszenierung aber schnell wieder verscheucht wird.
So bleibt von "John Rabe" am Ende nur eine Szene wirklich hängen, die Szene die im Feuilltione hektisch diskutiert wurde: Rabe rettet hunderte von Zivilisten vorm Luftangriff der Japaner indem er sie unter einer riesigen Naziflagge versteckt. Ein naives, ein großes, ein zwiespältiges Bild. Aber ein wenigstens ein Bild mit Persönlichkeit.

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patcharisma

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Bewertung4.0Uninteressant

Es ist ein ehrwürdiges Unterfangen, dem vergessenen "Schindler" von Nankung einen Film zu widmen und ein unbekanntes Kapitel deutscher Geschichte ins Bewusstsein zurückzubringen (das auf des True-Helden John Rabe's 60 Jahre verschollenen Tagebüchern basiert). Dem Mann da weiter oben "professionell" vorzuwerfen, er sei ja selbst "ein mitschuldiger Nazi" ist wieder so komplett daneben gegriffen (es war 1937 und Rabe war Chef von Siemens im weit entfernten China). Trotz all dem Respekt, den ich hier dem Projekt zolle, muss ich leider sagen, dass die Umsetzung meiner Meinung nach komplett missraten ist. Die eintönige Dramaturgie schleppt sich so unbeholfen zwischen Rückschlägen und Hoffnungskitsch dahin, so dass der Film niemals packend oder annähernd spannend ist, sondern sich unter Rührseligkeiten, Plattheiten und ewigen Längen begräbt. Die Dialoge sind auf Soap Opera-Niveau und die dröhnende Pathetik-Musik macht einem fertig. Das Schauspiel wirkt oft aufgezwungen, vor allem Anne Consigny als französische Oberlehrerin des "guten Gewissens" ist kaum zu ertragen. Buschemi nimmt man den aufgesetzten Sarkasmus nicht ab und Daniel Brühl ist wie immer nur Brühl. Am besten war noch Ulrich Tukur in der Titelrolle, aber auch sein Part will wegen der schludrigen Dramaturgie nicht wirklich emotional berühren. Als Plus gebe ich hier, dass der Film viersprachig ist - das ist eine Feinheit, die etwas Glaubwürdigkeit schafft.

Fazit: Zwei Stunden, die nicht vorüber gehen wollen. Schade für die bestimmt gut gemeinten Ambitionen der Beteiligten, die wahrscheinlich auch - bei nüchternen Betrachtungsweise - darauf abzielten, ein "echtes Meisterwerk" (Hüllentext) zu schaffen, was aber in der Umsetzung gründlich misslang. Leider!

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*frenzy_punk<3

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Bewertung7.0Sehenswert

diesmal hat es florian gallenberger gewagt, einen weiteren kriegshelden herauszupicken und dessen leben in ein filmepos zu packen. "john rabe" ist durchaus gelungen, doch vieles im film war zu vorhersehbar, vieles zu gewöhnlich. die schauspieler waren hervorragend, vor allem ulrich tukur und auch daniel brühl konnten überzeugen. der film hat tiefgang, die gewisse dramatik und auch schockierende momente verleihem dem streifen alles, was ein kriegsdrama benötigt. leider war auch einiges zu sehr an spielbergs "schindlers liste" angelehnt, trotzdem ist der film sehenswert.

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BAD ONI0N

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Bewertung6.5Ganz gut

John Rabe. Dieser Name steht für ein - in Deutschland - vergessenes Stück deutscher Geschichte. In China verehrt, im Nachkriegsdeutschland nicht beachtet ist dieser Mann langsam aber sicher kaputt gegangen. Im Film selbst geht es aber um seine Zeit in Nanking, in welcher er tausende Chinesen vor dem Sicheren Tod durch die Japaner rettete. Irgendwann stellt sich Rabe dem Druck der Anderen und ergreift Partei für seine ehemals Untergebenen Arbeitsbienen, welche er zuvor nie als ebenbürtige Menschen sondern eben vielmehr als dümmliche Arbeitstiere ansah. Die Geschichte ist ganz interessant, mehr aber nicht. Wenigstens ist sie ehrlich und versucht nicht ein heroisiertes Bild John Rabes zu produzieren. Spannung kommt allerdings selten auf. Auch ohne die Geschichte im Vorhinein zu kennen ist sie oft zu vorhersehbar.

6 von 10 Schiffsunglücken

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maslobojew

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Bewertung5.5Geht so

Punktuell leider viel zu pathetisch, wodurch sich der Film seiner Glaubwürdigkeit selbst stark beraubt - immerhin soll es hier auch um historische Tatsachen gehen. Ich finde, da muss sich ein Film schon entscheiden und in diesem Falle die melodramatische Seite wesentliche dosierter und besser getimet einfangen.
Im Kern sind die Ereignisse natürlich sehr interessant, das ist aber eben kein Verdienst des Films, sondern einfach der Verlauf der Geschichte.

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Kubrick_obscura

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Bewertung4.0Uninteressant

"John Rabe" ist ein pathetisches und oft spannungsarmes Film-Monument, dass sich ärgerlicherweise für eine Doku hält und das mit Archiv-Aufnahmen vorzutäuschen versucht, aber sich nur auf dem Niveau einer Doku-Soap bewegt, was den schrecklichen Einsatz von Musik und der dazugehörigen Manipulation des Zuschauers angeht.
Am schlimmsten ist vielleicht, dass der Film seine kostbaren Figuren so verheizt. John Rabe kommt da noch am besten weg, was man bei dem Titel des Films auch erwarten darf. Die Figuren bleiben überwiegend flach und lassen keinen Platz für Differenzierungen. Dass es dann doch mal passiert, dass Dagmar Manzel einen rührt oder Steve Buscemi amüsiert und einem diese dicke aufgetragene Schwere erleichtern, gehört zu den glücklichen Momenten dieser Produktion.
Den Rest des ganzen kannste ins Skat drücken. Auch, dass der Film so mies synchronisiert ist, erschütterte mich.
Naja, wenigstens weiß man wer John Rabe war und was er (dramaturgisch gerafft) so alles geleistet hat, aber Kino als animiertes Geschichtsbuch? Steh ich nich so drauf!
Bei diesem deutschen Groß-Kino was immer so gierig nach Hollywood gafft, stört mich allerdings am meisten, dass die Vorbilder immer noch um Längen besser sind. Klar, Schindlers Liste hat seine Schwächen, aber erzählt über seine Figuren, nicht über große Komparsenaufmärsche.

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alanger

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ja, dem ist leider so.


alanger

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ja, dem ist leider so.


Stefan Ishii

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Bewertung7.0Sehenswert

Ein ganz passabler, wenn auch etwas naiver Film. Die Handlung empfinde ich insgesamt als interessant, spannend und bedeutend. Es ist auch mal etwas anderes, einen Film aus Deutschland von einem Deutschen über einen Deutschen zu sehen, der eben mal nicht in Deutschland spielt. Es ist sehr gut, eine solche Geschichte auf eine "deutsche Art und Weise" darzustellen. Ich mag diesen Stil, auch wenn er etwas naiv ist. Wenn dies ein amerikanischer Film geworden wäre: Auweia...

Die Darsteller waren ziemlich gut. Leider haben mich die ständigen Synchronisationen gestört. Es ist schon sehr merkwürdig, ständig Deutsch zu hören, obwohl da Chinesen, Japaner, Engländer und Franzosen reden. Besonders bei den Japanern und Steve Buscemi (der noch nichtmal seine Stamm-Synchrostimme hat) ist das schon etwas nervig. Ich hätte den Film lieber mit den tatsächlichen Sprachen plus Untertiteln gesehen. Dann wäre alles realistischer gewesen.

Fazit: Ich gebe dem Film eine gute Bewertung, weil ich die zugrundeliegende Handlung als sehr interssant und wichtig erachte. Über gewisse Mängel in der Umsetzung sehe ich einmal hinweg...

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Thomas479

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Bewertung7.5Sehenswert

Eine ziemlich unbekannte Geschichte, die hier für die Leinwand umgesetzt wurde.

Der Film ist auf jeden Fall sehenswert und beeindruckend, wenn auch nicht jede Eintsellung und jeder Dialog überzeugt. Ulrich Tukur spielt John Raabe grandios. Er trägt zusammen mit Steve Buscemi den Film. Die Story wird brav erzählt, überraschende Wendungen oder dramaturgische Finessen gibt es keine. Dennoch wirkt der Film deshalb nicht langweilig. Die Geschichte zieht einen in den Bann.

Ich war überrascht, das der Film ab 12 Jahren freigegeben ist und das Kinder ab 6 Jahren in Begleitung eines Elternteils rein dürfen. "John Rabe" hat einige äußert brutale Szenen. Ein Höhepunkt ist sicherlich die "Enthauptungswette". Auch die Hinrichtungen wurden teilweise sehr deutlich gezeigt. Dabei wurde ich das Gefühl nicht los, das dadurch die Intensität erhöht werden sollte.

Der Film wirkt manchmal etwas pathetisch und sicherlich hätte er auch etwas gestrafft werden können. Da wurde dann etwas viel in Hollywood abgeschaut. Dennoch haben wir es hier mit einer gelungen deutschen Produktion zu tun, die internationalen Maßstäben durchaus gerecht wird.

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