Jugend ohne Gott - Kritik

Jugend ohne Gott

DE · 1991 · Laufzeit 107 Minuten · Drama
Du
  • 4 .5
    AASFRESSER 10.05.2016, 09:36 Geändert 10.05.2016, 09:40

    Das Buch habe ich gelesen, ist aber so lange her, dass ich mich nicht mehr erinnere... Aber es scheint mir, dass das als Film nicht wirklich funktioniert. Man muss sich schon ziemlich langweilen, um das am Stück durchzustehen. Viele Andeutungen, zu wenig Film, zu wenig Dramatik, aber gut: Ich habe einen gewissen Bildungszuwachs, ein Mühe-Film mehr...
    Übrigens bin ich Lehrer, weshalb einige Erwägungen des Lehrers mir sah nah sind, nicht sympathisch, aber nah - das ist allerdings kein positives Erleben.

    • 6

      Man hat eher das Gefühl einem verfilmten Theaterstück zuzuschauen. Oder liegt es am Format des Fernsehfilms, das hier alles etwas spröde rüber kommt, trotz erstklassiger Schauspieler?
      Gutes Thema ansonsten, weil die Fragen weiter greifen als nur bis zum Faschismus. Wenn damals die Jugend ohne Gott war, was und wo ist sie heute?

      • 7 .5

        Moment...mein Gehirn arbeitet noch. Manchmal bringen Filme einen Anspruch mit, dass das menschliche Vorzeigegehirn nicht immer 100% alles mitschneidet bzw. ein paar Anläufe braucht, bis alles mal Klick macht. Ich erlebe gerade so etwas. Eigentlich ist es in den Grundzügen recht simpel. Die Jugend wird von der NS-Ideologie erzogen und willenlos auf den Krieg vorbereitet. Widerstand existiert - in Form des Lehrers hier aber recht willensschwach und nicht mehr als zum Zuschauen bereit. Von der ersten Minute an ist man konfrontiert mit einer hoffnungslosen und trostlosen Atmosphäre, die es einem doch sehr schwer macht eine solche Welt zu akzeptieren - vielleicht deswegen die Gehirnverwirrung.
        Noch ein paar lobende Worte zum Cast - sehr gut zusammengestellt und von jedem eine ausgezeichnete Leistung geboten. Respekt, solche tiefgründigen Dialoge so überzeugend darzustellen!
        Ich muss definitv mal das Buch lesen - ob ich den Film nochmal ansehen möchte, weiß ich noch nicht...erstmal die Literatur wälzen und beobachten, was das Gehirn dann macht.

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