Jungfrau (40), männlich, sucht ... - Kritik

US 2005 Laufzeit 116 Minuten, FSK 12, Komödie, Drama, Kinostart 29.09.2005

  • 3 .5
    Jenny von T 30.07.2015, 09:30 Geändert 30.07.2015, 11:08

    Vor einigen Tagen erspähte ich Judd Apatow in der Jimmy Fallon Show, wo er sich als Stand-up Comedian versuchte. Das fand ich in etwa so aufregend und lustig wie Wandfarbe beim Trocknen zuzuschauen. Wenige Minuten genügten ihm, um mich dem Schlaf bedrohlich nahe zu bringen. Dass es sich mit seinen Spielfilmen ganz ähnlich verhält, überrascht mich daher eigentlich nicht – dennoch habe ich mich über THE 40 YEAR-OLD VIRGIN tierisch aufgeregt und wünsche mir jetzt, sein Regie-Debüt aus dem Jahre 2005 wäre "nur" sterbenslangweilig. Ich werde nicht gerne unfreundlich, aber etwas sagt mir, dass Apatow sich hierfür eines Tages noch einmal richtig schämen könnte.

    Du sammelst mit 40 Actionfiguren? Werd' doch endlich mal erwachsen!
    Du besitzt weder Auto noch Führerschein, sondern fährst lieber Fahrrad? Wie uncool!
    Du bist in der Liebe noch immer unerfahren? Fuck your life!
    Dir wachsen Brusthaare? Bäh!
    Ja, genau... Protagonist Andy ist ein Verlierer und in seinem Leben muss sich dringend etwas tun. Was man mit einem Kondom anstellt, weiß er natürlich nicht (--> der Klassiker) und zum Onanieren ist er ebenfalls zu blöd. Was eine wunderschöne Ode an die Schrulligkeit in jedem von uns hätte werden können, entpuppt sich als ein Fingerzeig spießiger Kleinkariertheit, der mich offen gesagt sorgenvoll stimmt. Das Drehbuch zeigt sich erst bereit, Andy als vollwertiges Subjekt anzuerkennen, als dieser die Frau seiner Träume trifft, sein komplettes Nerd-Merchandise verkauft, heiratet... und endlich Sex hat. Nach der Hochzeit, versteht sich.
    Und wenn sie nicht gestorben sind...

    Menschliche Unebenheiten (oder was Apatow dafür hält) werden pathologisiert, bis der Arzt kommt. Was irritiert: Der Film thematisiert sogar Andys Anpassung an die Norm, denn in einer Szene kommt es zum Streit zwischen ihm und Trish, weil er sich für seine Herzensdame nicht ändern möchte (an der Stelle schöpfte ich bereits leise Hoffnung, was sich sogleich als fatal herausstellte). Warum er es 10 Minuten später dann doch tut und mit seinem Spielzeug wie selbstverständlich auch einen Teil seiner Identität verscherbelt - I don't know. I just don't know. Gegen THE 40 YEAR-OLD VIRGIN wirkt beispielsweise TED geradezu wie ein Aufschrei freigeistiger Rebellion – dieser nämlich, immerhin, lässt seinen Hauptcharakter Kind im Manne bleiben, wie er nun einmal ist und auch gar nicht anders sein mag.
    Hier jedoch darf erst aufgeatmet und gefeiert werden, nachdem Andy das Korsett der Gewöhnlichkeit geschnürt hat. Es war ein harter Kampf, den Apatow über 116 Minuten (eine halbe Ewigkeit für eine Komödie und besonders für eine Komödie, die keinen Spaß macht) austrägt. Zwei Stunden, die er mit so manchem füllt, allerdings nicht mit anregendem Witz, spannender Charakterzeichnung, Eigenständigkeit oder sonst etwas, das einen guten Film im Kern ausmacht. Falls hier ein Genre neu erfunden wurde, ist es mir entgangen. Eher sehe ich eine Art TRANSFORMERS unter den Comedys vor mir: Eine gigantische Blase Infantilität bläht auf, bis sie platzt und der Zuschauer entnervt das Handtuch schmeißt. Der Autor/Regisseur nutzt das Format, um alles niederzumähen, was nicht in seinen eindimensionalen Kosmos passt und ich bin der Ansicht, er hat es verdient, für einige Stunden gefesselt zu werden und sämtliche Werke von Todd Solondz vorgespielt zu bekommen. Danach sollte er so verwirrt sein, dass er nie wieder freiwillig einen Regiestuhl aufklappt.

    Nun werden vielleicht einige einwenden: "Ist doch bloß ein harmloses Filmchen!" Dem halte ich entgegen: Wir definieren uns auch durch die Dinge, über die wir lachen. Somit berichtet uns THE 40 YEAR-OLD VIRGIN weit weniger über vermeintliche Weirdos und Paradiesvögel als vielmehr über seine Macher. Das mag in gewisser Hinsicht zwar auch erhellend sein... doch beim nächsten Mal doch bitte ein Fünkchen mehr Einsicht und Ehrlichkeit.

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    • 5 .5

      Paar Lacher, paar Schmunzler, paar Kopfschüttel-Moves....dann war Ende.

      "Aber woher weißt du, dass sie "n Mann war?" - "Weil ihre Hände so groß waren wie die von Hulk Hogan."

      Sprache geht des öfteren unter die Bauchgegend, deshalb nicht so meins, ansonsten eine weitere versaute Komödie, die kein Mensch braucht.
      Da ich eh nicht so auf Komödien stehe, haben die es bei mir eh immer schwer zu punkten.

      "Also, hm, sag doch mal, Kojak, warum lädst du uns nicht zu deiner Party ein? Denkst du wir sind von der Al Quaida?"
      :D

      5
      • 6
        timmoe 01.06.2015, 18:59 Geändert 01.06.2015, 19:00

        SPOILER:
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        Nippelfick!

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        • 8

          Wenn man einen lustigen Film für einen schönen Abend will, macht man hier nichts falsch. Empfehlenswert.

          • 8

            Ich stehe einfach auf diese Art von Humor. Der Film wird gut getragen von Steve Carell, der den sympathischen Trottel einfach zum Niederknien spielt. Auch der gesamte restliche Cast weiß zu unterhalten, vor allem wenn Andy mit seinen hilfsbereiten Kumpels unterwegs ist.
            Die Story ist zwar ziemlich mau, aber das macht nichts weiter, denn der Film kann einen über die doch recht ansehnlichen knapp 2 Stunden bestens zum Lachen bringen. Nebenbei hat Jonah Hill noch einen seiner ersten Auftritte, wobei man sehen kann: Schon damals hatte er es einfach drauf.
            Jeder, der hier eine klassische Liebeskomödie erwartet, ist absolut auf dem falschen Dampfer, denn obwohl ich vor dem ersten Schauen genau so dachte, sah ich eine wirklich witzige Komödie, die zwar auch ihre romantischen Seiten hat, diese aber nicht überwiegen, weshalb Jungfrau (40), männlich, sucht... glücklicherweise nie vollkommen dem Kitsch verfällt. Man kann also ruhig mal einen Blick riskieren!

            • 8

              Die Rolle der Beth, gespielt von Elizabeth Banks, ist das einzige was unlustig in diesem Film ist. Nach dem zweiten mal sehen, fand ich ihn auf jedenfall noch lustiger! :D

              • 7

                Ganz witzige Komödie für zwischendurch. Viel Sarkasmus daher nicht ganz so stumpf wie viele andere Filme dieses Genres.

                • 2 .5

                  misogyner bullshit ;)

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                  • 6 .5
                    Milano90 29.01.2015, 17:41 Geändert 29.01.2015, 17:41

                    Warum lache ich darüber eigentlich? Das ist mein Leben in 16 Jahren! :O

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                    • 6 .5

                      Ohje der Film ist echt schräg auf seine eigene Art und Weise.
                      Durch Steve Carell macht der Film echt spaß und der Cast ist echt super.

                      • 7 .5

                        Haha, nach mehreren Jahren habe ich diese Komödie mal wieder gesehen und habe fast durchgelacht Wir haben einen tollen Cast und Humor, der auch mal unter die Gürtellinie geht, aber nicht so übertrieben dargestellt wird wie in American Pie. Für einen lustigen Abend genau das richtige.

                        • 3

                          Ich weiß nicht... ich glaub es liegt an mir.
                          Definitv nicht mein Genre.

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                          • 6 .5

                            Super Komödie! gibt viele Stellen zum Lachen!
                            Leider zu sehr in die Länge gezogen und hin und wieder sind die Witze zu flach, zu pubertär.

                            • 6 .5

                              Joah, war schon ganz ok, hatte aber nach "Superbad" mehr aus dem Hause Apatow erwartet. Seth Rogen kann ich immer wieder feiern, ich finde den echt megasympathisch. Aber auch Carrell macht seine Sache echt gut (ich frage mich, wie der hinter der Kamera so ist, weil er in seinen Filmen eigentlich immer die selbe Rolle spielt) und viele Gags zünden. Andere nicht (es sei denn, man steht auf Fremdschämen), aber dafür ist alles mit viel Herz gemacht. Und die "Age of the Aquarius"-Nummer am Ende war ja mal der Oberhammer.
                              Schmunzeln musste ich auch beim Miniauftritt von Jonah Hill, den hätte ich kaum erkannt, so dick, wie der damals noch war.

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                              • 7 .5

                                Hab den Film vor einigen Jahren gesehen und ihn recht positiv in Erinnerung. Da dachte ich mir heut so das ich zur Prime-Time mal Vox anschalten könnte weil der Streifen dort heute lief. Was soll ich sagen....es hat sich gelohnt. Steve Carrell ist der Knaller!! Seine ganzes auftreten als netter Trottel der keiner Fliege was zur leide tun würde. Aber trotzdem total locker und das wichtigste LUSTIG ist. Dazu kommen ne Menge Co. Stars wie Seth Rogen und Elizabeth Banks. Der Film ist wirklich was zum lachen da er nicht nur auf den typischen American Pie-Humor setzt sondern auch einfach mehr hinter den Lachern steckt. Es macht einfach Spaß den Streifen zu gucken weil er auch das gute Niveau bis zum Ende halten kann und nicht in eine blöde Liebesschnulze endet.

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                                • 7 .5

                                  Ja, wer weiß nicht, dass sich die weibliche Brust wie ein Sandsack anfühlt?

                                  Herrlicher Film, der selbst funktioniert, wenn man beim Döner-Mann auf lautlos guckt.

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                                  • 7 .5

                                    Sehr amüsant und geradlinig erzählt; die mit bekannten Gesichtern gespickte Story überzeugt durch ihren Wortwitz, der Situationskomik und Charme. Zwar zünden nicht alle Gags, aber man fühlt mit dem Hauptdarsteller mit. Man merkt, dass es eine Komödie sein will, nicht mehr und nicht weniger und sollte in der Hinsicht sich darauf einlassen.

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                                    • 5

                                      Äusserst Mittelmäßig.

                                      5 Punkte für 5 gute Lacher.

                                      • 7

                                        The 40 Year-Old Virgin ist eine recht solide Komödie aus dem Jahr 2005 die in der ersten Hälfte sehr gut unterhält, aber in der zweiten dann etwas schwächelt und die hohe Gagdichte sinkt.
                                        An sonsten gefallen mir alle Nebendarsteller gut, besonders Seht Rogen lebt diese Rolle aus.
                                        Für einen Abend genau das richtige, allerdings würde ich mir den nicht auf DVD holen da der nach einem Mal anschauen langweilig ist.
                                        Da empfehle ich lieber sowas wie "Superbad".

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                                        • 6 .5

                                          Coole Komödie. Ich bin zwischenzeitlich aus dem Lachen garnicht rausgekommen, aber leider lässt der Film dann im letzten Drittel ein wenig nach.

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                                          • 7

                                            Joa ist ganz sehenswert...

                                            • 8

                                              Äusserst vergnügliche Komödie von Judd Apatow.

                                              Andy ist vierzig Jahre alt. Er ist tollpatschig, liebenswürdig und hatte noch nie Sex. Seine Arbeitskollegen, allesamt auch trottelig und liebenswürdig, versuchen ihm auf verschiedene Art und Weisen zu helfen. So treten die Protagonisten immer wieder in irrwitzige Fettnäpfchen und lernen nebenbei noch Lektionen fürs Leben.

                                              Obwohl "The 40-Year-Old Virgin" so Mainstream ist wie es nur geht, unterscheidet sich der Film vom üblichen Komödien-Schrott Hollywoods. Die Schauspieler wachsen sofort ans Herz und die Story gibt sich selbst nicht für ein paar dumme "Slapstick-Witze" auf. Trotz 133 Minuten wirkt die Komödie nie langweilig und mag sich gegen Ende gar steigern, was in diesem Genre nur sehr selten der Fall ist. Für einmal passt sogar das Happy End und es wirkt nich vollständig fehl platziert. Mein Highlight sind die beiden Inder, die leider nur kleine Rollen haben und in der Kinoversion wahrscheinlich noch weniger zum Zuge kamen... Deshalb: Unbedingt die "unrated version" anschauen!

                                              Fazit: Eine herrliche Komödie die man sich trotz (Hollywood-)Herkunft problemlos anschauen kann.

                                              Kleiner Tipp: Mit Bier und Freunden entfaltet dieser Film seine Wirkung noch besser...

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                                              • 7 .5

                                                Wesentlich besser als erwartet. Insbesondere diese Feinheiten des intersexuellen gegenwärtigen Verhältnisses machen den Fim im sehr amüsant. Zum Beispiel der Kotze-Facial im Auto mit seinem Kommentar...

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                                                • 6 .5

                                                  Ganz nette Komödie für zwischendurch. Schlüpfriger Humor wechselt sich mit feineren Zoten ab, insgesamt eine ganz ordentliche Mischung. Steve Carell haut einiges raus, alleine schon seine ersten Sätze, die sein Wochenende beschreiben, sind Gold wert:

                                                  "Freitag nach der Arbeit hatte ich Lust auf ein Eiersalat-Sandwich. Da hatte ich so einen Hunger drauf. Da bin ich direkt Samstagmorgen Eier kaufen gegangen. Dann habe ich
                                                  3 1/2 Stunden die Zutaten vorbereiten...die Mayonnaise gemacht, Paprika geschnitten...Schinken...und dann ja, dann hatte ich gar keine Lust mehr auf ein Eiersalat-Sandwich."

                                                  Wie Carell das rüberbringt ist auf eine Art verdammt lustig, andererseits möchte man ihn in den Arm nehmen oder auf die Schulter klopfen. Genau so soll seine Figur rüberkommen. Eine sehr gute Leistung. Leider trüben manche Szenen - wie das schon fast übliche Übergeben in solchen Komödien - ein wenig das charmante Gesamtbild. Und fast 120 Minuten sind für diese Art von Film ein wenig zu lang, wenn nicht jeder Witz ein Brüller ist. Schlussendlich aber für den einmaligen Gebrauch durchaus zu empfehlen.

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                                                  • 6 .5

                                                    Naj es geht, ich hatte den Film besser in Erinnerung. Für Zwischendurch schonmal gut. Man sollte aber nicht zu viel erwarten.