Heute ist der 15. Mai 2012 und ich habe Geburtstag und nichts ist so, wie es vor einem Jahr war. Ich habe angefangen zu studieren, habe optimistisch betrachtet die Frau meines Lebens gefunden und kriege Geburtstagsglückwünsche (die sich im Wesentlichen dadurch unterscheiden, ob der Smiley hinter dem "Alles Gute" eine Nase hat oder nicht) jetzt auf die Facebook-Timeline geknallt. Und vor einer halben Stunde habe ich gedankenverloren nach Konstanten in meinem Leben suchend im Internet herumgeklickt, bin irgendwie auf meinen Moviepilotprofil und von da auf der Seite von Juno gelandet und da habe ich in der rechten Spalte ein Bild von Ellen Page gesehen, mit einem fetten Play-Symbol, das zwei Drittel ihres Gesichtes verdeckt. Und auf einmal hatte ich Lust, Juno zu gucken. Zum fünfhundertsten Mal in den letzten Jahren. Ungefähr.
Ich mag es eigentlich nicht, wenn Filmkritiken als Reportage geschrieben werden und zum Beispiel mit einer haarkleinen Beschreibung der Umstände beginnen, in denen man einen Film das erste Mal gesehen hat. Es interessiert mich nicht, wann und wo sich jemand einen Film angesehen hat, ich will wissen, was es darüber zu sagen gibt. Nur gibt es über Juno nicht so wahnsinnig viel zu sagen.
Ich könnte versuchen, zu erklären, dass ich Ellen Page für die großartigste Filmperson der Welt halte, dass alle Figuren in Juno nicht als Charaktere, sondern als Menschen perfekt geschrieben und gespielt werden, mit den kleinen und großen Problemen, Fähigkeiten und Eigenschaften, wie sie Menschen haben und nicht aufeinander abgestimmte Filmcharaktere. Ich könnte einen Psychologen kontaktieren, um herauszufinden, wie dieser Film in der Lage ist, meine Gliedmaßen ruhigzustellen und meine Hirnmasse zu massieren und ich könnte den Soundtrack, der den Bedeutungsradius des Wortes "süß" vollkommen sprengt, auf bestimmte Harmonien hin untersuchen, es würde nichts bringen. Auch ein schönes Bild wird nicht schöner, wenn man weiß, welchen Pinsel der Maler benutzt hat.
Ich weiß eigentlich nur: Wenn ein sehr sympathischer Mensch mich nach meinem Lieblingsfilm fragt, sage ich weder Stay, noch 2001 oder Inception, denn diese Filme kann ich zu einem Teil nur bewundern. Ich sage Juno, denn Juno bewundert man nicht. Juno bewundert einen selbst. Fürs Mensch- und Kein-Arschloch-Sein und Geburtstaghaben. Danke und auf noch mehr Jahre mit dir im Hinterkopf.
Ichundso Tue, 15 May 2012 15:08:32 -0000
Kommentar löschenHeute ist der 15. Mai 2012 und ich habe Geburtstag und nichts ist so, wie es vor einem Jahr war. Ich habe angefangen zu studieren, habe optimistisch betrachtet die Frau meines Lebens gefunden und kriege Geburtstagsglückwünsche (die sich im Wesentlichen dadurch unterscheiden, ob der Smiley hinter dem "Alles Gute" eine Nase hat oder nicht) jetzt auf die Facebook-Timeline geknallt. Und vor einer halben Stunde habe ich gedankenverloren nach Konstanten in meinem Leben suchend im Internet herumgeklickt, bin irgendwie auf meinen Moviepilotprofil und von da auf der Seite von Juno gelandet und da habe ich in der rechten Spalte ein Bild von Ellen Page gesehen, mit einem fetten Play-Symbol, das zwei Drittel ihres Gesichtes verdeckt. Und auf einmal hatte ich Lust, Juno zu gucken. Zum fünfhundertsten Mal in den letzten Jahren. Ungefähr.
Ich mag es eigentlich nicht, wenn Filmkritiken als Reportage geschrieben werden und zum Beispiel mit einer haarkleinen Beschreibung der Umstände beginnen, in denen man einen Film das erste Mal gesehen hat. Es interessiert mich nicht, wann und wo sich jemand einen Film angesehen hat, ich will wissen, was es darüber zu sagen gibt. Nur gibt es über Juno nicht so wahnsinnig viel zu sagen.
Ich könnte versuchen, zu erklären, dass ich Ellen Page für die großartigste Filmperson der Welt halte, dass alle Figuren in Juno nicht als Charaktere, sondern als Menschen perfekt geschrieben und gespielt werden, mit den kleinen und großen Problemen, Fähigkeiten und Eigenschaften, wie sie Menschen haben und nicht aufeinander abgestimmte Filmcharaktere. Ich könnte einen Psychologen kontaktieren, um herauszufinden, wie dieser Film in der Lage ist, meine Gliedmaßen ruhigzustellen und meine Hirnmasse zu massieren und ich könnte den Soundtrack, der den Bedeutungsradius des Wortes "süß" vollkommen sprengt, auf bestimmte Harmonien hin untersuchen, es würde nichts bringen. Auch ein schönes Bild wird nicht schöner, wenn man weiß, welchen Pinsel der Maler benutzt hat.
Ich weiß eigentlich nur: Wenn ein sehr sympathischer Mensch mich nach meinem Lieblingsfilm fragt, sage ich weder Stay, noch 2001 oder Inception, denn diese Filme kann ich zu einem Teil nur bewundern. Ich sage Juno, denn Juno bewundert man nicht. Juno bewundert einen selbst. Fürs Mensch- und Kein-Arschloch-Sein und Geburtstaghaben. Danke und auf noch mehr Jahre mit dir im Hinterkopf.
bedenklich? 53 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir 4 Antworten
Prechtl Tue, 15 May 2012 15:26:16 -0000
Antwort löschenSchöner Kommentar :)
_Garfield Tue, 15 May 2012 16:30:05 -0000
Antwort löschenJep. Sehr schön. :)
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Vika Tue, 15 May 2012 19:39:11 -0000
Antwort löschenSehr schön!!Und schönen Tag dir noch!
ihre-herrlichkeit Wed, 16 May 2012 07:01:19 -0000
Antwort löschenMeine besten Glückwünsche. Der Eintritt ins Studium ist wesensverändernd. Viel Erfolg, mein Bester!