Junta

Garage Olimpo (1999), AR/IT
Laufzeit 104 Minuten, FSK 12, Drama, Kinostart 03.07.2003

admin edit edit group memberships sweep cache
7.1 Kritiker
4 Bewertungen
Skala 0 bis 10
7.3 Community
60 Bewertungen
5 Kommentare
Diesen Film bewerten
Bewertung löschen
noch nicht bewertet

von Marco Bechis, mit Dominique Sanda und Chiara Caselli

Buenos Aires zur Zeit der Militärdiktatur: die Studentin Maria wird von der Geheimpolizei in eine stillgelegte Autowerkstatt verschleppt. Dort trifft sie auf Felix, ihren verschlossenen und in sie verliebten Mitbewohner: er ist der “Verhör”-Spezialist. Während sich daraus eine kaum vorstellbare Beziehung aus Macht, Zuneigung, Folter und Überlebenswillen entwickelt, versucht Marias Mutter mit allen Mitteln, ihre Tochter zu finden.

  • Junta - Bild 37191
  • Junta - Bild 37192
  • Junta - Bild 37193
  • Junta - Bild 37194

Mehr Bilder (6) und Videos (1) zu Junta


Cast & Crew


Kommentare (5) — Film: Junta

Kommentar schreiben
Sortierung

8martin

Kommentar löschen
Bewertung7.5Sehenswert

Der Film spielt zur Zeit der Militärdiktatur in Argentinien und beruht auf wahren Begebenheiten. Willkürliche Verhaftungen und qualvolle Folter, um Geständnisse zu erpressen sind Normalität. Hier trifft das Opfer Maria (Antonella Costa), wohlhabend, gebildet und im Widerstand auf den Folterknecht Felix (Carlos Echeverria), der bei ihrer Mutter (Dominique Sanda) als Untermieter gewohnt hat. Man kennt sich.
Sie versucht alles, um frei zu kommen, er geht scheinbar darauf ein. Ein gescheiterter Fluchtversuch mit anschließend fingierter Hinrichtung verschärft die Situation. Sie bietet sich ihm an, er arrangiert einen gemeinsamen Freigang. Ein Fehler!
Die Atmosphäre in den dunklen Gefängniszellen wird durch die wackelige Handkamera beängstigend. Die knappen Dialoge schaffen ein Gefühl der orientierungslosen Hilflosigkeit, denn keiner weiß, wie es weiter geht bzw. was sich die Folterknechte als Nächstes einfallen lassen. Die Angst oder zumindest eine allgemeine Verunsicherung wird übertragbar. Vieles ist irgendwie holzschnittartig gehalten und erhöht auf diese Weise die Wucht der Impressionen. Es gibt viel Grausames zu sehen, so kann auf manches Detail verzichtet werden, manches Schicksal wird nur angedeutet.
Der Film erinnert daran, dass es auch heute immer noch Folter gibt, politische Gefangene und die Willkür der Mächtigen. Und der Ort des Grauens ist gleich nebenan, getarnt als ‘Werkstatt Olimpo‘.

bedenklich? Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Uwe B.B.B.

Kommentar löschen
Bewertung7.5Sehenswert

Ein guter wichtiger Film über ein Stück Geschichte, das auch uns angeht, insbesondere jene, die einen Genscher ehren, der als deutscher Außenminister die geschilderten Verbrechen unterstützt hat,.

bedenklich? 1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

jazzfan

Kommentar löschen
Bewertung10.0Herausragend

Um es kurz zu machen: Mir ist es schleierhaft, wie man diesem Film weniger als 10 Punkte geben kann. In jedem nur denkbaren Aspekt überragend.

bedenklich? 1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 3 Antworten

jazzfan

Antwort löschen

Verstehe ich natürlich. Ich hatte den Film am Vorabend im Fernsehen gesehen und empfand ihn als geradezu unangreifbaren Beitrag zum Thema. Wahrscheinlich wird man sich den so schnell nicht wieder reinziehen, aber er hat sich mir regelrecht im Gehirn "eingebrannt". - Ähnliches Thema hatte "Der Tod und das Mädchen" mit Sig. Weaver/Ben Kingsley von R. Polanski, auch sehr eindrücklich...


Uwe B.B.B.

Antwort löschen

Der Film ist zwar gut und wichtig, aber sooo überragend ist er nun auch wieder nicht. Sowohl "Salvador" als auch "Vermisst" sind bessere politische Filme.


Stefan Ishii

Kommentar löschen
Bewertung8.5Ausgezeichnet

"Junta" ist ein sehr ambitionierter und wichtiger Film über ein weiteres, dunkles Kapitel der Menschheit.

Obwohl der Film das Thema Verschleppung, Folter und Ermordung von ca. 30.000 Menschen während der Militärdiktatur in den späten 70er Jahren in Argentinien (stellvertretend für ein weltweites Problem) anpackt, kommt er trotzdem ohne eine explizite Darstellung von Gewalt oder Missbrauch aus. Das muss man dem italienisch-chilenischen Regisseur Marco Bechis hoch anrechnen.

bedenklich? 1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

badboyblue

Kommentar löschen
Bewertung10.0Herausragend

Schockierendes Plädoyer für die Demokratie, mit filmischen Mitteln zweifelsfrei und leidenschaftslos die brutale Militärdiktatur angeklagt und ihre Methoden bloßgestellt. Der Zuschauer leidet mit den Opfern, denn aus der Unerbittlichkeit ihrer Lage gibt es kein Entrinnen.
Unverständlich, warum gerade die damalige Bundesregierung, für das Folterregime ein Wirtschaftsprogramm auflegte. Sowas ekelt mich dann schon. Ich gebe zehn Punkte für den Mut und die extrem realistische Darstellung, kann aber diesen Film nur moralisch gefestigten Cineasten empfehlen.

bedenklich? 1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Kommentar schreiben