Kasimir der Kuckuckskleber

Kasimir der Kuckuckskleber (1977),
Laufzeit 85 Minuten, Erotikfilm

- Kritiker
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7.7 Community
10 Bewertungen
4 Kommentare
Kasimir der Kuckuckskleber - Bild 2382223
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mit Sepp Gneissl und Jane Iwanoff

Der Gerichtsvollzieher Kasimir Zwickelhuber hat für alle Frauen, die nicht wollen, dass ihre Ehemänner von der Pfändung mitkriegen, eine tolle Lösung gefunden: Er pfändet einfach ihre Hintern und versteigert sie dann an einer Auktion für einmaligen “Gebrauch” an den Höchstbietenden. Als jedoch ein Ehemann davon Wind kriegt, muss sich Kasimir vor Gericht erklären…


Cast & Crew


Kommentare (4) — Film: Kasimir der Kuckuckskleber

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wichtel

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Lustiker 70 Jare Film,Über Hausfrauen .

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Muffin Man

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Richterin Lola Humbifred: Ich verlese nun ein Dokument, welches von Gerichtsassistentin Gertrude von der Hübel und Gerichtsassistent Manfred Metzger verfasst wurde und Beweisstück A beschreibt:

"Konfrontiert man junge Menschen mit der Frage „Was möchtest Du denn gerne einmal werden?“, fallen die Antworten, je nach Geschlecht der befragten Person, typischerweise in Berufsfelder, die mit Schauspielerei, professioneller Medizinheilkunde oder Astronautentum zu tun haben. Hier sind zwei Spezialfälle zu unterscheiden, aus denen sich logische Schlüsse ziehen lassen: Gibt ein Mädchen „eine Natascha“ als Antwort an, kann man davon ausgehen, dass im erzieherischen Umfeld dieses Kindes etwas ziemlich schief läuft. Gibt ein Junge zu Protokoll, dass er sich vorstellen könne, den Beruf des Gerichtsvollziehers auszuüben, lässt sich ohne Zweifel sagen, dass er sich „Kasimir der Kuckuckskleber“ angesehen hat.
In Hans Billians Werk spielt Sepp Gneissl den deutschen Gerichtsvollzieher Kasimir Zwickelhuber, der Pfändungen durchführt, und zwar, so deutet es der Film an, immer nur bei jungen, attraktiven Frauen. Kasimir bietet den Frauen eine Option, wollen sie keine ihnen lieb gewordenen Gegenstände hergeben: Er pfändet einfach, wie er es nennt, ihre Ärsche. Die Frauen werden bei einer Auktion an Männer versteigert, die mit selbigen dann sexuellen Interkurs haben. Damit Kasimir den ungefähren Wert eines weiblichen Unterstübchens bestimmen kann, muss er die Frauen zuerst selbst testenzhnnh. Der Film zeigt Sex sehr offen, man kann sagen, pornographisch. shcoinetn Kasimirs Frau wird unterdessen immer frustrierter, weil ihr Ehemann, der bei der Arbeit zwar immer mit vollem Körpereinsatz dabei ist, zuhause impotent nnlasdfhj ioahsölfnöla sdfnaösnnlnasn"

Es tut mir Leid, ich kann mir beim besten Willen nicht erklären, was das Fröllein von der Hübel und der werte Herr Metzger da getrieben haben... aber nun gut, ich denke, wir haben auch so genug gehört und sind nun über den Inhalt des Films, zweifelsohne ein stumpfsinniger, lächerlicher Porno, informiert. Ich bitte nun den Angeklagten, den Herrn Muffin Man, vorzutreten.
Herr Muffin Man, Sie kennen die Anklagepunkte: Sie haben Beweisstück A, die DVD zu „Kasimir der Kuckuckskleber“, anderen Menschen zugänglich gemacht und über dieses abstossende Machwerk in aller Öffentlichkeit geredet. Was haben Sie zu Ihrer Verteidigung zu sagen?

Muffin Man: Euer Ehren, ich sehe mein Verbrechen nicht ein. „Kasimir der Kuckuckskleber“ an Leute auszuleihen ist nicht anders, als irgendeinen anderen Film auszuleihen. Er hat allen Menschen, die ihn gesehen haben, Freude gemacht. Das haben sie mir immer wieder beteuert. Jawohl, es ist ein Porno, aber, bei allem Respekt, Euer Gnaden, erkenne ich nicht, was daran verwerflich sein soll, handelt es sich bei „Kasimir der Kuckuckskleber“ doch mitnichten um einen, wie Sie es ausdrückten, „lächerlichen“, „stumpfsinnigen“ und „abstossenden“ Film. Ganz im Gegenteil, „Kasimir der Kuckuckskleber“ erzählt eine originelle, einfallsreiche Geschichte, die gespickt ist mit herrlich geschriebenen Dialogen. Ein Werk, bei dem die Liebe zum Material und das Herzblut der Beteiligten in jeder Minute spürbar ist, ein Juwel der deutschen Erwachsenenfilmszene sozusagen. Darf ich Euer Ehren fragen, ob Sie den Film selbst einmal gesehen haben?

Richterin Lola Humbifred: Nein, das habe ich nicht.

Muffin Man: Dann, Frau Humbifred, lade ich Sie herzlich ein, mit mir „Kasimir der Kuckuckskleber“ zu sichten, denn eine gute Richterin muss sich doch sicherlich persönlich ein Bild vom hier diskutierten Beweismaterial gemacht haben, um ein faires Urteil sprechen zu können, und sich nicht bloss auf einen, wie mir scheint, nicht in voller Konzentration verfassten Bericht Dritter verlassen.

Richterin Lola Humbifred: Das scheint mir tatsächlich angebracht zu sein. Wollen wir es hier im Gerichtssaal tun?

Muffin Man: Ich schlage vor, Lola, dass wir es bei mir zuhause machen; die Anlage ist besser.

Richterin Lola Humbifred: In Ordnung, ich vertage das Gericht also auf unbestimmte Zeit. Gerichtsschreiberin Kunigunde, haben Sie noch etwas vor? Sonst könnten Sie sich uns ja anschliessen. Das brauchen Sie übrigens nicht zu noti

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keddschabb

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Nach einem so guten Eröffnungsplädoyer wird sich eine gewissenhafte Kantonsrichterin sicher auch auf eine ausgiebige Beweisaufnahme einlassen. Und mit "Beweis" meine ich eigentlich "ioahsölfnöla sdfnaösnnlnasn"!


alanger

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verstehe


alanger

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vorgemerkt

das filmposter wäre hilfreich.

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alanger

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ähäm... das plakat verschafft einen guten eindruck der wunderbaren 70er BRD-atmo. (schnautzbärte usw.).


Marie Krolock

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stimmt, die Bärte sind wirklich einen eingehenderen Blick wert. :-D


keddschabb

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Damit wir uns gleich zu Beginn nicht missverstehen: "Kasimir, der Kuckuckskleber" ist ein Erwachsenenfilm aus den Bahnhofskinos der Bonner Republik, der deshalb auch von allen gemieden werden sollte, deren Wertesystem unter der Last dieses Films zusammenbrechen könnte. Wer aber damit klar kommt, sieht den vielleicht besten Pornofilm aus deutschen Landen... - aller Zeiten!

Hans Billian, zuvor Regie-Assistent am Thalia-Theater und ein Jahrzehnt lang Produktionsleiter und das, was wir heute wahrscheinlich "Script Doctor" nennen würden, für den ehrwürdigen Constantin-Filmverleih, schrieb und drehte nach seinem Ausstieg aus dem seriösen Geschäft die für die 60er und 70er typischen Bahnhofskino-Loops. Als Freigeist und Protagonist der sexuellen Revolution, der im Jahr 1969 die Wilhelm Reich-Raubdrucke von Frankfurter Studenten so verstand, dass die Zeit für qualitativ gute deutsche Pornographie reif war, musste er zunächst wegen der deutschen Gesetzeslage im liberaleren Schweden drehen, bevor man ihn dann ab Anfang der 70er auch in Deutschland ließ.

Die von Billian in vielen seiner frühen Loops und Filmen erreichte Qualität der Drehbücher, Dialoge und schauspielerischen Leistungen ist in meinen Augen für das Genre einzigartig. Dementsprechend landete er mit "Josephine Mutzenbacher" auch den erfolgreichsten deutschsprachigen Porno, der wegen seiner faszinierenden Hauptdarstellerin sogar in den USA als "Sensational Janine" einigen Erfolg hatte. Doch auch dieser Film blieb trotz aller Lust am Tabubruch, trotz der opulenten Sets und Kostüme und trotz des drolligen Wiener Schmähs nicht Billians Meisterwerk.

Denn in "Kasimir, der Kuckuckskleber" verbindet Billian auf brillante Weise typische Phantasien der Bundesbürger in den 70ern - die Nymphomanin, der verführte Klempner, die enthemmte Frigide, die lüsterne Höhergestellte - zu einem kurzweiligen Plot: Kasimir (Sepp Gneissl) ist Gerichtsvollzieher, der mit Bauchansatz, schütterem Haar, Schnauzbart und Bayerndialekt ein x-beliebiger deutscher Beamter wäre, wäre er nicht auch unglaublich gewitzt und spitz wie Nachbars Lumpi. Mit der deutschen Beamten gerne nachgesagten Gewissenhaftigkeit macht er sich dann auch an die Eintreibung von Schulden. Seine außerordentlich kreative Idee - wie auch die des Drehbuchs - ist die, Ehefrauen im Konsumrausch und Studentinnen in Geldnot lieber den Arsch zu verpfänden als Fernsehgerät und Pelzmantel. Das funktioniert auch zur außerordentlichen Zufriedenheit des Gerichtsvollziehers, der Schuldnerinnen und Gläubiger sehr lange gut, wegen eines eifersüchtigen Ehemannes jedoch muss Kasimir sich für seine unbürokratischen Methoden eines Tages dann doch vor Gericht verantworten. Diese Gerichtsverhandlung wird zu einem Höhepunkt der Erwachsenenfilmgeschichte.

Billians Muse und ehemalige Lebensgefährtin Patricia Rhomberg, die im Jahr zuvor als Josefine Mutzenbacher glänzte, ist in diesem Film in einer ihrer letzten Rollen zu sehen. Ihr, Gneissl und Billian zu Ehren ist es heute, mehr als 30 Jahre später, an der Zeit, diesen Film als ein Phänomen zu würdigen, dem sein rechtmäßiger Platz in der deutschen Filmgeschichte natürlich bisher verwehrt blieb. Ich wünsche mir, ein Dokumentarfilmer würde sich nach dem Vorbild von "Inside Deep Throat" dem Billianschen Werk von 1969-76 widmen.

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pellekraut007

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Dann, mein lieber Keddschabb, sehe ich mir den doch mal gerne an... Grunz!


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