Das Massaker von Katyn
Katyn (2007), PL Laufzeit 121 Minuten, FSK 16, Drama, Historienfilm, Kinostart 17.09.2009
9 Bewertungen
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126 Bewertungen
19 Kommentare
Keine
von Andrzej Wajda, mit Maja Ostaszewska und Artur Zmijewski
September 1939. Polen wird von Deutschland aus dem Westen und Russland aus dem Osten zerrieben. Tausende sind auf der Flucht, die Krakauer Uni wird geschlossen, Professoren werden nach Sachsenhausen deportiert. Die Rote Armee und der Geheimdienst NKWD treiben polnische Offiziere zusammen und schicken sie in Arbeitslager. Anna hat mehrere hundert Kilometer auf dem Fahrrad zurückgelegt, um nach ihrem Mann zu suchen, dem Offizier Andrzej. Tatsächlich findet sie ihn, kurz vor seinem Abtransport in ein Lager. Sie sehen sich nie wieder: Andrzej zählt zu den mehr als 22.000 Polen, die im April 1940 in den Wäldern von Katyn ermordet und in Massengräbern verscharrt werden. Nach dem Krieg kämpfen Anna und andere Witwen verzweifelt um das Andenken ihrer Männer – und werden deshalb von der russischen Führung verfolgt, die den Nazis das Massaker von Katyn in die Schuhe schieben will.
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Cast & Crew
- Genre
- Drama, Kriegsfilm
- Zeit
- 1939, Zweiter Weltkrieg
- Handlung
- Geheimnis, Lüge, Massaker, Soldat, Soldatenmord, Verschwörung
- Stimmung
- Aufregend, Berührend, Traurig, Verstörend
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Kritiken (7) — Film: Das Massaker von Katyn
Dietmar Kesten: Filmmag.de
Kommentar löschen[...] Wajda gelingt es, durch Schlüsselszenen immer wieder auf das Leid der Angehörigen zu verweisen. Es ist möglich, dass hier einiges zum Selbstzweck gerät, aber darüber kann hinweggesehen werden, weil es um die Bedeutung dieser Taten und um die Aufarbeitung durch Wajda geht. [...]
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HG Rodek: Die Welt, Berliner Morgenpost HG Rodek: Die Welt, Berliner Morgenpost
Kommentar löschen„Katyn“ reicht weit in die Gegenwart hinein, weil es mindestens so sehr um Geschichte selbst wie den Umgang mit ihr geht. Womit wir wieder bei der historischen Wahrheit wären. Es gibt sie, nicht alles ist beliebig und von Interpretationen abhängig, und manchmal dauert es Jahrzehnte, bevor sie sich durchsetzt, und manchmal muss sie gegen Verfälscher verteidigt werden.
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Kirsten Liese: BR Online, WDR3, Darmstädte... Kirsten Liese: BR Online, WDR3, Darmstädte...
Kommentar löschenDer Film des polnischen Regisseur Andrzej Wajda, dessen Vater zu den Opfern von Katyn zählt, behandelt ein nationales Trauma. Wajda erzählt mit viel Mitgefühl, überwiegend aus Sicht der polnischen Frauen, die vergeblich auf die Rückkehr ihrer Männer und Söhne warten. Der Film setzt sich aus einer Vielzahl von Schicksalen zusammen, die Wajda mit reichem Figurenarsenal aufwändig inszeniert und mit Archivbildern kombiniert, die für Authentizität bürgen. Dramaturgisch wirkt der Film angesichts der vielen Personen ein wenig kompliziert, doch folgt der Regisseur stets seinem roten Faden, den Tagebuchaufzeichnungen des Offiziers Andrzej. Das Massaker von Katyn ist von großer atmosphärischer Dichte und Wirkung. Die beklemmende Stimmung vermittelt sich bildlich in einem Grundton von kalten Grau-, Blau- und Brauntönen sowie in der düsteren Filmmusik des polnischen Komponisten Krysztof Penderecki.
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Dirk Lüneberg: Stadtmagazin [030], film.de...
Kommentar löschenGleich das erste Bild des Films macht das Dilemma der Polen während des Zweiten Weltkriegs auf ebenso einfache wie eindrucksvolle Weise deutlich: Auf einer Brücke strömt von beiden Seiten jeweils ein Treck polnischer Flüchtlinge aufeinander zu. Die auf der einen Seite fliehen vor den heranrückenden Russen, die auf der anderen vor den Deutschen. Polen war nicht viel mehr als eine zu eliminierende Verschiebemasse zwischen den strategischen Interessen von Hitler und Stalin, die zu Beginn des Krieges noch Verbündete waren.
Dies änderte sich bekanntlich im weiteren Verlauf und aus den einstigen Freunden wurden erbitterte Feinde. Als die Sowjets im April 1940 in den Wäldern in der Nähe der russischen Stadt Katyn mehr als 22.000 polnische Offiziere und Generäle auf grausame Weise ermordeten, schoben sie ihre Tat danach den Deutschen in die Schuhe. Auch nach Ende des Krieges wurde diese Lüge nie berichtigt, schließlich wollte man der offiziell so viel beschworenen polnisch-russischen Völkerfreundschaft…
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E. Knörer: taz, perlentaucher, cargo-film E. Knörer: taz, perlentaucher, cargo-film
Kommentar löschenHier wackelt wieder die Handkamera, hier spritzt das Blut und einmal versteigt sich der Film gar zu einer letzte-Lebenssekunden-Subjektive eines Sterbenden. Der unbedarfte, aber ungemein fernsehtaugliche Historienfilm-Verkleidungs"realismus" schlingert nun endgültig über die Grenze, die das Dümmlich-Biedere vom Obszönen trennt. Auf die Bilder der Planierraupe, die die Gräber zuschüttet, folgen eine Schwarzblende und schwer sakrale Trauermusik.
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CaptnCrunch Wed, 16 Sep 2009 09:33:23 -0000
Antwort löschenTjoa.. Herr Kollege... ist ja eine harte Kritik an einem Regisseur in dessen Land Filme noch von einem einzigen Synchronsprecher übersetzt werden.
Analog zu Ihrer Kritik zeigen Sie uns doch eine Deutsche Produktion die es besser gemacht hat/hätte :P
Der Film ist klasse insziniert und umgesetzt, da gibt es weder an der Regie noch an der Technischen ausführung was zu meckern. Es ist ein genormter Hollywood-Standard der da geboten wird.
Aber wenn man selbst nur an Sat1-Produktionen herangelassen wird, dann schämt schonmal der Mund, nicht wahr ?
Suchsland: FAZ, FR, filmdienst, Berlin... Suchsland: FAZ, FR, filmdienst, Berlin...
Kommentar löschenWajdas Film ist eine Elegie, ein Stück Trauerarbeit. Fast völlig ohne Musik, nur kurz untermalt durch Krzysztof Pendereckis 2. und 3. Symphonie und sein "Polnisches Requiem". Das Ergebnis ist eine monumentale Ode auf den polnischen Patriotismus: Verräter und Kollaborateure gibt es nicht zu sehen, dafür Offiziere, denen ihr Fahneneid wichtiger ist als die eigene Gattin, fromme Priester, die letzte Ölungen geben, und im kommunistischen Gefangenenlager heimlich die Beichte abnehmen; und treue Frauen und Töchter. Mit anderen Worten: Polit-Kitsch im Dienst der guten Sache.
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CaptnCrunch Wed, 16 Sep 2009 09:26:01 -0000
Antwort löschenHAben Sie den Film überhaupt geshen? Oder kennen Sie nur den Trailer von Youtube? Danach hört sich Ihre fälschliche Darstellung nämlich an.
Es ist KEINE ode an den Patriotismus! Es ist ein ehrliches Gedenken an die Opfer, deren ANgehörige und das Leid, welches deise erlitten !!
Kollaborateure und Verräter sieht man nur zu oft in dem Film, die Geschichte eines Kollaborateurs wird sogar komplett erzählt, aber da waren Sie wahrscheinlich schon auf m Klo eingeschlafen.
Jean-Luc Douin: Le Monde Jean-Luc Douin: Le Monde
Kommentar löschenAndrzej Wajda wollte diesen Film über das nationale Trauma [Polens] unbedingt drehen. Der erste Grund ist persönlich: sein Vater war unter den ermordeten Offizieren in Katyn. Die Geschichte erlaubte ihm den Mut seiner Mutter zu würdigen und offene Rechnungen mit seiner Vergangenheit zu begleichen. Darüber hinaus handelt es sich um eine messianische Mission: die Identität eines Landes verteidigen, das besetzt, zerstückelt, zerhackt wurde. Katyn ist die neue Episode des Überlebens-Epos eines Volkes, das nie aufhörte, die Beute seiner Nachbarn zu sein. Und die der Entschiedenheit von Wajda die Geschichtsverfälschungen durch die Kommunisten aufzudecken.
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Kommentare (12) — Film: Das Massaker von Katyn
strangelet Tue, 05 Feb 2013 22:20:22 -0000
Kommentar löschenOffensichtlich ein Film, der Geld gekostet hat, und sicherlich in Polen ja auch ein bedeutendes Thema, aber davon kann sich wenig über die Grenze retten. Währenddessen sitzt man da und fragt sich wo das hinführen soll, und am Schluß sitzt man da und fragt sich, was es überhaupt soll...
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Cellmorbasg Sat, 28 Jan 2012 17:46:51 -0000
Kommentar löschenKein einfacher Film, nicht in allererster Linie wegen dem Thema, sondern wegen dem weiten ausholen, den vielen Figuren und Nebenhandlungen die zwar alle mit dem Massaker von Katyn zu tun haben, aber keine geschlossene Geschichte bilden. Das macht es schwer dem Film zu folgen, der auch zeitlich Sprünge macht um am Ende möglichst die ganze Geschichte zu erzählen. Doch trotz oder gerade wegen dieser Schwächen schafft es der Film Sensibilität für Polen zu wecken. Ein Land das 1939 von Deutschland und der Sowjetunion angegriffen und besetzt wird, dann nur von Deutschland besetzt, später von der Sowjetunion befreit, schließlich ein kommunistischer Satellitenstaat Moskaus und nach Westen verschoben wird. Wie schon zuvor in der Geschichte eine Spielball der Mächte, eine Pufferzone aus der man sich bedient wie es einem gefällt. Ein Teil dieser bitteren Geschichte ist das Massaker von Katyn, eine mehrfache Tragödie, die Tat selbst, die Vereinnahmung der Deutschen für propagandistische Zwecke, die Vertuschung der Täterschaft der Sowjetunion und das lange Schweigen - schließlich auch der Flugzeugabsturz der Präsidentenmaschine bei Smolensk, ein Unglück das dazu führte, dass dieser Film in Russland im Fernsehen lief und viele Menschen über die wahren Begebenheiten aufklärte. Katyn - ein Name also, der jedem Polen ein Begriff sein wird und umso schwerer muss die Umsetzung dieser Geschichte für die Leinwand gewesen sein. Es ist nicht gänzlich gelungen. Die Schicksale die der Film erzählt stehen beispielhaft für unzählige andere und so nimmt der Film fast dokumentarische Gestalt an. Doch das ist eigentlich der Auftakt, der lange Auftakt zu den Minuten am Schluss in denen das Massaker dann tatsächlich gezeigt wird - hier ist der Film wirklich herausragend inszeniert. Beklemmung macht sich breit, der Atem stockt, zum weinen fehlt die Kraft beim Anblick solcher Grausamkeit. Der Abspann läuft ohne Musik, nur die dröhnende Stille ist angemessen für den Nachklang solcher Bilder.
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stalker Sat, 23 Jul 2011 21:28:25 -0000
Kommentar löschenKatyn, vor Jahren hätte da noch mein Propagandaalarm geschrillt, der war falsch abgestimmt, jetzt schrillt er wieder richtig, also hier nicht, dafür vibriert meine Schmalzswatch und blinkt der Pathoswecker.
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8martin Fri, 15 Apr 2011 15:07:18 -0000
Kommentar löschenDer polnische Regisseur Andrzej Wajda hat bei einer der letzten historischen Unklarheiten des 2. Weltkrieges eine abschließende Richtigstellung vorgenommen. Auch anhand von Dokumentaraufnahmen und Dialogen wird belegt, wie je nach politischer Lage der herrschenden Besatzer die Schuld für dieses Massaker mal Nazideutschland mal der Sowjetunion zugeschoben wurde. Dabei ist es nicht immer leicht, geäußerte Meinungen und Sachverhalte in den wechselnden Szenen richtig einzuordnen. Für sein Drehbuch hat er einen Roman hergenommen, der die ganze menschliche Tragik durch betroffene Personen besonders unterstreicht und in eine Spielfilmhandlung verwandelt. Es wird auf den Umstand verwiesen, dass es manche besser wussten, aber aus Opportunismus schwiegen und letztlich an diesem Wissen zerbrachen. Das Massaker selbst wird kommentarlos und ohne musikalische Untermalung dargestellt. Was in diesem Film nicht deutlich wird, ist die Frage, wieso es zu diesem Massenmord kam? Warum ordnete Stalin das an? Aber auch ohne eine solche Hinterfragung, kann man diese in vornehmlich dunklen Farben gehaltene Tragödie gut nachvollziehen.
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Imi DeVito Tue, 11 Jan 2011 00:16:36 -0000
Kommentar löschenWas erwartet man von einem Film über das Massaker von Katyn?
Eine Aufarbeitung der polnisch/ deutschen/ russischen Geschichte?
Habe ich anfangs, bis mir Freunde mitteilten, der Film sei etwas ganz anderes.
Vor der Synchronfassung hatte man mich gewarnt, ich habe mir daraufhin eine asiatische Version besorgt. Ton Original: Dialoge in deutsch bzw. polnisch, UT in englisch und 2 asiatischen Sprachen.
Das führt dazu, dass man nur die Hälfte direkt versteht. Das muss auch der polnischen Bevölkerung so gegangen sein. Grundlage des Filmes ist das akustisches Unverständnis der Betroffenen über das, was um sie herum geschieht.
Dann bleiben die Bilder: Erst normales Leben, mit Frau, Kind, Familie, Nachbarn, Dorf etc.
Abrupt unterbrochen.
Einmarsch der Deutschen, Schließung der Hochschulen, Verhaftung und anschließende Erschiessung der Professoren etc.
Einmarsch der Soviets: Wie vor.
Nun die beindruckendsten Bilder, die ich jemals gesehen habe: Die Polen flüchten von links nach rechts vor den Deutschen, andere Polen flüchten von rechts nach links vor den Soviets. Sie treffen sich auf einer Brücke.
Die Familien zerteilen sich, der Verband der Menschen untereinander wird atomisiert- ohne dass irgendein Kriegsziel erkennbar wird.
Die Zivilbevölkerung kämpft einen aussichtslosen Kampf ums Überleben, das Militär führt nur seine Befehle aus. Jede Form von Menschlichkeit wird ausgespart.
Andrej Wayda fasst diese unglaublichen Bilder in Filmsequenzen zusammen, die ein scheinbar automatisches Handeln aller betroffenen Personen darstellen. (Hier scheint seine Tradition zu liegen: Seine Erstlingswerke z.B. "Asche und Diamant" oder später "Danton" zeigen die Unausweichlichkeit menschlichen Handelns auf Politik und menschlichen Beziehungen)
Das ganze erinnert an den Adolf Eichmann- Prozess. Er behauptete, er hätte nie etwas entschieden, sondern immer nur Befehle ausgeführt zu haben.
Das ist das zentrale Element in diesem Film. Unkontrolliert - ohne jeden Einfluss einer Moral, eines Agreements des Zusammenlebens- führen alle Beteiligten ihre Befehle gnadenlos aus. Jeder funktioniert, egal ob Pole, Russe, Deutscher.
Es ist der radikalste Antikriegsfilm, den ich jemals gesehen habe. Es geht nicht um militärische Ziele, es geht um eine ethnische Säuberung.
Wer mehr darüber erfahren will, dem empfehle ich das Buch "Klimakriege" von Harald Welzer. Gibt es bei der Bundeszentrale für politische Bildung für 7,00€.
Nach diesem Buch ist das heutige Europa das Ergebnis von ethnischen Säuberungen Ende des 19. JHds.
Und wir erleben laufend neue ethnische Säuberungen auf der ganzen Welt: Bosnien, Irak, Sudan (Filmempfehlung- und ähnlich verstörend- wegen vergleichbare Thematik: Darfur von Uwe Boll, 2009)
Aktuell: Tamilen in Sri Lanka,
Die Völkermorde in Ruanda,
Absehbar in den nächsten 6 Monaten: Bürgerkrieg im geteilten Sudan
Ethnische Säuberungen als Kriegsziel?
Bei diesem Gedanken wird mir schlecht. Und dennoch: Der Film ist eine Parabel über die menschliche Zivilisation und Kultur. Krieg ist Bestandteil der Zivilisation.
Das ist das Erschreckende: Die Vertreibung der Juden durch die Ägypter, die Verfolgung der Christen durch die Römer, die Vernichtung der Armenier durch die Türken, der Juden durch die Deutschen etc. werden heute noch erzählt.
Das Wissen um die Völkermorde gehört nicht zu den Peinlichkeiten der Zivilisation, sondern zur Allgenmeinbildung.
Es gibt interessante Aufsätze über afrikanische Kindersoldaten, die ihre "Feinde" jagen und danach aufessen- "aber keine Weissen, die schmecken nach Hubschrauberöl."
Ich bin 53 Jahre, habe im Laufe meines Lebens schon Tausende an Filmen gesehen. Ich bin "abgehärtet" und habe meine Spass mit asiatischen Splatterfilmen, deren Komik mich ablenkt.
Katyn brachte mich real zum Weinen- was jahrzehntelang bei einem Film unvorstellbar war.
Dieser Film stellt Fragen:
Wie hätte ich gehandelt, wenn ich damals ein Pole, Russe, Deutscher gewesen wäre?
Die heutige Überzeugung hätte nicht weitergeholfen. Und die damaligen Beteiligten waren auch nicht geistig minderbemittelt.
Kurzum: Ein Film, der keine geschichltlich abgeschlossene Situation darstellt, sondern dessen Inhalt sich jederzeit wiederholen kann.
Eine Darstellung eines Nebenschauplatzes des Krieges - unerklärbar, ohne Drogeneinfluss (Apocalypse Now), ohne Mannbarkeitsriten (Platoon), ohne Gewißheit, für die gerechte Sache zu kämpfen (Rambo 1-xxx u.a.)
Alles was geschieht, folgt einer klaren Vorgabe, der sich keiner entziehen kann- auf allen Seiten.
Dieser Film ist kein Film im übertragenden Sinne. Es handelt sich um ein moralisches Statement zur Menschlichkeit und Eigenverantwortung.
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kirmandi Mon, 27 Dec 2010 21:56:47 -0000
Kommentar löschentrotz der eigentlich wichtigen thematik ein sehr langatmiger und emotionsloser film. die originalaufnahmen als einspieler helfen da genauso wenig/viel wie die (schlechten) deutschen synchronstimmen, schade drum
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maximilian-grimm Sat, 06 Nov 2010 10:46:35 -0000
Kommentar löschenIch weis nicht ob es nur an der grausam schlechten deutschen Syncro liegt oder an der schauspielerischen Leistung. Jedenfalls ließ mich dieser Film komplett kalt. Gerade die 2. Hälfte die eigentlich Interessant gedacht schien aber einfach langweilig und emotionslos daherkommt.
Das ist sehr schade, weil Spielfilme die Polen im 2. WK thematisieren sehr selten sind. Aber "Massaker von Katyn" bleibt für mich ein Film der Kategorie: nett gemeint, aber...
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mikkean Wed, 18 Aug 2010 14:54:57 -0000
Kommentar löschen“Katyń“ ist mehr als nur die Geschichte eines grausamen Kriegs-Verbrechens. Regisseur Andrzej Wajda verarbeitet die Geschehnisse zu einer Lektion für seine Heimat Polen. Sehr ungewohnt vollführt Wajda nach einem Beginn, bei dem schon alle Weichen gestellt scheinen, den Sprung zur Chronik. Hier erzählt er in einem mal festen, dann wieder loseren Personen-Kern von der Okkupation Polens und der propagandistischen Bedeutung. Nach ihrem ehemaligen Schulter-Schluss schieben sich die Deutschen und die Sowjets in den Folgejahren gegenseitig den massenmordenden schwarzen Peter zu. Dabei wird nicht nur die jeweils andere ideologische Seite zum alleinigen Täter verklärt, auch das Datum des Massakers wird versetzt. In "Katyń" finden sich deshalb auch die unterschiedlichen Repressalien wider, mit denen kritische und auch nur selbst betroffene Stimmen der Angehörigen mundtot gemacht wurden. Einer der absoluten Schlüssel-Sätze, aus denen ich die Absicht von Wajda herauslese, lautet: "Es wird nie ein freies Polen geben, niemals. Merken Sie sich meine Worte." Diese stammen von einer konformen Direktorin, deren Schwester schließlich selbst von den Sowjets verhaftet und ermordet wird, weil sie auf das wahre Datum, nicht das offizielle, beharrt. Ja, von der Fülle der gezeigten Personen und Schicksale kann man als Zuschauer letztlich ein wenig erdrückt werden. Immer wieder tauchen Personen auf, die wir erst kennenlernen und verstehen müssen. Dann wieder unterbricht sich auch die Lebenslinie der bereits etablierten Figuren. Aber das ist ein durchaus vertretbarer Makel, bei solch eindringlichen Bildern, mit denen Wajda seinen Film gefüllt hat. Auch dann, wenn er das Massaker schließlich doch noch zeigt, in kalten, entmenschlichten Abläufen. Ein starkes Stück Kino, das auch ohne Pathos und den moralischen Zeigefinger auskommt.
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stuforcedyou Wed, 18 Aug 2010 15:20:18 -0000
Antwort löschenKlingt interessant und ist (mal wieder) toll geschrieben. Da der Film sonst eher negative Kritiken bekommen hatte, war er nicht so auf meinem Schirm. Dies hat sich vor einer Minute geändert. Vielen Dank.
mikkean Wed, 18 Aug 2010 15:28:11 -0000
Antwort löschenIch war auch eher skeptisch, aber ich wurde auch vom einführenden Kommentar Wajdas sehr positiv überrascht :)
patcharisma Sun, 25 Jul 2010 18:51:28 -0000
Kommentar löschenBei allem grossen Respekt für das wichtige Motiv und überfällige Statement des grossen Regisseurs Wajda ("Asche und Diamant") für das gescholtenste Land des Krieges, Polen, kann ich diesem Geschichts-Aufarbeitungs-Film bei allem Wohlwollen keine gute Kritik geben. Damit will ich auch niemandem, der davon irgendwie betroffen ist, zu nahe treten. "Katyn" ist eigentlich ein Film, über den man nichts Negatives sagen möchte. Ich tu es halt mal mit Vorbehalt:
Die Dramaturgie ist unglaublich schwerfällig und die Geschichte(n) extrem verzettelt - kein roter Faden will hier mit annehmbarer Konstanz nur grad halbwegs durchgehen. Niemals will der langatmige Film wirklich packen, manchmal hat man sogar das Gefühl, man sei in einer Soap gelandet, mit all dem komplett spannungslosen Dusel der erzwungen tiefgründigen Dialoge und den dazu diametral störenden (Liebes-)Wirrungen. Das Kriegsende wird nach der ersten Hälfte abrupt und kaum bemerkbar geschildert. Und nach den gesamthaft zwei geschlagenen Stunden Vakuum, das nirgends hinzuführen scheint, fühlt man nur noch Überdruss und ist müde und erschöpft. Und dann sieht man plötzlich mit aller Detailstreue dieses Erschiessungs-Massaker als stummer (und schwacher) Schluss.
Über den Krieg und all seine schrecklichen Konsequenzen gibt es unglaublich wuchtige und bewegende Dramen, "Katyn" gehört leider defintiv nicht dazu. Tolle Kamera und Ausstattung immerhin und das ehrenswerte Motiv eben.
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Uppi.fp Tue, 06 Apr 2010 10:54:06 -0000
Kommentar löschenAuch mir kam der Film etwas hastig vor, es war schwierig sich in einzelne Figuren einzufühlen, wobei ich einigen Personenkonstellationen auch nur schwer folgen konnte. Aber: Nachdem ich eine Nacht drüber geschlafen habe, denke ich, darum ging es schließlich nicht. Dies ist kein hollywood'scher Schmachtfilm mit großen Gefühlen, Liebe, Schmerz und ganz wenig Hoffnung, wo Krieg, Vertreibung und Geschichtsverfälschung nur zum Handlungsrahmen werden und die nächste Liebesgeschichte in irgendeine x-beliebige Zeit schubsen. Hier geht es, wie schon von meinen Vorgängern gesagt, um geschichtliche Aufarbeitung eines nationalen Traumas. Und in diesem Punkt überzeugt der Film absolut.
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Schlegel Thu, 24 Sep 2009 11:45:51 -0000
Kommentar löschenKraftvolles Alterswerk von Andrzej Wajda, beinahe fragmentarisch. Hätte 2008 den Auslandsoscar bekommen sollen. Und eigentlich ist es eine Frechheit, dass der Film erst jetzt in die Kinos kommt. Mittlerweile kann man ihn schon auf Youtube sehen; der Verleiher scheint in der Steinzeit zu leben.
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patcharisma Sun, 25 Jul 2010 21:26:48 -0000
Antwort löschenHast Du toll geschrieben, ich sah es gerade und bin komplett enttäuscht, leider...
Alle 3 Antworten zeigen
Schlegel Sun, 25 Jul 2010 23:43:01 -0000
Antwort löschenSchade. Aber mich hat die brüchige Dramaturgie nicht gestört.
patcharisma Sun, 25 Jul 2010 23:50:59 -0000
Antwort löschenJa, denn Du gehörst eben auch zu den Guten auf PM! ;-) (Das meine ich auch so, ohne blöden Zwischentöne!)
emily Wed, 23 Sep 2009 12:12:32 -0000
Kommentar löschenIch hatte das Glück den Film mit einem vorhergehenden Vortrag eines polnischen Historikers schauen zu können. Dieser führte uns ein wenig in die polnische Geschichte ein und berichtete, dass im 2. Weltkrieg und besonders auch im Massaker von Katyn ein Drittel der „höheren“ (Akademiker, Offiziere, politische Führung) polnischen Bevölkerungsschicht umgebracht worden sind, was sich bis heute in Polen noch bemerkbar macht.
Die Handlung im Film dreht sich indes insbesondere um die Tatsache, dass das Massaker nicht von den Deutschen (wie die Sowjets es nach dem Krieg behauptet haben) verübt wurde sondern von den Sowjets selbst.
So politisch brisant das Thema auch sein mag, der Film hat mich ein wenig enttäuscht zurückgelassen.
Dramaturgisch gesehen ist das Massaker von Katyn wirklich sehr geschickt umgesetzt, wenn man das bei diesem heiklen Thema überhaupt so sagen darf. Denn erst ganz am Ende wird gezeigt, wo vorher immer nur vage drüber gesprochen wird: Das Massaker von Katyn selbst und dann: Schluss. Das Kino habe ich daher mit einem sehr dicken Kloß im Hals verlassen und die Szenen auf dem Weg nach Hause verdauen müssen. Der Anfang des Films war da erst einmal vergessen…
Den Rest des Films finde ich jetzt im nach hinein aber leider eher durchwachsen. Mir sind die Protagonisten nie so richtig ans Herz gewachsen – dafür waren es meiner Meinung nach zu viele. Die Handlung konzentriert sich nämlich nicht, wie im Pianisten, nur auf eine Hauptfigur, sondern verfolgt mehrere Handlungsstränge und Personen.
Als störend empfand ich auch die Geschwindigkeit in der der Film den Krieg und die Nachkriegszeit durchspielte. Alles ging so schnell, dass ich mich nie wirklich in die Handlung einfinden konnte.
Langer Text, kurzer Sinn: Sicherlich ein Film mit wichtiger Aussage aber nachdem ich das Ende verdaut habe, blieb leider ein schaler Nachgeschmack übrig.
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