Filmplakat von Das Massaker von Katyn Das Massaker von Katyn

Katyn, PL 2007 — Kritik

Kritiker — Ganz gut 6.5

Der Film Das Massaker von Katyn wurde von 9 Kritikern bewertet.

HG Rodek: Die Welt, Berliner Morgenpost

7.5Sehenswert

„Katyn“ reicht weit in die Gegenwart hinein, weil es mindestens so sehr um Geschichte selbst wie den Umgang mit ihr geht. Womit wir wieder bei der historischen Wahrheit wären. Es gibt sie, nicht alles ist beliebig und von Interpretationen abhängig, und manchmal dauert es Jahrzehnte, bevor sie sich durchsetzt, und manchmal muss sie gegen Verfälscher verteidigt werden.

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Kirsten Liese: BR Online, Kinofenster, Dar...

7.5Sehenswert

Der Film des polnischen Regisseur Andrzej Wajda, dessen Vater zu den Opfern von Katyn zählt, behandelt ein nationales Trauma. Wajda erzählt mit viel Mitgefühl, überwiegend aus Sicht der polnischen Frauen, die vergeblich auf die Rückkehr ihrer Männer und Söhne warten. Der Film setzt sich aus einer Vielzahl von Schicksalen zusammen, die Wajda mit reichem Figurenarsenal aufwändig inszeniert und mit Archivbildern kombiniert, die für Authentizität bürgen. Dramaturgisch wirkt der Film angesichts der vielen Personen ein wenig kompliziert, doch folgt der Regisseur stets seinem roten Faden, den Tagebuchaufzeichnungen des Offiziers Andrzej. Das Massaker von Katyn ist von großer atmosphärischer Dichte und Wirkung. Die beklemmende Stimmung vermittelt sich bildlich in einem Grundton von kalten Grau-, Blau- und Brauntönen sowie in der düsteren Filmmusik des polnischen Komponisten Krysztof Penderecki.

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Dirk Lüneberg: Stadtmagazin [030], film.de...

7.5Sehenswert

Gleich das erste Bild des Films macht das Dilemma der Polen während des Zweiten Weltkriegs auf ebenso einfache wie eindrucksvolle Weise deutlich: Auf einer Brücke strömt von beiden Seiten jeweils ein Treck polnischer Flüchtlinge aufeinander zu. Die auf der einen Seite fliehen vor den heranrückenden Russen, die auf der anderen vor den Deutschen. Polen war nicht viel mehr als eine zu eliminierende Verschiebemasse zwischen den strategischen Interessen von Hitler und Stalin, die zu Beginn des Krieges noch Verbündete waren.
Dies änderte sich bekanntlich im weiteren Verlauf und aus den einstigen Freunden wurden erbitterte Feinde. Als die Sowjets im April 1940 in den Wäldern in der Nähe der russischen Stadt Katyn mehr als 22.000 polnische Offiziere und Generäle auf grausame Weise ermordeten, schoben sie ihre Tat danach den Deutschen in die Schuhe. Auch nach Ende des Krieges wurde diese Lüge nie berichtigt, schließlich wollte man der offiziell so viel beschworenen polnisc
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E. Knörer: taz, perlentaucher, cargo-film

2.5Ärgerlich

Hier wackelt wieder die Handkamera, hier spritzt das Blut und einmal versteigt sich der Film gar zu einer letzte-Lebenssekunden-Subjektive eines Sterbenden. Der unbedarfte, aber ungemein fernsehtaugliche Historienfilm-Verkleidungs"realismus" schlingert nun endgültig über die Grenze, die das Dümmlich-Biedere vom Obszönen trennt. Auf die Bilder der Planierraupe, die die Gräber zuschüttet, folgen eine Schwarzblende und schwer sakrale Trauermusik.

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CaptnCrunch

Tjoa.. Herr Kollege... ist ja eine harte Kritik an einem Regisseur in dessen Land Filme noch von einem einzigen Synchronsprecher übersetzt werden.

Analog zu Ihrer Kritik zeigen Sie uns doch eine Deutsche Produktion die es besser gemacht hat/hätte :P

Der Film ist klasse insziniert und umgesetzt, da gibt es weder an der Regie noch an der Technischen ausführung was zu meckern. Es ist ein genormter Hollywood-Standard der da geboten wird.

Aber wenn man selbst nur an Sat1-Produktionen herangelassen wird, dann schämt schonmal der Mund, nicht wahr ?


alanger

zynisch und dumm deine kritik ("...Hier wackelt wieder die Handkamera..."). kannst du stolz drauf sein.


Suchsland: FAZ, FR, filmdienst, Berlin...

5.5Geht so

Wajdas Film ist eine Elegie, ein Stück Trauerarbeit. Fast völlig ohne Musik, nur kurz untermalt durch Krzysztof Pendereckis 2. und 3. Symphonie und sein "Polnisches Requiem". Das Ergebnis ist eine monumentale Ode auf den polnischen Patriotismus: Verräter und Kollaborateure gibt es nicht zu sehen, dafür Offiziere, denen ihr Fahneneid wichtiger ist als die eigene Gattin, fromme Priester, die letzte Ölungen geben, und im kommunistischen Gefangenenlager heimlich die Beichte abnehmen; und treue Frauen und Töchter. Mit anderen Worten: Polit-Kitsch im Dienst der guten Sache.

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CaptnCrunch

HAben Sie den Film überhaupt geshen? Oder kennen Sie nur den Trailer von Youtube? Danach hört sich Ihre fälschliche Darstellung nämlich an.

Es ist KEINE ode an den Patriotismus! Es ist ein ehrliches Gedenken an die Opfer, deren ANgehörige und das Leid, welches deise erlitten !!

Kollaborateure und Verräter sieht man nur zu oft in dem Film, die Geschichte eines Kollaborateurs wird sogar komplett erzählt, aber da waren Sie wahrscheinlich schon auf m Klo eingeschlafen.


alanger

"Polit-Kitsch im Dienst der guten Sache" sagt sich so schön flapsig, leger dahin. und ist einfach nur blödsinn. und ist respektlos gegenüber wajda und den polen.


Anke Westphal: Berliner Zeitung

6.5Ganz gut

In den Bildern des seriellen Mordens bei Katyn, am Ende des Films, wird diese Parallele nur konsequent durchgeführt. Und doch muss man dieses Ende falsch finden, weil es den Mördern noch einmal Macht verleiht. Das alles zeigt Wajdas Film - man kann ihm durchaus vorwerfen, dass er zu viel zeigt und sich dabei verliert. Aber "Katyn" ist eben nicht einfach ein Film oder ein Requiem für die Opfer, das danach fragt, welche Seite man wählt durch das eigene Verhalten: die der Mörder oder Ermordeten. "Katyn" ist mehr - ein multinationales Politikum. Als Vermächtnis seines 81-jährigen Regisseurs muss man "Katyn" respektieren.

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Jean-Luc Douin: Le Monde

8.0Ausgezeichnet

Andrzej Wajda wollte diesen Film über das nationale Trauma [Polens] unbedingt drehen. Der erste Grund ist persönlich: sein Vater war unter den ermordeten Offizieren in Katyn. Die Geschichte erlaubte ihm den Mut seiner Mutter zu würdigen und offene Rechnungen mit seiner Vergangenheit zu begleichen. Darüber hinaus handelt es sich um eine messianische Mission: die Identität eines Landes verteidigen, das besetzt, zerstückelt, zerhackt wurde. Katyn ist die neue Episode des Überlebens-Epos eines Volkes, das nie aufhörte, die Beute seiner Nachbarn zu sein. Und die der Entschiedenheit von Wajda die Geschichtsverfälschungen durch die Kommunisten aufzudecken.

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Kommentare — Ganz gut 6.3

Der Film Das Massaker von Katyn wurde von 27 Mitgliedern bewertet.

Schlegel

Bewertung8.5Herausragend

Kraftvolles Alterswerk von Andrzej Wajda, beinahe fragmentarisch. Hätte 2008 den Auslandsoscar bekommen sollen. Und eigentlich ist es eine Frechheit, dass der Film erst jetzt in die Kinos kommt. Mittlerweile kann man ihn schon auf Youtube sehen; der Verleiher scheint in der Steinzeit zu leben.

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alanger

Bewertung8.5Herausragend

wichtiger und starker film.

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emily

Bewertung6.5Ganz gut

Ich hatte das Glück den Film mit einem vorhergehenden Vortrag eines polnischen Historikers schauen zu können. Dieser führte uns ein wenig in die polnische Geschichte ein und berichtete, dass im 2. Weltkrieg und besonders auch im Massaker von Katyn ein Drittel der „höheren“ (Akademiker, Offiziere, politische Führung) polnischen Bevölkerungsschicht umgebracht worden sind, was sich bis heute in Polen noch bemerkbar macht.
Die Handlung im Film dreht sich indes insbesondere um die Tatsache, dass das Massaker nicht von den Deutschen (wie die Sowjets es nach dem Krieg behauptet haben) verübt wurde sondern von den Sowjets selbst.
So politisch brisant das Thema auch sein mag, der Film hat mich ein wenig enttäuscht zurückgelassen.
Dramaturgisch gesehen ist das Massaker von Katyn wirklich sehr geschickt umgesetzt, wenn man das bei diesem heiklen Thema überhaupt so sagen darf. Denn erst ganz am Ende wird gezeigt, wo vorher immer nur vage drüber gesprochen wird: Das Massaker von Katyn selbst und dann: Schluss. Das Kino habe ich daher mit einem sehr dicken Kloß im Hals verlassen und die Szenen auf dem Weg nach Hause verdauen müssen. Der Anfang des Films war da erst einmal vergessen…
Den Rest des Films finde ich jetzt im nach hinein aber leider eher durchwachsen. Mir sind die Protagonisten nie so richtig ans Herz gewachsen – dafür waren es meiner Meinung nach zu viele. Die Handlung konzentriert sich nämlich nicht, wie im Pianisten, nur auf eine Hauptfigur, sondern verfolgt mehrere Handlungsstränge und Personen.
Als störend empfand ich auch die Geschwindigkeit in der der Film den Krieg und die Nachkriegszeit durchspielte. Alles ging so schnell, dass ich mich nie wirklich in die Handlung einfinden konnte.
Langer Text, kurzer Sinn: Sicherlich ein Film mit wichtiger Aussage aber nachdem ich das Ende verdaut habe, blieb leider ein schaler Nachgeschmack übrig.

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