Kes

Kes (1969), GB
Laufzeit 107 Minuten, FSK 12, Drama

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7.8 Kritiker
3 Bewertungen
Skala 0 bis 10
7.9 Community
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5 Kommentare
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mit David Bradley und Freddie Fletcher

Ein 14-jähriger Einzelgänger, der mit seiner Mutter im tristen Milieu eines englischen Kohlenreviers lebt, beweist beim Abrichten eines Falken eine erstaunliche Ausdauer und Geschicklichkeit, die seinen mit Blindheit und Vorurteilen geschlagenen Lehrern zumeist verborgen bleibt. Nach einer Auseinandersetzung tötet der ältere Bruder das Tier in einem Wutanfall.


Cast & Crew


Kritiken (1) — Film: Kes

Batzman: moviepilot / Fünf Filmfreunde

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8.5Ausgezeichnet

Großartiges Frühwerk von Ken Loach, der schon damals zeigte, das auch grimmiges Sozialkino in UK besser funktioniert als vergleichbare deutsche Werke. Denn bei aller Intensität und der dem Film innewohnenden Düsternis, ist er immer noch unterhaltsamer als das Gesamtwerk von Hark Bohm.

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Kommentare (4) — Film: Kes

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filmfan90

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Bewertung9.0Herausragend

Kenneth Loachs mit dokumentarischer Ehrlichkeit gefilmtes Drama „Kes“ versinnbildlicht soziale Ungerechtigkeiten in der Beziehung zwischen einem Jungen und einem Falken.
Billy, der im britischen Kohlearbeiter- Milieu der späten 1960er Jahre heranwächst, hat es nicht leicht im Leben- seine alleinerziehende Mutter schenkt ihm nur wenig Beachtung, sein Bruder Jud prügelt, seine Lehrer schikanieren und seine Mitschüler mobben ihn. Doch eines Tages macht der Junge im Turm einer Burgruine ein Falkennest ausfindig. Sofort ist sein Interesse an den Vögeln geweckt, weshalb er ein Buch über die Dressur von Falken stiehlt und daraufhin ein Jungtier aus dem Horst entwendet. Billy liebt es, seinen neuen Gefährten in der Natur zu bewundern und währenddessen die Alltagsprobleme auszublenden. Nachdem Billy das Geld, das er im Auftrag seines tyrannischen Bruders auf ein Pferd setzen soll, für Essen ausgegeben hat, gerät Jud außer Kontrolle und sinnt auf Rache…
„Kes“ ist eine Verfilmung des Romans „A Kestrel for a Knave“ aus der Feder des britischen Schriftstellers und Lehrers Barry Hines‘. Der Titel des Romans beruht wiederum auf einem mittelalterlichen Gedicht aus England, in dem es heißt, dass Knappen am Hofe ausschließlich Falken (und im Gegensatz zu Königen keine Adler) halten dürfen.
Kenneth Loach, der zusammen mit Barry Hines und Tony Garnett das Drehbuch verfasste, versucht, „Kes“ ein Höchstmaß an Authentizität zu verleihen, indem er (fast) ausschließlich Laiendarsteller, die allesamt einen nur schwer verständlichen Yorkshire- Dialekt sprechen, engagierte, an Originalschauplätzen – völlig alltäglichen Orten – drehte, und auf künstliche Beleuchtung und andere filmtechnische Raffinessen vollends verzichtete. Mit dieser Vorgehensweise knüpft der Regisseur an den italienischen Neorealismus und die tschechische New Wave an, doch darüber hinaus schuf er mit „Kes“ gewissermaßen den Inbegriff des poetisch- realistischen Arbeiterkinos.
Obwohl sich Loach bemüht, die „(…) real, real reality“ (Troy Kennedy Martins) abzubilden, und aus diesem Grund zuweilen Nebensächliches hauptsächlich macht, ist „Kes“ in künstlerischer Hinsicht ein ausgesprochen reifer und wohldurchdachter Film: die Dualität von „Oben“, d.h. die Sehnsucht nach Freiheit und Würde, und „Unten“, d.h. die Hoffnungslosigkeit durch die Monotonie des tristen Alltagslebens, erhebt Loach zum inszenatorischen Merkmal seines Werkes; Billy liebt es zu klettern, nach „oben“ zu streben, wohingegen sein gebrochener Bruder Jud alltäglich zur Arbeit in die Kohlestollen herunterfährt. Billys Falke erfüllt – allegorisch betrachtet - insoweit die Funktion eines „Mittlers“ zwischen jenen beiden Daseinsformen, Zuversicht und Resignation. In diesem Zusammenhang verdient auch das Ende des Films eine genauere Betrachtung: (SPOILER!) Indem Billy den von Jud ermordeten Falken beerdigt, ihn nach unten in die Erde bettet, begräbt er zugleich seine eigenen Hoffnungen. (SPOILER ENDE) Doch auch auf visueller Ebene verleiht Kameramann Chris Menges der Diskrepanz von hell und dunkel symbolischen Gehalt, da das Geschehen in der Stadt und in der Schule in düsteren Brauntönen, die an die Omnipräsenz der Industrieschlote gemahnen, gefilmt ist, während Billys Ausflüge in die Natur in strahlendem Grün erscheinen. John Camerons dezent anklingender Score ergänzt das Gezeigte, indem er etwa die Auftritte des grobschlächtigen Sportlehrers, der den untalentierten Fußballer Billy regelrecht schikaniert, mit tumber Marschmusik kommentiert oder Billys Eskapismus in den nahe der Stadt gelegenen Wald mit harmonischen Flöten- Klängen begleitet.
Doch trotz dieser gestalterischen Konsequenz ist anzumerken, dass der Film zu keinem Zeitpunkt stilistisch, geschweige denn dramatisch überhöht wirkt - und gerade darin besteht die ungeheure emotionale Ausdruckskraft von „Kes“.

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Benner

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Super geschrieben :) Auch wenn ich nicht soviel mit dem Film anfangen konnte wie du^^
Aber dir wird er glaub ich gefallen Hoffi! Ich tippe du wirst ihm zwischen 8 und 9,5 Punkte geben ohne jetzt deine Erwartungen hochschrauben zu wollen ;)


filmfan90

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Danke euch dreien. :)


Benner

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Bewertung6.0Ganz gut

Als Klassiker der '70er Jahre Filme wurde mir gestern Ken Loach's "Kes" vorgesetzt und wie die Bewertung zeigt konnte ich mir dem nur teils anschließen.
Eine absolute Stärke des Films ist, dass er anscheinend mit simplen Mitteln auskommt und trotzdessen starke, emotionale, intensive und bedrückende Bilder angeliefert hat.
Ebenfalls konnte Loach mit seinen stark spielenden Laiendarstellern auftrumpfen doch trotz alledem hat der Film seine Längen und auch das leicht Verspielte in dem er ab und zu in den Dokumentarstil abweicht, empfand ich als leicht störend.
Zum Ende hin konnte "Kes" aber einiges wet machen und nochmal sein volles Potential ausspielen, was letztlich auch zu den 6 Punkten geführt hab.
Empfehlenswert ist er auf jeden Fall! Es sei aber noch gesagt, dass für die O-Ton Schauer vielleicht Untertitel nicht verkehrt sind, da tierisch schnell gesprochen wird und natürlich auch noch das alte Englisch vorherrschend war, was die Verständlichkeit ziemlich schwierig gestaltet.

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hoffman587

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Aha und ich wollte schon fragen, ob der Streifen nicht doch gestern im TV lief. ^^


Benner

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:D filmfan so isses! Was studierste?


filmbaum

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

Fußball und Kino gehen selten gut zusammen. Ausnahme: Dieses unvergessliche Match vor trister englischer Kohlerevierkulisse mit einem durchgeknallten Sportlehrer, der sich für Bobby Charlton hält und die Elfmeter so lange wiederholen lässt, bis er sie endlich reingesemmelt hat.
Es gibt noch mehr Gründe, Ken Loachs Film zu lieben, der Vorbild für alle Sozialarbeiterfilmemacher wurde und doch auf ewig unerreicht blieb in seiner schlichten Brillanz. Nicht zuletzt von Loach selbst.

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Geistertexter

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Ken Loach stand noch am Anfang seiner Karriere als führender Vertreter des sozialrevolutionären Arbeitnehmer-Kinos in Europa und lieferte mit "Kes" ein frühes, wunderbares Meisterstück ab. Glänzende Laien-Darsteller und eine zupackend berührende Handlung geben aus der Enge der bedrückenden Verhältnisse den Blick immer wieder frei auf die Schönheit des wahren Helden dieses Films.

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