Killing Them Softly - Kritik

Killing Them Softly

US · 2012 · Laufzeit 97 Minuten · FSK 16 · Drama, Actionfilm, Thriller, Kriminalfilm · Kinostart
Du
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    Erstklassig umgesetzte Klischeeparade. Jeder FIlm mit Ray Liota, in dem der Mann keine Knarre in der Hand hält ist eine vertane Chance. Tolle Darsteller durch die Bank. Vielleicht hätte jemand, der etwas mehr edgy ist als Brad Pitt Cogan spielen sollen.

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      Absolut düsterer politikverdrossener Wirtschaftsdespressionsära-Crimefilmzynismus.

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        Wundervolle Kamera trifft auf namhaften Cast. Die Story läuft währenddessen ohne viel Aufregung ab und hinterlässt uns am Ende des Films auch ähnlich unaufgeregt. Wir sollen hier nämlich einfach nur zuschauen.
        Der parellele Verlauf der amerikanischen Präsidentschaftswahlen und die damit einhergehenden TV-Ausstrahlungen von Obama-Reden geben dem Film die nötige Portion "US and A". Wenn so jemand wie Brad Pitt dann noch seinen Senf dazugibt, was das Land und das Wesen des Amerikaners an sich anbelangt, dann ist der etwas andere Genrefilm komplett und die Zutat "America" zum Glück mit drin.
        Für mich persönlich war der Streifen stellenweise dann doch etwas zu unaufregend. Sicher hätte die eine oder andere kleine Anekdote oder rückblickende Geschichte über die ensprechende Ganovenszene nicht geschadet. Wertet den Film aber weder ab noch auf. In jedem Fall ein guter Beitrag für die Leinwände, der bei manchem Zuschauer ins Schwarze treffen dürfte und bei manchen Zuschauern ordentlich anecken wird.

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        • 8 .5
          FrancisYorkMorgan 01.01.2017, 22:37 Geändert 02.01.2017, 07:40

          - - only the money - -

          Ich schaute am Sylvestermorgen aus dem Fenster. Der letzte Tag des Jahres. Die Laternen gingen gerade aus, die Autos standen still und es war kalt, bitterkalt. Irgendwer hatte schon geknallert und auch ein paar alte Zeitungen lagen angekohlt auf der Straße. Ausnahmslos alle Autos waren von einer fluffigen und dichten Eisschicht überzogen, die Luft stand und die Kälte biss in den dünnen Nasenwänden. Ich schaute nach rechts, dann nach links und nichts. Auf meiner Straße sieht es immer gleich aus, egal was auf der Welt auch passiert. Seit Jahren hält sich eine bequemer Trott aufrecht, der nicht verkehrt ist. Was auch immer mir die Nachrichten erzählen wollen, solange es nicht auf meiner Straße passiert, ist es mir egal. Ich bin keiner, der die Welt verändern möchte, keiner, der irgendwem missionieren möchte und keiner, der sich wirklich einbringt. Ich zündete mir eine selbst gedengelte Zigarette an und schaute, gehüllt in Kapuzenpulli - Made in `unmöglich´ - aus dem hohen Fenster, lauschte in den stechend kalten Morgen hinein, dachte an alle Menschen, die ich tatsächlich von Angesicht zu Angesicht kenne, an alle Menschen die ich mag und mit denen ich mich auch auseinander setze...

          "Jeder von uns hat die Freiheit, aus seinem Leben zu machen was er will."

          Sylvester. Das alte Jahr klang aus, das neue schreitet schon beinahe in den zweiten Tag. Ich mag Sylvester, weil ich mich da, als Feiermuffel um nichts kümmern muss. Eingeladen und ab ging die Post. Kinder, Freunde, Eltern, Großeltern, Bekannte, knisterndes Lametta, glühende Wunderkerzen, ein paar deftige Knaller und farbenfrohes Feuerwerk. Alles Made in Germany. Ich bin ein furchtbarer Gast und passe eigentlich nicht ins Jahr 2016 und schon gar nicht ins Jahr 2017. Lediglich meinen Haustürschlüssel und mein ledernes Portmonee hatte ich dabei. Kein Handy, kein Tablett, nichts. In der Nachbarschaft kennt man sich und trotzdem brezeln sich alle gewaltig auf. Die Männer in ordentlichen Hemden, straff eingeduftet und in ordentliche Hosen gepackt, die Damen ehr gemischt. Manches Kleid und viele fesche Accessoirs, die sonst nicht aufgetragen werden, zierten das abendliche Bild. Mal dezent und mal völlig übertrieben geschminkt. Ich? Ich bin da sehr fahrig und hielt es wie immer. Eine braune Altherrenhose, ein T-Shirt mit dem "Gears of War"-Logo und mit dem Duft behaftet, den die letzte Dusche übrig ließ. Als wir die große Nachbarwohnung betraten, bildeten die Kinder gleich eine feixende und aufgebrachte Traube und verschwanden im pinken Zimmer der Tochter meines Nachbarn. Dieses Zimmer ist ein absoluter Alptraum. Voll mit buntem Pipi-Plastik, mit etlichen Konsolen, mit gruseligen Puppen, einem 50 Zoll Fernseher und zig `HiPxHiP´ Postern angesagter Arschlöcher - alles Made in China. In der ganzen Wohnung duftete es. Mal sanftes, mal aufdringliches Parfum, das anstehende Triple Raclette, die Gerüche von Sekt, gezuckerten Früchten, süßlichem Wein und herben Bieren lagen in der aufgeheizten Luft. Ich liebe dieses Spiel aus frischen Gerüchen, aus glitzernden Lichtern, dem schlierenden Lametta und dem schwelenden Duft platzender Knaller und puffender Raketen. Selber komm ich da ja nicht ran, aber ich gönne jedem den Spaß und erfreue mich am taumelnden Spiel der sausenden Raketen und flirrenden Feuerwerkskörper, den druckvollen 600 Schuss Batterien und den spratzelnden Wunderkerzen. Schwefel deluxe, alles Made in Germany. Naja, teilweise.

          Es folgten zahlreiche, sehr unterhaltsame Spiel und Witze - im Gesamten ein wirklich gelungener Abend. Aber da sind immer diese ganz kleinen Fitzel, diese Furunkel. Dazwischen gibt es diese 20 bis 30 Minuten und man unterhält sich auch über Dinge weltlicher Natur. Ich genieße diese angesäuselten Runden eigentlich. Umso größer, umso besser, denn da werde ich für gewöhnlich nichts aufwühlendes gefragt und halte mich dezent zurück, lausche in den letzten Abend des Jahres und in die Erfahrungen vieler. Wie war das Jahr 2016? Was hat die Menschen bewegt? Warum? Wieso? Weshalb? Mal Privat, auf Arbeit, unter Freunden, die Kinder und und und. Zwischen Gaga, Ernst, bewegenden Geschichten aus dem Umfeld und einiger wirklich amüsanten Sprengsel, gibt es aber auch Leerlauf. Leerlauf ist vielleicht nicht das richtige Wort, aber das erste was mir einfällt, wenn es um Politik, Krieg und Nöte in `ganz weit weg´ geht. Dieser Tage ist es üblich, dass beinahe alle Mitmenschen ein Smartphone - Made in `Sonstwo´ - bei sich haben und in jeder Situation die wohlige Gesprächsatmosphäre mit diesen Dingern und diesen Apps misshandeln. Da kann man argumentieren wie man will, aber bei einer Gruppe mit 15+ Leuten lässt sich das nicht vermeiden.

          "Weil du in einer Position bist, die nicht viele haben. Du kannst dich selber aus dem Sumpf ziehen. Du hast nämlich die Wahl. Die wenigsten die ich getroffen habe, hatten diese Wahl."

          Und die Bildschirme leuchten, schlugen diffuse Schatten auf die Gesichter. Kleine Quizzes, eine Mail hier, drei kurze Einzeiler dort und der Messenger strahlt, der befriedigende Like blinzelt und diese News. Diese verdammten News. Zwischen rupfendem Feuerwerk, köstlicher Bowle, süffigem Bier, vielen Lachern und ein paar kurzen Drinks, da schleicht sich immer auch ein nicht zu verachtender Wink in diese Abende. Vielleicht bin ich da auch zu empfindlich? Wer weiß. Der Leerlauf, der zu nichts führt. Jahr für Jahr, Feier für Feier. Irgendwann kommen sie immer, diese seicht geheuchelten und ausgesprochenen Pranger, die moralisch unumgänglichen Gespräche, die Heiligkeit, der Gral, Politik, Krankheiten, dieses "das ist alles so schlimm & traurig"-Gequatsche und diese elende Heuchelei. Ich? Ich bin kein Heiliger - ganz und gar nicht. Allenfalls tauge ich zum Scheinheiligen. Manchmal breche ich in die Melancholie hinab und schreibe über mich und mein Leben, tauche tief hinab und freue mich auch über das Feedback zu meinen Texten. Aber ich zwinge auch keinen, das alles zu lesen und auf irgendwelche Waagschalen zu legen. Diese Emotionen stehen für sich - kurios. So bald einer anfängt und über Leid außerhalb der eigenen Armlänge zu philosophieren, kommt in mir ein gehässiger, tumber und boshafter Begleiter, ein gehässiger und zynischer Dämon hoch.

          "Sollte ich dich kennen?"
          "Mich kennen nur ganz wenige. Ich bin noch nie hier gewesen."

          Alle sitzen da und erzählen, haben Sachen an, die von irgendwelchen Menschen auf anderen Kontinenten gefertigt wurden. Made in `ohne Moral´. Unter niederen Bedingungen, die wir durch den extremen Konsum zumindest tolerieren. Alle tippen auf ihren Tablets herum, auf ihren Telefonen und lesen hier, schauen dort und springen zu Orten, die sie nie sehen werden, erfahren Dinge, die sie niemals betreffen und reden über Dinge, zu denen sie nichts sinnvolles beitragen können. Ein Leerlauf, der zu nichts führt. Nicht das richtige Wort, aber das erste, was passt. Ich frage mich häufiger, warum man gerade meine Meinung haben will. Gefühlsduselige Solidarität - immer her damit! Demokratie? Hm. Ich weiß nicht recht. Freiheit? Oh man. Im Grunde geht es doch nur ums Geld, keine Ahnung warum das alle immer so süßlich verpacken wollen. Und so saßen sie alle dort. Mancher diskutierte über den Alltag, über Filme, Musik, Videospiele und Bücher und oft kippen Menschen in Themen ab, die einfach außer Radar liegen. Wofür? Warum muss ich mich über die Konflikte im nahen Osten unterhalten. Warum will jemand meine Meinung zu den Öl-Preisen wissen, zu Aktienkursen, zur Inflation, zu den Parteien, zu Preisen für Butter oder Milch, zu den extremen Bewegungen, den Gefahren durch diese. Rechte, Linke und Leute, die kein Fleisch essen wollen. Man driftet durch die Themen, springt hoch und runter, verzweigt alles, kommt von X nach Y, von A nach Z, läuft durch alles, was einem die News Portale einflößen wollen und man nickt mit, man antwortet und flüchtet nicht. Immer schön korrekt durch den nicht kippbaren Leerlauf. Was denkst du über die Flüchtlingskrise? Was hältst du vom Kurswechsel der regierenden Partei in dieser Sache? Wie konnte es nur Donald Trump werden? Russland! Nordkorea! Konflikt hier, Hungersnot dort, Poliziegewalt da, Verbote dessen und Verbote dessen aus der Reflektion heraus. Wieder zurück und hoch auf.

          "Ich hasse Gefühle, ich will nichts mit denen zu tun haben."

          Ich lausche dann immer, horche den mehrfach geimpften Menschen zu und halte mich zurück, kümmere mich nicht um Aktien, um den Frieden in der Welt und schüre auch keine Kriege, keinen Hass, kein Mitleid und auch keine Scheinheiligkeit. Ich kann auch nichts dafür und möchte nicht überall mit einer Meinung landen. Ich möchte einfach gar nichts dazu sagen, denn ich habe keine Ahnung von dem ganzen Leerlauf. Ich sehe sie doch alle lachen, erzählen und trinken, sich drücken, sich küssen und umarmen. Die Kerzen tanzen, die Wunderlichter summen. Warum sollte ich ihnen die Illusion rauben tatsächlich frei zu sein? Ich lebe hier und es läuft nur dann, wenn ich Steuern zahle, Miete entrichte, die Nebenkosten decke, ein paar Versicherungen am Laufen halte und dem Turnus des westlichen Lebens fröne. Nine AM to Five PM. Und ich tue dies gerne! Ich will es! Es liebe das Geld und die Bewegung darin. Wo wären wir denn, wenn es nicht SO wäre? Sylvester. Die Korken knallen schäumend, die Uhr läuft weiter, macht TICK TACK, und die Zahlen gehen auf und ab.

          Irgendwann lenkte ich ein und man fragte mich, was ich über `So & So´ wirklich denke, was ich von der oder den Kriesen in `Sonstwo´ halte und wie ich über die Zustände in `dann & wann´ denke, was ich bei dem Tod von `Prominent X Y´ oder dem Tod von `Prominent 213´ wirklich in meinem Herzen fühlte. Und meine Gedanken zum Leerlauf der weiten Welt würden nichts beeinflussen, nichts ändern und nichts heben oder fallen lassen. Ich sage dann immer einen kleinen Absatz auf, ein freundliches und dumpfes Gebet, eine eigentümliche Philosophie, einen gleißenden Schutzmechanismus. Der kleine Mann. Während also alle ihr exotische Essen unter den Grill schoben und die kleinen, voll gepackten Pfännchen unter dem Raclette grillten, erklärte ich, was ich wirklich von der Welt halte. Ich mag Menschen. Vor allem die, die ich tatsächlich kenne, mit denen ich mich unterhalte, mit denen ich schreibe, lache und über Dinge spreche, die mich bewegen - ganz persönliche Sachen. Die kleinen Dinge, die glitzernde Runde. Innerhalb meiner Armlänge bin ich für Problemlösungen, für Freude, für Party, Aufarbeitung, Humor, schwierige Skizzen und gute Momente. Aber alles außerhalb ist mir schlicht und einfach egal. Ich bin weder Schuld an den Problemen der Welt, noch habe ich Lösungen für nur ein einziges Problem auf `News blabla.de.com´ parat - egal an welchem Tag, egal in welcher Sparte. Alle tun immer so, als verstünden sie, um was es sich bei den dicken Lettern unter den blinkenden News Portalen handle, trauern mit, brechen in Tränen aus, schimpfen, tadeln, lachen und wandeln in völliger Anteilnahme, gehen in wohligen Worten auf - tausende Kilometer entfernt. Ich nicht. Ich habe keine Ahnung davon, keine Zeit für so etwas. Still und leise sage ich dann immer nur, dass mir diese ganzen `Kurven´ schnuppe sind.

          ***

          Ich halte es da lieber so, wie es Jackie(Brad Pitt) in "Killing them Softly" macht. Ganz für sich selbst. Er macht seinen Job, er setzt sich hin und begegnet denen auf Augenhöhe, die in seinem Umfeld, in seinem Wirkungskreis, in seiner Armlänge liegen. Jackie lehnt das Wissen der Welt nicht ab, er beobachtet und urteilt nur für sich selbst. Keine Tränen, keine Scheinheiligkeit. Dieser Charakter ist so wunderbar geschrieben - ein schriftliches Meisterstück, grandios verkörpert. Jackie hört zu, er geht in der direkten Konfrontation auf und hat Lösungen, geht auch mal schnippisch, arrogant und überheblich zu Werke und fühlt sich wohl in seiner Rolle, in seinem Job. Er möchte seine Arbeit gerne `sanft´, aus der Ferne erledigen. Ohne Heuchelei, ohne hoch gespielte Gefühle, ohne falsche Tränen, ohne Spielerei und ohne die Meinung von außen heraus. Andrew Dominik hat bisher nur Meisterwerke geschaffen. "Chopper"(2000), "Die Ermordung des Jesse James durch den Feigling Robert Ford"(2007) und eben "Killing them Softly"(2012). Die wahre Gold steckt im Drehbuch selbst. Dominik adaptierte das Buch "Ich töte lieber sanft"(von George V. Higgins) auf eine Weise, die den meisten Zuschauern wohl auf ewig verborgen bleiben wird.

          "Klar, ich bin ein netter Kerl, mach's anderen gerne leicht, tue Mitmenschen gerne einen Gefallen."

          "Tun sie mir einen Gefallen und tun sie mir keinen Gefallen. Ich weiß wie sie arbeiten."

          Dieses Buch ist echt harter Tobak. Viele attestieren dem Film "Killing them Softly" Langatmigkeit, Unzugänglichkeit und die völlige Abstinenz einer brauchbaren Geschichte. Leerlauf oder Leerlauf? Und was ist dieses Buch sperrig. Nach zwanzig Seiten wollte ich beinahe aufhören mit dem knappen Schmöker. Trotz der Kenntnis des Filmes. Doch dann packten sie mich, diese brennenden Dialoge, diese nüchterne Ambivalenz, der wirre Krux darin. Der Film? Einfach großartig. Eine intime, umspannende und fiebrige Verfilmung.

          Richard Jenkins, James Gandolfini, Ben Mendelsohn, Ray Liotta, Scoot McNairy - grandios Schauspieler, angemessene Leistungen. Brad Pitt ist phänomenal. Andrew Dominik ist und bleibt in Virtuose der Abseitigkeit, schlägt in Kerben, die sonst keiner anfasst und macht sein eigenes, ziemlich sperriges Ding. Diese dreckige und widerliche Intensität. Allein der Anfang mit den vollgemüllten Straßen, den ekelhaften Unterkünften, den Drogen und der Gewalt.

          "Thomas Jefferson."

          Am Ende haben bleibt ein sehr elegant erzählter Film, der sich Dinge traut, die sonst keiner anspricht, die mancher lieber vertuscht oder gar nicht wahr haben will. Die letzten Minuten, in denen Jackie über die USA, das Geld und das Geschäft selbst spricht - das gehört für mich zu den eindrucksvollsten Szenen der gesamten Filmlandschaft. Knapp und entblätternd.

          "Und jetzt geben sie mir mein verdammtes Geld."

          ***

          Neujahr, 7 Uhr Morgens, alle schliefen noch, schwitzten ihren Rausch aus und ich war wach, schrieb diesen Murks - machte aus einer Mücke einen Elefanten? - und sah aus meinem Fenster. Alles wie immer. Zwei Scheiben Toast, Butter, Marmelade und Kaffee - Made in `dort & sowieso´. Hausschuhe made in `ganz weit weg´ und Klamotten made by `Dingsda´ in `einmal um die halbe Welt´. Am Ende sollte es vielleicht das große Ganze innerhalb der eigenen Armlänge sein. Ich brauche nicht viel, genieße mein kleines und unscheinbares Leben, rege mich nicht über weltliche Dinge auf, an denen ich eh nichts ändern kann, trinke später am Abend mein Bier - brewed Czech Republic - und rauche meine Zigaretten, manufactured in `tralala´. Mein Kühlschrank - made in turkey - macht, was er immer macht und ich sage euch eins. Am Ende zählt nur wenig. Hauptsache ich bekomme mein verdammtes Geld...

          ...happy new year...

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            Pyro 91 29.11.2016, 23:21 Geändert 05.12.2016, 13:58

            Im Gegensatz zu Andrew Dominiks "Die Ermordung des Jesse James...", der für mich ein absolutes Meisterwerk ist, hat mich dieser Crimethriller eher ernüchtert und mit fragendem Blick zurückgelassen. Nach gut 97 Minuten Laufzeit, welche für diese Geschichte auf jeden Fall angemessen sind, war mir nicht ganz klar, was mir Dominik mit diesem Film eigentlich sagen wollte. Dabei beschäftigt sich der Film weitgehend mit spannenden Themenkomplexen, die eigentlich immer mein Interesse wecken: Dem Hinterfragen von falscher Maskulinität und wie Leute durch ihre destruktiven, fragwürdigen Glaubenssätze ihr Verhalten und Handeln legitimieren können.
            Das klappt auch ziemlich gut, denn jede männliche Figur hier wirkt entweder erbärmlich, abstoßend oder als ob sie ihre Glanzzeit schon längst hinter sich hätte. Frauenrollen werden ausgespart; nur eine Prostituierte taucht auf und diese wird von James Gandolfinis Figur wie ein Gebrauchsgegenstand behandelt. Wenn Frauen dann mal erwähnt werden, geht es nur darum auf sie mit Verachtung hinabzusehen oder es zu bedauern, wie schlecht man mit ihnen umgegangen ist. Am spannendesten ist wohl Brad Pitts Charakter, der sowas wie der Handlanger der Mafia ist und zugibt, dass er Leute generell nur aus großer Entfernung abknallt, da er ihre Angst, ihr Gewinseln und ihr Leiden nicht von nahem ertragen kann. Er gibt sich aber witzigerweise auch als Mann zu verstehen, der Leuten gerne entgegenkommt und ihnen das Leben so leicht wie möglich machen will. Hier ist für mich der Ansatz seines wahren Charakters zu erkennen, der möglicherweise mit dem ganzen Mord und Totschlag nichts zu tun haben will und lieber anders und friedlicher leben möchte. Und doch ist er felsenfest davon überzeugt, dass in dieser Welt nur jeder für sich kämpft und jegliche Emotion unterdrückt werden muss, damit er hart genug sein kann, um mit dieser Tatsache umgehen zu können. Für ihn ist es der blanke Hohn, wenn Obama im Hintergrund auf dem TV oder im Radio etwas von den Vereinigten Staaten, von einem Volk, von einer Gleichheit aller Menschen erzählt. Sein Umfeld, seine Arbeit zeigt ihm etwas anderes und er ist schon aufgrund seiner untergeordneten Rolle bei der Mafia dazu verdammt aus diesem Kreislauf nicht ausbrechen zu können. Denn er tut nicht das, was er gerne tun möchte, sondern ist nur damit beschäftigt die Außenwahrnehmung des Pokerraubs zu manipulieren und diese so zu gestalten wie es die Oberen von ihm verlangen. Es geht nur darum ein gewisses Bild zu kreeiren, damit klar ist, wer hier das Sagen hat und was mit Leuten geschieht, die dem etwas entgegenzusetzen haben. Dies zeigt, dass es keine unterwürfigere Rolle gibt, als ein blind-gehorsamer Mörder zu sein.
            Tja, leider wahr das für mich auch schon das einzig interessante am Film. Die Kapitalismus-/Wirtschaftskritik wird einem richtig mit dem Holzhammer serviert und wirft für mich mal so gar keine spannenden Fragen auf. Auch stellt sich mir die Frage warum Dominik sich bei der Erschießung von Ray Liottas Figur dazu entschließt, das ganze hochstilisiert und ihn Zeitlupe zu inszenieren, wodurch die Patronenhülsen "cool" durchs Bild fliegen und das Blut schön langsam in der Gegend herumspritzt. Ich dachte in diesem Film geht es darum diese Bluttaten eben nicht zu glorifizieren? Hier beißt sich Form und Inhalt. Bei dem ganzen vulgären, sinnbefreiten Gangsterdialogen über Wein und Weib wird ja zumindest klar, wie lächerlich und freudlos diese Figuren sind und es wird sich kaum jemand mit ihnen identifzieren wollen. Naja.
            Auch den Musikeinsatz fand ich eher ermüdend, da heutzutage doch niemand mehr erstaunt aufblickt, wenn Gräueltaten zu schunkeliger, lieblicher Musik ausgeführt werden. Natürlich kann das immer noch gut funktionieren, aber wenn es wie hier inflationär und thematisch wenig aussagekräftig eingebettet ist, vermittelt es eher Selbstverliebtheit anstatt Style.
            Was den ganzen Film wirklich über den Durchschnitt hievt, ist der großartige Cast. Jede Szene mit James fucking Gandolfini ist absolut sehenswert und er schafft es fast, dass einem dieser schleimige, asoziale Hitman sympathisch wird. Besonders im Zusammenspiel mit Brad Pitts eher smoother, "freundlicher" Figur macht es Spaß den beiden zuzusehen und ich konnte mich da gut in deren Dialogen verlieren. Auch Richard Jenkins Auftritt hat mich sehr erfreut, obgleich er nicht wirklich viel zu tun hatte.
            Was mich immer noch ein wenig stutzig macht, ist die Struktur des Films. Am Anfang sind wir beim Pokerraub mit den beiden Kleinkriminellen dabei und es macht den Anschein, als ob sie die Hauptfiguren wären, deren Geschichte wir folgen werden. Doch dann nach fünfzehn, zwanzig Minuten verschwinden sie aus der Handlung, tauchen dann nur sporadisch auf, um Platz für Pitt und Gandolfini zu machen und werden am Schluss dann einfach umgenietet. Tja, was soll da die Moral von der Geschicht sein?^^ Das man sich nicht mit den großen Jungs anlegen sollte? Dass sich Verbrechen nicht auszahlt? Tja, recht dünn das Ganze.
            Obwohl ich doch ein wenig verwirrt war, was genau ich jetzt aus dem Film ziehen sollte, hat er mich dennoch nicht gelangweilt. Die Darsteller, Dominiks Händchen für einprägsame Bilder, der dreckige Look, der "kleine" Abgesang auf falsche Männlichkeit - all das hat mich bei Laune gehalten. Kann man sich mal ansehen.

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            • 4

              Absolute Enttäuschung! Killing Them Softly besteht zu 90% aus Gerede, das zwar gut gespielt ist, aber zum größten Teil sterbenslangweilig und auch unnötig in die Länge gezogen ist - sicherlich sind die Dialoge gut geschrieben, aber man hätte davon nicht den ganzen Film füllen dürfen, denn: Die Handlung dagegen könnte man in einem einzigen Satz zusammenfassen.
              Schade!

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              • 5

                Dafür das in dem Film soviel erzählt wurde, sagt er relativ wenig.
                Bis auf die wirklich sehr guten Schauspieler, die die schwachen zu ausgedehnten Dialoge mehr als gut rüberbringen und das doch ganz gut gemachte Ende, hat der Film nichts was lange im Gedächtnis bleibt.

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                  Moviegoer 08.05.2016, 19:50 Geändert 09.05.2016, 10:40

                  Killing Them Softly will nicht wie Goodfellas sein, muss er auch nicht. Der Film hat durch seine düstere Atmosphäre ein ganz eigene Note. Er spielt während der Präsidentschaftswahl Obama/McCain und der Bankenkrise 2008. Es geht um zwei Typen die ein Pokerspiel unter Aufsicht der Mafia ausrauben, aber danach um ihr Leben fürchten müssen da ihnen von der Mafia angeheuerte Killer auf den Fersen sind. Aus den vielen Dialogen der verschiedenen Charakteren hört man herraus das selbst bei der Mafia das Geld nicht mehr so locker sitzt und um jeden Preis gefeilscht wird. Die Darsteller rund um Brad Pitt liefern alle eine gute Arbeit ab. Der Film ist zwar sehr dialoglastig aber macht durch die tolle Atmosphäre einiges wett. Killing Them Softly ist der etwas andere Gangsterfilm, der aber ein Blick wert ist.

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                  • 3 .5

                    Hätte man sich sparen können.
                    Große Namen garantieren hier nichts, gar nichts.

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                    • 4

                      Sehr träge erzählt, mit ewig langen Dialogen die den Film einfach bremsen und nicht ins Laufen bringen.
                      War wirklich kurz davor einzuschlafen, absolut nicht mein Stoff.
                      Muss ihn kein 2. mal sehen.

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                      • 5 .5

                        Große Klappe (Namen), nichts dahinter.

                        • 7 .5

                          Ein Film, besser als sein Ruf, der hauptsächlich durch seine großartigen Darsteller, allen voran Gandolfini, Mendelsohn und Pitt, getragen wird.

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                          • 2 .5

                            Der Film ist richtig langweilig. Die Story ist 0815 Gangsterstoff. Action hat der Film gar nicht. 1 2 Einzelszenen retten den Film noch auf 2,5 Punkte. NIcht zu empfehlen.

                            • 8

                              Ein Suptiler fein nuancierter Film der dahin geht wo es weh tut. Er zeigt uns mit brachialgewalt, was auf der Welt Regiert...nur eines - DAS GELD, dafür wird alles gemacht,selbst das unvorstellbare.
                              Brad Pitt und James Gandolfini liefern hier eine wohl temperierte aber spitzemäßige Leistung ab.
                              Der Film wird sogar beim 2x schauen noch besser.
                              Ein "kleiner" fieser Top Film!
                              God Bless James Gandolfini and thanks for everything!

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                                Nach 40 Minuten gelangweilt ausgemacht. Konnte damit überhaupt nichts anfangen.
                                Dachte ich bekomme einen soliden Gangster-Streifen zu sehen aber leider wirkt alles schleppend, langweilig erzählt und ohne jeden Tiefgang. Auch Brad Pitt kann hier nichts mehr retten...nicht sehenswert!

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                                • 7

                                  Killing Them Softly (2012)

                                  Ein toller Cast, coole Musik, eine abgedrehte Story, kranke Konversationen: Jaja, da kommen die Tarantino-Vergleiche sehr schnell - Jedoch sind sie fehl am Platz, da der Film dessen Qualität und Originalität nie erreicht und zB nie so stilvoll mit Musik umgeht, um nur ein Beispiel zu nennen. So enttäuschend, wie so manch anderer hier, habe ich den Film jedoch nicht empfunden.

                                  Im Gegenteil: Über weite Strecken war ich sogar sehr gefesselt und habe die Darstellung genossen. Fakt ist aber, dass einen nie das Gefühl beschleichen will, hier einen modernen Klassiker zu sehen und immer wieder lässt eine ziellose Diskussion den aufgestauten Dampf entweichen, der sich um so schöner auf der Leinwand hätte entladen können. Mit ein wenig zielgerichteten Dialogen und ein/zwei zusätzlichen Actionszenen hätte dieser Film auch gut und gerne 120 min Laufzeit haben können, da die Bilder über weite Strecken unglaublich schön eingefangen sind und man von Anfang an merkt, dass hier kein Standart-BigBudget-Actionfilm gedreht werden sollte. Der Anspruch und der damit verbundene Zwang, über die eigens gesetzte Hürde zu springen, ist aber auch das, was den Film letztendlich die Beine bricht und ihn nur solide werden lässt.

                                  Der großartige Gandolfini ist leider zu sehr am Rand, um sein volles Potential auszuschöpfen, spielt jedoch wie immer gut. Auch Brad Pitt gefällt mir an sich gut und neben all den anderen Akzenten und Stimmenfarben, die er in seiner Karriere mit Leben füllen musste, hat auch Jackie Cogan in diesem Film wieder seine ganz eigene Intonation und Wortwahl. Pitt füllt die Rolle als einer der wenigen Darsteller voll aus. Jedoch fehlt es der Rolle seitens des Drehbuchs an Tiefgang, Background und Motivation. Man wird in die Geschichte geschmissen, nimmt 90 min als Beobachter teil und ist dann wieder im Alltag. Da fehlen mir die Highlight-Szenen (außer der Zeitlupe und die Autoexplosion) und die Emotionen in Richtung der Protagonisten (wenn man sie so nennen will).

                                  Was bleibt, sind einige recht lustige Szenen und Dialoge zwischen den stumpfsinnigen Räubern, eine tolle Zeitlupen-Einstellung, ein gut spielender Brad Pitt und eine Story, die ein Highlight im jüngeren Gangsterfilm-Kino hätte werden können, aber leider zuviel Chancen auf dem Weg liegen lässt. Sehenswert ist er aber schon alleine aufgrund der Bilder und bekommt daher eine 7,0.

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                                  • 4

                                    Tja, das Teil ist ja man gründlich in die Hose gegangen! Insbesondere wenn man sich vergegenwärtigt, wer hier alles mitmischt (Brad Pitt, der viel zu früh verstorbene James Gandolfini, Richard Jenkins, Sam Shepard und Ray Liotta, allerdings in einer für ihn ziemlich unpassenden Rolle als Weichei). Und selbst die Optik ist ansprechend, ebenso wie einige wenige Szenen, die den Streifen aber letztendlich auch nicht retten können, da sich von den Protagonisten niemand als Sympathieträger aufdrängt und das oftmals völlig belanglose Dauergeschwafel oftmals ins Leere läuft. Wenn denn wenigstens die Luft mit Blei geschwängert wäre, satt der leeren Worthülsen die permanent das Geschehen bestimmen, aber selbst das ist dem bemitleidenswerten Zuschauer nicht vergönnt. Zum Glück ist der bedeutungslose Sabbel-Thriller nach knapp 90 Minuten überstanden – darf man sich aber auch gerne von vornherein schenken!

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                                      Meine Fresse. Leck mich fett. Alter...was war das denn? Jetzt habe ich ja schon beinahe Angst, dass ich mir Andrew Dominiks zweite Regiearbeit, DIE ERMORDUNG DES JESSE JAMES..., einfach aufgrund einiger Buddy-Empfehlungen blind zugelegt habe. Den werde ich mir nächste Woche geben, und hoffen, dass es sich dabei nicht auch um einen fast schon zu belanglosen Film handelt, um sich noch darüber aufzuregen.

                                      Brad Pitt also mal als Killer, der lieber sanft tötet, in einem Film, der das organisierte Verbrechen als Metapher für die amerikanische Gesellschaft darstellen soll. Okay, hört sich komisch an, wird aber noch viel schlechter.

                                      Die Optik von KILLING THEM SOFTLEY hat mir durchaus gefallen, einige Sachen waren richtig cool gemacht (die Schüsse aus dem Wagen in Zeitlupe). Das ein Thriller auch mal etwas langsamer aus den Puschen kommt und dialoglastig ist, empfinde ich als nicht weiter schlimm. Wenn die Dialoge aber völlig sinnentleertes und zudem noch meist unlustiges Rumgeschwafel sind, nur um Tarantino-mäßige Coolness vorzugauckeln, rutscht der Affenlecker doch langsam unruhig auf seiner Banane herum.

                                      Ein Regisseur, der (zudem auch sein eigenes langweiliges Drehbuch verfilmte) im Schneideraum dann auch noch so eine scheiße fabrizieren lässt, gehört mit der Kamera verprügelt. Da möchte ich zum Beispiel das Gespräch zwischen Pitt und Gandolfini im Restaurant hervorheben, und da dann die wundersame Befüllung des leergetrunkenen Bieres. Glas leer, dann voll, dann halbvoll, dreiviertelvoll. Puuuh, Allerübelst.
                                      Oder die Hinrichtung von Amato, mit einem Schuss aus der Pumpgun aus !!!dreißig!!! Metern Entfernung, noch einmal Quer durch den Wagen durch, hinter dem das Opfer steht. Auf der Entfernung hat ne Pumpgun eine Streuung wie Kater Karlos Morgenschiss nach einer Nacht im Elefantengehege. Lächerlich.

                                      Was KILLING THEM SOFTLY dann doch vor dem Totalabsturz rettet, ist der gute Cast (Liotta und Gandolfini sind Klasse, Pitt souverän), die allerfeinste Songauswahl und die Optik. Eine packende Story und Spannung sucht man hier jedenfalls vergeblich.

                                      Fazit: KILLING THEM SOFTLY? Tzzz...am Arsch!

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                                      • 1 .5

                                        Kommt schon Leute!
                                        Das war mal so unnötig! nene... Pit ist top! Film is flop!

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                                          Bei all der Unterhaltung, den geschwätzigen Charakteren, die ganz auf Reservoir Dogs getrimmt sind, bei all der blutigen Gewalt, vergisst der Film leider zu oft und sehr dramatisch, auf den Punkt zu kommen. Nach der Hälfte der Laufzeit ist noch nichts erreicht, alles wirkt ein wenig zusammen geschustert, mit viel Geld, aber ohne Sinn und Verstand. Vielleicht ist es der Tatsache geschuldet, dass Andrew Dominik seine erste Fassung letzten Endes um 60 Minuten schneiden musste. Vielleicht ist es aber auch einfach, dass er noch nicht weiß, wie er eine Welt ohne emotionalen Wert darzustellen hat. Etwas, woraus sein vorheriger großer Film Jesse James bestand und auch seine Qualität bezog. Stattdessen gibt es hier einen Haufen von egalen Charakteren, die einem nicht näher gebracht werden. Es wird sich eher Mühe gegeben, ein paar Gags einzubauen und Nichtigkeiten besonders toll zu inszenieren. Diese verschobenen Prioritäten machen nicht wirklich Sinn und versauen den Gesamteindruck des Films kräftig. Dominik interessiert sich nur vordergründig, er erklärt und forscht nicht und lässt diesen Film zu einer Aneinanderreihung von Plaudereien verkommen. Nichts Ganzes, vielleicht gerade noch als Halbes zu bezeichnen. Der Film verplempert seine Zeit mit zu lang gezogenen Dialogen, die ziellos die Minuten füllen und nach einer Weile gehörig auf die Geduld drücken. Ohne die anziehenden Gesichter von bekannten Schauspielern würde man hier schon nach der Hälfte abschalten. Da hilft selbst Dominiks Inszenierung, die sich wenigstens technisch sehen lassen kann, recht wenig. Ja, Dominik demontiert hier den romantisierten Gangster-Mythos und entlarvt sie als hoffnungslose Versager, die weder Hilfe erwarten noch bekommen werden. Das ist aber zu wenig für einen Film eines Regisseurs, der schon bewiesen hat, dass er viel mehr unter einen Hut bringen kann. Einziger Aspekt, der den Film vor der Unterdurchschnittlichkeit zu retten vermag, ist die mutige Einbindung von realen politischen Geschehnissen und dem gezielt brachialen Zerplatzenlassen der letzten Traumblasen. Ansonsten kam hier aber leider nicht viel.

                                          _Smooli und _Smooli

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                                          • 7

                                            Killing Them Softly hat mich mit seiner ruhigen, detaillierten Erzählweise, dem an Tarantino anmutenden Stil und genau der richtigen Länge wirklich positiv überrascht.

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                                            • 9

                                              Der Wahlkampf zwischen Obama und McCain läuft auch Hochtouren, die Fernseher und Radios berichten kaum von etwas anderem. Dass die leeren Worthülsen und aufgeblasenen Versprechen zu nichts geführt haben, ist heutzutage mittlerweile klar.
                                              Andrew Dominik, einer der interessantesten Filmemacher der Gegenwart, nutzt dieses Rahmenereignis aus dem Jahr 2008 in seinem Film "Killing Them Softly", um einen Blick in den Kriminellen-Mikrokosmos von New Orleans zu werfen und das dortige Alltagstreiben zynisch den ganzen glorreichen Reden der Politiker gegenüberzustellen.
                                              Sein Crime-Thriller wirkt wundervoll aus der Zeit gefallen und schert sich wenig um Sehgewohnheiten. Die ausufernde Dialoglastigkeit, bei der sich die Gespräche meist um banale Themen drehen, erinnert zunächst an den Stil eines Quentin Tarantino, der durch lakonische Dialogpassagen sowie die überspitzte Coolness und Stilisierung von Gangster-Mythen zum Kultfilmer wurde.
                                              Bei Dominik ist der Lack allerdings längst ab. Seine Figuren sind von dem Schlag, den man allgemeinhin als Abschaum bezeichnen würde. Vulgär bis in die ungewaschenen Haarspitzen, drogenabhängig oder sexbesessen und alles andere als intelligent präsentiert uns der Regisseur mit Frankie und Russell (herausragend von Scoot McNairy und Ben Mendelsohn verkörpert) gleich zu Anfang zerfallene Kleinkriminelle, die den Ton des Streifens maßgeblich definieren.
                                              "Killing Them Softly" ist die konsequente und schonungslos bittere Dekonstruktion des Macho-Mafia-Gestus, eine Beerdigung des gängigen Bildes, das Verbrecherleben sei geprägt von lässigen Gesten, schönen Frauen an der eigenen Seite (die Dominik hier, bis auf eine Prostituierte, direkt komplett ausspart) und spektakulären Auseinandersetzungen. Gestorben wird, gegensätzlich zum Titel des Films, meist sehr brutal und direkt und überhaupt hat kaum ein Thriller der vergangenen Jahre ein so niederschmetterndes Gangster-Porträt gezeichnet.
                                              Auf der anderen Seite ist "Killing Them Softly" auf formaler Ebene ein purer Hochgenuss. Auch wenn die finale 97-minütige Fassung um einige Nebenhandlungsstränge und Szenen erleichtert wurde, wirkt hier kein einziger Moment überflüssig, sondern alles perfekt und minutiös genau durchstrukturiert.
                                              Die makellose Kameraarbeit, aufregende Bildverfremdungen, fiebrige Schnittfolgen und der großartige Soundtrack machen aus dem Film ein audiovisuelles Erlebnis, das fernab von seinem dreckigen, trostlosen Inhalt pure Schönheit ausstrahlt.
                                              Brad Pitt´s Troubleshooter Jackie Cogan ist die einzige Figur, die so etwas wie kultige Facetten besitzt, aber auch nur, weil er der einzige ist, der Amerika als Geschäft verstanden hat und völlig nach seinen eigenen Regeln alles im Blick zu haben scheint. Ein besonderer Genuss sind außerdem noch James Gandolfini und Ray Liotta. Obwohl beide eher untergeordnete Screentime bekommen, ist es eine Bereicherung, wie Gandolfini eine noch viel heruntergekommenere Variante seiner Paraderolle Tony Soprano hinlegt, während Ray Liotta, der mittlerweile fast nur noch in C-Movie-Schund unterkommt, mit unglaublicher Spielfreude in seiner Rolle als Mafiosi aufgeht, obwohl auch er eigentlich das genaue Gegenteil seines sonstigen Figuren-Typus spielt.
                                              Dass Andrew Dominik mit "Killing Them Softly" finanziell am Ende gescheitert ist, verwundert kaum. Der Regisseur feuert mit diesem Hybrid aus dialoglastiger, düsterer B-Movie-Gangster-Dekonstruktion, zynischer und gleichzeitig offensichtlicher Gesellschaftskritik und einer makellosen Inszenierung mitsamt herausragendem Cast gegen zahlreiche Sehgewohnheiten und Erwartungshaltungen. Künstlerisch ist dem Australier jedenfalls ein Triumph auf allen Ebenen gelungen, der niemanden kalt lassen dürfte und mit dem er nach dem brillanten "The Assassination of Jesse James by the Coward Robert Ford" direkt das nächste Meisterwerk geschaffen hat.

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                                              • 8
                                                Badmojo44 15.04.2015, 03:03 Geändert 15.04.2015, 03:07

                                                Keine Ahnung, warum dieser Film nur 6,0 Punkte im Schnitt macht. Würde über dem Filmtitel der Name Tarantino stehen, wären es 8,0 und das Lob würde nur so hervorquellen. Aber naja es ist ja auch leichter, einen Namen zu erkennen, als eine Stilrichtung.

                                                • 7 .5

                                                  Etwas schwer einzuordnen dieser Film finde ich. Für meine Begriffe hatte er ein bisschen was von "Drive" mit Ryan Gosling. Nur eben doch ein bisschen aufgedrehter.
                                                  Brad Pitt spielt seinen Charakter sehr gut und es macht einfach Spaß ihm bei der Arbeit zuzusehen. Richard Jenkins sehe ich sowieso immer gerne und es war eine wirkliche Freude James Gandolfini zu sehen, der leider viel zu früh verstorben ist. Er spielt wirklich groß auf bei diesem Film und sorgt für den ein oder anderen Lacher.
                                                  Zur Story gibt es eigentlich nicht viel zu sagen. Die ist eher belanglos würde ich sagen. Der Film versucht von den Dialogen zu leben, die leider nie an Tarantino-Niveau herankommen und von brachialer Gewaltdarstellung, die in diesem Film sparsam, aber effektiv eingesetzt wird.
                                                  Ich habe mich gut unterhalten gefühlt, auch wenn sich die 100 Minuten locker anfühlen wie 2,5 Stunden. Definitiv sehenswert.

                                                  • 4 .5

                                                    Mal wieder so ein Film, der versucht mit lässigen Gangster-Dialogen zu punkten und in die Fußstapfen des frühen Tarantino zu treten. Auch "Killing Them Softly" scheitert mit diesem Vorhaben mehr oder weniger deutlich, denn abgesehen von einem Haufen belanglosem Gesülze gibt's wenig zu bestaunen, etwas kultiges schon gar nicht. Dazu wirkt der Film viel zu verkrampft auf cool getrimmt und ist viel zu arm an Höhepunkten. Brad Pitts Rolle war ja ganz in Ordnung, doch der einzig wirkliche Lichtblick war James Gandolfini. Der hatte zwar zum Fortlauf der Story absolut nichts beizutragen, konnte aber als einziger wirklich etwas Spaß reinbringen.
                                                    Lediglich die letzten Sätze von Pitts Figur Jackie Cogan waren wirklich sehens- bzw. hörenswert. Mr. Samson war so freundlich sie in seinem Kommentar ein paar Zeilen weiter unten zu notieren. Der Rest ist nicht der Rede wert.

                                                    ?a=5541&i=2&e=1&c=1764234&c0=movpa krit