Killing Them Softly - Kritik

US 2012 Laufzeit 97 Minuten, FSK 16, Actionfilm, Drama, Kriminalfilm, Thriller, Kinostart 29.11.2012

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Kritiken (42) — Film: Killing Them Softly

Julio Sacchi: Das Manifest

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3.5Schwach

Ein langweiliger, leerer Film, mit selbstbesoffenen Musikmontagen und flachen Ideen gespickt, um Bedeutung bemüht und doch nur platt und öde.

Kritik im Original 7 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten

Medienjournal: Medienjournal-Blog.de

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6.5Ganz gut

[...] "Killing Them Softly" ist Andrew Dominiks dritte Regiearbeit und nach "Die Ermordung des Jesse James durch den Feigling Robert Ford" seine zweite Zusammenarbeit mit Brad Pitt. Wie schon bei seinen vorangegangenen Filmen hat sich auch Dominik selbst dem Drehbuch gewidmet, wobei es sich auch hierbei wieder um die Adaption eines Buches – hier "Cogan’s Trade" von George V. Higgins – handelt. In Anbetracht der Geschichte selbst ist es allerdings fast verwunderlich, dass man auf die Idee gekommen ist, den Roman zu verfilmen, denn die knapp zweihundert Seiten umfassende Geschichte ist objektiv betrachtet mehr als einfach gestrickt. Allerdings, das muss man dem Film zugutehalten, gefällt Brad Pitt als harter Hund mal wieder außerordentlich gut und gibt eine interessante Interpretation des Auftragskillers, der "lieber sanft tötet". [...]

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JackoXL: Die Drei Muscheln, Moviebreak

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4.5Uninteressant

Tja, da ich das gerade nicht anders erklären kann, bewegen wir uns mal im Pokerbereich:
- Ich habe AK off suit.
- Ich: Raise.
- Dahinter: Re-raise.
- Ich: Call. (starke Hand, kein Thema).
- Flop.
- 9, 5, 3, Rainbow.
- Ich: Bet, 3/4 Pot.
- Er: Call.
- Turn: J.
- Ich: Check.
- Er: Check:
- River: 10.
- Ich: Bet.
- Er: Raise.
- Ich: Bin geschlagen.

So ist das: Super Hole Cards, das Board macht dicht kaputt. That's Poker.

25 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir 64 Antworten

vanilla

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sehr interessanter Vergleich, hat mir gut gefallen. Auch wenn ich den Film nicht so schlecht empfunden habe.


JackoXL

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Dank dir. Ich konnte dem echt nicht viel abgewinnen.


SoulReaver: CinemaForever;DieDreiMusche...

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5.0Geht so

[...] »Killing Them Softly« ist zwar eine klare Enttäuschung, aber keine Katastrophe, denn die Atmosphäre stimmt und die gewisse Symbolik, die sich vom Gangsteralltag auf die politische Bewegung projizieren lässt – Wer die Pistole zieht, der drückt auch ab, Schläge werden ausgeteilt, aber nicht eingesteckt – machen den Film auf seine Art doch noch erträglich. Auch wenn sich Dominik der Gewaltästhetisierung nicht gänzlich entzieht und Kopfschüsse mal in Zeitlupe festhält, damit das Blut auch Tropfen für Tropfen in Richtung Kamera streut, bleibt »Killing Them Softly« ein Film, in dem die mäßigen bis soliden Dialoge Oberhand gewinnen. Shootouts gibt es keine und Action erst recht nicht. Letztlich ist das alles zu wenig, aber immer noch genug, um nicht wirklich den herzlosen Gnadenstoß erteilt zu bekommen, die Aussage des Filmes bleibt simpel und erlaubt keine tiefere Auseinandersetzung mit dem eigentlich bedeutungsvollen Kern: Pragmatismus gibt es überall. Punkt.

Kritik im Original 21 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten

Batzman: moviepilot / Fünf Filmfreunde

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6.5Ganz gut

Die sehr gute Cast rettet den Film der eher durch Geschwätzigkeit, denn wirklich fundierte Dialoge besticht und wohl so viel mehr will, als er letztlich abliefert. Klar es gibt Highlights und Brad Pitt im Dialog mit tranigen Auftragskillern und buchhalterischen Mittelmännern hat einen gewissen Charme. Aber die omnipräsenten Politreferenzen die sich nie zu einem wirklich gelungenen Ganzen verdichten und der Eindruck das die Vergleiche die der Film zieht nicht nur hinken sondern auf einem Rollbrett umherkriechen, vergällt einem den Spaß den diese Story machen könnte, wenn sie etwas weniger überambitioniert erzählt wäre.

Und dafür das im Endeffekt auch nichts passiert das tatsächlich interessiert, nimmt sich der Film an vielen Stellen einfach zuviel Zeit, während einem die Musikauswahl so derb auf die Zwölf gibt, das sie auch von einem Panorma-Redakteur stammen könnte der immer noch Berichte über die Finanzkrise mit "Money Money Money" unterlegt.

Wären nicht die wirklich tollen Schauspieler, würde Killing them Softly total abstürzen, aber die durch die Bank tollen Akteure halten dann doch oft das Interesse wach, einfach weil es Spaß macht ihnen zuzusehen und weil sie soviel besser sind, als die Dialoge die sie sprechen müssen.

Als Fazit bleibt ein ansehbarer Gangsterfilm, der aber weder in seine Lakonie noch in seiner Derbheit irgendwelche neuen Akzente setzt und bei allen Qualitäten doch deutlich im Schatten älterer und besserer Werke steht.

13 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten

Owen Gleiberman: Entertainment Weekly Owen Gleiberman: Entertainment Weekly

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9.0Herausragend

Killing Them Softly ist ein reisserischer und fieser Film Noir, der sich mit seinem Einfallsreichtum von hinten überfällt.

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M. Phillips: Chicago Tribune M. Phillips: Chicago Tribune

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7.5Sehenswert

Killing them Softly bietet einige einfache, brutale Lacher, einige härtere und hin und wieder findet er einen Weg, dass einem das Lachen im Hals stecken bleibt.

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Lars Tuncay: Filmtabs, Intro Lars Tuncay: Filmtabs, Intro

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6.0Ganz gut

Unterm Strich ist Killing Them Softly jedoch eine milde Enttäuschung ob der hohen Erwartungen, ist er doch 'nur' eine weitere grimmige Gangsterballade [...] allerdings scheitert Dominik auf höchstem Niveau.

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Jörg Schiffauer: ray Jörg Schiffauer: ray

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8.0Ausgezeichnet

Doch mit einer Klassifizierung als reine Genrearbeit [...] wird man Killing Them Softly nicht gerecht. Denn Dominiks Inszenierung verwebt von Anfang an den Plot eines typischen Noir Krimis mit einer gesellschaftspolitischen Komponente, ohne dabei die Spannungsbögen auch nur im Geringsten zu beeinträchtigen.

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Robert Cherkowski: Schnitt Robert Cherkowski: Schnitt

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7.5Sehenswert

Ein wenig gleicht Dominiks Ganovenstück einer der Kugeln, die Cogan in einer Schlüsselszene im strömenden Regen auf eines seiner Opfer abfeuert. Das Ziel mag ein einfaches und die Motive niederträchtiger Natur sein und doch folgt man fasziniert ihrem Flug und ihrem gewaltigen Einschlag.

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Filmering: Filmering.at

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8.0Ausgezeichnet

Killing Them Softly ist auf der einen Seite ein klassisches B-Movie, wird aber auf der anderen Seite mit einer grimmigen Gesellschaftskritik und einer fabelhaften Inszenierung aufgewertet. Dank den grandiosen Dialogen und zahlreichen wunderbaren Regiekniffen, hinterlässt der Film bereits früh gewaltig Eindruck. Allerdings wird Killing Them Softly wohl nicht ganz so stürmisch die Herzen erobern wie der wärmere Drive (der ebenfalls eine simple Genrestory mit einer künstlerisch ambitionierten Inszenierung verbindet). Dennoch ist der Film sehr empfehlenswert und zeigt welche Möglichkeiten sich im Genrekino verbergen.

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Rex Reed: The New York Observer Rex Reed: The New York Observer

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2.5Ärgerlich

Ein schmuddeliger, angeberischer, schonungslos gewalttätiger und absolut sinnloser Haufen Müll trägt den Namen Killing them Softly.

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Jek-Hyde

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Ja, denn Kapitalismus tötet uns auch softly.


Kyle Smith: New York Post Kyle Smith: New York Post

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5.0Geht so

Ich hätte vielleicht den langsamen Anfang vergeben können, hätte es nicht so einen langsamen Mittelteil und langsames Ende gegeben.

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Claudia Puig: USA Today Claudia Puig: USA Today

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7.5Sehenswert

Nichts an Killing Them Softly ist übermäßig gefühlsbetont; es ist ein stylischer Thriller, den es sich lohnt, anzuschauen – trotz schonungsloser Gewalt – wegen seinen pointierten Dialoge, faszinierenden Aufnahmen und draufgängerischen Darstellungen.

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J. Berardinelli: ReelViews J. Berardinelli: ReelViews

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9.0Herausragend

Während die Überdosis von Nihilismus von Killing them Softly nicht jedem gefallen mag, ist dies ein Beispiel dafür, wie es effizient und effektiv gemacht werden kann.

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Scott Tobias: The Onion (A.V. Club) Scott Tobias: The Onion (A.V. Club)

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7.5Sehenswert

Dominik weiß wie man eine atemberaubende Szenerie entwirft. Sein Wille mehr zu erreichen ist ermutigend, auch wenn es nicht immer erfolgreich ist.

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K. Longworth: Village Voice K. Longworth: Village Voice

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6.0Ganz gut

Von der ersten Szene an hat Dominik wenig Probleme damit seine Geschichte durch Bilder mit Tiefe und Potenzial auszustatten. Aber seine Wahl der Geräuschkulisse ist, sachlich ausgedrückt, absolute Scheiße.

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Betsy Sharkey: Los Angeles Times Betsy Sharkey: Los Angeles Times

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6.0Ganz gut

Dem Drehbuchautor-Regisseur ist so viel daran gelegen, die Parallelen zwischen wirtschaftlichem Verfall, politischer Enttäuschung und unbedeutenden Kriminellen deutlich zu machen, dass es dabei nichts Weiches oder Subtiles zu entdecken gibt.

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Mick Lasalle: San Francisco Chronicle Mick Lasalle: San Francisco Chronicle

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7.5Sehenswert

Brad Pitt war nie besser! [...] Killing Them Softly ist vielleicht kein so großes Meisterwerk wie Die Ermordung des Jesse James durch den Feigling Robert Ford, aber auf jeden Fall gibt es keine Szene in dem Film, bei der Andrew Dominik nicht sorgfältig auf Kamerawinkel, Sound, Optik etc. geachtet hat.

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XN01691

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"Brad Pitt war nie besser!"
Also ich finde, daß Kollege Pitt z.B. in "Kalifornia" oder "12 Monkeys" schauspielerisch schon wesentlich besser abgeliefert hat. DIESER film hier war sicherlich keine grossartige Herausforderung für sein Können.


BrittaLeuchner

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XNO: sehe ich auch so.


A.O. Scott: New York Times A.O. Scott: New York Times

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4.0Uninteressant

Es kann ein Vergnügen sein, Brad Pitt und die anderen Schauspieler in Killing Them Softly zuzusehen, doch letztendlich ist der Film nichts weiter als enttäuschend.

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Roger Ebert: Chicago Sun Times Roger Ebert: Chicago Sun Times

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5.0Geht so

Der Charme von Schauspielern wie Gandolfini, Pitt, Liotta und Jenkins hängt vor allem von ihrer Bildschirmpräsenz ab – und unserer Erinnerung von ihnen in besseren Rollen.

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FranklinFlyer

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Auf den Punkt gebracht.


Peter Travers: Rolling Stone Peter Travers: Rolling Stone

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Die Schauspieler in Killing Them Softly sind großartig, vor allem Brad Pitt und James Gandolfini überzeugen in ihren Rollen als Auftragsmörder.

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Der Witte: CEREALITY, Die Drei Muschel...

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6.0Ganz gut

wieder mal so ein Fall, bei dem der Trailer aufregender ist als der Film im Endeffekt selbst. Das muss nicht unbedingt schlecht sein, der Streifen ist halt anders, das hat man von Andrew Dominik (Chopper, Die Ermordung des Jesse James durch den Feigling Robert Ford) ja erwartet.

Und so liefert er uns seine unaufgeregte Gangster-Metapher auf die amerikanische Wirtschaftspolitik/-krise, anno 2008-2012, erzählt zu ungefähr 90% mit Dialogen, in denen es verhältnismäßig maßvoll ums Ficken geht, aber auch um Gangster-Codex - JO! - sowie gerade mal zu 10 % mit rein visuellen Sequenzen (mehr visuelles Erzählen kommt in Sachen Film ja eigentlich immer besser als per Dialog, aber naja).

Somit sind die Schauwerte relativ rar gesäht - trotz allem baut sich teilweise richtig dicke Spannung auf (der Raub) und wenn Gewalt ausbricht, dann aber richtig! Und schauspielerisch ist es auch ein Ensemble-Meisterstück, allen voran Brad Pitt als J
ackie Coogan, der sich den ganzen Film über sanft, aber bestimmend den Weg zu weisen versteht, um dann am Ende

(SPOILER?)

die Karten auf den Tisch zu legen, die ganze verdammte Wahrheit über das System zu offenbaren

("SPOILER" Ende).

Allein dafür lohnt sich der Film wirklich - nur sollte man davon ausgehen, dass man wahrscheinlich nicht 100%-ig befriedigt aus dem Kino rauskommt [dafür ist die Story recht spartanisch und einfach viel zu überzogen von der Länge her], aber unterhaltsamer/abwechslungsreicher als andere diesjährige Romanverfilmungen/Dialogbomben wie z.b. COSMOPOLIS isser allemal, wie ich finde.

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Thomas Groh: taz Thomas Groh: taz

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4.0Uninteressant

Aha – Jubel allerorten über 'tiefsinnige' Kapitalismuskritik in billigen Assoziationen. Verabschiedet hat Andrew Dominik schließlich auch den Genrefilm mit politischer Message.

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BrittaLeuchner

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Danke! Sehe ich auch so.


Günter H. Jekubzik: Filmtabs.de Günter H. Jekubzik: Filmtabs.de

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7.5Sehenswert

Brad Pitt gibt den einzigen Denker im Brachland der Intelligenz lässig und überlegen. Nur subtil und kohärent wie Jesse James erzählt Andrew Dominik nicht mehr.

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Lida Bach: f.lm, weltexpress, kino-zei... Lida Bach: f.lm, weltexpress, kino-zei...

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8.0Ausgezeichnet

Killing Them Softly [ist] neben aller Großartigkeit außerdem: eine Party erwachsener Jungen, die immer noch gern mit Pistolen spielen.

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Edward Nigma: CinemaForever

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8.0Ausgezeichnet

"I like to kill them softly..."

Andrew Dominik gehört wohl zu den unterschätztesten Filmemachern unserer Zeit. Nach dem psychodelischen Gefängnisthriller „Chopper“ mit einem großartigen Eric Bana in der Hauptrolle, folgte Dominiks eigentlicher Geniestreich, denn mit „Die Ermordung des Jesse James durch den Feigling Robert Ford“ lieferte der junge Regisseur einen vielschichtig wie handwerklich perfekten Western ab, der zwar an den Kinokassen floppte, jedoch im Nachhinein zum Western-Geheimtipp avancierte. Entsprechend hoch waren die Erwartungen an Andrew Dominiks neustes Werk „Killing Them Softly“, zumal dieser harte Gangster-Thriller auf dem Roman „Cogan's Trade“ des legendären Krimi-Autoren George V. Higgins basiert. Ideale Voraussetzungen also für den australischen Regisseur und auch wenn „Killing Them Softly“ nie an die Klasse von „Die Ermordung des Jesse James durch den Feigling Robert Ford“ heranreichen kann, hat Dominik trotz allem einen stimmungsvollen und bitterbösen Gangster-Thriller inszeniert, der besonders durch Dominiks makellose Regiearbeit, das starke Ensemble und einen hervorragenden Soundtrack punkten kann.

Frankie (Scoot McNairy) und sein Kumpel heroinabhängiger Kumpel Russel (Ben Mendelsohn) sind mal wieder blank. Durch den zwielichtigen Geschäftsmann werden die beiden Tagelöhner auf ein illegales Pokerspiel aufmerksam gemacht, bei dem es nicht nur um „Peanuts“ geht. Schnell ist der Entschluss gefasst, die illegale Pokerrunde zu überfallen und das Preisgeld in Höhe von 30.000 US-Dollar einzusacken. Mit mehr Glück als Verstand gelingt den beiden Möchtegern-Gangstern sogar der Coup, doch der Veranstalter (Ray Liotta) möchte die Diebe nicht so einfach davonkommen lassen und an engagiert über Mittelsmann (Richard Jenkins) den berüchtigten Auftragskiller Jackie Cogan (Brad Pitt), damit sich dieser der Sache annimmt.

Blutrünstige Gangster, drogensüchtige Gelegenheitskriminelle und depressive Auftragskiller: Andrew Dominik gewährt uns in „Killing Them Softly“ einen Einblick in das Milieu der Gesetz- und Ehrlosen, wo die Gewalt Diplomatie ersetzt und man für Geld alles, aber auch wirklich alles kaufen kann. Und auch wenn diese zwielichtige Gesellschaft fast gänzlich abgekoppelt vom sichtbaren Leben ihren Lauf nimmt, vollständig entziehen kann sie sich diesem dennoch nicht: Denn erstaunlicherweise unterliegt auch ein Gangsterleben den tagesaktuellen Schwankungen der Weltwirtschaft. Und so gestaltet Dominik „Killing Them Softly“ als fortwährenden Kampf um Geld, Respekt und das tägliche Überleben in einem maroden System. Wirklich „soft“ ist hier rein gar nichts.

Dem gegenüber stellt Dominik den 2008 lautstark ausgetragenen Wahlkampf zwischen John McCain und Barack Obama um das Amt des Präsidenten. Leere Phrasen dröhnen in Dauerbeschallung aus dem Off und die geleckten Kandidaten blicken von meterhohen Plakatwänden auf das unwirkliche Ghetto-Szenario hinab. Dabei verkommt das gewinnende Lächeln dieser „sauberen“ Politiker über den Dächern der Slums zu einem zynischen Grinsen, denn ihre Wahlversprechen sind wie immer nichts weiter als heiße Luft. Dominik kämpft zwischen den Fronten und lässt weder an Republikanern noch an den Demokraten ein gutes Haar. Und so bleibt letztlich die Frage, wer hier die eigentlichen Verbrecher sind. Denn während für die politische Elite des Landes Lobbyismus, Lug und Betrug fast schon zum guten Ton gehört, gilt selbst in den zwielichtigsten Kreisen immer noch ein ungeschriebener Ehr-Kodex, dessen Missachtung tödliche Folgen hat, wie in „Killing Them Softly“ der ein oder andere Gangster mit voller Härte zu spüren bekommt.

Doch auch ungeachtet der beißenden Kritik ist „Killing Them Softly“ ein handwerklich perfekter Gangster-Thriller mit schwarzhumoriger Note. Mit Brad Pitt, Ben Mendelsohn, James Gandolfini, Richard Jenkins und Ray Liotta hat Andrew Dominik wohl einen der eindrucksvollsten Cast des Kinojahres 2012 zusammengetrommelt und auch die Arbeit seines Kameramannes Greig Fraser („Let Me In“) spricht für sich. Eindrucksvollstes Beispiel für dessen Können ist wohl der brillant in Szene gesetzte Raubüberfall des illegalen Pokerspiels, dessen Intensität sich wohl am besten mit dem anfänglichen Katz-und-Maus-Spiel in Nicolas Wending Refns „Drive“ vergleichen lässt.

Fazit: Mit „Killing Them Softly“ liefert Dominik einen zynischen Kommentar zur zunehmend grotesken politischen Situation in den USA ab. Und natürlich ist es auch kein Zufall, dass „Killing them softly“ genau in einem Wahljahr Premiere feiert. Wenn Dominik sein Publikum letztendlich mit den Worten “America isn’t a country; It’s a business. Now fuckin' pay me.“ aus dem Kino entlässt, muss man bestürzt feststellen, wie viel Wahrheit doch in diesen Worten steckt.

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Arakune: Das Manifest, CinemaForever...

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5.0Geht so

[...] Dreckig-depressive Hochglanzbilder ergänzen sich ausgezeichnet mit der distanzierten Erzählperspektive von Dominiks Geschichte, die wir mit voyeristischem Vergnügen verfolgen dürfen. Er zeichnet ein zynisches Bild der Bush-Ära, in welchem die Wirtschaftskrise und die große Arbeitslosigkeit thematisiert werden. Die ehemals schönen Kleinstädte beginnen zu verfallen und der menschliche Abschaum kommt allmählich aus seinen dunklen Löchern hervorgekrochen; auf den Straßen begegnen wir nicht einer einzigen Frau, sondern lauschen lediglich obszönen Erzählungen von Prostituierten und untreuen Ehefrauen. Selbst die einst unangreifbar scheinende Mafia wirkt plötzlich müde und ausgelaugt – die ökonomischen Probleme des Landes machen vor niemandem halt. Und in den Fernsehern ertönen die verheißungsvollen Reden der Politiker.

Leider büßt Dominiks prinzipiell guter Ansatz zugunsten vermeintlicher Massentauglichkeit erheblich an Subtilität ein und spätestens in der holzhammerhaften, dennoch recht stimmigen Schlusseinstellung sollte jedem klar sein, worum es in der karikierten Milieu-Studie des 45-jährigen Neuseeländers geht: KILLING THEM SOFTLY ist ein teils plumper, teils treffsicherer Abgesang auf Amerikas zerbröckelnde Gesellschaft, Geld und die undurchsichtigen Hierarchien und politischen Machtspielchen in Führungsebenen; und Jackie Cogan ist der sensible, extern agierende Abteilungsleiter mit der Lizenz zum Feuern. [...]

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Diemuth Schmidt: Radio Köln Diemuth Schmidt: Radio Köln

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4.5Uninteressant

Killing them softly will mehr sein als ein Unterweltkrimi und scheitert an seinem Anspruch. Andrew Dominik trägt dick auf und lässt seine Story während der sich zuspitzenden Finanzkrise in einem aufgrund der Folgen des Hurrikans Katrina besonders brach liegenden New Orleans spielen.

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Markus Müller: Movie Maze Markus Müller: Movie Maze

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5.5Geht so

[...] Die nicht enden wollenden Dialoge, denen eindeutig der Pep fehlt, tragen ihren Teil dazu bei, dass Killing Them Softly leider recht langatmig ist.

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Till Brockmann: Neue Züricher Zeitung Till Brockmann: Neue Züricher Zeitung

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5.5Geht so

Sowieso wirkt die einfache und schnörkellose Geschichte – und wenn Schnörkel vorkommen, [...] dann hätte man besser darauf verzichtet – vor allem als Gerüst für ausgedehnte, aphoristische Zwiegespräche, die das Zentrum des Films bilden.

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F.-M. Helmke: Filmszene.de F.-M. Helmke: Filmszene.de

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4.0Uninteressant

Killing them softly ist ein Gangsterfilm fürs intellektuelle Arthousekino. Ein Film der sich programmatisch allem versperrt, was ihn wirklich aufregend oder unterhaltsam machen könnte, und dafür aufdringlich einfordert, dass sein Publikum bitte schön ganz doll darüber reflektieren möge, was er hier unterschwellig denn eigentlich ausdrücken und erzählen möchte.

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BrittaLeuchner

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Exakt. Und das was er erzählen möchte ist leider nich nicht einmal neu und vor allem wenig hilfreich.


BuzzG: filmfutter.com, kino-zeit.d...

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8.0Ausgezeichnet

"[...]Geld regiert die Welt und frische Dollarbündel scheinen in „Killing Them Softly“ die einzige Brücke zu sein, die die Figuren miteinander verbindet. Endet das Business, steht jeder wieder für sich allein da. Die Einigkeit, die Barack Obama während einer Rede nach seinem Amtsantritt angeschürt hat, ist letztlich so greifbar wie eine Seifenblase. Und so langlebig. Lässt man seinen Blick hier nur über die Oberfläche schweifen, so funktioniert Andrew Dominiks auf dem Roman „Cogan’s Trade“ von George V. Higgins basierendes Werk außerdem als simpler, pechschwarzer Thriller, der episodenhaft und redselig sein Szenario vorantreibt. Die Inszenierung gleicht einem intensiven Rausch.[...]
Der zweite US-Film des gebürtigen Neuseeländers Andrew Dominik gibt sich mit Sicherheit nicht sonderlich spektakulär, noch ist er ein Meisterwerk oder gar der Film des Jahres. Das muss er auch gar nicht sein. Gut aufgelegte Darsteller bis in die Nebenrollen, eine innovative Umsetzung und die interessante Kopplung mit einem realen Ereignis bieten schon genügend Anlass für eine ausdrückliche Empfehlung."

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Peter Bradshaw: Guardian Peter Bradshaw: Guardian

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9.5Herausragend

Killing Them Softly ist eine eiskalt-souveräne schwarze Komödie kontinuierlicher Desillusionierung.

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BrittaLeuchner

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Und genau aus diesem Grund als Kunstwerk so nötig wie Kacke am Schuh. Die Desillusionierung des Community-Gedankens ist ungefähr so originell und hilfreich wie ein Kommentar von Til Schweiger zur deutschen Filmkrise.


Richard Corliss: TIME Magazine Richard Corliss: TIME Magazine

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5.0Geht so

Trotz genügend Prügelszenen, die ausreichten, um Rocky Balboa in allen sechs Filmen auf die Matte zu bringen, verdient als Einziges die Belohnung des Besuchs eine weitere mühelose Glanzleistung von Brad Pitt.

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Todd McCarthy: Hollywood Reporter Todd McCarthy: Hollywood Reporter

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9.5Herausragend

Killing Them Softly ist in jeder Hinsicht verdammt smart, mit einer schauspielerischen Leistung, die immer den richtigen Ton trifft und von einem hervorragenden Handwerk auf allen Ebenen geprägt.

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projekt2501: www.2501.eu projekt2501: www.2501.eu

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6.0Ganz gut

Extrem stilisiert und merkwürdig zusammengeschustert kommt Killing Them Softly daher, der wie Regisseur Dominiks "Die Ermordung des Jessy James durch den Feigling Robert Ford" einen von Brad Pitt gespielten Gangster ins Visier nimmt. So einiges passt in diesem Film aber nicht zusammen...(Kritik auf 2501)

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Justin Chang: Variety Justin Chang: Variety

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5.0Geht so

Der typische, schon fast banale Krimi erscheint in einschläfernder Manie. "Killing Them Softly" ist ein kaltblütiger Zuschauermagnet, der es kaum schafft den Puls wirklich in die Höhe zu treiben.

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Christoph Schelb : Outnow.ch Christoph Schelb : Outnow.ch

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8.0Ausgezeichnet

Wer einen normalen Crimethriller erwartet, wird enttäuscht. Dominik hat hier höhere Ziele, als einfach die Klischees des Genres abzuarbeiten. Der Neuseeländer hat hier wirklich was zu sagen.

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Pamela Jahn: ray Pamela Jahn: ray

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6.5Ganz gut

Statt den Plot unnötig mit Nebenfiguren und komplexen Handlungssträngen zu überladen, konzentriert sich Dominik vielmehr auf seine Schauspieler, die ihre Sache bis in die Nebenrollen ausgesprochen gut meistern.

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Cristina Nord: taz Cristina Nord: taz

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5.5Geht so

Je deutlicher der Film ausspricht, dass Amerika am Boden liegt, umso mehr Kredit verspielt er. Dominik vertraut nicht darauf, dass sein Publikum Subtexte lesen kann.

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Michael Sennhauser: Sennhausers Filmblog Michael Sennhauser: Sennhausers Filmblog

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4.5Uninteressant

Killing them Softly ist dermassen stilwütig und auf cool getrimmt, dass der Film über weite Strecken eher langweilt.

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Kommentare (215) — Film: Killing Them Softly


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Gladiator11

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Einer der besten Brad Pitt Rollen, die er Charakteriesiren durfte. Der Film ist nicht mit Action Szenen überladen, wie es dem Mainstream gefällt. Das ist auch gut so. Denn das reizvolle an diesem Film ist, dass man einem arbeitstag(e) eines Auftragskiller mitverfolgen kann.

Ray Liotta, Brad Pitt und James Gandolfini ergänzten sich gut miteinander. Brad Pitt hat schon mehrmals, als Filmproduzent, bewiesen dass er einen guten Filmgeschmack hat...

Ich kann die allg. schlechte Wertung der Filmkritiker und auch der Community nachvollziehen, ist halt kein typischer 0815 Hollywood Bullshit Film

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Rubi27

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Bewertung3.0Schwach

Der Film war die reinste Zeitverschwendung!
Lahm, langweilig und ohne Spannung.

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cycloo77

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Ein Suptiler fein nuancierter Film der dahin geht wo es weh tut. Er zeigt uns mit brachialgewalt, was auf der Welt Regiert...nur eines DAS GELD,dafür wird alles gemacht,selbst das unvorstellbare.
Brad Pitt und James Gandolfini liefert hier eine wohl temperierte aber spitzemäßige Leistung ab. Der Film wird sogar beim 2x schauen noch besser. Ein "kleiner" fieser Top Film! God Bless James Gandolfini and thanks for everything!

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Dr.Ben

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Wow! Der Film fühlt sich an, wie eine Ladung Schrott im Gesicht. Untermalt von düsteren Bildern und einem zynischen Soundtrack, entfaltet sich ein direkter, fast schlichter Plot, bei dem man ständig auf das Schlimmste gefasst sein muss. Die Angst wird zum ständigen Begleiter, der sich oft nur unauffällig im Hintergrund aufhält, dann aber immer wieder ganz nah kommt und auf die Schulter klopft. Dieser Effekt wird durch die langen, dunklen Einstellungen und das durchweg gute Spiel der Darsteller (ganz groß: James Gandolfini) noch verstärkt. So zog mich die Atmosphäre schwer in ihren Bann und ließ mich nicht mehr los. Und ja, der gesellschaftskritische Unterton wird genauso direkt serviert wie der Plot und passt genau deshalb wie die Faust aufs Auge: In einer abgefuckten Welt, in der Gemeinschaft nur eine vielbemühte Worthülse ist, gehen abgefuckte Typen einfach nur ihren skrupellosen Geschäften nach und daran zugrunde, fertig, aus. Ein überraschend starker Film!

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Spiritus

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Was die meisten schlecht Bewerter hier nicht verstehen ist das dieser Film cool sein will. Und das schafft er auch. Manche schreiben hier das der Film manche stellen hat, die unnötig sind. Aber genau das ist nicht richtig. Genau diese Szenen machen den Film cool. Also wer nicht auf alle 2 Sekunden Explosionen steht, sondern auf cooles Gangster gehabe abfährt, der ist hier genau richtig. Alle anderen können ja gerne Iris Berben in irgendeinen deutschen Marionetten Film gucken, die sind nämlich genauso wenig cool wie ihr selber :)

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CrazyWizard

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Bewertung6.0Ganz gut

Wahrlich kein Meisterwerk ist dieser düstere Film von Andrew Dominik. Es zeigt eine dreckige Seite von Amerika, Intrigen, kaputte Figuren im kriminellen Millieu, ohne selbige aber zu glorifizieren. Die Taten der Einzelnen werden nicht geschönt, sie bleiben abscheulich und die kleinen Betrüger werden von den großen Haien einfach zerfleischt. Das ist mal nett anzusehen, weil es etwas Abwechslung bietet, aber der Film wirkt monoton und lässt mich am Ende kalt zurück: Wozu das alles? Die geplante Moralkeule nochmal in der letzten Szene zu schwingen, wenn Jackie Cogan schwadroniert, dass alles nur ein großes Business sei, im Hintergrund Obamas Antrittsrede wirkt unpassend und schon fast überheblich.
"Killing Them Softly" fehlt ein Spannungsbogen, er lässt mich kalt mit all seinen widerwärtigen Charakteren - doch ganz von ihm abraten, möchte ich auch nicht. Sicher kann man ihm an der ein oder anderen Stelle etwas Gutes abgewinnen, allein schon für die Abwechslung zwischen all den Hollywood-Stereotypen gibt es einen kleinen Bonus.

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Canis Majoris

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Die animalisch-orwellschen Pointierungen kommen hier zu meiner Freude ganz gut durch.

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Frankie Dunn

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Bewertung6.5Ganz gut

Zynisch bis in die Arschritze. Inhaltlich passiert nicht viel, man lernt nichts neues, aber wenn man in der Stimmung dafür ist, darf man sich einen drauf runterholen, wie Andrew Dominik die schmutzige Seite der Geschäftswelt/Mafia zelebriert, dabei gleichzeitig Gangsterfilm und Politik den Arsch ins Gesicht hält, und dieses realistisch-unschöne Bild dann stilvoll ausstattet, ästhetisch beleuchtet, effektreich filmt und mit interessanter Musik unterlegt. Ist manchmal auch ganz schön, selbst wenn Überraschungen ausbleiben. Künstlerisch, gut gespielt, kann Spaß machen. Erinnert mich am ehesten an Natural Born Killers, nur dass der ein einziger Rausch war, während Killing Them Softly zu jeder Sekunde bewusste Aufmerksamkeit vom Zuschauer erfordert, um wenigstens ein bisschen Freude daran zu haben.

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loveissuicide

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Bewertung6.5Ganz gut

Da gab's schon bessere Vertreter in diesem Genre. Der Film lebt - zumindest bei mir - von hohen Erwartungen, die stets ein ganz klein wenig erfüllt werden, wo aber immer das Gefühl bleibt, dass da mehr hätte sein können. Und viele Szenen sind einfach viel zu irrelevant. Kann man anschauen, ist aber wirklich kein Muß. Dann schon eher "Bube, Dame, König, Gras". Zum Beispiel.

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dannydiaz

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das ist ja genau der Trick. Unter dem VOrwand eines coolen Gangster Films wird dem Zuschauer ein Streifen unter geschmuggelt, der genau diesen ganzen MafiaWannabe Cool Kram dekonstruiert. Also ein gewollter Anti.


loveissuicide

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Naja, ich weiß nicht: absichtlich einen Film machen, der irgendwie nicht Fisch, nicht Fleisch ist?


heikschn

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Bewertung7.0Sehenswert

Ein sehr dialoglastiger Gangsterfilm. Klingt wie ein Tarantino, könnte man nun meinen. Ist aber nicht so. Der größte Unterschied ist, dass anders als bei Tarantino-Filmen, Rollen und Setting nicht auf Cool getrimmt sind. In Killing them softly sind die Figuren schäbig und unsymphatisch und sollen die untere Schicht der Bevölkerung symbolisieren. Dies zusammen mit der damit einhergehenden im Film stets mitschwingenden Gesellschaftskritik und der entsprechend depressiven Stimmung, törnt viele Zuschauer sicherlich ab. Mich hat das alles nicht gestört. Ich fand den Film interessant.

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JoergStajner96

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Bewertung3.0Schwach

Ein schlechter Thriller, der 1 stunde im dunkeln spielt, und auch sonst sehr langweilig ist

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sachsenkrieger

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Bewertung9.0Herausragend

Amerika ... ich sage den Menschen in Amerika ... dieser Moment ist unsere Chance, um ... klar ... genug ... aus seinem Leben zu machen, was er will! Es ist ein ... das uns antreibt ... den amerikanischen Traum am Leben zu halten. Dieses Versprechen hat unser Land immer besonders gemacht. Das Versprechen, jeder von uns hat die Freiheit, aus seinem Leben zu machen, was er will!

Zu diesen zerfetzten Wahlkampfgeschwätz schlurft Frankie wie ein Zombie mit obligatorischer Kippe im Hals aus einem Stadion, in dem kurz zuvor die beiden Präsidentschaftskandidaten aufgetreten sind, hinaus in das Endzeitszenario New Orleans`. Er bleibt stehen und weint!

Die Parallelen bzw. Verknüpfungen in diesem Film sind im laufenden Betrieb nicht leicht nachzuvollziehen, dies erschloss sich mir erst nach einer Zweitsichtung. Was man zu sehen bekommt, sind die unteren und mittleren Ebenen des organisierten Verbrechens. Die Drahtzieher bleiben unsichtbar, sie werden repräsentiert durch Radio- und TV-Einblendungen aus Politik und Wirtschaft. Dieses genial eingesetzte Stilmittel kann man als Parallele zu dem Gesehenen deuten, ich deute es sogar eher als Verknüpfung. Denn was auf den Straßen Amerikas passiert, ist nicht dem ähnlich, was in den Palästen geschieht, es ist miteinander verknüpft.

Da hört man die Wahlkampfreden der Politiker und die Analysen von Wirtschaftsexperten, in denen die Rede ist vom skrupellosen Vorgehen Einzelner, Stabilisierung der Lage und sofortigem Eingreifen, während im visuellen Handlungsstrang genau das passiert. Es ist also meiner Meinung nach nicht eine parallele Geschichte von Politik/Wirtschaft auf der einen und dem Verbrechen auf der anderen Seite, sondern eine geniale Verknüpfung beider zu einem homogenen Ganzen.

There's a man going around taking names
And he decides who to free and who to blame
Everybody won't be treated all the same
There'll be a golden ladder reaching down
When the Man comes around

Zu dem genialen Song von Johnny Cash marschiert Brad "The Man" Pitt in die Arena und er verlässt sie erst nach getaner Arbeit. Er ist im Gegensatz zu den ganzen naiven, strohdoofen, soziopathischen, abgehalfterten und konservativen Kleinganoven und Mafiosi ein neuer Typ Killer, ein neuer Mensch. Er arbeitet präzise wie ein Chirurg und emotionslos wie eine Maschine. Er zögert und zaudert nicht, sondern erkennt, was zu tun ist und tut es. Gleichzeitig ist er ein freundlicher und höflicher Typ, er tötet schnell und barmherzig und spielt nicht mit seinen Opfern. Er ist ein Manager des Unvermeidlichen, ein Soft Killer!

So verknüpfen sich all die verschiedenen Handlungsstränge zu einem großen Ganzen, das genial in Szene gesetzt ist und mit hervorragender Filmmusik hinterlegt ist. Leider finde ich immer noch nicht die rechten Worte, um dieses leider verkannte Meisterwerk zu beschreiben, aber wer könnte das besser als Jackie Cogan, der dargestellt wird vom mittlerweile besten lebenden Schauspieler der Welt?

Jetzt muss ich aber lachen. Jeder Mensch ist gleich? Ein Märchen, erfunden von Thomas Jefferson, einer amerikanischen Ikone. Aus seiner Feder stammen die Worte: "Alle Menschen wurden gleich erschaffen!" Worte, an die er so nicht geglaubt haben kann, weil er seine eigenen Kinder in der Sklaverei gehalten hat. Er war ein reicher Säufersnob und wollte keine Steuern zahlen an die Briten. Oh ja, er schrieb schöne Worte und befeuerte den Pöbel, damit er sich opferte für diese Worte. Aber er trank gemütlich ein Gläschen Wein und fickte seine Sklavinnen. Der Kerl behauptet, das wir in einer Gemeinschaft leben? So ein Blödsinn, das ist doch lachhaft. Denn wir leben in Amerika ... und in Amerika schlägt sich jeder allein durch ... Amerika ist kein Land ... es ist nur ein Business ... und jetzt geben sie mir mein verdammtes Geld!

GOOD NIGHT AND GOOD LUCK!

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Berlin42

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wunderbarer Kommentar. Werde ich mir unbedingt geben den Film...


sachsenkrieger

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Danke, aber bedenke, das ich Brad Pitt "liebe" wie ein Säufer die Pulle ;) Nee, irgendwie habe ich das Gefühl, das nicht viele Braddie unvoreingenommen betrachten können. Anders kann ich mir die durchwachsenen Bewertungen der Filme, in denen er mitgespielt hat, nicht erklären.


Martin1988

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Bewertung4.0Uninteressant

Ein Gangsterfilm der eigentlich keiner ist und auch gar nicht sein will, der sich dann lieber Sozialkritisch gibt als den schnöden Alltag eines Berufskriminellen zu veranschaulichen. Die Kriese hat alle getroffen und Scheiße fällt von oben nach unten und ist inzwischen wirklich ganz unten angekommen, alles riecht nach Scheiße, alles schmeckt nach Scheiße und die Aussichten sind ohnehin überaus Scheiße aber dass man daraus auch noch einen beschissenen Film machen muss ist mir dann doch zu radikal. Ich will versuchen Fair zu bleiben, ich mag Filme über Gangster eigentlich und Tarantino und Scorsese habe ich über die Jahre auch echt lieb gewonnen und diese beiden Herren verdanken wir wohl auch einer Blaupause für diesen Film, zumindest dem Teil des Films der zeigt was böse Typen am liebsten tun, nämlich Karten spielen und trivialen Schund erzählen. Ach und das liebe Geld ja auch noch, was wohl die Schnittstelle zum eigentlichen Thema des Films darstellen soll. Eigentlich ist das ja auch eine ganz nette Idee und klingt eigentlich interessant. Blöd ist dann nur, dass die Lücke zwischen den Themen doch etwas sehr groß ist. Es wirkte auf mich dann doch sehr unstimmig und erzwungen wenn man im Vordergrund die Mordpläne eines Killers und im Hintergrund die Lage der Nation zu erfahren bekommt. Die Botschaft ist klar, kriegt den Arsch hoch und packt den Stier bei den Hörnen, lasst Taten und keine Wort sprechen. So wie früher muss es werden, so wie es der Soundtrack dieses Filmes es einem immer und immer und immer wieder vorträllert. Was bleibt ist sind fürchterlich gute Schauspieler die sich in dem Film keinen Arm ausreißen, ein Kameramann der wohl hin und wieder seinen talentierten aber übereifrigen Lehrling ans Gerät ließ, eine nette Idee mit Potential und die Frage was man sich nur ansehen soll wenn "killing them softly" so enttäuschend ist wie "Die Hard".

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Jenny von T

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Bewertung7.5Sehenswert

Es ist soweit: Die Mechanismen der Finanzwirtschaft sind in den Ghettos angekommen, die Straßen leer gefegt. Nur ein paar ganz harte Kleinkriminelle trauen sich mit ihren Kötern an der Leine vor die Tür.
Ach nein, Moment mal, diese Typen sind ja gar nicht hart; Sie überfallen Pokerrunden mit Spülhandschuhen, übertreiben es hin und wieder mit Drogen und reden sich, verpeilt wie sie sind, dann auch noch munter um Kopf und Kragen.
Auch nicht viel besser: Die große, mächtige, glorifizierungsträchtige Mafia. Nur sind es dort Nutten und Alkohol. Doch so wirklich bewegungsfähig ist hier niemand. Niemand, bis auf – ausgerechnet – "Problembereiniger" Jackie Cogan. Der abscheulichste Zyniker im Bunde versteht als einziger, wie man in dieser UNTERwelt ÜBERlebt (mehr ist ohnehin nicht drin) und zieht, dem angepasst, seine Prinzipien eiskalt pragmatisch durch. Eine seiner Devisen lautet: Lege niemanden um, mit dem du persönlich schon zu tun hattest. Das wird immer so sentimental. Und Gefühle sind nicht gut. Kill them softly, lass' es andere machen.
... Nur blöd, dass sein für diesen Fall angedachter Partner Mickey sich bereits eigenhändig außer Gefecht gesetzt hat. Alles muss man also selbst erledigen. Tzz.
Ganz nebenbei tobt, wie man durch TV und Radio erfährt, Wahlkampf zwischen Obama und McCain – "wohl" dem, der deren naive Pathosreden um grenzenlose Selbstverwirklichung oder gemeinschaftlichen Zusammenhalt in diesem Kontext überhaupt noch ernst nehmen kann (die eigentliche Macht nämlich üben - und das ist bloß ein Problem von vielen - andere aus). Wohl aber auch dem, welcher in dieser allumfassenden, geldregierten Selbstbesoffenheit vielleicht auch eine kleine Allegorie auf Hollywood auszumachen vermag. Es schlägt eben überall durch, und der - aus Sicht der Traumfabrik - zu erfolglose Andrew Dominik muss einen ganz schönen Hals gehabt haben.
Denn eines ist mal klar, und hierüber kann nicht einmal Brad Pitts stilsichere Gelfrisur hinwegtäuschen: In jenem (Meta-)Mikrokosmos stinkt nicht nur der Hundekot zum Himmel. Besitzt alles, was Geld kostet, auch tatsächlich einen Wert?
So viel zur Ausgangslage. Was folgt, ist grundsätzlich keineswegs neu, aber nicht ohne Reiz angeordnet:
Fliegende Kanonenkugeln in Zeitlupe? Die Ego-Perspektive eines zugedröhnten Junkies? Minutenlange Blödsinns-Diskussionen? Formale Taschenspielertricks, schon hundert Mal gesehen.
Das Besondere an KILLING THEM SOFTLY ist jedoch die Art und Weise, wie der Film sich gewisse Genre-Schablonen einerseits zu eigen macht, sie gleichfalls - und zwar gar nicht einmal so ungelenk, wie es auf den ersten Blick den Anschein erweckt - organisch-zielgerichtet durch den Dreck zieht und es doch unterlässt, sich für etwas Besseres zu halten. Nicht allein deshalb, weil es manchmal einfach mehr Spaß bereitet, den Leuten unvermittelt ins Gesicht zu spucken, sondern weil es zur Abwechslung ganz erfrischend sein kann, auch mal auf den Punkt zu kommen. Gerade aber nicht zu verwechseln ist Dominiks Regie-Ingrimm mit einem planlosen Holzhammer-Vorgehen - dafür sprechen schon die angenehmen Atempausen, welche er vor allem seine ausgiebigen Dialoge bewerkstelligen lässt... und welche er im Grunde gar nicht braucht, weil KILLING THEM SOFTLY irgendwie auch von Natur aus eine faszinierende, geradezu bösartige Lässigkeit abgeht.
Die Bauernschläue des durch und durch ironischen Plotverlaufs erinnert beispielsweise ebenso wie der karikaturhafte Protagonist Jackie Cogan oder die rabiat gegen den Strich gebürstete Musikuntermalung fast schon an den frühen Tarantino, und dennoch könnte Dominik sich kaum weiter entfernt von etwa einem PULP FICTION positionieren, findet sich doch rein gar nichts Sympathisches in diesem miefigen Nest elender Profitgeier. Nicht einmal ein Fuß-Fetisch.
Personell hervorragend platziert in dieser Pose sind natürlich Ray Liotta sowie James Gandolfini - beide erfahren in Gangster-Gefilden, nun beteiligt am Abgesang.
Erst der denkwürdige End-Western namens JESSE JAMES, jetzt die Beerdigung der Mafia - und noch einiger anderer Dinge, inklusive schnörkellosem Sozialkommentar. Dafür braucht es augenscheinlich keinen FIGHT CLUB und auch keinen Scorsese.
Die verbliebenen klischeebeladenen Männerdomänen müssen sich hingegen weiterhin warm anziehen, solange Andrew Dominik Filme dreht. Ich meine: Gut so!

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Jenny von T

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Danke! :-) Und ja, bin auch sehr froh, ihn *endlich* gesehen zu haben! Habe mich viel zu sehr (und vor allem lange!) irritieren lassen von dem vielen "Der Film ist doof/nicht so gut wie JESSE JAMES/blabla"-Gerede. ;-) Natürlich ist KTS nicht so gut wie JESSE JAMES, aber welcher verdammte Film auf dieser Welt ist das schon?!
Im Grunde ist mein Kommentar jetzt vollkommen überflüssig, weil du schon vor Monaten mit deinem Text die Essenz des Films perfekt auf den Punkt gebracht hast - aber ich musste einfach nochmal hinausposaunen, dass Andrew Dominik eine ziemlich coole Sau ist! :-D


Absurda.

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Ist er wirklich!
Zur Sache mit dem Gelabere: Just don't believe the anti-hype, Darling ;-)


CalrethTBL

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Bewertung7.0Sehenswert

"Killing them softly" ist einer dieser Filme, der sich selbst Zeit lässt und für den man sich Zeit nehmen muss. Wo Gangster-Film draufsteht, muss noch langer keiner drin sein - vor allem wird beim Ansehen klar, dass der Macher keineswegs einen coolen Ritchie-Klon produzieren wollte.

Der Streifen ist mit Sicherheit nicht perfekt; er hat seine Längen, es mangelt ihm an eindeutigem Plot und er wirkt insgesamt eher wie eine Art Episodenfilm eines größeren Projekts als ein vollkommen eigenständiger Spiefilm.
Dennoch sieht man hier eine sehr detailverliebte Arbeit, die so voller Zynismus und Trostlosigkeit steckt, dass der Film dem Zuschauer auf merkwürdig-angenehme Weise das Betrachten schwerfällt.

Das Gangster-Szenario ist eher der Rahmen für das eigentlich zu besprechende Thema: die Verwahrlosung der amerikanischen Gesellschaft infolge des Beinahe-Kollaps des vermeintlich so überlegenen kapitalistischen Wirtschaftssystems. Der Film könnte auch die Geschichte von einfachen Angestellten in den USA sein, die ihr Hab und Gut verloren haben und sich nun in Armut wiederfinden.
Stattdessen tarnt sich der Film gewissermaßen als eine kurze Kriminellen-Novelle, die man schon tausendundein Mal gesehen hat. Hier allerdings sind die Gangster keine absolut coolen, bewundernswerten Glücksritter, denen man gerne zusieht, sondern stinknormale Menschen mit den gleichen Problemen, Sorgen und Gewohnheiten wie der Ottonormalverbraucher.
Ein Mittelsmann der Bosse, der nicht will, dass in seinem Auto geraucht wird; ein Auftragskiller, der die Gefühlsduselei eines Menschen hinter vorgehaltener Waffe nicht erträgt; ein weiterer Auftragskiller, der wegen unerlaubten Besitzes eines Jagdgewehrs verhaftet wird und Ärger mit seiner Frau hat.
Das Gangster-Leben ist nicht so cool, wie es in anderen Filmen dargestellt wird und auch das kriminelle Geschäft leidet unter der Krise.

Das ist ein interessanter Punkt, der "Killing them softly" von anderen Filmen seiner Art unterscheidet. Er zeigt eindrucksvoll, dass eine zu rücksichtslose Finanzwirtschaft alle Teile der Gesellschaft zum Negativen verändert - die Ellenbogengesellschaft wird nur noch verstärkt, wenn jeder plötzlich um seinen Lebensunterhalt kämpfen muss.

Der Cast beeindruckt durch ein feines, ruhiges Spiel, insbesondere James Gandolfini brilliert as heruntergekommener Killer. Die Dialoge mögen lang sein und sehr aufgesetzt wirken, schaffen es aber dennoch, dem Zuschauer das ein und andere Mal ein Schmunzeln aufs Gesicht zu zaubern.
Technisch ist der Film sehr gut umgesetzt; interessante Kamerafahrten, wohldosiert eingesetzte Zeitlupeneinstellungen und ein entspannter Soundtrack schaffen es immer wieder, das Tempo des Films entgegen der Erwartung des Zuschauers zu variieren.

Als Gangster-Film sicher kein Highlight, als ehrliche Abrechnung mit dem skrupellosen Haifisch-Finanzsystem der USA allerdings ein allemal sehenswerter Streifen.

"America's not a country. It's just a business. Now fucking pay me."

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laurabepunkt

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Bewertung4.0Uninteressant

Die 4 Punkte sind ausschließlich für die filmische Leistung, manche Aufnahmen sind doch recht beeindruckend. Was die eigentliche Handlung betrifft: eher enttäuschend. Man muss schon ein großer Gangster-Film-Fan sein, um dem etwas abzugewinnen.
Ein durchgehender Handlungsstrang hat mir gefehlt, stattdessen ausgedehnte, durchweg übertrieben vulgäre Dialoge und ein abruptes Ende, das einen doch recht unbefriedigt und verwirrt sitzen lässt.

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Kill_Diether

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Bewertung7.0Sehenswert

Etwas fehlt dem Film. Mit Sicherheit nicht die Äktschn. Obwohl fast alle Rollen Gangster, Killer, Kleinkriminelle und sonstiges Grobzeug gut darstellen, mangelt es an Tiefe. "Killing Them Softly" ist längst nicht so ergreifend wie z.B. "Good Fellas". Schwer zu beschreiben, aber wie gesagt, dem Film fehlt was.

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JonnyvsSherlock

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Bewertung7.0Sehenswert

"America is not a country. It's just a business, and now fucking pay me!"
Grandios unangenehme Gesellschaftskritik, der im Endeffekt ein wenig mehr Substanz und Unterhaltungswert gut getan hätte...

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pischti

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Ich kann mich gar nicht mehr genau an die letzte Szene erinnern, weil mir der Film einfach nicht gefiel. War das nicht so ein ewiger Dialog in so einer Art Kneipe oder so ähnlich? ^^ Ich fands durch die Bank weg einfach wahnsinnig langweillig und mit dieser, für mich war es Pseudocoolness, konnt ich auch nix anfangen :)


JonnyvsSherlock

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Oh Mann, ja! Das war der Kneipendialog! Und großartig war der Dialog! Na ja...Jedem das seine;)


Codebreaker

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Bewertung6.5Ganz gut

Achja, ich habe ja nun schon desöfteren anmerken lassen, dass ich Gangsterfilme echt sehr mag. Zuletzt ja in meinem Kommentar zu "GoodFellas - Drei Jahrzehnte in der Mafia", welcher zum Lieblingsfilm aufgestuft wurde. Irgendwie war ich demzufolge schon interessiert an "Killing Them Softly". Passenderweise spielt hier, wie natürlich auch bei GoodFellas, Ray Liotta mit, in diesem Sinne also, geht es nun um "Killing Them Softly".
___
Insgesamt muss man sagen, ist dieser Film hier nicht wirklich "schlecht". Er hat einen ganz eigenen Ton und eine düstere, dreckige Atmosphäre. Irgendwie wirkt das hier alles so negativ, so "lebensverneinend" und dieser Grundkanon ist ja durchaus schon ganz nett. Ebenso finde ich, dass hier teilweise die Szenen ziemlich intensiv sind. Ja, man kann die teilweise echt langgezogenen Dialogszenen bemängeln, aber mir hat das eigentlich gefallen, einfach weil die Schauspieler da eben gestimmt haben und weil, wie gesagt, das alles sehr dicht und angespannt war, sodass das zu überzeugen wusste.
ABER, so gut diese einzelnen Szenen teilweise auch waren, fühlt sich das meiner Meinung nach einfach nicht wie ein rundes Ganzes an. Das wirkt eher wie zusammengewürfelte Szenen, die irgendwie einen Film ergeben sollen. Sicher, es gab eine Handlung, der konnte man auch gut folgen und die kam auch recht gut rüber, aber mir war das trotzdem nicht rund genug. Die einzelnen Szenen waren okay bis wirklich richtig gut, aber alles in allem war es dann eben recht kantig. Zudem war der Film auch echt zäh, nicht unbedingt langweilig, aber er kam einem länger vor, als er im Endeffekt wirklich war. Optisch allerdings war der Film ganz in Ordnung, wenn auch teilweise die Zeitlupen bspw. sicherlich besser gemeint waren, als es im Endeffekt war.
Schauspielerisch war das alles ziemlich gut. Brad Pitt spielt cool und konsequent. Kompromisslos und man kauft ihm den Auftragskiller ab. James Gandolfini hat mir ebenfalls sehr gut gefallen. Ansonsten war eben auch noch Ray Liotta dabei, der eher irgendwie unnötig wirkte. Seine Rolle war leider auch etwas zu "schwach", irgendwie hat der ja nur aufs Maul bekommen, aber naja, ich verstehe schon was man damit zeigen wollte.
___
Insgesamt ist "Killing Them Softly", wie gesagt, kein schlechter Film. Einzelne Szenen wirkten recht stark, die Dialoge haben mich persönlich nicht gestört, die Schauspieler waren gut und es gab auch eine eigene, dreckige Atmosphäre. Aber es wirkte eben alles weniger wie ein rundes Ganzes, als vielmehr mehrere zusammengewürfelte Episoden einer Geschichte. Kann man durchaus mal gesehen haben, muss man aber nicht. Ich hatte nicht viel erwartet, wurde demzufolge auch nicht enttäuscht, aber eben auch nicht überrascht. Durchaus gelungen, nicht mehr, nicht weniger.

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ReubenCogburn

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Eben k e i n "Gangsterfilm" :)


derblonde

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Bewertung6.0Ganz gut

Sehr geschwätziger Thriller, der sich zu sehr auf seine gute Besetzung verlässt. Gerade das Element Spannung kommt hier bestenfalls zu kurz. Skurriles Gerede zwischen Gangstern kennen wir seit Pulp Fiction, hier reicht es nicht aus, um einen Film von 101 Minuten Länge zu füllen. Ganz knappe 6 Punkte mit Tendenz nach unten.

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BattlemasterIZ

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Echt lange Dialoge, da hast du recht. Ist ansonsten auch mehr Drama mit Gesellschaftskritik. Mir hat er trotzdem gut gefallen. Also ich habe ihm sogar 7 Punkte gegeben.



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