Killing Them Softly - Kritik

US 2012 Laufzeit 97 Minuten, FSK 16, Actionfilm, Drama, Kriminalfilm, Thriller, Kinostart 29.11.2012

  • 6 .5

    Ich beobachtete Brad Pitt soeben; wie er als Auftragskiller in einem Film ganze 3 Typen umgelegt hat; die zuvor eine Pokerrunde ausgeraubt hatten. Das wars.
    Super Film

    • 7 .5

      "Der Kerl behauptet dass wir in einer Gemeinschaft leben, so ein Blödsinn, das ist doch Lachhaft, denn wir Leben in Amerika, und in Amerika schlägt sich jeder allein durch. Amerika ist kein Land, es ist nur ein Business. Und jetzt geben sie mir mein verdammtes Geld!"

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      • 0

        Absolute Zeitverschwendung. Flache Charakteren, keine Identifikationsfigur, 0815-Story.

        • 8 .5
          Dr_Totenkopf 08.02.2015, 12:36 Geändert 08.02.2015, 12:38

          Man meint den typischen Gangsterstreifen zu sehen, kriegt aber eine Parabel auf die amerikanische Wirtschaft serviert. In Form von schmierigen Unterwelt Machenschaften und abgehalfterten Typen. Das gegebene Wort richtet sich letzendlich nach dem Marktpreis und verfliegt so schnell wie Obamas Politfloskeln anno 2008. Alles eingefangen in traumhaften Bildern, die sich regelrecht aus dem Dunkeln schälen und garniert mit einem stilvollen Soundtrack. Andrew Dominik inszeniert das Ganze dabei sehr ruhig, wobei die Gewaltspitzen extrem heftig sind und im krassen Kontrast dazu stehen. Schöner Film mit einem (wieder mal) arschcoolen Brad Pitt, der lediglich etwas mehr Würze in den Dialogen hätte haben dürfen.

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          • 8

            Vor dem Hintergrund der Finanzkrise von 2008 wirft Andrew Dominik einen Blick in die Niederungen des organisierten Verbrechens. Ein trotz Anleihen beim romantischen Sarkasmusdes New Hollywood eminent zeitgenössischer Gangsterfilm über ein Amerika, das den Wandel beschwört, um bleiben zu können, wie es ist. [Gerhard Midding]

            • 10

              Brillanter Film noir Thriller, der oftmals grotesk wirkt, perfekt inszeniert,
              besonders amüsant, weil viele enttäuscht die Sneak (29.11.2012) verlassen hatten,
              kurz bevor ein Lichtblick(?) des Films in Form Brad Pitts aufgetreten war

              • 1

                Das Beste an dem Film, war das Suchen der Anchlussfehler von denen es gefühlt 500 gibt. Die "Story", fals so etwas überhaupt vorhanden ist, ist lahm, platt und zum sterben langweilig.

                • 4

                  die ganze story kann man nicht ernst nehmen! total dämlich...eher comedy

                  • 7 .5
                    oliver.roth.5059 18.12.2014, 22:56 Geändert 18.12.2014, 22:58

                    Ein ungewöhnlicher Gangsterfilm. Die gut erzählte Geschichte des irischen Profi -Killers Jackie Cogan inmitten eines gebeutelten Amerika, zwischen falschen Wahlversprechungen, und zerfallenden, trostlosen US- Großstädten.

                    • 8 .5
                      Wendigo 02.11.2014, 22:36 Geändert 02.11.2014, 22:44

                      6.5 als Vorhersage und bin mehr als positiv überrascht.

                      Klasse Cast (McNairy, Mendelsohn, und als harten Flash: Gandolfini), feine Dialoge (im Hotelzimmer, oder mit dem Hundetransport), lustige Szenen (der Dicke und das Auto... musste allein(!) laut lachen), gute Aktion, und eine der coolsten Slowmotion-Shooting-Szenen die ich je gesehen habe. Am Buch könnte man hier und da sicher noch etwas verfeinern, aber als Gesamtpaket kann ich mir diese, doch sehr weit unten angesiedelte Vorhersage, nicht erklären.

                      Der Film ist ähnlich - ohne Vergleichen zu wollen - wie Drive: ruhig aber gewaltig!

                      Trifft daher meinen Geschmack und kriegt nach dem ersten Mal schauen 8.5/10.

                      • 9

                        Einer der besten Brad Pitt Rollen, die er Charakteriesiren durfte. Der Film ist nicht mit Action Szenen überladen, wie es dem Mainstream gefällt. Das ist auch gut so. Denn das reizvolle an diesem Film ist, dass man die arbeitstag(e) eines Auftragskiller mitverfolgen kann.

                        Ray Liotta, Brad Pitt und James Gandolfini ergänzen sich gut miteinander. Brad Pitt hat schon mehrmals, als Filmproduzent bewiesen, dass er einen guten Filmgeschmack hat...

                        Ich kann die allg. schlechte Wertung der Filmkritiker und auch der Community nicht nachvollziehen, ist halt kein typischer 0815 Hollywood Bullshit Film.

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                        • 4

                          Ein Film mit starker Besetzung und der ein oder anderen netten Nuance, der allerdings aus dem Grund nicht zu überzeugen weiß, weil er mehr sein will, als er letztendlich schafft, zu sein.

                          Sozialkritik habe ich schon viel interessanter erleben dürfen - auch mit einem anständigen Spannungsbogen. Da hilft auch der ein oder andere schwarzhumorige Spruch nicht mehr viel.

                          • 3

                            Der Film war die reinste Zeitverschwendung!
                            Lahm, langweilig und ohne Spannung.

                            • 8

                              Ein Suptiler fein nuancierter Film der dahin geht wo es weh tut. Er zeigt uns mit brachialgewalt, was auf der Welt Regiert...nur eines DAS GELD,dafür wird alles gemacht,selbst das unvorstellbare.
                              Brad Pitt und James Gandolfini liefert hier eine wohl temperierte aber spitzemäßige Leistung ab. Der Film wird sogar beim 2x schauen noch besser. Ein "kleiner" fieser Top Film! God Bless James Gandolfini and thanks for everything!

                              • 8 .5

                                Wow! Der Film fühlt sich an, wie eine Ladung Schrott im Gesicht. Untermalt von düsteren Bildern und einem zynischen Soundtrack, entfaltet sich ein direkter, fast schlichter Plot, bei dem man ständig auf das Schlimmste gefasst sein muss. Die Angst wird zum ständigen Begleiter, der sich oft nur unauffällig im Hintergrund aufhält, dann aber immer wieder ganz nah kommt und auf die Schulter klopft. Dieser Effekt wird durch die langen, dunklen Einstellungen und das durchweg gute Spiel der Darsteller (ganz groß: James Gandolfini) noch verstärkt. So zog mich die Atmosphäre schwer in ihren Bann und ließ mich nicht mehr los. Und ja, der gesellschaftskritische Unterton wird genauso direkt serviert wie der Plot und passt genau deshalb wie die Faust aufs Auge: In einer abgefuckten Welt, in der Gemeinschaft nur eine vielbemühte Worthülse ist, gehen abgefuckte Typen einfach nur ihren skrupellosen Geschäften nach und daran zugrunde, fertig, aus. Ein überraschend starker Film!

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                                • 8 .5

                                  Was die meisten schlecht Bewerter hier nicht verstehen ist das dieser Film cool sein will. Und das schafft er auch. Manche schreiben hier das der Film manche stellen hat, die unnötig sind. Aber genau das ist nicht richtig. Genau diese Szenen machen den Film cool. Also wer nicht auf alle 2 Sekunden Explosionen steht, sondern auf cooles Gangster gehabe abfährt, der ist hier genau richtig. Alle anderen können ja gerne Iris Berben in irgendeinen deutschen Marionetten Film gucken, die sind nämlich genauso wenig cool wie ihr selber :)

                                  • 6

                                    Wahrlich kein Meisterwerk ist dieser düstere Film von Andrew Dominik. Es zeigt eine dreckige Seite von Amerika, Intrigen, kaputte Figuren im kriminellen Millieu, ohne selbige aber zu glorifizieren. Die Taten der Einzelnen werden nicht geschönt, sie bleiben abscheulich und die kleinen Betrüger werden von den großen Haien einfach zerfleischt. Das ist mal nett anzusehen, weil es etwas Abwechslung bietet, aber der Film wirkt monoton und lässt mich am Ende kalt zurück: Wozu das alles? Die geplante Moralkeule nochmal in der letzten Szene zu schwingen, wenn Jackie Cogan schwadroniert, dass alles nur ein großes Business sei, im Hintergrund Obamas Antrittsrede wirkt unpassend und schon fast überheblich.
                                    "Killing Them Softly" fehlt ein Spannungsbogen, er lässt mich kalt mit all seinen widerwärtigen Charakteren - doch ganz von ihm abraten, möchte ich auch nicht. Sicher kann man ihm an der ein oder anderen Stelle etwas Gutes abgewinnen, allein schon für die Abwechslung zwischen all den Hollywood-Stereotypen gibt es einen kleinen Bonus.

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                                    • 8

                                      Die animalisch-orwellschen Pointierungen kommen hier zu meiner Freude ganz gut durch.

                                      • 5 .5

                                        Zynisch bis in die Arschritze. Inhaltlich passiert nicht viel, man lernt nichts neues, aber wenn man in der Stimmung dafür ist, darf man sich einen drauf runterholen, wie Andrew Dominik die schmutzige Seite der Geschäftswelt/Mafia zelebriert, dabei gleichzeitig Gangsterfilm und Politik den Arsch ins Gesicht hält, und dieses realistisch-unschöne Bild dann stilvoll ausstattet, ästhetisch beleuchtet, effektreich filmt und mit interessanter Musik unterlegt. Ist manchmal auch ganz schön, selbst wenn Überraschungen ausbleiben. Künstlerisch, gut gespielt, kann Spaß machen. Erinnert mich am ehesten an Natural Born Killers, nur dass der ein einziger Rausch war, während Killing Them Softly zu jeder Sekunde bewusste Aufmerksamkeit vom Zuschauer erfordert, um wenigstens ein bisschen Freude daran zu haben.

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                                        • 6 .5

                                          Da gab's schon bessere Vertreter in diesem Genre. Der Film lebt - zumindest bei mir - von hohen Erwartungen, die stets ein ganz klein wenig erfüllt werden, wo aber immer das Gefühl bleibt, dass da mehr hätte sein können. Und viele Szenen sind einfach viel zu irrelevant. Kann man anschauen, ist aber wirklich kein Muß. Dann schon eher "Bube, Dame, König, Gras". Zum Beispiel.

                                          • 7

                                            Ein sehr dialoglastiger Gangsterfilm. Klingt wie ein Tarantino, könnte man nun meinen. Ist aber nicht so. Der größte Unterschied ist, dass anders als bei Tarantino-Filmen, Rollen und Setting nicht auf Cool getrimmt sind. In Killing them softly sind die Figuren schäbig und unsymphatisch und sollen die untere Schicht der Bevölkerung symbolisieren. Dies zusammen mit der damit einhergehenden im Film stets mitschwingenden Gesellschaftskritik und der entsprechend depressiven Stimmung, törnt viele Zuschauer sicherlich ab. Mich hat das alles nicht gestört. Ich fand den Film interessant.

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                                            • 3

                                              Ein schlechter Thriller, der 1 stunde im dunkeln spielt, und auch sonst sehr langweilig ist

                                              • 8

                                                Amerika ... ich sage den Menschen in Amerika ... dieser Moment ist unsere Chance, um ... klar ... genug ... aus seinem Leben zu machen, was er will! Es ist ein ... das uns antreibt ... den amerikanischen Traum am Leben zu halten. Dieses Versprechen hat unser Land immer besonders gemacht. Das Versprechen, jeder von uns hat die Freiheit, aus seinem Leben zu machen, was er will!

                                                Zu diesen zerfetzten Wahlkampfgeschwätz schlurft Frankie wie ein Zombie mit obligatorischer Kippe im Hals aus einem Stadion, in dem kurz zuvor die beiden Präsidentschaftskandidaten aufgetreten sind, hinaus in das Endzeitszenario New Orleans`. Er bleibt stehen und weint!

                                                Die Parallelen bzw. Verknüpfungen in diesem Film sind im laufenden Betrieb nicht leicht nachzuvollziehen, dies erschloss sich mir erst nach einer Zweitsichtung. Was man zu sehen bekommt, sind die unteren und mittleren Ebenen des organisierten Verbrechens. Die Drahtzieher bleiben unsichtbar, sie werden repräsentiert durch Radio- und TV-Einblendungen aus Politik und Wirtschaft. Dieses genial eingesetzte Stilmittel kann man als Parallele zu dem Gesehenen deuten, ich deute es sogar eher als Verknüpfung. Denn was auf den Straßen Amerikas passiert, ist nicht dem ähnlich, was in den Palästen geschieht, es ist miteinander verknüpft.

                                                Da hört man die Wahlkampfreden der Politiker und die Analysen von Wirtschaftsexperten, in denen die Rede ist vom skrupellosen Vorgehen Einzelner, Stabilisierung der Lage und sofortigem Eingreifen, während im visuellen Handlungsstrang genau das passiert. Es ist also meiner Meinung nach nicht eine parallele Geschichte von Politik/Wirtschaft auf der einen und dem Verbrechen auf der anderen Seite, sondern eine geniale Verknüpfung beider zu einem homogenen Ganzen.

                                                There's a man going around taking names
                                                And he decides who to free and who to blame
                                                Everybody won't be treated all the same
                                                There'll be a golden ladder reaching down
                                                When the Man comes around

                                                Zu dem genialen Song von Johnny Cash marschiert Brad "The Man" Pitt in die Arena und er verlässt sie erst nach getaner Arbeit. Er ist im Gegensatz zu den ganzen naiven, strohdoofen, soziopathischen, abgehalfterten und konservativen Kleinganoven und Mafiosi ein neuer Typ Killer, ein neuer Mensch. Er arbeitet präzise wie ein Chirurg und emotionslos wie eine Maschine. Er zögert und zaudert nicht, sondern erkennt, was zu tun ist und tut es. Gleichzeitig ist er ein freundlicher und höflicher Typ, er tötet schnell und barmherzig und spielt nicht mit seinen Opfern. Er ist ein Manager des Unvermeidlichen, ein Soft Killer!

                                                So verknüpfen sich all die verschiedenen Handlungsstränge zu einem großen Ganzen, das genial in Szene gesetzt ist und mit hervorragender Filmmusik hinterlegt ist. Leider finde ich immer noch nicht die rechten Worte, um dieses leider verkannte Meisterwerk zu beschreiben, aber wer könnte das besser als Jackie Cogan, der dargestellt wird vom mittlerweile besten lebenden Schauspieler der Welt?

                                                Jetzt muss ich aber lachen. Jeder Mensch ist gleich? Ein Märchen, erfunden von Thomas Jefferson, einer amerikanischen Ikone. Aus seiner Feder stammen die Worte: "Alle Menschen wurden gleich erschaffen!" Worte, an die er so nicht geglaubt haben kann, weil er seine eigenen Kinder in der Sklaverei gehalten hat. Er war ein reicher Säufersnob und wollte keine Steuern zahlen an die Briten. Oh ja, er schrieb schöne Worte und befeuerte den Pöbel, damit er sich opferte für diese Worte. Aber er trank gemütlich ein Gläschen Wein und fickte seine Sklavinnen. Der Kerl behauptet, das wir in einer Gemeinschaft leben? So ein Blödsinn, das ist doch lachhaft. Denn wir leben in Amerika ... und in Amerika schlägt sich jeder allein durch ... Amerika ist kein Land ... es ist nur ein Business ... und jetzt geben sie mir mein verdammtes Geld!

                                                GOOD NIGHT AND GOOD LUCK!

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                                                • 4

                                                  Ein Gangsterfilm der eigentlich keiner ist und auch gar nicht sein will, der sich dann lieber Sozialkritisch gibt als den schnöden Alltag eines Berufskriminellen zu veranschaulichen. Die Kriese hat alle getroffen und Scheiße fällt von oben nach unten und ist inzwischen wirklich ganz unten angekommen, alles riecht nach Scheiße, alles schmeckt nach Scheiße und die Aussichten sind ohnehin überaus Scheiße aber dass man daraus auch noch einen beschissenen Film machen muss ist mir dann doch zu radikal. Ich will versuchen Fair zu bleiben, ich mag Filme über Gangster eigentlich und Tarantino und Scorsese habe ich über die Jahre auch echt lieb gewonnen und diese beiden Herren verdanken wir wohl auch einer Blaupause für diesen Film, zumindest dem Teil des Films der zeigt was böse Typen am liebsten tun, nämlich Karten spielen und trivialen Schund erzählen. Ach und das liebe Geld ja auch noch, was wohl die Schnittstelle zum eigentlichen Thema des Films darstellen soll. Eigentlich ist das ja auch eine ganz nette Idee und klingt eigentlich interessant. Blöd ist dann nur, dass die Lücke zwischen den Themen doch etwas sehr groß ist. Es wirkte auf mich dann doch sehr unstimmig und erzwungen wenn man im Vordergrund die Mordpläne eines Killers und im Hintergrund die Lage der Nation zu erfahren bekommt. Die Botschaft ist klar, kriegt den Arsch hoch und packt den Stier bei den Hörnen, lasst Taten und keine Wort sprechen. So wie früher muss es werden, so wie es der Soundtrack dieses Filmes es einem immer und immer und immer wieder vorträllert. Was bleibt ist sind fürchterlich gute Schauspieler die sich in dem Film keinen Arm ausreißen, ein Kameramann der wohl hin und wieder seinen talentierten aber übereifrigen Lehrling ans Gerät ließ, eine nette Idee mit Potential und die Frage was man sich nur ansehen soll wenn "killing them softly" so enttäuschend ist wie "Die Hard".

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                                                  • 7 .5

                                                    Es ist soweit: Die Mechanismen der Finanzwirtschaft sind in den Ghettos angekommen, die Straßen leer gefegt. Nur ein paar ganz harte Kleinkriminelle trauen sich mit ihren Kötern an der Leine vor die Tür.
                                                    Ach nein, Moment mal, diese Typen sind ja gar nicht hart; Sie überfallen Pokerrunden mit Spülhandschuhen, übertreiben es hin und wieder mit Drogen und reden sich, verpeilt wie sie sind, dann auch noch munter um Kopf und Kragen.
                                                    Auch nicht viel besser: Die große, mächtige, glorifizierungsträchtige Mafia. Nur sind es dort Nutten und Alkohol. Doch so wirklich bewegungsfähig ist hier niemand. Niemand, bis auf – ausgerechnet – "Problembereiniger" Jackie Cogan. Der abscheulichste Zyniker im Bunde versteht als einziger, wie man in dieser UNTERwelt ÜBERlebt (mehr ist ohnehin nicht drin) und zieht, dem angepasst, seine Prinzipien eiskalt pragmatisch durch. Eine seiner Devisen lautet: Lege niemanden um, mit dem du persönlich schon zu tun hattest. Das wird immer so sentimental. Und Gefühle sind nicht gut. Kill them softly, lass' es andere machen.
                                                    ... Nur blöd, dass sein für diesen Fall angedachter Partner Mickey sich bereits eigenhändig außer Gefecht gesetzt hat. Alles muss man also selbst erledigen. Tzz.
                                                    Ganz nebenbei tobt, wie man durch TV und Radio erfährt, Wahlkampf zwischen Obama und McCain – "wohl" dem, der deren naive Pathosreden um grenzenlose Selbstverwirklichung oder gemeinschaftlichen Zusammenhalt in diesem Kontext überhaupt noch ernst nehmen kann (die eigentliche Macht nämlich üben - und das ist bloß ein Problem von vielen - andere aus). Wohl aber auch dem, welcher in dieser allumfassenden, geldregierten Selbstbesoffenheit vielleicht auch eine kleine Allegorie auf Hollywood auszumachen vermag. Es schlägt eben überall durch, und der - aus Sicht der Traumfabrik - zu erfolglose Andrew Dominik muss einen ganz schönen Hals gehabt haben.
                                                    Denn eines ist mal klar, und hierüber kann nicht einmal Brad Pitts stilsichere Gelfrisur hinwegtäuschen: In jenem (Meta-)Mikrokosmos stinkt nicht nur der Hundekot zum Himmel. Besitzt alles, was Geld kostet, auch tatsächlich einen Wert?
                                                    So viel zur Ausgangslage. Was folgt, ist grundsätzlich keineswegs neu, aber nicht ohne Reiz angeordnet:
                                                    Fliegende Kanonenkugeln in Zeitlupe? Die Ego-Perspektive eines zugedröhnten Junkies? Minutenlange Blödsinns-Diskussionen? Formale Taschenspielertricks, schon hundert Mal gesehen.
                                                    Das Besondere an KILLING THEM SOFTLY ist jedoch die Art und Weise, wie der Film sich gewisse Genre-Schablonen einerseits zu eigen macht, sie gleichfalls - und zwar gar nicht einmal so ungelenk, wie es auf den ersten Blick den Anschein erweckt - organisch-zielgerichtet durch den Dreck zieht und es doch unterlässt, sich für etwas Besseres zu halten. Nicht allein deshalb, weil es manchmal einfach mehr Spaß bereitet, den Leuten unvermittelt ins Gesicht zu spucken, sondern weil es zur Abwechslung ganz erfrischend sein kann, auch mal auf den Punkt zu kommen. Gerade aber nicht zu verwechseln ist Dominiks Regie-Ingrimm mit einem planlosen Holzhammer-Vorgehen - dafür sprechen schon die angenehmen Atempausen, welche er vor allem seine ausgiebigen Dialoge bewerkstelligen lässt... und welche er im Grunde gar nicht braucht, weil KILLING THEM SOFTLY irgendwie auch von Natur aus eine faszinierende, geradezu bösartige Lässigkeit abgeht.
                                                    Die Bauernschläue des durch und durch ironischen Plotverlaufs erinnert beispielsweise ebenso wie der karikaturhafte Protagonist Jackie Cogan oder die rabiat gegen den Strich gebürstete Musikuntermalung fast schon an den frühen Tarantino, und dennoch könnte Dominik sich kaum weiter entfernt von etwa einem PULP FICTION positionieren, findet sich doch rein gar nichts Sympathisches in diesem miefigen Nest elender Profitgeier. Nicht einmal ein Fuß-Fetisch.
                                                    Personell hervorragend platziert in dieser Pose sind natürlich Ray Liotta sowie James Gandolfini - beide erfahren in Gangster-Gefilden, nun beteiligt am Abgesang.
                                                    Erst der denkwürdige End-Western namens JESSE JAMES, jetzt die Beerdigung der Mafia - und noch einiger anderer Dinge, inklusive schnörkellosem Sozialkommentar. Dafür braucht es augenscheinlich keinen FIGHT CLUB und auch keinen Scorsese.
                                                    Die verbliebenen klischeebeladenen Männerdomänen müssen sich hingegen weiterhin warm anziehen, solange Andrew Dominik Filme dreht. Ich meine: Gut so!

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