Kinder des Olymp

Les Enfants du Paradis (1945), FR
Laufzeit 176 Minuten, FSK 12, Drama, Kinostart 09.12.2004

7.4 Kritiker
15 Bewertungen
Skala 0 bis 10
7.7 Community
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von Marcel Carné, mit María Casares und Gaston Modot

Paris in der Mitte des 19. Jahrhunderts. Im Milieu der Gaukler, Gauner, Pantomimen und Komödianten leben der Pantomime Baptiste, der Schauspieler Frédéric und der kühle Gauner Lacenaire. Alle drei lieben die schöne Garance, doch das Schicksal hält für jeden von Ihnen Hoffnungen und Enttäuschungen bereit, die über Jahre hinweg wachsen und sich in einem dramatischen Finale entladen.

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Kritiken (1) — Film: Kinder des Olymp

Filmsuechtiger: Filmsucht.org, Movieworlds

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10.0Lieblingsfilm

Die Kinder des Olymp sind jene Zuschauer auf den billigsten Plätzen hoch oben im Boulevardtheater „Funambules“. Es sind Bettler, Diebe und Dirnen: das Gesindel aus den dunklen Gassen von Paris im Jahre 1827.

Pierre-François Lacenaire ist einer von ihnen: ein intellektueller Hobbypoet, der sich als Dieb und Hehler verdingt und, falls es sinnvoll scheint, mit Leidenschaft mordet. Auch Baptiste Deburau gehört dazu: ein Pantomime, der nur für seine Kunst lebt und darüber hinaus ein schlichtes Leben führt. Und Frédérick Lemaître: ein selbstverliebter Schauspieler, der die Tragödien auf den großen Bühnen anstrebt, aber nur billige Melodramen spielt und ständige Geldsorgen hat.

Dann ist da noch die bezaubernde Garance: Selbst der kaltherzige Lacenaire gestattet sich Gefühle für sie, doch Garance liebt den Pantomimen Deburau, der allerdings zu zurückhaltend ist, weshalb sie dem stürmischen Lemaître nachgibt, der jedoch nur das kurzweilige Vergnügen sucht…

Kritik im Original 14 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten


Kommentare (4) — Film: Kinder des Olymp

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ElMagico

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Aufgrund seiner Entstehungsgeschichte ist man fast etwas verleitet "Les enfants du paradis" positiver zu Berwerten, als man es nüchtern betrachtet täte. Zumindest ging es mir so. Aber das hat der Film gar nicht nötig, auch so ist er ausgezeichnet...wenn er dies auch nicht in allen Belangen für mich war.
Stilistisch ist "Les enfants du paradis" über jeden Zweifel erhaben, selten zuvor hab ich einen solch, bis ins kleinste Detail durchkomponierten Film gesehen, der es versteht selbst mit seinen Stimmungen zu spielen und variieren. Hier wird mit dunklen, dramatischen Farben genauso gemalt, wie mit leichten und hellen Farben und in seinen grössten Momenten schafft es "Les enfants du paradis" daraus einen Regenbogen zu erschaffen, der sich vor dunklen Gewitterwolken auftut. Das grösste Kunststück das einem geboten wird ist aber, wie es Regisseur Carne gelingt die verschiedenen Arten des Theaters in seinen Film einzuweben. Denn "Les enfants du paradis" ist nicht nur ein Film übers Theater, er ist ein Film mit Theater, manchmal einfach nur Theater auf Zelluloid...und das, ohne das man es in seiner Gänze wahrnimmt. Denn am Schluss wird deutlich, was man vorher schon erahnte: Man weiss nicht wann welches Stück anfängt und wo welches aufhört. Es ist ein Theaterstück im Theaterstück im Theaterstück.
Und dies funktioniert vorallem im Bereich der Pantomime hervorragend. Das ist einfach Zucker für die Sinne und wird von Jean-Louis Barrault als Baptiste so genial umgesetzt...einzigartig!. Der dramatische Teil Frederick ging mir dann doch manchmal etwas auf den Nerv. Ich mag diese grossen Gesten nicht und ihn einigen Momenten benutzt er diese eben nur allzu gern. Wobei auch er seine tollen Szenen hat...besonders das Aufeinandertreffen mit Lacenaire war höchst amüsant. Insgesamt muss man sagen: Die Dialoge...wie warme Butter. Worte die die Ohren streicheln und am Ende den Verstand küssen. Und auch hier muss ich wieder die Figur des Baptiste hervorheben: Einzigartig!
"Les enfants du paradis" ist jedoch auch ein Film über die Liebe und hat hier für mich seine grössten Schwächen. War ich Anfangs noch über das Frauenbild der Galance erstaunt, da diese sehr intelligent und souverän erschien, wurde dieses Bild im 2. Teil des Films doch sehr getrübt. Zu sehr ergab sie sich einer Opferrolle, die sie eigentlich nie nötig hatte. Mir ist bewusst das diese Fünfecks-Geschichte stark mit den dramatischen Mitteln spielte, ich empfand es dann aber doch oft eine Spur zu extrem. Immer wenn die Wahl war zwischen dem einfacheren und eigentlich sinnvollem Weg und dem dramtischen und schmerzhaften, dann wurde der dramatische gewählt, wodurch manche Figuren etwas an Sympathie einbüßten.
Das war es dann aber schon an ernsthafter Kritik. "Les enfants du paradis" wirkt erstaunlich locker, lässt 3 Stunden wie im Flug vergehen und bietet doch auch enorme Tiefe und Anspruch. Inszenatorisch ein Meisterwerk, schauspielerisch brillant und ergänzt durch eine wunderschöne Ausstattung.
Empfehlenswert für jeden, wer das Theater aber mag, der sollte noch in diesem Moment sich den Film holen....und ich bin eigentlich kein grosser Theaterfreund.
Beim Schreiben ging wieder viel durch den Kopf...wollte eigentlich eine 8 geben...aber merkte beim Schreiben, dass das definitiv mehr sein muss. Deswegen eine 8,5...vorerst.

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annaberlin

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Bewertung7.5Sehenswert

Die Kinder des Olymp ist ein faszinierender Film, dessen Produktion wirklich abenteuerhaft war. Die Schauspieler sind großartig, der Regisseur war seinerzeit wohl einer der wenigen Visionäre im Kinobusiness. Außerordentlich gut gefiel mir die Integration verschiedenster Kunstformen in den Film (Pantomime oder klassisches Theater), allerdings muss ich sagen, dass mir die Spaltung in zwei Teile doch ziemlich schwer fiel. Vielleicht entspricht es nicht mehr den heutigen Sehgewohnheiten, aber ich hatte doch schnell den Eindruck, dass sich etliche Szenen hätten herauskürzen lassen.

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alanger

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Bewertung10.0Herausragend

für mich ist "kinder des olymp" die mutter aller lieblingsfilme.

7 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 4 Antworten

stalker

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Wird erledigt.


jannis

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dito


Blonder

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Bewertung9.5Herausragend

Ein Film wie die Liebe selbst, romantisch , voller Hoffnung und Enttäuschungen. Er ist auch eine Liebeserklärung an die Schauspielerei.
So gute schauspielerische Leistungen, wie ich sie hier gesehen habe findet man selten. Denn alle Schauspieler, bis hin zu den Nebenrollen, spielen ihre Rollen mit vollem Herzblut.
Ein Liebesfilm voller Poesie, der trotz seiner 3 Stunden keine Minute langweilig ist.
Für mich ist "Kinder des Olymp" die Mutter aller Liebesfilme.

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