Krieg und Frieden

Voyna i mir (1967), RU
Laufzeit 492 Minuten, FSK 0, Historienfilm, Drama, Kinostart 19.03.1971

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von Sergei Bondarchuk und Sergej Bondartschuk, mit Sergei Bondarchuk und Sergej Bondartschuk

Die vier Teile von “Krieg und Frieden” umfassen Ereignisse zwischen 1805 und 1812. Im Zeichen der Bedrohung Europas durch den Kaiser Napoleon vollziehen sich folgenträchtige Entwicklungen innerhalb der feudalistischen Gesellschaft. Leibeigene Bauern, noch nicht imstande, sich gegen die russischen Feudalherren zu verbünden, schließen sich zur Abwehr französischer Eroberer in patriotischer Gemeinschaft zusammen. Soldaten, die noch 1805 angesichts der Niederlage bei Austerlitz in panischer Angst flohen, setzen 1812 in der entscheidenden Schlacht bei Borodino unerschrocken ihr Leben ein. An ihrer Seite kämpfen Adlige, aus patriotischer Gesinnung die Lebensuntüchtigkeit ihrer Klasse überwindend.


Cast & Crew


Kommentare (2) — Film: Krieg und Frieden

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moviereporter

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Bewertung6.0Ganz gut

Bondartschuks 'Krieg und Frieden' mag dem Geist der Vorlage vielleicht am ehesten entsprechen - doch besonders unterhaltsam ist sein 4 Teiler nun wirklich nicht. 500 Minuten lang fährt der Film mit angezogener Handbremse, bis auf ein paar imposante Schlachtenszenen und dem beeindruckenden Brand von Moskau. Diese wiederum sind es auch, die das Werk im Grunde über den Durchschnitt heben.

Ebenso ausstattungsmäßig macht uns der Film nichts vor - er ist die mit Abstand prächtigste 'Krieg und Frieden' Verfilmung. Auch die Schauspieler sind ganz gut - aber bis auf Natascha, Anatol und Helene sind sie durch die Bankweg potthässlich und es macht nicht besonders viel Spaß ihnen beim agieren zu zusehen.

Auch ist es trotz der Mammutlänge teilweise schwer der Handlung zu folgen, wenn man diese nicht vorher kennt. Denn obwohl der Film ungeheuer atmosphärisch ist, so fehlen ihm doch wichtige Handlungselemente im Ablauf, ja sogar Handlungsstränge, die sogar in King Vidors 200 Minuten Version Platz hatten, finden in der 500er keinen und das sollte einem doch zu denken geben. Zudem werden besonders Schlüsselmomente derart laut mit Musik unterlegt, dass man kein Wort versteht, was gesprochen wird.

Da kommen wir auch gleich zum nächsten Problem: die Musik.
Diese ist für meine Begriffe einfach nur grottenschlecht. Teilweise erklingen zwar ganz nette Melodien aber diese sind stark in der Minderheit vorzufinden. Stattdessen setzt der Regisseur auf ächzende, scharrige und kratzige Laute, auf die das Wort 'Musik' nicht zutrifft. Zudem ist der Handlungsverlauf nicht parallel gestaltet, sondern jede Episode wird aus einer bestimmten Perspektive erzählt und ist daher nur wenig abwechslungsreich.

Fazit: Wenn man einmal von den ganzen Negativ Aspekten absieht, dann ist Bondartschuks 'Krieg und Frieden' aber dennoch ein Stück Bombast-Kino, das es so nicht noch einmal gibt und schon allein deshalb verdient der Film Achtung. Mir persönlich hat er nicht sonderlich gefallen, aber eine gewisse Ehrfurcht vor Aufwand und Mühe des Projektes, das immerhin 4 Jahre allein für die Drehzeit benötigte, verbieten es mir weniger als 6 Punkte zu geben. Der Film hätte die ultimative Version von Krieg und Frieden werden können, wenn Bondartschuk auf einen etwas anderen Cast gesetzt und sich einem strafferen und schlüssigeren Handlungsverlauf verschrieben hätte. So ist es leider noch niemandem gelungen eine perfekte Adaption des Buches zu schaffen. King Vidor hat trotz mordsmäßigen Schauspielern und straffer Story ein wenig die inszenatorischen Möglichkeiten vergessen und das Ergebnis bleibt etwas zu steif und ungelenk und vermag auch die ‚russische’ Stimmung nicht ganz so gut einzufangen wie etwa Bondartschuk. Die neue TV-Verfilmung bringt so gut wie alle Handlungselemente des Buches in seiner Spielzeit unter( leider etwas zu pilcherhaft), kann es aber in punkto Ausstattung und Ambiente zu keiner Zeit mit den Klassikern aufnehmen. Bondartschuks Version wiederum ist sehr fantasievoll, verschwenderisch und atmosphärisch (wenn auch über weite Strecken ziemlich langweilig)inszeniert, vergisst überdies jedoch öfters die eigentliche Handlung.

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Bradbury

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

Da degradiert Towaritsch Bondartschuk den 'King des Schmachtens' K.W. Vidor glatt zum Stallburschen. Hat man diesen "Krieg und Frieden" gesehen, dann hat man tief in die russische Seele geblickt und den Geist Tolstoi's gespürt.

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