Kuhle Wampe oder: Wem gehört die Welt?
Kuhle Wampe oder: Wem gehört die Welt? (1932), DE Laufzeit 69 Minuten, FSK 0, Drama, Kinostart 23.10.1997
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von Slatan Dudow, mit Hertha Thiele und Ernst Busch
Bertolt Brecht interessierte sich früh für das neue Medium Film und machte sich 1931 gemeinsam mit dem Regisseur Slatan Dudow und dem Komponisten Hanns Eisler an ein eigenes Filmprojekt: “Kuhle Wampe oder: Wem gehört die Welt?” Der Film erzählt die Geschichte der Arbeiterfamilie Bönicke, die während der Weltwirtschaftskrise aus ihrer Wohnung vertrieben wird und in die Gartenkolonie “Kuhle Wampe” im Osten Berlins zieht. Formal setzen Brecht und Dudow dabei auf die Montagetechnik, die in den zwanziger Jahren von Sergej Eisenstein entwickelt worden dar. Unmittelbar nach der Fertigstellung verhinderte die Zensur im März 1932 zunächst die Uraufführung mit der Begründung, die politische Tendenz sei “längst nicht so grob und stark aufgetragen” wie üblich, und genau das mache den Film gefährlich; 1933 verboten die Nationalsozialisten “Kuhle Wampe” endgültig. Heute gilt “Kuhle Wampe” als Meilenstein des politischen Kinos.
Cast & Crew
- Genre
- Melodram, Sozialdrama, Drama
- Zeit
- 1920er Jahre
- Ort
- Berlin
- Handlung
- Arbeitslosigkeit, Schwangerschaft, Unterschicht





















Kommentare (3) — Film: Kuhle Wampe oder: Wem gehört die Welt?
tilman62 Sun, 21 Oct 2012 22:21:52 -0000
Kommentar löschenGewaltig!
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Brentano Fri, 05 Oct 2012 20:42:34 -0000
Kommentar löschen"Politisches Kino" des konkreten Widerstands, wie man/frau es auch heute mal wieder, in nicht unähnlich deformierenden und totalitär nach Über-anpassung heischenden Zeiten gerne sehen würde,..!
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ezemeze Sat, 06 Oct 2012 15:35:12 -0000
Antwort löschen-"Wer soll denn die Welt verändern?"
-"Denen, der sie nicht gefällt!"
Brentano Sat, 06 Oct 2012 17:16:09 -0000
Antwort löschenja klar, weitermachen, Gefreiter, ..!
Sigrun Fri, 30 Sep 2011 07:44:02 -0000
Kommentar löschenDer Titel: KUHLE WAMPE heißt nicht 'trendiger Bauchansatz', sondern bedeutet soviel wie knurrender Magen. Im Film ist es der Name einer Gartenkolonie in Berlin, in der ein Teil der Handlung spielt.
Die Akteure: Anstatt hier die Story kurz wiederzugeben, möchte ich einen anderen Weg einschlagen und auf Bertolt Brecht zu sprechen kommen, der in den Jahren 1931/32 zusammen mit Slatan Dudow (der später mit Fritz Lang an Metropolis arbeitete), Hanns Eisler (Komponist, Schüler Arnold Schönbergs) und Ernst Ottwalt an diesem Film arbeitete.
Die Methode: Brecht verfolgte bei KUHLE WAMPE sein Programm für den "nichtaristotelischen" Film. Das bedeutet, dass Filme nicht auf der Ebene der Einfühlung/Empathie/Katharsis wirken sollen, sondern dass Kausalzusammenhänge gezeigt (Kritiker sagen: konstruiert) werden. Ähnlich der Grundlage, die man schon von Brechts Idee des "epischen Theaters" kennt.
Die Episoden: KUHLE WAMPE ist episodisch aufgebaut, durchbricht also auch formal die von Aristoteles formulierten Einheiten von Zeit und Handlung (und des Ortes). Die berühmteste Sequenz ist die Bahnfahrt, in der die politischen Verhältnisse der Zeit diskutiert werden. Diese wurde von Brecht geschrieben.
Fazit: Brechts Theorien sind schon lange ein alter Hut, ich weiß nicht mal, ob das heute noch in den Schulen auf dem Lerhrplan steht. Interessant ist eine Auseinandersetzung mit diesem Film aber sicher für all jene, die einmal eine andere Art "Film" sehen wollen. Durch den direkten Vergleich mit dem empathischen Hollywoodsystem erkennt man die Wirkmechanismen beider Ansätze ziemlich schnell! Ich notiere das hier übrigens, ohne einem der Extreme den Vorzug zu geben, in vielen Filmen findet man heutzutage ohnehin beides.
Bewertungsgrundlage: Die "filmedition suhrkamp' hat 2008 den Film auf DVD zugänglich gemacht. Begleitet wird die Edition von einem reich bebilderten, sehr informativen Booklet, aus dem ich das folgende Gedichtzitat zitiere:
"Jeden Morgen, mein Brot zu verdienen
Gehe ich auf den Markt, wo Lügen verkauft werden
Hoffnungsvoll
Reihe ich mich ein zwischen die Verkäufer."
Das Zitat stammt aus Brechts im Exil geschriebenen Gedicht "Hollywood". Jean-Luc Godard legt 1964 diese Sätze in LE MEPRIS Fritz Lang in den Mund, womit mehrere Schichten Filmtheorie und -praxis, Film- und Weltgeschichte sich in einem einzigen Spruch überlagern und gegenseitig reflektieren.
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