L'Amour - Die Liebe

L'Amour, l'argent, l'amour (2000), CH/FR/DE
Laufzeit 131 Minuten, FSK 12, Road Movie, Kinostart 21.11.2002

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6.5 Kritiker
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von Philip Gröning, mit Sabine Timoteo und Florian Stetter

In einer eiskalten Berliner Weihnachtsnacht verliebt sich der junge Hilfsarbeiter David Hals über Kopf in die Prostituierte Marie. Schon nach wenigen Tagen beschließen die beiden, alle Bindungen hinter sich zu lassen: An Silvester brechen sie in Maries Auto auf in Richtung Westen, quer durch Deutschland, mit dem Ziel Atlantikküste. Auf ihrer Reise verschwenden sie keine Gedanken an die Schwierigkeiten, die ihre junge, wilde Liebe bedrohen – doch die Realität holt sie unterwegs mit aller Härte ein und stellt ihr Glück auf eine schwere Probe.

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Kritiken (3) — Film: L'Amour - Die Liebe

Philipp Bühler: Berliner Zeitung, fluter Philipp Bühler: Berliner Zeitung, fluter

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3.5Schwach

Auf Dramaturgie wird verzichtet - das ist das Dogma dieses auf Poesie versessenen Films. Er schneidet von der ersten Umarmung auf die Melancholie danach und hält diese Ellipse für den Gipfel der Sensibilität. Um Stimmung in die frostige Stille zu bringen, kauft er sich die drei schönsten zerbrechlichen Lieder von Velvet Underground. Es lebe der gute Geschmack! Wirklich traurig ist bei all dieser Tristesse nur der Gedanke an die vielen ungleich schöneren deutschen Filme: Michael Kliers "Ostkreuz", Angela Schalenec "Plätze in Städten" oder Achim von Borries "England!".

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Ulrich Behrens

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9.0Herausragend

Gibt es so etwas wie die „deutsche Befindlichkeit“, die „deutsche Seele“, das „deutsche Selbstmitleid“, das „deutsche Klagen“? Ich weiß es nicht. Aber nach Philip Grönings („Die Terroristen“, 1992) Wechselbad von Liebe, Geld und Liebe glaube ich fast und fast fest daran. Hoch gelobt als Parabel über die Ökonomie des Geldes und der Liebe und als doppelt belichteter Roadmovie mit Großaufnahmen von zitternden Körpern und Seelen (so nachzulesen in „taz“ und „Tagesspiegel“) kochen manche Filmkritiker vor Begeisterung. Ich nicht. Ich friere – und das entspricht der winterlichen Stimmung des Films, der an Sylvester beginnt und in der kalten Bretagne endet.

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Julia Teichmann: film-dienst Julia Teichmann: film-dienst

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7.0Sehenswert

Präzise wie ein Planspiel baut Philip Gröning seine Utopie von der absoluten Liebe auf. Es gibt keine unnötigen Erklärungen oder Hintergründe, im Mittelpunkt steht das Paar im Hier und Jetzt, und am Schluss ist es dann auch endlich allein. Die Melancholie des Blicks und die liebevolle Konzentration auf die Hauptfiguren erinnern an Wenders, das brennende, zurückgelassene Autowrack am Strand ist ein Zitat aus "Der amerikanische Freund".

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Kommentar — Film: L'Amour - Die Liebe

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Nevenka

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Bewertung7.0Sehenswert

Die Geschichte ist nur so ein klitzekleines bisschen pubertär und romantisch, und natürlich auch sozialkritisch. Mädchen vom Strich und Junge ohne Profil verlieben sich unsterblich. L’amour scheint vom beschriebenen Milieu zu wenig Ahnung zu haben, um die Motive der Figuren überzeugend darstellen zu können.
Das tragende, sollte ich sagen, rettende Element des Films ist die realisierte Stimmung, die sich in Farbwahl, Beleuchtung, Schnitt/Überblendung und Wiederholungen einprägt. Sehr unterschiedlich werden die “on-the-road” und die stationären Szenen visualisiert. Aussichts- und Trostlosigkeit umgibt mit weißen Betten, grauen, leeren Gästezimmern und unfarbigen Böden die Hauptfiguren in ihren Unterkünften. Als Kontrast in bunt dienen klischeehaft rot und blau, um die Besuche der Freier zu markieren und das Badezimmer als Sicherheit versprechenden Ort, in dem die reine Liebe wartet, zu inszenieren. Wenn die Protagonisten im Auto unterwegs sind, verfließen und verschwimmen die Bilder ineinander und wurden teilweise übereinander montiert, was eine verträumte Wirkung zur Folge hat. Die im ganzen Film erzeugte Stimmung hat ihn mich durchaus mögen lassen und mich dazu verleitet, die Außenaufnahmen und Landschaftsbilder als sehr gelungen zu beurteilen. Ein wenig schade ist, dass der Kameraeinsatz gerade in den Indoor-Szenen zuweilen aufgesetzt und zu gewollt wirkt, weil sich künstlerische Momente mit vielen konventionellen Einstellungen abwechseln. Dahingegen liefern die Hauptdarsteller Sabine Timoteo und Florian Stetter eine solide Leistung ab, was zur Folge hat, dass ich ihnen die Charaktere beinahe abkaufe und Empathie für sie entwickle.

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