La isla mínima - Mörderland - Kritik

La isla mínima / AT: Marshland

ES · 2014 · Laufzeit 105 Minuten · FSK 16 · Kriminalfilm, Thriller, Drama · Kinostart
Du
  • 7 .5

    Zehn spanische Filmpreise Goya 2015, der Publikumspreis beim Europäischen Filmpreis jenes Jahres, diverse weitere Festival-Auszeichnungen – der spanische Cop-Thriller „Mörderland“ kommt mit einigen Lorbeeren daher. Als gleichermaßen Publikums- wie Kritikerliebling hat er sie sich redlich verdient. Trotz flirrender Hitze unter der südspanischen Sonne ist Drehbuchautor und Regisseur Alberto Rodríguez („Kings of the City“) ein düsterer Trip in die Sümpfe Südspaniens gelungen, dessen zurückhaltender Score die hitzig-drückende Atmosphäre trefflich betont.

    Ausführlich bei DIE NACHT DER LEBENDEN TEXTE.

    • 7

      "Die marode Provinz ist die eigentliche Protagonistin von La Isla Mínima – weil in ihrer subversiven Anmut sich das aggressive Potenzial der Handlung erst entfalten kann." [Laura Mücke]

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      • 8

        Zwei Mädchen verschwinden im Marschland von Südspanien, zwei gegensätzliche Kommissare reisen an, um den Fall zu lösen: Alberto Rodríguez lässt seinen Film im Herbst 1980 spielen und verbindet so höchst stimmungsvoll Krimielemente mit der Auseinandersetzung über die langen Schatten der Franco-Diktatur. [Barbara Schweizerhof]

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        • 7 .5

          Der neue Film des spanischen Regisseurs Alberto Rodríguez [...] verbindet auf meisterhafte Weise das Trauma diktatorischer Unterdrückung und politische Aufarbeitung mit einer atmosphärischen, stimmungsvollen Inszenierung. [Björn Schneider]

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          • 7

            [...] "La isla mínima – Mörderland" spielt im Jahr 1980, fünf Jahre nach dem Ende des grausamen Franco-Regimes. Die Folgen der jahrzehntelangen Diktatur verwebt der Regisseur auf höchst beklemmende Weise mit dem zentralen Kriminalfall, wodurch er das schreckliche Verbrechen, welches dem Ermittler-Duo schlaflose Nächte und Kopfzerbrechen bereitet, in einen politischen Rahmen rückt, in dem die geschädigte Seele einer ganzen Nation immer wieder zum Vorschein kommt. Bereits bei ihrer Ankunft im andalusischen Sumpfland stoßen die Polizisten auf deutliche Ablehnung, während sich in den Gesichtern der Einwohner Resignation, Verzweiflung und Ratlosigkeit abzeichnet. An der Oberfläche verlaufen die eigentlichen Ermittlungen relativ konventionell und führen durch Zeugenbefragungen, Verdächtigungen, und Spurenverfolgungen über immer tiefere Verstrickungen in ein Netz aus menschlichen Abgründen und höherer Korruption. Das Tempo von "La isla mínima – Mörderland" ist dabei auffällig gedrosselt, damit die elegischen Bildkompositionen, in denen sich hypnotische Panoramen und flirrende Atmosphäre kunstvoll vereinen, ihre volle Wirkung entfalten können. In diesem brodelnden Dickicht finden sich außerdem zwei überaus interessante Protagonisten wieder, die zu Beginn zwar nicht direkt wie freundlich gesinnte Kollegen erscheinen, aber nichtsdestotrotz ein stabiles Verhältnis ausstrahlen. Erst im weiteren Verlauf der Geschichte streut Rodríguez kleine Details und Enthüllungen in das Geschehen, welche die Dynamik zwischen den Ermittlern durchrütteln oder in eine konstant angespannte Richtung drängen. Im letzten Drittel verdichtet der Regisseur sein bis dahin trocken-entschleunigtes Szenario zunehmend, um über zeitweise elektrisierende Einschübe an einem Endpunkt anzugelangen, der auf zwiespältige Weise längst nicht alle Fragen beantwortet, auf die man sich als Zuschauer Antworten erhofft. [...]

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