Slevin Kalebra

Kommentar löschen
Bewertung7.0Sehenswert

Der Film mit dem besten Titel seit „Die Beschissenheit der Dinge“ entpuppt sich als weitaus konventioneller als der Inhalt vermuten ließ. Aber eine romantische Komödie mit einem originellen Setup ist immer noch besser als eine romantische Komödie mit… Moment wann gab es jemals eine Liebeskomödie mit einem originellen Plot? Ok, jetzt finde ich den Film noch besser. Lasse Hallström war ja bezüglich der Story schon immer eher der play-it-safe-Typ, ganz egal worum es in seinen Filmen geht. Qualitativ schwankt er aber des Öfteren. Vom Oscar Anwärter bis zum Nicolas Sparks Schnief-Fest ist alles dabei. Lachsfischen im Jemen würde ich irgendwo dazwischen ansiedeln. Es geht nicht ausschließlich um die Romanze. Die politischen Aspekte werden nicht unter den Teppich gekehrt. Es gibt ein paar nette Seitenhiebe gegen die britische Regierung und bissige Beobachtungen bezüglich der Panik vor schlechter Publicity. Hervorragend dargeboten durch die von Kristin Scott Thomas mit viel Witz und Schwung verkörperte Pressesprecherin, die auch die beste der Nebenfiguren ist. Beim jemischen Scheich geht man natürlich auf Nummer sicher und präsentiert ihn als ständig nach einem Dialog suchender Ausbund von Güte und Verständnis. Aber in Zeiten wie diesen ist ein sympathischer Turban Träger in einem englisch sprachigen Film ja mal etwas sehr erfrischendes. Hauptsächlich geht es aber natürlich um das Gespann McGregor/Blunt und wie sie sich kriegen werden. Hier sei versichert, dass die Chemie stimmt und beide so viel aus ihren Rollen rausholen, wie es möglich ist. Ein steifer Biedermann, der neue Lebensfreude entdeckt, ist etwas das Ewan McGregor im Schlaf runter spielen könnte, aber von Routine ist bei ihm keine Spur zu merken. Ich muss zugeben, das sich mir nie so recht erschließen wird, was an Emily Blunt so heiß sein soll. Aber sie macht hier eine kesse Figur und verleiht ihrer Rolle das gewisse Etwas, das man ihr einfach gerne zusieht. So schaffen es die beiden dann auch, dass die sehr konstruierten Storywendungen im letzten Drittel, die das unvermeidliche Happy End nur unnötig hinaus zögern, nicht weiter stören. Vor dem stärksten Effekt, den der Film aber erzielt, muss ich warnen. Denn ich habe jetzt wirklich Lust mal angeln zu gehen.

bedenklich? 7 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten