Lebanon
Lebanon (2009), FR/DE/IL/LB Laufzeit 93 Minuten, FSK 0, Drama, Historienfilm, Kinostart 14.10.2010
19 Bewertungen
Skala 0 bis 10
255 Bewertungen
28 Kommentare
Keine
von Samuel Maoz, mit Yoav Donat und Zohar Shtrauss
1982, der erste Libanon-Krieg: Vier junge israelische Soldaten sind zusammen in einem Panzer eingepfercht. Mit ihrem Gefährt sollen sie ein Dorf auf Seiten des Libanon auskundschaften, das als möglicher Sitz der Hisbollah gilt und kurz zuvor von der israelischen Luftwaffe attackiert worden ist. Kurz vor dem Dorf kommt der Panzer aber vom Weg ab und bleibt stecken. Aus Furcht vor einem Hinterhalt verschanzt sich die unerfahrene Mannschaft im Fahrzeug und beobachtet durch das Zielfernrohr das dramatische Geschehen im Dorf.
Das Zielfernrohr als paradoxes Symbol der Entdistanzierung: Lebanon kommentiert in der Dichte eines Kammerspieles und durch die Augen von Männern, die gerade erst der Kindheit entwachsen sind, die Tragödie des Invasions-Krieges. Keiner vermag seine Unschuld zu bewahren, auch wenn der Eingriff ins Kriegsgeschehen aus der Distanz und somit nur mittelbar erfolgt.
Regisseur Samuel Maoz, geboren in Tel Aviv, war zur Zeit des ersten Libanon-Krieges auch gerade einmal 20 Jahre alt. In Lebanon verarbeitet er seine eigenen traumatisierenden Erlebnisse als Soldat. (EM)
Mehr Bilder (15) und Videos (5) zu Lebanon
Cast & Crew
-
Samuel Maoz
-
Yoav Donat
-
Zohar Shtrauss
-
Michael Moshonov
-
Oshri Cohen
-
Reymond Amsalem
-
Itay Tiran
Regie
Schauspieler
-
Dudu Tassa
-
Guy Kapulnik
-
Samuel Maoz
- Genre
- Psychodrama, Anti-Kriegsfilm
- Zeit
- 1982, Erster Libanonkrieg
- Ort
- Israel, Israel, Jerusalem, Jerusalem, Libanon, Palästina, Palästina, Tel Aviv, Tel Aviv
- Handlung
- Armee-Einheit, Artillerie, Artillerie, Besatzungsmacht, Besatzungsmacht, Besatzungszonen, Israeli, Israeli, Kampfeinsatz, Krieg, Luftangriff, Luftangriff, Palästinenser, Palästinenser, Palästinensische Befreiungsorganisation , Palästinensische Befreiungsorganisation , Panzer, Soldat, Unschuld, Unschuld, Unschuldig Verfolgte Person, Unschuldig Verfolgte Person, Unschuldig ermordete Person, Unschuldig ermordete Person
- Stimmung
- Aufregend, Hart, Spannend, Traurig, Verstörend
- Mitmachen
- Wie gut passen diese Schlagworte? Stimm ab und hilf uns sie neu zu gewichten!
Drehbuch
Filmdetails Lebanon
Fans dieses Films mögen auch
Der Gott des Gemetzels
FR/DE 2011
Sophie Scholl - Die letzten Tage
DE/FR 2005
Waltz with Bashir
FR/IL/DE 2008
Metropolis
DE 1927
Die Blechtrommel
PL/FR/CS/DE 1979
Trailer zum Film Lebanon
bedenklich? | Alle Trailer, Clips & Videos (5)




















Kritiken (15) — Film: Lebanon
LuGr: MovieMaze / NEGATIV u.a.
Kommentar löschen"Lebanon" ist trotz vieler Nahaufnahmen und beklemmender Enge nicht "Das Boot" im Tank, dafür fehlt die filmtechnische und dramaturgische Virtuosität.
Kritik im Original Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
Candide: Film-Rezensionen.de
Kommentar löschenAtmosphärisch überzeugt der Streifen von der ersten Minute an. Das Leben im Panzer ist eng, dreckig, laut und keineswegs so sicher wie man zunächst meinen möchte. Obwohl ich sonst kein Fan von wild umherschwenkenden Kameras bin, erfüllten sie hier einen optimalen Dienst und trugen natürlich dazu bei das Gefühl zu vermitteln man sitze tatsächlich im Gefährt. Zudem verzichtet Maoz auf gefühlsschwangere Musik und setzt auf minimalistische Töne, eine gute Entscheidung wie ich finde.
Kritik im Original Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
Flibbo: wieistderfilm.de
Kommentar löschen[...] „Lebanon“ entfaltet mit der minimalistischen Musik eine ruhige, nachdenkliche, zuweilen auch beklemmende Stimmung und findet im stark begrenzten Handlungsspielraum eine gute, ausgefeilte Bildkomposition. Es gibt starke Momente – darunter die von einem der Soldaten erzählte Kindheitsanekdote, obwohl diese eigentlich nichts mit dem Krieg zu tun hat, oder auch das schöne Schlussbild – nur mangelt es letztendlich doch ein wenig an der gewünschten Intensität. Der Regisseur und Autor verarbeitet mit „Lebanon“ seine eigenen Kriegserfahrungen und schafft damit eine Schwester für „Waltz with Bashir“ (2008), der das gleiche Thema ebenfalls auf ausgefallene Weise aufgreift. Aber für das Publikum funktioniert der Kriegsfilm als Kammerspiel nur bedingt – schließlich ist man vor dem erschütternden Hauptgeschehen gepanzert.
Kritik im Original 1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
Dietmar Kesten: Filmmag.de
Kommentar löschen[...]„Lebanon“ ist zweifellos ein verstörender Film und eindrucksvoll zugleich. In der Dunkelheit des Panzers kommt man sich vor wie in einem Sarg, aus dem es scheinbar kein Entrinnen gibt. [...]
Kritik im Original Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
Chr. Buß: Spiegel Online Chr. Buß: Spiegel Online
Kommentar löschenMaoz' Panzerhorror "Lebanon" indes verspricht zumindest im Titel einen umfassenden, wenn nicht gar universellen Blick auf den Feldzug - verharrt aber leider in der Ego-Shooter-Perspektive. So macht der Regisseur den Zuschauer zur Geisel des Soldatenblicks. Keine Frage, das ist eine grausam zusetzende Erfahrung. Sie führt allerdings zu keinerlei Erkenntnisgewinn oder Diskussionsanregung.
Kritik im Original 1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
Sabine Metzger: Radio Köln Sabine Metzger: Radio Köln
Kommentar löschenMaoz verwendet ziemlich typische Figuren für seinen Kriegsfilm. [...] Trotzdem gewinnen die Figuren dank guter Darsteller bald an Kontur, ihre Nöte werden nachvollziehbar, ihre Angst auch für den Zuschauer spürbar. Den Nahostkonflikt versteht man durch diesen Film vielleicht nicht besser. Den Krieg schon.
Kritik im Original Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
Sven Lohmann: Schnitt Sven Lohmann: Schnitt
Kommentar löschenMit überwiegend gut aufgelegten Schauspielern gelingt es Maoz, in der beklemmenden Enge des Panzers Dynamik und Dichte herzustellen, die Angst und die nervenaufreibende Verzweiflung der Besatzung spürbar zu machen, die miteinander und mit der für sie völlig unübersehbaren Situation hadert. [...] So ist Lebanon ein zwar recht sparsam inszenierter Film, nichtsdestoweniger aber doch atmosphärisch dicht; bisweilen ist er in der Darstellung drastisch, dabei aber ständig von ätzender Komik durchsetzt.
Kritik im Original Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
Andreas Busche: fluter, Der Freitag Andreas Busche: fluter, Der Freitag
Kommentar löschen"Lebanon" ist ein unglaublich physischer Film, allein schon durch die Enge des Raumes. [...] Seit Wolfgang Petersens "Das Boot" (1981) hat kein Kriegsfilm die physischen Strapazen des Krieges so mitreißend und gleichzeitig erschütternd geschildert.
Kritik im Original 2 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
GrammatonCleric: Equilibrium, X-RATED, DAS M...
Kommentar löschen'Kintopp' ist ein Begriff, der fast schon archaisch, mindestens aber anachronistisch anmutet. Er beschreibt nicht nur das Kino in seinen Anfängen, sondern auch Darstellungen, die in der Realität so nicht möglich wären. Aber genau das ist es ja, was den Reiz des Kinos bis heute ausmacht: etwas zu zeigen, das man so nur im Kino findet. Samuel Maoz' "Lebanon" ist so etwas wie Kintopp-Kino, erzählt er doch nahezu seine kompletten 93 Minuten aus einer bestimmten Perspektive, einem einzigen POV. Zwar ist dieser POV nicht unrealistisch oder gar Gimmick, er ist zumindest für den Zuschauer aber nicht nachstellbar. Das Setting ist so einfach wie die Prämisse selbst: eine Gruppe junger israelischer Soldaten bildet mit ihrem Panzer die Vorhut einer Einheit, die 1982 in den Libanon eindringt und einen eigentlich einfachen Auftrag ausführen soll. Dieser gerät natürlich zum Alptraum für die Männer. Deutlich komplexer als die Prämisse, ist jedoch die formale Umsetzung des Ganzen. Zugegeben, den gesamten Film über das Geschehen in Echtzeit und lediglich durch ein Panzerfernroh zu sehen – und eben das, was im Panzer selbst vor sich geht -, hat seinen Reiz.
Kritik im Original Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
Ciprian David: NEGATIV
Kommentar löschen...Mit Lebanon werden keine neuen Bilder erfunden, auch werden keine neuen Ideen vorgestellt. Die beschriebene Welt ist, wie erwähnt, von der Perspektive bedingt: Ganz im Vordergrund die Soldaten, danach die Operationen und im Hintergrund die Politik. Positionen werden höchstens in Form von allgemeingültigen Aussagen eingenommen: Samuel Maoz verzichtet mit Lebanon bewusst auf eine Politisierung des Krieges, zugunsten der Erschaffung einer hautnahen, bedrückenden, gleichzeitig realistischen wie stilisierten Darstellung des Krieges. Soldaten und Zivilisten werden in seinem Werk gleichermaßen zu Opfern, das erschaffene Gesamtbild universell, das Spezielle zum momentanen, übertragbaren Erlebnis. Eine Synthese des Kriegsfilms bleibt unterm Strich übrig. Vielleicht eben damit sichert sich Lebanon eine ehrenhafte Position unter den Filmen, mit denen er sich thematisch in Verbindung bringen lässt....
Kritik im Original 1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
alviesinger: bummelkino
Kommentar löschen„Lebanon“ thematisiert wie der Bild-gewalitge „Waltz with Bashir“ den ersten Libanonkrieg. Im Gegensatz zum Trickfilm ist der Kriegsschauplatz in „Lebanon“ völlig austauschbar. In Samuel Maoz’ Film stehen vier junge Männer im Mittelpunkt, denen es eben noch nicht in Mark und Bein übergangen ist, auf einen Menschen zu schießen und die auf engsten Raum im Öl-verschmierten Bauch eines Panzers gemeinsam „gefangen“ sind. Völlig verschwitzt rollen sie mit einem Höllenlärm durch ein fremdes Land und führen trotz moralischer Skrupel die unmenschlichen Befehle ihrer Vorgesetzten aus und träumen von einer baldigen Heimkehr zu Mutti. Nur durch das Panzerperiskop bekommen die vier unschuldigen und überforderten Kerle einen Blick auf die Außenwelt. Durch den eingebauten Zoom blicken Panzerbesatzung und Zuschauer gemeinsam auf blutüberströmte Menschen, verendete Tiere und zerstörte Städte. Maoz zeigt den brutalen Kriegsalltag aus einer ungewöhnlichen Perspektive mit all dem unfassbaren Leid fern jeder Tagesschau- oder CNN-Berichterstattung. Mithilfe des subjektiven Blickwinkels erzeugt der Filmemacher so eine intime bis beklemmende Atmosphäre und zeichnet eine kleine Charakterstudie, die an Wolfgang Petersens „Das Boot“ erinnert. Das bedrückende Panzerleben in „Lebanon“ ist ein ähnlich faszinierendes Kriegskammerspiel.
Kritik im Original 5 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
F.-M. Helmke: Filmszene.de F.-M. Helmke: Filmszene.de
Kommentar löschen"Lebanon", dessen Handlung sich über einen Zeitraum von kaum mehr als 16 Stunden erstreckt, hat keinen echten Plot im klassischen Sinne. Hier wird keine konkrete Geschichte erzählt, sondern eine Momentaufnahme erzeugt, Atmosphäre kreiert und eingefangen, und das auf derart konsequente und effektive Weise, dass der Film trotz oder gerade wegen seinen selbst auferlegten, inszenatorischen und inhaltlichen Beschränkungen eine Wirkung hinterlässt, die ihresgleichen sucht.
Kritik im Original Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
Jürgen Kiontke: Jungle World, ai-Journal, K...
Kommentar löschenDer Krieg in Brennglasoptik: In seinem Film „Lebanon“ verengt Regisseur Samuel Moaz den Blick auf die dramatische Vorgänge auf ganz drastische Weise: Durch das Zielfernrohr eines Panzers versetzt Moaz den Zuschauer in die Lage junger Soldaten während des Gefechts. Diesen Blickwinkel soll dieses Waffenkammerspiel erst am Schluss verlieren.
Es ist 1982, die israelische Armee hat ihren Feldzug im Libanon gestartet. Die naiven Soldaten kommen gerade aus der Ausbildung - bisher hätten sie nur auf Fässer geschossen, beklagt sich der Panzerschütze.
Und nun finden sie sich wieder in einem Feld voller Sonnenblumen am Rande des Krieges. Gemeinsam mit einem Trupp Infanteristen sind sie auf der Suche nach Verstecken der Palästinensischen Befreiungsfront. Blitzschnell kommen die Befehle herein, sofort muss reagiert werden.
Bei ihrem Einsatz macht die unerfahrene Crew grundsätzlich alles falsch, was falsch zu machen ist: Während einer Geiselnahme greift die Mannschaft…
Kritik im Original Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
D. Kamalzadeh: Der Standard D. Kamalzadeh: Der Standard
Kommentar löschenDie konzeptuelle Idee erweist sich als äußerst effektvolles Mittel, die Unwägbarkeiten des Krieges zu thematisieren (und dabei geradezu physisch zu vermitteln). Jede Krisensituation verlangt eine Vielzahl von Entscheidungen, aus denen unmittelbar auch moralische Dilemmata erwachsen. Die jungen, unerfahrenen Soldaten sind dieser Belastungsprobe kaum gewachsen, was unter ihnen Friktionen hervorruft. Maoz inszeniert den Krieg als klaustrophobisches Kammerspiel, das sich in der zweiten Hälfte ein wenig in den Konventionen des Psychodramas verliert, aber dennoch zu den aussichtsreicheren Preisanwärtern gehören dürfte.
Kritik im Original Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
Peter Zander: Welt, Berliner Morgenpost Peter Zander: Welt, Berliner Morgenpost
Kommentar löschenAnderthalb Stunden auf engstem Raum (nur die allererste und allerletzte Einstellung sind von außen gefilmt), das klingt monoton und unerträglich. Und doch ist dies einer der überzeugendsten Beiträge bislang, der auch weit über den konkreten historischen Fall hinaus zu einer allgemeingültigen Parabel auf den Krieg anwächst.
Kritik im Original Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
Kommentare (13) — Film: Lebanon
Kommentar schreibenHopeWithinChaos 2012/04/26 15:37:55
Kommentar löschenHat mich nicht überzeugt.
Der Film wirkt zwar sehr beklemmend und zeigt durchaus eindringlich die Grausamkeiten des Krieges.
Aber man wird nach dem Abspann das Gefühl nicht los, etwas komplett uninteressantes gesehen zu haben.
Alles wirkt merkwürdig konstruiert und die Charaktere verhalten sich häufig unlogisch.
Das könnte man vielleicht noch verkraften, wäre da nicht die langatmige Inszenierung.
Es kommt einem auch nicht so vor, als würde man wirklich aus dem Zielfernrohr eines Panzers schauen.
Es sieht mehr nach ganz normalen Kameraaufnahmen aus, über die später ein Filter in Form eines Fadenkreuzes gelegt wurde.
bedenklich? 1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
Thomas479 2011/12/30 16:00:33
Kommentar löschenEin Film, der fast komplett in einem Panzer spielt. Das ist schon mehr als ungwöhnlich. Auch wenn nicht alles stimmig wirkt, so ist diese Episode aus dem Libanonkrieg von 1982 wirkungsvoll für die Leinwand umgesetzt worden. Die Spannung im Panzer ist spürbar, Angst und Unsicherheit liegen immer in der Luft. Nach einem furiosen Beginn mit grausamen Szenen aus dem Kriegsalltag, immer durch das Zielfernrohr beobachtet, flacht "Lebanon" allerdings etwas ab. Die Besatzung des Fahrzeugs rückt immer mehr in der Vordergrund, die Dialoge drehen sich im Kreis und dabei geht die Spannung etwas verloren. Letztendlich ist dieser Film aber ein interessantes Experiment, das mehr als gelungen ist.
bedenklich? Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
Azazil 2011/12/29 23:01:17
Kommentar löschenVon diesem Film hatte ich mir wesentlich mehr erhofft. "Lebanon" wäre gerne "Das Boot" mit Panzern und einer "Apokalypse Now"-Füllung, aber entpuppt sich schnell als Nervenkasper einer unglaubwürdigen Panzer Crew. Jeder macht in dieser fahrenden Todesfalle war er will. Es werden keine Befehle befolgt oder sie werden einfach ignoriert. Der Kommandant hat keine Autorität, der Fahrer kann nicht fahren und der Schütze nicht schießen. Wie es diese drei überhaupt ohne Herzinfarkt aus der Stützpunkt Einfahrt geschafft haben bleibt rätselhaft. Dazu kommen noch ständige Close Ups an alles mögliche - Gesichter, Poster, völlig egal. Man hat nicht das Gefühl das Geschehen tatsächlich durch ein Zielvisier zu beobachten. An die Stelle der Beklemmung rückt schnell nur noch Frustration. Die Charaktere des Films bleiben gesichtslos und nervig und dem Zuschauer daher größtenteils gleichgültig, ein wirkliches Mitfühlen ist praktisch unmöglich. Der Score blieb mir als eintönig und stellenweise unpassend in Erinnerung.
Kurz gesagt: Die Idee war gut, der Film eher mittelmäßig bis schlecht.
bedenklich? 2 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
lieber_tee 2011/08/12 23:56:47
Kommentar löschenAusschließlich in einen israelischen Panzer spielender (Anti-) Kriegsfilm. Die eingeschränkte Sichtweise und schweißig – dreckig – beengte Atmosphäre schafft bei dem Zuschauer eine Ahnung wie die psychische Belastung von Soldaten in Kampfhandlungen ist. Damit erreicht der Film eine realistische und stilisiert Darstellung des Krieges.
bedenklich? 1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
MikeC. 2011/07/24 18:21:40
Kommentar löschenIn meinen Augen ist "Lebanon" völlig overrated.
Das Konzept, einen ganzen Film in einem Panzer abspielen zu lassen, ist frisch und lobenswert, jedoch wirkt das ganze viel zu konstruiert.
Viele der Szenen, die Beklemmung hervorrufen sollen, erscheinen mir zu aufgesetzt und durchgekaut, um wirklich zu schockieren.
Beispiel gefällig? Ein Auto mit zwei bewaffneten Männern kommt angefahren. Der Gunner des Panzers ist zu verstört und kann deswegen nicht schießen. Dadurch stirbt ein verbündeter Infantrist. Kurz darauf kommt ein friedlicher Farmer angefahren, der natürlich sofort mit dem Geschütz (!) zerfetzt wird. Der Mann, dessen billiger Pick Up Truck gerade von einer 120mm Granate in Stücke gerissen wurde und lichterloh brennt, liegt irgendwo im Gras und hat "nur" seinen Arm verloren, zeigt jedoch keine weiteren Verletzungen. Er schreit ein wenig rum (übrigens grauenhaft emotionslos gespielt) und bekommt einen Gnadenschuss verpasst. Kennt man alles schon, und wird häufig auch deutlich besser inszeniert.
Ein weiterer großer Kritikpunkt ist die Kamera. Oft zu nah am Geschehen dran, hat man nie wirklich den Eindruck, durch das Visier des Panzer zu schauen. Ebenso die vielen Close Ups von Gesichern. Völlig unrealistisch und angestrengt emotional. Eine gewisse Distanz wäre meiner Meinung nach nicht nur glaubhafter, sondern auch eindringlicher.
Überhaupt ist die Gruppe des Panzers völlig stereotyp: weinerliche Pussys mit verschiedenen Weh-Wehchen, die eher zufällig mit einem 63 Tonnen schweren und mehreren 100 Millionen Dollar teuren Tank durch die Gegend fahren. Angesichts der Tatsache, dass Israel eines der besten Militärs der Welt hat, erscheint mir so eine Konstellation eher suspekt. Zumindest der Kommandeur sollte eine Gewisse Autorität ausstrahlen. Aber Pustekuchen. Jeder macht dort was er will; Befehle werden missachtet, die Rangfolge kompromitiert, niemand scheint für sein Aufgaben in irgendeinerweise ausgebildet worden zu sein.
Für viele mag meine Kritik überzogen und nicht nachvollziehbar sein, aber ich musste mich schon lange nicht mehr so durch einen Film quälen und habe selten so oft mit dem Kopf geschüttelt wie bei "Lebanon".
bedenklich? 5 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
Lukin1971 2011/06/29 10:26:12
Kommentar löschenDer Film Lebanon ist in meinen Augen ein sehr gut gemachter Film, der auch einmal selbstkritisch das Verhalten Israels im Konflikt gegen den Libanon zeigt.
Bestes Beispiel: "Phosphorgranaten sind verboten und wir setzen sie auch offiziell nicht ein. Wir benennen sie einfach in Weißen Rauch um."
Hinzu kommt in dem Film, wie blutige Anfänger ohne großartige Ausbildung mit einem Panzer ins Kriegsgebiet geschickt werden. So nach dem Motto "Unsere Luftwaffe hat alles kurz und klein geschlagen. Ihr fahrt nur durch die Kleinstadt durch und erledigt den Rest. Quasi eine Kaffeefahrt."
Ein sehr empfehlenswerter Film.
bedenklich? Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
John.Matrix 2011/06/08 13:11:18
Kommentar löschenGut, aber nur halb so realistisch wie angepriesen.
bedenklich? Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
Aufziehvogel 2011/04/27 22:49:26
Kommentar löschenDer enge Panzer, zu Beginn des Films noch gut in Schuss, erleidet immer mehr Treffer und Pannen, verschleisst und wirkt enger und bedrückender von Minute zu Minute. Ein gutes Sinnbild für die Verfassung der Panzermannschaft. Schon zu Anfang schienen alle bedrückt und gereizt doch es ging ,durch den Schrecken des Krieges, noch tiefer hinab.
Der vermeintliche Schutz des Fahrzeugs entpuppt sich schnell als Falle der Gefühle die durch das enge Guckloch nach aussen in Wallung gebracht werden.
Ein intensiver Film der die Schrecken des Krieges zeigt auch wenn man hinter einer Linse sitzt und nur "zuschaut".
PS: Schönes Detail ist die Kamera/Linse die durch verschiedene Geschehnisse Risse bekommt und somit eine schreckliche und zersprungene Wahrnehmung bietet. Eine gelungene Übertragung der Verfassung der Mannschaft.
bedenklich? 3 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
ritchi 2011/01/14 13:21:41
Kommentar löschenWeil die armen Israelis ja eigentlich gar nicht kämpfen wollen... Propaganda würde ich es nicht nennen aber für meinen Geschmack schrammt es knapp daran vorbei.
bedenklich? 1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 1 Antworten
fueco 2011/05/28 19:09:14
Antwort löschenJeder junge Israeli muss zur Armee. Bestimmt sind da hin und wieder auch ein paar dabei, die das gar nicht wollen.
BlueSquirrel 2010/11/29 16:53:17
Kommentar löschenMein Bedarf an so etwas hat sich eigentlich gründlich ausgereizt, aber gut ist LEBANON auf jeden Fall. Sehr gut.
bedenklich? 1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 2 Antworten
BlueSquirrel 2010/11/29 18:13:25
Antwort löschenIch wurde überstimmt.^^ Wollte Carlos sehen.
BlueSquirrel 2010/11/29 18:43:48
Antwort löschenSpirits mein Freund^^ Aber nein. Ich wollte mich erst mal an die dreistündige Version wagen. Da kann man danach erweitern wenn man möchte.
Pardus 2010/10/17 21:35:10
Kommentar löschender film weist gute stilistik auf (zielfernrohr, enger dunkler panzer) hätte aber dieses noch besser nutzen können. gutes basismaterial gut umgesetzt, aber nicht herausragend gut.
bedenklich? 1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
ueberbelichtet 2010/09/10 12:51:38
Kommentar löschenÜber weite Strecken verdammt beklemmend und mitreißend, irgendwann nach einer Stunde hat sich das Setting aber erschöpft.
bedenklich? Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
kirmandi 2010/08/29 10:52:17
Kommentar löscheninteressante sichtweise mit anfangs doch recht krassen bildern, was dann im verlaufe jedoch alles wie ein wirklicher "walk in the park" wird und leider nicht mehr so dramatisch rüberkommt. dagegen ist der beginn bis knapp hin zur hälfte richtig gut gemacht !
bedenklich? Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten