Leergut

Vratné lahve (2007), CZ
Laufzeit 103 Minuten, FSK 0, Komödie, Kinostart 24.01.2008

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8.0 Kritiker
6 Bewertungen
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von Jan Sverák, mit Zdenek Sverák und Zdeněk Svěrák

Josef hat die aufmüpfigen Kids von heute satt und macht Schluss mit dem Lehrerdasein. Aber immer nur daheim bei seiner besseren Hälfte Trübsal blasen – das geht nicht. Schliesslich träumt der rüstige Graubart noch von jungen Dingern in Strapsen. Und einer Aufgabe. Also sucht er einen Job – und landet nach allerlei Pleiten an der Leergutannahme eines Supermarkts. Dort fängt er an, sich sachte kuppelnd für das Glück seiner Mitmenschen zu interessieren: einer knapsenden Nachbarin, schüchterner Kollegen, seiner Tochter, der Puppenspielerin, und zuletzt sogar das seiner Frau…

Handlung

In Rente

Josef (Zdeněk Svěrák) ist 65 Jahre alt und hat seinen Beruf als Lehrer satt. Er geht in Rente, merkt aber bald, dass es ihm ohne Beschäftigung zu Hause bei seiner Frau Eliška (Daniela Kolářová ) zu langweilig ist. Josef möchte noch etwas von seinem Leben haben, schließlich träumt er nachts von hübschen jungen Frauen und ist ein recht geselliger Mensch. Also entschließt er sich dazu, sich einen neuen Job zu suchen und landet nach einigen Pleiten schließlich in der Leergutannahme des städtischen Supermarktes.

Im Supermarkt

Dieser Posten ist für Josef wie geschaffen. Täglich hat er viele Menschen um sich, kommt ins Gespräch und kann gute Ratschläge verteilen. Nebenbei macht er es sich zur Aufgabe, diverse Bekannte miteinander zu verkuppeln oder sie zumindest einander näher zu bringen. Auch nachbarschaftliche Hilfe an der Rentnerin Lamková (Věra Tichánková ) steht bei Josef an erster Stelle.

Verkupplungsaktionen

So versucht er z.B. seinen fast stummen Kollegen Schneider (Pavel Landovský ) mit einer äußerst gesprächigen Kundin zu verkuppeln, Gegensätze ziehen sich bekanntlich an. Auch um seine Tochter (Tatiana Vilhelmová ) ist Josef mehr als bemüht. Deren Ehemann (Martin Pechlát ) vergnügt sich meist nicht mit seiner Ehefrau, sondern mit anderen Frauen der Stadt. Die verzweifelte Tochter sucht daraufhin Rat in der Kirche. Da Josef damit gar nicht verstanden ist, beschwatzt er einen guten ehemaligen Kollegen Robert (Jiří Macháček ) aus Schulzeiten, sich um seine Tochter zu kümmern. Währenddessen bestellt er sich den untreuen Ehemann nach Hause, um ihm pikante Fragen rund um das Liebesleben zu stellen. Für jede Person im nahen Umkreis weiß Josef das Gegenstück zu finden, um sein Glück zu verteilen.

Krach mit der Frau

Josef hat seinen Spaß, merkt dabei jedoch nicht, dass seine Frau Eliška von dem Handeln ihres Gatten wenig begeistert ist. Sie hatte sich Josefs Rentendasein völlig anders vorgestellt. Erstmals beginnt es in der eigenen Ehe zu kriseln, doch Josef kriegt glücklicherweise doch noch die Kurve und besinnt sich neben seinen Abenteuern seiner eigenen Frau. Letztlich ist es möglich, sowohl seine Ehe als auch seinen Job zu vereinen, mit kleinen Abstrichen auf beiden Seiten.

Weiterführende Informationen

Wissenswertes zum Film

Weitere Informationen im Internet

Linksammlung unter filmz.de

Quellen

Presseheft des Verleihs


Cast & Crew


Kritiken (2) — Film: Leergut

TheCorey: MovieMaze

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9.0Herausragend

Svěrák erlangte internationalen Ruhm durch seinen oscarprämierten Film Kolja, der 1996 erschienen war und den Mittelteil in dessen Lebensalter-Trilogie darstellte, die 1991 mit Obecná Skola (Volksschule) begann und nun mit Vratné lahve zu Ende geführt wird. Was alle drei Filme vereint ist das Drehbuch und das Schauspiel von Svěráks Vater, Zdeněk Svěrák, der maßgeblich für die Geschichten verantwortlich ist, auch wenn an Kolja Pavel Taussig mitschrieb. Alle drei Geschichten tragen autobiographische Züge von Svěrák Sr. und stellen dessen Wandel im Lebensalter dar. Mit Vratné lahve konnten die Svěráks noch mal eine Schippe auf ihren Erfolg mit Kolja drauflegen, das coming-in-age Drama avancierte zum erfolgreichsten tschechischen Film aller Zeiten und lockte bei zehn Millionen Einwohnern in der Tschechischen Republik zehn Prozent der Bevölkerung in die Kinos.

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G. Jekubzik: Filmtabs G. Jekubzik: Filmtabs

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9.0Herausragend

Wenn ein Film gleich eine Reihe von Publikumspreisen auf großen Festivals erhielt und erfolgreichster tschechischer Film aller Zeiten wurde, braucht man eigentlich nicht mehr viel zu sagen. Außer vielleicht, dass "Leergut" umso sympathischer ist, weil er sich auf keine Erfolgsformel ausruht und die Kantigkeit seiner Hauptfigur erfolgreich die Form einer wunderbaren Komödie übernimmt.

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Kommentare (16) — Film: Leergut

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betti.boo

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Witzig, warmherzig, etwas skurril - einfach schön!

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AASFRESSER

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Bewertung9.0Herausragend

Dass dies der erfolgreichste tschechische Film aller Zeiten sein soll, ist schlichtweg ein Witz. In zwanzig Jahren wird man nur wenig über ihn reden. Mehr als zehn Jahre verfolge ich nun den tschechischen Film, sehe sie allerdings im Original, was natürlich eine Menge bewirkt. Wenn ich dann mal eine deutsche Synchronversion habe (wie zum Beispiel von "Kolja"), dann finde ich das auch nicht so prickelnd. Aber zum eigentlichen Film: Er ist richtig schön, wenn vielleicht auch nicht für jedermann. Natürlich spricht er thematisch vorwiegend (!) ältere Zuschauer (35+) an. Er ist sehr direkt, sehr ehrlich und dabei trotzdem weder dekadent noch pessimitisch. Im Gegenteil, er sucht das Schöne im Morbiden. Und er findet es... Wie leise der Film dabei ist, wie bescheiden er seine Weisheiten preisgibt, das ist in der Tat ein Zug, den ich jahrelang für typisch im tschechischen Kino hielt. Leider geht es in den letzten Jahren auch hier deutlich bergab, so dass nur wenige Filme diese Qualität erreichen. Also unter den tschechischen Filmen des 21. Jahrhunderts zählt er auch für mich zu den Highlights!

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8martin

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Es ist eine warmherzige, aber durchaus realistische Alltagskomödie über Oldies, wobei die vielen kleinen, liebevollen Details eine Atmosphäre schaffen, dass einem das Herz aufgeht, weil gleich die ersten Szenen volle Zustimmung einheimsen. Ein älterer Lehrer, Beppo Weberknecht, mit Burn-Out-Syndrom (hier ein Zuck-Tick!), der die Kids unerzogen, rotzfrech und lernresistent findet, kündigt und versucht sich beruflich zu verändern. Neuorientierung in einer sich schnell wandelnden Welt, in der die Automaten die menschliche Arbeitskraft ersetzen. Er ist charmant, hilfsbereit und umsichtig und findet einen Job an der Flaschenrückgabe. („Lieber Flaschen als Kinder!“) Aber er ist auch noch visuell wach und sexuell interessiert. („Die Augen sind willig“, sagt er.). So spielt die Kamera immer wieder mit seinen feuchten Männerträumen. Hier erscheinen ihm Frauen, die ihm im realen Leben begegnet sind, ’am Vorabend seines Lebens’. Mit seiner Ehefrau liefert er sich geistreiche Wortgefechte: Er: „Ach ich bin doch ein alter Sack!“ Sie: „Ja, aber ein geiler und lächerlicher!“ Wer genau hinschaut, entdeckt sogar einen kurzen Hinweis auf Kolya. Somit könnte dies hier eine Art Fortsetzung sein. Genauso gut gemacht und doch irgendwie anders!?

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BaitfroN

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Auch wenn der Film eine nicht so "bildgewaltige" Geschichte hat ist er doch sehr gut. Es dreht sich um einen ganz normalen älteren Menschen der einfach nur das "Andere" sucht...

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Schlegel

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Bewertung4.0Uninteressant

Behäbige Streicheleinheiten für die tschechische Seele. Aber auch nur für die.

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dbeutner

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Bewertung7.0Sehenswert

Grundsympathisch, aber letztlich auch nichts, was unter irgend einem Blickwinkel wirklich herausragen würde. Was nett umgesetzt ist, ist das Aufeinandertreffen restlichen real-sozialistischen Charmes und neuer westlicher Welt (gut, so neu ist sie nicht mehr, aber für einen alten Mann...). Augenzwinkernd und nett.

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MartinAusBerlin

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Bewertung7.5Sehenswert

sehr schöner Film mit interesanter Geschichte und intelligentem Humor.
Unbedingt ansehen!

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mar (-ion-)

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Bewertung4.0Uninteressant

hatte mehr erwartet,
war daher etwas enttäuscht!
flasche leer...

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daggi7

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Bewertung10.0Herausragend

Absolut empfehlenswerter, tiefsinniger Film! Wunderbare Charakterdarsteller.
Etwas für Leute, die nachdenkliches Kino (keineswegs langweiliges) mögen.
Es werden Aspekte, wie die Schnellebigkeit und Unpersönlichkeit unserer Zeit und die Flucht vor der eigenen Person beleuchtet. Einfach klasse!

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rkuehne

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Sehenswert und unterhaltsam auf jeden Fall, schöne Bilder, schöne Straßenszenen in prag und eine nette Geschichte....hab mich gut unterhalten gefühlt!

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Xpander

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Bewertung6.0Ganz gut

Naja, ist okay. nen paar schöne Seitenhiebe, ansonsten nett. Muß man niemanden empfehlen und auch kein zweites Mal sehen.

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lucie

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Bewertung7.5Sehenswert

Ein schöner stimmiger Film. Glaubwürdige Darstellungen, sehr überzeugend, liebevoll und voller schrulliger Menschlichkeiten. Sehenswert und bringt jeden Zuschauer zum Schmunzeln. Irgendwie fühle ich mich positiv mit Charme engesprochen. Jedoch an Kolja kommt er nicht herran.

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father911

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Bewertung7.5Sehenswert

Liebenswert gemacht. Schrullige Charaktere werden da aufgebaut, mit all ihren Problemen und Wünschen. Leichte Kost, die beim Zuschauen aber Spaß macht. Ich hab mein Dorf-Kino lange nicht mehr SO voll gesehen, wie bei dieser Vorstellung ...

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alter.native

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Möglicherweise kein Film für ganz junge Leute! Er zeigt eine 40 Jahre währende Beziehung mit liebevoll ironischem Blick auf Menschen die im Alter noch nicht alt sein wollen. Dabei spielt er auch mit Klischees, die letztlich Jeder in irgendeiner Weise schon mal so oder ähnlich erlebt hat. Das macht sicher auch den Erfolg des Films aus. Obwohl ich "süßliche" Filme eigentlich nicht mag, hat mich dieser, ob seines besonderen Humors, berührt.

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Sonse

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Bewertung6.0Ganz gut

Was diesen Film in Tschechien so erfolgreich macht? Es ist ein Sverák-Film. Sogar mit Vater und Sohn, und zumindest ersterer ist eine echte Institution. Der Film ist letztlich so wie die meisten tschechischen Filme, die ich gesehen habe: sympathisch-verschrobene Charaktere, dargestellt von einer überschaubaren Gruppe von Schauspielern, eine Portion sehr tschechischer Humor, keine besonders originelle Story, die möglichst günstig umgesetzt werden kann und er spielt in Prag. Nett.

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denise

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Bewertung4.0Uninteressant

Ich frage mich, was diesen Film zu dem bisher erfolgreichsten tschechischen Film macht (jeder 10. Tscheche hat bisher schon im Kino gesehen). Obwohl der rüstige Rentner Beppo zeigt, wie sehr man das Leben und Glück seiner Mitmenschen (positiv) beeinflussen kann - was zwischendurch für einige wohlige Momente sorgt - bleibt er im Grunde die ganze Zeit der selbstbezogene undüberhebliche Mensch, der sich mit diesem Handeln nur seine eigene Einflusskraft und Überlegenheit beweisen will. Hier fehlt die moralische Wärme und Uneigennützigkeit, die man bei einem solchen Thema erwartet.

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