Lemon Tree

Etz Limon (2008), FR/IL/DE
Laufzeit 106 Minuten, FSK 6, Drama, Kinostart 02.10.2008

7.7 Kritiker
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Skala 0 bis 10
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von Eran Riklis, mit Hiam Abbass und Doron Tavory

Ein Zitronenhain in der West Bank, unmittelbar an der Grenze zu Israel: Hier lebt die palästinensische Witwe Salma, hier ist sie tief verwurzelt – so wie die Bäume, die ihr Vater vor 50 Jahren pflanzte. Mit dem Einzug des israelischen Verteidigungsministers Israel Navon in das neue Haus direkt hinter dem Hain werden die alten Bäume plötzlich zum Sicherheitsrisiko. Der Zitronenhain soll abgeholzt werden – bietet er doch leichte Deckung für Terroristen. Salma setzt sich zur Wehr. Um ihre Bäume zu retten, zieht sie gemeinsam mit dem jungen palästinensischen Anwalt Ziad Daud bis vor den Obersten Gerichtshof Israels. Ihr Kampf weckt nicht nur die Aufmerksamkeit der Medien, sondern auch das Interesse Miras, der Gattin des Ministers, die sich in der Einsamkeit des neuen Hauses erstmals auch mit der Unerfülltheit ihres eigenen Lebens konfrontiert sieht. Während Salma entgegen der arabischen Tradition eine innige Zuneigung zu ihrem jüngeren Anwalt entwickelt, wächst zwischen den beiden Frauen, trotz aller Unterschiede und über die streng bewachte Grenze hinweg, ein unsichtbares Band der Sympathie. Salmas Odyssee führt tief hinein in das komplexe, bisweilen bedrückende, aber auch absurd-komische Chaos, das den konfliktgeladenen Alltag der Menschen im Nahen Osten bestimmt und in dem am Ende jeder mit seinem Lebenskampf alleine steht.

Der Film lief in der Sektion Panorama auf den Berliner Filmfestspielen 2008.

Handlung

Der Zitronenhain

Salma Zidane (Hiam Abbass) ist Witwe und lebt in einem kleinen palästinensischen Dorf nahe der Westbank. Dort pflegt sie seit Jahren den Zitronenhain ihres Vaters.

Angst vor Anschlägen

Eines Tages bezieht der israelische Verteidigungsminster (Doron Tavory) mit seiner Frau (Rona Lipaz-Michael) das dem Hain gegenüberliegende Haus. Von einem auf den anderen Tag werden die Zitronenbäume und Salma zu einer politischen Gefahr. Berater des Ministers fürchten um dessen Sicherheit, da sich Terroristen unbemerkt zwischen den Bäumen verbergen könnten. Das Militär umzäunt den gesamten Hain und verbietet Salma fortan, diesen zu betreten. Salma weigert sich und betritt das eingezäunte Areal trotzdem, um die Bäume zu wässern und zu pflegen. Mehrmals wird sie von Soldaten des Bereiches verwiesen.

Vor Gericht

Als man Salma anbietet, den Hain gegen eine Entschädigung zu enteignen, sucht sie Rechtsbeistand bei dem Anwalt Ziad Daud (Ali Suliman). Vor Gericht wird ihre Klage zunächst abgewiesen, doch beide geben nicht auf und ziehen bis vor den Obersten israelischen Gerichtshof. Der verbissene Kampf der Witwe wird auch durch die Medien und die internationale Presse aufgegriffen. Überraschend erhält Salma auch Unterstützung durch die Frau des Ministers. Über den Zaun hinweg bildet sich zwischen den Frauen Sympathie.

Das Urteil

Der Gerichtshof entscheidet schließlich zugunsten beider Seiten. Salma kann ihren Hain behalten, jedoch wird die Hälfte der Bäume auf eine niedrige Höhe gestutzt. Der Minster hat indes den Zaun durch eine hohe Mauer ersetzen lassen. Durch sein verbissenes Vorgehen verliert er seine Frau. Salma trauert hingegen über den wertlosen Hain.

Weiterführende Informationen

Auf den Internationalen Filmfestspielen in Berlin 2008 wurde der Film mit dem Panorama-Publikumspreis ausgezeichnet.

Weitere Informationen im Internet

Rezension von Martin Rosefeldt unter arte.tv

Quellen

wikipedia.de
filmportal.de

  • Lemon Tree - Bild 957929
  • Lemon Tree - Bild 957942
  • Lemon Tree - Bild 957955
  • Lemon Tree - Bild 957968

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Cast & Crew


Kritiken (4) — Film: Lemon Tree

Jürgen Kiontke: Jungle World, ai-Journal, K...

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7.0Sehenswert

Die Linien in diesem Film verlaufen kreuz und quer. Mit Punktabzügen ist die Geschichte mit den Zitronen eine interessante Versinnbildlichung des hanebüchenen Lebens am Rande eines politischen Pulverfasses. Ein Leben zumindest, bei dem es mehr Verlierer gibt als gedacht und andere Gewinner als geplant.

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Kirsten Liese: BR Online, WDR3, Darmstädte... Kirsten Liese: BR Online, WDR3, Darmstädte...

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9.0Herausragend

Es ist ein schönes Signal, wenn ein israelischer Filmemacher für die Palästinenser Verständnis weckt, deren Angst vor terroristischen Anschlägen er als Paranoia entlarvt. Wie in seinem preisgekrönten Film "Die syrische Braut" schildert Eran Riklis auch in "Lemon Tree" einen schier absurd gewordenen Alltag in Grenzgebieten des Nahen Ostens.

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alanger

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Es ist ein schönes Signal, wenn ein israelischer Filmemacher für die Palästinenser Verständnis weckt, deren Angst vor terroristischen Anschlägen er als Paranoia entlarvt.

versteh ich nicht?


alanger

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Es ist ein schönes Signal, wenn ein israelischer Filmemacher für die Palästinenser Verständnis weckt, deren Angst vor terroristischen Anschlägen er als Paranoia entlarvt.


Der Redaktör: kino-zeit.de Der Redaktör: kino-zeit.de

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6.0Ganz gut

Deutlich, zum Teil überdeutlich findet Eran Riklis immer wieder Metaphern für die verzwickte Lage, die vor allem in Bildern des Eingesperrtseins, der Mauern, Grenzen und Gitter bestehen. Alle Handelnden in diesem Film sind Gefangene: Sie unterwerfen sich der verfahrenen Situation, sind unfähig zur Kommunikation, hören immer wieder auf Ratschläge von außen, statt ihrem Herzen zu folgen und den Konflikt auf menschliche Weise beizulegen.

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W. Hamdorf: Deutschlandradio, film-dien... W. Hamdorf: Deutschlandradio, film-dien...

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7.0Sehenswert

Wenn es um den Nahost-Konflikt geht, mischen israelische Filme gerne Sarkasmus mit melancholischen, selbstironischen Momenten. Auch "Lemon Tree" steht in dieser Tradition, zeigt über die persönliche Geschichte hinaus allgemeine Zusammenhänge und beschreibt die Widersprüche der eigenen Gesellschaft mit einer Mischung aus Distanz und Nähe, Poesie, Trauer, Wut und schwarzem Humor.

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Kommentare (6) — Film: Lemon Tree

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La Bardot

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Bewertung5.0Geht so

Hatte von dem Film viel mehr erwartet, da er besser angekündigt wurde, als er letztlich ist. Vieles blieb mir hier einfach unklar, wie z.B., warum der Verteidigungsminister sein Haus direkt an der Grenze bezieht. Die Darsteller retten die teilweise unbefriedigende Handlung und die vielen symbolischen Szenen gefielen auch.

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8martin

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Bewertung7.0Sehenswert

Regisseur Eran Riklis hat für seine Landsleute im Nahen Osten ein Lehrstück gemacht. Dabei kommen sowohl die Israelis als auch die Palästinenser zu Wort. Die Machtpolitik von Israel steht im Gegensatz zur althergebrachten Ordnung einer traditionell gewachsenen Agrarstruktur. Wunderbar eindrucksvoll verkörpert in der wohl bekanntesten Schauspielerin des Nordafrikanischen Raumes Hiam Abbass. Sie demonstriert sowohl tiefe Trauer und stille Wut, aber auch Angst vor der eignen Courage und gelegentliches Aufblitzen von Hoffnung. Man sieht, obwohl natürlich die Staatsmacht obsiegt, dass es letztlich, wenn es so weitergeht, keinen wirklichen Gewinner geben kann. Eine Mauer ist keine Lösung, obwohl sie Israel in der Realität ja wirklich gebaut hat. Beide Seiten werden von ihr in Mitleidenschaft gezogen: sowohl diejenigen, die sich durch sie schützen, als auch die, vor denen sie Schutz bieten soll. Bemerkenswert ist, dass es wiederum die Frauen sind, die gefühlssicher für eine Verständigung eintreten.
Eine gutgemachte politische Vision ohne Übertreibung und dicht an einer möglichen Realität.

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SgoTscH

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Bewertung7.0Sehenswert

Sehr schön ist es wie gezeigt wird, dass eine Frau ihrer Position sich sozial am Besten schlägt indem sie einfach gar nichts sagt und das obwohl sie eigentlich einen großen Kampf für sich und ihr Land bestreitet. Die Selbstbestimmung wird ihr also von allen Seiten genommen.

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dbeutner

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Bewertung7.0Sehenswert

Immer wieder ermutigend, welche Freiheit sich israelische Filme nehmen, auf eine liebevolle Art kritisch dem eigenen Land zu begegnen und den festgefahrenen Denkmustern eine Absage zu erteilen. Geklaut von "alter.native": "Allein schon die Hauptdarstellerin, die ihre Würde zwischen allen Fronten bewahrt, macht ihn sehenswert." Zustimmung.

Was fehlt? Da wird eine Liebesgeschichte angerissen, die dann sehr abrupt abgeschnitten wird. Die Frau des Verteidigungsministers äußert ihre Kritik so wohlerzogen, dass es schon schmerzt. Und schließlich: Doron Tavory ist mit der Rolle des israelischen Verteidigungsministers mehr als überfordert und füllt diese einfach nicht aus. Selbst echte israelische Verteidigungsminister dürften durchgehend bessere Schauspieler sein (was kein Kompliment sein soll).

Aber dennoch: Sehr nette Grundidee, und schon für den sympathischen Ansatz und diverse weitere Charaktere, die grundsympathisch sind, einiges an Punkten...

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Kill_Diether

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Schwieriges Thema, auch für's Abendland,
mit guten Darstellern, guter Story,
spannend erzählt.
Erfrischend anders im Vergleich zu Hollywood-
Produktionen aus ähnlichen Drama-Genres.

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alter.native

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Bewertung7.0Sehenswert

Der Film ist der sicher gut gemeinte Versuch dem Existenkampf der Palästinenser ein Gesicht zu geben. Und solange man medial nur von rüber und nüber fliegenden Raketen abgestumpft ist, hat das auch unbedingt seine Berechtigung, selbst wenn Manches zu abstrus erscheint um wirklich echt zu wirken. Allein schon die Hauptdarstellerin, die ihre Würde zwischen allen Fronten bewahrt, macht ihn sehenswert.

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