Leoparden küsst man nicht - Kritik

US 1938 Laufzeit 102 Minuten, FSK 12, Komödie, Kinostart 18.03.1966

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Kritiken (3) — Film: Leoparden küsst man nicht

Hitmanski: It's just a film, Reihe Sie...

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8.0Ausgezeichnet

"Oh please, the Brontosaurus!" -

So chaotisch das liebenswerte Geplänkel zwischen Katharine Hepburn und Cary Grant oberflächlich betrachtet sein mag, so klar ist die Agenda hinter BRINIGING UP BABY: Seiner Zeit mindestens zwanzig Jahre voraus, entwickelt Hawks nicht nur einen der Prototypen der Screwball-Comedy, sondern konzentriert sich - anders als die vielen Filme der 40er und 50er, die sich seine Grundkonstellation aneigneten - auch ohne Umschweife auf deren Essenz: Das Hin und Her beider Geschlechter.

Beachtlich, und erstaunlich progressiv vertauscht Hawks in seiner Geschichte dabei die klassischen Rollenbilder, die viele seiner Epigonen erst filmisch zementieren sollten: Seine Szenerie ist von starken Frauen geprägt, nirgendwo wird das deutlicher als in der Dominanz des selbstständigen Hepburn-Charakters gegenüber dem leicht schusseligen und überforderten Grant.
Angesichts der desaströsen Situation innerhalb heutiger RomComs, kann man dieses Vorgehen zur damaligen Zeit nur als mutig und visionär bezeichnen.

Überhaupt ist BRINGING UP BABY ein leichtfüssiger Film, der sich niemals in falsche Sentimentalitäten oder dem Bedienen von Erwartungshaltungen flüchtet, sondern die romantischen Szenen einer sich anbahnenden Partnerschaft auf ein Minimum beschränkt, und sie zwischen all den Irrungen und Wirrungen seines Plots ganz unvermittelt und dezent, aber doch kraftvoll in ihrer Wirkung einstreut: Bis hin zum Finale auf dem Rücken eines Dinosaurierskeletts - selten wurde Beziehung im Kino dermaßen unprätentös behandelt, wie es hier der Fall ist.

Man kann diese Form des Ausformulierens - das Auf und Ab der beiden Protagonisten, welches durchaus plastisch von statten geht - hier durchaus als etwas naiv empfinden, man kann die Symbolik des Leoparden und dessen Ausbruch als zu offensichtlich bezeichnen - aber es wäre sowohl im Kontext der Entstehungszeit, als auch im Rahmen seines Genres mehr als nur anmaßend.
Denn in erster Linie ist BRINGING UP BABY als Unterhaltungsfilm konzipiert, und diesen Ansprüchen wird er auch nach über siebzig Jahren noch spielend gerecht - sein von Emanzipation geprägtes Frauenbild und die schnörkellose Inszenierung wissen allerdings auch fernab davon zu begeistern. Ein ebenso starkes, wie auch prägendes Highlight in der Komödienlandschaft.

Kritik im Original 12 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir 1 Antworten

ash-williams

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Tolle Kritik, macht richtig lust auf den Film! :)


Flibbo: Wie ist der Film?

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6.0Ganz gut

[...] Alles schön und gut, nur die Geister scheiden sich an der weiblichen Hauptfigur. Die von Hepburn gespielte Susan gibt nicht einfach nur auf liebenswerte Weise den Ton an, wie es für die Frau in der Screwball-Comedy üblich ist. Sie ist ein durchtriebenes Miststück, das ganz bewusst Sabotage betreibt und später, unter schamlosem Einsatz der Waffen der Frau, das Unschuldslamm gibt. Dass sie offensichtlich in David verknallt ist, ist keine Rechtfertigung dafür, ihm das Leben zur Hölle zu machen, nur um bei ihm bleiben zu können. Was man liebt, soll man loslassen. [...]

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Mr Vincent Vega: Die 5 Filmfreunde, gamona, ...

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9.0Herausragend

[...] Hawks determiniert all das in Situationen, die zu Standards im Genre werden sollten, das Weglaufen, gegenseitige Verfolgen seiner beiden Helden ist nicht von ungefähr Ausdruck eines Willens, sich frei zu machen, und nicht zufällig bringt es wenig Erfolg, die Turtelnden im Gefängnis zusammenzusperren, da sie nur auf Basis eines natürlichen Miteinanders, im Wald bei Nacht endlich einmal die Ruhe für den Moment finden werden, eine der schönsten Szenen des Films. Synonym dafür lässt Hawks den gezähmten Leoparden Baby ausbrechen, der später mit einem versehentlich – bezeichnenderweise durch Hepburn – freigelassenen wilden Exemplar verwechselt wird, nur um zu erkennen, dass ein bloßes Befreien aus dem Käfig die Welt nicht gleich ins große Chaos stürzen wird. Der Originaltitel verweist treffend auf diese Analogie: "Baby" benötigt eben nicht zwangsläufig eine Zähmung, wenn der natürliche Willen ungebrochen scheint. [...]

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Kommentare (33) — Film: Leoparden küsst man nicht


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knusperzwieback

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Bewertung7.5Sehenswert

Nette Komödie mit viel Wortwitz, Gags die nicht unter die Gürtellinie gehen und charmanten Stars.

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ElMagico

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Ganz ehrlich: Nach 5 Minuten hatte ich den Film einsortiert, abgestempelt und irgendwie schon auch ein Urteil parat. In dieser kurzen Zeit schien mir "Bringing Up Baby" zu vehement seine Richtung vorzugeben, furchtbar einfach konnte ich unter "harmloser, romantischer Komödie" kategorisieren. Ich erwartete da eigentlich nur noch einen ganz ordentlichen Film, eben eine Komödie nach Schema F, meine Vorfreude war aber schon so gut wie verflogen.
Und wie soll ich es ausdrücken? "Bringing Up Baby" entsprach zu großen Teilen eben dieser Erwarung und doch war er irgendwie anders. Besser. Lustiger. Moderner.
Die Romantik spielt zwar eine gewichtige Rolle in "Bringing Up Baby", sie geschieht aber nur sehr unterschwellig. Es gibt hier keine Frau welche die ewige Liebe beschwört und sich dem Mann zu Füssen wirft, keinen Mann der versucht die Liebe einer Frau zu ergattern, keinen Herzschmerz, keine Gefühlsduselei, nichts. Susan mag David. Und sie hätte halt gern, dass auch er sie etwas mehr mag. That's it...und das tut dem Film verdammt gut.
Ein Grund hierfür ist sicher die ziemlich geniale Charakterentwicklung des Films. Ist David doch ein recht Klischeehaftes Bild jener Zeit. Eben der trottelige, aber gutaussehende Mann, der aber nur Augen für seine Arbeit hat und die Liebe auch nicht bemerken würde wenn er darüber stolpert. Das, was man heute Nerd nennt. Oder Asperger Autist. Susan hingegen ist eine Figur, die man nicht aus dem Jahre 1938 wähnen würde. Frech, Selbstbewusst und irgendwie völlig autark in dem was sie darstellt und wie sie sich gibt. Sie gibt "Bringing Up Baby" definitiv die Würze und das Feuer, welches ihn so besonders macht. Sie nimmt ihm das miefige und nostalgische, was vielen solcher älteren Komödien anhängt. Man mag sie einfach und Katharine Hepburn tut ihres dazu, diese Figur vollends ins Herz zu schließen.
Andererseits: Zeit für große Gefühle wäre in diesem Film eh kaum noch vorhanden. Selten passte das Wort Rasant besser. Es gibt keine Pause in "Bringing Up Baby". Non-Stop wird hier geredet, gerannt, gefuchtelt, getan und gemacht. Das mag einigen übel aufstossen, mir gefiel es aber doch sehr. Vorallem weil es hier kaum blöde Kalauer gibt. Natürlich zünden nicht alle der gefühlten 1000 Gags, aber es wird nie billig und vorallem: Überraschenderweise ist das Ganze auch nie harmlos. Klar, hier werden keine Hangover-Fick-Zoten gerissen...aber es sind einige herrlich fiese und staubtrockene Sprüche dabei.
Kein Film, der die Welt aus den Angeln hebt, aber wem gerade nach einer Komödie der Sinn steht, der macht mit "Bringing Up Baby" garantiert nichts falsch. Und da stört auch nicht mehr im geringsten, wenn die Liebe in den Schlussminuten doch noch zum Zuge kommt.

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littledrummerboy01

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Bewertung7.5Sehenswert

Ziemlich witzig, wenn auch auf eine aus heutiger Sicht recht - harmlose Weise. Schönes Kleinod, das leider ab und an dermaßen hektisch wird, dass das Timing nicht mehr ganz passt. Aber trotzdem, allein wegen den beiden großartigen Hauptdarstellern schon sehr sehenswert.

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zmpfl

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Der Screwballcomedy Referenzfilm.

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kronenhummer

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Bewertung6.0Ganz gut

Ohne ein großer Fan von Screwball-Komödien zu sein, hat auch der Genre-Klassiker „Leoparden küsst man nicht“ (ob nun mit Leopard oder Jaguar) bei mir einen schweren Stand. Dialoge, Charaktere und Witze sind daher zweifelsfrei stimmig umgesetzt. Nicht logisch und mitunter mehr als absurd, zündet dabei manches wirklich großartig, manches jedoch auch unabhängig vom historischen Kontext einfach nur albern. Auch Katharine Hepburn als äußerst chaotische Hauptdarstellerin nervt dabei phasenweise leider mehr als dieses Chaos den Humor trägt.
Alles in allem ist „Bringing Up Baby“ ein Klassiker, der sicherlich vieles nachfolgende geprägt hat, aber mich mitunter auch mehr genervt als amüsiert hat.

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KilianPai

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Bewertung6.0Ganz gut

Tolle Schauspieler und in Sachen Gag-Dichte und Situationskomik wahrscheinlich revolutionär. War "Leoparden küsst man nicht" zu seiner Zeit noch herausragend und Eigenständig, kam er mir angesichts des Überflusses an Komodien dieser oder zumindest einer ähnlichen Art die sich inzwischen angehäuft haben eher durchschnittlich vor. Der Film ist wirklich sehr unterhaltsam, lässt man aber den Filmhistorischen Aspekt weg, reicht es bei mir nur für ein "ganz gut".

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uncut123

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Bewertung7.5Sehenswert

situation und dialog witz vom feinsten...recht angenehmer film

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derblonde

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Herrliche Komödie, die speziell in der zweiten Hälfte dem Zuschauer die Lachtränen in die Augen treibt. Katherine Hepburn mit ihrer frechen Schnauze, der immer souveräne Cary Grant und dieser Gärtner oder was mit der genialen Synchrostimme tragen den Film alleine schon.

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geschmacksache

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Bewertung4.0Uninteressant

Wer nicht den Humor der 30er und 40er mag, sollte die Finger davon lassen. Wahrscheinlich konnte ich dem Film nichts abgewinnen, da ich einfach dafür zu jung bin.

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Mr. Pink

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Bewertung7.5Sehenswert

Herrlicher Screwball-Spaß, der einen ganzen Schwall witziger, gut pointierter Dialoge bietet und mit Cary Grant und Katharine Hepburn, die hervorragend miteinander harmonieren ein einmaliges, gar entzückendes Hauptdarsteller-Pärchen auffährt. Und auch wenn einem ihre Figuren vielleicht ab und an ein klein wenig auf die Nerven gehen, ist dieser richtig schön durchgeknallte, eindeutig zweideutige und, was die Darstellung der Geschlechterrollen angeht, für seine Zeit überraschend fortschrittliche Film einfach hinreißend unterhaltsam.

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ash-williams

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Bewertung7.0Sehenswert

Ein durchaus charmanter Film, für Freunde von schnellen Dialoge! Die Story ist natürlich weit hergeholt, aber das ist doch nicht ungewöhnlich für Screwball Komödien :)

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AlexDeLarge

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Bewertung5.5Geht so

Also hier ergibt keine einzige Plotwendung auch nur im Ansatz Sinn und ausnahmslos jeder Charakter agiert wie ein absoluter Volltrottel. Daraus entstehen zwar ein paar Lacher, aber kein guter Flow im Film. Die Dynamik ist also nur vorgetäuscht und daher wenig mitreissend. Ich bin nicht die Bohne verwundert, dass der an der Kasse gefloppt ist. Das Duo Grant-Hepburn ist zwar spassig anzusehen, aber die Schrillheit dieser Frauenfigur und diese völlig übertriebene Überdrehtheit über die Gesamtlänge nur schwer auszuhalten. Filmhistorisch natürlich schon ein Muss ihn gesehen zu haben. Nicht verkatert schauen.

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Hooded Justice

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Bewertung10.0Herausragend

“There is a leopard on your roof and it's my leopard and I have to get it and to get it I have to sing.”
Howard Hawks jongliert mit Geschlechterrollen, einem Dinosaurierskelett und einem oder zwei Leoparden. Wie Hawks uns mit einer Umkehrung der Rollenkonstellation Mann-Frau durch die Vernichtung des typischen Bildes der Manneskraft anhand eines tapsigen Cary Grants, der seine Männlichkeit letzten Endes verzweifelnd und vollständig zu verlieren droht, indem er uns in plüschigem Damenfummel vorgeführt wird, gegenüber einer beherrschenden Katharine Hepburn ein völlig kurioses Spiel der Komik aufführt, ist sagenhaft. Ein schlagfertiger Wortwitz folgt dem nächsten, während der schräge Aufprall zweier lieblicher Gegenpole immer kauziger wird, und Hawks uns am Ende dennoch gefällig bekennt, dass das Chaos manchmal in der Tat zur unerwarteten Bestimmung führt. Eine der besten Komödien aller Zeiten.

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BaltiCineManiac

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Also der Jaguar spielt den Leoparden wirklich ganz hervorragend. Dass das noch niemandem aufgefallen ist?! Selbst Charlton Heston war nicht so gut, als er in „Planet der Affen“ eine andere Spezies verkörperte und einen Menschen spielte. Um bei letztgenanntem Geschöpf zu bleiben: Jeder Mensch mit halbwegs zoologisch geschultem Blick sieht doch sofort, dass es sich bei der Großkatze in diesem Screwball-Klassiker nicht um einen Leopard, sondern um einen Jaguar handelt. Und obwohl im Film auch noch explizit erwähnt wird, dass die gute Tante Elizabeth ihr etwas überdimensioniertes Kuscheltier für den Hausgebrauch aus Brasilien per FedEx-Eilzustellung geliefert bekam, eben jenem kontinentalen Gefilde, wo sich ein Jaguar für normal rumzutreiben pflegt, und das auch noch sehr deutlich durch einen von Mr. Plattentektonik recht großzügig angelegten Teich namens Atlantik vom Jagdrevier eines Leoparden getrennt ist, wird selbst im O-Ton immer wieder das verwerfliche L-Wort in den Mund genommen. Wer jetzt also dachte, dass dieser Fehler erst durch die deutsche Synchronmafia oder durch die deutschen Titelentwurfbots erzeugt wurde, der irrt gewaltig.

Vielmehr betreibt RKO hier eine verschwörerische Zuschauerverarsche in ganz großem Stil, deren eigentliche Intention und Ausmaße sich dem ordinären Filmkonsument nur langsam bis gar nicht erschließen werden. Um den riesigen Logikkrater im Drehbuch zu übertünchen, engagierte das gewiefte Studio mit dem Sendemast einen begabten Regisseur sowie ein talentiertes Darstellerpaar, das durch irgendein aufputschendes Zeug in den Dauerredemodus versetzt wurde, um mit seinen Stakkato-Dialogsalven die Lachmuskeln der Kinobesucher in Verzückung zu versetzen. Obwohl der Film zunächst floppte, kann dieses Ablenkungsmanöver auf lange Sicht als vollends gelungen betrachtet werden. Da jedoch zu eben jener Zeit andere Studios durch das perfide Verhalten von RKO öffentlichen Schaden für sich selbst fürchteten, setzten sie alles daran, sich seriös zu geben. So verpflichteten z.B. Metro-Goldwyn-Mayer für ihr Filmlogo einen Löwen, der ihnen vertraglich zusichern musste, sich während der Sequenz durch arttypische Lautäußerungen auch als solcher zu erkennen zu geben. In diesem Sinne, auf sie mit Gebrüll und nicht vergessen, Leoparden küsst man nicht, wenn schon ein Jaguar zum Knutschen bereitsteht.

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marty-f

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Bewertung5.0Geht so

Ich mag ja Cary Grant, allerdings nicht so sehr, dass er diesen mittelmäßigen Film hätte aufwerten können, was aber nicht an ihm lag, sondern an Katharine Hepburn, besser gesagt ihrem Filmcharakter. Den fand ich über den ganzen Film einfach so schrecklich und nervig, dass ich mir die ganze Zeit gewünscht habe, dass es nicht zum obligatorischen Happy End kommt, sondern der titelgebende Leopard über sie herfällt. Ach ja, gelacht hab ich auch ... manchmal. Hab zwar schon schlechteres gesehen, aber auch schon sehr viel besseres, noch dazu ein kleiner Bewertungsbonus, wegen der netten Titelmelodie und weil ich ältere Filme grundsätzlich mag (würde man mir heutzutage so einen Film präsentieren, wäre ich nicht so gnädig) und schon haben wir 'ne Bewertung, bei der keiner meckern braucht.

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Brentano

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"wäre ich nicht gnädig" aha


based_god

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Einfach ein toller Film - "Lachen non stop" ist vorprogrammiert.

Huxley lernt die leicht verrückte Susan kennen, welche sich nicht mehr von ihm abwendet und mit ihm vom einen Desaster ins nächste schlittert. Huxley selbst möchte eigentlich seine Berufskollegin heiraten, doch irgendwie scheint dies immer weniger realistisch, da Susan die Probleme anzuziehen scheint.

Ich habe selten so gelacht. Die Schauspieler wirken charmant und selbiges könnte man über die Witze sagen. Harmlos aber extrem lustig.

Der Film scheint durch sein Alter nichts verloren zu haben und manifestiert seinen Platz als eine der besten Komödien überhaupt.

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Audreyfan

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Mein erster Film mit Katharine Hepburn :)
Und was für ein Film!
Eine Komödie, wie man sie heute nicht mehr erlebt.
Katharine Hepburn spielt die charmante Frau, der man alles verzeiht und Cary Grant spielt den leicht schusseligen Mann, der ihr alles verzeiht.
Ein humorvoller Dialog jagt den anderen, obwohl...nein, der ganze Film ist ein humorvoller Dialog. "Leoparden küsst man nicht" lebt nämlich hauptsächliche von seinen spritzigen, lustigen Dialogen, wirkt dabei aber nie bemüht.
Ich wage mal zu behaupten, dass dieser Film einer der besten seines Genres ist. Davon können sich die heutigen Komödien eine gaaaaanz große Scheibe abschneiden.
"Geh weg"
"Ooh nein, ich war zuerst hier!"
"Dann geh ich eben weg"

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aberaber

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

Witzig, absurd und liebenswert. Für mich einer der Klassiker der Screwball-Comedy.

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hoffman587

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Bringing Up Baby

"Leoparden küsst man nicht" oder wie Howard Hawks fast sein Schicksal besiegelte und so fast das Ende seiner Karriere einläutete. Dies mag zwar für einige Filmfans unvorstellbar sein, doch ist es wahr. Heute als Meilenstein der Screwbalkomödien gefeiert, so früher doch arg verkannt und somit ein absoluter Flop, Katherine Hepburn zudem zunächst als Kassengift abgestempelt und die Kooperation zwischen Hawks und RKO zerschlagen, der Grund ist schnell festgestellt: Hawks Film "Leoparden küsst man nicht" aus dem Jahre 1938 war wohl seiner Zeit weit vorraus, zu modern so gesagt.

Die Story typisch schwungvoll, einfach gehalten, für damalige Zeiten aber doch irgendwie erfrischend, mit einfallsreichen und bezaubernden Elementen verziert, so wie auch mit sexuellen Untertönen, nie ausgesprochen, aber stets präsent: David Huxley, ein fast schon besessener Wissenschaftler, in seine Arbeit als Paläontologe förmlich verliebt bzw. vertieft und natürlich so auch recht weltfremd. Er dabei seinen Lebenstraum zu verwirklichen: Die Rekonstruktion eines Brontosaurierskeletts, was würde er dafür nicht alles tun? Fehlen tut nur noch ein Knochen. Doch dann tritt die energische wie auch ungewohnt entschlossene bzw. hübsche Millionärserbin Susan in sein Leben und schlagartig scheint es verändert, denn mit ihr kommt Schwung ins Haus und so auch Chaos und absurde Situation...

Chaos-Paar wider Willen, ideal besetzt. So darf Cary Grant gegen sein Image aufspielen, so gesagt eine Anti-Grant-Rolle als weltfremder und neurotischer David Huxley, aber ein lieber Kerl. Grant ungewöhnlich, aber nicht minder grandios, etwas übermütig-spießig-nervös dennoch mit viel Liebe und Spaß am Spiel dabei, trotz steifer Haltung und als Gegenpart dient da die großartige Katherine Hepburn, deren Rolle wie erwähnt das exakte Gegenstück von Grants Figur darstellt. Hepburn als Susan Vance absolut resolut und beherzt bzw. tatkräftig dabei, wenn auch manipulativ gegenüber David, eine starke und dominierende Frau, auch hier sehr wegweisend für spätere Zeiten, dies wird natürlich auch besonders deutlich durch Hepburns bestimmte Darstellung. Zusammen bilden beide wohl das Maß aller Dinge für Chaos-Paare, gegensätzlich wo es nur geht und das macht ihr Zusammenspiel gerade so harmonisch und amüsant. Doch wie man weiß: Gegensätze ziehen sich an. Aber auch in Nebenrollen exquisit besetzt mit May Robson als Tante Elizabeth oder Charles Ruggles als Großwildjäger Applegate, der wiederum versucht dieser zu imponieren, das mit den skurrilsten Methoden bzw. wie würde man das Nachahmen von Leoparden- bzw. Tierrufen hierbei wohl kennzeichnen...ich wäre mir dabei nicht allzu sicher.

Schwungvoll auch Hawks Regie, ein Gag auf den nächsten, und ohne irgendwelche Haltepausen, Hawks läuft auf dem Regiestuhl (wie möglich? Eigentlich gar nicht) zur Höchstform auf, und verfehlte zu seiner Zeit wohl das Ziel, doch so wirkt "Leoparden küsst man nicht" doch heute noch so unglaublich temopreich und lustvoll, und sehr humorvoll, wenn auch teilweise etwas zu überdreht, doch auch das hat Charme und macht das Werk in zeitlicher Hinsicht irgendwie fast einzigartig. Und sogar sexuelle Anspielungen und Gelüste werden nicht gemieden, nur versucht zu verdrängen (dies dennoch nur von David), denn Hawks scheut weder dies noch eine eindeutige Zweideutigkeit (welch Wortwahl) in seinen Film, dies aber doch diskret. Dem flottt angelegten Inszenierungsstil kommt zudem noch zu Gute: Das erstklassige Drehbuch mit liebevoll gestalteten und wunderbaren Figuren, teilweise schräg und skurril gezeichnet, oder auch exzellenten und spritzigen Dialogen angereichert, die sich nicht nur perfekt eingliedern, sondern auch denn komödiantischen Teil des Ganzen noch verstärken (so empfand ich es jedenfalls), somit vergoldet mit tollem Dialogwitz. Verdreht werden verschiedene Konventionen, Klischeebilder, sodass mal die Frau dominiert und der Mann doch hilflos scheint, geschickt eingefädelt. Vertauschte Weltbilder von Mann und Frau. Außerdem noch technisch schick gefilmt.

Zum Schluss bleibt mir dann nur noch zu sagen, dass "Leoparden küsst man nicht" doch ein wegweisender wie auch temporeicher bzw. sehr unterhaltsamer Klassiker der Screwballkomödien, mit dem chaotischen Traumduo Hepburn und Grant ist. Wie gesagt seiner Zeit weit vorraus und gerade deshalb heute noch ausgezeichnet zu genießen und so nunmal eine echte Freude, dabei unheimlich amüsant, wenn auch etwas überdreht und sprunghaft, aber auch das hat seinen Charme.

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Stefan_R.

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Sehr schön, wie immer! :)


hoffman587

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@Stefan: Danke, freut mich zu hören. :)


Pyro 91

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Bewertung3.0Schwach

Diese Screwball-Komödie aus den 30-ern hat mich wirklich fertig gemacht. Die ersten 15 Minuten waren eine einzige Geduldsprobe und wenn ich nicht die goldene Regel hätte, jeden Film -so schlecht er auch sein mag- zu Ende zu sehen, dann hätte ich hier bereits abgedreht.

Zuerst hätten wir Katharine Hepburn in ihrer wohl nervigsten Rolle. Sie redet ohne Punkte und Komma, sabotiert das Leben anderer und nutzt alle nur zu ihren Zweck aus. Ein wirklicher abstoßender Charakter, den selbst die bezaubernde Hepburn nicht schmackhaft machen kann. Sie und Cary Grant sind ohnehin nur wie Cartoon-Figuren gezeichnet und bieten bis auf ihre äußerst debile Art keinerlei Substanz.
Ich habe nichts gegen Charaktere, die durch negatives Verhalten auffallen, aber so wie ich es sehe, sollen wir uns für die beiden erwärmen und hoffen dass sie am Ende zusammenkommen. Ich dachte nur: "Renn David, RENN!!!!!

Nach Ende des Films musste ich erst unterscheiden, ob ich Susan Charakter so nervig fand, weil sie ihre ganze Umwelt auf witzige Weise belästigt oder weil sie wirklich nicht lustig ist und den Film nach unten zieht. Nun ersteres ist völlig in Ordnung, denn so überträgt sich die Frustration des Umfelds auf den Zuschauer und man ist mit an Bord für diesen Wahnsinn.
Bei mir war es allerdings Letzeres, denn ich finde , dass die Szenen mit ihr kein bisschen witzig sind. Non-Stop-Geplapper, dass auf die selbe Gegenwehr trifft, bis zu dem Punkt wo man kein Wort mehr versteht.

Nun, Cary Grants Charakter funktioniert im Film am besten, wenn er resigniert dasitzt und ihn "nichts mehr schocken kann". In diesen Szenen kann man als Zuschauer mit ihm sympathisieren, weil man selbst nur noch ergeben vor dem Fernseher sitzt. Bis auf diese Glanzmomente ist auch seine Figur nur am hyperventilieren und erzeugt mit Susans Dauergequassel einen unglaublichen Schwall aus purem Lärm, der mit der Zeit unerträglich wird. Anders als seine Rolle in "Arsen und Spitzenhäubchen" ist seine quirlige Art hier deutlich zu dick aufgetragen und er hätte als "normaler" Charakter die Stimme der Vernuft sein sollen. Zwei Leute, die sich permanent anplappern, ergeben auf Dauer keine gute Chemie und erschöpfen den Zuschauer.

Nichtsdestrotrotz gibt es auch einige Szenen, die isoliert vom Geschrei sehr witzig sind wie z.B. David jagt den Hund auf den Knien hinterher, der betrunkene Angestellte, David im Kleid, Susan Entkommen aus dem Verhör (der einzige Moment, den ich richtig gelungen fand) und das Ende mit dem beiden Tigern.

Fazit: Ich schätze mich wirklich als toleranten Menschen ein, der offen für Filme jeder Art und Charakteren, die unterschiedlich nicht sein könnten, ist, jedoch war "Bringing up Baby" eine einzige Geduldsprobe für mich. Ich schätze es, wenn Filme viele unterschiedliche Emotionen in mir auslösen und ich danach überlegen muss, warum mich bestimmte Sachen so ansprechen und andere kalt lassen. In diesem Fall war ich nur genervt und ich müsste wirklich scharf nachdenken um einem Film zu finden, der mich dermaßen angestrengt hat. Zwar hab ich mich bei den "Transformers"-Filmen und den "PotC"-Sequels beinahe zu Tode gelangweilt, aber richtig genervt war ich nicht. Eigentlich müsste ich "Bringing up Baby" dankbar sein, denn auch er hat meinen cineastischen Horizont erweitert und mir gezeigt, was eigentlich die Intention vom Regisseur von "Hostel" war:"Wie viel Schmerz erträgst du?".

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