Leoparden küsst man nicht - Kritik

US 1938 Laufzeit 102 Minuten, FSK 12, Komödie, Kinostart 18.03.1966

Kommentare zu Leoparden küsst man nicht

  • 4
    jacker 31.08.2014, 12:48

    BockBockBock (Hühner vorstellen).
    Schnatter.
    Schnatter².

    Verwechslung hier.
    Auto da.
    Handtasche hier.

    GockGockGock (wieder Hühner vorstellen)
    Quak, Quak.
    Schnatter, schnatter, schnatter³.

    Leopard da.
    Steaks vertilgt.

    Kikerikiiii!
    Schnatter, Schnatter, Schnatter.
    Erzähl, Fasel.
    Konfus.
    Heilloses Durcheinander.

    Noch mehr Verwechselung.
    Und noch mehr Verwechselung.
    Alles endgültig im Chaos versunken.

    Gacker, Quak, Blubber.
    Schnatter, schnatter, schnatter [Fade to black]

    Muahaha - ich fand den Film auf jeden Fall liebenswert, aber nach einer Stunde ist mir einfach der Kopf explodiert. Ich habe DR. T AND THE WOMEN problemlos überstanden, aber das war mir zu viel. Jede Sekunde dieses Films sprechen MINDESTENS zwei Menschen (und ein Leopard) durcheinander. Kann jeden verstehen der hier am Boden liegt, aber mein Kopf lief über.

    9
    • 7 .5
      knusperzwieback 08.08.2013, 20:38

      Nette Komödie mit viel Wortwitz, Gags die nicht unter die Gürtellinie gehen und charmanten Stars.

      • 8
        ElMagico 27.01.2013, 15:37

        Ganz ehrlich: Nach 5 Minuten hatte ich den Film einsortiert, abgestempelt und irgendwie schon auch ein Urteil parat. In dieser kurzen Zeit schien mir "Bringing Up Baby" zu vehement seine Richtung vorzugeben, furchtbar einfach konnte ich unter "harmloser, romantischer Komödie" kategorisieren. Ich erwartete da eigentlich nur noch einen ganz ordentlichen Film, eben eine Komödie nach Schema F, meine Vorfreude war aber schon so gut wie verflogen.
        Und wie soll ich es ausdrücken? "Bringing Up Baby" entsprach zu großen Teilen eben dieser Erwarung und doch war er irgendwie anders. Besser. Lustiger. Moderner.
        Die Romantik spielt zwar eine gewichtige Rolle in "Bringing Up Baby", sie geschieht aber nur sehr unterschwellig. Es gibt hier keine Frau welche die ewige Liebe beschwört und sich dem Mann zu Füssen wirft, keinen Mann der versucht die Liebe einer Frau zu ergattern, keinen Herzschmerz, keine Gefühlsduselei, nichts. Susan mag David. Und sie hätte halt gern, dass auch er sie etwas mehr mag. That's it...und das tut dem Film verdammt gut.
        Ein Grund hierfür ist sicher die ziemlich geniale Charakterentwicklung des Films. Ist David doch ein recht Klischeehaftes Bild jener Zeit. Eben der trottelige, aber gutaussehende Mann, der aber nur Augen für seine Arbeit hat und die Liebe auch nicht bemerken würde wenn er darüber stolpert. Das, was man heute Nerd nennt. Oder Asperger Autist. Susan hingegen ist eine Figur, die man nicht aus dem Jahre 1938 wähnen würde. Frech, Selbstbewusst und irgendwie völlig autark in dem was sie darstellt und wie sie sich gibt. Sie gibt "Bringing Up Baby" definitiv die Würze und das Feuer, welches ihn so besonders macht. Sie nimmt ihm das miefige und nostalgische, was vielen solcher älteren Komödien anhängt. Man mag sie einfach und Katharine Hepburn tut ihres dazu, diese Figur vollends ins Herz zu schließen.
        Andererseits: Zeit für große Gefühle wäre in diesem Film eh kaum noch vorhanden. Selten passte das Wort Rasant besser. Es gibt keine Pause in "Bringing Up Baby". Non-Stop wird hier geredet, gerannt, gefuchtelt, getan und gemacht. Das mag einigen übel aufstossen, mir gefiel es aber doch sehr. Vorallem weil es hier kaum blöde Kalauer gibt. Natürlich zünden nicht alle der gefühlten 1000 Gags, aber es wird nie billig und vorallem: Überraschenderweise ist das Ganze auch nie harmlos. Klar, hier werden keine Hangover-Fick-Zoten gerissen...aber es sind einige herrlich fiese und staubtrockene Sprüche dabei.
        Kein Film, der die Welt aus den Angeln hebt, aber wem gerade nach einer Komödie der Sinn steht, der macht mit "Bringing Up Baby" garantiert nichts falsch. Und da stört auch nicht mehr im geringsten, wenn die Liebe in den Schlussminuten doch noch zum Zuge kommt.

        20
        • 7 .5
          littledrummerboy01 14.01.2013, 14:23

          Ziemlich witzig, wenn auch auf eine aus heutiger Sicht recht - harmlose Weise. Schönes Kleinod, das leider ab und an dermaßen hektisch wird, dass das Timing nicht mehr ganz passt. Aber trotzdem, allein wegen den beiden großartigen Hauptdarstellern schon sehr sehenswert.

          • 8 .5
            zmpfl 26.12.2012, 11:17

            Der Screwballcomedy Referenzfilm.

            1
            • 6
              kronenhummer 25.12.2012, 19:33

              Ohne ein großer Fan von Screwball-Komödien zu sein, hat auch der Genre-Klassiker „Leoparden küsst man nicht“ (ob nun mit Leopard oder Jaguar) bei mir einen schweren Stand. Dialoge, Charaktere und Witze sind daher zweifelsfrei stimmig umgesetzt. Nicht logisch und mitunter mehr als absurd, zündet dabei manches wirklich großartig, manches jedoch auch unabhängig vom historischen Kontext einfach nur albern. Auch Katharine Hepburn als äußerst chaotische Hauptdarstellerin nervt dabei phasenweise leider mehr als dieses Chaos den Humor trägt.
              Alles in allem ist „Bringing Up Baby“ ein Klassiker, der sicherlich vieles nachfolgende geprägt hat, aber mich mitunter auch mehr genervt als amüsiert hat.

              2
              • 6
                KilianPai 19.12.2012, 23:05

                Tolle Schauspieler und in Sachen Gag-Dichte und Situationskomik wahrscheinlich revolutionär. War "Leoparden küsst man nicht" zu seiner Zeit noch herausragend und Eigenständig, kam er mir angesichts des Überflusses an Komodien dieser oder zumindest einer ähnlichen Art die sich inzwischen angehäuft haben eher durchschnittlich vor. Der Film ist wirklich sehr unterhaltsam, lässt man aber den Filmhistorischen Aspekt weg, reicht es bei mir nur für ein "ganz gut".

                1
                • 7 .5
                  uncut123 18.12.2012, 06:48

                  situation und dialog witz vom feinsten...recht angenehmer film

                  • 8
                    derblonde 15.12.2012, 16:56

                    Herrliche Komödie, die speziell in der zweiten Hälfte dem Zuschauer die Lachtränen in die Augen treibt. Katherine Hepburn mit ihrer frechen Schnauze, der immer souveräne Cary Grant und dieser Gärtner oder was mit der genialen Synchrostimme tragen den Film alleine schon.

                    • 4
                      geschmacksache 13.12.2012, 15:31

                      Wer nicht den Humor der 30er und 40er mag, sollte die Finger davon lassen. Wahrscheinlich konnte ich dem Film nichts abgewinnen, da ich einfach dafür zu jung bin.

                      • 7 .5
                        Mr. Pink 11.12.2012, 15:46

                        Herrlicher Screwball-Spaß, der einen ganzen Schwall witziger, gut pointierter Dialoge bietet und mit Cary Grant und Katharine Hepburn, die hervorragend miteinander harmonieren ein einmaliges, gar entzückendes Hauptdarsteller-Pärchen auffährt. Und auch wenn einem ihre Figuren vielleicht ab und an ein klein wenig auf die Nerven gehen, ist dieser richtig schön durchgeknallte, eindeutig zweideutige und, was die Darstellung der Geschlechterrollen angeht, für seine Zeit überraschend fortschrittliche Film einfach hinreißend unterhaltsam.

                        7
                        • 7
                          ash-williams 11.12.2012, 07:47

                          Ein durchaus charmanter Film, für Freunde von schnellen Dialoge! Die Story ist natürlich weit hergeholt, aber das ist doch nicht ungewöhnlich für Screwball Komödien :)

                          1
                          • 5 .5
                            AlexDeLarge 15.10.2012, 14:17

                            Also hier ergibt keine einzige Plotwendung auch nur im Ansatz Sinn und ausnahmslos jeder Charakter agiert wie ein absoluter Volltrottel. Daraus entstehen zwar ein paar Lacher, aber kein guter Flow im Film. Die Dynamik ist also nur vorgetäuscht und daher wenig mitreissend. Ich bin nicht die Bohne verwundert, dass der an der Kasse gefloppt ist. Das Duo Grant-Hepburn ist zwar spassig anzusehen, aber die Schrillheit dieser Frauenfigur und diese völlig übertriebene Überdrehtheit über die Gesamtlänge nur schwer auszuhalten. Filmhistorisch natürlich schon ein Muss ihn gesehen zu haben. Nicht verkatert schauen.

                            • 10
                              Hooded Justice 30.09.2012, 19:46

                              “There is a leopard on your roof and it's my leopard and I have to get it and to get it I have to sing.”
                              Howard Hawks jongliert mit Geschlechterrollen, einem Dinosaurierskelett und einem oder zwei Leoparden. Wie Hawks uns mit einer Umkehrung der Rollenkonstellation Mann-Frau durch die Vernichtung des typischen Bildes der Manneskraft anhand eines tapsigen Cary Grants, der seine Männlichkeit letzten Endes verzweifelnd und vollständig zu verlieren droht, indem er uns in plüschigem Damenfummel vorgeführt wird, gegenüber einer beherrschenden Katharine Hepburn ein völlig kurioses Spiel der Komik aufführt, ist sagenhaft. Ein schlagfertiger Wortwitz folgt dem nächsten, während der schräge Aufprall zweier lieblicher Gegenpole immer kauziger wird, und Hawks uns am Ende dennoch gefällig bekennt, dass das Chaos manchmal in der Tat zur unerwarteten Bestimmung führt. Eine der besten Komödien aller Zeiten.

                              15
                              • 8
                                BaltiCineManiac 26.07.2012, 22:34

                                Also der Jaguar spielt den Leoparden wirklich ganz hervorragend. Dass das noch niemandem aufgefallen ist?! Selbst Charlton Heston war nicht so gut, als er in „Planet der Affen“ eine andere Spezies verkörperte und einen Menschen spielte. Um bei letztgenanntem Geschöpf zu bleiben: Jeder Mensch mit halbwegs zoologisch geschultem Blick sieht doch sofort, dass es sich bei der Großkatze in diesem Screwball-Klassiker nicht um einen Leopard, sondern um einen Jaguar handelt. Und obwohl im Film auch noch explizit erwähnt wird, dass die gute Tante Elizabeth ihr etwas überdimensioniertes Kuscheltier für den Hausgebrauch aus Brasilien per FedEx-Eilzustellung geliefert bekam, eben jenem kontinentalen Gefilde, wo sich ein Jaguar für normal rumzutreiben pflegt, und das auch noch sehr deutlich durch einen von Mr. Plattentektonik recht großzügig angelegten Teich namens Atlantik vom Jagdrevier eines Leoparden getrennt ist, wird selbst im O-Ton immer wieder das verwerfliche L-Wort in den Mund genommen. Wer jetzt also dachte, dass dieser Fehler erst durch die deutsche Synchronmafia oder durch die deutschen Titelentwurfbots erzeugt wurde, der irrt gewaltig.

                                Vielmehr betreibt RKO hier eine verschwörerische Zuschauerverarsche in ganz großem Stil, deren eigentliche Intention und Ausmaße sich dem ordinären Filmkonsument nur langsam bis gar nicht erschließen werden. Um den riesigen Logikkrater im Drehbuch zu übertünchen, engagierte das gewiefte Studio mit dem Sendemast einen begabten Regisseur sowie ein talentiertes Darstellerpaar, das durch irgendein aufputschendes Zeug in den Dauerredemodus versetzt wurde, um mit seinen Stakkato-Dialogsalven die Lachmuskeln der Kinobesucher in Verzückung zu versetzen. Obwohl der Film zunächst floppte, kann dieses Ablenkungsmanöver auf lange Sicht als vollends gelungen betrachtet werden. Da jedoch zu eben jener Zeit andere Studios durch das perfide Verhalten von RKO öffentlichen Schaden für sich selbst fürchteten, setzten sie alles daran, sich seriös zu geben. So verpflichteten z.B. Metro-Goldwyn-Mayer für ihr Filmlogo einen Löwen, der ihnen vertraglich zusichern musste, sich während der Sequenz durch arttypische Lautäußerungen auch als solcher zu erkennen zu geben. In diesem Sinne, auf sie mit Gebrüll und nicht vergessen, Leoparden küsst man nicht, wenn schon ein Jaguar zum Knutschen bereitsteht.

                                18
                                • 5
                                  marty-f 05.07.2012, 17:00

                                  Ich mag ja Cary Grant, allerdings nicht so sehr, dass er diesen mittelmäßigen Film hätte aufwerten können, was aber nicht an ihm lag, sondern an Katharine Hepburn, besser gesagt ihrem Filmcharakter. Den fand ich über den ganzen Film einfach so schrecklich und nervig, dass ich mir die ganze Zeit gewünscht habe, dass es nicht zum obligatorischen Happy End kommt, sondern der titelgebende Leopard über sie herfällt. Ach ja, gelacht hab ich auch ... manchmal. Hab zwar schon schlechteres gesehen, aber auch schon sehr viel besseres, noch dazu ein kleiner Bewertungsbonus, wegen der netten Titelmelodie und weil ich ältere Filme grundsätzlich mag (würde man mir heutzutage so einen Film präsentieren, wäre ich nicht so gnädig) und schon haben wir 'ne Bewertung, bei der keiner meckern braucht.

                                  1
                                  • 8
                                    based_god 30.06.2012, 12:08

                                    Einfach ein toller Film - "Lachen non stop" ist vorprogrammiert.

                                    Huxley lernt die leicht verrückte Susan kennen, welche sich nicht mehr von ihm abwendet und mit ihm vom einen Desaster ins nächste schlittert. Huxley selbst möchte eigentlich seine Berufskollegin heiraten, doch irgendwie scheint dies immer weniger realistisch, da Susan die Probleme anzuziehen scheint.

                                    Ich habe selten so gelacht. Die Schauspieler wirken charmant und selbiges könnte man über die Witze sagen. Harmlos aber extrem lustig.

                                    Der Film scheint durch sein Alter nichts verloren zu haben und manifestiert seinen Platz als eine der besten Komödien überhaupt.

                                    6
                                    • 8 .5
                                      Audreyfan 04.06.2012, 15:55

                                      Mein erster Film mit Katharine Hepburn :)
                                      Und was für ein Film!
                                      Eine Komödie, wie man sie heute nicht mehr erlebt.
                                      Katharine Hepburn spielt die charmante Frau, der man alles verzeiht und Cary Grant spielt den leicht schusseligen Mann, der ihr alles verzeiht.
                                      Ein humorvoller Dialog jagt den anderen, obwohl...nein, der ganze Film ist ein humorvoller Dialog. "Leoparden küsst man nicht" lebt nämlich hauptsächliche von seinen spritzigen, lustigen Dialogen, wirkt dabei aber nie bemüht.
                                      Ich wage mal zu behaupten, dass dieser Film einer der besten seines Genres ist. Davon können sich die heutigen Komödien eine gaaaaanz große Scheibe abschneiden.
                                      "Geh weg"
                                      "Ooh nein, ich war zuerst hier!"
                                      "Dann geh ich eben weg"

                                      6
                                      • 10
                                        aberaber 11.02.2012, 12:59

                                        Witzig, absurd und liebenswert. Für mich einer der Klassiker der Screwball-Comedy.

                                        • 8
                                          hoffman587 10.01.2012, 15:31

                                          Bringing Up Baby

                                          "Leoparden küsst man nicht" oder wie Howard Hawks fast sein Schicksal besiegelte und so fast das Ende seiner Karriere einläutete. Dies mag zwar für einige Filmfans unvorstellbar sein, doch ist es wahr. Heute als Meilenstein der Screwbalkomödien gefeiert, so früher doch arg verkannt und somit ein absoluter Flop, Katherine Hepburn zudem zunächst als Kassengift abgestempelt und die Kooperation zwischen Hawks und RKO zerschlagen, der Grund ist schnell festgestellt: Hawks Film "Leoparden küsst man nicht" aus dem Jahre 1938 war wohl seiner Zeit weit vorraus, zu modern so gesagt.

                                          Die Story typisch schwungvoll, einfach gehalten, für damalige Zeiten aber doch irgendwie erfrischend, mit einfallsreichen und bezaubernden Elementen verziert, so wie auch mit sexuellen Untertönen, nie ausgesprochen, aber stets präsent: David Huxley, ein fast schon besessener Wissenschaftler, in seine Arbeit als Paläontologe förmlich verliebt bzw. vertieft und natürlich so auch recht weltfremd. Er dabei seinen Lebenstraum zu verwirklichen: Die Rekonstruktion eines Brontosaurierskeletts, was würde er dafür nicht alles tun? Fehlen tut nur noch ein Knochen. Doch dann tritt die energische wie auch ungewohnt entschlossene bzw. hübsche Millionärserbin Susan in sein Leben und schlagartig scheint es verändert, denn mit ihr kommt Schwung ins Haus und so auch Chaos und absurde Situation...

                                          Chaos-Paar wider Willen, ideal besetzt. So darf Cary Grant gegen sein Image aufspielen, so gesagt eine Anti-Grant-Rolle als weltfremder und neurotischer David Huxley, aber ein lieber Kerl. Grant ungewöhnlich, aber nicht minder grandios, etwas übermütig-spießig-nervös dennoch mit viel Liebe und Spaß am Spiel dabei, trotz steifer Haltung und als Gegenpart dient da die großartige Katherine Hepburn, deren Rolle wie erwähnt das exakte Gegenstück von Grants Figur darstellt. Hepburn als Susan Vance absolut resolut und beherzt bzw. tatkräftig dabei, wenn auch manipulativ gegenüber David, eine starke und dominierende Frau, auch hier sehr wegweisend für spätere Zeiten, dies wird natürlich auch besonders deutlich durch Hepburns bestimmte Darstellung. Zusammen bilden beide wohl das Maß aller Dinge für Chaos-Paare, gegensätzlich wo es nur geht und das macht ihr Zusammenspiel gerade so harmonisch und amüsant. Doch wie man weiß: Gegensätze ziehen sich an. Aber auch in Nebenrollen exquisit besetzt mit May Robson als Tante Elizabeth oder Charles Ruggles als Großwildjäger Applegate, der wiederum versucht dieser zu imponieren, das mit den skurrilsten Methoden bzw. wie würde man das Nachahmen von Leoparden- bzw. Tierrufen hierbei wohl kennzeichnen...ich wäre mir dabei nicht allzu sicher.

                                          Schwungvoll auch Hawks Regie, ein Gag auf den nächsten, und ohne irgendwelche Haltepausen, Hawks läuft auf dem Regiestuhl (wie möglich? Eigentlich gar nicht) zur Höchstform auf, und verfehlte zu seiner Zeit wohl das Ziel, doch so wirkt "Leoparden küsst man nicht" doch heute noch so unglaublich temopreich und lustvoll, und sehr humorvoll, wenn auch teilweise etwas zu überdreht, doch auch das hat Charme und macht das Werk in zeitlicher Hinsicht irgendwie fast einzigartig. Und sogar sexuelle Anspielungen und Gelüste werden nicht gemieden, nur versucht zu verdrängen (dies dennoch nur von David), denn Hawks scheut weder dies noch eine eindeutige Zweideutigkeit (welch Wortwahl) in seinen Film, dies aber doch diskret. Dem flottt angelegten Inszenierungsstil kommt zudem noch zu Gute: Das erstklassige Drehbuch mit liebevoll gestalteten und wunderbaren Figuren, teilweise schräg und skurril gezeichnet, oder auch exzellenten und spritzigen Dialogen angereichert, die sich nicht nur perfekt eingliedern, sondern auch denn komödiantischen Teil des Ganzen noch verstärken (so empfand ich es jedenfalls), somit vergoldet mit tollem Dialogwitz. Verdreht werden verschiedene Konventionen, Klischeebilder, sodass mal die Frau dominiert und der Mann doch hilflos scheint, geschickt eingefädelt. Vertauschte Weltbilder von Mann und Frau. Außerdem noch technisch schick gefilmt.

                                          Zum Schluss bleibt mir dann nur noch zu sagen, dass "Leoparden küsst man nicht" doch ein wegweisender wie auch temporeicher bzw. sehr unterhaltsamer Klassiker der Screwballkomödien, mit dem chaotischen Traumduo Hepburn und Grant ist. Wie gesagt seiner Zeit weit vorraus und gerade deshalb heute noch ausgezeichnet zu genießen und so nunmal eine echte Freude, dabei unheimlich amüsant, wenn auch etwas überdreht und sprunghaft, aber auch das hat seinen Charme.

                                          31
                                          • 3
                                            Pyro 91 18.12.2011, 00:48

                                            Diese Screwball-Komödie aus den 30-ern hat mich wirklich fertig gemacht. Die ersten 15 Minuten waren eine einzige Geduldsprobe und wenn ich nicht die goldene Regel hätte, jeden Film -so schlecht er auch sein mag- zu Ende zu sehen, dann hätte ich hier bereits abgedreht.

                                            Zuerst hätten wir Katharine Hepburn in ihrer wohl nervigsten Rolle. Sie redet ohne Punkte und Komma, sabotiert das Leben anderer und nutzt alle nur zu ihren Zweck aus. Ein wirklicher abstoßender Charakter, den selbst die bezaubernde Hepburn nicht schmackhaft machen kann. Sie und Cary Grant sind ohnehin nur wie Cartoon-Figuren gezeichnet und bieten bis auf ihre äußerst debile Art keinerlei Substanz.
                                            Ich habe nichts gegen Charaktere, die durch negatives Verhalten auffallen, aber so wie ich es sehe, sollen wir uns für die beiden erwärmen und hoffen dass sie am Ende zusammenkommen. Ich dachte nur: "Renn David, RENN!!!!!

                                            Nach Ende des Films musste ich erst unterscheiden, ob ich Susan Charakter so nervig fand, weil sie ihre ganze Umwelt auf witzige Weise belästigt oder weil sie wirklich nicht lustig ist und den Film nach unten zieht. Nun ersteres ist völlig in Ordnung, denn so überträgt sich die Frustration des Umfelds auf den Zuschauer und man ist mit an Bord für diesen Wahnsinn.
                                            Bei mir war es allerdings Letzeres, denn ich finde , dass die Szenen mit ihr kein bisschen witzig sind. Non-Stop-Geplapper, dass auf die selbe Gegenwehr trifft, bis zu dem Punkt wo man kein Wort mehr versteht.

                                            Nun, Cary Grants Charakter funktioniert im Film am besten, wenn er resigniert dasitzt und ihn "nichts mehr schocken kann". In diesen Szenen kann man als Zuschauer mit ihm sympathisieren, weil man selbst nur noch ergeben vor dem Fernseher sitzt. Bis auf diese Glanzmomente ist auch seine Figur nur am hyperventilieren und erzeugt mit Susans Dauergequassel einen unglaublichen Schwall aus purem Lärm, der mit der Zeit unerträglich wird. Anders als seine Rolle in "Arsen und Spitzenhäubchen" ist seine quirlige Art hier deutlich zu dick aufgetragen und er hätte als "normaler" Charakter die Stimme der Vernuft sein sollen. Zwei Leute, die sich permanent anplappern, ergeben auf Dauer keine gute Chemie und erschöpfen den Zuschauer.

                                            Nichtsdestrotrotz gibt es auch einige Szenen, die isoliert vom Geschrei sehr witzig sind wie z.B. David jagt den Hund auf den Knien hinterher, der betrunkene Angestellte, David im Kleid, Susan Entkommen aus dem Verhör (der einzige Moment, den ich richtig gelungen fand) und das Ende mit dem beiden Tigern.

                                            Fazit: Ich schätze mich wirklich als toleranten Menschen ein, der offen für Filme jeder Art und Charakteren, die unterschiedlich nicht sein könnten, ist, jedoch war "Bringing up Baby" eine einzige Geduldsprobe für mich. Ich schätze es, wenn Filme viele unterschiedliche Emotionen in mir auslösen und ich danach überlegen muss, warum mich bestimmte Sachen so ansprechen und andere kalt lassen. In diesem Fall war ich nur genervt und ich müsste wirklich scharf nachdenken um einem Film zu finden, der mich dermaßen angestrengt hat. Zwar hab ich mich bei den "Transformers"-Filmen und den "PotC"-Sequels beinahe zu Tode gelangweilt, aber richtig genervt war ich nicht. Eigentlich müsste ich "Bringing up Baby" dankbar sein, denn auch er hat meinen cineastischen Horizont erweitert und mir gezeigt, was eigentlich die Intention vom Regisseur von "Hostel" war:"Wie viel Schmerz erträgst du?".

                                            3
                                            • 7 .5
                                              Brotkind 22.10.2011, 23:14

                                              "Bringing Up Baby" ist eine unterhaltsame Screwball-Komödie mit tollen Dialogen und einem tollen Cary Grant.
                                              Von Anfang an regiert das Chaos, eine völlig durchgedrehte Katherine Hepburn bringt Cary Grant in die verrücktesten Situationen und dadurch zum Verzweifeln. Doch nicht nur für die männliche Hauptfigur ist der Film stressig, auch die Nerven des Zuschauers werden durch eine dauerplappernde Hepburn und vollkommen verrückte Szenen auf die Probe gestellt.
                                              Doch der Film ist vorallem eines, unglaublich witzig, und daher sehr sehenswert. Aber nichts für jeden Tag.

                                              4
                                              • 7 .5
                                                Flominator 22.10.2011, 13:46

                                                Der Film ist sehr lustig, aber stellenweise auch ein wenig stressig. Das Ende passt nicht.

                                                • 8
                                                  RoosterCogburn 16.10.2011, 08:03

                                                  Eigentlich müsste der Titel "Geparden küsst man nicht" heißen, denn bei dem gezeigten Raubtier handelt es sich nicht um einen Leoparden. Eine turbulente Handlung, einfallsreiche Verwicklungen, komische Szenen, witzige Dialoge und zwei Hauptdarsteller in bester Spiellaune sorgen auch noch heute bei diesem Evergreen für beste Unterhaltung. Da kann man sich spätere Neuverfilmungen des Stoffes (Who's That Girl? mit Madonna) getrost schenken. Howard Hawks Inszenierung und das Duo Hepburn/Grant ist einfach unwiderstehlich.

                                                  1
                                                  • 7 .5
                                                    filmfan90 19.03.2011, 16:06

                                                    In seiner im Jahr 1937 erschienenen Screwball comedy „Bringing Up Baby“ schildert Howard Hawks die Kollision zweier verschiedener Lebenseinstellungen anhand der Konfrontation eines biederen Wissenschaftlers mit einer leidenschaftlichen Lebefrau.
                                                    Der Paläontologe David Huxley, der sein Leben der Nachbildung eines Brontosaurus- Skeletts verpflichtet hat, lernt am Tag vor seiner Hochzeit auf dem Golfplatz die kesse Susan Vance kennen. Diese stellt innerhalb weniger Stunden das Leben des jungen Wissenschaftlers, das bislang in geordneten Bahnen verlaufen ist, auf den Kopf…
                                                    Angesichts des Alters dieses Films geht Hawks mit dem Thema „Sexualität“ ungewohnt frei um; die sexuellen Spannungen zwischen der selbstbewussten Susan und dem quirligen Wissenschaftler David sind vielmehr sogar Hauptgegenstand dieser Komödie: so denke man beispielsweise an die eindeutige Pose, die David einzunehmen gezwungen ist, um Susan, deren Kleid zerrissen ist, vor den Blicken der Restaurant- Gäste zu schützen.
                                                    Dies spiegelt sich auch in den pointierten, doppeldeutigen Dialogen wider, die einen Höhepunkt der amerikanischen Screwball- Komödie der 1930er Jahre markieren.
                                                    Die Gegensätze zwischen der sinnlichen Susan und dem nervösen David finden in den ständigen Verwechslungen zwischen dem zahmen und dem wilden Leoparden ein Äquivalent, wodurch „Bringing Up Baby“ eine angenehme Exzentrik, die die Individualität dieses Films bestimmt, entwickelt.
                                                    Hawks Klassiker vermittelt zudem ein modernes Frauenbild, da alleine Susan, die den Typus der emanzipierten, selbstbestimmten Frau verkörpert, den Handlungsverlauf vorantreibt, indem sie Davids Unbeholfenheit und Gutgläubigkeit dazu ausnutzt, ihn zu verführen und zu ihren Zwecken zu manipulieren.
                                                    Ein weiteres Charakteristikum, das den Status von „Bringing Up Baby“ als eine der gelungensten Komödien der Filmgeschichte rechtfertigt, sind die zahlreichen verschrobenen, jedoch überaus sympathischen Nebencharaktere: unter anderem ein opportunistischer Sheriff, ein Großwildjäger, der Susans Tante betören will, indem er die Brunftrufe eines Leoparden imitiert, oder ein meist betrunkener Stallbursche.
                                                    In der Blütezeit des US- amerikanischen Vorkriegskinos gelang Howard Hawks mit „Bringing Up Baby“ ein Referenzfilm, dessen enormer Einfluss auf die Entwicklung der Filmkomödie auf den geschliffenen Wortwitz, die fortschrittliche Vertauschung männlicher/ weiblicher Rollenmodelle und den offenherzigen, jedoch diskreten Umgang mit gesellschaftlichen Tabu- Themen zurückzuführen ist.

                                                    14