Kleiner Soldat

Lille Soldat (2008), DK
Laufzeit 100 Minuten, Drama

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6.7 Kritiker
2 Bewertungen
Skala 0 bis 10
6.7 Community
13 Bewertungen
5 Kommentare
Kleiner Soldat - Bild 1819859
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noch nicht bewertet

von Annette K. Olesen, mit Lorna Brown und Finn Nielsen

Lotte war Soldatin und ist erst vor kurzem aus dem Krieg heimgekehrt. Sie trinkt und ihre Wohnung ist völlig verwahrlost. Da bietet ihr Vater ihr einen Job an. Wie sich herausstellt, verdient er seinen Lebensunterhalt mit afrikanischen Prostituierten. Und die soll Lotte nun in der Stadt herumfahren.


Cast & Crew


Kritiken (1) — Film: Kleiner Soldat

Der Redaktör: kino-zeit.de Der Redaktör: kino-zeit.de

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6.0Ganz gut

In Lille soldat / Little Soldier kommt einiges zusammen, was in manchen Momenten gut und gerne für drei oder vier unterschiedliche Filme ausgereicht hätte: Es geht um das Trauma des Krieges, um kaputte Familienstrukturen, darum, wie man mit der Erkenntnis umgeht, dass der eigene Vater ein fieser Menschenhändler und Zuhälter ist, es geht um verpfuschte Leben, um Freundschaft und Verrat und um die Vergeblichkeit, an anderen das richten zu wollen, wobei man bei sich selbst versagt hat. Das Erstaunliche ist dabei in diesem Fall nur, dass Anette K. Olesens Drama unter dieser Last eben nicht zusammenbricht, sondern bis zum Ende leidlich funktioniert. Was vor allem an Trine Dyrholm liegt und an den teilweise sehr schwelgerischen und dann im nächsten Moment wieder realistisch-drastischen Bildern von plötzlichen Gewaltausbrüchen, die im zurückhaltenden und sichtlich unterkühlten Ton der Erzählung umso mehr hervorstechen. Kein überragender Film, dank sehenswerter Darstellerleistungen aber auch kein Ausfall.

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Kommentare (4) — Film: Kleiner Soldat

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MartinWieandt

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Bewertung6.5Ganz gut

A moving film, that would be gripping if it wasn’t all so subdued. Lotte has volunteered for Iraq war, when she comes back she is an alcoholic and gets help from her father, who is a pimp. She befriends her father’s Nigerian “wife”, but there is something rotten in the state of Denmark. A good film, but with no commercial prospect in German theatres.

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Samira

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Bewertung6.0Ganz gut

Ein ruhiger Film mit sehr guten Schauspielern. Leider thematisiert Annette Olesen zu viele Probleme auf einmal. Es wäre schön gewesen, wenn der Zuschauer mehr von der Hauptfigur erfahren hätte.

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Kubrick_obscura

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Bewertung5.0Geht so

Ein sehr dänischer Film und ich mag dänische Filme, wenn auch diesen nicht. Lille Soldat verhandelt viele Themen, lässt aber gerade das interessanteste außen vor. Die politische Seite des Films, der Irak-Krieg und die Erlebnisse der Protagonisten bleiben im Dunkeln. Olesen nutzt sie als Schatten, die in die Gegenwart hineinragen.
Lotte, wunderbar gespielt von Trine Dyrholm, muss sich immer wieder neu positionieren in einer Welt, die sie schon längst vergessen hat. Olesen arbeitet dann aber mit bekannten Mustern. Lotte ist natürlich Alkoholikerin, gewalttätig und verschlossen. Dass sie dann auch noch Fahrerin für Prostituierte wird, ist dann die letzte Anspielung an Scorseses "Taxi Driver". Der Film braucht lange um wirklich in Gang zu kommen. Erst mit der aufkeimenden Beziehung zwischen Lotte und Lily kommt Spannung auf. Der Alltag der Prostitution ist nicht wirklich neu und auch Lottes Vater ist zu positiv gezeichnet um den Menschenhandel im Film wirklich bedrohlich werden zu lassen. Da hat die Realität leider immer noch die Nase weit vorn.
Zum Ende hin wird der Film natürlich spannender, wenn Lotte sich ein letztes Mal aufbäumt, um zwar nicht ihr eigenes, aber das Leben eines anderen zu retten. Da wird der Film sogar kurzzeitig zum echten Gangster-Film.
Am Ende bleibt zu sagen: Zu viel Genre, zu wenig Drama. Olesen arbeitet auf ausgetretenen Wegen und lässt zu oft die Figuren aus den Augen.

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davidpm

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Viele Themen werden in diesem Film vereint, eine verkorkste Vater-Tochter-Beziehung - der Vater ist Zuhälter, die Tochter Rückkehrerin aus dem Krieg - dementsprechend geht es auch um ihr Kriegstrauma und um Prostitution und Menschenhandel. Eine Menge Stoff, und trotzdem funktioniert der Film, weil er sich im wesentlichen auf die zwischenmenschlichen Beziehungen konzentriert. Da ist Lily, die Frau des Vaters, die aus Afrika gekommen ist, um als Prostituierte Geld für ihre Tochter zu verdienen. Die Beziehung der beiden Frauen macht den Film aus und trotz sehr unterschiedlicher Lebenshintergründe verbinden die traumatischen Erlebnisse. Diese werden zum Glück nicht auserzählt und lassen den Film sehr gelungen über Auswirkungen globaler Gesellschaftsprobleme auch in Europa erzählen.

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