Little Children

Little Children (2006), US Laufzeit 136 Minuten, FSK 16, Drama, Kinostart 26.04.2007


Diesen Film bewerten
Bewertung löschen
7.9
Kritiker
35 Bewertungen
Skala 0 bis 10
7.4
Community
3156 Bewertungen
78 Kommentare
admin image admin trailer admin edit edit group memberships sweep cache Moviemaster:Movie

von Todd Field, mit Kate Winslet und Patrick Wilson

Sarah (Kate Winslet) hasst es auf dem Spielplatz zu sitzen. Dort, wo die anderen Mütter tratschen und ihr das Gefühl geben, keine gute Mutter zu sein. Zum Beispiel, wenn sie einmal wieder vergessen hat, einen Snack für ihre kleine Tochter Lucy einzupacken. Einziges Highlight der Desperate Housewives scheint der von ihnen titulierte Prom-King zu sein, der mit seinem Sohn Aaron ab und an auftaucht. Als Sarah mit dem schönen Brad (Patrick Wilson) ins Gespräch kommt, werden beide umgehend von einer sexuellen Anziehungskraft aneinander gefesselt.

Hintergrund & Infos zu Little Children
Kate Winslet, Jennifer Connelly und Patrick Wilson spielen die Hauptrollen in Little Children, dem jüngsten Werk des Filmemachers Todd Field. Der Film basiert auf dem gleichnamigen Roman von Tom Perrotta und handelt von einer Handvoll Menschen, deren Leben sich auf den Spielplätzen, Schwimmbädern und Straßen ihrer kleinen Gemeinde auf überraschende und möglicherweise gefährliche Art kreuzen.

Little Children war 2007 für drei Oscars nominiert (Kate Winslet als Beste Darstellerin, Jackie Earle Haley als Bester Nebendarsteller und Todd Field sowie Tom Perrotta für das Beste Drehbuch), konnte aber davon keinen einzigen gewinnen. Kate Winslet war darüberhinaus für einen Golden Globe, den BAFTA, vom Chicago Film Critics Circle sowie zahlreiche weitere lokale Festivalpreise nomniniert. Auch Jackie Earle Haley konnte sich neben dem Oscar über etliche Nominierungen freuen und wurde von der New York Film Critics Society, dem Oklahoma Film Critics Circle Awards und den Online Film Critics und weiteren Festivals wie dem San Francisco Film Critics Circle als Bester Nebendarsteller ausgezeichnet. Der Komponist Thomas Newman wurde darüber hinaus von der L.A. Film Critics Association für den Besten Soundtrack ausgezeichnet. (OMDB)

  • Little Children - Bild 6425449
  • Little Children - Bild 6425435
  • Little Children
  • Little Children

Mehr Bilder (22) und Videos (1) zu Little Children


Cast & Crew

Regie
Schauspieler
Drehbuch
Filmdetails Little Children
Genre
Ehedrama, Sozialdrama, Drama
Zeit
2000er Jahre, Gegenwart, Sommer
Ort
Boston, Kleinstadt, Vorstadt, Vorstadt-Idylle
Handlung
Affäre, American Football, Betrogene Ehefrau, Betrogener Ehemann, Bourgeoisie, Bürgerwehr, Ehe, Ehebruch, Ehefrau, Ehekrise, Ehemann, Ehemann-Ehefrau-Beziehung, Ehepaar, Ehestreit, Entlassung aus dem Gefängnis, Ex-Polizist, Familie, Familienkonflikte, Freibad, Hausfrau, Hausmann, Internet, Jura, Jurist, Kastration, Kinder, Kleinkind, Liebhaber, Mannschaft, Masturbation, Megaphon, Mutter, Mutter-Sohn-Beziehung, Mutter-Tochter-Beziehung, Mutterliebe, Mutterrolle, Männerfreundschaft, Paartherapie, Persönlichkeitsstörung, Pornographie, Prüfung, Psychopath, Pädophilie, Regisseur, Roman, Schaukel, Scheidung, Schwiegermutter, Skateboard, Spielplatz, Studium, Sturz, Treppensturz, Unfall, Untreue, Vater, Vater-Sohn-Beziehung, Vaterfigur, Verheirateter Liebhaber, Verlassen der Familie, Verlierertyp, Vernachlässigung in der Ehe, Vorstadt-Idylle
Stimmung
Ernst, Geistreich, Romantisch
Tag
Romanverfilmung
Verleiher
Warner Bros. Pictures Germany
Produktionsfirma
New Line Cinema

Kommentare (75) — Film: Little Children


Sortierung

Dady

Kommentar löschen
Bewertung7.5Sehenswert

Was für eine eindringliche und bewegende Story die mich sofort gepackt hat. Es geht um moderne Vorstädter die eigentlich mitten im Leben stehen aber trotzdem nicht so recht wissen wie es weiter gehen soll. Was auch daran liegt das die beiden Hauptakteure mit ihren Beziehungen unzufrieden sind und sich deshalb auf ein Abenteuer einlassen. Dieses Abenteuer besteht aus Sex und regelmäßige treffen im Freibad welche für die beiden Protagonisten fast schon normal erscheinen.
In dem Film geht es auch um einen Pädophilen der zurück ins nomale Leben will. Doch in dieser amerikanischen Vorzeige-Vorstadt ist das mehr als schwierig. Da er nur auf Hass und Gegenwehr trifft welche auf Dauer mehr Schaden anrichtet als gedacht.
Als Darsteller brillieren in Todd Field's Werk Kate Winslet, Patrick Wilson, Jennifer Connelly und der grandiose Jackie Earle Haley. Dieser Film funktioniert auch gerade wegen seiner starken Schauspieler welche zurecht für so viele Preise nominiert wurden. Also wer "Little Children" noch nicht gesehen hat sollte das dringend nachholen!

bedenklich? 9 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten

Couga[MH]

Kommentar löschen
Bewertung8.0Ausgezeichnet

Was ist das Streben nach den eigenen Wünschen oder gar Bedürfnissen wert?
Nicht wirklich Herr seiner eigenen Emotionen zu sein ist nicht infantil. LITTLE CHILDREN zeigt, dass man jedoch nicht aus den Augen verlieren darf, was für Kreise die eigenen Handlungen ziehen könnten. Denn mit Verantwortung nicht klarzukommen, kann man durchaus als infantil bezeichnen.

Passend zum Konflikt der Wünsche zeigt der Film auch, zu was die unterdrückte eigene Unzufriedenheit führen kann. Die Vorstädter schieben diese auf klischeehafte Bedrohungen und Feindbilder ab. Nicht nur ein unkluges Verhalten, sondern auch ein verantwortungloses und schadend.

Eine der größten Stärken des Films sind seine ambivalenten Charaktere, ohne diese der Film auch nicht funktionieren würde. LITTLE CHILDREN ist zwar bestimmt kein Stimmungsmacher und eher trocken inszeniert, aber gerade durch diese Inszenierung und Ironie kreiert der Film auch seine toll funktionierenden lustigen, satirischen Momente.
Auch der grandiose Cast erfüllt seine schwere Aufgabe, die Ambivalenz der Charaktere darzustellen beeindruckend gut.
Drama das hängen bleibt.

bedenklich? 6 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir 2 Antworten

Solveig

Antwort löschen

Sehr schöner Kommentar!
Habe mir den Film auch aufgenommen und bin schon gespannt.


Couga[MH]

Antwort löschen

Danke. (:
Wie gesagt, zumindest hängen bleiben wird es auf jeden Fall denke ich.


Showgod

Kommentar löschen
Bewertung10.0Lieblingsfilm

Sehr gutes, stark besetztes Drama. ''American Beauty'' mit tiefen Abgründen. Mir gefällts!

bedenklich? Kommentar gefällt mir Antworten

FilmAnhaenger

Kommentar löschen
Bewertung7.0Sehenswert

Für die Länge des Filmes werden die Charaktere nicht so gut ausgearbeitet und glaubwürdig dargestellt wie ich es mir erhofft habe. Auch das Ende, das ja die Moral enthält, kommt etwas abrupt. Vielleicht ein kleiner Spoiler: Der Grund dass es am Ende nicht so kommt wie eventuell gedacht ist dann etwas unglaubwürdig, auch wenn es seinen Zweck erfüllt. Dennoch sehenswert, aber es gibt bessere Streifen in dieser Richtung.

bedenklich? 1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten

HimmelHoch

Kommentar löschen
Bewertung8.0Ausgezeichnet

„When I read it in grad school, Madam Bovary just seemed like a fool. She marries the wrong man; makes one foolish mistake after another; but when I read it this time, I just fell in love with her. She's trapped! She has a choice: she can either accept a life of misery or she can struggle against it. And she chooses to struggle.“

„Little Children“ ist ein stilles, zynisches, packendes und doch recht verstörendes Drama. Todd Field kreiert einen Film, der durch seine Geschichte fasziniert. Drei Haupthandlungsstränge werden mit ein paar kleineren Nebengeschichten geschickt verflochten. Da ist die unglückliche Hausfrau (Kate Winslet), eigentlich eine kluge Frau, mit einem Master in Literatur, die sich von Kind und gescheiterter (aber noch bestehender) Ehe nicht ausgefüllt fühlt. Da ist der junge Vater (Patrick Wilson), der „Prom-King“ und Held der Hausmutterfantasien, der trotz athletischem Körper und perfekter Nase in einem perfekten Gesicht nicht die Aufmerksamkeit und Zuwendung seiner ebenfalls körperlich perfekten Ehefrau (Jennifer Connelly) bekommt, die er gerne hätte. Und dann ist da noch der grade aus der Haft entlassende exhibitionistische Pädophile, der wieder bei Mutti eingezogen ist und eine widerliche Hetzjagd über sich ergehen lassen muss.

Die Geschichte zieht also durch Bostons wunderschöne Suburb, über Spielplätze mit deren Gäste, Schwimmbäder mit deren Kinder, Buchclubs mit deren Hausfrauen, die Footballplätze der Alt-Herren-Liga, Halfpipes und deren jungen, (und zu gedröhnten?) Skater, endet aber immer wieder bei diesen drei Charakteren. Manchmal kreuzen sich die Wege, manchmal nicht. Die Geschichte erzählt von zerplatzen Träumen, von verpassten Möglichkeiten, von Hoffnung und Verzweiflung. Die Geschichte erzählt von echten Menschen. Von Erwachsenen, von Kindern und von Erwachsenen, die noch Kinder sind.

Der Film, der bewegt. Er macht unruhig. Er zerrt immer wieder hin und her zwischen Abschreckung und Faszination, packt den Zuschauer und lässt ihn auf den Bildschirm starren und Kate Winslet bei ihrem unheimlich starken, bewegenden Schauspiel zugesehen. Was für eine starke Frau! Dann wieder überfordert er vollkommen, weil man nicht weiß, wie es sein kann, dass man Mitgefühl für einen Pädophilen entwickeln kann. (Ganz, ganz stark gespielt von Jackie Earle Haley). Dann wieder kann man etwas genervt sein von Patrick Wilson’s Brad Adamson, dem seine Perfektion noch nicht genug ist.

Die Komplexität dieses Werkes beeindruckt. Vielleicht ist doch nichts spannender als das echte Leben.

„I'm gonna be good now.”

bedenklich? 13 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir 5 Antworten

HimmelHoch

Antwort löschen

Danke! Zeiten des Aufruhrs fehlt mir noch. Ich bin nicht so der Leo Fan, deswegen hab ich um den Film immer mal wieder einen Bogen gemacht. Allerdings liebe ich American Beauty, also wäre er vielleicht doch mal einen Blick wert. Und den Fehler mache ich mal weg..danke für den Hinweis! ;)


FilmAnhaenger

Antwort löschen

Sehr gerne ;) Oh, ich bin großer Leo und Kate Winslet Fan, vielleicht bin ich da deshalb ein wenig voreingenommen, aber das Thema des Films und wie es umgesetzt ist ist echt top, also lohnt sich so oder so zu sehen. Bin mal auf deine Meinung dazu gespannt.


THE_DREAM

Kommentar löschen
Bewertung7.5Sehenswert

Komplexe Beziehungsgeflechte wie in "Magnolia", "LA Crash" oder "360" bringen Konflikte und Möglichkeiten hervor, die Dank der meisterhaften Schauspieler und der genauen Beobachtungsgabe von Regie und Kamera wertvolle und tiefe Einblicke ermöglichen, auch wenn nicht jede der Entwicklungen ganz verständlich bleibt. Wer also mit den genannten Filmen etwas anfangen kann, findet hier ein mindestens gleichwertiges Exemplar - mit den bekannten Vor- und Nachteilen.

bedenklich? Kommentar gefällt mir Antworten

kati.bre

Kommentar löschen
Bewertung4.0Uninteressant

Puhhhh kaum zu glauben das man einen Film so in die Länge ziehen kann.Kate!wie könntest Du nur?Story war ja eigentlich nicht übel aber dermaßen ausgelatscht bis ins gefühlte aller aller allerletzte Detail.Etwas weniger hier und etwas mehr da wäre definitiv besser angekommen.

bedenklich? Kommentar gefällt mir Antworten

natedb

Kommentar löschen
Bewertung9.0Herausragend

Ganz großes Schauspieldrama über vergessene Träume, Hoffnungen, heimliches Begehren, Sehnsüchte und die mögliche Ausflucht aus der Monotonie und Gegenstandslosigkeit des Alltags. Dieses Meisterwerk zehrt von einem kongenialen Drehbuch, welches Themen aufgreift und Charaktere schafft, mit denen sich jedermann identifizieren kann und ebendiese mithilfe einer formvollendeten Inszenierung und einem großartigen Ensemble miteinander verknüpft, wobei besonders der großartige Patrick Wilson und die nicht weniger überragende Kate Winslet hervorstechen. Die Protagonisten kämpfen für sich selbst gegen gesellschaftliche Zwänge, Konventionen, die ihnen aufgebürdet wurden und die ihnen die Luft zum Atmen nehmen, versuchen diese zu brechen und scheitern an sich selbst. "Little Children" ist intensiv, in emotionaler Hinsicht beinahe klaustrophobisch und eine deprimierende, aber absolut wahre Auseinandersetzung mit falschem Idyll, welcher einzig und allein durch menschliche Verunsicherung und Versagensangst intakt gehalten wird. Packend, aufwühlend - Fantastisch!

bedenklich? 26 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir 2 Antworten

SKURRIL

Antwort löschen

Super Film! Winslet ist herausragend!


natedb

Antwort löschen

Absolut! :)


brainchild

Kommentar löschen
Bewertung6.5Ganz gut

Den Wert eines Kunstwerkes sollte man ja in erster Linie am Kunstwerk selbst bemessen, nicht in dessen Relation zu anderen Kunstwerken, die eigentlich überhaupt nicht in Relation zu ihm stehen. Aber auf die Gefahr hin, in die Cineastenhölle zu kommen, muss ich einfach fragen: Welche Daseinsberechtigung hat 'Little Children', wenn Sam Mendes im Wesentlichen den gleichen Film bereits sieben Jahre zuvor unter dem Titel 'American Beauty' gedreht hatte?

Die Parallelen sind für mich teilweise einfach frappierend, ob im Allgemeinen das verlogene vermeintliche Vorstadtidyll oder im Speziellen die unterdrückte sexuelle Orientierung einer Person beziehungsweise die Verschiebung des Selbsthasses auf eine andere Person. Dazu erneut der Score von Thomas Newman. Nur fehlt hier nicht nur dessen Prägnanz aus 'American Beauty', sondern überhaupt der Biss, das Timing, die Konsequenz und die aufrichtige Sympathie meinerseits für die Charaktere – am nächsten käme da noch Jennifer Connellys schwach ausgearbeiteter und eher bedeutungsloser Charakter, was vom Regisseur aber definitiv nicht beabsichtigt war. Die Erzählung aus dem Off – in 'American Beauty' so zynisch wie relevant, wunderbar entlarvend – ist hier im Grunde unnötig.

Schlecht macht das alles den Film noch nicht. Er ist gut gespielt, gut inszeniert, inhaltlich ok, wenn auch nicht immer ganz nachvollziehbar und deutlich zu offensichtlich in seiner Intention. Originell oder kreativ ist er nicht.

Ach ja, falls jemand die Parallelen der beiden Filme nicht sehen kann oder will: Sam Mendes hat zwei Jahre später erneut den besseren 'Little Children' gedreht, diesmal unter dem Titel 'Zeiten des Aufruhrs'. Da spielt Kate Winslet übrigens die bessere Kate Winslet.

bedenklich? 2 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten

Mr. Pink

Kommentar löschen
Bewertung10.0Herausragend

"Little Children" ist ein fantastisches Drama von Todd Field, der hier zeigt, dass er nicht nur mit verbundenen Augen Klavier spielen kann, sondern auch als Regisseur einiges drauf hat. Am ehesten lässt sich der Film vielleicht mit Alan Balls Filmen "Towelhead" oder "American Beauty" vergleichen (wobei mir "Little Children" noch sehr viel mehr gefällt). Ein zynischer Blick ins wunderschöne Suburbia und die ironische Entlarvung der perfekten Vorstadtwelt, in der niemand ist, was er zu sein scheint und sich die heile Welt auf den zweiten Blick als ein Moloch von Lügen, Betrügereien, unterdrückter Wut und Enttäuschung, Schmerz und in Scherben liegender Träume entpuppt.

Der Titel des Films, denke ich, bezieht sich hier nicht nur auf die sexuellen Dränge des Pädophilen (zu dieser Figur gleich noch ein paar Zeilen mehr), sondern vor allem auf die Erwachsenen in dieser Geschichte, die sich allesamt wie kleine Kinder benehmen, egoistisch, nur auf sich selbst bedacht handeln und nie darauf achten, was mit den Menschen in ihrem Umfeld geschieht. Die selbst immer ganz oben und im Mittelpunkt stehen müssen, deren eigene Probleme immer die wichtigsten und deren Ansichten immer die einzig richtigen sind. Ist dieses Verhalten bei wirklichen Kindern, die ja noch im Lernprozess sind, noch nachzuvollziehen, sollten diese Menschen es eigentlich bereits besser wissen. Aber jede rasche Entscheidung bringt hier Unglück und Verderben, nicht nur für die unmittelbar Beteiligten, sondern für alle Mitmenschen

So zu sehen etwa am Beispiel von Ronnie, dem kürzlich aus dem Gefängnis entlassenen Pädophilen, der in der Nachbarschaft geächtet, verachtet, gehasst wird, obwohl er bisher Kindern noch nicht einmal direkten Schaden zugefügt, sie nicht berührt, verletzt oder missbraucht, sondern sich 'nur' entblößt hat. Es wird eine regelrechte Hexenjagd auf ihn veranstaltet, von verteilten Flugblättern, um die Mitbürger gegen ihn aufzuhetzen bis hin zu Vandalismus an seinem Wohnhaus, was letztendlich aber nicht ihm selbst, sondern in erster Linie seiner Mutter schwer zu schaffen macht, die natürlich unschuldig und nicht für das Verhalten ihres Sohnes zur Verantwortung zu ziehen ist. Ronnie selbst trifft es nicht ganz so hart, denn er ist sowieso mit sich selbst nicht im Reinen. Er weiß, dass seine Neigungen nicht der Norm entsprechen, wehrt sich dagegen, versucht, sie zu unterdrücken, weil er selbst auch lieber ein normales Leben führen will. Jackie Earle Haley spielt diese interessante Rolle großartig und bringt die Ambivalenz des Charakters, Ronnie ist mehr als nur ein Perverser, kein klassischer Bösewicht, nicht hassenswert, aber uneingeschränktes Mitleid ihm gegenüber wäre auch unangebracht, erstklassig rüber. Auch die anderen Darsteller agieren auf hohem Niveau, darunter die wunderbare Kate Winslet, sowie Haleys "Watchmen"-Kollege Patrick Wilson, der ja immer noch relativ unbekannt ist, mich jedoch bisher in jedem Film überzeugen konnte. Ein sehr unterschätzer Schauspieler.

Eigentlich nicht mal ansatzweise ein schöner Film und doch ein so schöner Film, ist "Little Children" für mich damit ein makelloses Drama, das gemächlich erzählt wird, aber trotzdem fest durchdringend zuschlägt. Exzellent gefilmt und deswegen idyllisch anzuschauen, entsteht durch subtile Unruhe und die Aufarbeitung und Zurschaustellung delikater Probleme eine bedrückende Schwere, die doch nicht gänzlich ohne bissige Humorspitzen daherkommt, vor allem bewirkt durch die trockene, selbst im Angesicht aller Ängste immer noch beruhigende Erzählerstimme, die auch den Eindruck eines bitteren Märchens für Erwachsene entstehen lässt.

bedenklich? 21 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir 2 Antworten

Hartigan85

Antwort löschen

Schöner Kommentar, ganz starker Film!


Mr. Pink

Antwort löschen

Danke, Harti! :) Ja, unglaublich stark. Verliert auch beim zweiten Mal nichts an Intensität.


schl8ter

Kommentar löschen
Bewertung4.0Uninteressant

Die Figur des ‚schönen Brad‘ ist genauso unglaubwürdig wie lächerlich. Dazu kommt eines der beschissensten Film-Enden das ich je gesehen habe!

bedenklich? Kommentar gefällt mir Antworten

Hauserfritz

Kommentar löschen
Bewertung7.0Sehenswert

Was leider in der Beschreibung nicht erwähnt wird, ist die Tatsache dass es hier nicht nur um die Geschichte von Sarah und Brad geht sondern auch noch um einen aus dem Gefängnis entlassenen Pädophilen. Und diese Nebenhandlung (ist es überhaupt eine Nebenhandlung?) nimmt meiner Meinung nach im Film zuviel Platz weg und ich empfinde sie als störend.

Nichts desto trotz aber ein sehr eindrücklicher Film der die vollen 2 Stunden gut unterhält.

bedenklich? Kommentar gefällt mir Antworten

Hartigan85

Kommentar löschen
Bewertung9.5Herausragend

"Wir alle sind Wunder! Und weißt du wieso? Weil wir Menschen jeden Tag das tun, was wir tun müssen. Und während all der Zeit wissen wir, wir alle wissen, dass die Dinge die wir lieben, Menschen die wir lieben, dass uns all das jederzeit genommen werden kann. Wir leben in diesem Wissen und machen trotzdem weiter."
„Little Children“ ist ein nahezu perfektes Drama über amerikanische Spießerfamilien, die auf den zweiten Blick ein nicht mehr ganz so bilderbuchmäßiges Leben führen. Der Film ähnelt dem ebenfalls grandiosen „American Beauty“, jedoch finde ich diesen hier noch etwas stärker. Diese Genreperle von Regisseur Todd Field ist grandios inszeniert und bis in die Nebenrollen hervorragend besetzt. In der Hauptrolle agiert eine mal wieder brillante Kate Winslet mit ihrer möglicherweise bisher stärksten Leistung überhaupt als Sarah, welche von ihrer Ehe frustriert ist. Sie beginnt eine Affäre mit dem attraktiven Brad (ebenfalls stark: Patrick Wilson), der auch etwas unglücklich ist in seiner Ehe mit der hübschen Kathy (wie immer sehr gut: Jennifer Connelly).
Ein weiterer Erzählstrang befasst sich mit dem zusammen mit seiner Mutter in der Nachbarschaft lebenden Pädophilen Ronnie (Fantastisch: Jackie Earle Haley). Auf diesen beginnt aufgrund seiner perversen Neigungen eine Hexenjagd, in die alle Beteiligten hineingerissen werden und die nicht ohne Auswirkungen bleibt…
Der Film passt sich nicht dem Mainstream an, ist ruhig erzählt, sehr intelligent und fesselt von Anfang bis zum bitteren Ende. Er bietet neben den überragenden Darstellerleistungen tolle Dialoge, viel Tiefgang und geht unter die Haut.
Mit „Little Children“ ist Regisseur Todd Field 2006 ein absolut grandioses, emotionales und satirisches Drama gelungen, dass ich mir immer wieder ansehen kann. Für mich ein moderner Klassiker, großartig!

bedenklich? 28 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir 9 Antworten

cpt. chaos

Antwort löschen

Super geschrieben!


Hartigan85

Antwort löschen

Danke Captain! :)


foxdevilswild

Kommentar löschen
Bewertung9.0Herausragend

Sehr guter, böser Film. Schöne Aufnahmen im Schwimmbad, von kopulierenden Menschen und Kastraten. Wer Drama und Sex auf anziehende und zugleich abstoßende Art und Weise tanken will, bediene sich doch an Fields Little Children.

bedenklich? 2 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten

lizzisfilm

Kommentar löschen
Bewertung6.5Ganz gut

na super! das Bild zum Film hier ist irreführend! Da liegen 2 nackt am Strand rum. Diese Szene kommt nie vor im Film... vielleicht eine deleted scene??
irgendwie blieb gerade er unglaubwürdig und kalt... schon allein, dass er sich am ende so spontan von seinem Lauf ins neue Leben ablenken lässt: irgendwie so ein richtiger Antiheld ohne Charakter und Rückgrat. Ich bin mir nicht ganz sicher, ob das zu zeigen gewollt war.
Sie hingegen wird mit ihren Wünschen, Sehnsüchten und Schwächen viel deutlicher und menschlicher gezeichnet und deswegen gefällt mir auch das Ende des Films.

Aber wo um alles in der Welt ist die Meer-Szene geblieben? So ein bisschen was vom Urlaub zu sehen wäre ja ganz nett gewesen... und ich wüsste auch gerne, warum die Nanny so sauer ist, als Sarah wiederkommt?

bedenklich? Kommentar gefällt mir Antworten

cpt. chaos

Kommentar löschen
Bewertung7.0Sehenswert

Ich mag Filme, die von einer Off-Stimme begleitet werden. Hier empfand ich es einfach nur störend, da der Sprecher dermaßen unterkühlt wirkt, geradezu distanziert. Und wenn ich mich erst einmal an etwas richtig störe, ist der Film oftmals nicht mehr zu retten. Bei "Little Children" war es anders! Die Geschichte fing mich ein und gutes Schauspiel macht eben auch vieles wett. Am Ende war diese unpassende Stimme schließlich auch gar nicht mehr so störend.

Eine amerikanische Kleinstadt, in der alles sauber ist: die Straßen, die Vorgärten, die Luft, die Menschen, aber alles nur nach außen hin, mehr Schein als Sein, denn die Gedanken sind nicht weniger unvollkommen, als anderswo auch. Und dann passiert zu allem Überfluss das schier Unmögliche: Ein verurteilter Exhibitionist kommt aus dem Gefängnis frei und zieht bei seiner alleinstehenden Mutter ein. Mitten unter den besorgten Müttern, die somit fortan wunderschön von den eigenen Problemen ablenken können. Aber damit nicht genug, denn zwei verheiratete Menschen finden zueinander, da ihre Ehen Risse bekommen haben. Risse, die plötzlich riesengroß wirken. Dann ist da noch ein Ex-Polizist - zu allem Pech gerade von seiner Familie verlassen – der meint, dass er weiterhin für Recht und Ordnung zu sorgen hat.
Moralische Verfechter, wohin das Auge reicht.

Interessante Handlungsstränge, unheilvolle Entwicklungen und ein nachwirkendes Ende, das "Little Children" in der Gesamtheit an "American Beauty" erinnern lässt.

bedenklich? 7 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten

totox

Kommentar löschen
Bewertung4.0Uninteressant

Einer dieser vor Selbstgerechtigkeit triefenden Filme, der normale Menschen denunziert (also alle, die keine städtischen Intellektuellen und Political Correctness-Ideologen sind, sondern zu denen gehören, die diese ernähren oder die Kinder erziehen, die diese ernähren werden.)
Jede kleine Schwäche normaler Menschen wird auf die Goldwaage gelegt und dann so zum Extremen hin weiterentwickelt und aufgeblasen, dass frustrierte, ideologisierte Außenseiter, im Film verkörpert durch die von Kate Winslet gespielte Figur, sich in ihrem Überlegenheitsgefühl bestätigt fühlen.
Außerdem: was soll diese Stimme aus dem Off? Vertrauen die Filmemacher der Kraft ihrer Bilder und Dialoge so wenig, dass sie glauben, den Roman vorlesen zu müssen?
Das einzige, was mir an dem Film gefallen hat (abgesehen von meiner Lieblingsschauspielerin Connelly in einer Nebenrolle) ist die Liebesgeschichte. Hier wirken die Figuren ausnahmsweise einmal echt und nicht wie Karikaturen in einer bitteren politischen Satire.

bedenklich? Kommentar gefällt mir Antworten

ElMagico

Kommentar löschen
Bewertung7.0Sehenswert

Gelungenes, aber nicht gänzlich überzeugendes Drama, welches zwar teilweise tief geht, dort aber sich nur selten festsetzen kann. Zumindest bei mir. Denn im Nachhinein ging mir der Film doch etwas zu rücksichtsvoll mit seinen Protagonisten um. Der Film verzeiht ihnen all ihre Fehltritte und Dummheiten, wie man eben kleinen Kindern vergibt die es nicht besser wissen. Das Leben jedoch ist bekanntermaßen nicht so rücksichtsvoll, verzeiht nicht so leicht. Mir verdarb dieser leise, aber allzu positive Blickwinkel etwas den guten Eindruck den ich von "Little Children" hatte. Bin mir aber auch bewusst, dass dies eine Kritik ist, die sehr von der jeweiligen Stimmungslage abhängt.
Denn ansonsten kann man dem kaum etwas vorwerfen, ausser vielleicht das er manchmal doch etwas zu langatmig daherkommt, sich ein bißchen zu behäbig innerhalb seiner Geschichte bewegt. Aber ansonsten ist "Little Children" ein ruhiger Blick auf das gelangweilte, mittelständische Amerika, welches sich selbst kaum noch fühlt und sich vorallem auch selbst nicht mehr kennt. Und um all die Leere zu füllen rennt man dem vermeintlichen Glück hinterher, ohne auf Konsequenzen für sich oder andere zu achten, ohne zu hinterfragen ob diese gerade gefühlte Wahrheit denn besser ist, als die Wahrheit die man kurz zuvor als Lüge entlarvte. Das ist alles wirklich gut, aber eben nie zwingend, weil einfach ein wenig der Biss fehlt, weil der Finger nie in die Wunde gelegt wird und alles eben doch etwas zu harmlos erscheint. Dies gilt vorallem für die Lovestory zwischen Sarah und Brad, die Geschichte um Exhibitionist Ronnie kann da schon eher punkten und war für mich auch der wesentlich interessantere Teil des Films.
Überzeugen kann "Little Children" jedoch visuell. Brillante Einstellungen, denkwürdige Bilder und immer wieder ganz hervorragend umgesetzte Szenen, die aber immer ein bißchen den Eindruck erwecken, als würden sie gänzlich für sich alleine stehen, als seien sie ein Sammelsurium. Denn "Little Children" hat auch seine Phasen, in denen er relativ unspektakulär daherkommt, was die gerade erwähnten Punkte oft unnatürlich gut herausstechen lässt.
Wie eingangs schon gesagt: Wirklich gut...aber das gewisse Etwas fehlt dann einfach doch zu oft, um in die oberste Liga vorzustossen.

bedenklich? 15 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten

littledrummerboy01

Kommentar löschen
Bewertung6.5Ganz gut

Grundsätzlich eine sehr gute Geschichte mit tollen Darstellern und Bildern und sehr starken Szenen (Schwimmbad!), aber das Ende wirkt irgendwie inkonsequent und hat mir so einfach den Spaß an dem Film kaputt gemacht. Zum Einen, weil ich ein anderes Verhalten der Hauptfiguren am Ende einfach besser gefunden hätte, so ganz persönlich jetzt, aber auch, weil das Verhalten sich mir einfach nicht erschlossen hat, und das ist eigentlich so schade, denn ansonsten ist der Film richtig gut. Aber so stehen eben die Figuren insgesamt in Frage und die Aussage ist so auch nicht gut...
Aber allein wegen der Schwimmbad-Szene sollte man sich den Film anschauen!

bedenklich? 1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir 2 Antworten

Punsha

Antwort löschen

Inwiefern hat dich das Ende gestört? SPOILER: Die handelnden Figuren haben, als sich am Ende alle negativen Ereignisse überschlugen, erkannt, dass sie keine kleinen Kinder mehr sind (Titel) und die metaphorische Schlusssequenz mit der unbesetzten Schaukel fand ich einfach grandios.


littledrummerboy01

Antwort löschen

SPOILER: Erst machen sie einen auf Auflehnung gegen die Gesellschaft, das ist ja noch gut, aber dann gehen sie einfach zu ihren alten Mustern zurück - will heißen der Film sagt damit, ein glückliches Leben lebt man nur angepasst, und damit macht das Ende finde ich alles was vorher kam kaputt. Wirkt sehr inkonsequent.


Punsha

Kommentar löschen
Bewertung8.0Ausgezeichnet

Wo schon Sam Mendes in AMERICAN BEAUTY und REVOLUTIONARY ROAD in den letzten Jahren das amerikanische Vorstadtleben studierte, nutzt auch Todd Field jenen Ort als stereotype Plattform für seine universelle Kritik an der Gesellschaft. Wohin diese hinausführt, kann der nachdenkliche Zuschauer bereits anfangs erahnen. Plappernde, einfältige Damen mit nichtigen Problemen, die wie kleine Schulmädchen einen gut aussehenden Mann anhimmeln, ohne mit ihm auch nur ein einziges Wort gesprochen zu haben, stehen sinnbildlich für die folgenden Ereignisse, welche die Bewohner von East Wyndam schonungslos demaskieren werden. Ob wir nun zwei Menschen beim Fremdgehen beobachten, die ganze Gegend vorurteilshaft gegen einen Pädophilen hetzt oder wir zu Beginn Zeuge jenes obigen Beispiels werden: Der Titel des Films springt einem von Szene zu Szene förmlich ins Gesicht und begleitet seine Figuren bis zu seinem schockierenden Ende. Ja, hier gibt es wenig zu lachen. Trauer und Schwermut stehen sowohl hinter, als auch vor dem Bildschirm im Mittelpunkt und gleitet hin und wieder in intensiven Seelenschmerz ab. So zum Beispiel, als der frühere Sexualstraftäter Ronald James McGorvey (Jackie Earle Haley) ein Schwimmbad voll mit Kindern besuchen will oder als die scheinbar einzig reife Person des Films und Protagonistin Sarah schließlich erkennt, dass auch sie sich nicht zwingend vom Rest des naiven Menschenschlags unterscheidet. Es ist schlichtweg beeindruckend, wie detailliert Field jede Einzelne seiner Figuren zu zeichnen vermag und so das Interesse des Zuschauers weckt, während er sie, trotz ihrer Schwächen, Fehler und manchmal hassenswerten Handlungen doch stets gewöhnliche Menschen sein lässt, die in uns Verständnis und Mitgefühl finden. Hinzu kommt ein bärenstarker Cast, der dafür sorgt, dass die clevere Story fast immer authentisch und nur sehr selten konstruiert erscheint.
Fazit: LITTLE CHILDREN ist eine schlichtweg beeindruckende, teils verstörende Filmerfahrung, die einige schwierige Themen beinhaltet, diese aber stets sorgsam und niemals oberflächlich behandelt. Ein Film, dessen große Stärke in seiner beunruhigenden Stille liegt, die uns aus dem heilen Dasein oftmals erschüttert und scheinbar unmenschliche Charaktere zu Menschen werden lässt. Man bedenke, sie sind doch alle nur kleine Kinder.

bedenklich? 10 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten


Fans dieses Films mögen auch