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Little Children

Little Children (2006), US Laufzeit 136 Minuten, FSK 16, Drama, Kinostart 26.04.2007


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7.9
Kritiker
35 Bewertungen
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7.4
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3033 Bewertungen
83 Kommentare
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von Todd Field, mit Kate Winslet und Patrick Wilson

Sarah (Kate Winslet) hasst es auf dem Spielplatz zu sitzen. Dort, wo die anderen Mütter tratschen und ihr das Gefühl geben, keine gute Mutter zu sein. Zum Beispiel, wenn sie einmal wieder vergessen hat, einen Snack für ihre kleine Tochter Lucy einzupacken. Einziges Highlight der Desperate Housewives scheint der von ihnen titulierte Prom-King zu sein, der mit seinem Sohn Aaron ab und an auftaucht. Als Sarah mit dem schönen Brad (Patrick Wilson) ins Gespräch kommt, werden beide umgehend von einer sexuellen Anziehungskraft aneinander gefesselt.

Hintergrund & Infos zu Little Children
Kate Winslet, Jennifer Connelly und Patrick Wilson spielen die Hauptrollen in Little Children, dem jüngsten Werk des Filmemachers Todd Field. Der Film basiert auf dem gleichnamigen Roman von Tom Perrotta und handelt von einer Handvoll Menschen, deren Leben sich auf den Spielplätzen, Schwimmbädern und Straßen ihrer kleinen Gemeinde auf überraschende und möglicherweise gefährliche Art kreuzen.

Little Children war 2007 für drei Oscars nominiert (Kate Winslet als Beste Darstellerin, Jackie Earle Haley als Bester Nebendarsteller und Todd Field sowie Tom Perrotta für das Beste Drehbuch), konnte aber davon keinen einzigen gewinnen. Kate Winslet war darüberhinaus für einen Golden Globe, den BAFTA, vom Chicago Film Critics Circle sowie zahlreiche weitere lokale Festivalpreise nomniniert. Auch Jackie Earle Haley konnte sich neben dem Oscar über etliche Nominierungen freuen und wurde von der New York Film Critics Society, dem Oklahoma Film Critics Circle Awards und den Online Film Critics und weiteren Festivals wie dem San Francisco Film Critics Circle als Bester Nebendarsteller ausgezeichnet. Der Komponist Thomas Newman wurde darüber hinaus von der L.A. Film Critics Association für den Besten Soundtrack ausgezeichnet. (OMDB)

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Mehr Bilder (22) und Videos (1) zu Little Children


Cast & Crew

Regie
Schauspieler
Drehbuch
Filmdetails Little Children
Genre
Ehedrama, Sozialdrama, Drama
Zeit
2000er Jahre, Gegenwart, Sommer
Ort
Boston, Kleinstadt, Vorstadt, Vorstadt-Idylle
Handlung
Affäre, American Football, Betrogene Ehefrau, Betrogener Ehemann, Bourgeoisie, Bürgerwehr, Ehe, Ehebruch, Ehefrau, Ehekrise, Ehemann, Ehemann-Ehefrau-Beziehung, Ehepaar, Ehestreit, Entlassung aus dem Gefängnis, Ex-Polizist, Familie, Familienkonflikte, Freibad, Hausfrau, Hausmann, Internet, Jura, Jurist, Kastration, Kinder, Kleinkind, Liebhaber, Mannschaft, Masturbation, Megaphon, Mutter, Mutter-Sohn-Beziehung, Mutter-Tochter-Beziehung, Mutterliebe, Mutterrolle, Männerfreundschaft, Paartherapie, Persönlichkeitsstörung, Pornographie, Prüfung, Psychopath, Pädophilie, Regisseur, Roman, Schaukel, Scheidung, Schwiegermutter, Skateboard, Spielplatz, Studium, Sturz, Treppensturz, Unfall, Untreue, Vater, Vater-Sohn-Beziehung, Vaterfigur, Verheirateter Liebhaber, Verlassen der Familie, Verlierertyp, Vernachlässigung in der Ehe, Vorstadt-Idylle
Stimmung
Ernst, Geistreich, Romantisch
Tag
Literaturverfilmung
Verleiher
Warner Bros. Pictures Germany
Produktionsfirma
New Line Cinema

Kritiken (14) — Film: Little Children

SoulReaver: CinemaForever, D3M

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8.0Ausgezeichnet

[...] Je tiefer wir jedoch vordringen, desto schwerer wird es. Schikane, Auflehnung, Vorurteile und Scheinheiligkeit stehen gegenüber von Sehnsüchten, Harmonie, Verlangen und Hingabe. Die Emotionalität, die Fields hier am Ende entfacht, reißt bedingungslos mit und lässt niemanden unberührt. Eine Welt, so geleckt und fröhlich, bricht in ihre Einzelteile zusammen und zieht uns als Zuschauer gleich mit runter, denn das Lachen ist und längst im Halse stecken geblieben und vergangen und die zynischen Spitzen wurden umgewandelt in ehrliche und nachwirkende Trostlosigkeit. [...]

Kritik im Original 19 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 4 Antworten

Hartigan85

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Mich hat er auch erst bei der zweiten Sichtung richtig umgehauen, hab ihn mittlerweile auch schon 4 mal gesehen ;)


JohnnyKee

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Liebe den Film!


JackoXL: Die Drei Muscheln

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8.5Ausgezeichnet

"Little Children" wirft einen Blick hinter die saubere Kulisse der heilen, kleinen US-Vorstadtwelt, um die dort verborgen liegenden Sehnsüchte, Konflikte, Vorurteile und zerplatzen Träume zum Vorschein zu bringen. Das ist so neu natürlich nicht, allein der Platzhirsch "American Beauty" hat dies schon Jahre vorher auf grandiose Art und Weise getan. Trotzdem ist Todd Fields Film ein bemerkenswerter Beitrag zu diesem Genre der "marode Heile-Welt Filme". Das hervorragende Drehbuch erschafft sehr glaubhafte Figuren mit Leib und Seele, welche durch die Bank stark verkörpert werden. Aus dem Cast kann und sollte niemand hervorgehoben werden, alle machen einen großartigen Job. Diese Kombination aus toller Figurenzeichnung und deren Darstellung lässt alle ihre Motivationen und daraus folgenden Handlungen bis ins Letzte glaubwürdig und nachvollziehbar erscheinen. Das bekommen nicht viele Filme so hin, großen Respekt.

Doch Todd Field ist nicht nur ein toller Autor, auch als Regisseur macht er alles richtig. Da stimmt eigentlich alles. Seine Erzählweise ist leicht, trotzdem nie zu unbeschwert oder der dramatischen Thematik nicht angemessen, sorgt schnell für eine Faszination, die über die gesamten 2 Stunden aufrecht gehalten wird.

Am Ende bleibt das Gefühl, einen Film gesehen zu haben, der zwar nicht einzigartig, aber dennoch so eigenständig und voller Herzblut gemacht ist, dass ihm jeder zumindest mal eine Chance gegeben haben sollte. Ganz stark, und mit Sicherheit einer der Filme, die man so schnell nicht vergisst.

18 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 12 Antworten

SoulReaver

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Schau dir mal "You Don't Know Jack" an. Ist mit ihm und Pacino. :)


JackoXL

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Das klingt interessant, danke.:)


Hitmanski: It's just a film, Reihe Sie...

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7.0Sehenswert

Ja und Nein!
Ja, "Little Children" ist trotz aller unten angebrachter Kritik sehenswert, schon alleine wegen der gut aufgelegten Schauspielerriege und der locker-leichten Inszenierung des Films.
Nein, "Little Children" ist in der Quintessenz auch nicht mutiger als alle anderen Versuche sich dem amerikanischen Vorstadtleben zu nähern. Field bedient sich der gleichen Ressentiments gegen die nach außen intakte, nach innen zerstörte Idylle der amerikanischen Mittelschicht, mit denen schon Mendes bei "American Beauty" punkten konnte. Was dessen Lolita-Thema war, ist hier der Pädophilen-Subplot; ein vermeintlich gewagter, schlussendlich aber doch kalkulierter Tabubruch, der für ein bisschen Ziehen in der Magengegend sorgen soll. Es ist diese Omnipräsenz an Problemen hinter jeder Haustür, dieses unbedingte und erzwungene Aufbegehren gegen ein vermeintlich reaktionäres Familienbild, der Hang Satire nur durch übermäßiges Überspitzen deutlich machen zu können - kurzum, es ist das Drehbuch und dessen Intention, was "Little Children" unsympathisch macht.

Kritik im Original 9 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 2 Antworten

Hungerkünstler

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Für meine Begriffe nicht nur unsympathisch,, sondern konstruiert wirkend, geschraubt und und unnatürlich in der Diktion.


Delonghi

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ja ne is klar


stuforcedyou: Die Drei Muscheln, CinemaFo...

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10.0Lieblingsfilm

Die Literaturverfilmung von Tom Perrottas Romans bietet grandiose Darsteller, eine intelligente Inszenierung und viel Diskussionsstoff, denn in "Little Children" werden gängige Klischees clever umgangen, so dass jede Figur individuelle vom Zuschauer erforscht werden muss, ohne stagnierenden, charakterlichen Schablonen anderer Filme dabei als Hilfestellung zu haben. Zwar gibt es einem Off- Sprecher der zu Beginn recht häufig die Gedanken der Protagonisten beschreibt, mit fortschreitender Laufzeit, verringern sich der Einsatz des "Gedankenlesers" aber enorm.
"Little Children" ist höchst anspruchsvolles Kino, keine leichte Kost und mit einem seltsam, teilnahmslosen Ende. Wer sich auf diese Facetten, die ein geniales Ganzes bilden, einlassen will (und kann) erlebt eines der besten amerikanischen Dramen seit langen. Und eine kraftvolle Demonstration was man unter brillanten Schauspiel versteht.

5 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Elisabeth Maurer

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7.5Sehenswert

Zwischen Funktionieren und Scheitern der menschlichen Gemeinschaft liegt ein schmaler Grat, so scheint es zumindest in dieser Analyse einer amerikanischen Vorstadtgemeinde. Daher werden schon die Kinder von klein auf einem strengen Regelwerk unterworfen und vor Einfluß von andersartigem geschützt. Verhaltensweisen, die minimal von den Gesetzen dieser Welt abweichen, wird immer mit panischer Furcht begegnet. Diese ist die Urangst, die im Grunde alle Charaktere des Films bestimmt. Es ist die im Kindesalter eingeimpfte Furcht davor, die Eltern durch falsches Verhalten zu erzürnen, womöglich sogar ihre Liebe zu verlieren. Im Laufe des Lebens wird die Angst nicht mehr so sehr auf die Eltern bezogen, mehr auf die Gesellschaft oder andere moralische Instanzen. Aber der Titel des Films deutet es an, alle Menschen tragen dieses Gefühl mit sich und alle fühlen sich in bestimmten Situationen wie kleine Kinder. So wird das sture Festhalten an den tradierten Regeln zum einzigen Weg, nicht in Ungnade zu fallen, gut zu bleiben und geliebt zu werden....

Kritik im Original 3 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

ChristiansFoyer: Cellurizon.de

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10.0Lieblingsfilm

[...]Todd Field’s Story ist unendlich facettenreich, was sich schon am Grundton des Films festmachen lässt. Dieser ist nämlich keinesfalls der eines typischen Dramas, vieles spielt sich (vordergründig) auf einer entlarvend-überspitzten Ebene ab. Doch schon die erste Szene, in der ein Nachrichtensender über die Haftentlassung eines Pädophilen berichtet und Interviews mit besorgten Eltern einblendet werden, kontakariert diese in der Folge veranschaulichte Stimmung. Aber insgesamt gliedert sich die Geschichte des ‘Perversen’ Ronnie als nur eine Nuance in das Gesamtbild des Pseudo-Vorstadtidylls ein, sie ist nicht etwa ihr propagandistischer Aufhänger, zu dem sie leicht hätte verkommen können. Das wahre Drama und die tiefe Tragik der Charaktere findet somit nicht im (allzu) offensichtlichen statt.[...]"Little Children" bleibt bei all den tiefgreifenden Entwicklungen, Beziehungen und Komplexität stets auch eines: uneingeschränkt unterhalsam. Keine Längen, einige optimal getimte Schmunzler bis Lacher und eine visuelle Vielfarbigkeit, das alles macht den Film sehr zugänglich und bietet seine immense emotionale Reichhaltigkeit quasi als einen Bonus, dem sich willige Zuschauer annehmen und Unwillige verschließen können und dennoch beiden einen großen Genuss beschert.[...]

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Kubrick_obscura: CinemaForever, arte

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7.5Sehenswert

Episodisch, breit-gefächert, komplex. Little Children will viel erzählen. Der allwissende Erzähler lässt uns in die Seele in amerikanischen Gesellschaft schauen. Gerade am Anfang entwickelt der Film eine ungemeine Faszination durch den Mix aus melancholischen Bilder, mehreren Handlungssträngen und einem Erzähler, der alles zusammen hält. In der Mitte des Films verabschiedet sich dieser und die Haupthandlung tritt zu Tage, die man schon oft gesehen hat und in ihrer Wortlosigkeit und vorallem Langsamkeit anstrengt. Erst zum Ende hin, in dem die Konflikte ihren Höhepunkt finden und die sichtbare Regie uns wieder Einblicke gewährt, die wir nicht für möglich gehalten haben, wird Little Children wieder zu so einem Film, der einen nicht in Ruhe lässt.

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S Hentschel: Brigitte S Hentschel: Brigitte

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9.0Herausragend

Regisseur Todd Fields ("In the bedroom") hat einen ebenso aufrichtigen wie gelegentlich ironischen Film über den Wunsch nach Sicherheit und die Sehnsucht nach dem richtigen Platz im Leben gedreht. Und Kate Winslet, die als Sarah immer gekonnt auf der Kippe zum Unsympathischen balanciert, hat er eine der besten Rollen ihrer Karriere beschert.

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Hausmeister: Nerdtalk.de

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9.0Herausragend

“Little Children” hinterließ bei mir einen faden Beigeschmack, bricht er doch ganz unkonservativ aus dem sonst üblichen “Wir haben ein Problem - wir lösen das Problem - wir haben ein Happy-End”-Schema heraus. Der Film birgt viele Momente, die eine unterschwellige Spannung beinhalten. Vor allem das Gefühls-Chaos, das Ronnie hinterlässt, wirkt noch lange nach. Wie soll man mit solchen Menschen umgehen? Hat nicht jeder eine zweite Chance verdient? Sicherlich, aber wer möchte mit seinen kleinen Kindern direkt neben einem Menschen wohnen, der von allen als “tickende Zeitbombe” tituliert wird?

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Marcus Wessel: Deadline, blairwitch.de, pr... Marcus Wessel: Deadline, blairwitch.de, pr...

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8.0Ausgezeichnet

Die Schwachstellen des Drehbuchs fallen in der Gesamtschau nur deshalb nicht stärker ins Gewicht, weil die Schauspieler und allen voran Kate Winslet mit vollem Einsatz dagegen halten. Winslet ist trotz oder gerade wegen ihrer mittlerweile fünf gescheiterten Oscar-Anläufe eine der ganz Großen im Charakterfach, der es wie nur wenigen gelingt, auch in mittelmäßigen Produktionen regelmäßig zu glänzen. Ihre mutige Darstellung der heimlosen Sarah holt das Maximale aus den Vorgaben der Rolle heraus.

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Birgit Heidsiek: dpa Birgit Heidsiek: dpa

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8.0Ausgezeichnet

Mit visueller Wucht und geballter erzählerischer Kraft entfaltet Field einen ganzen Mikrokosmos aus kleinen und großen Dramen, welche äußerst lebensecht die Liebe, Lust und das Leid der verschiedenen Protagonisten vermitteln. Dabei nimmt sich der Regisseur die Zeit, eingehend das Verhalten seiner einzelnen Figuren zu studieren.

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Chuchaqui: Critic.de

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7.0Sehenswert

Todd Fields "Little Children" erinnert an Filme wie "American Beauty" von Sam Mendes oder "Der Eissturm" von Ang Lee, lebt aber von einem eigenständigen und weitaus weniger hoffnungsfrohen Ansatz. Dem Regisseur gelingt das Kunststück, humorvolle Szenen in eine düstere Grundstimmung einzubetten, die von Anfang an das Gefühl vermittelt, dass die Geschichte in der ein oder anderen Katastrophe enden muss. Die großartigen Darsteller, allen voran Kate Winslet und Jackie Earle Haley, sorgen für ein bewegendes Kinoerlebnis, das zum Lachen, zum Weinen und Nachdenken anregt.

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Mr.Vengeance: Lost In Imagination

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6.0Ganz gut

Schön das wir drüber gesprochen haben. Ziemlich geschwätzige Suburbia-Satire mit großartigen Darstellern und dem wahrscheinlich differenziertesten Pädophilen der Filmgeschichte. Leider stellenweise erschreckend unsubtil. Die Off-Erzählung verfehlt ihren Zweck nach einigen Längen auch um Haaresbreite. Nett.

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peter-noster: Mostly Movies

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9.0Herausragend

Verstörender Film, der nicht bei dem schwierigen Thema nicht vorurteilsbeladen verurteilend ist Kate Winslet spielt grandios. Der schwüle Sommer transportiert die aufgeladende Stimmung der vordergründingen Idylle perfekt.

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Kommentare (69) — Film: Little Children


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kati.bre

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Bewertung4.0Uninteressant

Puhhhh kaum zu glauben das man einen Film so in die Länge ziehen kann.Kate!wie könntest Du nur?Story war ja eigentlich nicht übel aber dermaßen ausgelatscht bis ins gefühlte aller aller allerletzte Detail.Etwas weniger hier und etwas mehr da wäre definitiv besser angekommen.

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natedb

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Bewertung9.0Herausragend

Ganz großes Schauspieldrama über vergessene Träume, Hoffnungen, heimliches Begehren, Sehnsüchte und die mögliche Ausflucht aus der Monotonie und Gegenstandslosigkeit des Alltags. Dieses Meisterwerk zehrt von einem kongenialen Drehbuch, welches Themen aufgreift und Charaktere schafft, mit denen sich jedermann identifizieren kann und ebendiese mithilfe einer formvollendeten Inszenierung und einem großartigen Ensemble miteinander verknüpft, wobei besonders der großartige Patrick Wilson und die nicht weniger überragende Kate Winslet hervorstechen. Die Protagonisten kämpfen für sich selbst gegen gesellschaftliche Zwänge, Konventionen, die ihnen aufgebürdet wurden und die ihnen die Luft zum Atmen nehmen, versuchen diese zu brechen und scheitern an sich selbst. "Little Children" ist intensiv, in emotionaler Hinsicht beinahe klaustrophobisch und eine deprimierende, aber absolut wahre Auseinandersetzung mit falschem Idyll, welcher einzig und allein durch menschliche Verunsicherung und Versagensangst intakt gehalten wird. Packend, aufwühlend - Fantastisch!

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SKURRIL

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Super Film! Winslet ist herausragend!


natedb

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Absolut! :)


brainchild

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Bewertung6.5Ganz gut

Den Wert eines Kunstwerkes sollte man ja in erster Linie am Kunstwerk selbst bemessen, nicht in dessen Relation zu anderen Kunstwerken, die eigentlich überhaupt nicht in Relation zu ihm stehen. Aber auf die Gefahr hin, in die Cineastenhölle zu kommen, muss ich einfach fragen: Welche Daseinsberechtigung hat 'Little Children', wenn Sam Mendes im Wesentlichen den gleichen Film bereits sieben Jahre zuvor unter dem Titel 'American Beauty' gedreht hatte?

Die Parallelen sind für mich teilweise einfach frappierend, ob im Allgemeinen das verlogene vermeintliche Vorstadtidyll oder im Speziellen die unterdrückte sexuelle Orientierung einer Person beziehungsweise die Verschiebung des Selbsthasses auf eine andere Person. Dazu erneut der Score von Thomas Newman. Nur fehlt hier nicht nur dessen Prägnanz aus 'American Beauty', sondern überhaupt der Biss, das Timing, die Konsequenz und die aufrichtige Sympathie meinerseits für die Charaktere – am nächsten käme da noch Jennifer Connellys schwach ausgearbeiteter und eher bedeutungsloser Charakter, was vom Regisseur aber definitiv nicht beabsichtigt war. Die Erzählung aus dem Off – in 'American Beauty' so zynisch wie relevant, wunderbar entlarvend – ist hier im Grunde unnötig.

Schlecht macht das alles den Film noch nicht. Er ist gut gespielt, gut inszeniert, inhaltlich ok, wenn auch nicht immer ganz nachvollziehbar und deutlich zu offensichtlich in seiner Intention. Originell oder kreativ ist er nicht.

Ach ja, falls jemand die Parallelen der beiden Filme nicht sehen kann oder will: Sam Mendes hat zwei Jahre später erneut den besseren 'Little Children' gedreht, diesmal unter dem Titel 'Zeiten des Aufruhrs'. Da spielt Kate Winslet übrigens die bessere Kate Winslet.

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Mr. Pink

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Bewertung10.0Herausragend

"Little Children" ist ein fantastisches Drama von Todd Field, der hier zeigt, dass er nicht nur mit verbundenen Augen Klavier spielen kann, sondern auch als Regisseur einiges drauf hat. Am ehesten lässt sich der Film vielleicht mit Alan Balls Filmen "Towelhead" oder "American Beauty" vergleichen (wobei mir "Little Children" noch sehr viel mehr gefällt). Ein zynischer Blick ins wunderschöne Suburbia und die ironische Entlarvung der perfekten Vorstadtwelt, in der niemand ist, was er zu sein scheint und sich die heile Welt auf den zweiten Blick als ein Moloch von Lügen, Betrügereien, unterdrückter Wut und Enttäuschung, Schmerz und in Scherben liegender Träume entpuppt.

Der Titel des Films, denke ich, bezieht sich hier nicht nur auf die sexuellen Dränge des Pädophilen (zu dieser Figur gleich noch ein paar Zeilen mehr), sondern vor allem auf die Erwachsenen in dieser Geschichte, die sich allesamt wie kleine Kinder benehmen, egoistisch, nur auf sich selbst bedacht handeln und nie darauf achten, was mit den Menschen in ihrem Umfeld geschieht. Die selbst immer ganz oben und im Mittelpunkt stehen müssen, deren eigene Probleme immer die wichtigsten und deren Ansichten immer die einzig richtigen sind. Ist dieses Verhalten bei wirklichen Kindern, die ja noch im Lernprozess sind, noch nachzuvollziehen, sollten diese Menschen es eigentlich bereits besser wissen. Aber jede rasche Entscheidung bringt hier Unglück und Verderben, nicht nur für die unmittelbar Beteiligten, sondern für alle Mitmenschen

So zu sehen etwa am Beispiel von Ronnie, dem kürzlich aus dem Gefängnis entlassenen Pädophilen, der in der Nachbarschaft geächtet, verachtet, gehasst wird, obwohl er bisher Kindern noch nicht einmal direkten Schaden zugefügt, sie nicht berührt, verletzt oder missbraucht, sondern sich 'nur' entblößt hat. Es wird eine regelrechte Hexenjagd auf ihn veranstaltet, von verteilten Flugblättern, um die Mitbürger gegen ihn aufzuhetzen bis hin zu Vandalismus an seinem Wohnhaus, was letztendlich aber nicht ihm selbst, sondern in erster Linie seiner Mutter schwer zu schaffen macht, die natürlich unschuldig und nicht für das Verhalten ihres Sohnes zur Verantwortung zu ziehen ist. Ronnie selbst trifft es nicht ganz so hart, denn er ist sowieso mit sich selbst nicht im Reinen. Er weiß, dass seine Neigungen nicht der Norm entsprechen, wehrt sich dagegen, versucht, sie zu unterdrücken, weil er selbst auch lieber ein normales Leben führen will. Jackie Earle Haley spielt diese interessante Rolle großartig und bringt die Ambivalenz des Charakters, Ronnie ist mehr als nur ein Perverser, kein klassischer Bösewicht, nicht hassenswert, aber uneingeschränktes Mitleid ihm gegenüber wäre auch unangebracht, erstklassig rüber. Auch die anderen Darsteller agieren auf hohem Niveau, darunter die wunderbare Kate Winslet, sowie Haleys "Watchmen"-Kollege Patrick Wilson, der ja immer noch relativ unbekannt ist, mich jedoch bisher in jedem Film überzeugen konnte. Ein sehr unterschätzer Schauspieler.

Eigentlich nicht mal ansatzweise ein schöner Film und doch ein so schöner Film, ist "Little Children" für mich damit ein makelloses Drama, das gemächlich erzählt wird, aber trotzdem fest durchdringend zuschlägt. Exzellent gefilmt und deswegen idyllisch anzuschauen, entsteht durch subtile Unruhe und die Aufarbeitung und Zurschaustellung delikater Probleme eine bedrückende Schwere, die doch nicht gänzlich ohne bissige Humorspitzen daherkommt, vor allem bewirkt durch die trockene, selbst im Angesicht aller Ängste immer noch beruhigende Erzählerstimme, die auch den Eindruck eines bitteren Märchens für Erwachsene entstehen lässt.

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Hartigan85

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Schöner Kommentar, ganz starker Film!


Mr. Pink

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Danke, Harti! :) Ja, unglaublich stark. Verliert auch beim zweiten Mal nichts an Intensität.


schl8ter

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Bewertung4.0Uninteressant

Die Figur des ‚schönen Brad‘ ist genauso unglaubwürdig wie lächerlich. Dazu kommt eines der beschissensten Film-Enden das ich je gesehen habe!

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Hauserfritz

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Bewertung7.0Sehenswert

Was leider in der Beschreibung nicht erwähnt wird, ist die Tatsache dass es hier nicht nur um die Geschichte von Sarah und Brad geht sondern auch noch um einen aus dem Gefängnis entlassenen Pädophilen. Und diese Nebenhandlung (ist es überhaupt eine Nebenhandlung?) nimmt meiner Meinung nach im Film zuviel Platz weg und ich empfinde sie als störend.

Nichts desto trotz aber ein sehr eindrücklicher Film der die vollen 2 Stunden gut unterhält.

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Hartigan85

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Bewertung9.5Herausragend

"Wir alle sind Wunder! Und weißt du wieso? Weil wir Menschen jeden Tag das tun, was wir tun müssen. Und während all der Zeit wissen wir, wir alle wissen, dass die Dinge die wir lieben, Menschen die wir lieben, dass uns all das jederzeit genommen werden kann. Wir leben in diesem Wissen und machen trotzdem weiter."
„Little Children“ ist ein nahezu perfektes Drama über amerikanische Spießerfamilien, die auf den zweiten Blick ein nicht mehr ganz so bilderbuchmäßiges Leben führen. Der Film ähnelt dem ebenfalls grandiosen „American Beauty“, jedoch finde ich diesen hier noch etwas stärker. Diese Genreperle von Regisseur Todd Field ist grandios inszeniert und bis in die Nebenrollen hervorragend besetzt. In der Hauptrolle agiert eine mal wieder brillante Kate Winslet mit ihrer möglicherweise bisher stärksten Leistung überhaupt als Sarah, welche von ihrer Ehe frustriert ist. Sie beginnt eine Affäre mit dem attraktiven Brad (ebenfalls stark: Patrick Wilson), der auch etwas unglücklich ist in seiner Ehe mit der hübschen Kathy (wie immer sehr gut: Jennifer Connelly).
Ein weiterer Erzählstrang befasst sich mit dem zusammen mit seiner Mutter in der Nachbarschaft lebenden Pädophilen Ronnie (Fantastisch: Jackie Earle Haley). Auf diesen beginnt aufgrund seiner perversen Neigungen eine Hexenjagd, in die alle Beteiligten hineingerissen werden und die nicht ohne Auswirkungen bleibt…
Der Film passt sich nicht dem Mainstream an, ist ruhig erzählt, sehr intelligent und fesselt von Anfang bis zum bitteren Ende. Er bietet neben den überragenden Darstellerleistungen tolle Dialoge, viel Tiefgang und geht unter die Haut.
Mit „Little Children“ ist Regisseur Todd Field 2006 ein absolut grandioses, emotionales und satirisches Drama gelungen, dass ich mir immer wieder ansehen kann. Für mich ein moderner Klassiker, großartig!

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cpt. chaos

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Super geschrieben!


Hartigan85

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Danke Captain! :)


foxdevilswild

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Bewertung9.0Herausragend

Sehr guter, böser Film. Schöne Aufnahmen im Schwimmbad, von kopulierenden Menschen und Kastraten. Wer Drama und Sex auf anziehende und zugleich abstoßende Art und Weise tanken will, bediene sich doch an Fields Little Children.

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lizzisfilm

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Bewertung6.5Ganz gut

na super! das Bild zum Film hier ist irreführend! Da liegen 2 nackt am Strand rum. Diese Szene kommt nie vor im Film... vielleicht eine deleted scene??
irgendwie blieb gerade er unglaubwürdig und kalt... schon allein, dass er sich am ende so spontan von seinem Lauf ins neue Leben ablenken lässt: irgendwie so ein richtiger Antiheld ohne Charakter und Rückgrat. Ich bin mir nicht ganz sicher, ob das zu zeigen gewollt war.
Sie hingegen wird mit ihren Wünschen, Sehnsüchten und Schwächen viel deutlicher und menschlicher gezeichnet und deswegen gefällt mir auch das Ende des Films.

Aber wo um alles in der Welt ist die Meer-Szene geblieben? So ein bisschen was vom Urlaub zu sehen wäre ja ganz nett gewesen... und ich wüsste auch gerne, warum die Nanny so sauer ist, als Sarah wiederkommt?

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cpt. chaos

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Bewertung7.0Sehenswert

Ich mag Filme, die von einer Off-Stimme begleitet werden. Hier empfand ich es einfach nur störend, da der Sprecher dermaßen unterkühlt wirkt, geradezu distanziert. Und wenn ich mich erst einmal an etwas richtig störe, ist der Film oftmals nicht mehr zu retten. Bei "Little Children" war es anders! Die Geschichte fing mich ein und gutes Schauspiel macht eben auch vieles wett. Am Ende war diese unpassende Stimme schließlich auch gar nicht mehr so störend.

Eine amerikanische Kleinstadt, in der alles sauber ist: die Straßen, die Vorgärten, die Luft, die Menschen, aber alles nur nach außen hin, mehr Schein als Sein, denn die Gedanken sind nicht weniger unvollkommen, als anderswo auch. Und dann passiert zu allem Überfluss das schier Unmögliche: Ein verurteilter Exhibitionist kommt aus dem Gefängnis frei und zieht bei seiner alleinstehenden Mutter ein. Mitten unter den besorgten Müttern, die somit fortan wunderschön von den eigenen Problemen ablenken können. Aber damit nicht genug, denn zwei verheiratete Menschen finden zueinander, da ihre Ehen Risse bekommen haben. Risse, die plötzlich riesengroß wirken. Dann ist da noch ein Ex-Polizist - zu allem Pech gerade von seiner Familie verlassen – der meint, dass er weiterhin für Recht und Ordnung zu sorgen hat.
Moralische Verfechter, wohin das Auge reicht.

Interessante Handlungsstränge, unheilvolle Entwicklungen und ein nachwirkendes Ende, das "Little Children" in der Gesamtheit an "American Beauty" erinnern lässt.

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totox

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Bewertung4.0Uninteressant

Einer dieser vor Selbstgerechtigkeit triefenden Filme, der normale Menschen denunziert (also alle, die keine städtischen Intellektuellen und Political Correctness-Ideologen sind, sondern zu denen gehören, die diese ernähren oder die Kinder erziehen, die diese ernähren werden.)
Jede kleine Schwäche normaler Menschen wird auf die Goldwaage gelegt und dann so zum Extremen hin weiterentwickelt und aufgeblasen, dass frustrierte, ideologisierte Außenseiter, im Film verkörpert durch die von Kate Winslet gespielte Figur, sich in ihrem Überlegenheitsgefühl bestätigt fühlen.
Außerdem: was soll diese Stimme aus dem Off? Vertrauen die Filmemacher der Kraft ihrer Bilder und Dialoge so wenig, dass sie glauben, den Roman vorlesen zu müssen?
Das einzige, was mir an dem Film gefallen hat (abgesehen von meiner Lieblingsschauspielerin Connelly in einer Nebenrolle) ist die Liebesgeschichte. Hier wirken die Figuren ausnahmsweise einmal echt und nicht wie Karikaturen in einer bitteren politischen Satire.

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ElMagico

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Bewertung7.0Sehenswert

Gelungenes, aber nicht gänzlich überzeugendes Drama, welches zwar teilweise tief geht, dort aber sich nur selten festsetzen kann. Zumindest bei mir. Denn im Nachhinein ging mir der Film doch etwas zu rücksichtsvoll mit seinen Protagonisten um. Der Film verzeiht ihnen all ihre Fehltritte und Dummheiten, wie man eben kleinen Kindern vergibt die es nicht besser wissen. Das Leben jedoch ist bekanntermaßen nicht so rücksichtsvoll, verzeiht nicht so leicht. Mir verdarb dieser leise, aber allzu positive Blickwinkel etwas den guten Eindruck den ich von "Little Children" hatte. Bin mir aber auch bewusst, dass dies eine Kritik ist, die sehr von der jeweiligen Stimmungslage abhängt.
Denn ansonsten kann man dem kaum etwas vorwerfen, ausser vielleicht das er manchmal doch etwas zu langatmig daherkommt, sich ein bißchen zu behäbig innerhalb seiner Geschichte bewegt. Aber ansonsten ist "Little Children" ein ruhiger Blick auf das gelangweilte, mittelständische Amerika, welches sich selbst kaum noch fühlt und sich vorallem auch selbst nicht mehr kennt. Und um all die Leere zu füllen rennt man dem vermeintlichen Glück hinterher, ohne auf Konsequenzen für sich oder andere zu achten, ohne zu hinterfragen ob diese gerade gefühlte Wahrheit denn besser ist, als die Wahrheit die man kurz zuvor als Lüge entlarvte. Das ist alles wirklich gut, aber eben nie zwingend, weil einfach ein wenig der Biss fehlt, weil der Finger nie in die Wunde gelegt wird und alles eben doch etwas zu harmlos erscheint. Dies gilt vorallem für die Lovestory zwischen Sarah und Brad, die Geschichte um Exhibitionist Ronnie kann da schon eher punkten und war für mich auch der wesentlich interessantere Teil des Films.
Überzeugen kann "Little Children" jedoch visuell. Brillante Einstellungen, denkwürdige Bilder und immer wieder ganz hervorragend umgesetzte Szenen, die aber immer ein bißchen den Eindruck erwecken, als würden sie gänzlich für sich alleine stehen, als seien sie ein Sammelsurium. Denn "Little Children" hat auch seine Phasen, in denen er relativ unspektakulär daherkommt, was die gerade erwähnten Punkte oft unnatürlich gut herausstechen lässt.
Wie eingangs schon gesagt: Wirklich gut...aber das gewisse Etwas fehlt dann einfach doch zu oft, um in die oberste Liga vorzustossen.

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littledrummerboy01

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Bewertung6.5Ganz gut

Grundsätzlich eine sehr gute Geschichte mit tollen Darstellern und Bildern und sehr starken Szenen (Schwimmbad!), aber das Ende wirkt irgendwie inkonsequent und hat mir so einfach den Spaß an dem Film kaputt gemacht. Zum Einen, weil ich ein anderes Verhalten der Hauptfiguren am Ende einfach besser gefunden hätte, so ganz persönlich jetzt, aber auch, weil das Verhalten sich mir einfach nicht erschlossen hat, und das ist eigentlich so schade, denn ansonsten ist der Film richtig gut. Aber so stehen eben die Figuren insgesamt in Frage und die Aussage ist so auch nicht gut...
Aber allein wegen der Schwimmbad-Szene sollte man sich den Film anschauen!

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Punsha

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Inwiefern hat dich das Ende gestört? SPOILER: Die handelnden Figuren haben, als sich am Ende alle negativen Ereignisse überschlugen, erkannt, dass sie keine kleinen Kinder mehr sind (Titel) und die metaphorische Schlusssequenz mit der unbesetzten Schaukel fand ich einfach grandios.


littledrummerboy01

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SPOILER: Erst machen sie einen auf Auflehnung gegen die Gesellschaft, das ist ja noch gut, aber dann gehen sie einfach zu ihren alten Mustern zurück - will heißen der Film sagt damit, ein glückliches Leben lebt man nur angepasst, und damit macht das Ende finde ich alles was vorher kam kaputt. Wirkt sehr inkonsequent.


Punsha

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Wo schon Sam Mendes in AMERICAN BEAUTY und REVOLUTIONARY ROAD in den letzten Jahren das amerikanische Vorstadtleben studierte, nutzt auch Todd Field jenen Ort als stereotype Plattform für seine universelle Kritik an der Gesellschaft. Wohin diese hinausführt, kann der nachdenkliche Zuschauer bereits anfangs erahnen. Plappernde, einfältige Damen mit nichtigen Problemen, die wie kleine Schulmädchen einen gut aussehenden Mann anhimmeln, ohne mit ihm auch nur ein einziges Wort gesprochen zu haben, stehen sinnbildlich für die folgenden Ereignisse, welche die Bewohner von East Wyndam schonungslos demaskieren werden. Ob wir nun zwei Menschen beim Fremdgehen beobachten, die ganze Gegend vorurteilshaft gegen einen Pädophilen hetzt oder wir zu Beginn Zeuge jenes obigen Beispiels werden: Der Titel des Films springt einem von Szene zu Szene förmlich ins Gesicht und begleitet seine Figuren bis zu seinem schockierenden Ende. Ja, hier gibt es wenig zu lachen. Trauer und Schwermut stehen sowohl hinter, als auch vor dem Bildschirm im Mittelpunkt und gleitet hin und wieder in intensiven Seelenschmerz ab. So zum Beispiel, als der frühere Sexualstraftäter Ronald James McGorvey (Jackie Earle Haley) ein Schwimmbad voll mit Kindern besuchen will oder als die scheinbar einzig reife Person des Films und Protagonistin Sarah schließlich erkennt, dass auch sie sich nicht zwingend vom Rest des naiven Menschenschlags unterscheidet. Es ist schlichtweg beeindruckend, wie detailliert Field jede Einzelne seiner Figuren zu zeichnen vermag und so das Interesse des Zuschauers weckt, während er sie, trotz ihrer Schwächen, Fehler und manchmal hassenswerten Handlungen doch stets gewöhnliche Menschen sein lässt, die in uns Verständnis und Mitgefühl finden. Hinzu kommt ein bärenstarker Cast, der dafür sorgt, dass die clevere Story fast immer authentisch und nur sehr selten konstruiert erscheint.
Fazit: LITTLE CHILDREN ist eine schlichtweg beeindruckende, teils verstörende Filmerfahrung, die einige schwierige Themen beinhaltet, diese aber stets sorgsam und niemals oberflächlich behandelt. Ein Film, dessen große Stärke in seiner beunruhigenden Stille liegt, die uns aus dem heilen Dasein oftmals erschüttert und scheinbar unmenschliche Charaktere zu Menschen werden lässt. Man bedenke, sie sind doch alle nur kleine Kinder.

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ethno.e

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

am ende dachte ich, mir springt gleich das herz aus der brust. unglaublich spannend und eindringlich!

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keinohrhase20

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Bewertung9.5Herausragend

Die Stärke des großartig besetzten Filmes liegt in seiner Schlichtheit und in der daraus resultierenden Ruhe welche immer wieder durch die aufkeimende Lust (anders)zu leben der Charaktere in Auffuhr gebracht wird. Daraus entstehen Bilder, Gefühle und Situationen welche auf den ersten Blick nichts weiter hergeben als mal nackte(in zweierlei Hinsicht)mal deprimierte und selten wirklich glückliche Figuren die mit dem Alltag nicht klar kommen.

Das geniale daran ist das jeder der sich in einer ähnlichen Situation befindet das ein oder andere sehen wird was dem anderen entgeht. Hier steht der Subtext ganz klar vor dem Kontext, das dies nicht für jeden zu erkennen ist macht den Film für so manchen langweilig und das ist auch gut so. Den genau die Tatsache das man sich in dem Film selbst einbringen kann/muss macht den Film meiner Meinung nach zu etwas besonderem.

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Joxcus

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Bewertung9.0Herausragend

"Little Children" ist ein Film der eher ruhigeren Töne, erweist sich aber als sehr aussagekräftig und entfaltet eine unglaubliche Nachwirkung beim Zuschauer. Ein Machwerk, dass nur so von vielseitig gestalteten Figuren lebt, die allesamt ihre Stärken und Schwächen haben. Sie kämpfen mit sich selbst, verursachen große Missverständnisse untereinander und durchleben Achterbahnen großer Gefühle. Wir begleiten sie durch eine Welt, die nur so nach Problemlösungen schreit. Eine Welt, die äußerst real erscheint und in der ein Gut-vs-Böse-Schemata nach Filmende nur schwer auszumachen ist. Eine Welt, die aus Ängsten, Misstrauen, Zweifeln, Schmerzen, Überwindungen und Enttäuschungen besteht. Eine Welt, in der eine unbedeutende Abfuhr - die eine Person der anderen erteilt - eine Kettenreaktion üblen Ausmaßes bei vielen weiteren Personen verursacht. Eine Welt, in der Träume platzen und in der Gedanken an eine bessere Zukunft den letzten Halt geben. Eine Welt, die unserer schließlich gar nicht so unähnlich ist.

Mit der Zeit packt uns eine enorme Neugierde. Denn stets fragen wir uns, wie die Ereignisse wohl ausgehen mögen oder was als nächstes passieren wird. Ein Film, den man nicht einfach nur sieht, sondern mit jedem Atemzug hautnah miterlebt. Danken muss man an dieser Stelle dem Darstellerensemble, das hier durchweg überzeugt und dem Film die geforderte Authenzität gibt.

"Little Children" ist bewegend, realitätsnah, dramatisch, schonungslos und trifft den Nerv der Zeit, ohne dabei im Kitsch oder im Happy End zu versinken. Doch das macht ihn erst so unheimlich gut und überzeugend. Wer also ein eingängiges und gesellschaftskritisches Beziehungsdrama sucht, wird hier fündig werden. Thumbs up!

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keinohrhase20

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Wunderbarer Kommentar, jedes Wort und jede Silbe ist 100% zutreffend. Danke dafür


Birgisson

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Bewertung7.5Sehenswert

Ich kenne das Buch leider nicht, dennoch kommt mir der Film zu unklar rüber. Er wirkt über große Strecken eher wie moderne Märchen, wie z.B. Big Fish oder auch Amelie, was natürlich auch dem Erzähler zu zu schreiben ist.

Mit dem Auftreten des Päderasten Ronnie verfällt der Film aber sehr ins düstere und bedrohliche. Hier wirken meiner Meinung nach viele Szenen zu konstruiert und überspitzt. Die Schauspieler sind durchgängig ziemlich gut und schaffen es gut die teilweise extreme Ausweislosigkeit glaubhaft darzustellen.

Das Ende hat mir ebenfalls nicht gut gefallen, setzt aber den vorher gewählten Kurs konsequent fort. Leider eher Durchschnittsware.

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Spielberg_Fan

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Exzellentes besetztes und gespieltes Drama, das wie schon so manch anderer Film vorher, einem das biedere amerikanisch Vorstadtleben vor Augen hält, nur um einiges beeindruckender. Ja, „Little Children“ bringt vielleicht nicht neuartige dramatische Elemente zum Vorschein, aber weiß wie man so eine Episode aus dem Leben richtig erzählt. Ehebruch, Pädophilie, verlorene Träume und einfach das Gefühl, dass man im Leben etwas verpasst hat, weil man doch rechts abgebogen ist. Alles Themen, die jeden erwischen können, wenn er seine Fuß vor die Haustüre setzt. In allen diesen Lebenssituation fühlt man sich verloren und hilflos, eben wie ein kleines Kind. Aber auch wenn man diese Stationen im Leben durchläuft, so gibt es am Schluss doch manchmal die Einsicht und die Chance noch einmal zu wenden bzw. aus seiner bestehenden Situation das Beste herauszuholen.

Nicht mehr und nicht weniger will uns dieser kleine Film mit großer Wirkung sagen. Der hörbuchartige Erzähler und der Score aus der Feder von Thomas Newman wirken dabei doppelt so gut auf den Zuschauer ein. Perfektes Kino aus Hollywood, wie es selten kommt.

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Hooded Justice

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Bewertung9.0Herausragend

Wer ist schuldig und wer ist böse? Oder wer ist unschuldig?
Es scheint die perfekte Welt zu sein. Der perfekte Ort für unsere Kleinen. Spielplätze, Parks und Verkehrsberuhigte Straßen. Bis der Perverse kommt. Bis sich der Ballkönig in ihr Herz tanzte. Bis sich irgendwie alles dreht und wendet und die längst herrschende Unzufriedenheit ans Licht kommt.
LITTLE CHILDREN ist grandios. Und es ist nicht nur der Familien- und Sexualkonflikt, das Betrügen, die Sünden und die unerfüllte Begierde allein, die ihn mit seinen Themen zu diesem Kunstwerk machen, sondern es ist seine beispiellose Umsetzung. Die hörbuchartige Erzählung im Sinne eines filmischen Romans. Kate Winslet und Patrick Wilson am Hintergehen. Jackie Earle Haley am Wahnsinnigsein, aber vielmehr Wahnsinnigwerden. Alles ist authentisch. Nichts wirkt gespielt. LITTLE CHILDREN ist grandios. Verdammt tiefgängig.

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