Loving - Kritik

Loving

GB/US · 2016 · Laufzeit 123 Minuten · FSK 6 · Drama · Kinostart
Du
  • 6 .5
    Framolf 04.08.2017, 00:19 Geändert 04.08.2017, 00:20

    Die (aus gesellschaftspolitischer Sicht) recht interessante Geschichte wurde leider extrem dröge inszeniert. An sich kann eine betont ruhige Inszenierung auch ein wirkungsvolles Stilmittel sein, da es dann umso brachialer wirkt, wenn diese Ruhe durchbrochen wird. Hier hingegen läuft es nie komplett aus dem Ruder. Das ist einerseits durchaus wohltuend, weil nicht den üblichen Konventionen des Formelkinos gefolgt wird. Zudem baut sich über die gesamte Laufzeit eine gewisse latente Bedrohungskulisse auf, die unterschwellig stets präsent ist. Andererseits werden dadurch aber auch einige Längen erzeugt, die sich bei einer etwas kürzeren Laufzeit vielleicht hätten vermeiden lassen. Das Setting ist größtenteils sehr gut; nur die Szenerien auf dem Bau wirken teilweise etwas unausgegoren. Ganz besonders bemerkenswert ist die darstellerische Leistung von Ruth Negga, die sich ihre Oscarnominierung damit mehr als verdient hat. Ihr minimalistisches und nuanciertes Spiel geht fast schon in Richtung Bill Murray. Allein schon ihr immer wieder vorgetragener sorgenvoller Blick ist ein wahres Highlight.

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    • 6
      Professor_Film 26.06.2017, 01:08 Geändert 26.06.2017, 01:38

      Definitiv Jeff Nichols glattester Film. Zwar bewahrt er sich seinen ruhigen Ton, es fehlt aber die Rohheit seiner vorherigen Filme.
      Absolut genre-typisch wird hier die Geschichte des Ehepaars Loving erzählt und schlussendlich wird dabei auch nichts falsch gemacht. Filmisch ist "Loving" jedoch keine Offenbarung und lebt lediglich von der inhärenten Tragik des Schicksals seiner Protagonisten. Ein guter, aber kein überragender Film.

      "Tell the judge.... I love my wife."

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      • 4

        Völlig overrated. Durch den ganzen Film hinweg pures Schnarchen. Ganz gut gespielt, und historisch gesehen sicherlich relevant, als Film aber zu schade um die verlorene Zeit.

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        • 8

          Loving gebricht [es] an selbstgerechter Empörung. Er hält kein erhebendes Plädoyer, sondern zieht es vor, seine Charaktere auf Augenhöhe zu betrachten.

          • 7 .5

            Nichols belässt es dabei, die Anfeindungen zu zeigen, den Rassismus im Alltag zu dokumentieren. Ganz bewusst verzichtet er auf die Ausschreitung, den Übergriff. [Anke Leweke]

            • 7 .5

              "Loving" erzählt die wahre Geschichte von der Ehe zwischen einer dunkelhäutigen Frau und einem weißen Mann, die aus Virginia in einen anderen Bundesstaat ziehen mussten und nach der gesetzlichen Erlaubnis der Ehe zwischen verschiedenen Rassen, Jahre später wieder zurück kehren konnten. Überzeugend gespielt von Joel Edgerton und Ruth Negga, die für ihre Darstellung eine Oscar Nominierung erhielt. Sehr einfühlsam und traurig inszeniert, aber mit über zwei Stunden etwas zu lang. Ein Film den man sich ansehen sollte und der zum Nachdenken anregt betreffend Nationalitäten denn jeder ist gleich gleichberechtigt egal welche Rasse man hat.

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              • 5 .5

                Meine Güte war der lahm, aber wenigstens hat Michael Shannon mit seinem 2 Minuten Debüt kurzzeitig geglänzt. Also die Geschichte zieht sich wie ein Gummiband, obwohl sie in 2 Sätzen erzählt wäre. Man denkt immer, da muss doch noch irgendwas kommen, aber es kommt nichts. Die Lage ist auch längst nicht so melodramatisch wie anfangs angenommen, ein Film der vielleicht als 15minütige Doku funktioniert hätte, um kurz die Fakten zu benennen, das ganze Drumherum ist langweilig und ermüdend. 5.5 Punkte für Shannon als erstklassigen Reporter.

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                • 7

                  Durch die ruhige erzählweise hat der Film schon ein paar Längen. Das 60er Jahre Setting ist toll in Szene gesetzt. Die beiden Hauptdarsteller Ruth Negga und Joel Edgerton spielen super.

                  • 7 .5

                    Ein leiser und zugleich starker Film, ergreifend und relevant, der hält, was er verspricht: Liebe. [Diemuth Schmidt]

                    • 8 .5

                      Das sublime, zurückhaltende Spiel von Joel Edgerton und Ruth Negga verleiht den Liebenden Glaubwürdigkeit und Gravität. [...] Die Erkenntnisse, die sich [in Loving] einstellen: Das Private, hier ist es fürwahr politisch. [David Kleingers]

                      • 1 .5

                        Nennt mich gerne einen Banausen aber ich fand den Film zumindest für mich völlig überflüssig. Ich habe hier schon Worte wie "unaufgeregt" "zurückhaltend" und "subtil" gelesen - meine Übersetzung - LANGWEILIG.
                        Der Film tröpfelt dahin während mir die Hauptdarsteller nicht im Geringsten ans Herz wachsen. Mir ist klar, dass es ein Historiendrama ist aber wenn ich mir ständig die Frage stelle warum die beiden immer wieder so "blödsinnig" handeln, kann ich einen Film nicht genießen.
                        Dazu kommt, das ich ihn gesneaked habe und offensichtlich nicht zur Hauptzielgruppe gehöre (wer ist das?). Für mich wäre die Sache vielleicht interessant gewesen, wenn das Ganze in Deutschland ab 35 gespielt hätte aber die Rassentrennung in Amerika ist für mich zu weit weg.

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                        • 7

                          Der gefeierte Filmemacher Jeff Nichols nimmt sich hier eines historisch bedeutenden Schritts zur Rassengleichheit an und macht daraus etwas ganz eigenes: eine Mischung aus alltäglicher Romanze und Justizdrama. Das ist schön zurückhaltend, teilweise aber schon wieder zu distanziert und unbefriedigend nichtssagend – auch weil „Loving“ grundsätzlich wenig Kontext liefert.

                          • 7 .5

                            Loving ist kein Film, der Wunden aufreißt, es ist einer, der Brücken schlägt. Und das gilt nicht nur in der Rassenproblematik. [Stefan Volk]

                            • 9

                              Erfreulich unaufgeregter Historienfilm, der die Geschichte von Richard und Mildred Loving erzählt, die in den 60er Jahren gegen das in ihrem Heimatstaat Virginia geltende Verbot »gemischtrassiger« Ehen klagen. Statt als pathosschwangeres Gerichtsdrama inszeniert Nichols das bedeutsame Geschehen als intimes Porträt zweier Menschen, die Geschichte schreiben, weil sie sich einfach nur lieben wollen – und trifft damit den Kern der Sache. [Alexandra Seitz]

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                              • 5 .5
                                TheBirdman 23.05.2017, 09:59 Geändert 23.05.2017, 12:53

                                Mit "Loving" ist Jeff Nichols erneut ein solides Drama gelungen....solide...mehr leider nicht. Denn der Film unterscheidet sich kaum von anderen rassistisch geprägten Dramen. Die Story ist vorhersehbar und unglaublich langatmig erzählt. Da hätten es runde 90 Minuten vermutlich auch getan. Stattdessen müssen wir den Leidensweg der Lovings über zwei Stunden (!!) lang begleiten und bekommen dabei zwei Protagonisten vorgesetzt, zu denen ich in keinster Sekunde eine emotionale Bindung aufbauen konnte.

                                Joel Edgerton spielt die Rolle des Hillbillys mit einer Mischung aus Forrest Gump und Til Schweiger. Ruth Negga...ja sie agiert in ihrer Rolle nicht schlecht, ist jedoch immer noch Welten von der Oscarnominierung entfernt, die sie dieses Jahr fast schon bekannt gemacht hat.

                                Die meisten Dialoge bringen die Geschichte kaum voran. Immer wieder bekommen wir stattdessen Zeitsprünge vorgesetzt, die gerade wichtige Dinge außer acht lassen. Wie haben sich die beiden kennengelernt? Wie ist die Beziehung von Vater Richard zu seinen drei Kindern? Und und und. Großartige Höhepunkte oder dramatische Einschübe sucht man hier vergeblich. Hin und wieder ist ein Spannungsbogen zu erkennen. Draus gemacht wird letztendlich wenig.

                                Fazit: Rassissmus Drama, dass sich gerade noch so in der Liga "Okay" befindet, dem "Genre" jedoch keine neuartigen Facetten hinzufügt. Da gehen vergleichbare Filme wie "12 Years a Slave" oder "The Great Debaters" deutlich mehr unter die Haut.
                                PS: Wenn man ihn sich doch anschauen sollte, dann bitte im Originalton. Die deutsche Synchronisation ist stellenweise wirklich eine Frechheit.

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                                • 8
                                  VisitorQ 22.05.2017, 23:42 Geändert 22.05.2017, 23:46

                                  Dieser Frechdachs Jeff Nichols. Ich gehe ihm immer wieder auf den Leim. Ich kann gar nicht so genau sagen wie er das macht aber seine Filme haben mich so ca. nach 4 Sekunden und lassen mich bis zum Ende nicht mehr los. Der Typ kann wahrscheinlich einen 217 minütigen Streifen drehen wie Mini Maiskolben den Weg ins Gläschen finden und ich werde von Anfang bis Ende gespannt vor der Leinwand sitzen, den Tränen nahe und immer wieder "ich liebe Kino" flüstern.
                                  Aber manchmal darf man schwach sein.
                                  Und bei Jeff Nichols bin ich es gerne.
                                  Herzchen.

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                                  • 5 .5

                                    Gesneakt.
                                    »Loving« ist ein Film, bei dem das Szenario interessant, die Charaktere sowie die Inszenierung großartig und das Schicksal tragisch ist. Kurzum: Ein perfekter Grundstock für ein Drama.

                                    Das Problem: Der Plot ist sehr dünn und sehr vorhersehbar, was dafür sorgt, dass einerseits eine gewisse treibende Kraft fehlt und andererseits selbst die gefühlvollen Momente blass wirken, weil nicht genügend Kontrast zum Hintergrund besteht.

                                    Es mag auch meiner Tagesform geschuldet gewesen sein, dass ich den Film unter seinem eigentlichen Wert sehe, aber mit seiner schleichenden, etwas zu ruhigen und auch irgendwie langweiligen Art hab ich mich doch nur wenig angesprochen gefühlt.

                                    • 7

                                      "Loving" ist ein historisches Drama über das Recht der Ehe zwischen Weißen und Schwarzen in Pennsylvania (USA)

                                      Auch wenn der Film weder mit großen Dialogen noch mit besonderen Höhen oder Tiefen auskommt, schafft er es dennoch den
                                      Zuschauer von der ersten bis zur letzten Sekunde zu fesseln. Es gibt einige Momente in denen zwar nichts geredet wird,
                                      aber durch die sehr starken schauspierischen Leistungen und der großartigen Inszenierung wird das Geschehen umso ausdrucksstärker
                                      dargestellt. Joel Edgerton und Ruth Negga brillieren in diesem extrem intensiven Drama über bedingungslose Liebe.

                                      • 8

                                        Loving wird niemanden vor Begeisterung aus dem Kinosaal stürmen lassen, dafür sind die Freuden dieses Dramas zu subtil [...]. Darauf muss man sich einlassen können und einlassen wollen – wer dies tut, wird auch hier wieder belohnt, wenngleich etwas weniger als bei Nichols bisherigen Filmen. [Simon Staake]

                                        • 7

                                          der start diese woche faellt aus !...

                                          • 8 .5

                                            Toll gespielt, die beiden Hauptdarsteller sind klasse, die Geschichte ruhig erzählt.

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                                            • 8

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                                                Sehr toll gespielt. Nur etwas mehr Pepp bitte.

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                                                  NewYorkTimes 04.11.2016, 11:19 Geändert 04.11.2016, 11:19

                                                  Mr. Nichols ästhetischste Entscheidung bei Loving war die Ruhe des Films. [Manohla Dargis]

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