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Lulu und Jimi - Kritik
DE 2009 Laufzeit 95 Minuten, FSK 16, Komödie, Drama, Kinostart 22.01.2009
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Kritiken (6) — Film: Lulu und Jimi
Marcus Wessel: Deadline, blairwitch.de, pr... Marcus Wessel: Deadline, blairwitch.de, pr...
Kommentar löschenLulu und Jimi will jedoch nicht nur eine bewusst zuckersüße Liebesgeschichte erzählen, der Film ist von Roehler zugleich als Hommage an David Lynch und dessen blutige Road-Movie-Romanze Wild at Heart (1990) konzipiert. Nicht zufällig heißt Roehlers Heldin Lulu. Das klingt fast wie Lula, Laura Derns Charakter bei Lynch. Bisweilen meint man, Roehler wandle gar auf den Spuren eines Quentin Tarantino, dessen Filme ohnehin als Zitatensammlung der Kinogeschichte verstanden werden können. Im direkten Vergleich mit solch prominenten Namen zieht Lulu und Jimi aber den Kürzeren, was nicht wirklich verwundert. Schließlich erreicht eine Kopie nur in den seltensten Fällen die Strahlkraft des Originals.
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Suchsland: FAZ, FR, filmdienst, Berlin... Suchsland: FAZ, FR, filmdienst, Berlin...
Kommentar löschenGroß ist Roehler – auf alle Fälle in diesem Film: Seit Fassbinder niemand mehr derart präzis die Abgründigkeit des Bürgertums auf die deutsche Leinwand gebracht. Es ist eine massive, bösartig sarkastische und erschreckend treffende Kritik an den Mythen der deutschen Bürgerlichkeit. Hier ist die Familie wieder ganz ursprünglich blossgelegt als der Terrorzusammenhang, der sie immer war. Und der wahnsinnige Professor Mabuse sitzt im Wohnzimmer. Oder am Schminkspiegel. Oder in der Arztpraxis.
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Sigmund Fri, 12 Oct 2012 13:41:46 -0000
Antwort löschenIst das irgendwie ironisch gemeint?
Der Redaktör: kino-zeit.de Der Redaktör: kino-zeit.de
Kommentar löschenIm Einerlei der geschichtsversessenen oder bedeutungsschweren Kinokost ist Lulu & Jimi immerhin ein bunter Farbtupfer, der für ein wenig Abwechslung sorgt. Was ja immerhin schon mal ein Anfang ist. Nach dem für viele Zuschauer zu weichgespülten Elemtarteilchen ist Roehler mit diesem Film auf alle Fälle wieder zu seinen Wurzeln und seinem exzentrischen Stil des Filmemachens zurückgekehrt, der ihn in Deutschland zu einer echten Ausnahmeerscheinung werden lässt.
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Peter Zander: Welt, Berliner Morgenpost Peter Zander: Welt, Berliner Morgenpost
Kommentar löschenRoehler formt daraus mit großem Stilwillen ein knallbuntes Popmärchen mit bewusst überzeichneten Bildern. Er schreckt dabei auch vor Kitsch nicht zurück. Und steht zu seinen amerikanischen Vorbildern; auch wenn, wie zum Trotz, immer wieder ein deutscher Gartenzwerg fast aufdringlich ins Bild gerückt wird. Und doch ist "Lulu & Jimi" original Roehler, gerade in den Momenten, in denen er am meisten nach Lynch aussieht. Denn dieses Muttermonster, diese aufgetakelte Hexe mit rosa Pudel, an der nichts echt ist außer der Dauerfahne, ist Roehlers eigener Großmutter nachempfunden.
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E. Knörer: taz, perlentaucher, cargo-film E. Knörer: taz, perlentaucher, cargo-film
Kommentar löschenEs ist erfrischend zu sehen, wie Oskar Roehler nach seiner total vergurkten "Elementarteilchen"-Verfilmung seine oft narzisstisch verquälten Männlichkeits-Selbstbefragungen hinter sich lässt und mit der subversiven Umschreibung ausgerechnet der deutschen fünfziger Jahre seinen bisher wohl intelligentesten und charmantesten Film macht. Ein verblüffender Befreiungsschlag, der Sirk, Fassbinder und Lynch ungefähr gleich viel verdankt und doch auch ein echter Roehler ist.
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alexandra seitz: Berliner Zeitung, tip, ray ... alexandra seitz: Berliner Zeitung, tip, ray ...
Kommentar löschenDie knallbunte Welt grotesker Übertreibung, durch die Oskar Roehler seine blind Liebenden und deren bösartige Verfolger jagt, ist eine nur notdürftig getarnte Geisterbahn, eine hochgefährliche, irrwitzige Attraktion auf einem Jahrmarkt des Grauens. Sie verwandelt alles in Oberfläche. Alles außer den Gefühlen.
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Kommentare (10) — Film: Lulu und Jimi
guerrillero Sun, 06 Jan 2013 21:21:49 -0000
Kommentar löschen0,5 für den Mut, so ein Machwerk unter seinem Klarnamen in die Kinos zu bringen. Ansonsten: Schade um das schöne Geld. Was hätte man für einen guten Filme damit drehen können...
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Sigmund Fri, 12 Oct 2012 15:32:35 -0000
Kommentar löschenQuizfrage: Wie kann sich ein Regisseur am übelsten blamieren?
Antwort: Es gibt 1000 Wege, aber dieser hier ist nicht zu toppen: Man nehme einen meisterlichen Filmklassiker mit etlichen legendären Szenen und filme diese Szenen einfach nach. Ist man so talentiert oder wenigstens sorgfältig wie Gus van Sant, wird man dem Original vielleicht recht nahe kommen, zumindest als Kopie. Ist man Oskar Roehler, wird es peinlich.
Was hat der Mann sich bloß dabei gedacht eine deutsche Version von WILD AT HEART zu drehen?! Konnte er sich nicht an einer Hand abzählen, dass er dem Vergleich mit David Lynch niemals gewachsen ist?? Stellt sich hin und sagt: Ihr kennt doch Lynch – und jetzt seht her wie ich das gleiche noch mal bringe! Mit Bobby Peru und fiesen Müttern und nächtlichen Highwaybegegnungen... Nicht mal ein Himalaya aus Kokain könnte diesen Größenwahn plausibel machen.
Bleibt die Frage: Warum tut er das? Für eine Verneigung oder echte Hommage ist LULU UND JIMI viel zu lieblos heruntergekurbelt. Jeder Amateur hätte hier mehr Charme reinbringen können. Was aber mag ihn sonst dazu bewogen haben? Vielleicht eine Art bizarres Selbstkasteiungsritual? Dann, lieber Oskar, zieh doch nächstes Mal bitte nicht die Zuschauer mit rein!
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jollyroger Fri, 12 Oct 2012 16:03:03 -0000
Antwort löschenHihi, dann spar ich mir den wohl..:)
Sigmund Fri, 12 Oct 2012 16:09:12 -0000
Antwort löschenWenn man das Lynch-Original nicht kennt, kann man mit LUJ als plattes, buntes, ziemlich doofes Filmchen wahrscheinlich halbwegs schmerzlos seine Zeit verschwenden. :P
Andernfalls ist er eine echte Qual.
SoulReaver Fri, 12 Oct 2012 16:30:19 -0000
Antwort löschenUlrich Thomsen? Bitte nicht. :(
Jenny von T Fri, 12 Oct 2012 16:33:16 -0000
Antwort löschenKritikerschnitt bei MP: 7,4! Sigmund, offenbar hast du den Film nicht verstanden.
;-)
Sigmund Fri, 12 Oct 2012 16:42:32 -0000
Antwort löschen@Soul: Sprich es lieber erst gar nicht an: Ulrich Thomsen als Bobby Peru... Wenn das ganze mit Witz oder Spielfreude entstanden wäre, hätte man vielleicht ne Art Parodie draus machen können. Aber so wirkt das ganze unendlich uninspiriert und, ja, respektlos.
@Jen: Vor allem Rüdiger Suchsland, den ich eigentlich sehr schätze, würde ich gerne mal zu seiner Wertung befragen... und ihm dann die Ohren lang ziehen :P
SoulReaver Fri, 12 Oct 2012 16:54:48 -0000
Antwort löschenOh man, ich mag den Ulrich ja gerne. :/ Aber heute kommt passenderweise ja auch "Wild at Heart" im TV (den man sowieso im Regal stehen haben sollte). Das Trauma kann also beseitigt werden. :)
Jenny von T Fri, 12 Oct 2012 16:55:02 -0000
Antwort löschenAlternativvorschlag: Jeder, der an dieser Neuauflage beteilgt war oder ihr huldigt, erhält für einen Monat eine Gratismitgliedschaft bei der Transzendentalen Meditation.
Sigmund Fri, 12 Oct 2012 17:03:19 -0000
Antwort löschenHarrharr, ja, find ich gut!
Anoirja Sun, 14 Oct 2012 01:47:45 -0000
Antwort löschenIch habe von Roehler nur "Elementarteilchen" gesehen und der war schon unerträglich. Kein Interesse.
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Sigmund Sun, 14 Oct 2012 13:16:17 -0000
Antwort löschen...und den fand ich noch vergleichsweise gut! Aber das hier, also das hier...
Wenn man die inszenatorischen Großqualitäten von Lynchs WILD AT HEART zu schätzen weiß, seine einzigartig abgründige Atmosphäre, die ganzen unvergesslichen Bilder, den tief unter die Haut gehenden Soundtrack, die düster-elegante und völlig zeitlose Kamera, den bei aller Überzeichnung hermetischen Kosmos, seine bis in die kleinste Nebenrolle erlesene Besetzung, die fast schon magische Leinwandwirkung etlicher Szenen und und und – dann kann man sich angesichts von Roehlers einfältigem Trash-Remake nicht einmal vorstellen, dass dem das Original überhaupt gefallen haben könnte!
Anders kann ich es mir nicht erklären.
robertpires27 Mon, 21 Jan 2013 09:46:10 -0000
Antwort löschenDem ist nichts hinzuzufügen ! Wenn dann hätte Roehler zumindest versuchen sollen eine Parode darzubieten aber für das hier fehlen einem einfach die Worte...
Muxi92 Mon, 21 May 2012 20:17:56 -0000
Kommentar löschenEgal wie kitschig, eigenartig und teilweise verwirrend der Film ist, eins muss man ihm lassen: Er zieht sein Ding konsequent durch und steht damit leider so ziemlich allein da in Deutschland. Wenn mehr deutsche Filmemacher die Eier hätten, solche Filme zu drehen und vorallem wenn sich Filmfirmen trauen würden, so etwas zu produzieren, sähe unsere Filmlandschaft um einiges besser aus.
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Sigrun Fri, 09 Sep 2011 07:27:49 -0000
Kommentar löschenOskar Roehlers (semi-)autobiografischer Roman "Herkunft" erscheint dieser Tage (Sept. 2011) im Buchhandel. Grund genug, dass ich mich an den einzigen Film erinnere, den ich jemals von ihm gesehen habe: "Lulu & Jimi" aus dem Jahr 2009. Im Kino natürlich, wo er hingehört! Denn nur dort entfaltet sich die quietschbunte, schrille, bewusst überladene, überaus exzentrische visuelle Kraft des Films. Schauspieler, Ausstattung und Kameraarbeit verdienen die Note fabelhaft. Das Drehbuch ist allerdings Mist. Ein Umstand, der zu einigen Abzügen in der B-Note führt!
Der Film zeigt im Abspann das Insert "Thank you David L" und gilt allgemein als Hommage an David Lynchs "Wild at heart" von 1990. Doch was ist das für eine Verbeugung? Wo Lynch grotesk ist, überzeichnet Roehler ins Über-Groteske, wo Lynch falsche Fährten legt, führt Roehler ins Bodenlose, wo Lynch bewusst kitschige Versatzstücke einsetzt, inszeniert Roehler ultimative High-End-Sentimentalitäten! Das ist keine Hommage mehr, das ist eine Vivisektion. Und nichts, was Lynchs Werk nicht locker vertragen (und wegstecken) könnte!
Ein paar Worte zum Trailer: Wer nach Sichtung des (schlechten) Trailers meint, es handele sich um eine mit Rock'n'Roll-Attitüde garnierte, bonbonfarbene Romcom im Look der späten fünfziger Jahre, der sei hiermit ausdrücklich gewarnt. Es beginnt größtenteils harmlos und endet im schieren Gegenteil! Außerdem spielt der (ansonsten) geniale dänische Schauspieler Ulrich Thomsen mit (in der Rolle des Harry Hass^^). Er kommt im Trailer gar nicht vor und er wäre auch im Film besser nicht aufgetreten, aber jeder macht mal einen Fehler, würde ich sagen. Trotzdem schade, denn Roehler kommt mit den anderen Schauspielern sehr gut zurecht, die - mit Ausnahme von Thomsen - allesamt sehr gekonnt agieren.
Fazit: Oberflächlich betrachtet: Knallfarben-Lynch-Ästhetik aus der unterfränkischen Provinz! Unter der Fassade lauern jedoch Hass, Niedertracht, Boshaftigkeit und Intoleranz. Wie im richtigen Leben also, das ja leider auch dann und wann leider irgendwie schlecht inszeniert wirkt. Im Grunde ist der Film also lynchiger als Lynchs eigene Filme. Das gefällt mir.
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BigDi Fri, 09 Sep 2011 09:30:04 -0000
Antwort löschenDas macht Lust, sich die TV-Aufnahme doch reinzuziehen, danke. ;)
Grohacke Thu, 11 Aug 2011 22:45:32 -0000
Kommentar löschenAuf jeden Fall keine Romantische Komödie. Wie sollte auch ein Film, der über lange Strecken David Lynchs "Wild at Heart" nachvollzieht eine Romantische Komödie sein? Hier versagen die Kategorien. "Hardcore Kitsch Roadmovie Märchen" wäre vielleicht passend. Für sich allein genommen hätte ich wohl auch eher eine 6.0 vergeben. Aber gerade weil ich es vorher nicht wusste, hatte ich einen mords Cineasten-Spaß, als mir klar wurde, dass hier eine Hommage und streckenweise geradezu 1:1-Kopie von Lynchs Werk am Start ist. Toll, dass es sowas aus Deutschland gibt.
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Sigmund Sun, 14 Oct 2012 09:22:19 -0000
Antwort löschen...wenn sie nicht so beschämend misslungen wäre. Man hat ja den Eindruck, dass der Regisseur die Substanz und den inszenatorischen Reichtum seiner Vorlage nicht einmal erahnte.
Kloina1893 Fri, 19 Nov 2010 18:21:51 -0000
Kommentar löschenHab ich damals in Sneak gesehen.
Kitschig. Naiv. Dämlich. Furchtbar.
War es der schlechteste Sneakfilm, den ich bisher ertragen musst? Wenn ich so drüber nachdenke... JA!
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Tytus Thu, 30 Dec 2010 08:47:16 -0000
Antwort löschenpassender wäre doch Lulu & Pipi :D
Telebaum Sat, 06 Mar 2010 20:59:05 -0000
Kommentar löschenunterirdisch, oberflach und beschämend, epigonentum der übelsten sorte und alles andere als ein gelungene homage an lynch, vielmehr der endgültige tiefpunkt im schaffen des o.roehler, das mit "alter affe angst", "agnes und brüder" und "elementarteilchen" steil und stetig nach unten führte - zukünftig muss die moviepilot-bewertungsskala für roehler in den minusbereich ausgedehnt werden, schade eigentlich für einen regisseur, von dem "die unberührbare" stammt und der visuell zu den interessantesten deutschen filmemachern zählt
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Janus Winter Fri, 12 Aug 2011 18:14:01 -0000
Antwort löschenim gegenteil.
Telebaum Wed, 17 Aug 2011 10:33:11 -0000
Antwort löschenwas im gegenteil?
Janus Winter Wed, 17 Aug 2011 14:36:37 -0000
Antwort löschenalles, was du geschrieben hast, empfinde ich im gegenteil. außer was nach "schade eigentlich..." kommt.
Sigmund Fri, 12 Oct 2012 14:02:48 -0000
Antwort löschen@telebaum: Du scheinst so ziemlich der einzige an dieser Stelle zu sein, der nicht komplett durch den Wind ist. Die Kritiker, selbst Rüdiger Suchsland, verteilen hier fast durchweg BESTNOTEN (!) – wie bloß konnte es nur allen Ernstes dazu kommen bei so einem Auswurf von handwerklicher Stümperei, deren erzählerische Motive auch noch von vorne bis hinten aufs plumpste kopiert wurden (was die inszenatorische Armseligkeit im Vergleich zum Lynch-Original nur um so deutlicher hervortreten lässt). Tatsächlich ohne Übertreibung einer der beschämendsten Filme, die ich überhaupt je gesehen habe.
Am meisten schockiert bin ich allerdings von den Kritikerwertungen, für deren Zustandekommen mir einfach jede Phantasie fehlt.
Wäre sehr dankbar für erhellende Hintergrundinfos, falls von Deiner Seite vorhanden...
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Telebaum Sat, 13 Oct 2012 07:47:23 -0000
Antwort löschenSuchslands Kritik in voller Länge gibt etwas Aufschluss über seine Gründe und vor allem über die dafür ursächlichen "Qualen“, die ein Kritiker in deutschen Kinolanden zu erleiden hat. Da schreibt er: „Roehler beweist hier auch, dass man auch in Deutschland Filme machen kann, die sich in ihrem Aussehen, in Professionalität und Machart hinter Hollywood nicht verstecken müssen ... er sieht amerikanisch aus, und beweist damit, dass es nicht um Geld geht, sondern um Geist, wenn solche Filme bei uns sonst nicht gemacht werden."
Ich glaube dass so ein Kritiker irgendwann einfach - was sogar fast nachvollziehbar ist - der neuen Berliner Schule überdrüssig ist, so geistreich das auch sein mag, der Rührseligkeit eines Dresen, diesem ganzen biederen Realismus im deutschen Kino und der sich nur danach sehnt, dass mal ein deutscher Film halbwegs wie ein amerikanischer daherkommt, wo man sich auch mal mit einer Tüte Popkorn zurücklehnen kann und das Leben als Kritiker genießen darf, statt sich unentwegt mit diesen ganzen zwischenmenschlichen Anstrengungen in visuellen Wüsten herumzuschlagen – in dieser Euphorie kann schon mal der eine oder andere kritische Blick aussetzen, das wirkliche Auseinanersetzen mit dem, was bei Roehler hinter dem „wunderbaren Darstellern“, der „eleganten Choreaografie“, dem „hochgradig Unterhaltsamen“, dem „Spaß von der ersten Minute an“ steht, nämlich nicht viel...wie Suchslands ja beim Lesen seiner eignen Kritik schnell hätte bemerken müssen.
Sigmund Sat, 13 Oct 2012 12:24:59 -0000
Antwort löschenDanke für Deine erhellenden Zeilen, wahrscheinlich hast Du recht.
Trotzdem würde ich mir von einem Kritiker wünschen – so sehr ihn manches Déja-vu im deutschen Film ermüdet haben mag – dass er zuallererst den dramaturgischen Inhalt, die Figurenzeichnung, das inszenatorische Feingespür eines Werkes wahrnimmt anstatt dessen Verpackung allem überzuordnen.
Suchsland scheint hier ja im Oberflächenblick total gefangen. Warum erhebt er nicht gleich den nächsten hübsch gegradeten Cola-Werbespot zum filmischen Meisterwerk?
Vielleicht hatte er auch nur einen verdammt schlechten Tag. Seine Schreibe ist zwar wie immer sehr gefällig, aber Sätze wie
"...ein wahnsinnig guter Böser Ulrich Thomsen, der im Film Harry Hass heißt, und zeigt, dass die Nazis Monster waren, keine Menschen." hätte er an einem besseren Tag wohl kaum geschrieben.
mar (-ion-) Sun, 09 Aug 2009 22:29:28 -0000
Kommentar löschentot-sterbens-langweilig,
trash-kino der übelsten sorte!
es war eine tortur für mich diesen film zu überstehen.
ich musste sogar googeln um zu sehen ob ray fearon in echt dunkelhäutig ist, der sah aus wie mit schuhcreme angemalt.
so kitschig war das ganze...
2worte: geld zurück!
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Strikerth Sun, 09 Aug 2009 23:45:05 -0000
Antwort löschenhahaha xD mit schuhcreme xDD ...ich bekomem mich nicht mehr ein aber danke für die warnung
mar (-ion-) Tue, 18 Aug 2009 09:22:42 -0000
Antwort löschendu hast ne bringschuld^^
spanky Sun, 02 Aug 2009 17:43:01 -0000
Kommentar löschenWie kommt man denn bitte auf die Idee, einen Lynch-Film neu zu verfilmen? Und dann auch noch meinen Liebling "Wild At Heart"? Den Plot ins Halbstarken-Milieu der deutschen Nachkriegszeit zu versetzen, kann ich ja sogar noch als orignell bezeichnen. Auch passt hier die Lichtstimmung und die kitschige Ausstattung. Allerdings krankt das Unternehmen an offensichtlichen Schwächen beim Szenenbild und Kostüm. Da darf auf keinen Fall eine Mercedes-Pagode auftauchen, wenn wir uns 1959 befinden.
Und Lulu rennt in Klamotten rum, wie sich damals nicht einmal die Damen in der Herbertstraße sich getraut hätten, gekleidet zu sein. Solche Detailschwächen könnten auch die Schauspieler ausbügeln, aber Fräulein Decker ist einfach zu farblos. Sie auch nur in einem Atemzug mit Laura Dern zu nennen, wäre blasphemisch. Eigentlich hat nur Rolf Zacher Berechtigung hier zu spielen, da er bei der deutschen Lynch-Version die Synchronstimme von Sailor gab.
Letztlich fehlt es aber an der Leidenschaft: Die "Bobby Peru"-Figur ist hier eine Knallcharge ohne Format, der man Stalingrad niemals abnimmt. Und auch Lulus Mutter sieht nur bizarr aus, spielt aber wie Bauerntheater.
Ein Sympathiepunkt für die Idee. Sonst: Forget it!
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BananenJoe Fri, 23 Jan 2009 12:28:04 -0000
Kommentar löschenSkurril, bunt und mit genügend Witz. Ein guter deutscher film mit guten Darstellern.
Der erste Überraschungsfilm dieses Jahres.
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