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Magnolia - Kritik
US 1999 Laufzeit 188 Minuten, FSK 12, Drama, Thriller, Kinostart 13.04.2000
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Kommentare (160) — Film: Magnolia
Jeffrey Liedtke Sat, 23 Apr 2011 18:29:26 -0000
Kommentar löschenich habe wahrscheinlich über 10.000 filme gesehen.
magnolia war der einzigste den ich nicht kapiert habe.
beim 2ten schauen, habe ich ihn gerafft, glaube ich zumindestens
die kurzen story´s erscheinen mir sehr übertrieben und nicht bedeutend
mache mir eher sorgen, ob dort wirklich ochsenfrösche
zu tode gekommen sind?
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KASAKA Thu, 07 Apr 2011 19:00:37 -0000
Kommentar löschenHmm, ich fühle mich wirklich sehr überfordert.Entweder habe ich ihn nicht zu 100% verfolgt, bin nicht kreativ genug, habe nicht genug Fantasie oder ich bin schlichtweg zu dumm...ABER ICH HABE IHN NICHT VERSTANDEN.(Wäre jemand vielleicht so nett und könnte mir eine kurze Nachricht schicken mit dem Sinn des Films bzw. dem Grundgedanken der hinter dem gesamten Plot steckt?) Das es um Schicksal geht ist mir klar, aber was genau ist jetz so schicksalhaft ? Steht der Froschregen wirklich für ein "göttliches Zeichen"? Fragen über Fragen, wäre wirklich froh wenn sich jemand bereit erklären würde und mir wenigstens einige davon beantworten könnte.Damit ich den Enthusiasmus nachvollziehen, ja vielleicht sogar teilen könnte.Danke!
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Ripley1 Thu, 07 Apr 2011 19:58:48 -0000
Antwort löschenHier die Kritik aus dem "Filmdienst":
Im Wettbewerb der diesjährigen „Berlinale“ hätte es radikalere, vielleicht auch tief schürfendere Filme für den „Goldenen Bären“ gegeben als Paul Thomas Anderson dreistündiges symphonisches Mammutwerk - aber gewiss keinen wagemutigeren. Was der 30-jährige Kalifornier nach „Last Exit Reno“ (fd 34 127) und „Boogie Nights“ (fd 33 156) an erzählerischer und formaler Kühnheit an den Tag legt, grenzt ans Fahrlässige - und belegt im Ergebnis ein außerordentliches filmisches Talent, das die gewaltige Partitur einer kaum zu überblickenden Zahl an Figuren, Konstellationen und Ereignissen jederzeit und energisch im Griff hat. Der Zufall, dem darin eine Hauptrolle eingeräumt wird, erhält in der Inszenierung jedenfalls keine Chance, die mit einer irrwitzigen Ouvertüre auf das treibende Stakkato verdrängter Schuld und lastender Versäumnisse einstimmt. Ein TV-Special informiert in rasanter Geschwindigkeit über drei unglaubliche, aber historisch verbürgte Fälle: zum Beispiel über den Tod eines Selbstmörders, der den Sprung überlebt hätte, wenn ihn auf dem Weg in die Tiefe nicht eine Kugel getroffen hätte, die von seinem Vater unabsichtlich abgefeuert wurde. Das Eigenartigste daran aber war, dass der Tote selbst Tage zuvor das Gewehr geladen hatte, das in den Auseinandersetzungen seiner Eltern eine fast rituelle Rolle spielte. Solchermaßen auf das Unwahrscheinliche vorbereitet, landet der Film im San Fernando Valley in der titelgebenden Straße, die er für den Zeitraum eines Tages und einer Nacht episodisch entlang streift und am Leben seiner neun Protagonisten teilnimmt.
„Magnolia“ ist einer jener Filme, über die man nicht sprechen kann, ohne eine zentrale Pointe zu verraten. Bis zu dessen Ereignis aber lockt er in die Untiefen der Gegenwart, in der das Fernsehen eine dominante Wirklichkeit darstellt. Ein alt gewordener, krebskranker Showmaster wie Jimmy Gator ist darin eigentlich ein Anachronismus. Seit Jahrzehnten moderiert er die „What do Kids Know“-Show, deren zynische Scherze er im Schlaf rückwärts, aber nicht ohne Alkohol aufsagen könnte. Das Genie unter den jungen Teilnehmer heißt Stanley, der den Jackpot knacken könnte, würde ihn nicht ein dringendes Bedürfnis plagen. In einer Bar verfolgt ein anderes, vormals berühmtes „Quiz Kid“ die Live-Show: Donnie Smith, der nichts mehr auf die Reihe bringt, seit ihn ein Blitz gestreift hat. Währenddessen ringt ein paar Häuser weiter ringt der Produzent der Sendung, Earl Partridge, mit dem Tod, umgeben von seiner hysterisch aufgelösten, wesentlich jüngeren Frau Linda, die ihn nur widerwillig der Obhut seines Pflegers Phil Parma überlässt, um neues Morphium zu besorgen. Auch Partridge leidet an Krebs, trägt aber noch schwerer am schlechten Gewissen, das nach seinem Sohn verlangt, zu dem seit langem jeder Kontakt abgebrochen ist. Es kostet Phil viel Mühe, diesen ans Telefon zu bekommen, denn Frank T.J. Mackey ist ein gefragter Experte des Geschlechterkampfes, der Männer rüde Macho-Tricks beibringt und eben in einem Interview sitzt, das seine professionelle Maske bald gefrieren lässt. Von Mackeys Grundsätzen („Gehorche deinem Schwanz!“) würde Jim Kurring kaum etwas halten, der den Beruf des Polizist wählte, weil er ohne Helfen zu können ziemlich hilflos wäre. In der hypernervösen Claudia will er deshalb nicht die Kokssüchtige, sondern ein verängstigtes Wesen erkennen, bei dem er dienstlich und privat nicht mehr richtig unterscheiden kann. Mit ihr schließt sich einer der vielen Kreise in diesem Film, denn sie ist die Tochter des todkranken Moderators, den sie aus gutem Grund zum Teufel schickt.
Was sich in dieser Auflistung der „Hauptfiguren“ statuarisch liest, fließt im Film ungeheuer elegant ineinander, ohne dass man sofort versteht oder zu verstehen bräuchte, was die einzelnen Personen miteinander zu tun haben. Und obwohl es eine große Zahl weiterer Nebenrollen und vor allem eine stupende Fülle an Geschehnissen gibt, gerät der erzählerische Fluss fast nie ins Stocken, wozu atemberaubende Plansequenzen, aber auch die dynamisierende Musik einen hohen Anteil beisteuern. Dass dieses polyphone Konzept einer aus den Filmen Robert Altmans bekannten Gleichzeitigkeit aufgeht, hängt auch an der bewunderswerten Interaktion Andersons mit seinem Schauspieler-Ensemble, in dem sich bereits eine Stammbesetzung abzuzeichnen beginnt. Julianne Moore als an sich und dem Schicksal verzweifelnde Linda, der extrem wandlungsfähige Philip Seymour Hofman in der Rolle des treuherzigen Pflegers oder Melora Walters als Rotz- und Nervenbündel verfügen über jene wunderbare Präsenz, die es dem Film ermöglicht, scheinbar nach Belieben zwischen emotional völlig disparaten Handlungssträngen hin- und herzuspringen, ohne dass der Zusammenhang verloren ginge. In besonderer Weise fügt sich auch Tom Cruise in dieses Kontext, der mit dem schmierigen, aggressiven Mackey die gewagteste, vielleicht aber auch beste Rolle seiner Karriere übernahm: Mitten in der aufgewühlten Szene am Sterbebett seines Vaters, wenn die jahrelang aufgestaute Wut aus ihm herausbricht, schneidet Anderson minutenlang andere Sequenzen, um dann ebenso unvermittelt bruchlos fortzufahren, als fügten sich die Aufnahmen wie Schuss und Gegenschuss.
Über die Demonstration von Andersons filmischer Virtuosität hinaus verlangt aber auch die wichtigste inhaltliche Absicht des Films nach dessen Länge und Struktur: die Artikulation des Glaubens an die Möglichkeit, dem blinden Zwang psychischer Prägung zu entkommen. Auf ihre Weise zahlen bis auf den Pfleger Phil und mit Abstrichen auch der Polizist einen (zu) hohen Preis für ihre Wirklichkeitskonstruktion, am deutlichsten sichtbar am Gift und Galle spuckenden Mackey und der süchtigen Claudia, denen die Vergehen ihrer Väter, Verstoß und Missbrauch, quasi ins Gesicht geschrieben stehen, oder dem Wunderkind, dessen Zukunft in der traurigen Gestalt seiner Vorläufers, aber auch an der kalten Liebe seinen Vater ablesbar ist. Gegen diese physisch wie psychisch im Kinosaal erfahrbare Zwangsläufigkeit protestiert „Magnolia“ mit zwei pointierten formalen Brüchen: zunächst nach knapp der Hälfte mit dem von Figur zu Figur weiterlaufenden Lied „It’s not ... going to stop“, dann aber, im letzten Drittel, indem sich der Himmel erbarmt und eine Flut dunkelgrüner Riesenfrösche aufs Land niederdonnern lässt, dass die Häuser beben. Die während der „Berlinale“ eifrig bemühten Parallelen zur Plage, die das biblische Ägypten heimsuchte, verwechselten Bild und Bedeutung, was den durchaus religiös interpretierbaren Sinn dieses surrealen Kniffs gänzlich aus dem Blick geraten ließ: den der Unterbrechung. Mehr als der Zusammenhang von Schuld, Einsicht und Vergebung angesichts des nahen Endes, das der Film als gelingende und als scheiternde Variation durchspielt, mehr auch als die anderen, vielleicht etwas leichthin postulierten Revisionen ausgetretener Lebenspfade berührt der Einbruch des Fantastischen, der als produktive Unterbrechung die Luft reinigt und im Medium des Imaginären die Hoffnung formuliert, dass die Schuld der Väter nicht zwangsläufig ihren Kindern zum Verhängnis werden muss.
KASAKA Thu, 07 Apr 2011 21:02:06 -0000
Antwort löschenWunderbar ! Genau nach soetwas habe ich gesucht, eine kurze Zusammenfassung des Gesehenen.Um dieses besser zu verstehen und dadurch auch als besser zu erachten als es vorher der Fall war.
Danke dir !
Nokia8310 Mon, 14 Mar 2011 23:43:54 -0000
Kommentar löschenPerfekt! Besser geht es einfach nicht, mehr als nur ein Film.
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doctorgonzo Tue, 15 Mar 2011 09:18:11 -0000
Antwort löschenUnd warum?
TylerDurden91 Fri, 11 Mar 2011 01:40:32 -0000
Kommentar löschenIch will den Film schon lange Zeit mal sehen, doch irgendwie traue ich dem Film nicht ganz. Ich meine da spielt Tom Cruise mit und den kann ich absolut nicht ab.
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Diego28 Sat, 12 Mar 2011 14:49:01 -0000
Antwort löschenDa brauchst du absolut keine Angst haben. Ich bin auch absolut kein Fan von Cruise, aber in Magnolia passt einfach alles. Ganz dringender Must-See ;)
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TylerDurden91 Sat, 12 Mar 2011 16:27:51 -0000
Antwort löschenAlles klar, ich werds riskieren :)
HeinerTV Mon, 14 Mar 2011 17:28:50 -0000
Antwort löschenVor Magnolia dachte ich er wäre gar kein richtiger Schauspieler...
Hier war er richtig gut!
Fernschreiber Thu, 24 Feb 2011 13:33:27 -0000
Kommentar löschenMagnolia ist wie ein Teller Nudeln mit Tomatensoße. Es fängt damit an, alles vorzubereiten. Man braucht eine besondere Kochatmosphäre in der Küche. Naja, zumindest gute Musik sollte man sich anmachen. Und die Musik im Film ist auch echt toll und vielfältig. Dann muss man schon mal das Wasser aufsetzten und die Soße vorbereiten. Es dauert dabei auch viel länger bis das Wasser kocht und man die Nudeln hineingeben kann, als der eigentlich Kochprozess. Bei Magnolia vergehen erstmal 120 Minuten bis alles gut vorbereitet ist – man passt natürlich eine Sekunde nicht auf und schon kocht das Wasser über. Dann hat man den Salat und man muss das ganze übergekochte Wasser wegwischen. Magnolia brodelt auch lange vor sich hin und immer wieder schwappt das Wasser hoch. Letztendlich hätte man sich da aber auch ein bis zwei Liter sparen können, also zwei Figuren und man wäre schneller fertig geworden und man hätte vielleicht nichts überkochen lassen.
Für die Soße nimmt man natürlich gute Zutaten. Frisches Gemüse, Gewürze, etwas Fleisch. Also durchweg tolle und genial besetzte Schauspieler, einige spannende Grundgeschichten, interessante Figuren, schöne Bilder und einige Kamerafahrten, die toll aussahen. Alles vermengt, abschmecken, ja, schmeckt. Irgendwann sind die Nudeln dann fertig und auch die Soße ist heiß und dann kann man endlich essen – die Wendung in Magnolia setzt ein. Das Essen schmeckt ganz okay, nicht perfekt, die Nudeln sind etwas zerkocht, die Soße etwas fade. In einem Restaurant wäre es sicher leckerer, aber man ist gut satt geworden. Irgendwie blöd auch, dass die eigentliche Nahrungsaufnahme so schnell vorbei ist. Und dann auch noch das: man merkt ein Grummeln im Bauch, irgendwas muss schlecht gewesen sein, man muss sich übergeben. Dieser falsche, blöde Moment, das ganze Kochen war umsonst, die Zeit vergeudet ist in Magnolia der Froschregen. Der macht die Stimmung zu Nichte, die stimmige Gesamtlage des Films kaputt. Das ist für mich einfach nur dumm und unsinnig. Zumal man ja auch danach noch die Küche aufräumen muss. Dabei findet man nicht den Grund für das Erbrechen, sowie mir auch bei Magnolia die Erkenntnis fehlt. Zu sehr philosophisch hochtrabend will das sein und widerspricht so dem Rest des Filmes. Dazu kommt das nicht alle Figuren toll sind und die Anknüpfpunkte insgesamt zu gering sind, um alle für notwendig zu erkennen. Somit bleibt die Erkenntnis das man durchaus mal kochen kann, aber weniger Arbeit hat man, wenn man sich beim nächsten Mal einfach wieder eine Pizza bestellt. Und schneller geht es auch.
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doctorgonzo Thu, 24 Feb 2011 13:45:14 -0000
Antwort löschenSoviel Zustimmung, wie ich hier eigentlich geben möchte, geht kaum. Eine virtuelle Verbeugung, bis mein lichter werdendes Haupthaar die Fliesen streift entbiete ich für diesen Kommentar.
ihre-herrlichkeit Thu, 24 Feb 2011 14:27:16 -0000
Antwort löschenBis auf die Sache mit dem Froschregen stimme ich dir leider nicht zu, aber du hast wirklich FANTASTISCH geschrieben! Chapeau!
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Fernschreiber Fri, 25 Feb 2011 16:42:17 -0000
Antwort löschenDankeschön ihr beiden!
der cineast Mon, 04 Jun 2012 10:22:46 -0000
Antwort löschenVerstehe den Text nicht.
Clubgeist Wed, 16 Feb 2011 20:18:42 -0000
Kommentar löschenanfangs noch gut, zu lang, strange, verrückt, gute Musikuntermalung
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Imran Wed, 16 Feb 2011 07:34:31 -0000
Kommentar löschenMagnolia ist
... ein Rohdiamant.
... einer dieser Filme, die den Zuschauer schwer verletzt zurücklassen.
... zurecht 180 Minuten lang.
... Arbeit. Grade, wenn der Film vorbei ist.
... pures Leben.
... , was viele nicht sind. Vielleicht Kunst.
... erstaunlich. Nicht nur, weil Tom Cruise mal eine ganz andere Rolle spielt.
... verdammt schwierig.
... großartig, aber keiner meiner Lieblingsfilme.
... noch nicht fertig mit mir.
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philopee Wed, 16 Feb 2011 21:02:47 -0000
Antwort löschenAußerdem bietet er außergewöhnliche Niederschläge...
Imran Thu, 17 Feb 2011 14:52:27 -0000
Antwort löschenda hast du völlig Recht. Einer der Gründe für das verletzt Zurücklassen.
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philopee Thu, 17 Feb 2011 17:13:24 -0000
Antwort löschenDadurch könnte man im wahresten Sinne es Wortes verletzt werden ;)
Imran Thu, 17 Feb 2011 17:27:24 -0000
Antwort löschen;)
Ich_mache_Seife Sat, 12 Feb 2011 13:45:36 -0000
Kommentar löschenEs wurden schon so viele huldigende Zeilen geschrieben, tausend mal schöner als sie je meinem Geist entspringen könnten.
So bleibt mir nur zu sagen, dass "Magnolia" eines der wundervollsten Geschöpfe ist, das jemals die Dunkelheit des Kinos mit seinem Glanz erhellte.
Eine Hymne an das Schicksal, die Macht der Vergangenheit auf den weiteren Lebensweg und den Zufällen im Leben der Menschen.
Ein Feuerwerk der Emotionen, welches seinen Höhepunkt in einem zarten Lächeln einer jungen Frau findet.
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DeDavid Wed, 09 Feb 2011 16:37:30 -0000
Kommentar löschenDass Paul Thomas Anderson ein begnadeter Ausnahmeregisseur ist, hat er mir mit "There Will Be Blood" aus dem Jahre 2007 bereits eindrucksvoll bewiesen. Dank meiner anachronistischen Sehensweise habe ich nun "Magnolia" eben nach dem erstgenannten Meisterwerk gesehen.
Und ich bin platt. Wenn ein Episodenfilm 3 Stunden Länge und dennoch kein Zeichen der Langeweile aufkommen will, spricht das eindeutig für einen handwerklich perfekten Streifen. Intensiv und einfühlsam beleuchtet Anderson die Psychogramme von neun Menschen, deren Wege sich kreuzen und die auf eine Weise alle miteinander verstrickt sind. Ambivalent gelingt so eine ideale Hineinversetzung in die geradezu kontrastreichen Personen. Das Finale ist sicher Geschmackssache und wird nicht jeden begeistern, bzw. kann es ein Spoiler bereits im Vorfeld ruiniert haben, sodass der Gesamteindruck nicht so brillant ausfällt, wie er sollte.
Wahrscheinlich bräuchte man Stunden, um einen Kommentar zu schreiben, der Andersons Drittlingswerk gerecht wird, daher beende ich meine Kritik mit folgendem Zitat:
"This was not just a matter of chance. Oh, these strange things happen all the time."
Wie wahr...
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Nordtveid Sun, 06 Feb 2011 01:41:56 -0000
Kommentar löschenTolle und bewegende Geschichten, die geschickt miteinander verknüpft sind und somit einen tollen Film erschaffen.
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Sozionaut Sat, 05 Feb 2011 22:39:08 -0000
Kommentar löschenDas schönste am Film war der Froschregen...
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fabel Tue, 15 Feb 2011 21:16:50 -0000
Antwort löschenschöne unorthodoxe Meinung :)
Gefällt mir immer :)
der cineast Mon, 04 Jun 2012 10:23:11 -0000
Antwort löschenVerstehe den Text nicht.
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Sozionaut Mon, 04 Jun 2012 11:11:41 -0000
Antwort löschenFrosch + Regen = Froschregen.
Froschregen im Film = schön.
fabel Mon, 04 Jun 2012 16:11:49 -0000
Antwort löschenDas verstehen Cineasten nunmal nicht...
simvlacrvm Thu, 13 Jan 2011 16:43:17 -0000
Kommentar löschenIch hab deutlich mehr erwartet. Er ist ganz unterhaltsam und man kann sich mit den Protagonisten identifizieren, auch sind ihre Geschichten durchaus menschlich und nachvollziehbar... aber letztenendes trifft der Film keine Aussage, lässt alles offen und das "Große Ganze" ist weniger greifbar als ein Froschregen. Ein feiges Ende, bei dem Anderson entweder Niemandem auf den Schlips treten wollte oder ihm einfach die Ideen ausgegangen sind.
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Chaosmacherin Thu, 06 Jan 2011 18:04:02 -0000
Kommentar löschenIch kann diesen Film nicht bewerten. Ich verstehe nicht was er von mir will. Technisch super! Auch ein paar interessante Geschichten aber... die Botschaft ist mir fern. Wenn ich ihn irgendwann noch mal sehe versuche ich es erneut.
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mundafinga Tue, 14 Dec 2010 15:11:46 -0000
Kommentar löschenMein absoluter Lieblingsfilm, der (bisher) einzige, dem ich eine 10 gebe. Die Faszination dieses Werkes ist schwer zu beschreiben.
Trotz der Überlänge von ca. 3 Stunden ist der Film nie langweilig, zu viele nebeneinander verlaufende Geschichten werden gefühlvoll und gekonnt erzählt und immer wieder zusammengeführt. Selbst nach mehrmaligem Sehen noch interessant und zum Denken anregend. Ausserdem sieht man selten eine derartig hochwertige darstellerische Leistung aller Schauspieler, jeder wirkt autentisch. Herausheben sollte man eigentlich keinen, besonders überzeugt haben mich allerdings Philip Seymour Hoffman (genial wie immer), William H. Macy und Tom Cruise in seiner - meiner Meinung nach - besten Rolle.
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doctorgonzo Tue, 14 Dec 2010 16:02:27 -0000
Antwort löschenGespielt ist das durchgängig stark, sogar von Cruise. Aber hast Du auch eine konkrete Meinung zum biblischen Gericht als Showdown?
mundafinga Tue, 14 Dec 2010 16:28:38 -0000
Antwort löschenDas ist eine schwere Frage. Denke eigentlich jedesmal nach dem ich ihn gesehen hab darüber nach, im Making Of wird darauf auch eingegangen. Soweit ich weiss, hat Anderson aber selbst keine Interpretation bzw. konkrete Stellungnahme dazu abgegeben, also eher schwierig...
Eine Interpretationsmöglichkeit wäre die, dass der Froschregen eine Art Läuterung sein soll. Ich denke, das kommt wahrscheinlich auch am Ehesten hin! Was ist deine Meinung dazu?
Was ich bei meiner Schwärmerei noch vergessen habe: Der Soundtrack! Gehört für mich zu den besten überhaupt und ist nicht nur eine Hinterlegung der Bilder sondern ist wirklich in den Film eingebettet. Speziell die Szene, wo alle Protagonisten unabhängig voneinander das Lied "Wise up (It's not going to stop...)" vor sich hinsingen, gehört für mich persönlich zu den besten Filmmomenten überhaupt...
doctorgonzo Tue, 14 Dec 2010 16:38:45 -0000
Antwort löschenIch neige auch, das Ganze als Läuterung, quasi Götterdämmerung, zu interpretieren und eben dadurch verliert der Film die Hälfte seiner Punkte bei mir. Dieses, im US Kino oft sichtbare, religiöse Geschmuse empfinde ich als furchtbar und bisweilen als intellektuelle Beleidigung.
mundafinga Tue, 14 Dec 2010 18:03:24 -0000
Antwort löschenNicht dass ich gläubig oder gottesfürchtig wäre, aber muss die Religion unbedingt in Kontrast zum Intellekt stehen? Es liegt mir fern, hier eine Diskussion über die Religion vom Zaun zu brechen, aber wenn´s danach ginge, dürfte man sich die Hälfte aller Filme nicht ansehen, weil überall kirchliche Symbole/Andeutungen/... vorkommen, auch aus anderen Religionen.
Abgesehen davon musst du diese Szene ja nicht unbedingt "biblisch interpretieren" (auch wenn´s nahe liegt). Es gibt auch in Wirklichkeit Froschregen, nimm es als obskures Ereignis, das sinnbildlich für die Zerstörung und einen darauffolgenden Neuanfang steht. Hätte wohl genauso gut ein Erdbeben sein können, wäre dann aber nichts Neues...
Nichtsdestotrotz kann ich auch verstehen, wenn man diese Szene nicht mag, ist alles andere als gewöhnlich. Aber die Hälfte der Punkte dafür abziehen, für 2 Minuten in einem 180 Minuten-Film?
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doctorgonzo Wed, 15 Dec 2010 15:49:26 -0000
Antwort löschenJa, diese Läuterung zum Guten ohne Grund (außer eben dem Krötenregen), ohne Selbstreflexion mag zwar wünschenswert sein, ist aber in keinster Weise menschlich. So, als hätte der Regisseur keine andere Idee mehr, die Klimax herbeizuführen und müsse Zeit sparen und greift daher zur erstbesten abstrusen Erklärung. Damit untergräbt er jede kreative Idee, die er zuvor in Charakterzeichnung und Entwicklung gesteckt hat. Dadurch steht dieses offenbar religiös fingerzeigende Ende schon im Widerspruch zu Vernunft und Intellekt.
mundafinga Thu, 16 Dec 2010 17:04:35 -0000
Antwort löschenNaja, so seh ich das absolut nicht... Erst mal: Wie willst du Selbstreflexion darstellen? Du könntest mit etwas Fantasie den Froschregen an sich als die Selbstreflexion oder zumindest den visuellen Ausdruck derer sehen! Ausserdem wirkt der Froschregen nicht nur als Läuterung. Der Quizmaster wird zum Beispiel durch den Froschregen vom Selbstmord abgehalten. Oder der Vater des kleinen Wunderkindes, der macht nicht den Eindruck als würde ihn die Bitte des Kleinen interessieren, ihn besser zu behandeln...
Nutella?!! Sun, 21 Nov 2010 22:01:21 -0000
Kommentar löschenEin ziemlicher, mit einem Sprint beginnender, dadurch den Zuschauer anfangs mit seiner Hektik leicht ueberfordernder, letztendlich gut 3-stuendiger Ausdauerlauf -mit zwischenzeitlichen, recht langen Atempausen und Ueberschneidungen der vielzaehligen Straenge, welche unerwartet am Ende nicht komplett zusammengefuegt werden, aber inhaltlich durch eine "regnerischen" Zaesur ueber ihren Zusammenhang nachdenken lassen.
-Um es in einem Satz zu sagen.. :P
Definitiv kein Werk fuer Jedermann, aber durchaus ein mal etwas anderes Drama, auf das es sich einzulassen doch wert ist. Nur bin ich mir ueber die Ausdehnung von 3 Stunden nicht ganz sicher.. das haette denke ich etwas reduziert werden koennen. Fuer mich ist Magnolia zwar kein Meisterwerk in dem Sinne, aber z.b. fuer seine authentischen Motivationen der Charaktere in ihren "Alltagssituationen" sehenswert. Ein Punkt den sich viele andere Filme dahingehend abgucken koennten.
-So ist Magnolia ein recht melancholisches Schicksalsdrama welches sich vor allem durch seine Lebensnaehe auszeichnet. Empfehlenswert fuer jeden der nicht immer nur konstruierte pseudo-Realitaets Filme mit HappyEnd zu seiner Unterhaltung -sehen will.
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killerspots Sun, 21 Nov 2010 14:20:52 -0000
Kommentar löschenZugegebenermaßen sollte man alle Filme von P.T. Anderson mehrere Male gucken. Weil bei jedem Male werden seine Filme besser. Auch "Magnolia".
Beim ersten Male besticht er durch seine Vielschichtigkeit und extreme Ruhe und Länge.
Aber beim zweiten und dritten Male entwickelt der Film eine Intensität, die es in meinem Augen lange nicht mehr gegeben hat.
Ein großartiges Ensemble von Schauspielern in einem konsequent durchgezogenen Abbild einer Nacht in LA mit vielen Wendungen und kleinen und großen Ideen und Überraschungen.
Außerdem ein toller Soundtrack von Aimee Mann.
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Puni Mon, 01 Nov 2010 12:57:03 -0000
Kommentar löschenPaul Thomas Andersons Meisterwerk. Beeindruckend inszeniert, trotz seiner Überlänge kurzweilig mit durch die Bank weg tollen, glaubhaften Schauspielern, extrem dramatischen Szenen und genialen Einsatz der Filmmusik beweist PT, der den Film mit 28 Jahren gedreht hat, dass er zurecht ganz oben bei den Regisseuren Hollywoods mitspielt. Allein die ersten Minuten mit anschließendem Beginn von "One" sollte jeder Filmfan gesehen haben und lohnen schon.
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el.greco Sun, 17 Oct 2010 16:41:20 -0000
Kommentar löschenWieso bin ich trotzdem enttäuscht?
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fabel Sun, 17 Oct 2010 16:45:55 -0000
Antwort löschendas musst du mir nun genauer erklären ;)
el.greco Sun, 17 Oct 2010 16:52:03 -0000
Antwort löschenDa wartet man die ganze Zeit darauf, dass was tolles passiert...und auf einmal kommen Kröten...und dann läuft schon der Abspann...
Nach den ersten 6 Minuten war das echt ernüchternd
fabel Sun, 17 Oct 2010 16:58:01 -0000
Antwort löschen:D
dann bist du aber echt noch gnädig ;)
el.greco Sun, 17 Oct 2010 16:59:02 -0000
Antwort löschenDeshalb auch das "trotzdem" im Kommentar :)
Tyler__Durden Sun, 17 Oct 2010 17:47:58 -0000
Antwort löschenHeißt einfach nur das du wohl kein Mensch bist also keine sorge. Ein Roboter vielleicht? Aber die haben ja auch Gefühle wie uns Blade Runner zeigte.
Dann vielleicht irgend etwas anders.;)
BigDi Sun, 17 Oct 2010 18:56:18 -0000
Antwort löschenNichts gegen die Kröten! Das erstens, und zweitens: Die letzte Einstellung ist doch wohl perfekt! ;)
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el.greco Mon, 18 Oct 2010 15:20:50 -0000
Antwort löschen@Tyler: :)...Hat er dich so sehr berührt?...Ich meine, dein Kommentar zum Film war ja seeehr liebevoll geschrieben.
Leider hat er mich nie voll in seinen Bann gezogen...
@BigDi: Ich hab nichts gegen Kröten :D:D...und zur letzten Einstellung: Nett :D
mionisation Thu, 28 Oct 2010 13:24:15 -0000
Antwort löschenimho war die Idee der Kröten genial. Bis dahin war ich von den verwobenen Handlungen zwar ein wenig beeindruckt, aber es war viel zu leicht zu sagen "das ist einfach nur spekulativer Schwachsinn". Nur durch die Kröten, dem fast unmöglichen Ereignis, wurde alles endgültig ins magisch-absurde geführt und war für mich DAS notwendige i-tüpfelchen.
BobbyIII Fri, 08 Oct 2010 18:18:08 -0000
Kommentar löschenAbsolutes Mammutwerk für welches man sich 188 Minuten Zeit nehmen muss und man es sicherlich nicht bereut. Ein Episodenfilm der Geschichten rund um Schuld und Läuterung innerhalb von Vater Kind Beziehungen erzählt und diese mit Nebengeschichte spickt. So gibt es hier eine handvoll verschiedener Geschichten welche sich nochmal splitten um dann in den nächsten 3 Szenen sich mit 3 anderen Geschichten zu kreuzen und dann werden aus 2 Geschichten plötzlich eine ... und so weiter... .
Der Film verfügt aber leider auch über die Eine oder Andere Länge, welche zwar eigentlich der Erzählform geschuldet sind und man sie daher eigentlich verkraften kann, sie allerdings bei einer Spieldauer von knapp über 3 Stunden dann doch mehr auffallen/stören. Stillistisch von der Aufmachung und der Erzählweise ist der Film herausragend und ich muss vor allem die schauspielerischen Darstellungen von Tom Cruise und John C. Reilly loben allerdings hatte der Erzähler im Film aber auch recht: Ich glaube die Geschichte nicht (und damit meine ich nicht den Wendepunkt vorm Ende), die Geschichten wirken einfach zuuuuu konstruiert. Trotzdem ein großes Werk!
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Tyler__Durden Sun, 26 Sep 2010 22:13:39 -0000
Kommentar löschenJa ich weiß, warum schreibst du zu "Magnolia" einen Kommentar hast doch schon vor fast zwei Jahren gemacht. War ja immerhin einer der ersten Filme denen ich einen Kommentar spendiert habe. Aber die Tatsache das hier seit 6 Kommentaren keine 10 mehr steht hat mir schon den letzten Glaube an die Menschheit geraubt. Und bevor noch so eine andere Person, vielleicht Emotional nicht so gestärkte wie ich, hier auf die Seite kommt und das sieht und irgendwas dummes anstellt aus lauter Verzweiflung hab ich mir den Film. Streich das. Dieses 3 Stündige Gefühl noch mal angetan um nochmal was über Magnolia zu schreiben. Meine Pflicht. Und natürlich mein vergnügen.
Also wo fängt man am besten an. Starten wir mal mit eine Zitat vom Macher selber. Dieser sagte über seinen Film:
"I have a feeling, one of those gut feelings, that I'll make pretty good movies the rest of my life. And maybe I'll make some clunkers, maybe I'll make some winners, but I guess the way that I really feel is that Magnolia is, for better or worse, the best movie I'll ever make."
„Eigenlob stinkt“, würde ich erstmal sagen. Würden viele sagen. Das aber natürlich nur wenn ich Magnolia und seine anderen Filme noch nicht gesehen hätte. Da dies bei mir aber nicht der Fall ist, zum guten oder zum schlechten wie man es sehen will, und ich alle Filme die er bis jetzt gemacht hat gesehen habe, und allesamt mochte, muss ich doch sagen das der Mann ein unglaubliches Feingefühl hat was seine Fähigkeiten und seine Künstlerisches Schaffen angeht. Denn so gut und überragend Punch Drunk Love, Boogie Nights oder There Will be Blood waren und so Meisterhaft seine Folgefilme noch sein werden (hoffentlich) einen Film wie Magnolia in dem all sein Können als Künstler sich zusammenfindet, wird er wohl nie wieder machen. Es ist das selbe Gefühl wie bei Gustav Mahler. Man hört sich seine Symphonien an und wenn man am Ende der Sechsten keine Worte findet weiß man das er das nie toppen wird. Und das hat er auch nicht. Jetzt aber ruhig mit den jungen Pferden. Schlimm ist dies für die Zukunft von dem Amerikaner nicht. 2001 ist auch das Essenswerk eines Kubrick und trotzdem kamen noch solch Knaller raus nach der Raumfahrt ins Unendliche. PTA schafft mit "Magnolia" einfach einen Film für die Ewigkeit, ein Film den irgendwann mal die Außerirdischen auf unserem Wüsten- und selbstverständlich Menschenleeren Planeten entdecken werden und erkennen das so böse wir auch miteinander umgegangen sind. Der Mensch ist trotzdem eine beneidenswerte Kreatur. Er verletzt sich selbst und den Menschen um ihn herum. Hat ein Leben voller Leid. Stirbt. Und dann? Was nützt so ein Leben. Ist es überhaupt ein Leben? Magnolia gibt die Antwort. Es sind die Dinge die uns herunter ziehen, die uns böses antun aus denen wir den Treibstoff für gutes bekommen. Es ist die Einfachheit in der wir die Schönheit finden und den Sinn für unsere Existenz. "It is not dangerous to confuse children with angels!" Das Leben ist eine Symphonie. Magnolia ist eine Oper. Getragen von der nie abbrechend wollenden Musikuntermalung und der sich ständig bewegenden Kamera hypnotisiert uns PTA in einen Zustand vollkommener Willenlosigkeit. Dies ist dann wahrscheinlich auch das größte Problem für viele Leute. Solche die sagen die "Wise Up" Nummer sei fehl am Platz oder durch den Froschregen wird aus dem Film ein Christlich Bekehrendes Propaganda Werk. Nun man weiß das man es mit einem einfallslosen Wesen zu tun hat und sich eigentlich jeglicher Diskussion entziehen sollte wenn möglich. Aber ich möchte dann doch mal für diese Leute eine Lanze brechen um euch zu erklären was in solch Menschen vorgeht. Klar nicht wirklich viel, aber etwas ist da schon. Es sind Leute die wohl nie gelernt haben wirklich zu leben und ihre Geistige Reife haben sie der Umwelt zu verdanken welche sie so verdorben hat. Natürlich wirkt die "Wise up" Nummer komisch. Das aber nur wenn man sie sich auf Youtube ansieht. Nach 2 Stunden Magnolia, wenn sie auftaucht und man vollkommen mit den Emotionen drin ist. Wenn diese Nummer kommt zerreißt es einem das Herz. Vom Froschregen will ich gar nicht anfangen. Nun ich bin auch kein Fan der heiligen Dreifaltigkeit aber solch infantiles Kritisieren ist ja fast schon schade. Natürlich ist es ein Religiöses Symbol. Natürlich sind die Personen danach (einigermaßen) geläutert. Aber was daran so verwerflich sein soll ist mir immer noch schleierhaft. Es ist und war ein starkes Symbol. Zugleich auch ein freundschaftlicher seitenhieb gegen Altman. Wo der nämlich seine Charaktere mit einem Gott gleichen Auge verfolgt liefert uns PTA Menschlichkeit und Nähe und lässt und mitfühlen anstatt nur zu observieren. Aber auch ein Seitehieb richtung Zuschauer. Eine stichelei um zu sehen wie man darauf reagiert. Der Selbsternannte Atheist fängt dann natürlich mit kompletter Verdammung an. Ach diese herrliche Ironie. Solche Leute haben einfach nie gelernt sich zu entspannen. Sich hinzusetzen und sich von dieser Virtuosität einlullen zu lassen. Schaden, keine Frage. Aber so ist es nun mal. Es gibt auch immerhin Leute die nach fünf Minuten Theater genervt auf dem Sitz herum rutschen. Nicht jeder Mensch ist perfekt. Also seid nicht immer so schroff mit ihnen, aber vermeidet sie so gut es geht.
Ich komm jetzt aber mal zum Ende. Ich weiß ja das sich das eh fast niemand durchlesen wird. Am Ende muss aber noch ein wenig Platz sein für das Ende vom Film für das ich ein besonderen Platz in meinem Herzen habe.
Dieses Lächeln. Wenn ich nur daran denke werde ich schon ohnmächtig. Da sieht man den ganzen Film über so viel „Piss and Shit“ vor allem in dem Leben des,v on Melora Walters gespielten Charakters Claudia, die man von der ersten Sekunde an einfach nur in den Arm nehmen will und ihr helfen möchte. Dann sitzt sie am Ende einfach nur da. Die Kamera zoomt dezent immer näher an sie heran während im Hintergrund Amiee Man's Musik und John C. Reily Rede zu hören ist. Und auf einmal schenkt sie uns ein unerwartetes, ehrliches Lächeln. Direkt in die Kamera. Das erste mal das wir überhaupt wirklich ein echtes Lächeln in ihrem Gesicht sehen. Echte Freude. So ein Kurzer Moment, da der Schwarze Bildschirm mit dem Abspann sofort folgt, aber so überwältigend das man nicht wirklich weiß ob man jetzt vor Freude lachen oder weinen soll.
Und so Endet dieses 3 Stündige Gefühl. Ich hör jetzt auch lieber auf mit schreiben, das ist ja nicht wirklich ein Review sondern eine Würdigung dieses Werkes geworden. Was natürlich von Anfang an die Intention war. Denn wirklich was über den Films schreiben, das ihn beschreibt ist unmöglich, manche Sachen lassen sich nun mal nicht mit Worten fassen. Mag•no'li•a ist so etwas wie ein Gefühl. Beschreiben sollte man sie nicht sondern einfach erleben. Die Welt ist eine bessere geworden. You wanna wise up. Man fühlt sich neugeboren. Aber genauso wie bei Mahlers Sechsten steht man am Ende nicht einfach auf und klatscht. Man bleibt sitzen und wartet. Man kann auch nicht anders. Die Gefühle sind zu gewaltig als das man etwas anderes machen kann als dasitzen. Und sobald man wieder fähig ist zu denken weiß man das man soeben was einzigartiges erlebt hat selbst wenn die DVD schon zum 6 mal im Player liegt.
So nun habe ich hoffentlich all diese bösen Wertungen verdrängt. Den etwas anderes als die volle Punktzahl ist hier nicht angebracht. Und verzeiht mir bitte jegliche Rechtschreibfehler. Habe den Film ja gerade erst wieder gesehen von daher ist ein Kopf und meine Gedanken immer noch in einem transzendenten Status.
bedenklich? 19 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir 5 Antworten
stalker Mon, 27 Sep 2010 15:16:46 -0000
Antwort löschenWieder einmalf funktioniert der Gefälltmir-Button nicht, hätte den jetzt gern gedrückt...
Tyler__Durden Mon, 27 Sep 2010 15:32:39 -0000
Antwort löschenBöses böses MP. Bedanke mich aber trotzdem mal bei dir. :)
BigDi Mon, 27 Sep 2010 19:32:03 -0000
Antwort löschenWunderbar. Entfesselte Gedankengänge voller Enthusiasmus lohnen sich immer wieder. ;) Und das Ende ist wahrhaftig eins der schönsten, die ich je gesehen habe, vielleicht das schönste nach dem von "Enter the Void".
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Tyler__Durden Mon, 27 Sep 2010 20:53:10 -0000
Antwort löschenJetzt mach mich nicht noch heißer auf Enter the Void wie ich es sowie so schon bin.^^
TheJoker Thu, 14 Oct 2010 23:41:21 -0000
Antwort löschenSuper Kommentar...ich kenn das Gefühl...ich versuch den "Film" so vielen Leuten auszuleihen, wie nur möglich, um das Gefühl zu teilen (^^).....und wenn dann so was kommt wie "was war das denn für ein blöder Film", dann würd ich am liebsten gerade......naja ihr wisst schon ;-)
Einfach ein unbeschreibliches Gefühl! Magnolia gehört nicht zu meinen Lieblingfilmen. Magnolia ist seine eigene Kategorie, weit über der Kategorie Lieblingfilm...
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