Manche mögen's heiß - Kritik

Some Like It Hot

US · 1959 · Laufzeit 120 Minuten · FSK 16 · Komödie, Drama · Kinostart
Du
  • 8

    Von Billy Wilder hab ich schon so vieles verschlungen, aber kaum ein Film dieser Art von ihm gesehen. Diesmal handelt es sich genauer um eine absolute unterhaltsame Komödie seinerseits, was allein rein von Hören her sehr interessant klingt. Und man kann dieses Unterfangen als sehr gelungen bezeichnen. Der Film mag eigen, und nicht von jedem heute noch beliebt sein, aber er funktioniert. Und er verspürt einen gewissen Charme, den man nicht entfliehen kann. Selbst wenn man bedenkt dass es sich hier um einen schwarz-weiß Klassiker aus den 50ern handelt, wobei gerade das wohl den Film teilweise so ausmacht (und wir alle wissen hier bereits dass Alter bei Filmklassikern keine so große Rolle spielt).
    Er ist rasch und flüssig inszeniert, Langeweile ist kaum zu sehen. Anfangen tut es zuerst alles mit großen, namenhaften und talentierten Schauspielern wie Tony Curtis, sowie Jack Lemmon. Ihr Zusammenspiel miteinander ist großartig, eine passendere Dynamik hätte man kaum finden können würde ich sogar meinen. Ihre Unterhaltungen können nicht witziger sein, auch wenn man weiß dass es damit endet dass sich der leicht vertrottelte Jerry Joe unterwerfen wird, wo auch eben der Witz liegt.
    Und da hätten wir die bezaubernde Langzeitikone Marilyn Monroe als Sugar Kane. Man hört so viel von dieser absoluten Legende, kennt unzählige Geschichten über diese Frau, weiß dass sie früh starb, man sah schon all ihre berühmten Posebilder auf etliche Gegenständen (vor allem Popcorntüten, wo auch andere Ikonen wie Elvis, oder Humphrey abgelichtet sind) - aber richtig singen oder schauspielern sah ich sie trotzdem kaum. So war es für mich hier sehr interessant selber was von ihr zu sehen. Hier stellt sie zum Beispiel eine unglaublich hübsche, aber sehr naive Blondine dar, die eine ambitionierte Sängerin zudem ist (man könnte grob meinen diese Rolle wäre perfekt für sie gewesen in Bezug auf ihre reale Person, aber da ich Monroe kaum kannte will vermag ich das nicht zu beurteilen). Auf jeden Fall merkte ich hier beim Schauen welch eine Besonderheit sie war. Ob es ihr Gesang, ihr Aussehen, oder ihre Stimme war - ich weiß es nicht. Aber sie hatte diese besondere Ausstrahlung, die nur die wenigsten Menschen ausspielen konnten. Es war also weniger ihr schauspielerisch Talent dass sie wohl so besonders machte (auch wenn sie gegen Ende ihrer Lebenszeit durchaus beweisen konnte mehr spielen zu können als die naive Blondine von nebenan), es war tatsächlich dieser sogenannte "It factor". Sie hatte es einfach, und sie wusste dies immer bestens einzusetzen. So macht es Wilders Werk gleich umso schöner zu sehen. Marilyn brachte mich wirklich zum dahinschmelzen.
    Aber die gute Miss Monroe in allen Ehren, sollte ich mich aber nicht allein zu sehr auf sie fokussieren. Die große Stärke liegt hier nämlich an der Inszenierung von Wilder, neben des wie vorhin erwähnten Zusammenspiels zwischen Lemmon und Curtis, die beide nicht unterschiedlicher sein können. Sie schaffen es die Macken ihrer Figuren perfekt einzusetzen. Natürlich wird der Film also durch die tollen Namen hier souverän getragen. Wilder verstand es aber auch die Komödie perfekt mit Gangsterelementen zu verpacken, und das ganze mit einer passenden Handlung wunderschön umhüllen zu können. Alles ist schön chaotisch, und die extrem unglücklichen Zufälle auf Joe und Jerry erscheinen immer sehr passend, so dass es zu vielen Lachern führt. Klar merkt man einigen Szenen an dass sie vielleicht etwas zu albern wirken, aber die Slapstickmomente kommen zum Beispiel nicht zu lächerlich daher, sondern werden gekonnt und passend in Szene gesetzt. So gleicht es sich also wie ich finde bestens aus. Und die Dialoge sind bissig. Man kann davon ausgehen dass es früher recht frisch, und sogar ein bisschen frech wirkte, heute schmunzelt man leicht über diese Sachen. Die Liebe zum Werk kann man aber nach wie vor erkennen. Da ich auch ein großer Fan von Lemmon war konnte ich hierbei natürlich mehrmals schmunzeln. Seine Liebesgeschichte zum reichen, alten, perversen Schluckspecht ist super amüsant, und es wird bis zum Schluss höchstunterhaltsam am Leben erhalten.

    Die zwei Stunden vergehen hier rundum gesagt perfekt - nicht zu schnell und kurz geraten, aber auch nicht länger als nötig. Man hat hier einfach einen feel good moment der gesamten Dauer an (trotz einiger durchaus ernster Schicksaalschlägen der Figuren), aber man kann dennoch gleichzeitig darüber lachen da es alles in einer reinen Comedy verpackt ist. Es ist im gesamten kein absolut super seriöses Werk von Wilder - hat aber durchaus seine Daseinsberechtigung, und wird nicht ohne Grund als die wohl beste amerikanische Komödie bezeichnet (obwohl ich natürlich weiß dass hier der Geschmack bei jeden unterschiedlich ist), und auch trotz seines Alters kann man sich hier super vergnügen. Im Endeffekt kann man grob sagen geht es hier um lediglich zwei Männer, die fast im gesamten Film in Frauenkleider herumstolzieren. Und zugegeben: Das würde heute so gar nicht funktionieren. Hier funktioniert es aber, und somit kann ich "Some Like It Hot" jedem bestens empfehlen. Er ist in meinen Augen in jeder Art ansehbar. Egal ob im Sommer, Weihnachten, allein, mit Freunden oder Familie, ob in guter, oder schlechten Stimmung - hat man hier seinen Spaß erst gefunden, dann auch auf jeglichem Wege.

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    • 4

      Einer der Klassiker, die mehr Qual als Vergnügen sind, bis auf wenige Ausnahmen sollte ich wohl nur noch Filme nach 1980 schauen, bzw. mich auf die Einschätzung nach einem Trailer verlassen..

      • 5

        Um es freundlich auszudrücken, es ist nicht unbedingt mein Lieblings-Film. Vielleicht liegt es daran, dass ich generell nicht so der Typ für Komödien bin. Bin mit mittelmäßigen Erwartungen in den Film gegangen und die wurden auch mehr oder weniger erfüllt. Relativ dünner Plot und hier und da ein etwas lustiges Witzchen, dass ist meiner Meinung nach schon etwas wenig, vor allem für so einen Klassiker. Ich möchte dem Film den Kultstatus nicht absprechen, aber er hat meinen Geschmack wohl einfach nicht getroffen.

        • 5

          Solide Komödie aus einer Zeit, wo Filme noch schwarz/weiß waren. Überschaubarer Plot, unterhaltsam und ein bisschen amüsant. Das ist also die berühmte Marilyn Monroe. Hier als hübsch sympathisch naives Blondchen mit etwas Gesang ("I just wanna be loved by you"). Ein bisschen anstrengend war der Charakter schon und ob sie ein besonderes Schauspieltalent war, ich hab da so meine Zweifel. Ich kann den Film nur aus meiner Sicht bewerten und das ist die eines halb so alten Zusehers wie die Anzahl der Jahre vor denen der Film veröffentlich wurde. Es sind fast 60 Jahre vergangen, dafür hat mich "Some like it hot" doch recht gut unterhalten, obwohl er inhaltlich wenig hergibt. 85 % des Films dreht sich um zwei Typen die sich als Frauen verkleiden. Mag damals der letzte Schrei gewesen sein, heute noch okay, kann ich mich nicht beschweren.

          • 7

            Notiz an mich: 24.12.16/kein Weihnachtsfilm, trotzdem iwrgendwie passend; vermutlich weil schwarz weis und lustig *augendreh*; super Inszenierung wie bei Wilder immer; etwas veralteter Witz, seltsam

            • 6 .5

              Die alten Filme hatten noch Soul, verstehst du? Die hatten noch eine Aura. Die Stimmen, die Moral - heutzutage gibt es solche Stimmen nicht mehr. Keiner hört sich mehr so adelig an. So volumig. So Herzhaft. So lieb.

              • 8

                Einer der besten Screwball-Komödie und Marilyn in ihrer wohl bekanntesten Rolle.
                Lediglich das Overacting-Getue von Jack Lemmon ging mir tierisch auf den Zeiger.

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                • 8
                  ScreamKing 16.08.2016, 21:14 Geändert 22.08.2016, 17:25

                  -Matze´s Perlentauchen-

                  Schatzkarte #22

                  Ich werde diese Liste nicht chronologisch abarbeiten (können), weil ich einfach schauen muss in welcher Reihenfolge ich an die verschiedenen Titel komme.

                  Der zweiundzwanzigste Kommentar zu meiner Liste ist eine Schatzkarte von "Curryman1312" und somit ihm gewidmet.
                  Auch an dieser Stelle nochmal vielen Dank für´s mitmachen. Hier also die insgesamt zweiundzwanzigste Schatzkarte auf der Suche nach Perlen der Filmwelt:

                  Billy Wilder ist für mich ein König des zeitlosen Kinos. Seine Filme funktionieren (für mich) auch heute noch wunderbar.
                  Optisch und technisch sind sie natürlich gealtert, aber vom Unterhaltungswert haben sie wohl nichts (kaum etwas) eingebüßt.

                  Nachdem "Zeugin Der Anklage" mich mit Spannung und Humor komplett überzeugen konnte, kriegt mich Billy Wilder mit "Manche Mögen´s Heiß" wieder.
                  Charmant, sympatisch und humorvoll. Billy Wilder setzt Tony Curtis perfekt in Szene. Mühelos schlüpft er in verschiedene Rollen und trägt einen großen Teil zum hohen Unterhaltungswert bei.
                  Aber auch Marilyn "Sugar" Monroe als "dummes Blondchen" und Jack Lemmon überzeugen mich in ihren Rollen und sorgen für den ein oder anderen Schmunzler.

                  Der Mix aus "Mafia-Thriller" und "Tunten-Komödie" ist so brilliant kombiniert, dass hier Humor und Spannung glaubwürdig miteinander verschmelzen.
                  Klar geht der Humor in Richtung Blödeln und alberner Slapstick, für mich aber nicht plump, sondern wirklich sympathisch um- und eingesetzt.

                  Dank Curryman1312 habe ich nun auch diese Lücke füllen können. "Manche Mögen´s Heiß" ist definitv eine Perle der Filmwelt.

                  http://www.moviepilot.de/liste/matze-s-perlentauchen-screamking

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                  • 7

                    Man fragt sich, ob Marilyn einfach ein blondes Dunmchen ist oder ob sie das bloß immer so perfekt gespielt hat, dass sie zum ikonischen Vorbild für alle blonden Dummchen seither geworden ist.

                    Naja.

                    Ansonsten mag "Some like it hot" wohl etwas angestaubt sein, aber als Komödie funktioniert es immer noch besser als neunzig Prozent von dem, was man heute manchmal vorgesetzt kriegt.

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                    • 5
                      cherubium 13.06.2016, 15:51 Geändert 13.06.2016, 15:55

                      naja. Im Jahre 1960 mag der Film ja ganz witzig, frech und sexy gewesen sein. Heute ist er eher peinlich komisch bis lächerlich. Erwachsene Frauen die sich wie Schulkinder aufführen und von Fr. Oberlehrer bewacht werden. Alle unfähig, eigene Entscheidungen zu treffen. Noch dazu ist alles überaus konstruiert und überzogen. Wer die beiden Typen nicht als Typen erkennt, muss schon arg besoffen sein. Noch schlechter kann man sich kaum verkleiden. Das bekomme ich an Fasching besser hin. Der Film ist bestenfalls sympathisch. Und weil ich den verklemmten Zeitgeist berücksichtigen muss, gibts noch gute 5 Punkte.

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                      • 8

                        Tolle klassische Komödie mit viel Charme und Herz! Marilyn Monroe ist wieder einmal fantastisch und Tony Curtis und Jack Lemmon als Duo großartig!

                        • 10

                          Die Genialität von Wilders Inszenierung lässt sich an einer Vielzahl von Details erkennen, über die man Abhandlungen schreiben könnte. Gagdichte, Dialogwitz (inklusive Pausen, damit das Lachen des Publikums nicht den nächsten Gag überdeckt), Struktur (drei klar umrissene Akte), der vom Soundtrack gestützte Wechsel von Spannung zu Slapstick, Anspielungen auf Klassiker des Gangsterfilms – all das macht „Manche mögen’s heiß“ zu einem bis ins Kleinste durchdachten Meisterwerk einer Komödie.

                          Ausführlich bei DIE NACHT DER LEBENDEN TEXTE.

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                          • 6
                            pabloundtrish 30.01.2016, 08:28 Geändert 30.01.2016, 19:13

                            Ich war jetzt nicht ganz so begeistert von dem Film, wie viele andere, aber kann ihn aus einigen Gründen trotzdem empfehlen. Mal die Abzüge vorweg, es ist stellenweise alberner bis peinlicher Humor und überdrehter Slapstick. Vor allem in der ersten Hälfte hier und da ein paar Längen. Was aber natürlich besser ist, als in der zweiten, die außer der Verfolgungsjagd zum Glück sehr bündig gelungen ist. Die zweite Hälfte überzeugt außerdem mit deutlich besserer Musik und viel besserer, teilweise sogar experimenteller Kameraführung. Auf ein paar Kriterien bezogen könnte man also annehmen, es wären zwei verschiedene Filme von ganz unterschiedlichen Regisseuren.

                            Schauspieler und Story sind durchweg hervorragend. Jack Lemmon agiert als Komiker. Würde es nicht so gut passen, wäre es wohl overacting, aber es passt nunmal und es gibt auch weitaus übertreibendere Akteure. Curtis und Monroe spielen sowieso einwandfrei.

                            Die visuelle Stimmung ist von Anfang bis Ende mega sympathisch, schöne Kulisse und Effekte, perfektes Timing.

                            Der Film ist ganz witzig strukturiert aber viele der Gags haben bei mir nicht wirklich gezündet. Er hatte ein paar Schmunzler, vielleicht ein zwei kleine Lacher. Keine Komödie im eigentlichen Sinn. Der gute Humor kommt eher unterschwellig und wird auch ein bisschen durch all die Albernheiten zerstört. Von mir aus muss es aber auch keine Komödie sein, wenn man stattdessen so einen unterhaltsamen Spielfilm mit viel Herz bekommt. Und das wohl wichtigste bei einem Unterhaltungsfilm: jede Menge Überraschungen. Ein "Mafiafilm", wie hier beschrieben, ist er aber noch weniger.

                            Der Schluss ist einer der grandiosesten, die ich je gesehen habe. Unrealistisch, konstruiert, aber ohne einfallslos zu sein, da eben doch sehr passend. Einfach ein totaler Geniestreich. Der Anfang ist auch klasse, da der Film direkt mit einer spektakulären Verfolgungsjagd inklusive Schießerei beginnt. Wer also ein verstaubtes Relikt erwartet, wird absolut eines besseren belehrt. Der Film geht kontinuierlich extrem gut ab.

                            Und Marilyn ist mit ihren Kurven und ihrer liebevoll bis zur Perfektion einstudierten Gestik und Mimik wirklich sehr sexy. So richtige Filmfrauen, wie sie nicht zuletzt dem Film unter Anderem erst zum Ruhm verholfen haben, sind heutzutage offenbar zu viel verlangt. Zeit ist Geld oder so. Das selbe trifft auf einige andere Kriterien wohl auch oft zu. Vielleicht sind DVDs und Streams alter Filme, die an echtes Kino erinnern, der Grund, dass überhaupt noch Filme gedreht und geschaut werden.

                            Vor allem ist Manche mögen´s heiß so ein Film, der einen gut amüsiert und unterhält. Es passiert eine Menge originelles Zeug und er wird nie langweilig. Er kommt eher im Gegenteil fast an so eine Grenze, wo es zu voll wird. Passt aber noch, zumal ein paar dieser Details und das schnelle Tempo den Reiz einiger Szenen erst ausmachen.

                            Der Film berührt auf eine sehr menschliche Art. Auf jeden Fall eine klare Empfehlung, nicht nur wenn man in Stimmung für nette Unterhaltung und niedliche Kitschfilme ist. Eigentlich ist so was kaum mein Genre, aber dieser hat es mir doch angetan. Ich schaue ihn mir gerne mal wieder an.

                            Mein Endergebnis von nett gemeinten 7.5 Punkten ist auf jeden Fall der fast perfekten zweiten Hälfte zu verdanken. Der ersten für sich würde ich vielleicht 6.5 geben, der zweiten gerne 8.5. Insgesamt ein sehr guter Film, bei dem man vom ersten Moment an drin ist und der einen auch nachwirkend noch positiv berührt. Klare Empfehlung.

                            • 7 .5

                              Wie M sich hier an Tony Curtis ranmacht ist extrem heiß.

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                              • 9

                                Das Denkmal für Marilyn!

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                                • 9

                                  Bei der Szene ist" von dem Froschmaul da drüben" bekomm ich jedes mal einen Lachkrampf.Welch ein Film voller Komik und mit sehr viel Liebe gemacht. Ein Film für die Ewigkeit und für Menschen mit Herz und Humor!

                                  • 10

                                    Allein der Schlusssatz hebt den Film nochmal auf ein ganz anderes Level. Unglaublich modern!

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                                    • 10

                                      Ein zeitloser Klassiker den man sich immer noch gut anschauen kann.
                                      Ich würde ja jetzt noch mehr schreiben aber: Nobody's Perfect!
                                      (Ich hab null Ahnung was das bedeuten soll und ich entschuldige mich für meinen Zwang ein Zitat in diesen Kommentar einzubauen)

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                                      • 9

                                        Bin absolut kein Freund von Männern im Frauenklamotten Filme,aber Billy Wilder´s fantastischer Klassiker, ist da die goldene Ausnahme! 
                                        Allein Marilyn Monroe ist hier zum dahinschmelzen. 
                                        EIN KLASSIKER !

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                                        • 8

                                          "Manche mögens heiß" war für mich in doppelter Hinsicht eine Premiere.
                                          Mein erster Film von Billy Wilder, sowie mein erster von Monroe-
                                          und ich glaube ich hätte gar keinen besseren Einstieg finden können.

                                          Dabei habe ich dieses Meisterwerk doch recht lange vor mir hergeschoben, nicht unbedingt, weil ich gegenüber älteren Filmen insgesamt voreingenommen wäre aber doch muss ich zugeben, dass ich nicht erwartet hätte, dass mich eine 50 Jahre alte Komödie noch so zum Lachen hätte bringen können.
                                          Doch auch nach all den Jahren gelang das diesem Film ausgezeichnet, wenn man in Wilders Film von Beginn an in einen rasanten Genremix geworfen wird, wo man ein bisschen 30er Gangsterfilm hat und dazu viele Slapstickszenen mit dem tollen Duo Curtis und Lemmon, die mir hier fast genauso gut gefielen wie Lemmon mit seinem Kumpel Matthau, wo sie herrlich zusammen agieren und sich als Gelegenheitsmusiker hervorragend ergänzen und aus den komischsten Szenen herausreden und hantieren müssen.

                                          Die Ausgangssituation des Films ist ja weitgehend bekannt, beeindruckt mich aber immer noch, dass man damals mit so einem Thema die großen Massen begeistern konnte, wenn sich die zwei Hauptfiguren als Frauen verkleiden, um vor der Chicagoer Mafia und "Gamaschen-Joe" zu fliehen.
                                          Der Plot bietet dabei natürlich herrlich witzige Vorlagen, hieraus eine Verwechslungskomödien zu machen und bei den Schauspielern, den Drehbuchideen, der tollen Musikuntermalung und dem genialen Wortwitz ist dabei wirklich eine der besten Screwballkomödien herausgekommen, die ich kenne und die im Jahr 2015 immer noch unglaublich frisch und unverbraucht wirkt(nicht zu vergessen die gesamte Inszenierung der Regie oder die innovativen Kameraperspektiven.)
                                          Völlig zu Recht ein Klassiker der amerikanischen Comedy.

                                          Und dann gab es da noch etwas, das mir den Film noch ein ganzes Stück versüßen sollte.
                                          Marilyn Monroe,
                                          die Legende von der ich bis vor kurzem eigentlich überhaupt keine Ahnung hatte, die mich hier so überrascht hat, wie es kein anderer Darsteller in seinem ersten Auftritt bisher vermocht hat.

                                          Jeder hat mal von Marilyn Monroe gehört, der auf diesem Planeten lebt. Jeder der eine ungefähre Vorstellung von den USA hat, der sich ein wenig mit Popkultur auskennt, weiß um ihre Bedeutung.
                                          Eine Person die zusammen mit Elvis und James Dean in jedem billigen US- Rockabilly Möchtegern 50ties Lokal tot vermarktet wurde.
                                          Ich muss zugeben, dass mein oberflächliches Bild durch diese Vermarktung auch sehr getrübt worden ist, ohne je ein Werk mit ihr gesehen zu haben, hätte ich diesem Ursprungstyp des "dummen, naiven aber doch so niedlichen Blondchens" nie gutes Schauspiel zugemutet und ihr Charakter war für mich auch nicht mehr als die aufs Aufsehen reduzierte Blondine die ihr Image auslebte.
                                          Sugar heißt ihre Figur im Film, und durch herausragende Schauspielkünste konnte sie mich wie erwartet auch nicht beeindrucken; sie IST das naive Blondchen Sugar, das ihre Schönheit nutzen will, um schnell an einen reichen Kerl ranzukommen, der personifizierte Alptraum einer jeden modernen, emanzipierten Frau.
                                          Aber meine Herrn, hat die mir hier den Kopf verdreht...

                                          Dieses Spiel wo sie eigentlich nicht mehr macht, als unschuldig zu lächeln und ab und an tieftraurig zu gucken, auch wenn sie mit sowas irgendwo der Prototyp für heutige "Bitch- Charaktere" ist, dem Charme von ihrer Figur bin ich nach der allerersten Sekunde verfallen und konnte meine Augen nicht vom Fernseher wenden, wenn sie in der Szene war.
                                          Eine so einzigartige und natürliche Ausstrahlung habe ich so noch nicht erlebt, dass man sich praktisch sofort in die Filmfigur verliebt.
                                          Vergleichen könnte ich das noch mit der bezaubernden Holly bei "Breakfast at Tiffanys" aber sogar hier hat Marilyn mehr Charme und Klasse.

                                          Ein großartiger Film mit einer legendären Ikone in der Hauptrolle, deren ersten Auftritt ich mein Lebtag nicht vergessen werde.

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                                          • 9 .5
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                                            Göttlich. Allein die Szene im Zug. Spoiler: Keine Pflaumenkuchen, keine Makrönchen...Mann, aus der Zuckerdose möcht ich mal naschen....Ein heißer Griff, dann kommt die Polizei, die Presse... Ein Casanova in Frauenkleidern als Wolf im Schafspelz unter lauter hübschen Lämmern und die arme Sau muss ihre Hände bei sich und ihr Mundwerk im Zaum halten. Armer Kerl. /Spoiler.

                                            Von Anfang bis Ende zum Totlachen. Ein intelligent eingespielter Gag jagt den anderen. Die Mutter aller Verwirrungskomödien. Und: Marilyn Monroe!!

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                                            • 10

                                              Du beste Filmkomödie die ich je gesehen habe. Marilyn Monroe, Tony Curtis und Jack Lemmon auf der Leinwand ist wie eine Droge man will diesen Film sehen.

                                              • 9

                                                Das ist wahre Kinomagie, wie man sie so nur äußerst selten zu sehen bekommt.
                                                Dieser Film vereint so viele unterschiedliche Elemente auf so geniale Art und Weise, sodass man stets nur applaudieren möchte.
                                                Komödie, Drama, Romanze oder was einem auch sonst noch so einfallen mag - noch nie zuvor habe ich ein derart in sich stimmiges Gesamtpaket von Film sehen dürfen, welches sich doch aus sonst so kaum vorstellbaren, kaum miteinander zu vereinbaren, kleinen Teilpaketen zusammensetzt.
                                                Billy Wilder legte hiermit alles in die Waagschale - und gewann dadurch das damalige Publikum, gewann mich und wird auch in Zukunft einfach einen Jeden gewinnen, da bin ich mir absolut sicher. Wer diesem Film nämlich nichts abgewinnen kann, muss sein Herz einfach am falschen Flecke tragen.
                                                Es ist aber auch wirklich eine Seltenheit, wenn Filme selbst nach über 50 Jahren kein bisschen von ihrem Charme eingebüßt haben - ganz im Gegenteil. Es mag fast den Anschein erwecken, als ob 'Some Like It Hot' von Jahr zu Jahr immer größer und größer wird.
                                                Schaut man sich manche heutige Komödien an, kommt es mir so vor, als würde jegliche Lust am produzieren solcher Formate abhanden gekommen sein - lieblos inszeniert, ohne jegliche Inspiration und einfach beliebig austauschbar. Ich will hier bestimmt nicht die Schiene 'Früher war alles besser' fahren, aber so manches Niveau scheint einfach für heutige Verhältnisse schlicht kaum mehr erreichbar zu sein, da der Fokus vermehrt auf Kassenschlager bzw. Fortsetzungen gesetzt wird. So wirklich etwas trauen, etwas neues ausprobieren, wollen die Wenigstens. Da wird dann lieber auf Altbekanntes zurückgegriffen, was ich äußerst schade finde. Aber solange sich das eben verkauft und vermarkten lässt, wird sich hier nichts ändern.
                                                Ein Glück gibt es sie aber ja noch, diese Filme wie 'Some Like It Hot', die den Zuschauer mit Herz und Hirn unterhalten - und das nahezu perfekt, auch wenn sie schon über 50 Jahre alt sein müssen.

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                                                  Nicht nur dank der Monroe ein echter Klassiker. Besonders die letzte Szene des Films könnte ich mir immer wieder anschauen. ;-D

                                                  https://www.youtube.com/watch?v=qWS2NVX6VP0

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                                                    Der Humor mag vor fast 50 Jahren funktioniert haben, heute aber leider überhaupt nicht mehr.

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