Manderlay

Manderlay (2005), DK/NL/SE Laufzeit 139 Minuten, FSK 12, Drama, Kinostart 10.11.2005

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6.0
Kritiker
18 Bewertungen
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6.9
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533 Bewertungen
24 Kommentare
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von Lars von Trier, mit Bryce Dallas Howard und Isaach de Bankolé

Gerade eben dem Martyrium in Dogville entkommen, stößt Grace im amerikanischen Süden der 30er Jahre auf die Plantage Manderlay. Hier scheint die Zeit stehengeblieben: Als hätte es den Bürgerkrieg nie gegeben, werden auf dem Anwesen immer noch Schwarze als Sklaven gehalten. Mit den Gangstern ihres Vaters und deren großkalibrigen Argumenten im Rücken beschließt Grace die Befreiung von Manderlay. Kurzerhand entmachtet sie den Besitzer, stürzt das unmenschliche System und errichtet eine freie Gemeinschaft der ehemaligen Sklaven. Mühsam müssen die einst Unterdrückten lernen, eigene Entscheidungen zu treffen. Als eine Hungersnot die Plantage überrollt, zeigen sich erste Risse in der vermeintlichen Idylle – und nur kurze Zeit später muss Grace entsetzt mitansehen, wie ihre gerade errichtete neue Welt in einer Explosion aus Habgier, Misstrauen Blut und Gewalt unterzugehen droht. Lars von Trier schuf hier nach “Dogville” den zweiten Teil seiner USA-Trilogie – ein wütendes, wuchtiges Meisterwerk inmitten der kargen Strenge einer gigantischen Bühne. “Manderlay” ist ein Aufschrei gegen Stolz und Unterdrückung und nebenbei ein Epos, in dem Schauspiel mehr zählt als alle äußerlichen Werte.

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Kritiken (4) — Film: Manderlay

fko: filmsprung.ch fko: filmsprung.ch

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9.5Herausragend

Messerscharf zeichnet von Trier das Bild einer Gesellschaft, die nicht einmal nach ihren eigenen moralischen Richtlinien leben kann.

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Bernd Haasis: Stuttgarter Nachrichten Bernd Haasis: Stuttgarter Nachrichten

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5.0Geht so

Alan Parker hat den Rassismus der Südstaaten in "Mississippi Burning" präzise vorgeführt, Paul Haggis hat jüngst in "L. A. Crash" gezeigt, dass das Verhältnis von Schwarz und Weiß heute schwieriger ist denn je: Beide Seiten setzen Rassismus bewusst ein, die Gräben vertiefen sich. Wie Lars von Trier das Grundsätzliche betrachtet und am Schluss explizit das weiße Amerika anklagt, wirkt dagegen merkwürdig undifferenziert, wie eine weitere eurozentristische Anmaßung. Die Angst wird durch diesen Film nicht abnehmen, ob vorm schwarzen Mann oder vorm weißen.

Kritik im Original 2 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

D. Kamalzadeh: Der Standard D. Kamalzadeh: Der Standard

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7.5Sehenswert

Gerne wird von Trier als Amerikakritiker missverstanden. Dabei ist die Logik dieses Spiels der Unterdrückung, der der Film wie auf einem noch nicht gemusterten Schachbrett nachspürt, keinesfalls auf amerikanische Verhältnisse beschränkt. Der Däne macht seit jeher ein Konzeptkino, das sich einem bestimmten liberalen Konsens zu widersetzen versucht. Für jedes Stereotyp ist ein anderes vorhanden, das es wieder entkräftet, zumindest in Frage stellt.

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Kubrick_obscura: CinemaForever

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7.0Sehenswert

Bösartige Fortsetzung von "Dogville". Wieder einmal wird man vor ein moralisches/kulturelles/politisches Dilemma gestellt und wieder einmal zeigt uns Herr Trier, wie wir zu entscheiden haben.
Den einen freuts, den anderen nervts.

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Kommentare (19) — Film: Manderlay


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MrDepad

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Bewertung6.5Ganz gut

Nach "Dogville" hat mich die Fortsetzung "Manderlay" leider ein wenig enttäuscht.
Der Film bleibt in vielen Aspekten hinter seinem großartigen Vorgänger zurück. Zuerst einmal ist die Inszenierung wieder wie bei "Dogville", alles spielt sich auf einer Bühne ab und auf Requisiten wurde erneut verzichtet. Dieser Effekt ist allerdings diesmal nicht mehr wirklich überraschend oder innovativ, weshalb dieses Konzept schon mal nicht wirklich für Pluspunkte sorgen kann. Der Off-Erzähler ist auch hier wieder stimmig eingefügt worden und liefert einige unterhaltsame, zynische Momente. Als nächstes kommt der Aspekt, dass Nicole Kidman durch die Schauspielerin Bryce Dallas Howard ersetzt wurde, welche leider zu keinem Zeitpunkt an die intensive Leistung von Kidman heranreicht.
Die Story kommt leider auch etwas schleppend in Fahrt, für Lvt-Verhältnisse geht es ziemlich gemächlich voran. Trotzdem sind auch hier wieder einige starke Momente mit tollen inhaltlichen Botschaften vorhanden, was den Film trotz der Schwachpunkte über das Mittelmaß hebt. Auch wundern könnte man sich über einige leicht rassistische Momente, doch diese ergeben im Kontext des späteren Storyverlaufs durchaus Sinn. Die letzten 10 Minuten sind auch äußerst gelungen und das Ende selbst ist absolut grandios, selbst der Abspann ist großartig gemacht.
"Manderlay" bleibt leider ein Stück hinter den großen Erwartungen zurück, die Hauptdarstellerin konnte mich nicht so sehr überzeugen, trotzdem bekommt man einige gewohnt starke LvT-Momente mit toller Botschaft geboten.

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LynchFan1706

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Bewertung7.0Sehenswert

"Manderlay", die Fortsetzung von "Dogville" hat mich leider ein bisschen enttäuscht... Der Film ist gut -keine Frage- kann aber gegen den herausragenden "Dogville" nicht wirklich bestehen. Und diesem Vergleich muss er sich nun einmal stellen, denn der Film knüpft da an, wo "Dogville" endet... Die Geschichte hat eindeutig ihre Längen... Es fehlt die Intensität der Darstellung, daher ließ mich das Schicksal dieser Gemeinschaft erstaunlich kalt... Wo "Dogville" wie im Fluge verging, da man mitlitt und berührt war, muss man bei "Manderlay" teilweise kämpfen, um dranzubleiben... Das liegt allerdings zu großen Teilen an den Darstellern, allen voran Bryce Dallas Howard [Tochter von Regisseur Ron Howard ;-)], die der großen Last, den Film allein tragen zu müssen, nicht gewachsen ist... Sie bleibt zu ausdruckslos... Sie ist einfach nicht die Grace, die man in "Dogville" kennenlernte... Der ambivalente, starke Charakter Grace wird ersetzt durch eine unsichere oft konfuse Grace... Das Erbe der Nicole Kidman, die in "Dogville" eine Glanzleistung vollbracht hat, war einfach mehrere Nummern zu groß... Auch Danny Glover und William Dafoe sind leider keine tragenden Kräfte und bleiben bestenfalls Stichwortgeber... Ich bin gespannt auf "Wasington", wenn er denn vollendet wird und dann hoffentlich wieder mit einer brillanten Nicole Kidman...

(Der Eintrag bei moviepilot sollte vielleicht überarbeitet werden: "Wasington" (2009) DK von Lars von Trier, mit Udo Kier... "Dritter und letzter Teil der USA-Trilogie von Lars von Trier. Soll im Herbst 2007 in den Kinos anlaufen.")

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JimiHendrix

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Nach "Dogville" ein weiterer wuchtig-sozialkritischer Meilenstein des schnörkellosen Kinos, in welchem sich Dänemarks "Enfant formidable" mit den psychologischen Tiefen des Freiheitsgefühls auseinander setzt, am Beispiel der Fronschaft in den Vereinigten Staaten.

Ich muss mich immer wieder in tiefer Bewunderung vor Lars von Trier verneigen, ob seines großen Mutes, Filmbauwerke auf ihre personellen Trägerteile herunter zu brechen. Er verzichtet hier abermals auf reizüberflutendes und effekthascherisches Unterhaltungsgeschmeiß und siehe da, das Konstrukt Film hält dieser gebäudetechnischen Entkleidung statisch stand.
Doch wie es bei einem alten Fachwerkhaus der Fall ist, wenn man die Trägerteile - hier in Figur der Schauspieler - frei legt, müssen sie ohne kaschierende Hilfsmittel zeigen, was sie wert sind. Und ja von Triers Auswahl an fantastischen Trägern von Emotionen und Konflikten ist in der Tat sehr gelungen.

In "Manderlay" thematisiert der Däne das interessante Thema der Strukturauflösung der kolonialzeitlichen Leibeigenschaft in kritischen Sichtweisen und liefert damit auch die Gründe der Problematik des jetzigen Afrikas.
Denn die Geschehnisse im Film, in welchem die idealistische Grace versucht einem "herrenlosen" Dorf von Baumwollpflücker-Sklaven beizubringen, wie man "frei Sein" ausleben kann, ist auch als Parabel zum heutigen Zustands vieler afrikanischer Staatsstrukturen zu sehen.
Denn wie die über Generationen bevormundeten Sklaven aus dem Dorf Manderlay, die sich kopflos und verunsichert fühlten, ob des plötzlichen Fehlens ihrer Herrschaften, haben es auch die großen Kolonialmächte wie Frankreich, England, Spanien und Portugal zu verantworten, dass die meisten schwarzafrikanischen Regierungen auch jetzt noch unfähig sind, sich selbst in eine wirtschaftlich wie sozialpolitisch lebenswerte Zukunft zu steuern.

Die andere Thematik, welcher sich Lars von Trier näherte, waren die innergrüpplichen Zusammenhänge und die Einteilung der Individuen in Verhaltensmuster, die im Zusammenspiel optimaler weise eine Gruppenstabilisation zur Folge haben sollte. Darauf verstand er sich - wie auch schon im Trilogievorgänger "Dogville" - exzellent, wenn auch nicht in dieser Tiefe und Schärfe.

Von Trier hat immer schon ein hellseherisches Händchen für seine Darstellerauswahl an den Tag gelegt und auch dieser Film bildet da keine Ausnahme.

Bryce Dallas Howard als Nachfolgerin für Nicole Kidman in der Rolle der Grace nominiert zu haben, fand ich nicht weiter schlimm. Ich kann die Reaktionen gegenüber ihrem Schauspiel nicht so ganz verstehen. Sie verkörperte die Figur Grace zwar etwas divergenter, dennoch hauchte Howard ihrer Rolle viel Lebendigkeit in Form von unermüdlicher Energie ein, sowie eine gewisse Stoigkeit und einem großen, vielleicht zu großen Haufen Idealismus, der sich teilweise als Starrköpfigkeit niederschlug.

Schon in zahlreichen Filmen von Jim Jarmusch, konnte man sehen, dass mit dem Ivorer Isaac de Bankolé in Zukunft zu rechnen sein musste und er machte abermals eine gute Figur als undurchsichtiger Schläuling und skeptischer Beobachter von Grace.

Der alte Filmhaudegen Danny Glover sollte Grace als Zugangsperson zur Gruppe an die Seite gestellt werden und es freute mich, ihn hinter seinen weißen Barthaaren wieder mal in einem Film erspäht haben zu können, klasse Mann.

Der Film bietet insgesamt eindrucksvolle Momente, in welchen moralische Fragen aufgeworfen werden, welche aber durch unmoralische Handlungen zu Nichte gemacht werden, eine genialer Schachzug von Triers, bei welchem er sich den gerade erhobenen Zeigefinger selbst amputiert.

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loveissuicide

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Bewertung7.5Sehenswert

Nachdem mich Dogville begeistert hat, konnte dieser Film eigentlich nur verlieren (im direkten Vergleich). Es ist zwar durchaus nett, noch einen Film in diesem reduzierten Stil zu machen, aber Dogville hat mich mitgerissen, war beklemmender, spannender; die Aussage von Manderlay ist höchst sozialkritisch und politisch, aber mich hat die Thematik nicht wirklich berührt, außerdem ist Nicole Kidman als Grace doch ein paar Nummern über Bryce Dallas Howard zu stellen, Kidman hat einfach viel mehr Ausstrahlung.

Dennoch ist Manderlay ein guter Film, der mich durchaus unterhalten hat und trotz seiner Länge nie langweilig war.

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Breadfan

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Bewertung9.0Herausragend

Wahrscheinlich der beste Film, der die Thematik so gekonnt filmisch aufgreift! Ein Vergleich mit Dogville oder zwischen beiden Protagonistinnen beider Teile finde ich wenig ergiebig, da für mich, wenn auch prinzipiell möglich, eher irrelevant im Rahmen der Bewertung. Ein Film dieses Kalibers ist meines Erachtens vor allem die Summe seiner Teile, das Gesamtkonzept muss stimmig sein und, im Besten Fall, Begeisterung wecken. Und die Summe war stimmig, ganz nach meinem Geschmack! In dem Moment, in dem man gerade auf dem Weg ist einer Einstellung der Protagonistin oder eines anderen Charakters beizupflichten, wird man moralisch unweigerlich eines Besseren belehrt und es kommt prompt zur Kehrtwende. Quasi ein kleiner Grundkurs in Sachen menschlichen Handelns gekonnt in Szene gesetzt. Die vielen Moralkeulen heben sich, verliert man den Grundtenor Rassismus nicht aus den Augen, letztlich gegenseitig auf, sodaß die Message dieses Films für mich lautet: Es gibt keine finale Moral, wohl aber Standpunkte sowie auch immer die Macht, diese mittels verschiedenster Formen von Gewalt durchzusetzen -oder eben nicht. Wie in vielen Filmen von Triers sind diese Keulen recht heftig/direkt, jedoch gewiss nie endgültig. Das hat nicht nur seinen Reiz, sondern ist durch seinen eher radikaleren Minimalismus (bezogen auf das TV-Format) auch technisch sehr mutig, da es den Blick auf eine von vielen möglichen Aussagen zwingt und somit nicht, wie heute in großen Teilen des Mainstreamkino üblich, jede Form geistiger Aktivität während des Filmkonsums von vorne herein mittels Effekthascherei, rountinierter Dramaturgie oder platter Moral lahmlegt. Gerne mehr davon...

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peppermind

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Bewertung7.5Sehenswert

Mit einigen Längen und allein aufgrund der Spieldauer und dem Bühnenbild ist "Manderlay" gewissermaßen anstrengend. Aber die interessante Geschichte und der unterschwellige Sarkasmus entschädigen einiges - nicht zuletzt aufgrund des Erzählers, der für den ein oder anderen Schmunzler sorgt, jedoch leider oft viel zu erklärend wirkt. Von Trier scheint sich nicht zu trauen, dem Zuschauer neben einer Optik, die wahrlich nicht jedermanns Geschmack trifft, auch noch die Last des Selberdenkens auflasten zu wollen.
Wenn man gewillt ist, über 2 Stunden Film in Theatergewand und (teils pseudokünstlerischem) Arthousestil über sich ergehen zu lassen, bekommt einen durchaus guten Film geboten. Mir persönlich hat er gefallen, es gibt aber deutlich bessere. Sogar von Lars von Trier.

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cannibal83

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Bewertung7.0Sehenswert

Den Erwartungen die Dogville aufgebracht hat konnte ein zweiter Teil eigentlich niemals gerecht werden. Dennoch erzählt "Manderlay" die Geschichte um Grace stimmig weiter: Auch hier funktioniert von Trier's dunkle Theaterinszenierung und das Fehlen von Nicole Kidman stellt sich, dank Bryce Dallas Howard, als nicht so schlimm wie gedacht heraus.

Macht somit durchaus Lust auf den dritten Teil "Wasington" auch wenn keiner so richtig weiss ob der nun überhaupt noch kommt...

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veseria

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Puhhh!!! Hart.....

Kein leichter Stoff, den ich auch noch nicht 100%ig verstanden habe. Aber was ich verstanden habe und gesehen habe ist einfach wieder so messerscharf und krass von von Trier... GENIAL!!! Tolles Schauspiel von HOWARD. Meiner Meinung nach ist der Film noch schwerer als Dogville, auch wenn es um ein anderes Thema geht. Ich weiß gar nicht was ich sagen soll...

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Mr. Pink

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Bewertung6.5Ganz gut

Die Kulissen des Films sind, wie schon bei "Dogville" auf ein Minimum reduziert. Die abermals extrem böse, provokative, kritische und trotzdem äußerst interessante Story vermag dennoch zu fesseln. Trotzdem kann "Manderlay" seinem Vorgänger leider nicht das Wasser reichen. Allein schon, weil Bryce Dallas Howard zwar gut spielt, aber leider nicht an die großartige Leistung von Nicole Kidman anknüpfen kann. Und auch sonst kommt "Manderlay" nicht so ganz an "Dogville" ran, da der Film einfach weit weniger intensiv, weniger mitreißend und weniger spannend als sein Vorgänger daherkommt. Nichtsdestominder empfinde ich auch den zweiten Teil der Amerikatrilogie von Lars von Trier als gelungen und sehr sehenswert.

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dbeutner

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Nachdem ich mich lange vor Dogville gedrückt hatte (der inzwischen zu meinen extrem besonderen Lieblingsfilmen zählt), nun mit einer Verzögerung von einigen Mondaten Manderlay. Die Erwartungshaltung war umgekehrt: Hatte ich vor Dogville Befürchtungen, das könnte zu gestelzt daherkommen (und war dann überwältigt), hatte ich nunmehr recht hohe Erwartungen. Nun zu sagen, die wären enttäuscht worden, ginge sicherlich etwas zu weit. Aber in Teilen.

Der eine Teil sind die SchauspielerInnen. Nicht, dass wir hier Durchschnittsware sehen würden, aber Dogville hat eine Marke gesetzt, über die man erstmal springen muss. Manderlay reißt die Latte nichtmal, sondern läuft drunter durch. Wie gesagt: Überdurchschnittliche Leistung am Ende, aber der extreme Zauber, den Dogville auf dieser Ebene versprüht hatte, der fehlt. Insbesondere Kidman war einfach unersetzbar.

Die Story ist auch sehr viel fragmentierter als in Dogville. Zwar gibt es schon einen Handlungsstrang, dieser wird aber am Ende sehr stark "nur" dazu benutzt, das eine oder andere moralische Dilemma aufzustellen und ein paar (wirklich nette) Lustigkeiten über zu schlichtes Verständnis von "Demokratie" zu verbreiten. Das wirkt sehr sympathisch, hat aber nicht die Schwere und Tiefe von Dogville. (Nichts ist wohl falscher allerdings als die Interpretation, dass hier "eine Rechtfertigung für die Sklaverei Amerikas aufgezeigt" würde - aber Lars, so böse fehlinterpretiert zu werden muss schon schmerzen).

Guter Film mit besonderer Note, aber durch die selbst gesetzte Referenzvorlage spürt man zu viel, dass es besser geht. Achja: Sollte nicht gesehen werden, ohne dass man Dogville zuvor gesehen hat, da doch immer wieder Bezüge hergestellt werden.

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Shorty06

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Manderlay von Lars Von Trier. Manderlay ist ein sehr guter Film. Doch leider ist der Film ein Sequel. Ein Sequel zum meisterhaften "Dogville". Und als solches versagt Manderlay. Manderlay beschäftigt sich mit dem Problem der ungewohnten Freiheit, die den Sklaven nach der Abschaffung der Sklaverei zustand. Wie soll man damit umgehen, sein eigener Herr zu sein, nachdem man zu einem Abhängigen gemacht wurde? Wie schwer ist es, für sein Handeln verantwortlich zu sein und die Konsequenzen zu tragen? Manderlay ist kein Film für einen netten Nachmittag, ist in Sachen Härte aber einige Stufen unter Dogville anzusiedeln. Auch die Originalität der Inszenierung ist beim zweiten Mal eben nicht mehr vorhanden. Bryce Dallas Howard macht ihre Rolle gut, ist aber eben keine Nicole Kidman. Doch der größte Kritikpunkt, den Manderlay einstecken muss, ist der Charakter der Grace. Sie wirkt im Vergleich zu Dogville wie ein völlig anderer Mensch. Man sollte meinen die Erlebnisse prägen, doch dem ist hier nicht der Fall. Grace wirkt wie ein naives junges Mädchen, was unpassender nicht sein könnte.
Wäre Manderlay der erste Film der Reihe, könnte das verständlich sein. Aber so ist Manderlay ein guter Film, jedoch eine schlechte Fortsetzung eines Meisterwerks.

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BigDi

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Bewertung9.0Herausragend

Manipulation. Das ist so das erste Wort, welches mir nun zu "Manderlay" einfällt, nachdem ich den Film vor zwei Tagen geschaut habe. Das zweite ist "verdammt" und sorgt bei mir für ein schlechtes Gewissen, denn beim Schauen empfand ich die Endcredits als unpassend, doof und botschaftszerstörend. Wie kann man mir nach einem so wundervoll bösartigen Film über den Missbrauch der Begriffe "Freiheit" und "Demokratie", nach diesem nahezu erfüllenden Schlag ins Gehirn und in die moralische Vorstellung etwas so kitschiges und plakatives kommen? Wie kann man ein Filmende nur so zerstören? Darum ging es doch gar nicht! Da war doch etwas weitaus Böseres, oder? Nun ja, die Vorahnung hat gestimmt: Es war wirklich etwas Böseres - nur auf einer anderen Ebene.

Und jetzt fühle ich mich so gar nicht gut. Auch ich empfand die Ideen des Films zunächst als gut - was nützt schon die Freiheit, wenn man mit dieser nicht umgehen kann? Und auch Grace hat mit ihrer leicht naiven idealistischen Art diesen Eindruck bestätigt - nahezu hilflos erlebt sie manche Situationen und weiß sich und den anderen nicht zu helfen, ihre Regelbrüche zerbrechen oftmals die Lage des ganzen Dorfes. Nicht alles ist gut, was sich "Demokratie" nennt - nicht alles ist schlecht, was der finsteren Vergangenheit entstammt. Doch wer hat diese finstere Vergangenheit verursacht? Und da liegt auch der Hund begraben. Und genau an diese Stelle ärgert man sich nicht mehr über die letzten Bilder des Films, sondern fühlt sich von ihnen nahezu angeklagt. Gut, ich bin kein Amerikaner - aber erstens ist die Aussage durchaus auch auf universellerer Ebene vorhaneden und zweitens hätte ich auch die Geschehnisse des Films gut gefunden - weil sie so gottverdammt logisch und rational klangen, ganz im Gegensatz zu Graces plakativen Parolen. Und auch wenn diese noch sehr unausgereift sind - wenn ich schon meine eigene Freiheit so sehr schätze, wie kann ich denn behaupten, dass sie andere lieber nicht verdienen? Verdammt, bin ich ein schlechter und leicht manipulierbarer Mensch. Aber wenn es schon eine Satire sein soll, dann kann ich doch auch darüber lachen - und auch über mich lachen, gewiss. Und mir Gedanken machen, ob ich doch nicht etwas anders manipuliert wurde, als ich jetzt den Eindruck habe. Verdammt.

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BigDi

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So ein ähnliches Wort wollte ich auch erst schreiben - aber dann wollte ich doch nicht beleidigend werden dem guten Mann gegenüber. ;)


Kubrick_obscura

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Respekt vor dem Alter, richtig so!


spanky

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Bewertung5.0Geht so

Von Triers zweitem, brechtigem Versuch der Sozialkritik fehlt eindeutig der Aha-Effekt, den Dogville noch innehatte. Und die Kidman. Und der Bettany.

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harperpitt

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Bewertung2.0Ärgerlich

Hab' die Aussage schon kapiert - aber ich steh einfach nicht auf dieses verschwurbelte selbstquälerische depressive Gehampel von Herrn von.

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endlesssporadic

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Bewertung6.5Ganz gut

Manderlay ist als Fortsetztung für Dogville nicht so der Knüller, aber man freut sich dass das Feeling vom Vorgänger aufkommt.

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Pelle

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Bewertung6.5Ganz gut

Kommt leider in keiner Hinsicht an Dogville ran. Vor allem der Kidman Ersatz taugt wenig.

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"Leon"

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Bewertung6.5Ganz gut

Dieser Film kann sowohl hinsichtlich der schauspielerischen Leistung als auch im Sinne der Kritik nicht mit Dogville mithalten. Er wirkt überfrachtet mit der skurrilen Kritik, die Lars von Trier ausmacht und wirkt dadurch viel zusehr Platt, um einen Aha- Effekt hervorzurufen. Ein bisschen weniger, währe hier eventuell mehr gewesen.

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freedika

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Bewertung7.5Sehenswert

Nicht ganz so toll wie "Dogville", kann aber stimmungsmäßig mithalten.

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Mr.Floppy

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Bewertung5.5Geht so

Theater für's Kino - interessant. Leider etwas langsam. Das ist verzeihlich - schließlich ist es ja Theater ohne Effekte.

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