Alexandre Ajas Maniac - Kritik

Maniac

FR/US · 2012 · Laufzeit 93 Minuten · FSK 18 · Horrorfilm, Kriminalfilm, Thriller · Kinostart
  • 7 .5
    Mekridi 25.06.2016, 18:16 Geändert 25.06.2016, 21:14

    https://www.youtube.com/watch?v=Db4Nds4BOVo

    Parallelen zum 80er Original sind zum einen Joe Spinell, der an den Drehbüchern beider Filme mitwirkte, William "Maniac Cop" Lustig, Regisseur des Originals, hier dann "nur" Mitproduzent, der Storyinhalt an sich, und die Tatsache das beide Titel inzwischen wegen des Paragraphen 131 bundesweit beschlagnahmt sind.

    Die Herangehensweise ist jedoch eine etwas andere. Während das Original eher als dreckig-rotziger und äußerst kantiger B-beinahe-Splatterfilm daherkommt, taucht Khalfoun sein Remake in fast schon feingelackte Refnartige Bilder, einen collateralen Michael Mann und ein äußerst smoothes Soundgewand. Dies verleiht der Neuverfilmung eher den Geschmack eines Giallo. Vielleicht gerade einer der Gründe warum der Film so wirkt, schmiegt er sich doch hier und da bildlich und soundig an, stößt inhaltlich aber gleichzeitig vehement ab. Stark wirkender Kontrast.

    Der Zuschauer verfolgt die Story um den schizophrenen, in Selbstgespräche vertieften und Mutterkomplex behafteten Schaufensterpuppendekorateur Frank Zito fast ausschließlich aus dessen Egoperspektive und läßt ihn hautnah teilhaben an seinen brutalen Frauenmorden. Mittendrin statt nur dabei, wäre wohl ein passender Slogan für dieses nihilistische Remake. Das raubt dem Film zwar einerseits die "whodunitundvorallemwann" Spannung, löst durch dieses Stilmittel aber enormste Beklemmungsgefühle beim Zuschauer aus. Khalfoun badet dabei keineswegs im ausufernden, minutenlangen Gemetzel, sondern setzt vielmehr kurze und explizite, erfreulich sehr CGIfreie tiefe Stiche in die Augen des Beobachters. In diversen kleineren Rückblenden, die Frank als Kind in Interaktion mit seiner gewalttätigen, erziehungsunfähigen und herumhurenden Mutter zeigen, wird das "warum" ausreichend gezeichnet und bedarf aus meiner Sicht keiner weiteren Erklärung. Die Egoperspektive, die des Öfteren sichtfeldeingeschränkt und verschwommen gefilmt ist, spiegelt Franks innerliche Zerrissenheit gekonnt wieder. Selten sieht man Frank selbst, meist nur als verzerrte Spiegelansicht oder mit blutigem Skalp in der einen und Messer in der anderen Hand wie er sich in einem Auto spiegelt, nebenbei eine kleine Hommage an das Original Maniac-Cover. Desweiteren könnte man als Referenz noch Q Lazarus Song "Goodbye Horses" aus Schweigen der Lämmer anbringen und natürlich Das Kabinett des Dr. Caligari, den Frank sich zusammen mit Anna, einer angehenden Künstlerin und Interessierten an seinen Schaufensterpuppen, im Kino ansieht.

    Franks Unfähigkeit längerfristige Beziehungen zu Mitmenschen einzugehen und seine verzweifelte Suche nach Liebe, Zweisamkeit und der Wunsch nicht alleine sein zu wollen, zeigt sich darin dass er seine Schaufensterpuppen, mit den Skalps und Kleidern seiner Opfer verziert, als Freunde in der Wohnung "hält", sie mit ins Bett nimmt, mit Ihnen spricht und mich damit entfernt an den realen Serienkiller Jeffrey Dahmer erinnerte. Auch dieser Maniac versuchte seine Opfer nicht einfach "nur" zu töten, sondern experimentierte an Ihnen herum, bohrte ihnen die Köpfe auf, schüttete Säure hinein und wollte sie so am Leben erhalten. Einerseits zwar um sie als Sexklaven zu nutzen, aber auch um sie zu unwilligen und für immer bei ihm bleibenden "Freunde" zu machen.

    Das Ende weicht vom Original leicht ab, haut einem aber nochmals kräftig eine schockige und gelungene Schlusspointe um die Sinne.

    Alles in allem ein weiteres, ordentliches - von mir generell nicht sehr geschätzten - Remake (nach den "blutigen Augenhügeln"), bei dem Alexandre Aja zwar nur als Drehbuchautor und Produzent fungierte, dessen Handschrift aber auch hier deutlich zu spüren ist.

    Elijah Wood beweist einmal mehr dass man ihn nicht nur auf seine alles überstrahlende Rolle als Ringschlepper-Hobbit festlegen darf. Er ist nämlich nicht nur der schnuckelige Frodo sondern hat durchaus weit mehr drauf, für mich eine sehr gute Wahl, wenn er auch nicht ganz an den Original-Maniac Joe Spinell herankommt.

    Fazit: Gelungen in die Neuzeit transportiertes Remake eines von jeglichem Humor befreiten, düsteren und dreckigen 80er Klassikers

    Wertung: 7,5 von 10 verpuppten Migräneanfällen

    21
    • 4

      Alexandre Ajas Maniac gibt einblickt über das Leben eines Serienkillers aus der Ego - Perspektive die ich immer kritisch verfolge, soll heißen, man sieht Elijah Woods Hände die Frauen töten. Es gibt auch Momente in dem er in den Spiegel etc. schaut damit man wirklich das Gefühl hat man ist Elijah Wood.
      An sich ist die Atmosphäre düster und der Soundtrack super, aber manchmal langweilig und unverständlich von einigen Handlungsfähigkeiten der Opfer.

      • 9

        Wow! Tatsächlich mal ein Film bei dem mir übel geworden ist. Nicht wegen der Gewalt, die zwar zur Genüge vorhanden war, nicht wegen der verstörenden Bilder die dieser kreiert, sondern die Tatsache, dass man sich im Kopf eines Monsters befindet. Man erlebt aus seinen Augen wie dieser agiert, sich unterhält und letztendlich mordet.
        Brutal, Düster und ohne Licht. So würde ich diesen Film beschreiben. Zwar gibt es Hoffnung, doch diese im Keim zu ersticken hat dem Regisseur sichtlich Spaß gemacht. Elijah Wood ist nicht nur nicht mehr der Süße Frodo, er ist das komplette Gegenteil. Er ist eine brutale Bestie, dessen Existenz darin besteht, Frauen zu töten, zu skalpieren und die Skalps an die Köpfe seiner Schaufensterpuppen zu tackern. Für ihn bilden die Puppen eine Art Gesellschaft da. Mit lebenden Frauen kann er nicht glücklich werden, also nimmt er sich den einzigen Teil, der für immer bleibt und verbindet diesen mit den Puppen, die wie er sagt eine Art Persönlichkeit hätten, die noch stärker ist als die von Menschen.

        Krank, brutal und großartig. Hier wird das Psychogramm eines wahrhaftigen Monstrums vollkommen schnörkellos und bis ins kleinste Detail gezeichnet. Man wird auf einen Trip geschickt der schockiert, elektrisiert und den man garantiert nie vergessen wird.

        • 8 .5
          old_pirate 03.04.2016, 12:43 Geändert 03.04.2016, 13:00

          Anmerkung gleich zu Beginn:
          Normalerweiße schaue ich, wenn dies möglich, immer erst das Original und dann das Remake. Im Fall von Maniac, war dies nicht möglich, Ich kenne also das Original von 1980 nicht und kann den Film daher nicht in Bezug zum Original bewerten. Falls ich das Original doch irgendwann in die Hände bekomme werden die Punkte gegebenenfalls angepasst.

          Maniac ist ein Trip in die Psyche eines Frauenmörders, überzeugend inszeniert und gut gespielt von Elijah Wood. Beim anschauen merkt man wie sich in einem die Leere ausbreitet. Man spührt die brennende Einsamkeit, den Schmerz der ständigen Zurückweisung die schon im Kindesalter,ausgehend von seiner eignen Mutter begann. Die er, Frank, wie wohl jedes Kind abgöttisch geliebt haben muss. Seine Mutter dagegen, war jedoch mehr mit Party´s beschäftigt, trank viel, nahm Drogen, hatte Sex mit immer anderen Männern und das sogar vor den Augen des kleinen Frank. Was in seiner Kindheit begann änderte sich vermutlich auch später nicht. Frank war wohl nie beliebt bei Frauen, nie hat er die Liebe bekommen die er sich so sehr gewünscht hat, weder von seiner Mutter noch von anderen Frauen. Frank wurde immer zurückgewiesen, nie war er es für den sich die Frauen interessierten.
          So zeigt der Film einen kaputten Frank, zerfressen von Zwängen und Wahnvorstellungen. Seine Mutter ist inzwischen tot, Frank ist alleine mit seinen Schaufensterpuppen. Frank´s Einsamkeit muss erdrückend sein. Die Stadt ist voll von Frauen, hübsche Frauen, doch keine möchte Frank, alles was er hat sind seine Puppen. Verzweifelt sucht Frank nach der Liebe die er sich wünscht. Er möchte nicht nur die Liebe, er möchte diese Frauen... diese schönen Frauen, besitzen! Wenn sie nicht möchten dann muss Frank eben seine eigenen Welt erschaffen. So zieht er los, auf der Jagd nach Liebe und hübschen Frauen, er tötet sie, skalpiert sie! Die Haare nimmt er mit. Die Haare befestigt Frank dann auf einer seiner Schaufensterpuppen, die er sorgfältig nach dem Vorbild des letzten Opfers gekleidet hat. So gehören diese hübschen Frauen für immer Ihn, keine wird ihn mehr verlassen!...

          Elijah Wood spielt die Rolle des Mörders sehr gut, der leere apahtische Blick. Auch die Kamera zum Großteil aus der Ich-perspektive passt hier sehr gut. Nur das Ende fande ich etwas abrupt. Meiner Meinung nach hätte man noch etwas auf die Beziehung zwischen Frank und Anna eingehen können, ebenso auf die Beziehung zwischen Anna und ihrem Freund. Im großen und ganzen aber ein gelungener Film.

          Punkte: 8,5

          • 1

            Die Zusammenfassung des Films klang ja noch recht spannend... aber der Film an sich ist ziemlich langweilig... da hätte man mehr draus machen können. Und auch die Wahl der Schauspieler ist nicht gut gewählt. Elijah Wood ist ein toller Schauspieler, aber nicht im Genre des Horrors .

            • 0
              HarryNeub 27.01.2016, 12:47 Geändert 27.01.2016, 12:47

              Leider konnte ich das Kino nicht verlassen! Selten einen SO SCHLECHTEN, DUMMEN und HIRNLOSEN Film gesehen.
              Story: - unendlich
              Darsteller: grottenschlecht
              Atmosphäre: ungut

              TOP eins auf der Liste der ÄRGERLICHSTEN Filme!

              3
              • 6 .5

                Ein recht ansprechender Film wenn auch nicht bis ins letzte Detail gut. Ich finde jedoch die Perspektive aus der die Kamera filmt recht interessant und Elijah Wood macht sich in seiner Rolle ziemlich gut.

                • 8 .5

                  Sehr spannender Film. Gruselige Atmosphäre. Interessante Darstellung aus der Sicht des Mörders. Für Genrefans ein muss!!

                  • 8 .5
                    Shepardo 24.12.2015, 12:25 Geändert 24.12.2015, 12:33

                    ''Alexandre Ajas Maniac'' passt jetzt zwar eigentlich nicht zur Festtagsstimung, doch das hält mich natürlich nicht davon ab, einen Kommentar zu schreiben.
                    Aber worum geht es hier denn eigentlich?
                    Frank ist ein ziemlicher Psychopath. Er hat eine Liebe zu Puppen. Er liebt sie sogar so sehr, dass er dafür glatt Menschen umlegt, nur dafür, dass seine Püppchen etwas Haarpracht von seinen Opfern auf dem Köpfchen haben, denn die wollen ja schleißlich nicht am Kopf frieren.
                    ''Alexandre Ajas Maniac'' fängt schon recht böse und düster an. Wir sehen hier einen Mann, den man nur in der Ego Perspektive sieht, der einer Frau hinterherspioniert und sie verfolgt. Alleine nach den ersten fünf Minuten weiß man, worauf man sich einlässt, denn das ist kein Film, den man auf einem Elternabend vorführt. Zuerst einmal muss ich erwähnen, dass fast der komplette Film nur aus der Sicht des Killers gezeigt wird und dies hier wirklich ziemlich gut passt. Im Verlauf des Films hat man nicht nur puren Hass auf den Killer, wie sonst in den meisten Filmen, sondern man bekommt auch Einblicke in seine Vergangenheit, um zu verstehen, warum er das alles macht. Dieser Schritt ist mir im Gegensatz zum Original ziemlich eindeutig aufgefallen, da im Jahr 1980 der Herr Lustig, anscheinend keine Lust(haha Wortspiel) hatte um auf Franks Kindheit einzugehen. Ich finde es auch sehr gut, dass der Film nicht von den Morden an sich lebt, sondern von der Geschichte Franks und seinen Emotionen gegenüber anderen Menschen. Wo wir schon einmal bei Frank sind, muss ich unbedingt erwähnen, dass Elijah Wood, in den Szenen in denen man ihn sieht, eine ziemlich gute schauspielerische Leistung darbietet. Das gleiche gilt für Nora Arnezder, die die Rolle der Anna wirklich gut rüberbringt. Wenn man jetzt bis zu dem Zeitpunkt an dem Film interessiert ist, sollte man wissen, dass er wirklioch nur hartgesottenen Filmfans zu empfehlen ist, denn er ist ja nicht umsonst am 30.04.2015 bundesweit beschlagnahmt worden, was ich einigermaßen verstehen kann, wenn man nur die Morde sieht, von denen es nicht einmal allzu viele gibt. Denn im Film sind die Morde und Skalpierungen nicht selbstzweckhaft dargestellt, sondern werden diese eigentlich für die Story benötigt um frank nachzuvollziehen. Denn eigentlich geht es ja hier um Frank und sein Verhalten gegenüber anderen Menschen und Puppen. Aber wenn die Kamera bei einer Skalpierung(heißt das so?) 10 Sekunden lang gnadenlos draufhält kann ich schon verstehen, warum es da den ''Jugendschützern'' nicht so Recht in den Kram passt.
                    Doch wer solche Szenen aushalten kann, für den wird ''Alexandre Ajas Maniac'' ziemlich gut passen, jedenfalls wenn man nicht nur einen puren Metzelfilm erwartet.

                    Ach ja, Frohe Weihanchten natürlich :D

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                    • 8 .5
                      DerBauerluemmel 20.12.2015, 15:28 Geändert 20.12.2015, 15:29

                      Direkt nach meiner Kritik zum Original widme ich mich nun auch dem Remake, welches mir insgesamt besser gefällt. Fairerweise jedoch muss man festhalten dass "Maniac" auch schon über 30 Jahre auf dem Buckel hat.
                      Übrigens ist die FSK18 geschnitten. Auch die ungekürzte SPIO/JK-Fassung ist gem. §131 StGB bundesweit beschlagnahmt worden.

                      Die Story ist exakt die selbe wie die des Originals, jedoch glücklicherweise mit etwas mehr Substanz und verständlicheren Ausführungen zu Franks Kindheit. Dies geschieht mittels grandios inszenierter Flashbacks, die lückenlos in die eigentliche Handlung eingefügt werden. Dies zeigt, wie sehr die Vergangenheit und Gegenwart in Franks Welt verschwimmen und wie präsent dessen verkorkste Kindheit immer noch ist. Den Film beinahe ausschließlich aus der Ego-Perspektive des Killers zu filmen ist ein ebenso interessanter wie gelungener Schachzug.
                      Die Schauspieler allesamt überzeugend, besonderes Augenmerk natürlich auf Elijah "Frodo" Wood. Optisch natürlich das komplette Gegenteil zum originalen Maniac Joe Spinell. Auch kann er ihm nicht das Wasser reichen. Dennoch liefert Wood mMn einen überzeugenden Killer ab.
                      Die Kills ähnlich brutal wie im Original und zumeist schön handgemacht.
                      Was dem Film einen deutlichen Pluspunkt verschafft ist der wahnsinnig gelungene Soundtrack, ganz im Stile des Originals. Für mich sogar einer des besten Sountracks die ich bislang hören durfte.

                      Fazit: Ein bemerkenswertes Remake, welches glücklicherweise ähnlich kompromisslos wie das Original agiert und kein weichgespülter Hollywoodabklatsch geworden ist. Unbedingt anschauen!

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                      • 5 .5

                        Ich finde den Film insgesamt durchschnittlich. Der Spannungsaufbau funktioniert meines Erachtens nicht richtig, es wird schnell klar in welche Richtung der Film läuft, die einzige Frage, die bis zum Schluss offen bleibt, ist ob gut oder böse den Film lebend überstehen werden. Das hat mich nicht von Hocker gerissen.

                        Auch wirkt Wood von seinen Gesichtszügen für mich nicht wie eine ideale Besetzung für einen verrückten Psychopathen. ich weiß pauschalisieren ist da nicht, aber meinen Erwartungen entspricht er nicht.

                        Letztlich gibt es eine leicht überdurchschnittliche Wertung, da man dem Film die innovative Kameraarbeit und den interessanten Look nicht absprechen kann.

                        Für mich nicht empfehlenswert nur für Horror fans eventuell von Interesse.

                        • 3 .5

                          Ich nehme E Wood die Rolle nicht ab, denkbar ungünstig besetzter Möchtergern Thriller. Tja viel Blut und Morde machen noch keinen guten Film aus. Was mich störte ist diese blöde Kameraperspektive, immer aus den Augen des Hauptdarstellers, das ermüdet, dazu die ständigen selbstgespräche. Und was soll der Mist als er am Anfang in nen Chat geht sofort ne Frau abschleppt und sie unbedingt mit ihm in die Kiste will? Er benimmt sich wie ein Psychopath hat dreckige Finger sieht Scheisse aus.. völlig unglaubwürdig, welche halbwegs gutaussehende Frau würde sich mit so nem Typen einlassen.. Ne so nen Film brauche ich nicht. Klack abgeschaltet nach 40 min.

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                          • 5 .5

                            #Horrorctober 11

                            Ein interessanter Film. Aber ist er auch gut? Da bin ich mir nicht so sicher.

                            Interessant ist, dass ich in meinem Studium Anfang der 00er Jahre noch gelernt habe, dass Lady in the Lake aus dem Jahr 1947 gezeigt habe, dass Filme mit einer durchgehenden subjektiven Kamera nicht funktionieren. Geschichten mit Ich-Erzähler müssen auf der Leinwand anders erzählt werden. Das Experiment, dies Eins zu Eins umzusetzen, war gescheitert.

                            Mit Maniac hat Franck Khalfoun nach über 60 Jahren das Experiment wiederholt. Und ich finde nicht, dass er damit gescheitert ist. Gewiss, die Beschränkung, die er sich selbst auferlegt, führt zu ein paar Kuriositäten. Dennoch bricht der Film nicht komplett auseinander.

                            Ich glaube zwei Faktoren spielen Khalfoun in die Hände, sodass der Film einen besseren Eindruck machen kann als Lady in the Lake. Zum einen haben First-Person-Shooter unsere Sehgewohnheiten beeinflusst, sodass diese Perspektive auf uns nicht mehr so ungewohnt wirkt wie sie es noch 1947 tat. Zum anderen ist das Genre sicher besonders für einen solchen Film geeignet.

                            Dennoch hat der Film ein Problem: Er macht einen schönen Build-up und vergisst dann den Pay-Off.

                            Die vollständige Rezension gibt es hier:

                            http://www.spaetfilm.de/horrorctober-11-maniac/

                            • 8

                              Wer vor sehr burtalen, blutigen Szenen nicht abgeschreckt ist, sollte sich "Maniac" anschauen. Die Kameraperspektive ist (fast durchgehend) gleich dem Blick des mordenden Franks, hervorragend verkörpert von Elijah Wood. Der Film versucht weder zu psychologisieren noch das Verhalten des Mörders zu deuten. Es ist dem Zuschauer alleine überlassen sich ein Bild aus den, grossartig eingefangenen, brutalen Szenen herzustellen.

                              Ein bisschen wie Mittelklasse-"American Psycho"...

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                              • 6
                                MurmelTV 06.10.2015, 19:40 Geändert 13.10.2015, 11:57

                                #Horrorctober Teil 1/13

                                "Alexandre Ajas Maniac"

                                Ein gelungener Einstieg in dieses kleine aber feine Community-Event. Auch bei meiner zweiten Sichtung dieses Remakes von Franck Khalfoun wurde ich wieder glänzend unterhalten. Elijah Wood als gestörter Serienkiller ist hervorragend, wenn er mal wieder auf Frauenjagd ist, begleitet von wunderbaren 80er Jahre Synthie Pop. Lediglich bei der Bebilderung fehlte es mir an Kreativität. Hätte man besonders bei den Morden ein wenig mehr Giallo-Atmosphäre eingebaut, hätte es ein kleines Meisterwerk werden können. So ist leider nicht alles nach meinem Geschmack, wodurch es dennoch ein guter Horrorstreifen bleibt.

                                (http://www.moviepilot.de/liste/horroroctober-murmeltv)

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                                • 6 .5

                                  Alexandre Ajas Maniac ist ein Psychothriller amerikanischer und französischer Produktion und aus dem Jahre 2012. Mittelpunkt des Films ist der junge und alleinstehende Restaurator Frank, der aufgrund der schlechten Beziehung zu seiner Mutter in der Kindheit ein gestörtes Verhältnis zu Frauen hat und seine Sammlung antiker Schaufensterpuppen auf grausame Art und Weise aufzuhübschen weiß.

                                  Alexandre Ajas Maniac ist ein Remake des Films Maniac aus dem Jahre 1980. Unabhängig davon, ob dieses Remake gelungen ist oder nicht, finde ich den Film nur befriedigend. Der Cast ist mittelmäßig. Elijah Wood, der hier den psychopathischen jungen Frank spielt, hat mich als einziger richtig überzeugt. Mit Anna (Nora Arnezeder) konnte ich mich von der ersten bis zur letzten Minute nicht richtig anfreunden.
                                  Das Interessante an Alexandre Ajas Maniac ist die Kameraführung, die immer wieder zwischen Egoperspektive von Frank und der normalen Perspektive eines Zuschauers wechselt. Über den Wechsel der Perspektiven kann man streiten. In einigen Situationen fand ich ihn unangebracht, aber den Film in Egoperspektive zu drehen, wäre wahrscheinlich genauso unbefriedigend gewesen. Gerade in Kampfszenen ist es sehr schön, dies in Egoperspektive verfolgen zu können.

                                  Die Musik finde ich sehr gut gewählt und eingesetzt. Das Drehbuch ist meiner Meinung nach auch leider nur mittelmäßig. Als ich gesehen habe, dass Alexandre Ajas Maniac neben amerikanischer Produktion auch aus Frankreich stammt, habe ich mir einen Film erhofft, wie man sie aus Frankreich kennt. Leider finde ich, dass dies hier jedoch nur ein weiterer amerikanischer Abklatsch eines guten Films ist.

                                  Spannung kam bei mir nicht auf, obwohl ich vor dem Film hätte drauf wetten können.

                                  • 8

                                    Sehr sehenswert! Dadurch das man Elijah Wood nur als niedlichen Hobbit in Erinnerung hat, umso beeindruckender. Ich hatte richtig Gänsehaut als beim zweiten Opfer das Lied Goodbye Horses von Q Lazzarus gespielt wurde. Das Lied von Schweigen der Lämmer, als der Transsexuelle Bill vorm Spiegel tanzt. Das Ende ist toll gemacht. Hab ich so auch noch nie gesehen.

                                    • 8 .5

                                      Also wenn einer gelungene Remakes kann, dann ist es wohl Alexandre Aja !
                                      Das er sich an den bei Genre-Fans, so beeindruckenden Klassiker "Maniac" aus dem Jahr 1980 heran traute, ist schon sehr mutig. Das er diesen Hit mit seinem Remake aber so gekonnt seine eigene Handschrift verabreicht, ist einfach bemerkenswert.
                                      Aja schafft es nämlich tatsächlich, seine Version einen Stempel auf zudrücken, die wirklich gefällt, keiner Kopie gleicht und William Lustig`s Film zu keiner Zeit verunglimpft.
                                      Dabei weicht Alexandre "der Grosse" geschickt des öfteren vom Klassiker ab. So ist die Besetzung des Maniacs durch Elijah Wood mit dem einstig genialen Joe Spinell nicht vergleichbar aber gleichzeitig nicht weniger wirkungsvoll denn man kauft Wood sein Schauspiel zweifelsohne ab.
                                      Das die Story fast durchgehend aus der Sicht des Maniacs dargeboten wird, wird von so manchem Kritiker eher negativ aufgefasst. Ich muss gestehen, das mir diese Perspektive gefallen hat. Denn anders als beim Original, wo man mit dem Killer auf Beutejagd geht, bekommt man hier das Gefühl, die Taten selbst aus zuführen. Ein Eindruck der wirklich beklemmend realistisch rüber kommt und sein Ziel, den Zuseher zu fesseln nicht verfehlt. Starke Nerven sind definitiv erforderlich, um diesen unangenehmen Trip mitgehen zu können.
                                      "Alexandre Ajas Maniac" ist ein Marsch durch eine völlig zerstörte Psyche, die mit Schockeffekten nicht geizt und sein Publikum genauso quält wie die Opfer des Maniacs.
                                      Fazit: Als Film für einen Gruselabend mit der Freundin ist "Alexandre Ajas Maniac" wohl eine sehr schlechte Wahl denn die Gefühlslage , die dieses Remake auf einfachste Art an sein Publikum weitergibt ist so erschreckend unangenehm, fast schon abstossend real, das es wohl in dieser Hinsicht voll ans Ziel vorbei zielen wurde. Für Genre-Neulinge wohl eine Grenzerfahrung und selbst für eingefleischte Freaks wie mich eine "willkommene" Herausforderung.
                                      Ganz starke Neuauflage !

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                                      • 6 .5

                                        furztrocken und bier ernstmit ordentlichen gewaltspitzen in der uncutfassung...verstörend durch die Egoperspektive..denoch nicht so heftig wie sein Ruf vermuten lässt..soundtrack gefällt sehr gut..aber irgendwie fehlt da was...sowas wie ne zweite ebene...86 minuten aus sicht des Mörders ist zwar ne nette Idee...reizt sich aber ab der Hälfte hin etwas aus....

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                                        • 5 .5
                                          Danbu 02.07.2015, 18:47 Geändert 07.07.2015, 09:27

                                          Der Film sieht sehr schick aus. Die meiste Laufzeit über ist alles ziemlich dunkel gehalten, was der finsteren Stimmung des Films sehr zuträglich ist. Die Puppensammlung von Frank verleiht dem Ganzen zusätzlich etwas schön Skuriles. Vor allem sobald man in Erfahrung gebracht hat, womit er die Mannequins aufschmückt.
                                          Auch die Kameraperspektiven sehen duchweg gut aus und die Sequenzen aus den Augen des "Maniac" sind kein neues aber doch ein stimmungsvolles Stilmittel.
                                          Was mir allerdings absoolut nicht zugesagt hat war die Rolle des Psychokillers. Das geht nicht gegen Elijah Wood, der seine Sache anständig macht sondern eher dagegen, wie die Rolle geschrieben ist: Für mich kam nie das Gefühl auf, dass ich wirklich einen psychisch labilen Menschen beobachte, sondern eben eine Filmrolle, die einen solchen darstellen soll. Dadurch, dass mir das permanent so bewusst war, wurde das Filmerlebnis für mich leider ziemlich extensiviert. Schade, der geschaffene Rahmen hat gestimmt.

                                          • 10

                                            Ooooh was war ich gerührt als meine Äuglein sichteten, welche Perle nun ein Remake erfahren sollte.
                                            Das Original ist und bleibt einer meiner ewigen Favoriten. Zeitlos, trostlos und bitter.
                                            Nun sollte also der kleine Hobbit unserem Franky-Boy ein Gesicht geben. Nun, dass er auch psycho schauen kann, stellte er ja bereits in Sin City unter Beweis. Aber als Frank Zito?
                                            Ich muss gestehen, er hat mich vom Hocker gehauen.
                                            Elijah Wood liefert ab. Ohne, dass man noch weitere Worte verlieren muss. Punkt!
                                            Es wurde rundum alles so düster und traumatisierend dargestellt, dass Franks Schmerz und krankhaftes Verhalten abgerundet und im Gedächtnis bleibend vermittelt wird,
                                            Der Score setzt dem ganzen noch das Sahnehäubchen auf.
                                            Tippi Toppo Filmchen, dass man gutem Gewissens weiterempfehlen kann!
                                            Unbedingt ungeschnitten ansehen! ( auch wenn das kleinste Manko leider die Effekte sind. Da hätte die SPIO auch maln Auge zudrücken können.)

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                                            • 7

                                              Elijah Wood als psychopathischer Serienmörder...
                                              Trotz der drastischen Gewaltdarstellung und dem morbiden Setting ein sehenswerter Film !

                                              • 5

                                                Starker Soundtrack!

                                                • 5 .5

                                                  Ich kenne das Original nicht, nur den Trailer. Elijah Wood passt in diese ungewöhnliche Rolle eines Serienkillers gut, diese Ego-Perspektive des Killers zu sehen, ist nichts neues. Krank, aber auch auf irgendeine Art eintönig schafft der Film streckenweise zu unterhalten. Ich hätte mir aber lieber Alexandre Aja als Regisseur gewünscht, der kommt immer auf gute Ideen.

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                                                  • 6
                                                    Filmkenner77 18.01.2015, 18:42 Geändert 18.01.2015, 18:44

                                                    Alexandre Ajas Remake des vermeintlichen Slasher-Klassikers "Maniac" hat mir in Teilen besser gefallen als das Original. Der Regiekniff, die Perspektive des Serienkillers Frank einzunehmen und konsequent durchzusetzen, ist gewöhnungsbedürftig, aber nicht ohne einen gewissen Reiz. Neu ist dieses Element im Genre des Horrorfilms aber nicht. So wurde etwa die Anfangssequenz des Klassikers "Dr. Jekyll and Mr. Hyde" (1931) mit der subjektiven Kamera gefilmt, wofür der Film seinerzeit mit einem Oscar ausgezeichnet wurde.
                                                    Besonders hervorzuheben ist bei der Neuauflage, dass Elijah Wood in der Rolle des Serienmörders überraschend gut funktioniert. Bereits in "Sin City" hat er bewiesen, dass ihm düstere Charaktere durchaus liegen.
                                                    Franck Khalfouns Remake folgt in weiten Teilen dem Original und weist fast die gleichen Stärken und Schwächen wie dieses auf. Die Story bleibt recht schlicht und der Film lebt von der starken Leistung des Hauptdarstellers, der kurioserweise aufgrund des Perspektivwechsels kaum zu sehen ist. Vor allem die Musikuntermalung passt sehr gut, alles wirkt etwas runder als in der Verfilmung von 1980. In der Gewaltdarstellung wird noch einmal eine Schippe draufgelegt, die Bezüge zum Original sind als Hommage vorhanden.
                                                    Insgesamt ist "Alexandre Ajas Maniac" ein kleiner Horrorthriller, der im Vergleich zu vielen anderen heutigen Genrewerken erst gar nicht den Versuch unternimmt, Kompromisse einzugehen. Somit geht das Werk von Regisseur Franck Khalfoun mitten auf die Zwölf. Intensiv, verstörend, aber sicherlich nicht jedermanns Geschmack.

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