Der große Crash - Margin Call
Margin Call (2011), US Laufzeit 106 Minuten, FSK 6, Drama, Thriller, Kinostart 29.09.2011
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100 Kommentare
Keine
von J.C. Chandor, mit Kevin Spacey und Paul Bettany
Margin Call erzählt die Geschichte der Menschen, die 2008 für die weltweite Finanzkrise verantwortlich waren.
In Margin Call werden die 24 Stunden direkt vor der heraufziehenden Markt-Katastrophe von 2008 gezeigt. Der noch unerfahrene Analyst Peter Sullivan (Zachary Quinto) erkennt, dass die Zahlen in den Büchern seines Arbeitgebers nicht stimmen und sich das Unternehmen am Rand des Ruins befindet. Gemeinsam entwickeln die führenden Köpfe der Firma (Kevin Spacey, Jeremy Irons und Demi Moore) einen Plan, der für den weltweiten Finanzmarkt verheerende Folgen haben wird.
Hintergrund & Infos zu Margin Call
Regisseur J.C. Chandor gibt in Margin Call den Verantwortlichen der Finanzkrise ein Gesicht und hat es trotz des bescheidenen Budgets von nur drei Million US-Dollar geschafft, zahlreiche Hollywoodstars vor der Kamera zu versammeln. Die Pleite der US-Investmentbank Lehman Brothers verursachte 2008 eine weltweite Finanzkrise, deren Auswirkungen auf die Börsen noch heute zu spüren sind. Dabei wurde der Glaube an die Unerschütterlichkeit der modernen Geldwirtschaft grundlegend erschüttert. Margin Call lief im Wettbewerb der 61. Berlinale 2011 und wurde dort für den goldenen Bären nominiert.(AK)
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Cast & Crew
- Genre
- Drama, Thriller
- Zeit
- 2008
- Ort
- Manhattan
- Handlung
- Bank, Bankangestellter, Bankkredit, Bankrott, Bankwesen, Buchhaltung, Dollar, Finanzkrise, Finanzwesen, Geld, Geldgeschäfte, Investment Banker, Kollege, Pleite, Profit, Schulden, Vertuschung, Wall Street, Wertpapiere
- Stimmung
- Geistreich, Spannend
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- Margin Call: film-zeit.de
- Margin Call: critic.de

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Kritiken (15) — Film: Der große Crash - Margin Call
Movienerd: Movienerd.de Movienerd: Movienerd.de
Kommentar löschenSo positioniert Chandor einen großartigen Cast um den runden Tisch und lässt die Charaktere ihre zutiefst menschlichen Ambitionen nach Macht, Vernunft, Moral, Geld und Egoismus gegeneinander ausfechten – in einer trügerischen Ruhe. Dass ist in der Tat höchst spannend anzusehen, vor allem auch, da sich hier eine mehr als beeindruckende Schauspielerriege versammelt und absolut überzeugt. Vielleicht macht es sich Margin Call insgesamt etwas zu leicht, die Abstraktheit einer komplexen Materie auf den „menschlichen Faktor“ herunter zu brechen. Er tut dies jedoch mit einer solchen Besonnenheit und Neutralität (falls man in diesem Fall wirklich von so etwas reden kann) dem Subjekt und seinen Figuren gegenüber, wie man sie bei solchen Filmen nur selten antrifft.
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Filmering: Filmering.at
Kommentar löschenMan soll sich vom trockenen Thema “Finanzkrise” nicht abschrecken lassen: Margin Call ist ein hochspannender Film, der die Fehler von Oliver Stones Wall Street 2 nicht wiederholt. Emotionale Einblicke gibt es nur wohl dosiert, stattdessen steht vor allem das Business im Vordergrund. Und der Film schafft es ausgezeichnet uns durch die verschiedenen Ebenen der Hochfinanz zu bugsieren, während wir gespannt dem Dialogfeuerwerk lauschen um weitere Einblicke in diese sich anbahnende Krise zu bekommen. Margin Call bringt den Zeitgeist des Finanzwesens sehr gut auf den Punkt und schafft es dank seines hohen Tempos und seiner kompakt inszenierten Geschichte für sehr viel Spannung zu sorgen. Sehr sehenswert!
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Wolfgang M. Schmitt jun.: www.die-filmanalyse.de
Kommentar löschenUm sich hin und wieder aufzuwärmen, sollten „Occupy“-Bewegungen ins Kino gehen und sich dort „Margin Call – Der große Crash“ ansehen, er wird ihnen gefallen: Es ist beinahe unglaublich, daß Hollywood den Grund für die weltweiten Proteste so genial eingefangen hat. In diversen Kritiken zum Film, die allesamt lobend waren, wurde aber angemerkt, daß die Charaktere teilweise etwas flach und eindimensional daherkommen. In der Tat, wir sehen keine Figuren – außer vielleicht die von Kevin Spacey verkörperte – mit tiefen Psychen, die im Laufe der Handlung eine Entwicklung durchleben. Statt „round characters“ sehen wir eher „flat characters“. Doch das ist überhaupt kein Manko, das ist es, was die Genialität dieses Films ausmacht. Und die Genialität der Schauspieler-Stars, die eben keine komplexen Persönlichkeiten darstellen wollen, sondern etwas ganz anderes: Ein berühmter Dramatiker hat in seinen Stücken – noch viel deutlicher als unser Film – wenn man so will, auf „flat characters“ gesetzt…
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Julio Sacchi: Das Manifest
Kommentar löschenDas neue Jahrtausend hat sein GLENGARRY GLEN ROSS. So können das auch wirklich nur die Amis: Ein zeitaktuelles Thema hochspannend aufbereitet, extrem dicht und gleichzeitig so dringlich wie unprätentiös inszeniert, getragen von einem durch die Bank sensationellen Ensemble absoluter Top-Schauspieler. In jeder Hinsicht herausragend und der beste amerikanische Film seit BEFORE THE DEVIL KNOWS YOU'RE DEAD.
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Le Samourai Mon, 30 Jan 2012 23:31:26 -0000
Antwort löschenIn der Tat der GLENGARRY GLEN ROSS des neuen Jahrtausends. Spitzenfilm.
Batzman: moviepilot / Fünf Filmfreunde
Kommentar löschenBlendend besetzt mit einem hochspannenden Thema überrascht Margin Call hauptsächlich dadurch, wie klein er seine Story inszeniert, wie wenig mitreißend und spannend das Ganze letztlich doch wirkt. Spacey darf mal wieder etwas sympathischer spielen als in seinen letzten Werken, Quinto (der auch produziert hat) gibt den Rocket-Scientiest gone Banker mit überraschender Sanftheit und Jeremy Irons spielt mit sichtlicher Freude den überlebensgroßen Bankboss. Für sich genommen sind die schauspielerischen Leistungen alle sehr ansehnlich, auch Paul Bettany, Stanley Tucci und Demi Moore machen keine schlechte Figur - aber trotzdem bleibt der Eindruck von kleinlichem Geplänkel, das menschlich und inhaltlich eher kalt lässt.
Wer die Dokumentationen "Inside Job" oder "The Smartes Guys in the Room" gesehen hat, weiß wie spannend, packend und intellektuell wie emotional aufwühlend solche Stories erzählt werden können. Wenn in Margin Call nach anderhalb Stunden in denen missmutige Anzugträger in abgedunkelten Räumen zu melancholischer Musik gesprochen haben, versucht wird etwas bodenständige Emotion zu erzeugen, indem wir Spacey sehen, der seinen Hund beerdigt, dann verrät das viel über die Ratlosigkeit der Drehbuchschreiber, die sich anscheinend selbst nicht sicher waren, was sie jetzt genau sagen wollten.
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Julio Sacchi Sat, 26 Nov 2011 00:03:46 -0000
Antwort löschenTja, für die neue Generation von Kinogängern, denen Hans Zimmer die "Emotion" mit dickem Tusch reindengeln muß, ist derart subtiles Schauspielerkino natürlich nichts... gottlob kommt ja alle paar Jahre noch so ein Riesenfilm wie MARGIN CALL.
Batzman Sat, 26 Nov 2011 03:45:04 -0000
Antwort löschenEs geht nicht um Emotionsgejaule sondern darum dass der Film wenig zu sagen hat. Menschlich wie Gesellschaftlich - er bleibt weit unter seinen Möglichkeiten - und wenn du das was Jeremy Irons da abzieht und dieses rührseelige Ende mit dem Köter als subtil bezeichnest findest du auch einen Schlag mit der Bratpfanne aufs Maul einen subtilen Hinweis.
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Julio Sacchi Sat, 26 Nov 2011 11:09:31 -0000
Antwort löschenSoll das ein Angebot sein?
Das Gute an MARGIN CALL ist ja gerade, daß er nicht den Anspruch hat, den ganz großen Zusammenhang zu erzählen, sondern einen Blick auf die Menschen hinter dem Crash - im Moment des Crashs - wirft. Das Ende ist nicht rührselig, sondern metaphorisch. Und deswegen funktioniert es auch: Es geht nicht wirklich um den Hund als solches. Das ist großes Kino. Und Irons in seiner Rolle ist auch perfekt, weil ausgerechnet der große Boss dem Zuschauer den naiven Einblick in komplizierte Zusammenhänge gestattet.
Fu-Jay Sun, 20 Jan 2013 13:50:35 -0000
Antwort löschenTatsache ist doch wohl, dass die Sache mit dem Hund alles andere als eine tiefsinnige Metapher ist. Man hätte sich das ganze auch klar sparen können, der Film wird dadurch auch nicht besser.
F. Kleiner: Film-Dienst.de F. Kleiner: Film-Dienst.de
Kommentar löschenIm Stil einer klassischen Tragödie wird in einem engen zeitlichen und räumlichen Rahmen ein brisanter moralischer Konflikt ausgetragen. In Gestalt einer Reihe furioser Porträts werden beispielhaft Fragen von persönlicher Verantwortung angesichts anonymisierter Marktstrukturen verhandelt. Dank einer konzentrierten Inszenierung, treffsicherer Dialoge und eines erstklassigen Ensembles eine überzeugende Studie menschlicher Handlungsspielräume in einem kapitalistischen System.
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goodspeed: ANIch / UFA / KultHt.de / O...
Kommentar löschenDas Timing von „Der große Crash - Margin Call“ ist gar erschreckend. Ein Film, der die 36 Stunden vor dem großen Knall der Finanzkrise 2008 beleuchtet und der ganzen wirtschaftlichen Lawine ein menschliches Gesicht verleiht, kommt exakt an dem Tag in die deutschen Kinos, an dem im Bundestag über die Vergrößerung des Euro-Rettungsschirms abgestimmt wird - ein Kraftakt, der aus den Spätfolgen der globalen Finanzkrise resultierte, um die überschuldeten EU-Staaten vor dem Bankrott und vor den aggressiven Finanzmärkten zu schützen. [...]
Doch es darf Entwarnung gegeben werden. „Margin Call“ weiß zu überzeugen, was seinen Dialoglastigkeit und auch seinen menschlichen Fassetten zuzuschreiben ist. Der Film – ein Independentfilm, der trotz seiner Starbesetzung keine vier Millionen Dollar kostete – versucht der Finanzkrise, die in den USA ihren Anfang nahm und globale Auswirkungen nach sich zog, eine greifbare Form zu verleihen. Er macht es sich nicht zu leicht, in dem er den schwarzen…
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José Garcia: Textezumfilm
Kommentar löschenRegisseur Chandor zeigt die unterschiedlichen Reaktionen auf die existenzgefährdende Situation: Während die Chefetage lediglich daran interessiert ist, heil aus der Krise herauszukommen, ohne sich um die Konsequenzen zu kümmern, stellt der alte Börsianer Sam Rogers ethische Fragen: Wie kann er Kunden Finanzprodukte zu vermeintlich günstigen Konditionen verkaufen, von denen er selbst überzeugt sind, dass sie nichts wert sind? Doch am Ende muss auch er dem Druck des Firmenchefs nachgeben.
„Der große Crash – Margin Call“ erklärt mit den filmischen Mitteln eines Beinahe-Kammerspiels und einer hervorragender Darstellerriege nicht nur die Hintergründe der aktuellen Finanzkrise. Chandors Film verdeutlicht darüber hinaus, dass es letztlich auf die dort arbeitenden Menschen ankommt, ob sie lediglich ihren Vorteil, ihre Karriere samt Reichtum und Luxus im Blick haben oder auch bereit sind, ihr Handeln nach ethischen Prinzipien auszurichten.
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Thomas Hutter : Outnow.ch Thomas Hutter : Outnow.ch
Kommentar löschenAufgrund seiner aktuellen Thematik und der tollen Schauspielerriege darf Margin Call als gelungener Finanzthriller bezeichnet werden.
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Fred Topel: Can Magazine
Kommentar löschenDie Geschichte wird mit viel Rücksicht auf den Zuschauer erzählt, der kein Wörterbuch für Bänkervokabular herzunehmen braucht, um den gelungenen Dialogen folgen zu können.
Es geht weniger um die Details, die zu der Wirtschaftskrise geführt haben. Vielmehr ist der Film ein Drama über die Menschen, die damit umgehen müssen.
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NIck Schager: Slant Magazine NIck Schager: Slant Magazine
Kommentar löschenDieser ernste, hellsichtige Film vermeidet es zurecht, unrealistisches Heldentum unter Vorstandsmitgliedern zu zeigen. Vielmehr stellt er deutlich das hartnäckige Festhalten an unkontrollierter Gier dar, die sich letztendlich als selbstgeschaffenes Gefängnis erweist.
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Walter Gasperi: ray Walter Gasperi: ray
Kommentar löschenDie räumliche und zeitliche Beschränkung verleihen dem Film zwar Dichte und Geschlossenheit, hält das Publikum aber auch auf Distanz zu den Figuren. Das hochkarätige Ensemble spielt ebenso souverän wie zurückhaltend, nur Jeremy Irons überzieht lustvoll. Und dennoch entwickeln diese Banker zu wenig individuelles Profil, als dass man mit ihnen wirklich mitfiebern könnte.
Chandor treibt die Geschichte zügig, aber nie hektisch voran. Die Handlung entwickelt sich zwar vor allem über die Dialoge, aber gleichzeitig evoziert Chandor in kalten Blau- und Grautönen eindrücklich die Nüchternheit und Kälte dieser Wirtschaftswelt.
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Oliver Schmitt: NEGATIV Oliver Schmitt: NEGATIV
Kommentar löschenMargin Call ist ein Film über Menschlichkeit und Loyalität oder also doch wieder über Gier? Die Finanzmaschine verliert die Kontrolle über sich selbst und Panik beherrscht die Gesichter hinter der Fassade aus Nadelstreifen und Designerkostüm. Verzweiflung wird heimlich auf dem Klo ausgeheult. Die Kultur der Gier vernichtet sich in dieser Nacht selbst, in dem sie ihre Glaubwürdigkeit endgültig beerdigt und ein Kapitel des Kapitalismus abschließt. Zumindest so lange, bis der warme angenehme Mantel des Vergessens über den Tätern ausgebreitet wurde und der Fluss der Dinge wiederhergestellt ist. Doch das Gesetz des Marktes ist so klar wie erbarmungslos, diese Nacht wird nicht die letzte ihrer Art sein, die Geschichte gibt hier dem Zweifler recht. Der Film, ein Monument der Warnung.
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Jürgen Kiontke: Jungle World, ai-Journal, K...
Kommentar löschen"Margin Call" , J. C. Chandors Kammerspiel zur Finanzkrise, ist ganz flott, hoffentlich ist jetzt keiner der Heuschrecken-Banker von sich eingenommen, die da so topsympatico besetzt sind mit Jeremy Irons und Kevin Spacey. Trotzdem macht es Spaß, ihnen dabei zuzusehen, wie sie die Weltwirtschaft ruinieren. Richtig wegweisend ist das aber nicht. Der von Jeremy Irons gespielte Superkapitalist soll uns eine Identifikation im Sinne der Freudschen Übertragung ermöglichen: Ich hasse meinen Vater, deswegen ist das Geld alle. Was ist das Kino anderes als Massentherapie? Man sitzt im Sessel und hört der antisozialen Persönlichkeit namens Film beim Erzählen zu.
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Günter H. Jekubzik: Filmtabs.de Günter H. Jekubzik: Filmtabs.de
Kommentar löschenWieso ist damals eigentlich die Blase geplatzt, für die wir und einige Generationen nach uns noch Milliarden abbezahlen müssen. Es braucht nicht das geballte Schauspieltalent von Kevin Spacey, Jeremy Irons, Demi Moore, Paul Bettany und Zach Quinto um uns die Hintergründe klar zu machen. Aber sie schaffen es immerhin, einen Film zu diesem tödlich trockenen und hochkomplexen Thema spannend zu machen. [...] Margin Call erklärt zwar nicht, warum wir alle für die Gewinne der Zocker und die Gehälter der Bänker zahlen müssen, aber für den Preis einer Kinokarte kann man diesen Wahnsinn einfach mal genießen.
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Kommentare (85) — Film: Der große Crash - Margin Call
heikschn Thu, 23 May 2013 20:10:25 -0000
Kommentar löschenDafür, dass der Film extrem dialoglastig ist, dass er ohne Action, CGI und Explosionen auskommt, dass er auf so bgrenztem Raum spielt und dass er sich mit einem solch drögen Thema wie dem, Finanzmarkt befasst, ist dies ein erstaunlich spannender Thriller geworden. Hier wird exemplarisch gezeigt, wie ein einziges Unternehmen die ganze Weltwirtschaft ins Schwanklen bringen kann (Lehman Brothers lassen grüßen). Es wird gezeigt, wie distanziert die Finanzjongleure von den Folgen ihres Handelns agieren und wie wenig sie aus der ganzen Mechanik Finanzmarkt ausbrechen können.
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Pimbolina Wed, 01 May 2013 10:09:58 -0000
Kommentar löschenDer Film ist bestimmt gut , wirklich gut ,wenn man sich mit der Thematik auseinandersetzten möchte . Da ich dies nicht getan habe bzw nicht wollte ,kriegt der Film von mir 6,5 Punkte. Denn die Schauspieler haben mich sehr überzeugt .
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Hagen Hagen Thu, 11 Apr 2013 21:20:41 -0000
Kommentar löschenWirkt wie ein verfilmtes Theaterstück in seiner räumlichen und zeitlichen Begrenzung. Ist trotz der komplexen Thematik sehr spannend, hat dabei aber einen ziemlichen Durchhänger vor dem Schlusspurt. Das Spiel aller Beteiligten ist großartig, einzig der Mentalist fällt krass ab.
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Abettertomorrow Mon, 25 Mar 2013 14:05:35 -0000
Kommentar löschenBleibt deutlich hinter dem Vorbild und ultimativen Börsenfilm Wall Street zurück. Brillante Schauspieler, aber dramaturgisch zu wenig, mehr ein Kammerspiel als ein Thriller.
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I_have_seen Mon, 18 Mar 2013 16:00:01 -0000
Kommentar löschenZum Positiven: Der Film "Der große Crash" hat etwas das viele andere nicht hinbekommen: Einen Spannungsbogen. Einen professionellen Cast, dramaturgisch wirkungsvolle Musik und einen recht guten Fokus auf die einzelnen Schauspieler in einem kleinen Ensemble. Letzteres zeugt vom guten schauspielerischem können.
Zum Negativen:
Der Spannungsbogen bezieht seine dramaturgischen Unterhaltungswert ausschließlich aus seiner "düsteren" Unvermeidlichkeit; das heißt es gibt keinen "Hasen-aus-dem-Hut", das macht den Film auf die Dauer nicht weniger Sehenswert aber alles in allem ziemlich trocken. Den Handlungsverlauf wird jedenfalls kaum einen überraschen. Und am Ende des Films erklärt mir der Film lediglich, 1. dass die Entscheider das tun was Sie immer getan haben: Zuerst an sich denken 2. Das die Kraft des faktischen keine Entscheidungsoptionen bietet. Tja, aber für diejenigen die im Berufsleben schon mal mitgemacht haben ist das nichts neues. Für diejenigen ist der Film unendlich banal.
Inhalt: Worum es im Film geht:
Es geht um Schicksale und das Selbstbildnis innerhalb einer auf Optimismus getrimmten Finanzelite von der unteren Hierarchieebene in der es um das "erwerbsbiographische" Überleben geht bis zur obersten Ebene im Vorstand bei denen es vornehmlich/"lediglich" ums Geld geht und um die Entscheidungsabhängigkeiten (die es was man sehr gut vorgeführt bekommt: real nur am Anfang gegeben hätte ...als man den Job annahm und als der Vorstand beschloss "mitzutanzen als die Musik (Idee) in die Welt kam").
So ist es zutreffend und kompliziert ausgedrückt: Einfach gesagt geht es darum das ein Fehler Entdeckt wird und das diese Information die Herachie (alle) beunruhigt weil Sie die Firmenexistenz für beendet erklärt. Wir beobachten, das hochwandern dieser Information und die nicht leicht greifbare Erschütterung je höher man in der Herachie kommt und für diewenigen für die der Vorhang fällt (Jobverlust) ist es ein umso größerer Schock. Und man bekommt zu sehen, dass sich niemand sich etwas anmerken lassen will: Wie in einer Pokerrunde geht es darum "cool" zu bleiben (oder zumindest danach auszusehen). Das ist die Story. Es gibt kein gezehter und es gibt keine emotionalen Ausbrüche. Die Pokerfreunde verlieren nichts an ihrer zyne nur der Tenor der Dialoge wird zunehmend wortärmer. Im Prinzip so wie es überall passiert wo Geld der eigentliche Kitt ist oder war und wo man sich die letzte "Wortklauberei" gegenseitig erspart.
Fazit:
Der Film ist handwerklich sehr gut und nimmt einem im Spannungsverlauf und ist insgesamt ein gelungenes Schauspiel aber eines kann der Film nicht kaschieren: das Ende ist zwangsläufig und deswegen kann der Film aus der Sicht der Handlung als langweilig aufgefasst werden. Spannung ist für den Unterhaltungswert eines Films wichtig, ein interessanter Inhalt oder eine raffinierte Handlung aber auch. Und so fehlen für mich wesentliche Merkmale den Film als "unbedingt" sehenswert zu empfehlen. Ist halt Keks-Trokener Stoff; aber selbst auf Kekse kann man mal Appetit haben. Deswegen dann sehen, wenn einem danach ist.
Der Film befasst sich zudem "indirekt" mit der Kultur des US-amerikanischen Optimismusses und meidet sichtlich sich dem anzuschließen oder einzureihen.
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BAin4SEM Sat, 16 Mar 2013 09:26:19 -0000
Kommentar löschenBedrückendes, realistisches Setting. Der Film vermittelt einem die Hilflosigkeit mit der man dem Finanzsystem gegenübersteht und mit der es sich selbst begegnet. Großartiges Ende. Klare Empfehlung!
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ThomasWzS Fri, 15 Mar 2013 10:25:36 -0000
Kommentar löschenWar für mich keine Sekunde langweilig! Ein Wallstreet-Kammerspiel mit sehr gut aufgelegtem, nachdenklichen Kevin Spacey, teuflisch gutem Jeremy Irons und auch der Rest vom Cast weiss zu überzeugen.
Verstehe hier ehrlich manche Kritik nicht wirklich. Ich bin kein ausgewiesener Börsenexperte,
doch genausowenig Kriminalkommissar oder Stuntman ... also zur Kritik anderer Genres berufen?
Was soll das, ob der Film die tatsächliche Finanzwelt wiederspiegelt?
Welcher Film hätte das je getan?, sorry Wallstreet in meinen Augen auch nicht allumfassend.
Dass das ganze nur läuft, weil es Menschen gibt, die darauf abfahren - viele mangels besserer Alternativen - ist doch klar.
Der Film überzeugt mit seinem margin call scenario für mich auch gerade, weil sich da kaum einer rantraut und Regisseur J.C. Chandor ist mit seiner eigenen Geschichte da geradezu prädestiniert. Chapeau! Mehr davon.
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bonjovi84 Fri, 22 Feb 2013 09:00:38 -0000
Kommentar löschenes ist nicht leicht, ein so trockenes -wenngleich für viele erdenbürger existenzielles- thema zu verfilmen. es ist nicht leicht, das thema einem otto-normal-zuseher zu erklären. es ist nicht leicht diese komplexität in einem spielfim unterzubringen und darzustellen.
und genau das macht den film zu etwas besonderem.
es ist mutig, das thema in form eines blockbusters darzustellen. mutig von spacey, moore und co. in diesem low-budget-film mitzuwirken.
aber ist das so wirklich realistisch dargestellt? und selbst wenn, ist es gut umgesetzt?
ich denke, dass kritik bzgl. der weltwirtschaft, bzgl. des systems sicherlich angebracht ist. die kritik wäre aber besser sachlich in einer doku/reportage über unser krankes geldgieriges und ungerechtes wirtschaftssstem untergebracht worden...
die thematik lässt sich leider nicht wirklich für den normalseher verfilmen.
des mutes wegen, der schauspieler und ihrer leistung wegen, gibt es dennoch 5 punkte!
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jacker Fri, 15 Feb 2013 08:46:35 -0000
Kommentar löschenEröffnungssequenz.
Die Sonne geht im Zeitraffer auf, unser Blick ist auf die glänzenden Riesen aus Glas und Stahl, auf diese Ehrfurcht erregende Skyline des Financial-Distrikts von Manhattan gerichtet. Gedämpfte Stimmen sind zu hören, Telefone, Tastaturen - Office-Kulisse, denn die Zeit tickt, die Märkte sind schon wieder in Bewegung. Diese Wolkenkratzer, voll von Büros in denen Dinge passieren die ich niemals verstehen werde, Dinge von denen Insider nach der großen Krise sagten, dass auch die Verantwortlichen schon lange nicht mehr voll verstanden was da bis ins kleinste passiert, welchen Gesetzen und welcher Logik die surrealen Summen folgen mit denen im Sekundentakt gehandelt wird - und im Endeffekt ist es auch egal welcher Brennstoff gerade verheizt wird, Hauptsache das Feuer brennt und zwar lichterloh - denn Hitze ist Geld und davon wollen die meisten Menschen so viel es geht bevor die Feuerwehr kommt und dem ganzen ein abruptes Ende setzt.
MARGIN CALL begeht nicht den Fehler, der nach der globalen Finanzkrise, der Bankenkrise, der Euro-Krise nahe liegend gewesen wäre, nämlich mit dem Finger zu zeigen und zu rufen: Da sind sie, die bösen Bänker die mit ihrer Gier alles zu Fall gebracht haben. Stattdessen zeigt Regisseur Chandor uns Menschen. Menschen die mit dem Feuer gespielt haben, das Risiko wohl wissentlich ignoriert und am Ende genau das versuchen, was jeder Mensch versuchen würde wenn er mit dem Rücken zum Abgrund steht: Seinen eigenen Arsch retten. Das ist nicht verwerflich, das ist nicht ungewöhnlich, das ist einfach nur menschlich.
Unaufgeregt, still und ziemlich intensiv bekommen wir Einblick in eine Welt, in der andere Konstanten gelten, in der Geld nicht mehr ein Mittel zum Zweck, etwas Notwendiges zur Lebensgestaltung ist, sondern jeglicher Bezug dazu der Vergangenheit angehört. Geld ist zur Zahl geworden, etwas was man jongliert, optimiert, maximiert, das in Form von gebündelten Finanzprodukten in Risikogruppen eingeteilt werden muss, das aber kaum noch realen Charakter hat. Real wird es jedoch schlagartig, denn die Kalkulation, auf der die Geschäftsmodelle seit Jahren basieren gehen nicht länger auf.
'Be the first, be smarter, or cheat'
In Dimensionen, die gerade noch als Kammerspiel bezeichnet werden können und von einem sehr guten Cast getragen (in dem nicht nur Zugpferd Spacey brilliert, sondern jeder seinen Part exakt auf den Punkt darbietet) bietet MARGIN CALL ein kurzes Zeitfenster für einen Blick in eine fremde Welt - ohne sie zu erklären, ohne sie zu dämonisieren, ohne sie zu werten. Die Wertung bleibt uns überlassen und nachdem das letzte Bisschen Moral gefallen ist (oder nicht? 'often, what is right can take on multiple interpretations.') blieb zumindest bei mir ein bitterer Beigeschmack.
Starkes Regiedebut und überraschend unaufgeregte und wertungsfreie Abhandlung der Finanzkrise.
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jacker Sat, 16 Feb 2013 09:46:02 -0000
Antwort löschenHmm..
Also erstens sieht ein Blockbuster ganz anders aus und übliche Hollywood-Überdramatisierung suche ich hier vergebens.
Das ist aber wohl Ansichtssache und mich interessiert dein Standpunkt, aber gern mit Begründung denn aktuell prangerst du an ohne zu argumentieren.
Dass das gezeigt realitätsfremd ist, hätte ich als jemand der wirklich keine Ahnung von Finanzwelt, etc. hat, bereits vermutet, denn es liegt in der Natur der Sache: Je komplexer und spezieller ein Thema, desto 'falscher' wird die Verfilmung, weil sie ja irgendwie noch konsumierbar sein muss, auch für Leute die das Thema nicht studiert, gelernt oder durch jahrelange Praxis verinnerlicht haben.
Ich habe nach dieser ganzen Weltwirtschaftskrise 2008/2009 mal wirklich lange versucht mich in diese ganzen Themen einzulesen. Weil ich verstehen wollte was uns da medial täglich um die Ohren gehauen wurde und was niemand verständlich erklären konnte. Aber es ist mir nicht gelungen, keine Chance.
Meine These: Würde der Film sich um Korrektheit bemühen, bräuchte er mindestens seine Laufzeit um bereits das Finanzprodukt, welches die Firma fast zu Fall bringt verständlich zu erklären.
Ich denke es geht eher darum das ganze als Rahmen zu nehmen und darüber eine Geschichte zu erzählen die ganz explizit Menschen und ihre Entscheidungen in einer 'Wir, oder die anderen'-Situation zeigt.
Und diese Entscheidungen - in korrekten Rahmen eingebettet oder nicht - wurden mit Sicherheit getroffen und werden auch sonst überall täglich getroffen.
Canis Majoris Fri, 11 Jan 2013 23:46:24 -0000
Kommentar löschenEine vollkommen uninteressante Fantasie-Thematik, die wir Menschen so ernst nehmen, dass sie unser Leib und Leben bedroht.
Tadellos umgesetzt und durchaus etwas spannend, obgleich auch natürlich vorhersehbar für den halbwegs informierten Zugseher.
Alles in allem unterhaltend und gut besetzt.
Die Quintessenz ist, dass wir Menschen uns am meisten vor uns selbst und unserer Fantasie fürchten sollten, denn diese führt zwar zu einigem Wohlstand, aber auch zu sehr viel (viel mehr!) Unwohlsein und langfristig vernichten wir uns damit mit hoher Wahrscheinlichkeit selbst, auch wenn es dazu keinen objektiven Anlass gibt.
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La Bardot Wed, 26 Dec 2012 00:17:08 -0000
Kommentar löschenMargin Call ist ein Kammerspiel mit überzeugenden Schauspielerin, das dem Zuschauer auf schlichte und nachvollziehbare Weise aufzeigt, wie es damals zu eben jener Finanzkrise hat kommen können. Kompetente Fachsprache bekommt man unaufhörlich um die Ohren geschleudert, weswegen man durchaus interessiert an Politik und Wirtschaft sein sollte, um diesem Film etwas abzugewinnen. Kein Meisterwerk, kein spannendes Actiondrama - nüchtern und sachlich geht die Sache über die Bühne. Und am Ende ist es gar nicht so uninteressant, im Kino ein wenig Wissen zu erarbeiten.
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Ener Tue, 16 Oct 2012 08:01:46 -0000
Kommentar löschenDurch und durch weder auf- noch talwärts besonders auffällig. Eine trotz teilweiser Überzeichnung gelungene Charakter- & Hackordnungsdarstellung, die m.E. einziger Pluspunkt bleibt. Alles andere kennt der durchschnittliche Sofa-Zombie aus der Tagesschau, N-TV, sowie Menschen, Tiere & Doktoren. Eine solide Mischung. Kevin Spacey wie immer überzeugend, ohne ihn wärs wohl schlechter ausgefallen.
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chmul_cr0n Mon, 30 Jul 2012 16:02:27 -0000
Kommentar löschenHat ganz okay angefangen und hatte auch ziemlich clevere Dialoge, wurde dann aber richtig blöde. Selbstgefällige und eingebildete Leute, die über sich reden und darüber, wie das Schicksal der Welt auf ihren Schultern lastet und sie nach Mordor gehen und den Ring in den...is klar, worauf ich hinhauswill, oder?
Egal, nervig.
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cruzha Mon, 23 Jul 2012 05:15:08 -0000
Kommentar löschenAuf Hochglanz poliertes Anzugträgerkino mit auffällig prominentem Cast. Dabei kann Spacey mal wieder voll überzeugen, Simon Baker und Jeremy Irons geben sich als Misanthropen vom Dienst die Klinke in die Hand und selbst eine Demi Moore verfällt nicht dem Overacting. Ein Film über die Finanzkrise ist MC nicht, es ist eher die Dokumentation einer x-beliebigen Firmenkrise. Die ist hier aber so wuchtig in Form eines Kammerspiels inszeniert worden, dass man förmlich mitgerissen wird und mit den Figuren fast ständig auf die Uhr gucken will, wann denn jetzt die Börsen wieder öffnen.
Hat mit einem "Wallstreet-Thiller" nix zu tun, und kommt auch nicht an Stones grandiosen Wall Street aus den 80ern ran. Aber welcher Finanzstreifen kommt das schon?
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Whooker91 Tue, 17 Jul 2012 16:06:13 -0000
Kommentar löschenStark gespieltes Wirtschaftsdrama, dem es trotz der ziemlich trockenen Thematik gelingt, zu fesseln. Insbesondere Jeremy Irons ist in seinen wenigen Szenen eine absolute Offenbarung. Es fällt außerdem positiv auf, dass in keiner Weise das Handeln der Protagonisten verteufelt sondern deren Standpunkt glaubhaft und nachvollziehbar vermittelt wird. Es gibt immer ein System und Leute die davon profitieren wollen. So war es schon immer und so wird es auch immer sein. Irons sagt gegen Ende, die Menschen könnten einfach nicht die Finger von diesem Geschäft lassen, egal wie oft es schiefgeht und damit hat er Recht, denn selbst sein Mitarbeiter mit dem meisten Skrupel, sich dem Finanzsystem ohne Rücksicht auf Verluste zu beugen, lässt sich am Ende wieder durch Geld breitschlagen weiterzumachen.
Was nervt, sind lediglich die sich ständig wiederholenden Erklärungen der Situation, um dem Zuschauer das Grundproblem verständlich zu machen. Es hätte gereicht, es einmal richtig auf den Punkt zu bringen und sich dann mit den Konfrontationen innerhalb der Führung intensiver auseinanderzusetzen. Denn trotz einiger Entlassungen wirkt das Ganze etwas harmlos. Vom Haifischbecken Finanzmarkt ist nur selten etwas zu spüren, da sich jeder relativ widerstandslos seinem Schicksal fügt. Existenzängste, die in der Realität teilweise zu Verzweiflungstaten führen, sind hier kaum vorhanden.
Dennoch ein schwieriges Thema, toll gespielt und unerwartet unterhaltsam.
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filmschauer Fri, 13 Jul 2012 13:01:29 -0000
Kommentar löschenÜber virtuelles Geld einen packenden Spielfilm zu drehen, ist wohl ein bedeutend schwierigeres Unterfangen als etwa über einen von Verbrechern initiierten Bankraub mit echten Scheinen und Münzen. Man sieht den Verlust oder die Ungerechtigkeit nie direkt, sondern erst auf Umwegen. Genau dieser Sachverhalt ist es womöglich auch, warum über die neuerliche Finanzkrise und den bis heute andauernden Folgen bisher äußerst wenig Filmisches zum Vorschein gekommen ist. J.C. Chandors "Margin Call" ist deshalb schon so etwas wie ein Exot, weil er dabei eine ganz spezielle Herangehensweise an das schwierige Thema offenbart, nämlich die Innensicht bzw. den Mikrokosmos des Systems. Die Minuten vor und nach Punkt Null, falls es überhaupt so etwas gibt, wird anhand dieser kleinen Risikomanagement-Abteilung offenbart. Bemerkenswert ist die Ausgangslage dieser gezeigten Gruppierung, die nach dem eher zufälligen Fund eines 'Problems' alles Mögliche in Bewegung setzen muss. Richtig greifbar ist die Situation für keinen der Beteiligten, obwohl man natürlich wusste, welches Spiel man bisher betrieben hatte.
Durch den Fokus auf genau diese Stunden erfährt man dann auch von fragwürdigen Entscheidungsprozessen, festgezurrte Unternehmenshierarchien und einer betrüblichen Ohnmacht. Die Darstellerriege bietet nicht nur bekannte Namen, sie laufen auch allesamt zur großen Form auf, da die üblichen Mechanismen von gut und böse, richtig oder falsch schon fast aufgelöst erscheinen und sich jeder individuell mit diesem 'Schicksal' auseinandersetzen muss. Der Film spielt natürlich mit feinen Symboliken, die die kühle Finanzwirtschaft ausmachen. Sie mögen auch in den einzelnen Charakterzeichnungen der Figuren zwar durch bestimmte Verhaltensweisen und Dialoge offenkundig, aber nie zu aufdringlich sein, um schlussendlich in bestimmte Klischees zu verfallen. Die großen Erklärungen und Ursachenforschungen darf man zweifelsohne nicht erwarten, hierfür sind Dokumentation wie "Inside Job" empfehlenswerter. In "Margin Call" bekommt man hingegen einen gewissen Eindruck von Entscheidungsträgern, die dieses System bis aufs Äußerste ausnutzen konnten und nie die Konsequenzen im Auge hatten. Dies allerdings ist in der Deutlichkeit auf jeden Fall wert, gesehen zu werden - und vielleicht auch spannender als der x-te Bankraub.
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ProsperDune Thu, 12 Jul 2012 09:39:46 -0000
Kommentar löschenEin Finanzkrisenthriller, der mich fasziniert? Nie und nimmer hätte ich das erwartet.
Erwartet hatte ich vorerst nur, dass ich einerseits bei dem Staraufgebot Spaß am Spiel so einiger großartiger Schauspieler haben könnte, aber andererseits auch dass ich sowohl fachlich als auch emotional keinen Zugang zum Szenario Finanzwelt finden würde.
Bezüglich ersterer Erwartung kann ich nur sagen, dass wenn Jeremy Irons, Kevin Spacey und Paul Bettany draufstehen, auch garantiert Jeremy Irons, Kevin Spacey und Paul Bettany drin sind. Aber halt! Die restlichen Schauspieler sollten nicht unerwähnt bleiben, selbst Zachary „Young Spock“ Quinto überzeugt. Insofern ist Margin Call Schauspielkino/-kunst in seiner reinsten Form, geradezu ein Ensemblestück. Also waren auch hier meine Erwartungen zu tief gelegt.
Denn meine Befürchtungen, ich könnte mich nicht in die Thematik einfühlen, erwiesen sich als falsch und ich meine hundertprozentig falsch. Gerade darum geht es in JC Chandors fast universaler Antwort auf die Finanzkrise: ums Einfühlen. Er erzählt nämlich eher zweitrangig von der Finanzwelt, im Vordergrund stehen die Menschen, die in dieser Welt arbeiten und leben. An ihnen lässt sich ablesen, was auf dem Spiel steht, ich benötigte jedenfalls kein weiteres Hintergrundwissen, um ihre Motivationen zu verstehen.
Der Regisseur findet aber noch mehr Wege: Erstens ist da das recht minimalistische Konzept. Raum und Zeit sind klar und knapp abgesteckt. Mal abgesehen von wenigen Außenaufnahmen sieht man New York nur hinter den Fenstern des Büroturms, so als seien die Finanzmenschen isoliert vom Rest der Welt. Die eigentliche Geschichte spielt sich in einem Zeitraum von ca. 28 Stunden ab, dementsprechend drückend ist die Spannung und abrupt ist das Ende. Diese Raum-Zeit-Begrenzung macht einem das Geschehen umso fühlbarer.
Darüber hinaus ist "Margin Call" einfach grandios geschrieben. Die Dialoge sind scharf geschliffen und neben das Fach betreffende Diskussionen (z.B. der tiefgründige Satz: "If you're the first out of the door, that's not called panicking.") finden sich jede Menge menschliche und alltägliche Momente (z.B.: "Manche Menschen geben lieber den langen Weg nach Hause.") Dadurch wird einem klar, dass man es hier mit Menschen wie wir zu tun hat, und genau das will der Film auch. Er will klar machen, dass nicht die Menschen Schuld an der Krise sind sondern das System, und dies tut er sehr einleuchtend.
Ich bezweifle, dass es irgendeinen besseren Weltwirtschaftskrisenfilm als den niedrig bugdetierten (3,5 Millionen Dollar) Indenpendentfilm "Margin Call" geben wird, denn so nebenbei funktioniert er ebenso als eine Studie menschlichen Verhaltens. Vielleicht wäre er mit einem höheren Budget schlechter geworden.
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littledrummerboy01 Sun, 08 Jul 2012 19:43:07 -0000
Kommentar löschenZugegeben, man muss sich schon ein ganz kleines bisschen mit dem Thema auskennen, um wirklich mitzukommen. Manchmal hätte dem Film wohl ein bisschen mehr Erklärung schon gut getan. Aber wenn man das Ganze vor dem Lehman-Hintergrund sieht, und sich ein wenig erschließen kann, wovon die Charaktere in diesem Film sprechen, dann bekommt man erstaunlich spannenden Kinogenuss mit ausgefeilten Dialogen und großartigen Darstellern geboten. Sehr gut wird das "Spielkasino" Investmentbanking als gnadenlose Maschine demaskiert, die sogar ihre eigenen Leute brutal zerquetscht. An manchen Stellen hätte der Film dabei für meinen Geschmack auch noch ein kleines bisschen subtiler sein dürfen (die Story mit dem Hund ist etwas zu viel des Guten), aber wirkungsvoll ist das, was man hier sehen darf allemal. Es geht um eine kalte, zynische Welt, die völlig unmenschlich ist, und in der nur der Stärkste überlebt, in der Geld nur noch Prestige und Prestige alles ist. Und selbst die noch nicht so abgestumpft wirkenden Figuren verkaufen letzten Endes für ein paar Dollar ihre Seele.
Ein harter Einblick in ein hartes Business, erschreckend (und) aktuell.
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Lester Burnham Sun, 08 Jul 2012 11:25:36 -0000
Kommentar löschenPolitisch aktuell, brisant und sicherlich kein uninteressantes Thema. Für meinen Geschmack war es teilweise aber arg "hochgestochen". Klar, das macht den Film authentischer, wirkungsvoller, aber ich fand es einfach sehr schwer zugänglich. Oft wurde versucht, auch Laien die große, weite Finanzwelt klar zu machen, aber die wirklich globalen Auswirkungen konnte ich mir nicht so recht ausmalen.
Aufgrund dieser Tatsache kam eine größere Spannung bei mir jedenfalls nie auf. Die Darsteller waren allesamt super, denen hat man ihre Rollen auch perfekt abgenommen, aber zufrieden war ich am Ende trotzdem nicht.
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MrModicum Tue, 03 Jul 2012 21:58:33 -0000
Kommentar löschen"Die Menschen können nicht die Finger davon lassen"
Am Ende gehts immer nur ums Geld, egal wie sehr wir uns nach Gerechtigkeit sehnen.
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