Maria am Wasser

Maria am Wasser (2006), DE
Laufzeit 99 Minuten, FSK 12, Drama, Kinostart 26.02.2009

5.4 Kritiker
5 Bewertungen
Skala 0 bis 10
5.5 Community
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von Thomas Wendrich, mit Alexander Beyer und Annika Blendl

Sommer 1983 in Sachsen. Ein Panzer fährt mit vier Kindern des Waisenhauses “Frohe Zukunft” durch die Elbe. Der Ausflug endet für alle Kinder tödlich, da der Panzer sinkt. 22 Jahre später kehrt der Orgelbauer Marcus Lenk in sein Heimatdorf Neusorge zurück und behauptet, eines der Kinder zu sein. Marcus ist perplex: Niemand erkennt ihn wieder. Nicht einmal sein Vater Hannes und seine Mutter Maria, die mit strenger Hand das Waisenhaus leitet, glauben an seine Identität. Alle sind fest davon überzeugt, dass “ihr Marcus” damals bei dem tragischen Unfall in der Elbe ertrunken ist. Nur in der geheimnisvollen Alena findet er eine Vertraute. Ganz Neusorge scheint unter einer Decke des Schweigens und der Schuld gefangen zu sein. Während Marcus Stück für Stück die Kirchenorgel zusammensetzt, entdeckt er das dunkle Geheimnis der Dorfbewohner. Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft beginnen zu verschwimmen und die Liebe ist zum Greifen nah.

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Kritiken (4) — Film: Maria am Wasser

Patrick Wurster: www.indiskretion-ehrensache...

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5.5Geht so

Nicht alle verlorenen Söhne werden mit offenen Armen empfangen. Einem von ihnen widmet Thomas Wendrich sein Langfilmdebüt. Als im sächsischen Sommer 1983 ein Schwimmpanzer der Roten Armee mit vier Waisenhäuslern in der Elbe untergeht, denkt keiner daran, dass 22 Jahre später ein Orgelbauer (Alexander Beyer) in Neusorge auftaucht und behauptet Marcus Lenk zu sein – eines der damals ertrunkenen Kinder.

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5.0Geht so

Die um Märchenmagie bemühte Handlung ist eher verworren als verrätselt; die schrägen Sachsen in ihrem vormodernen Niemandsland erscheinen kaum wunderlicher als der verlorene Sohn, der statt irgendeinem Sinn doch nur wieder die Liebe findet, mit einem Mädchen aus dem noch fremderen Tschechien. Zum Liebesakt zerlegt der Schnitt einen Karpfen, warum auch immer. Smetanas "Moldau" ertönt wohl, weil es passt und schön klingt. Über die Moldau dichtete der Komponist, dass sie am Ende ihres majestätischen Laufs in die Elbe "entschwinde" - wie die Kinder, wenn man so will, ob sie nun einem Rattenfänger anheim fielen, längst im süßen Jenseits schlummern oder eben doch einfach woanders Orgeln bauen. Derart symbolisch kann man sich die Bilder zurechtzimmern, leer bleiben sie trotzdem.

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6.0Ganz gut

Bedauerlicherweise hat Wendrich seine im Schwebezustand angesiedelte Erzählung mit einer Liebesgeschichte aus dem Gleichgewicht gebracht, die kalkuliert einer faden Standarddramaturgie folgt und am Ende den Gesamteindruck vermiest.

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Der Redaktör: kino-zeit.de Der Redaktör: kino-zeit.de

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3.0Schwach

Das Bemühen, einen gehaltvollen Film mit starker Bildsprache zu drehen, ist in jedem Moment der langen 99 Minuten als schwere Bürde spürbar und lässt Maria am Wasser genauso verkrampft und gehemmt wirken wie die Personen in diesem Film. Besonders während der "Versteigerung" der Kinder wird evident, wie sehr die vorhandenen inszenatorischen Schwächen die guten Absichten des Filmes torpedieren. Allein die gelungenen Landschaftsaufnahmen des Elbtals trösten über die teilweise recht lahme Inszenierung und ein schwaches Skript hinweg, was den Film aber auch nicht mehr rettet.

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Kommentar — Film: Maria am Wasser

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daggi7

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Bewertung10.0Herausragend

Absolut sehenswerter Film um das große Thema Schuld und Sühne.
Feinsinnig, leise, tiefgründig und spannend bis zur letzten Minute.
Man fühlt mit Markus mit und versteht die Kaltherzigkeit seiner Mutter nicht. Erst am Ende kann man erahnen, wieso sie sich so verhält und der ganze Ort an der vermeintlichen Wahrheit festhält.
Parallelen zu dem damaligen Ereignis seiner Kindheit finden sich ganz konkret in der Gegenwart wieder und es besteht die Chance, die Zukunft eines kleinen Jungen besser zu gestalten, als es in der Vergangenheit bei Markus der Fall war.
Der Film hat auch sehr skurile und etwas makabere Szenen. Sehr vielschichtig, aber auch sehr empfehlenswert!Schönes deutsches Kino!

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