Maria voll der Gnade
Maria Full of Grace (2004), CO/US Laufzeit 101 Minuten, FSK 12, Drama, Kinostart 21.04.2005
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von Joshua Marston, mit Catalina Sandino Moreno und Yenny Paola Vega
Die 17-jährige, temperamentvolle Maria (Catalina Sandino Moreno) fühlt sich von ihrem Dasein in einer kolumbianischen Kleinstadt eingeengt und möchte der häuslichen Armut, ihrem tristen Job als Arbeiterin auf einer Rosenplantage und ihrem ungeliebten Freund Juan (Wilson Guerrero), von dem sie schwanger ist, entfliehen. Sie lässt sich von dem charmanten Franklin (Jhon Alex Toro) als Drogenkurier anwerben und fliegt zusammen mit drei weiteren Kurieren mit 62 Drogen-Päckchen im Bauch nach New York. Die Reise wird zu einer leidvollen Erfahrung für Maria – aber auch zur Herausforderung, einem neuen Leben entgegenzublicken.
HandlungMaria (Catalina Sandino Moreno) ist 17 Jahre alt und schuftet Tag für Tag in einer Maquiladora, um ihre Familie finanziell zu unterstützen. Als sie bemerkt, dass sie schwanger ist, trifft sie eine folgenschwere Entscheidung und heiratet nicht den Vater ihres Kindes. Stattdessen folgt sie einem jungen Mann namens Franklin (John Álex Toro) nach Bógota, der ihr dort einen Job vermitteln kann.
Maria soll eine “mula” werden, ein Maultier: Vollgestopft mit kleinen Plastikbeutel voller Kokain soll sie nach New York fliegen, um die Drogen dort an weitere Händler abzugeben. Begleitet wird das Mädchen von ihrer besten Freundin Blanca (Yenny Paola Vega) und einer weiteren jungen Kolumbianer namens Lucy (Guilied Lopez), die die Reise bereits zum dritten Mal unternimmt. Doch nicht alles läuft so einwandfrei, wie der Drogenboss sie glauben machen wollte. Im Flugzeug platzt ein Kokainbeutelchen in Lucys Magen und Maria wird bei Ankunft vom Zoll abgefangen. Doch aufgrund ihrer Schwangerschaft ist es den Sicherheitsleuten untersagt sie zu untersuchen und sie kommt auf freien Fuß.
Das Hotel, in dem die drei Frauen ihre Ware abliefern sollen, entpuppt sich als dreckiger Loch, in dem zwei Gauner darauf warten, dass die Mädchen das Kokain aus ihren Mägen entleeren. Lucys Leben ist den beiden egal – schließlich töten sie die Frau sogar, um an das Kokain zu gelangen. Maria und Blanca gelingt es zu Lucys Schwester Carla (Patricia Rae) zu fliehen und dort erst einmal zu bleiben. Doch schon bald müssen die Mädchen nach Kolumbien zurückkehren… Doch Maria, die an die Zukunft ihres Babys denkt, trifft ihre eigene mutige Entscheidung.
Weiterführende InformationenWissenswertes
Der Titel des Films bezieht sich auf ein katholisches Gebet an die Jungfrau Maria. Auf dem Titelbild sieht man Maria, die ein mit Kokain gefülltes Plastikzäpfchen erhält, was sich wiederum auf die kirchliche Kommunion bezieht.
Catalina Sandino Moreno ist die erste Schauspielerin, die mit einer spanischsprachigen Rolle für einen Oscar als Beste Darstellerin nominiert wurde.
Weitere Informationen im Internet
Trailer des Films auf apple.com (spanisch, mit engl. Untertitel)
Rezension des Films von Diedrich Diederichsen auf der Filmzentrale
Cast & Crew
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Joshua Marston
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Catalina Sandino Moreno
-
Yenny Paola Vega
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Guilied Lopez
-
Patricia Rae
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Orlando Tobon
Fan werden!Du bist Fan! (löschen) Don Fernando
-
John Álex Toro
Fan werden!Du bist Fan! (löschen) Franklin
Regie
Schauspieler
-
Monique Curnen
Fan werden!Du bist Fan! (löschen) Empfangsdame
-
Joshua Marston
- Genre
- Sozialdrama, Politdrama
- Ort
- Flugzeug, Kolumbien, New York City
- Handlung
- Adoleszenz, Armut, Drogenhandel, Drogenmafia, Illegale Immigration, Individuum, Kokain, Maquiladora, Mut, Schwangerschaft, Selbstbewusstsein
- Stimmung
- Hart
- Mitmachen
- Wie gut passen diese Schlagworte? Stimm ab und hilf uns sie neu zu gewichten!
Drehbuch
Filmdetails Maria voll der Gnade
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Kritiken (1) — Film: Maria voll der Gnade
R Weixlbaumer: tip Berlin R Weixlbaumer: tip Berlin
Kommentar löschenMit Handkamera und wenigen Schnitten dramatisiert Joshua Marston ihre Geschichte linear und schnörkellos. Eine pragmatische Filmstruktur für vier Frauenschicksale, die Realismus ohne Ideologie herstellen will, aber dennoch mit ihrer mitunter zu klaren Rollenaufteilung einen leicht künstlichen Geschmack hinterlässt.
Kritik im Original Kommentar gefällt mir Antworten
Kommentare (11) — Film: Maria voll der Gnade
Kommentar schreibenWumz 2011/04/04 17:45:10
Kommentar löschenDramen sehe ich mir wirklich gerne an. Mit "Maria Full of Grace" habe ich somit gestern Abend alles richtig gemacht.
Auch wenn es sich bei den Kommentaren hier wiederholt, so muss ich sagen, der Film besticht vor allem durch seinen Realismus.
Es wird die Geschichte von Maria erzählt, einem 18jährigen kolumbianischen Mädchen, dass in einer Blumenfabrik arbeitet. Einen Großteil ihres Gehalts gibt sie ihrer Familie, um ihrer Schwester so essenzielle Dinge wie Medikamente für ihren Säugling zu finanzieren. Eines Tages beschließt sie ihren Job zu kündigen, aus nachvollziebaren Gründen. Als ihr dann die Möglichkeit gegeben wird als "Maulesel" Drogen zu schmuggeln, überlegt sie in ihrer Situation nicht lange.
Dieser Ablauf der Geschehnisse wird ruhig und einfühlsam beschrieben und hat mich im Bezug auf Realismus total überzeugt. Das einzige was ich dem Film ankreiden kann, ist die mir zu geringe Tiefe der Charaktere und das er mich nicht in der Art berührt hat, wie Dramen mit einer höheren Wertung.
Nichts desto trotz ist "Maria Full of Grace" ein wirklich sehenswertes Drama.
7 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten
StefanSangrero 2011/01/12 00:10:08
Kommentar löschenOh wie alle den Realismus dieses Films lieben. Sicher: Es mangelt ihm nicht an Härte. Die Lebensbedingungen in Kolumbien werden ungemildert abgebildert, genauso wie die Ausbeutung vieler Frauen wie Maria als Transportobjekte. Doch bezieht sich alles Negative auf die kolumbianische Seite der Welt: Die Männer sind entweder Betrüger oder Schlappschwänze, die Arbeitsverhältnisse beuten die Frauen aus, und sie haben keine Möglichkeit auf Entfaltung und Unabhängigkeit. Noch dazu kommt, dass natürlich alle, die in den Drogenhandel involviert sind, kolumbianischer Abstammung sind. Die vielen amerikanischen Kunden und Begünstiger bleiben unerwähnt. Denn die USA werden dargestelllt als Refugium, wo ein Mensch seine Kinder großziehen kann, wo ein Taxifahrer einem Mädchen ohne Hintergedanken eine Fahrt schenkt, und wo Zollbeamte, die überzeugt davon sind, das Mädchen führe Drogen mit, sie einfach gehen lassen, weil sie schwanger ist. Spätestens an dieser Stelle lässt der Realismus nach. Ebenso überbewertet finde ich die darstellerische Leistung von Catalina Sandino. Sie macht zwar nichts falsch, aber die Oscarnominierung erhielt sie, wie es ab und zu typisch für Hollywood ist, weil es ihr Erstlingsfilm ist, sie eine gebürtige Kolumbianerin ist und das nach Authentizität riecht. Auch wenn man die filmischen Mittel betrachtet, lässt Maria voll der Gnade vieles zu wünschen übrig. Ihre Einengung durch Familie, Arbeit und Lebensverhältnisse in der Heimat wird kaum in Szene gesetzt. Genauso wenig kommen ihre Zweifel oder ihr abschließender Optimismus in New York auf der Leinwand zu tragen. Man wünschte sich, es würde bei diesem sehr simplen linearen Plot verdeckte Ebenen geben, die zu analysieren sind, doch beschränkt sich die Cinematographie auf eine stets verwackelnde hand-held Kamera, die den Authentizitätseffekt verstärken soll. Auch sprachlich lässt nur der Titel des Films Raum für Interpretationen: Maria voll der Gnade, ein Zitat aus dem Ave Maria. Den es ist Maria, die in ihrem Bauch ein Kind trägt, Symbol von Leben und Zukunft. Ironischerweise trägt sie dort auch über einige Zeit lang die 66 Kapseln Drogen, die sie zu schmuggeln hat: sowohl Hoffnung als auch tödliche Falle. Neben ein paar anderen wenigen Symbolismen hat der Film nicht viel zu bieten. Dennoch landeskundlich interessant und nicht schlecht gespielt, ein paar Abzüge für den überflüssigen Charakter von Blanca, ein paar Pluspunkte für Fernando. Macht 7.
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maslobojew 2010/09/15 09:34:03
Kommentar löschenDer Film ist deutlich um Realismus bemüht und fängt die Geschichte überwiegend aus der Perspektive von Maria ein. Mich hat der Film punktuell ziemlich ins Staunen versetzt.
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Nerwus 2010/07/31 14:19:48
Kommentar löschenSehr aktuelle Problematik auf eine sehr realistische Art dargestellt. Empfehlenswert!
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Sigmund 2010/07/26 16:28:19
Kommentar löschenEin ziemlich normales Mädchen, das einfach raus will aus ihren perspektivlosen und deprimierenden Verhältnissen, und so auf einen Abweg gerät, den sie sich in ihren finstersten Albträumen nicht hätte ausmalen können. Dem Regisseur Marston gelingt das Kunststück, diese einfache Geschichte so zu erzählen, wie es meistens weder Hollywood noch Arthousekino schafft: lebensecht und äußerst spannend zugleich. Ein meisterlicher und relevanter kleiner, großer Film.
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spanky 2009/10/19 08:54:52
Kommentar löschenEin betont ruhiger Film der durch seinen unaffektierten Realismus besticht. Die Schlichtheit wie er das brisante Thema Drogenkuriere aus der Dritten Welt angeht ist beängstigend wie ungewöhnlich, erzielt aber dadurch genau den (wahrscheinlich intendierten) Effekt maximaler Betroffenheit.
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davidpm 2008/08/01 21:00:19
Kommentar löschenEin knallharter, wahrscheinlich ausgesprochen realistischer Film, dessen anrührende Geschichte sich mit Armut und organisierter Drogenkriminalität in Kolumbien beschäftigt. Schwer anzusehen aber absolut sehenswert.
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annaberlin 2008/05/07 12:49:41
Kommentar löschenAus Kolumbien hört man ja eigentlich selten etwas. Dieser Film zeigt eindrucksvoll die Stärke eines kolumbianischen Mädchens, das sich gegen die ihr vorgegebenen Wege auflehnt und als schwangere Koksschmugglerin in die USA auswandern will. Von der Hauptdarstellerin Catalina Sandino Moreno wird man sicherlich noch einiges hören in den kommenden Jahren...
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alter.native 2008/01/07 16:12:12
Kommentar löschenGuter Film der auf wahren Begebenheiten basiert.
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Mr.Floppy 2007/07/31 00:56:37
Kommentar löschenDie Hauptdarstellerin ist zugleich Sympatieträgerin, und dass macht dem Zuschauer spätestens nach 30 Minuten zu schaffen. Empfehlenswert
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holgerd 2007/06/14 00:47:05
Kommentar löschenEin harter, aber leider realistischer Film.
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