Martha Marcy May Marlene - Kritik

US 2011 Laufzeit 102 Minuten, FSK 16, Drama, Thriller, Kinostart 12.04.2012

  • 7

    Mit „Martha Marcy May Marlene“ erwartet den Zuschauer nicht nur ein komplizierter und fragwürdiger Filmname, sondern auch ein dramatischer Thriller, der stark auf die Psyche schlägt. Im Mittelpunkt steht ein junges Mädchen, dass zum Anfang des Films aus einer komischen Sekte flieht und schließlich bei ihrer Schwester unterkommt. Hierbei treffen dann zwei unterschiedliche Welten aufeinander. Dieser Konflikt sorgt schließlich dafür, dass Stress vorprogrammiert ist, was nicht nur daran liegt, das die Hauptprotagonisten von schrecklichen Albträumen und Vorstellungen geplagt wird. Bei seinem nunmehr ersten Werk auf dem Regisseurstuhl macht Durkin vieles richtig, lenkt den Film mit guten Ansätzen und diverse fantastische Richtungen, hätte aber auch noch deutlich mehr herausholen können.
    Der Film ist sehr interessant, wenn auch stellenweise sehr, sehr langatmig. Man verzichtet nicht darauf, den Film mit unnötigen Szenen und Bildern in die Länge zu ziehen, die weder Sinn machen noch wirklich zur Geschichte beitragen. Apropos Geschichte: Die ist wirklich verdammt gut. Dieses Sektending ist gewiss nichts Neues, allerdings gefällt mir die Auslegung hier sehr. Am Anfang hat man nicht unbedingt den Eindruck, dass die Sekte gefährlich ist, im Verlauf des Films zeigen sich jedoch viele verrückte Seiten der Sekte und man bekommt einen vollkommen neuen Eindruck. Viele der Charakteren wirken hierbei jedoch viel zu blass und farblos. Das trifft vor allem auch für die Schwester des Hauptcharakters zu, die samt Ehemann einfach nur daher dümpelt und von vorneherein keine wichtige Rolle anzunehmen scheint. Auch hat mich an manchen Stellen die Kamera genervt. Vor allem zum Anfang. Im Verlauf des Films hat sich das dann aber wieder gelegt und man hat sich daran gewöhnt. Besonders gefallen hat mir die Darstellung von Elizabeth Olsen. Sie ist eine hervorragende Schauspielerin und zurecht eines der jungen Talente unserer Zeit. Ansonsten bietet der Bild vor allem schöne Bilder und Szenen. Die Locations gefallen und passen super ins Gesamtbild des Films. Zum Einen die schönen Häuser, zum Anderen die ärmliche Farm auf die diese Sekte haust. Das stellt einen passenden Kontrast da und hebt die gegenteiligen Welten noch einmal deutlich hervor.
    „Martha Marcy May Marlene“ hat jede Menge guter Ansätze, die der Regisseur auch super umsetzt. Dennoch hätte man auch deutlich mehr aus der Sache herausholen können. Dafür hätte man aber auf viel unnötiges Allerlei verzichten müssen, viel mehr Spannung reinbringen und ein besseres Ende produzieren müssen. Zudem hätte man auch die unterschiedliche Charaktere besser zur Geltung bringen müssen. Nichtsdestotrotz fesselt der Film an den Bildschirm. Zwar herrscht durch die ständigen Zeitsprünge ein wirres Durcheinander, trotzdem versteht man leicht, um was es in diesem Film geht. Guter Film, der mich positiv überrascht hat.

    • 4 .5

      Leider wurde das Potenzial des Films nicht ausgeschöpft.

      • 8

        Nein, liebe/r Leser/in, MARTHA MARCY MAY MARLENE (oder auch MMMM) ist kein Film von Woody Allen. Klingt komisch, ist aber so. Des Weiteren handelt es sich bei MARTHA MARCY MAY MARLENE auch „bloß“ um einen Menschen.
        Um eine junge Frau nämlich, die zwei Jahre in einer Art Sekte zubringt und schließlich (ganz am Anfang des Filmes) versucht zu fliehen.
        Mit eben dieser Flucht setzt sich MMMM auseinander. Eine Flucht, die zwar körperlich gelingen mag, seelisch aber wohl nicht wirklich. Und kann man es dann als gelungene Flucht bezeichnen? Als Freiheit? Wenn man immer noch nicht man selbst ist?

        Sean Durkins erster Film (für den er den Regiepreis in Sundance bekam) kann nicht nur mit einer unfassbar dichten Atmosphäre und sauspannenden, verstörenden und fesselnden 100 Minuten überzeugen, er kann auch geniale inszenatorische Kniffe auffahren (dieses Ende) und Tiefgang schaffen. Der Film erzählt sehr ruhig, fast schon schleichend, ohne dabei an Spannung zu verlieren, oder (und das erlebe ich selten) jedwede Längen zu produzieren. Er erzählt von der Vergangenheit, die einen irgendwann wieder einholen kann. Von paranoiden Zuständen und vor allem von Angst. Der Kopf der Sekte spricht davon, dass Angst die reinste Emotion sei, weil sie unser Bewusstsein erweitere. Außerdem sei der Tod die reinste Form der Liebe. Der Film ist dabei weit entfernt davon, verherrlichend zu sein oder gar Werbung für Sekten zu machen, da die Sekte als eine Gemeinschaft dargestellt wird, die Erniedrigung als Zuneigung verkauft. Mit am deutlichsten macht das wohl ein Song für Marcy May. Ein Ständchen vom Kopf der Sekte (John Hawkes) für sie.
        „She’s just a picture on my wall
        she’s just a picture that’s all“

        Elizabeth Olsens Leistung in diesem Film ist ganz und gar wundersam. Sie schafft es, eine Leinwandpräsenz aufzubauen, ohne ihren etwas zurückgezogenen Charakter zu verraten. Damit trifft sie eine Linie, die sehr fein ist und das macht sie mit einer Bravour, die Anerkennung verdient. Was? Die hat Schwestern?
        Der restliche Cast ist ebenfalls von beachtlicher Qualität. John Hawkes (bekannt aus FROM DUSK TILL DAWN, in einer oscarwürdigen Szene), Sarah Paulson (AMERICAN HORROR STORY) und Hugh Dancy, der heutzutage neben Mads Mikkelsen in HANNIBAL agiert, runden den Film nicht nur ab, sie bereichern ihn. Jedoch muss ich noch mal Miss Olsen loben. Sie schafft es, authentisch zu spielen. Und das ist bei dieser Thematik das größte Lob, das mir grad in den Sinn kommen mag.

        MARTHA MARCY MAY MARLENE ist ein Film, der mehr Aufmerksamkeit verdient. Er ist verdammt spannend, inszenatorisch zuweilen gar genial (dieses Ende), mit fesselnder Atmosphäre und Thematik, und einem Schauspieler-Ensemble, das durch die Bank weg überzeugt. Ein kleiner großer Film, der hängen bleibt. Vor allem dieses Ende…

        _Smooli

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        • 5 .5

          Bei diesem Werk hätte ich mir laut Inhaltsangabe etwas anderes vorgestellt und zwar einen tiefsinnigen Psychothriller über eine Sekte mit einem guten Plot. Stattdessen bekommt man hier ein (meiner Meinung nach) einfallsloses Drama über die Verarbeitung eines Psycho Traumas ohne überhaupt einen Plot.
          Die 5 Punkte gibt es allein wegen der Atmosphäre hervorgerufen durch die verstörende Musik des Films. (erinnert ein bisschen an die Filmmusik von There will be blood)
          Aber bei schwachem und einfallslosen Drehbuch schafft selbst die beste Atmosphäre keinen guten Film.

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          • 8

            Bock auf ne zwei Wörter Kritik? Here we go:
            Fucking amazing.

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            • 6

              Schauspielerisch eine sehr gute Leistung von Olsen, Thema ist interessant, der Plot selbst hat mich dagegen enttäuscht. Zu viele langatmige und sinnfreie Szenen/Bilder, die Charakteren ihrer Schwester inkl. ihrem Mann sind zu harmlos, man konnte bereits von Anfang an erahnen, dass sie keine grosse Hilfe sein können. Das Ende ist mehr als enttäuschend. Sind dem Autor die Ideen ausgegangen?

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              • 6 .5

                Schauspiel, Schnitt, Atmosphäre=1a. Aber es fehlt was. Es geht nicht unter die Haut, ist nicht spannend, reißt einen nicht mit. Die Dramaturgie ist leider nicht 1a. Trotzdem solide.

                • 7 .5

                  Da ich im Vorfeld bereits einige interessante Stimmen zu diesem Film gehört habe, musste ich ihn mir natürlich anschauen.
                  Und es stimmt: Die Story, Schauspieler (allen voran die "kleine" Lizzy) und der Schnitt sind erste Sahne. Was mich aber am meisten fasziniert hat, ist die stechende Optik sowie die authentische und drückende Atmosphäre des Werkes. Ihr, und der interpretierbaren Schlusssequenz ist es hauptsächlich zu verdanken, dass ein sehr bleibender, aber auch recht beklemmender Eindruck entsteht. Ein wenig Abzug gibt's allerdings für den Mittelteil: Hier breitet sich ab und an ein wenig Langeweile aus. Da hätte evtl. noch ein kleines Tuning geholfen.
                  Alles in allem aber klare Empfehlung für anspruchsvolle Cineasten, die den Film aber nicht vor einer Party oder einer sonstigen Spaßveranstaltung sehen sollten

                  • 8 .5

                    4 Ms für 3 Identitäten. Jedes Einzelne eine eigene Geschichte wert. Da ist "Martha", die Schwester, verschwunden, wieder aufgetaucht, dazwischen ein großes Loch - ein Trauma, verdrängt, nicht zugänglich. Und "Marcy May", die das Loch ausfüllt, angeworbenes Sektenmitglied, unter der patriarchalen Struktur leidend, aber außerhalb so nicht ganz überlebensfähig. Und "Marlene", die Anwerberin neuer Sektenmitglieder, nur ein Name, Mittel zum Zweck, nicht mehr. Alle zusammen in einer Person. Die Endeinstellung Sinnbild des gesamten Filmes, das Gefühl, gemeinsam mit "Martha Marcy May Marlene" in einem Auto zu sitzen - im Hier und Jetzt nicht gewollt zu werden und doch gejagt zu sein von der Vergangenheit.

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                    • 8

                      Eine Olsen-Schwester mit Talent. Wer hätts gedacht!

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                      • 8 .5

                        Als erstes muss auch ich sagen, dass die Leistung von Elizabeth Olsen schlicht brillant war, aber auch John Hawkes, der mir schon in 'Winters Bone' gefallen hat, konnte erneut überzeugen.

                        Wie sehr schlimme Erfahrungen aus der Vergangenheit Jemanden für die Zukunft prägen können, wurde meiner Meinung nach selten zuvor so eindringlich darstellt wie hier.
                        Durch eine exzellente Kameraarbeit wurde die Atmosphäre gekonnt unter dem Gefrierpunkt gehalten und die Vergangenheit mit der Gegenwart geschickt miteinander verwoben.
                        Konsequenterweise verzichtete man fast gänzlich auf musikalische Untermalung, welche aber dafür den wenigen Szenen in denen sie kurz ansetzte eine besondere Wucht verlieh.

                        Was mir aber besonders gut gefallen hat war der Spannungsbogen.
                        Ich als Zuschauer wurde in den ersten Minuten zunächst noch wenig, jedoch mit der Zeit immer mehr von einem seltsamen Sog mitgerissen von dem ich mich bis zum großen Paukenschlag nicht wieder befreien konnte.
                        Und dieser kam so plötzlich, so überraschend, auf einmal war es vorbei.
                        Dieser Moment war irgendwie unbefriedigend, aber dennoch atemberaubend und faszinierend und ließ mich mit einem merkwürdigen Gefühl im Bauch zurück.

                        Auf jeden Fall war dies ein Psycho-Thriller/Drama genau nach meinem Geschmack.

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                        • 6

                          Achtung Spoiler!

                          Mich hat der Film recht ratlos zurückgelassen. Keinem Genre richtig zuzuordnen, was nicht von Nachteil sein muss. Starke schauspielerische Leistungen, insbesondere von Olsen. Kein Happy-End, also ein weiterer Pluspunkt. Dennoch fehlt etwas. Spannung, Witz, Personen die mich berühren oder abstoßen. So bleibt weitgehend Gleichgülitigkeit zurück.

                          • 9 .5

                            Also ich hab bei diesem Film echt mitgefiebert!
                            Elizabeth Olsen ist in ihre Rolle absolut grandios!
                            Mit leisen Tönen und kleinen Gesten bringt sie die Zerbrechlichkeit, ebenso aber die stille Stärke ihrer Figur erschütternd intensiv zum Ausdruck.
                            John Hawkes ist wie schon in Winters Bone perfekt besetzt.
                            Er wirkt als Sektenanführer oft sehr bedrohlich.
                            Wenn man ihn dann sieht, mit der Gitarre & ihn singen hört, versteht man, weshalb er die Frauen im Film so berührt.
                            Regisseur Sean Durkin liefert mit Martha Marcy May Marlene ein beeindruckendes Regiedebüt ab, das man sich nicht entgehen lassen sollte.

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                            • 9

                              Der Großteil der Kommentare bringt mich dann doch dazu hier nochmal meine Meinung mitzuteilen. Großartige Regiearbeit und Schauspielkunst der meisten Darsteller (mit Ausnahme des Freundes Ihrer Schwester).
                              Der Film stellt unangenehme Fragen und kommt recht langsam in Schwung. Es ist quasi das Bild einer Frau an der Wand, welches hier betrachtet wird. Wir haben keine Seiten voller Beschreibungen über diese Person und trotzdem gibt es eine Vielzahl an Mitteln um etwas über sie herauszufinden. Es gibt Aspekte die werden wir nie erfahren, können aber trotzdem eigene Erfahrungen und Wissen aus dieser Betrachtung ziehen.
                              Dieser Film stellt viele subtil unangenehme Fragen und drängt diese dem Zuschauer auf. Auch das Ende finde ich gut gewählt da es den Hauptaspekt der 2. Hälfte des Films nochmal ins Rampenlicht rückt, auf den ich jetzt hier nicht unbedingt zu direkt eingehen will.
                              Ein Film der unaufhörlich leise Fragen stellt. Zwar recht subtil, aber definitiv effektiv.

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                              • 6

                                Tja, so ein Grenzfall von einen Blick wert und dann auch wieder nicht.
                                Der authentische Look, die hervorragenden Darsteller und die an sich sehr interessante Geschichte sprechen eindeutig für dieses hochgelobte Independent-Drama. Ich muss ihm aber leider auch eine nicht geringes Maß an Langeweile attestieren, es ist mitunter so tonnenschwer und dröge, dass ich mich immer wieder an den Vorzügen hochziehen musste, um ernsthaft dran zu bleiben. Wie gesagt, Darsteller tip-top, Geschichte interessant, Umsetzung macht Schwierigkeiten. Weit weg von einem schlechten Film, aber nur schwer weiterzuempfehlen und echt stimmungs- und geschmacksabhängig. Ich kann sonst gut mit solchen Filmen ("Winter's Bone" ist grob vergleichbar, von seiner Herangehens- und Erzählweise), das war mir dann doch zu trocken. Schade. Kann man sicher ganz toll finden, kann man wohl auch so gar nicht gut finden, ich fand es nach Abwägen von Vor- und Nachteilen in Ordnung. Brauch ich so schnell aber sicher nicht nochmal.

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                                • 2

                                  *kleiner Spoiler*

                                  Traurig - der film wäre eine 8...die schlusszene macht ihn zu einer 2.

                                  Wer einen spannungsreichen film mit überzeugenden darstelleren sehen will ist hier richtig

                                  Wer auf ein erklärendes ende hofft - ZEITVERSCHWENDUNG :(

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                                  • 8 .5

                                    [...] Für die Rolle der Martha hatte sich Durkin ganz explizit ein unbekanntes, frisches, unverbrauchtes Gesicht gewünscht und fand dies in Gestalt von Elizabeth Olsen, die zwar tatsächlich mit den bekannten Olsen-Zwillingen verwandt ist, zum Glück der Zuschauer genetisch aber nichts von deren fragwürdigem Schauspieltalent abbekommen hat. Stattdessen brilliert sie als feinfühlige, angreifbare, verschüchterte, desorientierte und von Tag zu Tag paranoider werdende Martha, die in der namenlos bleibenden Kommune von dem charismatischen Patrick auf den Namen Marcy May getauft wurde, was zweifellos Teil der gängigen Indoktrination von Neuankömmlingen ist, um sie ihres Charakters und ihrer Herkunft zu entfremden, auf dass sie sich in ihre neue Familie integrieren. [...]

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                                    • 4

                                      Leider ist der Film für ein Drama viel zu oberflächlich* und für ein Thriller viel zu langweilig geraten. Einzig positiv zu nennen sind die langen Kameraeinstellungen. Sie erzeugen eine wirklich gute und interessante Atmosphäre. Allerdings das auf die komplette Filmlänge ausgedehnt ist halt doch etwas wenig.

                                      *Achtung Spoiler:
                                      Warum hat ihre Schwester nie mit ihr über ihre Vergangenheit geredet oder es zumindest versucht... ?? Ich finde es inhaltlich darum doch eher sehr unglaubwürdig und zumindest viel zu oberflächlich. Ich gehe davon aus das durch weglassen von Dialogen / Gesprächen Spannung erzeugt werden sollte, welche aber leider dann in Langeweile umgeschlagen ist...

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                                      • 8 .5

                                        Ein mehr als verstörendes und erschreckendes Portrait einer angeschlagenen und zum Zerbersten drohenden, jungen Seele. Wo die Grenzen zwischen Realität, Wahn, Vergangenheit, Gegenwart und Paranoia zu verschmelzen drohen. Intensiviert und erzeugt durch eine sanfte und doch abgebrühte und durchtriebene Regie des Newcomer Sean Durkin. Großartig einem aufgehenden Stern bei der Arbeit zuzusehen. Der genau weiß wo er gekonnt die Strippen ziehen muss um die Spannung beizubehalten, den stetigen Mix zwischen Psychose und Gesellschaftskritik und die einzelnen Schlüsselmomente platziert, durch die die Story um Martha und der Sektengemeinschaft nach und nach entschlüsselt werden kann. Fantastisch, subtil und doch verdammt leidenschaftlich gespielt von Elizabeth Olsen, brodelt es unter der ruhigen Oberfläche, ehe man den immer wieder kehrenden emotionalen Ausbrüchen nahe ist. Hawkes spielt und singt als wäre er jener Charakter, eindringlich, bizarr und angsteinflössend. Großes Kino. Mit perfektem Schnitt und einer gigantischen musikalischen Untermalung die zu den besten und nervenaufreibendsten des letzten Jahres gehört. Eine zutiefst packende und quälend emotionale Achterbahnfahrt in die Abgründe der puren Angst und dem Verfolgungswahn, vom wunderbar eingeleiteten Anfang bis hin zum meisterhaft inszenierten Ende. Lässt nicht mehr los. Auch nach dem Abspann, nach Tagen.

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                                        • 5

                                          John Hawkes ist richtig richtig großartig - erinnerte mich zudem stark an Charles Manson. Eine Gruppe, der fast nur Frauen angehören, die ihm alle hörig sind, für ihn töten.... und er mit der Gitarre mitten drin.
                                          Die Geschichte ist an sich gut, dümpelt aber irgendwie vor sich hin, ohne mich großartig zu begeistern. Der Schnitt ist allerdings fantastisch...wenn nur zwischendurch etwas mehr "passieren" würde.

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                                          • 9

                                            Mit diesem leisen Psychogramm einer verstörten jungen Frauenseele, die dem Griff und dem unscheinbar-allgegenwärtigen Terror einer sektenartigen Landkommune zu entkommen und ihre Vergangenheit hinter sich zu lassen versucht, mit dieser von der ersten Minute an eine enorme Grundspannung aufweisenden Indie-Filmperle, die es versteht, auf ganz subtile Art eine äußerst beklemmende Atmosphäre sowohl in Richtung Drama als auch Thriller zu erzeugen, dem Zuschauer die Brocken der Erkenntnis nur stückchenweise serviert, ihn mitdenken lässt und auf ganzer Linie fesselt, ist Regisseur Sean Deakin ein tolles Regiedebüt gelungen. Die ruhige, nach dem Grund für den psychischen Zustand der Hauptfigur suchende Inszenierung, diese ihr innewohnende explosive Hochspannung, deren finale Entladung man in jedem Moment erwartet, die schönen, intelligent gesetzten Rückblende-Szenenübergänge zwischen den Zeitebenen und die stilvolle Farbgebung an sich machen den Streifen zu einem wunderbaren, aber auch traurigen und verstörenden Filmwerk, das auf ganz eigene Weise den Istzustand der Gesellschaft reflektiert und die Verführbarkeit der orientierungslosen Jugend anmahnt.

                                            Schauspiel-Newcomerin Elizabeth Olsen, kleine Schwester der Boulevardblatt-wir-waren-mal-Kinderstars-Zwillinge Mary-Kate und Ashley, liefert zudem eine mitreißende Performance ab und schlägt ein wie eine Bombe. Hier wird nicht nur gutes Kino während des Films geboten, sondern auch noch danach, denn mit diesem allen erzählerischen Konventionen zuwiderhandelnden Ende an einem Punkt, wo jeder gewöhnliche Hollywoodfilm sich erst zum Endspurt aufgerafft hätte, geht das Kopfkino beim Zuschauer noch viel weiter. Das muss man sich trauen und sollte auch mal honoriert werden. Nein, um das US-amerikanische Kino im Allgemeinen braucht man sich angesichts dieser vielen jungen, talentierten, einen Independent-Knaller nach dem anderen raushauenden Filmemacher im Schatten der Blockbustermaschinerie, wahrlich keine Sorgen zu machen, denn hier ist ein weiterer Beweis dafür.

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                                              kann ees sein dass der film irgendwie der geschichte charles mansons ähnelt?

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                                                Wow wie gut war bitte John Hawkes?! Von Elizabeth Olsen werden wir bestimmt noch was hören. Fesselnder Film. Und die Gitarrenszene..Ach du scheiße!! Ich bin sprachlos. Unheimlich tolle Atmosphäre.. Super Geschichte und toller Film.

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                                                  Ich konnte mich irgendwie nicht richtig auf den Film einlassen, mehr so nebenbei geschaut. Ein paar interessante Szenen gab es, insgesamt fand ich die Inszenierung eher langweilig. tue dem Film wahrscheinlich unrecht.

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                                                  • 7 .5

                                                    "Martha Marcy May Marlene" ist eine ungewöhnliche Mischung aus Drama und Psycho-Thriller.
                                                    Eine junge Frau, die zwei Jahre in einer sektenartigen Kommune gelebt hat, flüchtet in das Eigenheim ihrer Schwester, um dort Unterschlupf zu finden und wieder in das bürgerliche Leben zurückzukehren. Newcomerin Elizabeth Olsen spielt die Rolle von Martha, die sich gedanklich immer wieder zwischen Gegenwart und Vergangenheit bewegt. Diese innere Zerissenheit wird von ihr sehr facettenreich gespielt, was für ein Schauspieldebut eine beachtliche Leistung darstellt. Regisseur Sean Durkin lässt zudem Vergangenheits- und Gegenwartebene fließend ineinander übergehen, wodurch die Unentschlossenheit und Verwirrung von Martha noch eindrucksvoller portraitiert wird.
                                                    Immer wieder zieht Durkin die Spannungsschraube ein wenig an, wobei die Spannung vor allem durch die Stille der Bilder, das langsame Tempo und die gelungene Musikuntermalung ausgeht.
                                                    Oft denkt man, die Stimmung explodiert gleich und der Wahnsinn sei kurz davor auszubrechen, doch dann nimmt sich Durkin wieder ein Stück zurück und bewegt sich erzählerisch weiterhin sehr langsam vorwärts. Dieses regelrechte Suhlen in der langsamen Inszenierung ist für mich der Hauptkritikpunkt. Dadurch plätschert der Film an einigen Stellen ein wenig zu sehr vor sich hin, ohne so richtig mitzureißen, was durch den distanzierten, kühlen Stil noch ein wenig verstärkt wird.
                                                    "Martha Marcy May Marlene" ist eine dramatische Geschichte um eine Aussteigerin, die den Absprung aber nie wirklich zu schaffen scheint. Dazu ist der Film ein feinfühliges Psychogramm, welches von sehr starken Schauspielern, der kühlen, langsamen Inszenierung und dem fließenden Übergang von Gegenwart und Vergangenheit lebt. Ein sehr ungewöhnlicher und interessanter Film, nach dem man sowohl Regisseur Sean Durkin als auch Hauptdarstellerin Elizabeth Olsen im Auge behalten sollte.

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