Die Intensität der Liebe vermag sich nicht auf den Zuschauer zu übertragen. Mathildes Anstrengungen bebildert Jeunet mit nichts weiter als Kitsch, einem Museum der pittoresken Ausstattungsdetails, in dem die digitalen Rekonstruktionen von zeitgeschichtlichem Ambiente paradoxerweise den Anstrich des Fantastischen verstärken.
Und wieder einmal untermauert die FSK ihre Sinnlosigkeit - Jean-Pierre Jeunets Kriegsfilm ist nicht so blutrünstig ausgelegt wie seine Kollegen von der anderen Seite des großen Teichs, besitzt aber noch genügend explizite Szenen, die meiner Meinung nach nicht für zwölfjährige Kinderaugen geeignet sind - so erinnert eine "Slasher"-Szene quasi 1:1 an einen Mord aus dem Puppen-Horror "Chucky und seine Braut". Wer weiss, anscheind stumpft zuviel Horror dann doch ab... Zum Film! Audrey Tautou - 2001 durch "Die wunderbare Welt der Amelie" Ikone von diversen Pseudo-Cineasten (...man konnte das durch unzählige Studenten-Cafes grassierende "Französischer Film! Wunderschön!" kaum noch hören...) - sucht als körperbehinderte Mathilde nach ihrem Verlobten, der seit den Wirren des 1. Weltkriegs verschollen ist. Jeunet inszenierte im Grunde einen Krimi im Kriegsfilm-Gewand, Mathilde bewerkstelligt dabei ihre Nachforschungen mit Bauernschläue…
Und wieder einmal untermauert die FSK ihre Sinnlosigkeit - Jean-Pierre Jeunets Kriegsfilm ist nicht so blutrünstig ausgelegt wie seine Kollegen von der anderen Seite des großen Teichs, besitzt aber noch genügend explizite Szenen, die meiner Meinung nach nicht für zwölfjährige Kinderaugen geeignet sind - so erinnert eine "Slasher"-Szene quasi 1:1 an einen Mord aus dem Puppen-Horror "Chucky und seine Braut". Wer weiss, anscheind stumpft zuviel Horror dann doch ab...
Zum Film! Audrey Tautou - 2001 durch "Die wunderbare Welt der Amelie" Ikone von diversen Pseudo-Cineasten (...man konnte das durch unzählige Studenten-Cafes grassierende "Französischer Film! Wunderschön!" kaum noch hören...) - sucht als körperbehinderte Mathilde nach ihrem Verlobten, der seit den Wirren des 1. Weltkriegs verschollen ist.
Jeunet inszenierte im Grunde einen Krimi im Kriegsfilm-Gewand, Mathilde bewerkstelligt dabei ihre Nachforschungen mit Bauernschläue und Mut zum Risiko. Die Regie legt da allerdings ein extrem hohes Tempo vor und man wird zuweilen sehr gefordert, um alle Details und deren Zusammenhänge zu erfassen, während die Informationen auf einen einprasseln und man dabei versucht, sich an den Bildern zu laben. Aber zum Finale werden alle Fäden geschickt zusammengeführt und es ergibt das stimmige Ganze.
Jeunets Inszenierung bietet im Grunde keine wirklichen Überraschungen - genauso so stellt man sich einen Kriegsfilm von dem "Amelie"-Regisseur vor. Was aber keine Anklage sein soll, denn die Bildgewalt ist schier überwältigend! Glitscht man in den Szenen der Bretagne gerne mal in den Postkarten-Kitsch, bilden diese aber einen effektiven Gegenpol zu den Rückblenden und dem Grauen an der Front. Die Action-Szenen sind ausgesprochen überlegt inszeniert und entbehren damit jeglichen dokumentarischen Anspruch. Sie besitzen eine wuchtige Kraft und vermitteln eindringlich das endzeitliche Flair.
Die Schlachtenbilder verklären trotz ihren malerischen Charakters nicht das Drama und Jeunet übt sich in flascher Bescheidenheit, wenn er im (sehr gehaltvollen) Audiokommentar Spielbergs "Saving Private Ryan" als besten Kriegsfilm überhaupt anpreist. So manche Kampf-Szene erinnert zwar in handwerklicher Sicht an Spielbergs berühmte erste 20 Minuten - die Jeunet auch freimütig als Inspiration angibt - doch im Gegensatz zum Ami-Epos bezieht Jeunet keine Stellung. Es gibt weder den heldenhaften Franzosen, noch den niederträchtigen Deutschen. Die Soldaten liegen alle im gleichen Dreck und jeder kämpft ums pure Überleben ohne hehre patriotische Ziele. Diese bedingungslose Einigkeit der Schicksale betont eine Facette des Films, die man bei anderen Kriegsfilmen eher vermisst - Menschlichkeit.
Mathildes unbeirrbarer, fast krankhafter Wille ihren Verlobten trotz aller Widrigkeiten lebend zu finden sowie diverse göttliche Fügungen untermauern die Romantik des Films, verleihen "Mathilde" Wärme, Hoffnung und das große Gefühl, dass am Ende die Liebe über jede Katastrophe obsiegt.
Lassen sich die liebenswerten Schrulligkeiten des Poulain-Konzepts mit den barbarischen Grausamkeiten der Verdun-Schlachterei vereinbaren, darf man Jeunets bonbonbunte "Amélie"-Konfektion und Kubricks schwarzweißgrimmigen "Wege zum Ruhm"-Realismus kreuzen? Daß "Mathilde - eine große Liebe" diese Balance gelingt, liegt einerseits an der erzählerischen Meisterschaft Jean-Pierre Jeunets. Der hält seine mäandernden Handlungsfäden straff in der Hand und findet trotzdem Platz für prägnante Episoden wie jene einer modernen Kriemhild auf Rachefeldzug für ihren toten Liebsten.
Der Film bietet schöne Bilder, bewegende Momente, tolle Settings. Ich bin insgesamt sehr zufrieden. Vorwerfen kann ich dem Film lediglich, dass er mich ständig an "Die fabelhafte Welt der Amelie" erinnert hat. Dass Jeunet die selbe Hauptdarstellerin gewählt hat, ist eine Sache. Davon abgesehen ist aber eben auch die ganze Herangehensweise an den Film - die Erzählweise, die Typisierung der Figuren, die Dramaturgie genau wie bei "Amelie". Sei's drum. Ein guter Film ist es trotzdem.
Ein etwas eigenartiger Mix aus Kriegs- und Liebesfilm.
Die Geschichte wird mit einer fantastischen Bilderflut unterlegt, die mitunter als geradezu atemberaubend zu bezeichnen ist.
Nur schade, dass sich der Handlungsstrang qualitativ nicht auf einem vergleichbaren Level bewegt.
Trotzdem in jedem Fall sehenswert, wenngleich man keinesfalls den Fehler begehen sollte, einen ähnlichen Film wie "Amelie" zu erwarten, auch wenn ab und an einige Parallelen unverkennbar sind.
Gelungener Genre-Mix aus Liebes-Kriegs- und Kriminaldrama. Die Inszenierung weißt regisseurbedingt unübersehbare Parallelen zu 'Die Fabelhafte Welt der Amelie' auf - wobei Jeunet in 'Mathilde' melancholischere, ernstere und realistischere Töne anschlägt. Die Schauspieler sind allesamt großartig gewählt, Angelo Badalamentis Score ist umwerfend, Die Lichtsetzung ist genial und die Kamera von Bruno Delbonnel atemberaubend. Handwerklich gibts also absolut nichts zu meckern - was bei einem 56 Millionen Dollar-Projekt aber auch nicht wirklich verwunderlich ist .
Leider Ist die Geschichte an sich etwas mühsam erzählt und weist besonders im Mittelteil einige Längen auf. Wo bei 'Amelie' etwaige zusätzliche Handlungsstränge Teil des Gesamtpakets ausmachten, wollen Drehbuch und Regie in diesem Film einfach zu viel. Von den insgesamt 5(!) Ausläufen der Story sind mindestens 2 davon durchaus entbehrlich und man hätte sich hierzu mehr Zeit für die Haupthandlung nehmen sollen. Denn zu den überreichlich vorhandenen Charakteren gesellen sich zu mehreren noch deren Spitznamen dazu. Das mag sich jetzt vielleicht etwas pingelig lesen, aber wir haben es hier immerhin mit französischen Namen zu tun - und da ist ein zeitweises Rätselraten vorprogrammiert (es kommt nicht selten vor, das man nicht genau weiß von wem gerade die Rede ist).
atmosphärisch gesehen ist 'Mathilde' aber unglaublich reizvoll. Von der ersten bis zur letzen Minute befindet man sich im Frankreich der 20er Jahre. Zudem ist der Film auch mit zahlreichen magischen Momenten ausgestattet, die so einiges wieder wett machen. Auch ist der Einsatz einer Erzählstimme (diesmal eine weibliche) eine äußerst geschickte Wahl bei der nicht immer unkomplizierten Handlung (sie hätte meiner Meinung nach ruhig noch öfter zum Einsatz kommen können).
Fazit: Alles in allem ein sehr sehenswerter Film, der trotz einiger Längen und etwas zu ausufernder Erzählweise mit toller französischer Atmosphäre, großartigen Darstellern und teilweise epischen Bildern Punkten kann.
Ein unaufhaltsamer Mix wilder Erzählungen zwischen Kriegsfilm und Detektivmärchen bietet uns Jeunet in seinem wohl epischsten Film und obwohl "Mathilde" mit besonders schönen Geschichten, interessanten Figuren und emotionaler Stilisierung glänzt, verheddert sich das Drehbuch in seinen Endlosschleifen um Vergangenheit, Gegenwart, Aufklärung und Rekonstruktion. Es war mir nicht möglich darin in eine gezielte Struktur zu erkennen. Langeweile wird gedehnt. Gute Wendungen fliegen an dir vorbei. Zudem entblößt sich der Film in seinem Off-Kommentar-Overkill als visuell garnicht so einfallsreich. Wer dem Berg an Worten bestehend aus unzähligen Namen schwer folgen kann, wird seine Probleme mit "Mathilde" haben. Schade, das Jeunet einen literarischen Film gemacht hat und keinen filmischen. Trotz der bunten Bilder und der hervorragenden Mimen wirkt "Mathilde" wie ein Haufen Schnipsel, die man am Boden des Schnittraums zusammengefegt hat.
es ist wohl einer der gelungensten thematierungs des stellungskriegs zwischen frankreich und deutschland. Jeunet setzt ihr auf düstere bilder und auf hässliche seiten des 1.weltkriegs. Darüber hinaus verknüpft jeunet fast einfach eine Liebes-und eine krimigeschichte.Auch schauspielerisch gibt vorallem Audrey Tautou vollgass .
MEIN FATIZ: Ein Bildgewaltiges Meisterwerk mit tollen Darstellern und toller Kamera .
Einzige Kritik die story ist wegen der vielen französischen Namen ezwas schwer zu folgen.
Natürlich kann man »Un long dimanche de fiançailles« mit Fug und Recht für monströsen Kitsch, für einen einzigen Spezialeffekt halten, man kann aber auch bewundern, wie es Jeunet gelingt, visuelles und literarisches Erzählen miteinander zu verschmelzen. Seine Bilderfindungen sind von stummfilmhaft-naiver Extravaganz, realisiert mit den avancierten technischen Mitteln des 21. Jahrhunderts, die Story – vordergründig die rührend-einfältige Geschichte einer Liebe in den Zeiten des Krieges – bildet durch die wüste Verhackstückung der Erzählmasse, durch das verwirrende In- und Durcheinander der Zeitebenen und Blickwinkel das (Un-)Wesen seines Themas ab: Krieg als Zerstörer nicht nur von Körpern und Landschaft, sondern auch von Sinn und Form. Jeunet setzt nicht auf analytische Mäßigung sondern auf drastische Opulenz. Er übertreibt alles: die Sentimentalität, das Pathos, die Komik, die Stilisierungen, den Realismus, das Geheimnis. Was in »Amélie« gelegentlich eher selbstzweckhaft wirkte – das permanente Zuviel –, hier funktioniert es konsequent als narrativer Overkill: Als hätte eine Granate in den Film eingeschlagen, löst sich die Geschichte in Bruchstücke und Splitter auf. Auge im Orkan des Geschehens: Mathilde. Mit starrem Blick auf das innere Bild des Geliebten wird ihre sonderbar kalte amour fou zum Wegweiser durch das emotionale Niemandsland einer katastrophalen Welt. Ihre Suche nach dem verlorenen Glück führt nicht nur durch die brutale Absurdität des Grabenkrieges, sondern vor allem durch zahllose, vom Krieg verbogene Schicksalslinien. Jeunet erzählt vom verzweifelten Fünkchen Hoffnung, daß nach massenhaftem Tod, nach der Vernichtung von individuellen Lebensentwürfen, Moral und gesellschaftlicher Kontinuität dennoch ein Minimum an privater Ordnung zurückzugewinnen wäre. Daß die Wiederherstellung des Glücks unbedingt versucht werden sollte, auch wenn sie im Grunde nicht gelingen kann, davon spricht das wunderbar zwiespältige Happy-End.
Der gesamte Film ist eine Vorbereitung auf das Ende. Alles das, was erzählt wird, muss radikal zu Ende erzählt werden bis schlussendlich im narrativen Nichts, Mathilde ihrem Verlobten zusehen kann und es sich das wiederholt, was sie schon einmal erfahren hatte und so beharrlich suchte: die große Liebe!
Das mag etwas einfach und überhöhend sein. Das spricht dem Film aber nicht ab, dass er es versteht, schlussendlich zielgenau dort hinzudrücken, wo die Tränensäcke auf ihre Erlösung warten...
Der Film vereint auf geniale Weise drei Genres: zunächst ist es ein Kriegsfilm, mit all der Grausamkeit die dazugehört, dann wie im Titel angekündigt natürlich ein Liebesfilm und schließlich und endlich ein Detektivfilm.
Mathilde will nicht glauben, dass ihr geliebter Manech – ihre Sandkastenliebe - im Ersten Weltkrieg gefallen ist. Mit schier nie ermüden wollendem Eifer forscht sie, wie und ob er umgekommen ist. Eine Gehbehinderte (Kinderlähmung) sucht einen Toten?
Dabei wird der Zuschauer ständig zwischen Gewissheit über den Tod des Geliebten und neuer Hoffnung, dass er überlebt hat, hin und her gerissen. Der Regisseur arbeitet mit Rückblenden, Traumsequenzen und immer wiederkehrenden Symbolen wie dem Leuchtturm (einem Wegweiser also), einem roten Wollhandschuh (der wohlige Wärme bietet) oder MMM.
Bis in kleine Nebenrollen mit großen Namen besetzt (Jodie Foster z.B.) blitzt sogar hin und wieder etwas Komik auf.
In unheimlich schöne Bilder gehüllt, die einen emotional durch einen aus dem Off eingesprochenen Kommentar eng an die Handlung binden, kommt es zu einem Ende, das glaubhaft, überraschend und wohltuend ist.
Jean-Pierre Jeunet - der Mann mit der Liebe zum Detail.
Dieser Film beweist es ein mal mehr. Und auch ein weiteres Mal verzauberte Audrey Tautou mich. Ich bin schier überwältigt all der Eindrücke, die mir dieser Film vermittelte.
Das Hauptproblem an diesem Film ist der wie immer unerträglich dumme deutsche Titel - wofür der Film natürlich nichts kann.
Ich möchte gar nicht wissen, was die deutschen Synchronisateure diesen Streifens noch alles an Atmosphäre, Dialogen usw. zerstört haben (hab ihn im Original gesehen)
Wie auch immer:
Ein schöner, ruhiger Film dessen Kitschigkeitsfaktor sich in Grenzen hält und durchaus für einen gemütlichen Filmabend taugt.
Abgesehen von ein paar allerdings erträglichen Längen gibt's an "Mathilde" kaum etwas auszusetzen. Dass ein paar Leute von Kitsch reden, wenn ein Film daherkommt wie 24 Spitzwegs pro Sekunde zu einer Baudelaire-Lesung, war völlig klar, aber es hat halt nicht jeder Zugang zu echter Poesie.
schöner film der im ersten drittel einige längen hat, dann das tempo anzieht und die sehr clevere story bis zum ergreifenden ende trägt. tolle schauspieler, hervorragende ausstattung, schöner score, eine umreißende jodie forster. und audrey tautou hat den schönsten hintern der filmgeschichte.
Es schmeckt wie ein Mikrowellengericht. Aber wenn man einen Kater hat...Audrey Tautou-Fans kommen auf ihre Kosten, wer schon Amélie nicht mochte, kann diesen Liebesfilm - der mit denselben ästhetischen Mitteln daherkommt - nicht ertragen.
Wohl einer der schönsten Liebesfilme der letzen 10 Jahre. In diesem Film stecken so viele schöne Geschichten, die einen verzaubern und mitfiebern lassen. Zunächst die bedauernswerte Mathilde (wundervoll gespielt von Audrey Tautou) die durch ihre Behinderung sich nicht entmutigen lässt nach ihrer großen Liebe - Manech zu suchen. Manech der in viel zu jungen Jahren in die wirren des ersten Weltkriegs gezogen wird und eine wundervolle Anspielung auf "Im Westen nichts neues" abgibt. Insgesamt wirklich sehr Sehenswert.
Einziger Kritikpunkt sind die vielen Handlungspersonen die auftreten und allesamt französische Namen tragen, folglich fällt es zunächst etwas schwer dem Handlungsstrang zu folgen, weil viele Namen sich sehr ähnlich klingen.
Man wird das Gefühlnicht los, es handele sich um die Geschichte der Amelie. Und wird enttäuscht durch eine ganz andere Geschichte, die aber ähnlich erzählt wird. Ob sich Jeunet damit nicht eher geschadet hat?
Mathilde - Eine große Liebe - Kritik
US/FR 2004 Laufzeit 133 Minuten, FSK 0, Drama, Historienfilm, Kinostart 27.01.2005
Kritiken (3) — Film: Mathilde - Eine große Liebe
D. Kamalzadeh: Der Standard D. Kamalzadeh: Der Standard
Kommentar löschenDie Intensität der Liebe vermag sich nicht auf den Zuschauer zu übertragen. Mathildes Anstrengungen bebildert Jeunet mit nichts weiter als Kitsch, einem Museum der pittoresken Ausstattungsdetails, in dem die digitalen Rekonstruktionen von zeitgeschichtlichem Ambiente paradoxerweise den Anstrich des Fantastischen verstärken.
Kritik im Original Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
GR0BI: Cinegate/Deadline-Magazin GR0BI: Cinegate/Deadline-Magazin
Kommentar löschenUnd wieder einmal untermauert die FSK ihre Sinnlosigkeit - Jean-Pierre Jeunets Kriegsfilm ist nicht so blutrünstig ausgelegt wie seine Kollegen von der anderen Seite des großen Teichs, besitzt aber noch genügend explizite Szenen, die meiner Meinung nach nicht für zwölfjährige Kinderaugen geeignet sind - so erinnert eine "Slasher"-Szene quasi 1:1 an einen Mord aus dem Puppen-Horror "Chucky und seine Braut". Wer weiss, anscheind stumpft zuviel Horror dann doch ab...
Zum Film! Audrey Tautou - 2001 durch "Die wunderbare Welt der Amelie" Ikone von diversen Pseudo-Cineasten (...man konnte das durch unzählige Studenten-Cafes grassierende "Französischer Film! Wunderschön!" kaum noch hören...) - sucht als körperbehinderte Mathilde nach ihrem Verlobten, der seit den Wirren des 1. Weltkriegs verschollen ist.
Jeunet inszenierte im Grunde einen Krimi im Kriegsfilm-Gewand, Mathilde bewerkstelligt dabei ihre Nachforschungen mit Bauernschläue…
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cpt. chaos 2011/03/11 11:05:32
Antwort löschenAlso diese Rezension macht wirklich äußerst neugierig auf den Film - klasse geschrieben!
HG Rodek: Die Welt, Berliner Morgenpost HG Rodek: Die Welt, Berliner Morgenpost
Kommentar löschenLassen sich die liebenswerten Schrulligkeiten des Poulain-Konzepts mit den barbarischen Grausamkeiten der Verdun-Schlachterei vereinbaren, darf man Jeunets bonbonbunte "Amélie"-Konfektion und Kubricks schwarzweißgrimmigen "Wege zum Ruhm"-Realismus kreuzen? Daß "Mathilde - eine große Liebe" diese Balance gelingt, liegt einerseits an der erzählerischen Meisterschaft Jean-Pierre Jeunets. Der hält seine mäandernden Handlungsfäden straff in der Hand und findet trotzdem Platz für prägnante Episoden wie jene einer modernen Kriemhild auf Rachefeldzug für ihren toten Liebsten.
Kritik im Original 1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 1 Antworten
Leila57 2011/01/05 22:48:26
Antwort löscheninteressante Zusammenfassung...ich wollte eigentlich nicht, jetzt bin ich doch gespannt, in der Hoffnung das es kein Amelie wird...
Kommentare (20) — Film: Mathilde - Eine große Liebe
Kommentar schreibenheikschn 2011/06/15 22:42:51
Kommentar löschenDer Film bietet schöne Bilder, bewegende Momente, tolle Settings. Ich bin insgesamt sehr zufrieden. Vorwerfen kann ich dem Film lediglich, dass er mich ständig an "Die fabelhafte Welt der Amelie" erinnert hat. Dass Jeunet die selbe Hauptdarstellerin gewählt hat, ist eine Sache. Davon abgesehen ist aber eben auch die ganze Herangehensweise an den Film - die Erzählweise, die Typisierung der Figuren, die Dramaturgie genau wie bei "Amelie". Sei's drum. Ein guter Film ist es trotzdem.
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BellaS. 2011/05/16 12:34:07
Kommentar löschenEin toller Film mit einer bezaubernden Audrey Tautou... schööön! :)
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cpt. chaos 2011/03/19 00:15:06
Kommentar löschenEin etwas eigenartiger Mix aus Kriegs- und Liebesfilm.
Die Geschichte wird mit einer fantastischen Bilderflut unterlegt, die mitunter als geradezu atemberaubend zu bezeichnen ist.
Nur schade, dass sich der Handlungsstrang qualitativ nicht auf einem vergleichbaren Level bewegt.
Trotzdem in jedem Fall sehenswert, wenngleich man keinesfalls den Fehler begehen sollte, einen ähnlichen Film wie "Amelie" zu erwarten, auch wenn ab und an einige Parallelen unverkennbar sind.
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moviereporter 2010/11/19 22:41:46
Kommentar löschenGelungener Genre-Mix aus Liebes-Kriegs- und Kriminaldrama. Die Inszenierung weißt regisseurbedingt unübersehbare Parallelen zu 'Die Fabelhafte Welt der Amelie' auf - wobei Jeunet in 'Mathilde' melancholischere, ernstere und realistischere Töne anschlägt. Die Schauspieler sind allesamt großartig gewählt, Angelo Badalamentis Score ist umwerfend, Die Lichtsetzung ist genial und die Kamera von Bruno Delbonnel atemberaubend. Handwerklich gibts also absolut nichts zu meckern - was bei einem 56 Millionen Dollar-Projekt aber auch nicht wirklich verwunderlich ist .
Leider Ist die Geschichte an sich etwas mühsam erzählt und weist besonders im Mittelteil einige Längen auf. Wo bei 'Amelie' etwaige zusätzliche Handlungsstränge Teil des Gesamtpakets ausmachten, wollen Drehbuch und Regie in diesem Film einfach zu viel. Von den insgesamt 5(!) Ausläufen der Story sind mindestens 2 davon durchaus entbehrlich und man hätte sich hierzu mehr Zeit für die Haupthandlung nehmen sollen. Denn zu den überreichlich vorhandenen Charakteren gesellen sich zu mehreren noch deren Spitznamen dazu. Das mag sich jetzt vielleicht etwas pingelig lesen, aber wir haben es hier immerhin mit französischen Namen zu tun - und da ist ein zeitweises Rätselraten vorprogrammiert (es kommt nicht selten vor, das man nicht genau weiß von wem gerade die Rede ist).
atmosphärisch gesehen ist 'Mathilde' aber unglaublich reizvoll. Von der ersten bis zur letzen Minute befindet man sich im Frankreich der 20er Jahre. Zudem ist der Film auch mit zahlreichen magischen Momenten ausgestattet, die so einiges wieder wett machen. Auch ist der Einsatz einer Erzählstimme (diesmal eine weibliche) eine äußerst geschickte Wahl bei der nicht immer unkomplizierten Handlung (sie hätte meiner Meinung nach ruhig noch öfter zum Einsatz kommen können).
Fazit: Alles in allem ein sehr sehenswerter Film, der trotz einiger Längen und etwas zu ausufernder Erzählweise mit toller französischer Atmosphäre, großartigen Darstellern und teilweise epischen Bildern Punkten kann.
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jollyroger 2010/11/19 22:50:37
Antwort löschenSchöner - und vor allem treffender - Kommentar!
Filmkenner77 2010/09/17 15:43:43
Kommentar löschenGut inszeniert, die Darsteller überzeugen, aber die Story hat einfach zuviel Leerlauf. Insgesamt hatte ich mir mehr versprochen.
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Kubrick_obscura 2010/08/24 18:30:13
Kommentar löschenEin unaufhaltsamer Mix wilder Erzählungen zwischen Kriegsfilm und Detektivmärchen bietet uns Jeunet in seinem wohl epischsten Film und obwohl "Mathilde" mit besonders schönen Geschichten, interessanten Figuren und emotionaler Stilisierung glänzt, verheddert sich das Drehbuch in seinen Endlosschleifen um Vergangenheit, Gegenwart, Aufklärung und Rekonstruktion. Es war mir nicht möglich darin in eine gezielte Struktur zu erkennen. Langeweile wird gedehnt. Gute Wendungen fliegen an dir vorbei. Zudem entblößt sich der Film in seinem Off-Kommentar-Overkill als visuell garnicht so einfallsreich. Wer dem Berg an Worten bestehend aus unzähligen Namen schwer folgen kann, wird seine Probleme mit "Mathilde" haben. Schade, das Jeunet einen literarischen Film gemacht hat und keinen filmischen. Trotz der bunten Bilder und der hervorragenden Mimen wirkt "Mathilde" wie ein Haufen Schnipsel, die man am Boden des Schnittraums zusammengefegt hat.
3 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten
jamesblake 2010/07/22 13:07:20
Kommentar löschenes ist wohl einer der gelungensten thematierungs des stellungskriegs zwischen frankreich und deutschland. Jeunet setzt ihr auf düstere bilder und auf hässliche seiten des 1.weltkriegs. Darüber hinaus verknüpft jeunet fast einfach eine Liebes-und eine krimigeschichte.Auch schauspielerisch gibt vorallem Audrey Tautou vollgass .
MEIN FATIZ: Ein Bildgewaltiges Meisterwerk mit tollen Darstellern und toller Kamera .
Einzige Kritik die story ist wegen der vielen französischen Namen ezwas schwer zu folgen.
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Joe Gillis 2010/03/14 22:00:26
Kommentar löschenNatürlich kann man »Un long dimanche de fiançailles« mit Fug und Recht für monströsen Kitsch, für einen einzigen Spezialeffekt halten, man kann aber auch bewundern, wie es Jeunet gelingt, visuelles und literarisches Erzählen miteinander zu verschmelzen. Seine Bilderfindungen sind von stummfilmhaft-naiver Extravaganz, realisiert mit den avancierten technischen Mitteln des 21. Jahrhunderts, die Story – vordergründig die rührend-einfältige Geschichte einer Liebe in den Zeiten des Krieges – bildet durch die wüste Verhackstückung der Erzählmasse, durch das verwirrende In- und Durcheinander der Zeitebenen und Blickwinkel das (Un-)Wesen seines Themas ab: Krieg als Zerstörer nicht nur von Körpern und Landschaft, sondern auch von Sinn und Form. Jeunet setzt nicht auf analytische Mäßigung sondern auf drastische Opulenz. Er übertreibt alles: die Sentimentalität, das Pathos, die Komik, die Stilisierungen, den Realismus, das Geheimnis. Was in »Amélie« gelegentlich eher selbstzweckhaft wirkte – das permanente Zuviel –, hier funktioniert es konsequent als narrativer Overkill: Als hätte eine Granate in den Film eingeschlagen, löst sich die Geschichte in Bruchstücke und Splitter auf. Auge im Orkan des Geschehens: Mathilde. Mit starrem Blick auf das innere Bild des Geliebten wird ihre sonderbar kalte amour fou zum Wegweiser durch das emotionale Niemandsland einer katastrophalen Welt. Ihre Suche nach dem verlorenen Glück führt nicht nur durch die brutale Absurdität des Grabenkrieges, sondern vor allem durch zahllose, vom Krieg verbogene Schicksalslinien. Jeunet erzählt vom verzweifelten Fünkchen Hoffnung, daß nach massenhaftem Tod, nach der Vernichtung von individuellen Lebensentwürfen, Moral und gesellschaftlicher Kontinuität dennoch ein Minimum an privater Ordnung zurückzugewinnen wäre. Daß die Wiederherstellung des Glücks unbedingt versucht werden sollte, auch wenn sie im Grunde nicht gelingen kann, davon spricht das wunderbar zwiespältige Happy-End.
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medee 2010/01/14 23:45:36
Kommentar löschenDer gesamte Film ist eine Vorbereitung auf das Ende. Alles das, was erzählt wird, muss radikal zu Ende erzählt werden bis schlussendlich im narrativen Nichts, Mathilde ihrem Verlobten zusehen kann und es sich das wiederholt, was sie schon einmal erfahren hatte und so beharrlich suchte: die große Liebe!
Das mag etwas einfach und überhöhend sein. Das spricht dem Film aber nicht ab, dass er es versteht, schlussendlich zielgenau dort hinzudrücken, wo die Tränensäcke auf ihre Erlösung warten...
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jlorenz1 2009/12/02 02:00:09
Kommentar löschenChapeau - ein äußerst intimer, einprägsamer, typisch französischer Antikriegskrimi über eine herzzerreißend anmutige, große Liebe.
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8martin 2009/08/16 09:42:59
Kommentar löschenDer Film vereint auf geniale Weise drei Genres: zunächst ist es ein Kriegsfilm, mit all der Grausamkeit die dazugehört, dann wie im Titel angekündigt natürlich ein Liebesfilm und schließlich und endlich ein Detektivfilm.
Mathilde will nicht glauben, dass ihr geliebter Manech – ihre Sandkastenliebe - im Ersten Weltkrieg gefallen ist. Mit schier nie ermüden wollendem Eifer forscht sie, wie und ob er umgekommen ist. Eine Gehbehinderte (Kinderlähmung) sucht einen Toten?
Dabei wird der Zuschauer ständig zwischen Gewissheit über den Tod des Geliebten und neuer Hoffnung, dass er überlebt hat, hin und her gerissen. Der Regisseur arbeitet mit Rückblenden, Traumsequenzen und immer wiederkehrenden Symbolen wie dem Leuchtturm (einem Wegweiser also), einem roten Wollhandschuh (der wohlige Wärme bietet) oder MMM.
Bis in kleine Nebenrollen mit großen Namen besetzt (Jodie Foster z.B.) blitzt sogar hin und wieder etwas Komik auf.
In unheimlich schöne Bilder gehüllt, die einen emotional durch einen aus dem Off eingesprochenen Kommentar eng an die Handlung binden, kommt es zu einem Ende, das glaubhaft, überraschend und wohltuend ist.
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stalker 2009/07/02 01:54:36
Kommentar löschenWunderschöne Bilder in einem gestörten Fluss.
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Zariel 2009/05/10 21:48:57
Kommentar löschenJean-Pierre Jeunet - der Mann mit der Liebe zum Detail.
Dieser Film beweist es ein mal mehr. Und auch ein weiteres Mal verzauberte Audrey Tautou mich. Ich bin schier überwältigt all der Eindrücke, die mir dieser Film vermittelte.
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jollyroger 2009/03/06 12:37:21
Kommentar löschenDas Hauptproblem an diesem Film ist der wie immer unerträglich dumme deutsche Titel - wofür der Film natürlich nichts kann.
Ich möchte gar nicht wissen, was die deutschen Synchronisateure diesen Streifens noch alles an Atmosphäre, Dialogen usw. zerstört haben (hab ihn im Original gesehen)
Wie auch immer:
Ein schöner, ruhiger Film dessen Kitschigkeitsfaktor sich in Grenzen hält und durchaus für einen gemütlichen Filmabend taugt.
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strangelet 2008/11/16 00:05:07
Kommentar löschenAbgesehen von ein paar allerdings erträglichen Längen gibt's an "Mathilde" kaum etwas auszusetzen. Dass ein paar Leute von Kitsch reden, wenn ein Film daherkommt wie 24 Spitzwegs pro Sekunde zu einer Baudelaire-Lesung, war völlig klar, aber es hat halt nicht jeder Zugang zu echter Poesie.
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alanger 2008/10/22 09:45:15
Kommentar löschenschöner film der im ersten drittel einige längen hat, dann das tempo anzieht und die sehr clevere story bis zum ergreifenden ende trägt. tolle schauspieler, hervorragende ausstattung, schöner score, eine umreißende jodie forster. und audrey tautou hat den schönsten hintern der filmgeschichte.
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lucie 2008/05/31 09:04:11
Kommentar löschenSchöne Bilder, doch zu lang, zu laut und streckenweise langweilig.
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annaberlin 2008/04/21 16:21:57
Kommentar löschenEs schmeckt wie ein Mikrowellengericht. Aber wenn man einen Kater hat...Audrey Tautou-Fans kommen auf ihre Kosten, wer schon Amélie nicht mochte, kann diesen Liebesfilm - der mit denselben ästhetischen Mitteln daherkommt - nicht ertragen.
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Iroas 2007/12/19 16:38:42
Kommentar löschenWohl einer der schönsten Liebesfilme der letzen 10 Jahre. In diesem Film stecken so viele schöne Geschichten, die einen verzaubern und mitfiebern lassen. Zunächst die bedauernswerte Mathilde (wundervoll gespielt von Audrey Tautou) die durch ihre Behinderung sich nicht entmutigen lässt nach ihrer großen Liebe - Manech zu suchen. Manech der in viel zu jungen Jahren in die wirren des ersten Weltkriegs gezogen wird und eine wundervolle Anspielung auf "Im Westen nichts neues" abgibt. Insgesamt wirklich sehr Sehenswert.
Einziger Kritikpunkt sind die vielen Handlungspersonen die auftreten und allesamt französische Namen tragen, folglich fällt es zunächst etwas schwer dem Handlungsstrang zu folgen, weil viele Namen sich sehr ähnlich klingen.
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dAShEIKO 2007/12/10 01:41:58
Kommentar löschenMan wird das Gefühlnicht los, es handele sich um die Geschichte der Amelie. Und wird enttäuscht durch eine ganz andere Geschichte, die aber ähnlich erzählt wird. Ob sich Jeunet damit nicht eher geschadet hat?
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