Mein Bruder ist ein Einzelkind

Mio fratello è figlio unico (2007), IT/FR
Laufzeit 104 Minuten, FSK 12, Komödie, Drama, Kinostart 15.05.2008

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Mein Bruder ist ein Einzelkind - Bild 31036
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von Daniele Luchetti, mit Elio Germano und Riccardo Scamarcio

Zwei ungleiche Brüder, ein charismatischer Beau und ein geborener Rebell, balgen sich mit konträren politischen Posen um eine Frau. Accio, “die Giftkröte”, ist der jüngere von beiden – und aus Prinzip dagegen. Wenn sein älterer Bruder Manrico sich als Arbeiterführer bewundern lässt, dann wird er eben zum Entsetzen der Familie Faschist und bricht bei jeder Gelegenheit Streit vom Zaum. Bis er, der in Wirklichkeit schüchtern ist, sich in Manricos bildhübsche neue Freundin Francesca verliebt und an seinen politischen Freunden zu zweifeln beginnt – während Manrico immer fanatischer wird.


Cast & Crew


Kritiken (4) — Film: Mein Bruder ist ein Einzelkind

Philipp Bühler: Berliner Zeitung, fluter Philipp Bühler: Berliner Zeitung, fluter

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6.0Ganz gut

Luchetti bietet auch Nostalgie, aber sie gilt einzig und allein der Jugend seiner Protagonisten. Eine platt-satirische Nummernrevue mit Retro-Charme liegt ihm fern, stets verweist die teils burleske Komik auf ihren ernsten Kern.

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Dirk Lüneberg: Stadtmagazin [030], film.de...

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6.0Ganz gut

Dabei erinnert sein kraftvoll, zugleich ebenso unruhig wie seine Protagonisten inszeniertes Familien- und Beziehungsmelodram ein wenig an Bertoluccis „Die Träumer“, wenngleich in Luchettis Film glücklicherweise mehr passiert. Und unter noch einem weiteren Aspekt kann diese Geschichte über zwei ungleiche Brüder punkten: Man bekommt eine ungefähre Ahnung davon, warum Politik in Italien ein so wechselhaftes und launisches Geschäft ist und es den Italienern bis heute so ungeheuer schwer fällt, sich mindestens eine Legislaturperiode lang von ein und demselben Ministerpräsidenten regieren zu lassen.

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G. Jekubzik: Filmtabs G. Jekubzik: Filmtabs

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8.5Ausgezeichnet

Sie küssten und sie schlugen sich … Luchetti gelingt es, um den Kern der bewegten Geschichte eines Bruderkampfes die politische Geschichte Italiens in den 60er und 70er Jahren unterhaltsam zu zeigen. In dem Bruderkrieg, im Zerfall des (Eltern-) Hauses spiegelt sich die Situation des italienischen Staates. [...] Doch das Kunststück von Luchetti liegt im prallen Leben, das er auf die Leinwand bringt, in den Menschen mit Haut und Haaren, mit Leidenschaften, Zweifeln und Abgründen.

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Gerhard Midding: Berliner Zeitung, epd Film,... Gerhard Midding: Berliner Zeitung, epd Film,...

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8.0Ausgezeichnet

Die Autoren sind integere Chronisten, weil sie elegant auf dem schmalen Grat zwischen ironischer Revision und gefälliger Nostalgie wandeln. Sie wahren eine respektvolle Distanz zu den eigenen Überzeugungen. Luchettis Inszenierung baut eine zusätzliche Spannung auf; ohne Reibungsverlust.

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Kommentare (4) — Film: Mein Bruder ist ein Einzelkind

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Aristokratin

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Weiß jemand von wem das zweite Lied im Trailer ist?

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Grumpy

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Erneut ein wunderbarer Film, der abseits des Mainstreams einzuordnen ist.
Sehenswert!

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8martin

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Bewertung7.5Sehenswert

Gut gemachte Unterhaltung mit ernsten und humorvollen Stillmitteln, wie im Titel richtungsweisend angekündigt. Ein Zeitbild der italienischen Arbeiterklasse. Es wird unterstützt von amerikanischen Welthits, die auf Italienisch gesungen eine stimmungsvolle Untermalung abgeben. Die Familie ist das Zentrum, um das die Mitglieder und ihre Freunde/innen kreisen und die ihnen Halt und Zuflucht gewährt. Hier treffen Kommunismus und Faschismus aufeinander. Sieger bleibt aber die Bruderliebe, die auf eine tragische Probe gestellt wird. Mitunter geht es echt italienisch turbulent zu, aber es gibt auch nachdenkliche, vom Gefühl getragene Szenen. Und die Liebe kommt natürlich nicht zu kurz. Sie zeigt sich kitschfrei, dafür aber anrührend und immer vor dem Hintergrund der Verantwortung der Familie. Die letzte lange Einstellung, in der sich die Hauptfigur selbst als Junge sieht, gewährt Zeit, über alles noch einmal nachzudenken.

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annaberlin

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Bewertung7.0Sehenswert

Auch wenn die Geschichte sicherlich originell ist - eine Brudergeschichte mit 50erJahre-Musik vor einem politisch brisantem Hintergrund - fehlt es dem Film letzlich an etwas. Zum einen ist es unmöglich, die Handlungen der Hauptfigur nachzuvollziehen, zum anderen erscheinen die politischen Umstände nur oberflächlich. Das Ende ist dann doch ziemlich märchenhaft - schließlich trägt die Hauptfigur die Verantwortung für den Tod des Bruders? Nichtsdestotrotz überzeugt dieser italienische Film durch seine Spritzigkeit und gute Schauspieler.

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