Mein Stück vom Kuchen - Kritik

FR 2011 Laufzeit 109 Minuten, FSK 12, Komödie, Drama, Kinostart 15.09.2011

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Kritiken (9) — Film: Mein Stück vom Kuchen

Andreas Fischer: Radio Köln Andreas Fischer: Radio Köln

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6.0Ganz gut

Vielmehr entlädt sich am Schluss die Wut des Proletariats. Das bleibt im Gedächtnis, weil Klapisch hier endlich die Realität anerkennt, die er zuvor auf dem Altar weltverbessernder Komik opferte.

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Alexandra Wach: film-dienst.de Alexandra Wach: film-dienst.de

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7.0Sehenswert

Klapisch mischt die Sozialkritik von Ken Loach mit dem leichtfüßigen Charme einer Molière-Burleske, die treffsicheren Dialoge sind nah am neuen Zeitgeist der französischen Empörten, und die Sympathie des Drehbuchs gilt ausnahmslos dem sich einfallsreich rächenden Aschenputtel.

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José Garcia: Textezumfilm

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4.0Uninteressant

Abgesehen von einigen dramaturgischen Schwächen, die sich etwa bei einer viel zu lange geratenen Rückblende offenbaren, und etlichen viel zu konstruierten Stellen im Drehbuch krankt Klapischs Film vor allem daran, dass sich die Mischung aus Komödie und Sozialdrama zu unausgewogen ausnimmt. Insgesamt scheint sich der französische Regisseur mehr für die komödiantischen Aspekte des Zusammenpralls zweier Lebensentwürfe und –welten zu interessieren als für die sozialkritische Komponente, die im Drehbuch durchaus vorhanden ist. Zwar tappt Klapisch nicht in die Falle, ein verlogenes Happy End nach Hollywood-Art anzubieten. Sein Film ist jedoch vom Realismus der britischen Regisseure Mike Leigh oder Ken Loach meilenweit entfernt.

Die Unentschiedenheit des Filmes setzt sich insbesondere in der Charakterzeichnung fort. Steht etwa Frances Selbstmordversuch in krassem Gegensatz zu ihrem zupackenden Charakter, der sich von allerlei Schwierigkeiten nicht zermürben lässt, so wirkt Steves Verwandlung in einen liebenden Vater kaum glaubwürdiger. Obwohl dem Zuschauer die Figuren über weite Strecken holzschnittartig, ja die ganze Handlung karikaturhaft vorkommen, entschädigt ihn jedoch das hervorragende Spiel von Karin Viard, die aus den teilweise skurril-irrealen Situationen das Beste daraus macht, ohne über die Slapstick-Stränge zu schlagen.

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Jürgen Kiontke: Jungle World, ai-Journal, K...

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8.0Ausgezeichnet

„Mami hat versucht, sich umzubringen“: France (Karin Viard), die Hauptfigur in Cédric Klapischs dynamischem Film „Mein Stück vom Kuchen“, ist schwer krank: Die Fabrik, der sie die letzten 20 Jahre ihres Lebens gewidmet hat, wurde geschlossen. In Zeiten der Globalisierung wurde das Geschäft aus ihrem Heimatort Dünkirchen nach China verlagert. Wenn überhaupt.
Alsbald landet die sympathische Kettenraucherin bei Steve (Gilles Lelouche). Der Börsenhai führt eine weitgehend sorgend- und sinnfreie Existenz. Gerade ist er auf dem Weg in die Firmenspitze von Goldman Sachs - oder war’s Merryl Lynch? Was würde sich ändern? Nichts. Steve wacht morgens auf, geweckt von den sanften Tönen seines iPhones. Der erste Blick gilt der Dow-Jones-App.
Steve ist zu allem zu blöd, was nicht mit Aktien zu tun hat. Davon kann man als Arbeitnehmerin durchaus profitieren. „Ich hab mir den Tariflohn für Putzkräfte angeschaut“, sagt er der verdutzten France, als die um ihr Gehalt verhandeln will. „Das…

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Christian von mehrfilm.de: Mehrfilm.de

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4.5Uninteressant

Wie macht man Komplexes überschaubar? Wie macht man das Unsichtbare sichtbar? Stichwort: Hochfinanz. Wenn schon anerkannte Dokumentaristen wie beispielsweise der Österreicher Erwin Wagenhofer vor dem unüberschaubaren Dickicht des internationalen Finanzhandels kapitulieren (“Let´s make money”), wie sollte das einer Sozialkomödie gelingen? Antwort: Gar nicht. Cèdric Klapisch geht den einfachen, den romantischen Weg. Er bricht in seiner neuen Komödie “Ma part du gateau” die Auswüchse des internationalen Finanzhandels auf die schlichte Gegenüberstellung “Arm gegen Reich” herunter. Und weil er damit am Ende einen Sieger präsentieren muss, der bereits sehr früh feststeht, versprüht sein Film eher den Geist einer Gewerkschaftstagung als den eines verbildlichten, nonkonformistischen Lösungsansatzes.

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Michael Meyns: programmkino.de Michael Meyns: programmkino.de

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5.0Geht so

Es scheint, als hätte sich Klapisch nicht so recht entscheiden können, welchen Film er in „Mein Stück vom Kuchen“ denn nun machen wollte, als hätte er seine Hauptfigur während des Schreibens mal sympathisch gefunden, um sie dann doch zu verachten. Dieses Unbestimmte ist letztendlich die Krux des Films, der unbefriedigend zwischen Komödie und Sozialdrama im Leeren hängt.

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Margret Köhler: br-online Margret Köhler: br-online

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7.5Sehenswert

Erfrischende Dramödie mit entlarvenden Dialogen. Stark vereinfachend, aber mit entlarvenden Dialogen zwischen Witz und Wahrheit und erfrischend amüsant, benutzt Klapisch zwischen Drama und Komödie die Realität der Finanzkrise für eine unerwartete Begegnung und nimmt dabei offen Partei für die weibliche Figur, die letztendlich ihr "Stück vom Kuchen" kriegt. Mit Recht, wenn auch nicht in Übereinstimmung mit dem geltenden Recht!

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Rochus Wolff: freier Journalist

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5.5Geht so

Schon in den ersten Bildern noch des Vorspanns stellt er konkretes und abstraktes Wirtschaften einander gegenüber: Hier stehen arbeitslose Arbeiter vor einer Fabrik, Kräne wirbeln Container herum, dort flirren bunt Kurven und Zahlenreihen über einen Bildschirm, und es werden Knöpfe gedrückt; und während sich dort Menschen im Anzug Zahlen zurufen, wird hier ein Geburtstagskuchen geteilt.

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alviesinger: bummelkino

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7.5Sehenswert

Cédric Klapischs Dramödie beginnt als nette sozialkritische Putze-„Pretty Woman“-Variante. Der Filmemacher thematisiert die Massenentlassungen der hilflosen Armen und Gewinnmaximierungen der rücksichtslosen Reichen. Die Holzhammervergleiche und Stilmittel (Regionalbahn mit Gegenschnitt auf Privatjet) stoßen einem dabei aber nicht übel auf. Denn „Mein Stück vom Kuchen“ bietet einen zwar berechenbaren aber durchaus unterhaltsamen Verlauf. Und die beiden Hauptdarsteller Karin Viard und Gilles Lellouche helfen dem Film über seine plakative Herangehensweise hinweg. Mit der Zeit treibt Klapisch seine Geschichte gen Spitze. Ist das noch glaubwürdig, fragt man sich des Öfteren. Wahrscheinlich. Ist das blauäugig? Keineswegs. Das Geschehen ist aufgrund der Verbitterung und Verzweiflung und bezogen auf die überraschende und in dieser Form nicht erwartbare finale Eskalation mutig. „Mein Stück vom Kuchen“ ist dank seinem starken Ende ein ehrlicher wenn auch überaus düsterer Weckruf.

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Kommentar — Film: Mein Stück vom Kuchen


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bordelaise

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Bewertung7.0Sehenswert

Sehenswerte Komödie! Lustige Momente, hervorragende Putzfrau-Karin Viard und unerträglicher/sympatischer Börse Makler Gilles Lellouche. Klapisch mag seinen Film als "anti Pretty Woman beschreiben", und es passt meiner Meinung nach gut zu dem Film. Eine Komödie über eine Begegnung von zwei Charactern, die in parallelen Universen lebten, doch keine leichte Romanze. Der soziale Hintergrund ist natürlich die Grundlage der Komödie, aber die Kritik ist dadurch umso mehr bitter und effizient. Ein moderner Stück à la Molière, burlesk und scharf.

(Und ich dürfte nach dem Film Cédric Klapisch interviewen, einen total netten Mensch, was seinem Talent als Filmemacher nicht schadet :))

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