Midnight in Paris - Kritik

Midnight in Paris

ES/US · 2011 · Laufzeit 94 Minuten · FSK 0 · Fantasyfilm, Komödie · Kinostart
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    Woody Allen lebt das "Golden-Age-Syndrom" in 90 Minuten humorvoller Leichtigkeit voll und ganz aus, setzt Owen Wilson tatsächlich mal gut in Szene und zerpflückt nebenbei noch eine unglückliche Fast-Ehe und findet, begleitet einmal mehr von einer harmonischen Musikbegleitung, vielleicht sogar die wahre Liebe in Paris, dieser schönen Stadt.
    Gute Unterhaltung mit schrulligen Allen-Dialogen, man benötigt aber schon eine bessere kunsthistorische Allgemeinbildung als meine Wenigkeit, um alle Hommagen und Pointen wirklich genießen zu können.

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    • 8 .5

      Als bekennender Frankophilist hatte mich der Film schon beim Titel gepackt. Einfach nur eine wunderbare Reise durch das Paris der Gegenwart und der 20er Jahre und sogar einen Abstecher in die Belle Epoche in die uns Woody Allen hier entführt. Mit den gut aufspielenden Owen Wilson und Marion Cotillard. Und dann noch die Seydoux und Madame Bruni in Nebenrollen, ach.

      Gleichzeitig blutet mir bei seinem Sehen das Herz, seit diesem année désastreux 2015. Da wird mir einmal mehr bewusst, was für komfortablen, friedlichen Verhältnissen wird uns doch haben glücklich schätzen dürfen, wenn wir uns solcher unbeschwerten Filme hingeben konnten. Eines ist sowas von klar, es lohnt sich für die Rückgewinnung solcher Verhältnisse zu kämpfen, nicht nur in Paris sondern auch in Bagdad und anderswo. Und die Geschichte hat uns gelehrt, es ist möglich. Ansonsten hätten wir unseren Erben doch nur Trostlosigkeit zu hinterlassen.

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      • 4 .5

        Das Beste aus diesem Jahresprodukt von Woody Allen ist der Score. (u.a. Sidney Bechet, die Bacarole oder der Cancan u.v.a.m.) Von der Idee her lehnt er sich ein bisschen an seine ‘Purple Rose‘ an. Hier ist es allerdings etwas langweiliger. Eine Promiriege tritt auf, wenn Gil (Owen Wilson) in seiner Fantasie in die Belle Epoque oder die Golden Twenties abtaucht. (Kathy Bates, Adrien Brody, Carla Bruni! u.v.a.) Die Zuschauer freuen sich immer wieder, wenn sie bekannte Namen entdecken: z.B. Picasso, Braque, T.S. Eliot, Man Ray, Bunuel oder Dali etc. etc. Da entsteht so eine Klassenatmosphäre im Stil von ‘Herr Lehrer, ich weiß was!‘ Offenbar für die Amerikaner lauter Aha Erlebnisse (Drum der Oscar!). Für Europäer ist das was fürs gute alte Bildungsbürgertum. Gewonnen hat der, der die meisten Vertreter aus Kunst und Literatur zuerst erkannt hat. Leider haben uns die Kunstgrößen so gut wie nichts zu sagen. Sie sind einfach nur da. Schade!
        Die Sightseeing Tour für Touristen besucht natürlich auch nur die Orte, die jeder kennt.
        Erst ganz am Schluss, als sich Gils Fantasie-Ausflüge und die Realität mit Frau und Schwiegereltern begegnen, wird es etwas lebhafter. Es kommt sogar so etwas wie echte Handlung auf. Seine Frau Inez (Rachel McAdams) hatte wirklich etwas mit Freund Paul (Michael Sheen), als Gil sie nächtelang wegen seiner nostalgischen Streifzüge allein gelassen hatte. Folglich bleibt er auch in Paris und in echter Woody Allen Manier findet er unverzüglich Trost bei der Plattenverkäuferin Gabrielle (Léa Seydoux).
        Hommage hin oder her, an sich selbst oder an die Vertreter der Kunst. Das Poster enthält wiederum eine Huldigung an van Goghs ‚Starry Night! Hier bedeutet offenbar Hommage, dass man weiß, dass da etwas ist. Für mich eine‘ Hommage vide‘. K.V.

        • 7 .5

          Woody Allen hat schon ne komische Art Geschichten zu erzählen. Hier ist ihm das allerdings ganz gut gelungen. "Midnight in Paris" ist eine gelungene Romantikkomödie der etwas anderen Art. Man merkt ihm die Liebe zu Paris an, allerdings finde ich es etwas übertrieben: Dieses ständige "Ach, Paris ist die Stadt der Liebe" kann ich einfach nicht nachempfinden. Paris ist eine schöne Stadt, aber es ist da immer voll, die Franzosen sind da meist ziemlich unfreundlich (weil sie kein englisch sprechen wollen, sondern nur französisch) und auch das Essen ist unheimlich teuer. Okay, aber das ist nur meine Meinung zu Paris und die bezieht sich natürlich nicht nur auf diesen Film, sondern im Grunde auf jeden wo Paris als Stadt der Liebe verkauft wird.
          Aber zurück zum Film: Im Grunde ist er schon lieb gemacht und bittet lustige wie herzerwärmende Momente. Auch das der Film mehr aus vielen Dialogen und Zitaten von Künstlern bestand hat mich diesmal kaum gestört. Owen Wilson spielt hier mal keinen Vollidioten sondern einen charmanten, wenn auch etwas zu braven erfolglosen Schriftsteller, Rachel McAdams hingegen eine super zickige Spießerin, hier passte daher auch die nervige Synchronstimme von Ranja Bonalana ganz gut (aber bitte gebt ihr wieder eine vernünftige Stimme, ansonsten mag ich nämlich McAdams und die Stimme von Bonalana ist echt nicht zu ertragen) und Peter Russo-Darsteller Corey Stoll aus "House of Cards" habe ich mit Bart und Haaren kaum wieder erkannt. Doch kommen wir nun zu dem Highlight und den für mich natürlich auch einzigen Grund warum ich mir den Film überhaupt angesehen habe nämlich (wie könnte es anders sein) Marion Cotillard!!! Ach, die Frau ist nicht von dieser Welt! Allein immer wenn sie ins Bild kam, ließ sie die anderen Schauspieler wie Statisten wirken, sie versprüht immer so eine anziehende Aura, der ich mir einfach nicht entziehen kann. Sorry, aber gegen Cotillard kommen selbst McAdams und Seydoux nicht an. Keine ist so brillant wie sie.
          Das Ende gefiel mir dann leider nicht so ganz, aber es hat mich überzeugt.
          Vive la Cotillard!!

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            RoboMaus 04.02.2016, 07:22 Geändert 04.02.2016, 08:27

            Sunnyboy Owen Wilson unter der Regie von Woody Allen - kann das gutgehen?
            Und wie!
            Wilson kannte ich bisher mehr schlecht als recht von Klamauk-Filmen, doch nie so überzeugend wie hier. Er ist wohl der Profiteur dieser Beziehung.

            Allens Timeshift-Komödie 'Midnight in Paris' hat vor allem viel Charme. Sie ist auch wohltuend frei von den neurotischen Loser-Geschichten, die viele seiner anderen Filme durchziehen. Wilson ist ein amerikanischer Schriftsteller in Paris, der von seinen grossen Idolen träumt. Er bekommt heraus, dass an einer bestimmten Strassenecke immer um Mitternacht eine zwanziger Jahre-Limousine hält. Indem er einsteigt, kommt er im Paris dieser Zeit an und trifft seine Vorbilder in den Bars und Cafés - bis zum Morgen: dann steht er wieder im Jahr 2010.

            Die Charaktere der Schriftsteller und Maler sind alle interessant und glaubhaft, sofern man sie kennt oder zu kennen glaubt. Sehr gut auch Adrien Brody als Dalí - da hätte Allen optisch keinen Besseren nehmen können. Die Surrealisten halten es übrigens für völlig normal, dass Wilson aus der Zukunft kommt :D

            Eine starke Hommage an die Kunst und das Paris jener Zeit - ich muss unbedingt herausbekommen, wo diese Strassenecke ist....... ;-)

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            • 8

              Fürchtest du dich vor dem Tod?
              Hast du dich jemals mit einer grandiosen Frau geliebt?
              Wenn ihr euch liebt........verspürst du eine wahre und wunderschöne Leidenschaft und zumindest für diesen Augenblick verlierst du die Furcht vor dem Tod?
              Ich glaube, dass eine Liebe, die wahr und rein ist, einem eine Atempause vom Tod verschafft. Alle Feigheit rührt vom nicht lieben oder vom nicht gut lieben!

              Paris im Regen!
              Jede noch so hässliche Stadt ist schöner im Regen.
              Alles ist schöner im Regen!
              Ein Glück das ich in Hamburg wohne.
              Es regnet hier fast permanent.
              Und ich liebe es ♥

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              • 9
                Sandsturm 03.02.2016, 21:58 Geändert 03.02.2016, 21:59

                Gerade gesehen und danach erst hier festgestellt, dass es ein Woody Allen-Film ist.
                D.h. ich hatte die Titelsequenzen im Vor- und Nachspann nicht gelesen.

                Der Film ist wundervoll, romantisch, gefühlvoll, witzig, humorvoll … Was habe ich über den zeitversetzten Privatdetektiv gelacht. Und mal ein richtig schönes, nicht-kitschiges Happy End.

                War das ein Spoiler? Ich denk nicht.

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                • 7

                  Woody Allens träumerisches Paris-Märchen bezaubert durch die betörenden Bilder und die allgemein wunderschöne Fotografie. Die Dialoge sind Allen-typisch, die FIguren erst recht. Dieses Zeitreise-Märchen spielt nur vordergründig auf der üblichen Beziehungsklaviatur, hintergründig geht es um nostalgische Sehnsüchte, "Früher war alles besser" und nebenbei auch noch um die Schönheit von Kunst und Schriftstellerei - wenngleich letzteres hier mit einem Augenzwinkern ironisiert wird.
                  Das langsame Erzähltempo benötigt bei dem ein oder anderen Interessenten zu Beginn Geduld, aber Durchhalten lohnt sich.

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                  • 4
                    LAK 21.01.2016, 22:18 Geändert 21.01.2016, 22:23

                    Lieber Mr Allen, das können Sie doch besser. Es ist ja noch nicht mal jemand gestorben. Was haben Sie sich bei dieser absurden Geschichte nur gedacht?

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                      lea seydoux ist einfach umwerfend in ihrer rolle. das wars dann auch schon. leider schafft wilson den umschwung vom albernen herzensbrecher zum ernstzunehmenden charakterdarsteller in meinen augen nicht. kollege mcconaughey liegt da ohne frage tausendmal weiter vorn.
                      erneut habe ich gemerkt, dass ich w. allens stil ungllaublich grässlich finde.

                      auch cotillard hat mich traurigerweise diesmal mit dem schrecklich gekünstelten akzent abgesschreckt, obwohl ich sie sonst so gern sehe.
                      mcadams nervt wie immer ins unermessliche.

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                        Owen Wilson lässt das Blödeln hier mal sein und macht seine Sache gut. Woody Allen lässt hier wieder ein großartiges Ensemble auf den Zuschauer los.

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                          Konventionelle RomCom mit der üblichen Allenschen Identitässuche. Plätschert vergnüglich und harmlos vor sich hin und wird durch Reisen in die Vergangenheit und das Auftauchen legendärer Künstler und Literaten etwas aufgepeppt.

                          2 Extrapunkte für die umwerfende Hauptdarstellerin - Paris.

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                            Dies ist ein Wichtelkommentar im Rahmen der User-Wichtel-Aktion-2015 für (VINCENTVEGA). Genießt den zweiten Advent!

                            ------Zweiter Advent------

                            Aufblende. Man sieht Aufnahmen von Paris, Eindrücke untermalt mit ruhiger Jazz-Musik. Wenige Augenblicke genügen und man wird sich bewusst, dass dies unverkennbar ein Film von Woody Allen ist. Eine der ganz großen Persönlichkeiten des amerikanischen Kinos, so etwas wie eine feste Konstante im Kinojahr. Seit knapp 50 Jahren beschenkt er uns mit seinen Filmen, jedes Jahr aufs Neue. Es gibt nur wenig Regisseure, die auf eine so umfangreiche Filmografie zurückblicken können und es gibt noch viel weniger Regisseure, die eine solche Kontinuität in Sachen Qualität besitzen. Fast schon einmalig, denn auch wenn nicht jeder Film von ihm ein Meisterwerk ist, so ist er doch zumindest sehenswert. Vergangene Woche wurde der Meister 80, ein beachtliches Alter und doch können wir uns darauf verlassen, dass auch nächstes Jahr ein Film von ihm in die Kinos kommen wird. Woody Allen, der vielleicht letzte Poet Hollywoods.

                            „Midnight in Paris“ ist eine Liebeserklärung. Nicht nur an Paris, die Stadt der Liebe, sondern auch an die Künstler längst vergangener Tage. Doch Woody Allens Paris ist nicht einfach nur eine Stadt, sein Paris lebt und atmet. Was er uns zeigt ist keine neutrale Aufnahme, sondern eine personalisierte und romantisierte Darstellung. Paris, nicht so wie es ist, sondern so wie man es sich vorstellt, so wie Träumer, Romantiker und Künstler die Stadt sehen. Eben so wie Allen selbst sie sieht. Die Straßen dieser Stadt werden von Gil (herrlich unaufgeregt: Owen Wilson) durchwandert, er ist Autor, Träumer, Nostalgiker und fest davon überzeugt zur falschen Zeit zu leben. Paris in den 20iger Jahren, das war für ihn die goldene Ära und wir wären nicht im Kino, wenn er diese Reise nicht zugleich antreten würde. Es ist Mitternacht, Gil steigt in einen Wagen und kurz darauf befindet er sich in ebenjener Zeit. Zahlreiche Nächte kann er so mit seinen Vorbildern aus der Vergangenheit erleben, Inspiration und Lebensfreude zieht er gleichermaßen aus diesen Treffen. Einmalig ist dabei auch wie geschickt Allen durch die Zeit springt. Fast schon nebensächlich flechtet er dieses Element in die Handlung, und das obwohl es das entscheidende Bindeglied zwischen den Handlungsorten oder besser gesagt Handlungszeiten des Films ist. Allen macht die Zeitreise zu etwas Magischem, das man aber trotzdem zu keiner Sekunde anzweifelt. Hier muss nichts erklärt werden, es ist schlichtweg da.

                            „Midnight in Paris“ lebt von seinen Figuren. Egal ob Pablo Picasso, Ernest Hemingway oder Luis Bunuel, Gil trifft sie alle und der Film präsentiert uns diese Begegnungen auf eine unnachahmliche Art. So sind alle Charaktere herrlich überzeichnet, wir lernen sie als verträumte Poeten, eigensinnige Künstler und selbstverliebte Wichtigtuer kennen. Hier ein Glas Champagner mit Scott und Zelda Fitzgerald, dort ein Schnaps mit Salvador Dali. Das alles zeigt uns Allen mit Hilfe von atmosphärischen Bildern und feingeschliffenen Dialogen, als Gesamtpaket wirkt der Film dabei unglaublich stimmig. Die einzelnen Elemente greifen perfekt ineinander und erzeugen dadurch ein enorm leichtfüßiges und kurzweiliges Filmerlebnis. Die Erkenntnis, die Gil gegen Ende des Films gewinnt ist zwar nicht sonderlich tiefgründig, dafür jedoch umso universell verständlicher. Schließlich waren wir alle schon einmal in Situationen in denen wir dachten früher war alles besser, bis wir schließlich den nostalgisch verklärten Blick ablegten und erkannten, dass dieser Gedanke nur eine Illusion ist. Wenn Gil letztendlich mit der Vergangenheit abschließt spannt das einen geschickten Bogen zum Beginn des Films und funktioniert dadurch optimal als versöhnlicher Abschluss. In erster Linie ist „Midnight in Paris“ aber ein Film den man erleben muss, ein Film zum Träumen und Mitfühlen. Durch seine unnachahmliche Art und Weise nimmt uns Allen mit auf eine magische Zeitreise, angefüllt mit purer Lebensfreude. Schlichtweg ein Film zum Wohlfühlen.

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                              Wenigstens der beste Woody der letzten 15 Jahre

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                                rennmaus 04.12.2015, 15:39 Geändert 04.12.2015, 15:41

                                In magischen Bildern erzählt uns Allen eine wunderbare Liebesgeschichte die sich über ein Jahrhundert dehnt. Mit einem famosen Cast, einem herausragenden Hauptdarsteller und viel Liebe zum Detail schafft man es nicht nur Kunstfans zu überzeugen,sondern auch die meisten anderen, die Zeitreisethematik wurde vlt. nicht allerbestens aufgerollt, das kann man aber bei diesem Feeling (und es ist ein verdammt (?) gutes) locker verzeihen. Eine wunderbare Stadt :( ... wird in atemberaubend schönen Bildern aufgezeigt.
                                Die Verlobungs/ehethematik läuft nahezu parallel zur anderen Zeitreise&Co ..
                                was absolut großartig verbunden wurde. Ein Film der einfach wunderschön ist und wohl einer der stärksten Allen Film. Angucken, Champagner öffnen und die wunderbaren 90 Minuten geniessen. Meisterlich.

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                                • 7 .5
                                  audioservant 11.10.2015, 21:49 Geändert 11.10.2015, 22:26

                                  Wunderbar leichtfüßige Unterhaltung mit ein paar herrlichen Insidern für Kunst- und Literaturfans.

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                                  • 6

                                    Woody Allens "Midnight in Paris" ist eine schöne Hommage an Paris. An das aktuelle und an das alte das sich die Hauptfigur Gil, übrigens erfrischend mal Owen Wilson mal nicht als Klamauk, so schön erträumt.
                                    Ansonsten ist "Midnight in Paris" auch ein typischer Woody Allen Film. Viel Gerede und Geplänkel um scheinbare Belanglosigkeiten und Geplänkel zw. Paaren und deren Anhang. Ich kann verstehen das dies nicht jedem gefällt. Weiß auch nicht genau warum mich das anspricht. Aber Allen trifft für mich fast immer den richtigen Ton bei sowas.

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                                    • ?

                                      Gähn. Mehr als 25min konnte ich mir trotz Besetzung nicht antun...

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                                        RolfMuller 07.09.2015, 12:07 Geändert 07.09.2015, 13:19

                                        Du sehnst dich nach einer anderen Zeit. Nach einem anderen Leben. Nach einer anderen Frau. Du gehst spazieren. Ein Auto hält und du wirst mitgenommen in diese andere Zeit.

                                        Eine so einfach aber irre Idee, die auch für einen selbst ungemein reizvoll ist. Ich hatte anfangs so meine Bedenken, denn nun ja es ist nun mal ein Woody Allen Filmchen. Doch diese Bedenken waren unnötig. Denn „Midnight in Paris“ (nicht zu verwechseln mit „One Night in Paris“ ;)) ist ein richtig charmantes, kleines, sympathisches Schmuckstück geworden.

                                        Owen Wilson agiert hier als semi-erfolgreicher Schriftsteller und lässt sich vorallem von seiner Frau mal so richtig unterbuttern. Er sehnt sich nach Paris im Jahre 1920, weil er darüber schreiben will, die Epoche aber auch ungemein spannend findet. Und eines Tages spaziert er nachts durch Paris und Punkt 0 Uhr hält ein Auto und fährt ihn genau dahin. Dort trifft er viele Künstler und bedeutende Personen der Geschichte.

                                        Owen Wilson bringt den sympathischen Verlierer prima rüber. Und bis in die Nebenrollen ist das Schmuckstück prima besetzt, köstich z.B. Brody als Dali. Woodys Stempel darf natürlich nicht fehlen, so gefällt der Film vorallem auch durch seinen Wortwitz. Doch die stärksten Momente hat der Film im Paris der 1920-er Jahre. Als würde man selbst mit Owen Wilson in den Oldtimer steigen und dahin fahren. Das ist einfach schön inszeniert und locker-flockig vorgetragen.

                                        Für mich ist der Film eine kleine Überraschung, die einen schon ein wenig das Herz erwärmt und einen mit einem Schmunzeln auf den Lippen zurücklässt.

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                                        • 8

                                          Owen Wilson als Möchtegernschriftsteller, den es ins Paris der 20er Jahre verschlägt, wo er Hemingway, Fitzgerald, Picasso usw. trifft. Wunderbare Parabel über das nagende Gefühl, früher sei alles besser gewesen. [Barbara Schweizerhof]

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                                          • 6 .5

                                            Adrian Brody als Salvador Dalí einfach perfekt!

                                            • 2 .5

                                              RomCom Ammi Dreck, dessen Hauptdarsteller ich absolut nicht leiden kann. Außerdem ein schönes Beispiel für die Moralkeule, die man in allen Hollywoodproduktionen zu spüren bekommt: der Gute macht nie etwas falsches. Deswegen verliebt sich Wilson nur in eine Andere, weil seine Verlobte eh eine garstige Klischeebitch ist, die fremdvögelt. Oh du schöne schwarze/weiße Welt...

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                                              • 8 .5

                                                Sehr schöner Film von Woody Allen über einen etwas verklärten Autor, der sich in der falschen Zeit geboren fühlt und vom Paris der 1920er träumt. Bei einem Urlaub in Paris taucht er bei seinen Mitternachtsspaziergängen in ebendiese Ära ein und verbringt Zeit mit verschiedenen Größen der damaligen Kunst- & Literaturszene.
                                                Der Film hat eine tolle Bildsprache, ist einfach in jeder Einstellung ein Augenschmaus und mit seinen ca 90 Minuten Laufzeit auch nie zu lang. Der feine Humor und die karikierten amerikanischen Touristen tun dem Film im Vergleich zu seinen avantgardistischen Persönlichkeiten als Abgrenzung gut, auch wenn sie teilweise etwas zu überzeichnet erscheinen.
                                                Owen Wilson zeigt in dem Film ungeahnte Seiten und auch der Supportcast macht seine Sache äußerst gut. Dass sich Owen Wilsons Charakter in Marion Cotillard verliebt, kann man ihm wirklich nicht verdenken.

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                                                  "Nostalgie ist Verdrängung"

                                                  Ich mag Woody Allen, sehr sogar. Der charmante Mann mit der schwarzen Hornbrille, den eigentlich jeder, egal ob man sich nun für Filme interessiert oder eben nicht, kennt, hat mit MIDNIGHT IN PARIS erneut einen kleinen, wunderbar kurzweiligen Geniestreich geschaffen. Was ich an Woody Allen so sehr schätze, ist sein Engagement, seine unstillbare Leidenschaft für den Film. Seit Jahrzehnten ist er in der Filmbranche tätig und erfreut die Massen mit seinem unverkennbaren Stil immer wieder.

                                                  MIDNIGHT IN PARIS ist von Seiten Woody Allens eine wunderschöne Liebeserklärung an das alte Paris, an die faszinierende Stadt an der Seine. Allen schafft es mit Bravour zu verdeutlichen, warum Paris für so viele bedeutende Künstler und Schriftsteller eine große Quelle der Inspiration gewesen sein muss bzw. immer noch ist. Zugegeben, man braucht ein kleines bisschen Fantasie, um sich voll und ganz in der Geschichte des Filmes verlieren zu können und richtig warm zu werden, doch wenn man sich drauf einlässt und die filmische Ader von Woody Allen sowieso gern hat, dann fühlt man sich als Zuschauer in MIDNIGHT IN PARIS sehr schnell Pudelwohl, ja gar geborgen.

                                                  Die kreative sowie in ihrer erzählerischen Umsetzung gleichermaßen betörende Geschichte um den Amerikaner Gil, welcher sich endlich an seinem ersten Roman versuchen möchte und von allen Seiten missverständen wird, einschließlich seiner Frau, zieht einen schnell in seinen Bann. Woody Allen lässt seinen Film nie im Kitsch abtriften, nein, er benutzt den Kitsch gekonnt , um eine verspielte sowie warme Geschichte zu erzählen. Wenn sich Gil alias Owen Wilson immer um Mitternacht in einer Art Zeitreise wiederfindet, die ihn in die 1920er Jahre des alten Paris katapultieren und auf allerlei berühmte Persönlichkeiten treffen lassen, welche die Kunst und das Schreiben ebenso lieben wie Gil und es, wie wir alle wissen, maßgeblich beeinflusst haben , dann wurde das von Allen wirklich wunderbar atmosphärisch und nostalgisch zugleich inszeniert.
                                                  Begleitet wird dies alles durch ein wieder einmal großartiges Drehbuch von Woody Allen, für das er in meinen Augen vollkommen verdient einen Oscar gewinnen konnte! Für mich zählt dieser Mann zu den größten Drehbuchautoren aller Zeiten. Seinen wohltuenden und stets perfekt aufeinander abgestimmten Zeilen möchte man am liebsten Stundenlang lauschen, da sie wirklich in der Seele gut tun.
                                                  Owen Wilson, den ich sowieso für maßlos unterschätzt halte ( er spielt einfach viel zu oft in den falschen Filmen die falschen Rollen ) , zeigt hier, dass man ihn definitiv ernst nehmen und als guten Schauspieler emanzipieren kann. Mit Sicherheit eine seiner besten Leistungen! Allgemein ist der Cast, wie fast immer bei Woody Allen, wirklich gut ( Rachel McAdams, Marion Cotillard, Adrien Brody, Lea Seydoux, Kathy Bathes und viele mehr... ).

                                                  Die größte Stärke von MIDNIGHT IN PARIS ist aber meiner Meinung nach die absolut fantastische Atmosphäre! Die Bilder von Paris, mit denen Allen sein Werk einleitet, sind beispielsweise wunderschön anzusehen und werden von einem ebenso stimmigen wie passenden Soundtrack untermalt, sodass man verdammt viel Lust auf einen Trip nach Frankreich bekommt! Im Ernst, hier werden , vor allem während Gil's "Zeitreisen" , wirklich beeindruckende Bilder auf den Bildschirm gezaubert. Ich fühlte mich, nachdem ich vor kurzem mit meiner Freundin in Paris war, in meiner Meinung, dass ebenjene Stadt eine der Schönsten überhaupt ist, nur wieder bestätigt...

                                                  MIDNIGHT IN PARIS ist ein Film, den man sich mit Sicherheit immer und immer wieder ansehen kann, ohne das er seine fast schon magische Wirkung verliert oder gar an Unterhaltungswert einbüßen muss. Woody Allen ist ein in allen Belangen wunderbar atmosphärischer, toll gespielter sowie erzählter und unglaublich wohltuender Film geglückt.
                                                  Eine berauschende Liebeserklärung an die "Stadt der Liebe"!

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                                                    c_lerman 29.04.2015, 22:19 Geändert 14.05.2015, 13:42

                                                    Ein wunderschöner Film mit perfekter Länge, einer traumhaften Kulisse und einer wirklich tollen Story!
                                                    Diesen Film habe ich geschaut, ohne davor auch nur die leiseste Ahnung davon zu haben, was mich erwartet. Ich hatte also keine hohen Ansprüche, aber selbst wenn ich diese gehabt hätte, wäre ich wahrscheinlich auch nicht enttäuscht worden. Die Idee, der Gegenwart zu entfliehen, find ich fantastisch und wie diese umgesetzt worden ist erst recht :) Die Figuren mit ihren Dialogen, die Musik, das Zeitalter, so vieles was mir gefallen hat, da muss ich erst noch ein paar Stunden verstreichen lassen, bevor mir etwas einfällt, dass ich nicht so toll fand.
                                                    Mein 2. von Woody Allen bis jetzt. Blue Jasemine fande ich auch gut! Habe gehört, dass nur alle paar Jahre ein guter Film von ihm kommt. Habt ihr Empfehlungen? Würde mich sehr freuen :)

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