Midnight in Paris - Kritik

Midnight in Paris

ES/US · 2011 · Laufzeit 94 Minuten · FSK 0 · Fantasyfilm, Komödie · Kinostart
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    Früher war alles besser.
    Wirklich? Und wenn ja, welches früher? Wann würde man gerne leben?
    Mit diesen Fragen beschäftigt sich Woody Allen in dieser märchenhaften Geschichte. Ein amerikanischer Schriftsteller, der an der Vergangenheit hängt, unternimmt in Paris eine magische Reise durch die Epochen.
    Der Film ist wunderbar besetzt, bis in die kleinsten Nebenrollen und zeigt die Stadt der Liebe von den schönsten Seiten.

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    • 9

      [...] Gut Ding will Weile haben, und in dem Wissen, dass es sich bei "Midnight in Paris" wahrscheinlich um einen der besten Filme von Woody Allen der letzten paar Jahre handeln dürfte, hat es entsprechend lange gedauert, bis ich mich zu einer Sichtung habe durchringen können. Und tatsächlich sollte ich mit meiner Annahme Recht behalten, denn egal ob es sich um eine leichtfüßige Komödie oder um ein eher philosophisch-zynisches Werk des Altmeisters handelt, hat er doch schon immer Filme für und über Träumer gedreht und treibt diesen Umstand nun hier quasi auf die Spitze, derweil mir Owen Wilson lange schon nicht mehr so gut gefallen hat wie hier in seiner Rolle als entwaffnend naiver Schreiberling, der mir nichts dir nichts in das Paris der 20er-Jahre versetzt wird und abgesehen von einer kurzen, anfänglichen Irritation dran nichts merkwürdiges findet und Nacht um Nacht in die Goldenen Zwanziger zurückkehrt und sich dort mit Schriftstellergrößen Wie Fitzgerald und Hemingway und Künstlern wie Picasso oder auch Salvador Dali dem einstigen Nachtleben widmet, später gar sein Manuskript der Kulturkritikerin Gertrude Stein zuspielt, wodurch das Leben im Hier und Jetzt mit seiner bärbeißigen Verlobten Inez mehr und mehr ins Hintertreffen gerät. [...]

      • 3

        Hat mich relativ kaltgelassen und ich hab nach 30 Minuten ausgeschaltet. Eventuell geb ich dem demnächst mal wieder ne Chance.

        • 6

          Woody Allens märchenhafte Liebeserklärung an Paris, inklusive Postkartenmotive, die einen gleich schon wieder an die 5 eigenen Besuche in dieser wunderbaren Stadt erinnern.

          Allen spielt in MIDNIGHT IN PARIS mit einem (für ihn) eher ungewohnten Zeitreise Thema, und macht den Film daher zu einem wahren Nostalgie Trip und Culture-Clash der etwas anderen Art. Sehr warmherzig und mit einem wunderbar träumerischen Owen Wilson und einer anbetungswürdigen Marion Cotillard bekommt man hier schmerzfreie Unterhaltung für 90 Minuten.

          Faszinierend finde ich eher, dass MIDNIGHT bei etlichen meiner geschätzen Buddies so gut weg kommt. Die Begeisterung kann ich leider nicht teilen, für einen Verriss ist Allens Film aber einfach zu … nett.

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          • 9

            Gil (Owen Wilson) ist ein Träumer! Er träumt davon endlich aus der Hollywood Maschinerie auszubrechen, die Drehbücher hinter sich zu lassen, und ein "echtes" Buch zu schreiben. Er träumt aber auch davon wie toll doch das Paris der Vergangenheit gewesen sein muss, oder er träumt davon dass seine Ehe so perfekt wird wie man sich eine Ehe eben vorstellt. Der Film spricht mitten aus seinem Leben, und die Figuren geben sich stellenweise einem herrlichen Kammerspiel hin. Es ist einer dieser Filme, die einem einfach ein gutes Gefühl geben ohne dass wirklich viel positives geschieht.

            Und auf einmal passiert etwas magisches.....das kann man wirklich so stehen lassen. Gil findet eine andere Welt, eine von der er bisher nur geträumt hat. Ist es real oder doch nur seine Einbildung? Auf jeden Fall ist es herrlich zu sehen wie selbstverständlich er sich dieser "Magie" hingiebt und als Chance für sich selber sieht. Er folgt sozsuagen dem weissen Hasen und kann endlich aus dem Trott der Gegenwart ausbrechen.

            Leider fehlte mir bei den Dialogen oft der gewisse Woody Allen Faktor, das leicht zynische bei kleinen Problemen.
            Aber das ist meckern auf hohem Niveau, denn selten gibt es solche Filme welche nicht nur dem Hauptdarsteller, sondern auch dem Zuschauer eine gewisse Magie vermitteln lassen.

            Es ist eine Love Story, sie handelt von der Liebe zu Paris, der Liebe zum Schreiben und der Liebe an die Vergangenheit, aber auch an die Gegenwart. Zum Glück nicht zu weichgespült und über die gesamte Laufzeit sehr unterhaltsam.
            Dabei schwebt immer ein wenig Nostalgie über dem Film, welche aber niemals plakativ wirkt, sondern der Hoffnung genug Platz lässt um freudvoll in die Zukunft zu schauen.

            Ein Film zum wohlfühlen der - am richtigen Tag geschaut - fast perfekt ist.

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            • 6

              Eine unterhaltsame Zeitreise in die Roaring Twenties mit schönen Aufnahmen vom magischen Paris. Interessant, die großen Künstler dieser Zeit zum Leben erweckt zu sehen. Der Drehbuchautor Gil möchte selbst Kunst schaffen und gelangt in den Pariser Nächten kurzerhand in die Zeit, die ihn am meisten inspiriert. Dadurch entfernt er sich immer mehr von seiner weniger träumerischen Verlobten Inez. Mit der Zeit stellt er jedoch fest, dass nicht nur er, sondern auch die Persönlichkeiten aus der Vergangenheit sich in bereits vergangene Epochen Wünschen und er merkt, dass das eigentlich Erstrebenswerte das Leben im Hier und Jetzt ist. Die Bilder sind schön, die Gespräche mit den großen Künstlern und Schriftstellern interessant, aber so richtig hat mich das ganze dann doch nicht fesseln können, die Geschichte in der Gegenwart mit ihren Charakteren ist relativ uninteressant und irgendwie überflüssig. Alles in allem aber ein ganz schöner stimmiger Film.

              • 6 .5
                Shawnee 14.09.2016, 19:02 Geändert 23.09.2016, 00:01

                Woody Allens Liebeserklärung an das wunderbare Paris der Neuzeit und auch der Prunkzeit der 20er Jahre.

                Leider kam MIDNIGHT IN PARIS nicht so richtig bei mir an. Zwar mochte ich den Flair und auch die Darsteller sehr, aber gerade nach etwa einer Stunde Laufzeit hat sich der Film so ins Märchenhafte verschoben, dass auch ich mit meinen Gedanken abzudriften drohte und zu überlegen begann, was mir an jenem Tag eigentlich so passierte. Irgendwann fiel mir dann mein Französisch-Kurs in der Oberstufe samt dem absolut frankophilen Mädels ein, von denen ich keine war und von da an hieß es dann nur noch "Bonjour tristesse!" oder auch "Willkommen in der Realität!". Ab da war ich nicht mehr in Woody Allens Paris zuhause.

                Nun ja, schade, denn Paris ist immer eine Reise wert, heißt es, doch wenn ich es in dem vom "Stadtneurotiker" nicht mal 60 Minuten aushalte, frage ich mich, welchen Eindruck die Stadt an der Seine wohl im Hier und Jetzt auf mich machen würde.

                Schlussendlich ist der Film visuell schön gemacht. Die Darsteller wunderbar wechselhaft und fantastique, vor allem Adrien Brody als Dali; sodass ich mich nicht weiter beklagen möchte. Die Musik ist verträumt, Paris ist malerisch und der Stil von Woody klar erkennbar, wenn auch arg weichgespült. Vielleicht ist es auch einfach nur das Fehlen von politisch unkorrekten Witzen und einer temporeicheren Handlung, das mich einfach nicht von diesem Film schwärmen lassen sollte, so wie es bei SCOOP oder WHATEVER WORKS nach wie vor der Fall ist.

                • 6 .5

                  Beginnt toll und wird dann zunehmend kurios. Für meinen Geschmack etwas zu kurios.... Werde mir jetzt aber mit Sicherheit mal weitere Woody Allen Filme zu Gemüte führen.

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                  • 9
                    FrancoBollo 10.09.2016, 21:39 Geändert 10.09.2016, 21:50

                    Gute Geschichte, sehr schöne Bilder von Paris. Von Woody Allen hätte ich diesen Film nicht erwartet. Nach dem Stadtneurotiker war er ein rotes Tuch für mich. Es wird der Sinn des Lebens hinterfragt. Natürlich wird die Vergangenheit schöner dargestellt als sie war, aber es ist ja erlaubt zu träumen und dieser Film ist ein wirklich schöner Traum.

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                      Marty_NB 21.08.2016, 16:46 Geändert 21.08.2016, 16:47

                      Ja, ich muss es zugeben, ich liebe diesen Film. Vllt. wegen seiner Atmosphäre, vllt. wegen seiner Leichtigkeit, ich weis es gar nicht genau, aber der Film schafft es, meine Stimmung sofort zu verbessern.
                      Ich finde die Geschichte wirklich schön, sie hat eine tolle Botschaft und ein gutes Ende. Owen Wilson ist sicherlich nicht der begabteste Schauspieler auf der Welt, aber für diesen Film die perfekte Besetzung und wie immer einfach mega sympathisch. Meiner Meinung nach hat Woody Allen hier ein tolles Drehbuch geschrieben, dass einen mit auf eine schöne Reise nimmt, wenn man sich darauf einlässt.

                      Natürlich weiß ich, dass dieser Film nicht perfekt, aber nur Midnight in Paris hat es bis jetzt geschafft, mich von der ersten Sekunde an in einen Bann zu ziehen.
                      Sobald das Intro beginnt.......

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                      • 7 .5

                        Wir leben in einer Gesellschaft, in der praktisch alles in Zahlen und Fakten erklärt und bewertet werden kann. Frei nach Ricardo üben wir den Beruf aus, in dem wir am meisten Geld erwirtschaften können. Wir sprechen nicht mehr von Ehen oder Liebesbeziehungen, sondern von Partnerschaften. Von Lebens-Abschnitts-Partnerschaften. Denn wir machen die Person zu unserem Partner (zu unserer Partnerin), von dem wir im gerade aktuellen Lebensabschnitt zahlen- und faktenmässig am meisten profitieren können. Das hat nichts mit Gefühlen zu tun, sondern ist reines Kalkül. «Heute schon wieder GV? Wir hatten doch gerade gestern! … Ein Seitensprung? Meine Güte, mach doch kein Drama! Hatte halt gerade Lust darauf.» Wir trinken nicht einfach ein Glas Rotwein, sondern können jedem, der es wissen will (oder auch nicht), genau erklären, von welchem Hügel die Trauen stammen, was die Rebsorte auszeichnet, wann geerntet und wie gekeltert wurde. Ob uns der Wein schmeckt? «Himmel, das ist ein 56er Châteuneuf-du-Pape, du Chrétin!» Wenn wir ein Museum besuchen, wissen wir über die Künstler und die Skulpturen besser Bescheid als die Mitarbeitenden dort. Zahlen und Fakten, Baby! Sie bestimmen alles! Oder?

                        «Midnight in Paris» ist eine Liebeserklärung an die Liebe, an die Romantik, an die Gefühle, an das Irrationale. Gil will nicht weiter tun, was ihn reich gemacht hat, sondern vielmehr das, wonach sein Herz verlangt. Inez, seine Verlobte, hat absolut kein Verständnis dafür. Genauso wenig versteht sie, was er an Paris, an den Roaring Twenties oder an Regen findet. In ihrem Weltbild existiert das alles nicht, weil es sich nicht in Zahlen und Fakten fassen lässt. Verwundert da ihre Zuneigung zu Paul, der einfach alles weiss? Der seinen Rotwein nicht zum Genuss trinkt, sondern als Lehrstück ansieht, um seine Besserwisserei von sich zu geben? Der die Musemsführerin auf angebliche Fehler aufmerksam macht? Ach, aber er hat einen Lehrauftrag an der Sorbonne!

                        Gil befindet sich in einem Zwiespalt: Nur zu gerne würde er seine Träume verwirklichen. Aber ist er bereit, alles dafür aufzugeben? Seinen Erfolg als Drehbuchautor, seine Verlobte, an der er eigentlich nichts findet, obwohl er sich das nicht eingesteht? «Wissen Sie, ich habe seit unserer Verlobung diese Panikattacken. Aber diese werden sicher verschwinden, sobald wir verheiratet sind.» Die Lüge unseres Lebens! Wir alle kennen sie leider.

                        Plötzlich bietet sich eine unfassbare Gelegenheit: Gil kann sich in die 20er entführen lassen, natürlich jeweils zum magischsten Zeitpunkt (Mitternacht) in der magischsten Stadt (Paris, mon amour!). Doch am Ende bleibt es dabei: Wir können unser Leben nicht 14 Stunden pro Tag verleugnen und (nochmals acht Stunden für Schlafen abgezogen) nur an zwei Stunden pro Tag die sein, die wir sein wollen. Das funktioniert nicht. Wir müssen uns entscheiden: Was wollen wir? Unsere Zeit ist jetzt, wir können unsere Situation nicht verdrängen, können nicht nostalgisch für eine vergangene Zeit schwärmen, denn das Jetzt ist das, was wir daraus machen, wir brauchen keine Idole, die uns ermutigen (okay, einen kleinen Schubs brauchen wir manchmal vielleicht), sondern müssen selbst unseren Mut finden. Diese im Grunde einfache Weisheit, die aber doch kaum jemand beherzigt, wird uns in «Midnight in Paris» anschaulich vermittelt.

                        In erster Linie ist der Film aber eine Liebeserklärung an Paris, die Stadt der Liebe, an die Romantik und an die Liebe. Er ist ein Aufruf, das Rationale mal Rationales sein zu lassen und das Leben, das so viel mehr als Zahlen und Fakten zu bieten hat, zu geniessen. Lasst die Sonne auf eure Haut brennen oder eure Kleidung vom Regen durchnässen, geht im Sturm raus und lehnt euch gegen den Wind, seht den Bienen zu, wie sie Pollen und Nektar sammeln, setzt euch mit einem Glas Rotwein, den ihr nur gekauft habt, weil die Etikette so schön war, hin und lest ein Buch, was weiss ich. Aber lebt doch euer Leben! Ihr habt nur dieses eine – und jeder Tag, der vergangen ist, kann nicht wiederholt werden.

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                        • 6

                          Es fällt mir recht schwer, diesen Film angemessen und objektiv zu bewerten.
                          Die Problematik ist folgende: Wer ein Werk eines Schriftsteller liest und verehrt, oder sich in den Gemälden von Künstlern wiederfinden lernt, der sieht den Erschaffer dieser als eine Art Gott an; als ein Wesen von höherer Intelligenz.
                          Dadurch ist er in den meisten Fällen enttäuscht, wenn diese Illusion zu Boden geht, und sich aus dem Schmetterling eine einfache Raupe entpuppt.
                          Trotzdem enttäuschen mich Allens Darstellungen der vielen Meister ihrer Kunst, welche in dem Film vorkommen. Sie sind nicht stereotypisch genug, um ihre Ernsthaftigkeit zu verlieren, aber gleichzeitig auch nicht so überzeugend oder originell, als dass man ihnen glauben könnte, dass sie im Stande wären, die Werke zu vollbringen, die man im Allgemeinen von ihnen zu schätzen weiß.

                          Es kommt mir immer wieder das Bild auf, wie sich Woody Allen versucht, mit diesen Raritäten der Jahrhunderte zu vergleichen, und dabei merkt, dass er bloß ein -zwar durchaus begabter, aber nicht genialer- amerikanischer Filmemacher ist; das Lob, welches der Hauptcharakter am Ende von Gertrude Stein erhält bekommt damit fast einen Touch von Selbstbeweihräucherung.

                          • 7

                            Ooch ja. Nett. Aber ich merkte, dass Allen die Hauptrolle eigentlich am liebsten mal wieder selber gespielt hätte.:p Da konnte ich mich dann nicht mehr so richtig konzentrieren.

                            • 8 .5

                              eine Liebeserklärung an Paris in verschiedenen Jahrzehnten - es macht Spaß zu erraten, wer wen an Berühmtheiten darstellt; dazu gibt es eine nette Story und eine Lebensweisheit mit auf den Weg.

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                              • 10

                                Was vermittelt der Film?
                                Mach die Gegenwart und damit dein Leben zu deinem eigenen Golden Age...

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                                • 10

                                  Dieser Film ist einer meiner Lieblingsfilme, und ich wusste bisher noch nicht einmal, dass dem so ist. ;)
                                  Seit einer halben Ewigkeit habe ich mir jetzt schon vorgenommen, "Midnight in Paris" zu gucken. Immer ist irgendwas dazwischengekommen.
                                  Aus irgendeinem Grund fiel er mir heute wieder ein und es hat sich ergeben.
                                  Gott sei Dank!
                                  Ich habe gewusst, dass mir der Film gefallen würde, aber dass er mir so sehr zusagen würde, hätte ich nicht gedacht.
                                  Woody Allen in Hochform. Da weiß man, was man kriegt. ;)
                                  Diese wahnsinnig entspannende Form von Kitsch mit Überspitztheit und magischem Realismus macht den Film für mich zu einem der tollsten 94 Minuten meines Lebens und ich bin dankbar, dass nicht wieder vor mir her geschoben zu haben.
                                  Alles in diesem Film ist perfekt platziert. Natürlich ist er vorhersehbar, aber bei dieser Art Film möchte man nichts wirklich komplexes haben. Man möchte sich einfach in die Szenerie einfügen und hineinträumen. Und das ist absolut gelungen.
                                  Mir Owen Wilson wurde der perfekte Hauptdarsteller gefunden, denn er schwebt durch die einzelnen Szenen hindurch und trägt jeden Moment. Man kommt einfach mit ihm mit und befindet sich in einer Art Traum, der nicht enden sollte.
                                  Am Ende wird man sanft in die Realität zurückgeholt, was schon etwas schade ist, weil man sich dem Traum ja so nachsehnt. Wie in den Minuten, in denen man aufwacht und einfach nur weiterträumen möchte...
                                  Ich bin vollkommen zufrieden.

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                                    Jonnys Reflections 23.04.2016, 21:52 Geändert 23.04.2016, 22:06

                                    Wie cineastisch eine Parisreise, oder zumindest ein Tag davon sein kann:

                                    (Parisreise mit der Schulklasse)

                                    Der Tag begann schon damit, dass wir Eddie Redmayne und seine Freundin "inkognito" im Musée d'Orangerie sahen, der sich mit einem "No sorry, I'm in Holidays" aus der Affäre zog, ein Foto mit einer Klassenkameradin zu schießen. Zehn Minuten später verließ er mit der Mütze ins Gesicht gezogen das Museum.

                                    Ein Besuch der Cinematheque Francaise weckte in mir Vorfreude (mir auch viel wichtiger als die dennoch lustige Zufallsbegegnung mit einem Star), jedoch ohne dass ich das Museum kannte und somit auch ohne unendliche Erwartungen...Als Filmfreund bekam ich dann aber doch riesige Augen und geekige Schmetterlinge im Bauch.

                                    Im Museum standen zwar unter anderem einige der ersten Kameras und Schaukästen wie in den meisten Filmmuseen...aber vor allem Requisiten.

                                    So z.B. die originale Maschinen-Maria aus Metropolis und aus selbigem Architekturzeichnungen. Außerdem der Totenkopf aus Hitchcocks Psycho, Zahnräder aus Chaplins Moderne Zeiten und ein Seestern und die Box aus Un Chien Andalou. Mir ging das Herz auf. Dieser Museumsbesuch war ganz wunderbar und erfüllend.

                                    Zum Abschluss ließ ich noch jeweils ein großes Plakat von Fight Club und Metropolis im Shop mitgehen.

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                                    • Wer keine Spoiler mag, muss hier leider schon aufhören, zu lesen. Ich weiss einfach nicht, wie ich die Rezension ohne schreiben soll. Woody Allen hat eine köstliche Fantasy Komödie gemacht! Für mich als Videothekar hat er auch ein schönes Spielchen mit den Grössen der Pariser Avantgarde veranstaltet! Midnight In Paris eröffnet mit einem amerikanischen Paar, dass die Ferien in Paris verbringt - ein Tagtraum! Offiziell sind Gil (Owen Wilson) und Inez (Rachel McAdams) verliebt, doch womöglich ist es der Frühling in Paris, in den Gil tatsächlich verliebt ist? Er arbeitet als Autor für Hollywood, träumt aber davon, einmal ein grosser amerikanischer Schriftsteller zu werden. Einer wie Hemingway oder Fitzgerald während der späten 20er! Gil würde auch zu gern in Paris leben, während Inez ein Haus in der amerikanischen Vorstadt vorzieht. Während Gil sich vorstellt, dass womöglich in dem Cafe, in dem er gerade sitzt, Hemingway einen Pernod trank, geht Inez "Shoppen". Eines nachts schlendert Gil verloren in den Strassen von Paris umher. Plötzlich biegt ein Peugeot um die Ecke. Drinnen sitzen Scott und Zelda Fitzgerald, die ihn zu einer Party einladen. In diesem Moment machts "Klick": Allen hat es geschafft und uns fast beiläufig gebannt in seiner magischen Welt. Imagination oder Realität? Es spielt gar keine Rolle! Gil taucht ein ins Jazz Age und begegnet allen Legenden, die er genauso vergöttert wie sein Erfinder Woody Allen. Wer Fitzgerald, Hemingway, Gertrude Stein and Alice B. Toklas, Man Ray, Cole Porter oder Picasso genauso abgöttisch liebt wie Allen, ist hier im richtigen Film. Einer nach dem Anderen bekommt seinen Auftritt. Interessant, die Überlegung, wie jüngere Kinobesucher damit umgehen, denn ich denke, dass solche Literarität nicht mehr Gang und Gebe ist in einem "modernen" Film. Zelda ist verrückt, Scott verdammt in seiner Liebe zu ihr, und Hemingway prahlt mit seiner Potenz - es ist offensichtlich, dass es Allen ein diebisches Vergnügen bereitet haben muss, sein Drehbuch zu verfassen. So wie in fast jedem Allen Film, spielt einer ihn selbst. Offensichtlich ist Gil hier Allens Alter Ego und seine Fantasie kennt genauso wenig Grenzen! Gil hat sogar eine Idee für einen Film: Eine Gruppe sitzt gemeinsam beim Dinner, doch anschliessend sorgt eine mysteriöse Kraft dafür, dass niemand imstande ist, den Raum zu verlassen... "But why not?", fragt ein gewisser spanischer Surrealist - er mockiert, dass das einfach keinen Sinn für ihn ergeben würde. Allen liebt das Spielchen um Insider-Witze und erweist sich als gestandener Geek! Ich denke, der Film ist aber auch dann charmant, wenn man mal die eine oder andere Lücke hat. Owen Wilson ist der Schlüssel zur Wirkung von Midnight In Paris. Er spielt Gil so aufrichtig und enthusiastisch - dass es eine Freude ihm, ihm dabei zuzusehen. Er trifft all seine Helden und kann sein Glück kaum fassen, wie nett sie ihn behandeln! Natürlich sind sie alle zu dem Zeitpunkt aber noch keine Legenden, sondern ambitionierte Künstler in Mrs. Steins Salon. Kathy Bates spielt Mrs. Stein als praktische Amerikanerin, die geradeaus sagt, was sie denkt und eine Nase hat für junge Talente. Dann gibt es noch die schöne Adriana (Marion Cotillard), die in Künstlerkreisen herumgereicht wird und zur Zeit an der Seite Picassos erscheint. Natürlich verliebt sich Gil in Adriana. Allerdings hat Adriana ein Problem mit der "Gegenwart", den langweiligen 20ern und sehnt sich so sehr zurück in die Vergangenheit... Das alles erleben wir in Woody Allens 41(!) Film, den er mit viel Verstand und Hingabe gefilmt hat. Ich denke, es gibt nichts, was man an Midnight In Paris nicht mögen könnte! Selbst, wenn man nicht jedem Insider Spass folgen kann, ist es eine seiner charmantesten Komödien. Ich bins auch leid, Filme zu sehen, die offensichtlich für jedermann konzipiert wurden - was für mich bedeutet: Für niemanden! Midnight In Paris passt zu Woody Allen und auch zu mir und bestimmt noch zu so einigen weiteren Kunden unserer Videothek! (Dazu gibts unsere Film List Mindgame Movies - Komödien auf cinegeek.de

                                      • 6 .5

                                        vorhersehbare geschichte, keine Ueberraschungsmomente, ein paar Lacher waren drinnen

                                        • 7 .5

                                          Notiz an mich: 28.02.16/VoD/sehr unterhaltsam; in fast jeder hinsicht spannend; unfassbar nervige Charaktere in der Gegenwart; tolle Bilder und schöner Einfang der Stadt;

                                          • 7

                                            Woody Allen lebt das "Golden-Age-Syndrom" in 90 Minuten humorvoller Leichtigkeit voll und ganz aus, setzt Owen Wilson tatsächlich mal gut in Szene und zerpflückt nebenbei noch eine unglückliche Fast-Ehe und findet, begleitet einmal mehr von einer harmonischen Musikbegleitung, vielleicht sogar die wahre Liebe in Paris, dieser schönen Stadt.
                                            Gute Unterhaltung mit schrulligen Allen-Dialogen, man benötigt aber schon eine bessere kunsthistorische Allgemeinbildung als meine Wenigkeit, um alle Hommagen und Pointen wirklich genießen zu können.

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                                            • 8 .5

                                              Als bekennender Frankophilist hatte mich der Film schon beim Titel gepackt. Einfach nur eine wunderbare Reise durch das Paris der Gegenwart und der 20er Jahre und sogar einen Abstecher in die Belle Epoche in die uns Woody Allen hier entführt. Mit den gut aufspielenden Owen Wilson und Marion Cotillard. Und dann noch die Seydoux und Madame Bruni in Nebenrollen, ach.

                                              Gleichzeitig blutet mir bei seinem Sehen das Herz, seit diesem année désastreux 2015. Da wird mir einmal mehr bewusst, was für komfortablen, friedlichen Verhältnissen wird uns doch haben glücklich schätzen dürfen, wenn wir uns solcher unbeschwerten Filme hingeben konnten. Eines ist sowas von klar, es lohnt sich für die Rückgewinnung solcher Verhältnisse zu kämpfen, nicht nur in Paris sondern auch in Bagdad und anderswo. Und die Geschichte hat uns gelehrt, es ist möglich. Ansonsten hätten wir unseren Erben doch nur Trostlosigkeit zu hinterlassen.

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                                              • 4 .5

                                                Das Beste aus diesem Jahresprodukt von Woody Allen ist der Score. (u.a. Sidney Bechet, die Bacarole oder der Cancan u.v.a.m.) Von der Idee her lehnt er sich ein bisschen an seine ‘Purple Rose‘ an. Hier ist es allerdings etwas langweiliger. Eine Promiriege tritt auf, wenn Gil (Owen Wilson) in seiner Fantasie in die Belle Epoque oder die Golden Twenties abtaucht. (Kathy Bates, Adrien Brody, Carla Bruni! u.v.a.) Die Zuschauer freuen sich immer wieder, wenn sie bekannte Namen entdecken: z.B. Picasso, Braque, T.S. Eliot, Man Ray, Bunuel oder Dali etc. etc. Da entsteht so eine Klassenatmosphäre im Stil von ‘Herr Lehrer, ich weiß was!‘ Offenbar für die Amerikaner lauter Aha Erlebnisse (Drum der Oscar!). Für Europäer ist das was fürs gute alte Bildungsbürgertum. Gewonnen hat der, der die meisten Vertreter aus Kunst und Literatur zuerst erkannt hat. Leider haben uns die Kunstgrößen so gut wie nichts zu sagen. Sie sind einfach nur da. Schade!
                                                Die Sightseeing Tour für Touristen besucht natürlich auch nur die Orte, die jeder kennt.
                                                Erst ganz am Schluss, als sich Gils Fantasie-Ausflüge und die Realität mit Frau und Schwiegereltern begegnen, wird es etwas lebhafter. Es kommt sogar so etwas wie echte Handlung auf. Seine Frau Inez (Rachel McAdams) hatte wirklich etwas mit Freund Paul (Michael Sheen), als Gil sie nächtelang wegen seiner nostalgischen Streifzüge allein gelassen hatte. Folglich bleibt er auch in Paris und in echter Woody Allen Manier findet er unverzüglich Trost bei der Plattenverkäuferin Gabrielle (Léa Seydoux).
                                                Hommage hin oder her, an sich selbst oder an die Vertreter der Kunst. Das Poster enthält wiederum eine Huldigung an van Goghs ‚Starry Night! Hier bedeutet offenbar Hommage, dass man weiß, dass da etwas ist. Für mich eine‘ Hommage vide‘. K.V.

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                                                • 7 .5

                                                  Woody Allen hat schon ne komische Art Geschichten zu erzählen. Hier ist ihm das allerdings ganz gut gelungen. "Midnight in Paris" ist eine gelungene Romantikkomödie der etwas anderen Art. Man merkt ihm die Liebe zu Paris an, allerdings finde ich es etwas übertrieben: Dieses ständige "Ach, Paris ist die Stadt der Liebe" kann ich einfach nicht nachempfinden. Paris ist eine schöne Stadt, aber es ist da immer voll, die Franzosen sind da meist ziemlich unfreundlich (weil sie kein englisch sprechen wollen, sondern nur französisch) und auch das Essen ist unheimlich teuer. Okay, aber das ist nur meine Meinung zu Paris und die bezieht sich natürlich nicht nur auf diesen Film, sondern im Grunde auf jeden wo Paris als Stadt der Liebe verkauft wird.
                                                  Aber zurück zum Film: Im Grunde ist er schon lieb gemacht und bittet lustige wie herzerwärmende Momente. Auch das der Film mehr aus vielen Dialogen und Zitaten von Künstlern bestand hat mich diesmal kaum gestört. Owen Wilson spielt hier mal keinen Vollidioten sondern einen charmanten, wenn auch etwas zu braven erfolglosen Schriftsteller, Rachel McAdams hingegen eine super zickige Spießerin, hier passte daher auch die nervige Synchronstimme von Ranja Bonalana ganz gut (aber bitte gebt ihr wieder eine vernünftige Stimme, ansonsten mag ich nämlich McAdams und die Stimme von Bonalana ist echt nicht zu ertragen) und Peter Russo-Darsteller Corey Stoll aus "House of Cards" habe ich mit Bart und Haaren kaum wieder erkannt. Doch kommen wir nun zu dem Highlight und den für mich natürlich auch einzigen Grund warum ich mir den Film überhaupt angesehen habe nämlich (wie könnte es anders sein) Marion Cotillard!!! Ach, die Frau ist nicht von dieser Welt! Allein immer wenn sie ins Bild kam, ließ sie die anderen Schauspieler wie Statisten wirken, sie versprüht immer so eine anziehende Aura, der ich mir einfach nicht entziehen kann. Sorry, aber gegen Cotillard kommen selbst McAdams und Seydoux nicht an. Keine ist so brillant wie sie.
                                                  Das Ende gefiel mir dann leider nicht so ganz, aber es hat mich überzeugt.
                                                  Vive la Cotillard!!

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                                                  • 8 .5
                                                    RoboMaus 04.02.2016, 07:22 Geändert 04.02.2016, 08:27

                                                    Sunnyboy Owen Wilson unter der Regie von Woody Allen - kann das gutgehen?
                                                    Und wie!
                                                    Wilson kannte ich bisher mehr schlecht als recht von Klamauk-Filmen, doch nie so überzeugend wie hier. Er ist wohl der Profiteur dieser Beziehung.

                                                    Allens Timeshift-Komödie 'Midnight in Paris' hat vor allem viel Charme. Sie ist auch wohltuend frei von den neurotischen Loser-Geschichten, die viele seiner anderen Filme durchziehen. Wilson ist ein amerikanischer Schriftsteller in Paris, der von seinen grossen Idolen träumt. Er bekommt heraus, dass an einer bestimmten Strassenecke immer um Mitternacht eine zwanziger Jahre-Limousine hält. Indem er einsteigt, kommt er im Paris dieser Zeit an und trifft seine Vorbilder in den Bars und Cafés - bis zum Morgen: dann steht er wieder im Jahr 2010.

                                                    Die Charaktere der Schriftsteller und Maler sind alle interessant und glaubhaft, sofern man sie kennt oder zu kennen glaubt. Sehr gut auch Adrien Brody als Dalí - da hätte Allen optisch keinen Besseren nehmen können. Die Surrealisten halten es übrigens für völlig normal, dass Wilson aus der Zukunft kommt :D

                                                    Eine starke Hommage an die Kunst und das Paris jener Zeit - ich muss unbedingt herausbekommen, wo diese Strassenecke ist....... ;-)

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