Milchwald

Milchwald (2003), DE
Laufzeit 94 Minuten, FSK 12, Drama

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7.0 Kritiker
3 Bewertungen
Skala 0 bis 10
6.0 Community
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von Christoph Hochhäusler, mit Judith Engel und Miroslaw Baka

Auf dem Weg zum Einkaufen ins nahe gelegene Polen setzt Sylvia ihre beiden aufsässigen Stiefkinder Lea (8) und Konstantin (7) auf einer Landstraße aus. Nach ihrer Rückkehr bringt es Silvia nicht über sich, ihrem Mann, dem Vater der Kinder, die Wahrheit über ihr Fernbleiben zu gestehen. Die Kinder treffen auf einen Polen, der Gaststätten mit Toilettenartikeln beliefert und verspricht, sie nach Hause zu bringen. Währenddessen macht sich der ahnungslose Vater mit der Stiefmutter auf die Suche nach den vermeintlich entführten Kindern.


Cast & Crew


Kommentare (2) — Film: Milchwald

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alter.native

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Bewertung6.5Ganz gut

Wie wir aus Presse, Funk und Fernsehen wissen, gibt es sie, die überforderten Eltern/ Stiefeltern, die ihre nervenden Kinder windelweich prügeln, aus dem Fenster werfen oder anderswie drangsalieren. Warum dann nicht einfach auch mal auf der Straße aussetzen in feinster Hänsel und Gretel Tradition. Mit zunehmender Handlung gelingt es aus meiner Sicht den Autoren aber nicht mehr den Zuschauer glaubhaft mitzunehmen auf die Reise. Und das Ende wirkt, bei aller möglichen Metaphorik, auch ein bisschen wie; nicht mehr weiter gewusst mit den Handlungsfäden. Übrigens müsste man dem Filmkomponisten eingentlich auch irgendwas antun für seine nur auf den Senkel gehende Bombastuntermalung!

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Ripley1

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

Die bürgerliche Familie als Zwangsgemeinschaft, in der die Liebe ungerecht verteilt ist. Das ist der Ausgangspunkt für eine Hänsel-und-Gretel-Geschichte in modernem Gewand. Spielraum ist das deutsch-polnische Grenzland, in dem die von der Stiefmutter ausgesetzten Kinder Angst und Grausamkeit des Verlassenseins erleben. Formal perfekt, im Stil der sogenannten Berliner Schule, also sehr präzise in der Beobachtung und weit in den Assoziationsräumen.

Christoph Hochhäusler sieht sich in der Tradition des deutschen Autorenkinos. Kein Wunder, dass der Film in Frankreich eine höhere Aufmerksamkeit erfuhr als hierzulande. Die Deutschen sehen wohl lieber amerikanische Filme, die aus so einer Entführungsgeschichte einen "spannenden" Thriller machen würden, der mit der heilen Kleinfamilie im Happyend gelandet wäre. Das Böse wäre dabei eine rein äußere Bedrohung geblieben und nicht der Familiensituation bzw. dem Märchen grimmscher Prägung inhärent.
Gut ist auch die Darstellung der Kinder gelungen. Sie sind weder verniedlicht noch reine Opfer, die dauernd beschützt oder gerettet werden müssen.

Ich kann den Film gar nicht genug loben. Er gehört zum Aufregendsten, was das Gegenwartskino zu bieten hat.

Ein Hoch auf den deutschen Autorenfilm!
Ein Hoch auf Frankreich!

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