Milk - Kritik

US 2008 Laufzeit 128 Minuten, FSK 12, Drama, Kinostart 19.02.2009

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Kritiken (23) — Film: Milk

kobbi88: Die Drei Muscheln

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8.5Ausgezeichnet

Wenn einer eine Reise macht, hat er viel zu erzählen... Teil 9
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Liebes Tagebuch,

ich vermisse meinen John schon jetzt. Aber bei seiner echten Mutter hat er es sicher viel besser, als wenn er mit mir um die Welt reisen müsste. Naja, zumindest bin ich in San Francisco angekommen. Mein Watschelgang ist schon wieder schwächer geworden, dennoch tut mir mein Hintern noch immer weh, weshalb ich beschlossen habe, vor meinem Flug nach Japan in meinem Hotelzimmer zu bleiben. Auf dem Bauch liegend zappe ich also durch die Kanäle des amerikanischen Pay-TV, muss aber feststellen, dass die Amis den gleichen Müll zeigen, wie bei uns zu Hause. Ich fing gerade an, mich ein wenig zu langweilen, als plötzlich Krach und Schreie von der Straße zu mir dringen. Ein riesiger Menschenauflauf! Okay, da mussten meinen Leiden mal hintern anstehen (hahaha) und ich bin nach unten gegangen.

Dort war eine Art Kundgebung in Gange, zwischen Cable Cars und zahlreichen bunten Blumen. Überwiegend Männer, auch ein paar Frauen, standen um einen einzigen Mann. „My name is Harvey Milk and I’m here to recruit you!“ Ich hatte natürlich keine Ahnung, wer dieser Harvey Milk (war das ein Künstlername?) war, aber dieser hagere Mann mit den leicht gelockten Haaren wollte uns anscheinend rekrutieren. Für was auch immer. Aber das war auch eigentlich egal, denn der Mann hatte eine Ausstrahlung, eine Anziehungskraft. Er war nicht unbedingt schön, aber wenn er sprach, dann hörte man ihm zu. Dann hing die Menge förmlich an seinen Lippen. Und dann schrie sie zustimmend zurück. Was war das hier? Eine Sekte oder so? Vielleicht diese Scientologen, von denen man ja immer wieder hört. Ich blickte mich um und sah viele Plakate, auf denen „Gay Rights“ und ähnliches stand. Scientologen also schon mal nicht. Aber wo war ich hier?

Einer der Anwesenden meinte, das sei Harvey Milk. Toll, so weit war ich auch schon. Der Mann hat sich ja immerhin vorgestellt. Aber Gus, der Mann, den ich gefragt hatte, der sah wohl, dass ich mit dieser Antwort nicht zufrieden war. Also begann er zu erzählen. Er fing damit an, wie sich Harvey Milk in einen Mann verliebte. Mit ihm gemeinsam von New York nach San Francisco kam und dort im überwiegend von Homosexuellen bewohnten Stadtteil Castro einen kleinen Laden eröffnete. Er erzählte davon, wie er sich nach und nach immer mehr für die Rechte der Schwulen und Lesben einsetzte. Wie sein Laden zur Zentrale für eine Homosexuellen-Bewegung wurde. Wie er entschied, vom einfachen Bürgerrechtler zum Politiker umzusatteln, um wirklich etwas bewegen zu können. Wie er sich zur Wahl für den Stadtrat von San Francisco aufstellen ließ, scheiterte, aber trotzdem nicht aufgab. Er erzählte von all den Widerständen. In der Gesellschaft, aber auch durch Behörden. Und er erzählte mir auch von Milks privaten Problemen. Mit seinem Partner, von deren zunehmender Entfremdung. Und jetzt war der Abend vor der Wahl. Und Harvey Milk, dieser charismatische dünne Mann mit Blumenkette hat sich wieder aufstellen lassen. Ein erneuter Versuch, in den Stadtrat zu kommen. Und dafür demonstrieren eben hunderte von Homosexuellen. Sie wollten darauf aufmerksam machen, sie wollten nochmal für Stimmen werben, die Massen mobilisieren.

Nach dieser Geschichte von Mr. Van Sant war mir Harvey Milk, obwohl ich zuvor den Namen noch nie gehört hatte, total sympathisch. Mir kommt es so vor, als ob ich ihn schon Jahre kennen würde und an seinem Leben teilgehabt hätte. Das ist natürlich nicht der Fall gewesen, aber wenn ich ebenfalls wählen dürfte, meine Stimme hätte er. Mich hätte er rekrutiert. Allzu lange hab ich es dann doch nicht mehr auf der Straße ausgehalten. Drum lieg ich jetzt wieder hier auf meinem Bett im Hotelzimmer, schreibe diesen Tagebucheintrag und entspanne meinen… mich. Denn schon bald solls nach Japan gehen. Bis dahin,

Dein Kobbi

PS: Meine bisherige Route: http://www.moviepilot.de/liste/mein-filmisches-reisetagebuch-kobbi88

24 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 7 Antworten

Ben Kenobi

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Toller Film, toller Reisebericht. :)


kobbi88

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Danke...für beides ;)


SoulReaver: CinemaForever, D3M

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8.0Ausgezeichnet

[...] Mit viel Leichtigkeit und Esprit geht Van Sant seinen Weg und doch ist 'Milk' sein reifster, zielstrebigster und wichtigster Film. Die Leidenschaft, das Herzblut und die Energie sind in jedem Moment zu spüren, die Emotionalität überträgt sich auf den Zuschauer und reißt einfach mit. Ein ehrlicher, warmherziger und wichtiger Film, tragisch und humorvoll, intim und persönlich. Ohne jegliche Verteufelungen des Konservatismus oder unnötige Darstellungen des Sexuallebens der Protagonisten. Andeutungen genügen, denn im Mittelpunkt steht hier die Person Harvey Milk und der Kampf für die Anerkennung und Annahme und genau das inszenierte Van Sant meisterhaft. [...]

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stuforcedyou: Die Drei Muscheln, CinemaFo...

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8.0Ausgezeichnet

Die Biographie des ersten öffentlich als schwul bekennenden Politikers der USA, Harvey Milk, ist zum einen eine Bühne für Hauptdarsteller und Oscargewinner Sean Penn und zum anderen ein filmisches Loblied an den Humanisten, Demokraten und Kämpfer Milk. Dabei vergisst der Film von Gus Van Sant nicht zu zeigen dass Milk neben der Politik auch ein Privatleben hatte, dass zunehmend an dem politischen Druck zerbrach. Diese Episoden in Milks Leben wirken etwas zu verzichtbar, sind aber immer großartig gespielt (nicht nur von Penn). So ist der Film zum Großteil aufs Milks politisches Leben fokussiert und präsentiert den Bürgerrechtler jeder Zeit greif- und begreifbar. Obendrein verzichtet die Biographie auch nicht auf die kleinen Macken und zeigt, auf charmante Art und Weise, dass Harvey Milk ein gewiefter Selbstdarsteller war, aber diese Eigenschaft hat er wie der Film auch nie zum bloßen Selbstzweck verkommen lassen.

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mikkean

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Ein großes und bedeutendes Leben benötigt alle schauspielerische Klasse. Von dieser hat "Milk" reichlich. Toll auch zu beobachten, dass hier keine Figur übersehen wird, siehe Brolin (dessen Scheitern sehr anschaulich und verständlich geschildert wurde). Alles in allem, nicht fehlerfrei, aber verdammt nah dran. Bitte gerne mehr solch aufrichtiger Dramen.


ChristiansFoyer: Cellurizon.de

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9.0Herausragend

[...]Angeführt von einem formidablen Sean Penn fängt „Milk“ ein Stück wichtiger Zeitgeschichte auf höchst unterhaltende Weise ein. James Franco als Scott Smith und Emile Hirsch, der als junger Cleve Jones unter Milks Fittiche genommen wird, leisten, wie auch die übrige Besetzung, großartigen Support. Die lange Anlaufzeit, die das Projekt hinter sich hat, merkt man der Frische und der Leidenschaft, mit der es realisiert wurde, nicht an. Bereits 1991 hatte Oliver Stone ein Drehbuch mit dem Titel „The Mayor of Castro Street“ entwickelt, welches von Gus Van Sant mit Robin Williams in der Hauptrolle verfilmt werden sollte, wozu es aufgrund der vielzitierten kreativen Differenzen nicht kam. Mit Stars wie Richard Gere, Daniel Day-Lewis und James Woods wurde das Vorhaben immer mal wieder aufgegriffen, bis Dustin Lance Black sein Drehbuch vorlegte, Van Sant die Regie nun übernahm und die parallel laufende Arbeit an „The Mayor of Castro Street“ unter der Leitung von Bryan Singer schließlich während des Autorenstreiks 2007 eingestellt wurde. Der bekennende Homosexuelle und Milk-Verehrer Black steckte das sprichwörtliche Herzblut in sein Script und Van Sant gelingt der Transport dessen in den Film in jedem Moment. Harvey Milk und seinen Taten sollte man nicht bloß mit den Augen und dem Hirn folgen und es ist der Verdienst Blacks, Van Sants und Penns, dass man diesem Mann und seinem unwiderstehlichen Bemühen um Toleranz mit dem Herzen folgt.[...]

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Hausmeister: Nerdtalk.de

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8.0Ausgezeichnet

[...] Alles in allem ist „Milk“ ein überzeugender Film, der das persönliche Schicksal Harvey Milks gut in den gesamtgesellschaftlichen Kontext einarbeitet. Der Zuschauer bekommt nicht nur Fakten, sondern vor allem auch ein Gefühl dafür, wie verfolgt und verstoßen sich Homosexuelle im Amerika der 70e Jahre noch gefühlt haben müssen.

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David Edwards: Daily Mirror David Edwards: Daily Mirror

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9.0Herausragend

Regisseur Gus Van Sant weicht selten vom Schema, komplett mit aufwühlenden Streicharrangements im Soundtrack und kalkulierter Provokation der Tränendrüsen im Finale. Aber, während seine Kamera sich auf die Events der 30er Jahre konzentriert, brummt Milk mit moderner Relevanz.

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Thomas Sotinel: Le Monde Thomas Sotinel: Le Monde

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9.0Herausragend

Man kann es Schauspiel oder Drama kennen, oder auch ein Wunder - diesen Moment, in dem ein Schauspieler im Inneren der Figur verschwindet. Von den ersten Szenen mit Harvey Milk an verschwindet Sean Penn (der ewige Lausbub, einer der letzten Aufsässigen Hollywoods) und verkörpert Harvey Milk, die historische Persönlichkeit, den Märtyrer der Schwulenfrage und Helden des Films von Gus Van Sant.

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Kaltduscher: MoviezKult.de

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8.0Ausgezeichnet

[...]Neben den schönen Bildern und dem wuchtigen Soundtrack von Danny Elfman überzeugt vor allem der Cast um Sean Penn, der innerhalb der zwei Stunden Laufzeit zu Hochform aufläuft. Und auch wenn das Drehbuch nicht frei von Schwächen ist, ist Milk wohl einer der wichtigsten Filme des Jahres mit einer eindeutigen, klaren und essentiellen Intention. Gerade in Zeiten von „Antrag 8“.[...]

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Christian H.: Kino, TV und Co, Wicked Vis...

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8.0Ausgezeichnet

[...]Es ist diese Mixtur aus ansprechender Inszenierung mit dem Sinn für die gekonnt platzierte Symbolik, hervorragenden Schauspielern, sowie der Nachzeichnung einer politisch brisanten Epoche, die immer noch relevant ist, die „Milk“ zu einem ausgezeichneten Drama werden lässt, dass in seiner grundlegenden Intention noch dazu universell verstanden werden muss: Kämpfe für deine Rechte![...]

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Jörg von Grass: filminformer.de; stadtmagaz...

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8.5Ausgezeichnet

Der für seine Vorliebe für außergewöhnliche Filmstoffe bekannte Regisseur Gus Van Sant - oscarnominiert für "Good Will Hunting", Cannes-Gewinner mit "Elephant" - macht aus den letzten acht Jahren im...

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Peter Zander: Welt, Berliner Morgenpost Peter Zander: Welt, Berliner Morgenpost

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8.0Ausgezeichnet

Das ist die eine Hauptstärke dieses Films, dass er die private und die politische Seite dieses Mannes zugleich beleuchtet und die eine immer als Konsequenz aus der anderen zieht. Die andere Hauptstärke ist Sean Penn, der sich hier nicht, wie zuweilen leider schon, in eitlen Posen ergeht, sondern diesen sympathischen Milk mit allerlei linkischen, unbeholfenen Gesten versieht, die diesen vielleicht erst so sympathisch machten.

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Marcus Wessel: Deadline, blairwitch.de, pr... Marcus Wessel: Deadline, blairwitch.de, pr...

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10.0Herausragend

Trotz seines zunächst tragischen Ausgangs ist Milk im Kern doch ein zutiefst optimistisches Stück Kino. Der Film handelt von der Möglichkeit des Wandels, davon dass sich in einer Demokratie Minderheiten organisieren und dadurch zu Mehrheiten werden können. Emotional und zuweilen mit sichtlicher Wut im Bauch zeichnet Van Sant ein spannendes Zeitgemälde, dem man jeden nur erdenklichen Erfolg wünscht.

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Mr Vincent Vega: Die 5 Filmfreunde, gamona, ...

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9.0Herausragend

Regisseur Gus Van Sant konzentriert sich auf den privat und beruflich entscheidenden 10jährigen Lebensabschnitt Harvey Milks. Gradlinig erzählt, setzt er Dustin Lance Blacks faktenreiches Drehbuch als kraftvolles, enorm versiertes Biopic um. Der visuelle Ideenreichtum in der Rekonstruktion des politischen und gesellschaftlichen Zeitgeists ist atemberaubend. "Milk" im schlicht strukturierten, konventionellen Mainstreamformat zu inszenieren, erscheint die einzig logische Möglichkeit, den von Epstein vorbereiteten Stoff zu dramatisieren. Klug und sensibel, voller Zwischentöne und überlegter Figuren überrascht die Differenziertheit der Interpretation, insbesondere in der Skizzierung Dan Whites. Der Film lebt letztlich von Sean Penn in der Rolle seines Lebens, dessen Transformation begnügt sich nicht mit imitiertem Sprach- und Bewegungsgestus, sondern bildet eine lebhafte, glaubwürdige und fein nuancierte Schauspielleistung.

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TheCorey: MovieMaze

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8.0Ausgezeichnet

Letztlich ist Milk ein gutes Biopic, mit einem starken Mittelteil aber unzureichenden Außenstücken. Allgemein lässt sich jedoch sagen, dass Van Sants Film gerade für Amerika ein wichtiger und bedeutender Film sein dürfte. Speziell dahingehend, dass er im selben Jahr erschienen ist, wie dem Antrag 8 zugestimmt wurde. Erschreckend, wie wenig weit es die Gleichberechtigung Homosexueller in den USA innerhalb von dreißig Jahren geschafft hat und wie nötig man auch heute noch einen Mann wie Harvey Milk hätte.

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Batzman: moviepilot / Fünf Filmfreunde

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8.5Ausgezeichnet

Milk ist kein “Schwulenfilm”, kein Special Interest-Film der nur für die offensichtliche Zielgruppe gedreht wurde, sondern spannendes, witziges, unterhaltsames und zum Nachdenken anregendes Mainstreamkino, das grade in Zeiten eines konservativen Backlashs (wie zuletzt bei der Prop8-Diskussion in Kalifornien zu sehen war) wichtige Impulse gibt und es schafft schwules Leben auch ausserhalb simpler Schafhüterdramen a la “Brokeback Mountain” angemessen zu erzählen. Denn im Gegensatz zu der großen schwulen Erfolgsschnulze hat Milk tatsächlich etwas zu sagen und begnügt sich nicht damit in der Opferrolle herumzujammern.

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Kirsten Liese: BR Online, WDR3, Darmstädte... Kirsten Liese: BR Online, WDR3, Darmstädte...

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7.5Sehenswert

Detailliert porträtiert Gus van Sant einen leidenschaftlichen Aktivisten, der mit Optimismus und Unermüdlichkeit für die Bürgerrechte einer marginalisierten Bevölkerungsgruppe kämpft, während seine privaten Beziehungen auf tragische Weise scheitern. Der Film rekonstruiert die politische Karriere in Rückblenden unter Einbeziehung historischer Archivaufnahmen aus Rob Epsteins Dokumentation The Times of Harvey Milk (USA 1984). Dabei wird auf dramatische Zuspitzungen weitgehend verzichtet, selbst das tödliche Attentat auf Milk wird nicht im Stil eines Thrillers erzählerisch zugespitzt.

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alviesinger: bummelkino

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6.0Ganz gut

Wie schon Ron Howard setzt Regie-Kollege Gus Van Sant in der diesjährigen Oscar-Saison auf ein sicheres Pferd im Rennen um den Prestige-trächtigen Filmpreis: Beide Routiniers verfilmen moderne Zeitgeschichte. Wo Howard mit Richard Nixons halben Schuldeingeständnis in „Frost/Nixon“ brilliert, setzt Van Sant mit der Biographie des homosexuellen Politikers Harvey Milk auf Dramatik und trifft dabei nicht immer ins Schwarze. Obwohl der Stoff mit der gegebenen Brisanz und der schlussendlich tragischen Reichweite eigentlich eine dankbare Aufgabe für jeden Hollywood-Regisseur sein sollte, wirkt Van Sants Werk unausgeglichen. Die schlichte Formel - grobkörniges Archivmaterial, authentische Ausstattung inklusive Schnauzbärte und 70ies Mucke sowie das Quäntchen Dramatik, dass den Film über den Dokumentationsstatus hebt – geht bei Van Sant nicht auf. Gerade der Wechsel aus Archivmaterial und den Schauspielszenen wirkt bisweilen äußerst holprig: Unkontrolliertes Chaos herrscht in vielen Szenen, Anweisungen fehlen und so wackelt der Cast bisweilen wie eine aufgestachelte Drag-Queen durch die Retro-Kulissen von „Milk“. Trotz des ernsten Inhalts ist zudem die Schmalzdichte immens hoch. Und wenn am Ende staatstragende Trauer den Haufen aufgeschreckter Hühner ergreift, ist das Bild eines leider manchmal arg unausgegorenen Werkes, in dem nebenbei noch das ABC der Kommunalpolitik angeschnitten wird, perfekt. Positiv ist, dass Sean Penn in einigen Szenen die schlechte Regie Van Sants überspielen kann.

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Kubrick_obscura: CinemaForever, arte

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6.0Ganz gut

Gus van Sant macht wieder Mainstream. Doch im Gegensatz zu Good Will Hunting & Co ist bei Milk doch ein wenig Avantgarde übriggeblieben. Sant erzählt sein Bio-Pic als multimediales Abbild der Zeit. Fotos, Print-medien, Fernsehaufnahmen und eine dokumentarische und körnige Kamera ergeben die Form von Milk. Van Sant gelingen dabei viele faszinierende Aufnahmen.
Beeindruckend ist auch der Cast. Sean Penn verschwindet und wird zu Harvey Milk. Seine Sprache, seine Gestik und Mimik, alles mehr als oscar-würdig!
Auch die kleineren Rollen überzeugen, insbesondere Emile Hirsch, den man garnicht mehr erkennt. Josh Brolin hat aber vielleicht die beste Rolle abbekommen. Dan White ist eine herrlich ambivalente Figur, die bis zum Ende großes Rätsel bleibt aber mitfühlen lässt.
Kein Kommentar ohne ABER! Der Film ist ein Bio-Pic und die meisten davon schlauchen in der Erzählung, es sei denn es handelt sich um so einen Glückstreffer wie Capote. Milk ist ein Period Picture mit unübersehbaren Sprüngen und Kürzungen, die oftmals die Figuren vernachlässigen. Manchmal denkt Van Sant, dass ein zwei Bilder reichen um den Zustand der Figur zu beschreiben. Auch die Rahmenhandlung, kann dass nicht zusammenhalten, denn wenn am Ende Milk den Block aus dem er vorgelesen hat, zuschlägt, dann sieht man, dass es nur 3 Seiten waren. Bestand dieser Film aus nur 3 Seiten?

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G. Jekubzik: Filmtabs G. Jekubzik: Filmtabs

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8.5Ausgezeichnet

Gus van Sant, der mit „Elefant“ schon die Goldene Palme gewann und neben Hits wie „Good Will Hunting“ immer wieder schwule Themen in einzigartig fließende Bilder brachte, zaubert hier eine politische Liebeserklärung auf die Leinwand. Selbstverständlich ist das Thema eines schwulen Politikers immer noch ein Politikum, das weiß Berlin besonders gut. Aber wie der Mensch Harvey Milk, der tatsächlich einem Attentat zum Opfer fiel, dargestellt ist, bewegt die Emotionen ungemein. Großen Anteil hat dabei der ansonsten so stoisch und unerschütterlich wirkende Sean Penn. Sein Milk ist ganz sanft, unglaublich liebenswert, mit einem milden Blick, der sofort einnimmt.

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Flibbo: Wie ist der Film?

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8.0Ausgezeichnet

[...] Sean Penn („21 Gramm“) spielt schlichtweg großartig. Bei jedem Blick, jedem Ton und jeder Geste steckt er voll und ganz in seiner Rolle und verkörpert den schwulen Aktivisten Harvey Milk auf eine Weise, die über jeden Zweifel erhaben ist. Auch die Nebendarsteller, allen voran James Franco, überzeugen in ihren sorgsam geschneiderten 70er Jahre Outfits. Dabei scheint Josh Brolin („No Country for Old Men“) als Dan White noch am wenigsten Charisma zu versprühen, ist aber irgendwie gerade deswegen am glaubwürdigsten, wenn er den frustrierten Lokalpolitiker gibt. [...]

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fko: filmsprung.ch fko: filmsprung.ch

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9.0Herausragend

«Milk» ist ein vielschichtiges, überwältigend berührendes Drama, das unaufdringlich für Toleranz und Menschenrechte einsteht.

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J. Berardinelli: ReelViews J. Berardinelli: ReelViews

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8.0Ausgezeichnet

Milk präsentiert eine nachdenklich stimmende, kathartische und eine größtenteils wahre Geschichte über Politik und Mut.

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Claudia Puig: USA Today Claudia Puig: USA Today

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9.0Herausragend

Wir erhalten ein klares Porträt eines idealistischen, entschlossene, sardonischen und ehrgeizigen Mannes. Penns Oscar-Kaliber-Transformation ist atemberaubend, so wie die Saga eines Mannes, der für Menschenrechte kämpft, fesselnd ist.

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Kommentare (75) — Film: Milk


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Moviegod

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Zufällig mal im TV gesehen und sofort begeistert. Der Oscar war hier genauso berechtigt, wie für Mystic River. So eine Rolle hätte ich Sean Penn hier gar nicht zugetraut. Ich war positiv überrascht.

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Laserdance

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

Hoppla was war den das?

Habe den Film gerade gesehen und bin doch recht erstaunt. Hinter dem merkwürdigen Titel verbirgt sich nicht nur ein Klasse Polit Film sondern er erzählt ein wesentlichen Teil der Schwulen Bewegung der USA. Harvey Milk ich muss zugeben, hatte ich nie gehört den Namen.

Film fängt gut an und desto länger er geht, umso mehr er offenbart, umso mehr taucht man ein, in diesen Teil der Geschichte,

Dabei schafft es der Film eine ganze Bewegung und dessen Bedeutung jemanden zu vermitteln der davon vorher keine Ahnung hat. Man wird nicht nur großartig unterhalten man lernt und lebt Geschichte. Der Film ist außerordentlich gut besetzt die Schauspieler bringen das sehr gut rüber.

Ich kann mir vielleicht vorstellen das nicht jeder meine Meinung teilt, küssende Männer sind nicht für jeden was, aber ich für meinen Teil stehe da drüber. Zum Glück leben wir nicht mehr zu der Zeit wo der Film spielt. Zum Thema Schwul nur soviel jeder soll nach seiner Fasson glücklich werden.

Da der Film anspruchsvoll, spannend, unterhaltend, lehrreich war über die volle Laufzeit gebe ich 100%. Einfach ein klasse Film.

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vuvuzela

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Bewertung4.0Uninteressant

der Film nervt leicht, weil er die Homosexuellen wieder mal als "Gutmenschen" darstellt und die moralischen untiefen der Schwulenszene ignoriert. Schauspielerisch kann ich wenig kritisieren, vielleicht nur etwas langatmig

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Hypophysenadenom

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Kein Kommentar zu meinen rhetorischen Stilblüten? Ich bin enttäuscht!


Hypophysenadenom

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Ausserdem: Du fühlst Dich echt beleidigt, bloß weil er dich einen Fascho bzw Fundi nennt. Da stehst Du doch drüber.


MartinNolan

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Bewertung5.5Geht so

Ein zwar schauspielerisch durchweg überzeugendes Biopic, das jedoch an einigen Stellen zu oberflächlich und zu langatmig wird. Vieles bleibt im Verborgenen, wird lediglich angerissen und so wirkte auch im gesamten betrachtet Gus Van Sants „Milk“ unfertig, ebenso wie die Arbeit des Harvey Milk. Zwar wurde durch den Einsatz von Archivmaterial versucht eine authentische Kombination zu suggerieren, die Atmosphäre der 70er Jahre dem Zuschauer dadurch noch näher zu bringen, doch gelingt dies nur teilweise, da man die Straffung der 10 Jahre aus dem Leben des Harvey Milk deutlich zu spüren bekommt, was, wie mir erscheint, durch sentimentalen Kitsch zu übertünchen man sich bemüht hat. So kann „Milk“ vielleicht mit einem beeindruckenden Schauspielerensemble, einer guten musikalischen Untermalung durch Danny Elfman und einer Handvoll ansehnlicher Aufnahmen aufwarten, dagegen steht allerdings auch ein schwaches Drehbuch, das dem Thema nur teilweise gerecht werden kann, sowie zudem den Zuschauer einen langen Atem kostet.

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Olilotron

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würde den film höher bewerten, aber deine kritik ist sehr treffend.


MartinNolan

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Vielen Dank! Vielleicht ändert ja eine Zweitsichtung die Wertung :)


JulianVanRheinfall

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Bewertung7.5Sehenswert

Hätte Gus van Sant hier ein bisschen mehr so inszeniert wie bei "Elephant" oder "Paranoid Park", wäre ihm mit "Milk" sicher ein Meisterwerk gelungen. Leider ist "Milk" zu sehr auf Mainstream getrimmt. Trotzdem absolut sehenswert. Die Schauspieler sind grossartig und Josh Brolin spielt sie alle an die Wand. Seine Performance übertrifft sogar die des wunderbaren Sean Penn.

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Mr. Pink

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Spannend erzählter Film, der mir den Politiker und Bürgerrechtler Harvey Milk, von dem ich sonst wohl nie etwas gehört hätte, auf interessante Weise nähergebracht hat. Klassisch Biopic werden wichtige Fakten abgearbeitet, gleichzeitig gibt Gus Van Sant seinen Figuren aber auch Platz zur emotionalen Entfaltung. Wie nah "Milk" an der Realität ist weiß ich mangels Kenntnis des Themas nicht, aber es wirkt schon alles sehr authentisch. Starkes Schauspiel und eine tolle Inszenierung runden das Ganze gelungen ab.

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Janus Winter

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

I want to recruit you!


http://www.queermdb.de/film/milk2008.html

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Le Samourai

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Bewertung9.0Herausragend

Sensationeller Film. So, genau so muss ein gutes Biopic aussehen. Mit viel Liebe zum Detail, authentisch, wertfrei und mit großem Respekt vor den Menschen, deren Leben dargestellt werden. Dabei vergisst Van Sant allerdings nicht, die Anforderungen, die so eine Major-Produktion stellt, zu erfüllen. Das Script ist konzentriert, die Inszenierung kraftvoll, die Spannung durchgehend hoch. Der Cast wurde perfekt zusammengestellt und glänzt durch die Bank, angeführt und gekrönt von einem sensationell spielenden Sean Penn in seiner wohl besten Rolle überhaupt.

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Le Samourai

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Aber du bist leider immernoch nicht witzig. :D
Hmm, eigentlich ist die wie all meine anderen Texte, nur halt wohl zur Abwechslung mal über einen Film, der dir gefällt?! ;)


Janus Winter

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Das muss es sein!


Hagen Hagen

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Wow, was für eine Offenbarung. Was Sean Penn hier macht, ist unglaublich. Er verschwindet so hinter dem Charakter Milk, dass man von ihm selber nicht das kleinste Fitzelchen mehr zu erkennen ist. Wir sehen nur noch diesen unglaublich sanften und freundlichen Mann. Phantastisch. So geht Schauspielern, Ihr Textaufsager!

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Sigrun

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

James Franco als Joseph Scott Smith (Milks Lebenspartner in der Zeit von 1970 bis 1978) befördert den Film von 7,0 auf 8,0. Nicht Sean Penn, den ich ganz normal fand in seiner Rolle, die gut gespielt ist. Aber im Film kommt Franco besser rüber. So ist das halt eben manchmal mit dem besten Freund des Helden ...

P.S. Be excellent to each other!

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Ich-Bin-Viele

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Bewertung9.0Herausragend

"Milk" ist ein beeindruckendes Biopic. Über Sean Penn's Leistung muss kein Wort mehr verloren werden, aber man darf blos nicht den Rest des Casts vergessen: jeder fühlt sich echt an, dem Zuschauer wird mühelos ein tiefschürfender Zugang zu einer menschlichen Welt ermöglicht, die ihm vielleicht - mir zumindest - größtteils fremd ist.
Von Beginn an macht der Film klar, dass er sich nicht für sein Thema schämt, was freilich auch der einzig akzeptable Zugang zu der Handlung ist - gleichzeitig fühlt sich nichts überzeichnet an, selbst die offen zur Schau getragenen Schwulenklischees wirken natürlich, angemessen und würdevoll.
Die Geschichte, die erzählt wird, ist eine wichtige und bis in die Gegenwart relevante. Drum bin ich auch froh um den Film, denn ich muss ehrlich sagen, ohne ihn hätte ich davon nichts gewusst. Der Tod Milk's war für mich relativ unnachvollziehbar. Ich weiß jetzt natürlich nicht, inwiefern die echte Geschichte hier ähnlich verwirrend ist, aber für mich blieben ob der Motivation des Mörders doch einige Fragen offen, es hat nicht so recht in seine bisher demonstrierte Persönlichkeit hineinpassen wollen. Das ist aber kein schwerer Kritikpunkt.
Ein Fim, den man kennen sollte und den die Welt mit Sicherheit auch braucht. Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein Homophober "Milk" sehen kann ohne sich danach nicht ein wenig bescheuert vorzukommen, und das ist gut so.

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ell

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Bewertung9.5Herausragend

Sean Penn, James Franco, Emile Hirsch, Josh Brolin. SUPEER! Was will man mehr?! Und die haben auch alle unglaublich tolle Auftritte hingelegt!! Sean Penn hat den Oscar sowas von verdient!!
Schöne Geschichte. Anschauen!

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Schmax

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Sean Penn eben. Nicht mehr und nicht weniger.

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Velly

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Ein sehr guter und wichtiger Film über ein wichtiges Thema.
Und ein - wie so oft - grandioser Sean Penn!

“Hope will never be silent.”
― Harvey Milk

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Mac_C_Tiro

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Bewertung9.5Herausragend

Sean Penn wie man ihn besser nie sah in einem Portrait das zwar inhaltlich einiges zu wünschen übrig lässt, jedoch denoch ein grobkörniges Bildnis der Tätigkeit Harvey Milks zu liefern weiß. Einige Vorgänge, gerade was die Wahl in den Stadtrat betrifft, hätte man tiefgehender analysieren und somit Milky klarer darstellen können, dies wird jedoch von Penn mit genau kalkulierter und trotzdem glaubwürdig wirkender Mimik mehr als ausgeglichen. Das Feeling der Zeit kommt sehr gut rüber und der Film gleitet nicht mal in den emotionalsten Szenen in den Kitsch ab. Auch der restliche Cast hat mir sehr gut gefallen, abgesehen vielleicht von Brolin, der für seine Rolle ein wenig zu sympathisch wirkt. Auch die angedeutete (und historisch nicht fundiert nachgewiesene), latente Homosexualität seiner Figur empfinde ich als unschön. Es wirkte auf mich als suche man imNachhinein eine Entschuldigung für Dan Whites bestialische Tat. Daher gebe ich nur 8,5 sonst wären es 10 geworden.

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Oskar Gleit

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Feiner Film mit Sean Penn über das politische Lebenswerk des Harvey Milk. Ich wußte bis dato nichts von oder über Harvey Milk. Macht aber nichts, gibt ja Wikipedia. Inhaltlich jedoch ist der Film ein Armutszeugnis erster Güte für die prüden und verklemmten Amerikaner. Sean Penn schafft es auch in diesem Film einen bedeutenden Menschen der amerikanischen Geschichte eindrucksvoll darzustellen. Harvey Milk scheute zu keiner Zeit die öffentliche Konfrontation und den Disput mit seinen politischen Gegnern. Auch Josh Brolin in der Rolle des Dan White weiß zu überzeugen. Das ganze Setting ist sehr detailgetreu den Siebzigern nachempfunden und die Machart läßt eigentlich eher auf Oliver Stone schließen. Ein Plädoyer an die Menschlichkeit und die Gleichberechtigung. Klare Empfehlung von mir !!!

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Weltenkind

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

"Ein Homosexueller mit Macht... unheimlich."

Milk ist ein Biopic über den wichtigsten Menschen in der Schwulenbewegung. Nüchtern und ernstzunehmend erzählt Regisseur Gus van Sant einen zehn jährigen Lebensabschnitt aus dem Leben des Harvey Milk. Die 70er Jahre-retro-Optik wird durch Einspielungen in schwarz-weiß und klassen Kostümen glaubwürdig rübergebracht. Trotz der eher gradlinigen Erzählweise kommen gerade in wirklich wichtigen Momenten die dramatischen Aspekte nie zu kurz und werden, wie der gesamte Filme, von Sean Penn dominiert und getragen. Penns Schauspielleistung ist wirklich grandios. Mit dezentem homosexuellem Overacting mimt er den schwulen Strahlemann einzigartig. Dagegen wirkt der eher mittelmäßige und infantil auflaufende James Franco wie ein laues Lüftchen. Das ganze wird durch die passende, klassische Musik untermalt und bringt gerade die 70er Jahre sehr glaubwürdig rüber. Wichtiger Film, wichtige Thematik, wichtiger Appell an die Gesellschaft. Must-See.

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Aylon5

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Bewertung5.5Geht so

Klasse Geschichte aber trotzdem konnte der Film nur stellenweise unterhalten.
Das 70er Jahre feeling kam zwar recht gut rüber und als Biopic funktioniert der Film ganz gut nur zur Unterhaltung weniger.
Schlussendlich war "Milk" für mich persönlich trotz der sehr guten Geschichte nur mittelmäßig und das hat bestimmt nichts mit einer Laktose unverträglichkeit zu tun...

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Janus Winter

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Hast du denn eine? :)


Chewbacca

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Bewertung7.5Sehenswert

Unter der Regie von Gus van Sant entstand dieser sehr wichtige Film, der genau wie sein Titel schlicht und schnörkellos ist. Man erzählt die Geschichte von Harvey Milk, der im San Francisco der 70er der Auslöser der Schwulenbewegung war und für deren Rechte eintrat.

Wie man es mittlerweile schon oft gesehen hat, wird zu Beginn schon vom tödlichen Attentat auf Harvey berichtet, während er selbst die Ereignisse in Rückblicken erzählt. Diese sind stets sehr schön im Retro-Stil gehalten und teils mit Originalmaterial versehen, wodurch ein gewisser Reportage-Charakter entsteht. Neben der hervorragenden Leistung von James Franco muss man natürlich wiedermal Sean Penn Tribut zollen, denn dieser Mann kann selbst die schwierigsten Rollen meistern und weiß mit seiner absoluten Hingabe zu überzeugen.

Leider hapert es dem politischen Drama, wie zu erwarten am Spannungsfaktor, den es aber durch einen riesigen Überschuss an Hoffnung wieder wettmachen kann und damit letztendlich vollkommen überzeugen kann.

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Sinister Kid

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

James Franco sieht als Schwuler mit Schnauzer sehr lecker aus.

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