Milk - Kritik

US 2008 Laufzeit 128 Minuten, FSK 12, Drama, Kinostart 19.02.2009

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    "Milk" von Gus van Sant ist ein durchgehend gutes Biopic. Die Schauspieler schaffen es ihre Figuren ins Herz des Zuschauers zu manövrieren und der Spannungsbogen lässt keinen Raum für Langweile. Die Inszenierung teilweise im Vintage-Stil ist grundsolide. Aber insgeheim hätte ich mir eine ein bisschen mutigere, provokantere, zusammen gefasst vielleicht einfach eine weniger hollywoodsche Inszenierung gewünscht.

    • 8

      Wenn Liebe zur Politik wird....

      Vor einigen Monaten hab ich mich recht intensiv mit den Filmen von Gus van Sant beschäftigt. Dessen Independent Filme und ihr Verweigern jeglicher Normen und Grenzüberschreitung ist mutig wie anstrengend. Mit MILK produziert Van Sant jedoch einen Film, der aufgrund seiner Historie und seines Themas in die Kategorisierung des typischen Oscar-Bait BioPic fällt.
      Doch weit gefehlt : Van Sant rattert nicht einfach die Geschichte des Schwulenrechtlers Harvey Milk herunter, sondern schmückt sie aus. Selten erlebt man ein BioPic, welches so leidenschaftlich und voller Energie daher kommt. Mithilfe von großartiger Bebilderung und Montagetechnik erweckt Van Sant das Zeitalter wieder zum Leben.
      Manch einer sagt, Sean Penn habe bei der Oscarverleihung des damaligen Jahres selbst gewusst, das sein Oscar eigentlich für Mickey Rourke in THE WRESTLER vorbestimmt war. So beeindruckend Rourke auch war, genauso verpasst Penn mit seinem extrovertierten, mutigen Spiel diesem Film noch mehr Leben. Seine Performance ist eine Tour de Force aus Willenskraft und Emotionalität.
      Schön sei auch anzumerken, das Van Sant die Botschaft "Homosexuelle verdienen Rechte" dem Zuschauer nicht ins Gesicht haut, sondern er schlau genug ist und von Anfang an auf die Empathie seines Zuschauers hofft. Lediglich mit seiner Schlusskonklusion macht er es sich viel zu einfach.
      Inmitten des Wirrwarrs aus Pressekonferenzen, Demonstrationen und Debatten gibt es immer wieder kleine Szenen zwischen den Männern, die dran erinnern, das die Liebe es wert ist, um sie zu kämpfen....

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      • 8
        freakualizer 10.03.2015, 14:50 Geändert 10.03.2015, 16:45

        Sean Penn ist eh super und der Film hier verlangt seiner Kunst einiges ab- richtig gut! James Franco hat mich wieder mal überzeugt, dass er alles kann. Der Film spielt für mich in der gleichen Liga wie zuletzt Dallas Buyers Club, Liberace und I love You Phillip Morris (auch wenn letzterer kein Biopic ist).

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        • 5

          Die Handlung zeigt hauptsächlich die letzten beiden Lebensjahre des ersten offen Schwulen, der in den US-Staaten in ein öffentliches Amt gewählt wurde: Harvey Milk. Ein Bürgerrechtler der erkannte, das er „sich nun engagieren oder für immer das Maul halten sollte“. Von da an galt es für ihn die Schwulenbewegung vorwärts zu bringen. Im Film bilden Tonbandaufzeichnungen, die von Milk ein Jahr vor seinem Tod gemacht wurden, den roten Faden an den sich der Zuschauern entlang hangeln kann.
          Das Setting bringt den Zeitgeist sehr gut rüber. Sean Penn gelingt eine beeindruckende Darstellung. Auch Josh Brolin darf nicht unerwähnt bleiben. Doch habe ich mit „Milk“ andere Probleme. In seiner Präsentation besitzt „Milk“ einen dokumentarischen Flair. Teilweise übt die Inszenierung auf mich eine geradlinige Langeweile aus, dem ich mich schwer entziehen kann. Ich empfinde es sehr viel interessanter mich mit dem Wirken des echten Harvey Milk auseinander zu setzen als mir dieses spärlich unterhaltsame Biopic anzusehen.
          Einerseits finde ich es gut, das hier auch Dan White in der Handlung Raum gegeben wird. Allerdings wird dieser Pluspunkt damit zunichte gemacht, das ihm gewisse Dinge angedichtet werden. Fakt ist, das die Hintergründe der Tat bis dato nicht geklärt sind. Außerdem hat mir nicht gefallen, das die Filmemacher über Harvey Milks ersten 40 Lebensjahre nichts verlauten lassen. Zeitlich setzt der Film im Jahre 1970 ein. Also quasi mit Beginn seines Politischem Wirken. Dann werden sechs Jahre innerhalb einer ½ Std erzählt und die restlichen 1 ½ Stunden konzentrieren sich auf die eingangs angesprochenen, letzten zwei Lebensjahre. Diesen Ansatz empfinde ich, als Portrait eines Mannes, als unbefriedigend!

          Bei der Verleihung der Academy Awards 2009 erhielt Sean Penn zurecht einen Goldjungen [Bester Hauptdarsteller]. Für das Beste Original-Drehbuch erhielt Dustin Lance Black ebenfalls eine Auszeiichnung. „Milk“ war noch für sechs weitere Oscars nominiert [Bester Film, Beste Regie, Josh Brolin für Bester Nebendarsteller, Beste Filmmusik, Beste Kostüme, Bester Schnitt].
          http://www.moviepilot.de/liste/oscar-nominations-and-winners-roostercogburn

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          • 8 .5

            Schon etwas länger her das ich diesen Film gesehen habe aber es gibt wenige Filme die mir aufgrund einer so guten schauspielerischen Leistung im Kopf geblieben sind. BRAVO !

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            • 8

              Sean Penn grandios, James Franco und Emil Hirsch auch ganz stark. Dazu kommt eine gute und auch wahre Story die diesen Film so wichtig macht. Man muss Milk einfach gesehen haben!!!

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              • 8

                [...] Anders aber als andere Filme, die ihr Publikum mit einer echten Faktenflut zu erschlagen drohen oder Tatsachen verschleiern, um einen profitableren dramaturgischen Ertrag daraus erzielen zu können (wie zum Beispiel Ron Howards Dummfilm „A Beautiful Mind“ mit Russell Crowe), folgt „Milk“ einem herrlich geerdeten Strickmuster und macht über seine 120-minütige Laufzeit immer einen angenehm schwungvollen Eindruck, ohne die eigenen Ambitionen dem blanken Effekt unterzuordnen. [...] „Milk“ schafft es geradezu hervorragend, die private wie politische Vita des Harvey Milk unter einen Hut zu bringen, ohne in ein narratives Ungleichgewicht zu kippen. Vielmehr keimt daraus eine Symbiose der Wahrhaftigkeit, die die Persönlichkeit Harvey Milk und sein unermüdliches Engagement greifbar machen. [...] Dieser Film ist ein Geschenk. Ein berührendes, reifes, aber niemals manipulatives Erlebnis, das sich zu einem echten Plädoyer für die Gleichberechtigung aufbäumt und dem Pathos vom Gutmenschen konsequent entsagt. [...]

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                • 7 .5

                  "Ich weiß, von der Hoffnung allein kann niemand leben, aber ohne Hoffnung ist das Leben nicht lebenswert."

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                  • 8 .5

                    „Cleve trommelt im Castro ein paar Leute zusammen“, über 30000 sind es dann geworden.

                    • 8

                      Der Film glänzt mit einem starken Ensemble, einer sticht hierbei natürlich heraus. Sean Penn -> Auch hier wieder ein Großartiger Hauptdarsteller <- "That's right!". Vor allem durch ihn ist Milk eine starkes Biopic geworden. Die Original Filmaufnahmen bzw das Archivmaterial gibt dem Film zusätzlich Emotionalität.

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                      • 7

                        traurig das es so enden musste...er hätte noch viel erreicht

                        • 8 .5

                          Beeindruckend gespieltes Porträt eines Mannes mit einer Mission. Ein Prinzip Hoffnung, von dem man sich gerne rekrutieren lässt.

                          • 8

                            Wie man so dazu kommt, sich einen Film anzuschauen, den man sonst vermutlich nie gesheen hätte. ^^
                            Mir und meiner Lady ist heute beim "menscheln" die Fernbedienung vom Sofa gefallen, und hat irgendwie umgeschaltet.. als das Interesse sich irgendwann wieder dem Fernseher zuwanft, begann gerade "Milk". Zu ermattet, um die Fernbedienung zu suchen und aufzuheben ;-) .. blieb der Streifen dann eben an.
                            Gott sei Dank kann ich nur sagen, Sehr interessantes Biopic gespickt mit viel Originalmaterial und guter schauspielerischer Leistung.

                            Hat mich dazu verleitet, mir auf jeden Fall auch noch die entsprechende, ebenfalls Oscar-Prämiert Doku anzuschauen.

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                            • 8

                              Zufällig mal im TV gesehen und sofort begeistert. Der Oscar war hier genauso berechtigt, wie für Mystic River. So eine Rolle hätte ich Sean Penn hier gar nicht zugetraut. Ich war positiv überrascht.

                              • 10

                                Hoppla was war den das?

                                Habe den Film gerade gesehen und bin doch recht erstaunt. Hinter dem merkwürdigen Titel verbirgt sich nicht nur ein Klasse Polit Film sondern er erzählt ein wesentlichen Teil der Schwulen Bewegung der USA. Harvey Milk ich muss zugeben, hatte ich nie gehört den Namen.

                                Film fängt gut an und desto länger er geht, umso mehr er offenbart, umso mehr taucht man ein, in diesen Teil der Geschichte,

                                Dabei schafft es der Film eine ganze Bewegung und dessen Bedeutung jemanden zu vermitteln der davon vorher keine Ahnung hat. Man wird nicht nur großartig unterhalten man lernt und lebt Geschichte. Der Film ist außerordentlich gut besetzt die Schauspieler bringen das sehr gut rüber.

                                Ich kann mir vielleicht vorstellen das nicht jeder meine Meinung teilt, küssende Männer sind nicht für jeden was, aber ich für meinen Teil stehe da drüber. Zum Glück leben wir nicht mehr zu der Zeit wo der Film spielt. Zum Thema Schwul nur soviel jeder soll nach seiner Fasson glücklich werden.

                                Da der Film anspruchsvoll, spannend, unterhaltend, lehrreich war über die volle Laufzeit gebe ich 100%. Einfach ein klasse Film.

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                                • 4

                                  der Film nervt leicht, weil er die Homosexuellen wieder mal als "Gutmenschen" darstellt und die moralischen untiefen der Schwulenszene ignoriert. Schauspielerisch kann ich wenig kritisieren, vielleicht nur etwas langatmig

                                  • 5 .5

                                    Ein zwar schauspielerisch durchweg überzeugendes Biopic, das jedoch an einigen Stellen zu oberflächlich und zu langatmig wird. Vieles bleibt im Verborgenen, wird lediglich angerissen und so wirkte auch im gesamten betrachtet Gus Van Sants „Milk“ unfertig, ebenso wie die Arbeit des Harvey Milk. Zwar wurde durch den Einsatz von Archivmaterial versucht eine authentische Kombination zu suggerieren, die Atmosphäre der 70er Jahre dem Zuschauer dadurch noch näher zu bringen, doch gelingt dies nur teilweise, da man die Straffung der 10 Jahre aus dem Leben des Harvey Milk deutlich zu spüren bekommt, was, wie mir erscheint, durch sentimentalen Kitsch zu übertünchen man sich bemüht hat. So kann „Milk“ vielleicht mit einem beeindruckenden Schauspielerensemble, einer guten musikalischen Untermalung durch Danny Elfman und einer Handvoll ansehnlicher Aufnahmen aufwarten, dagegen steht allerdings auch ein schwaches Drehbuch, das dem Thema nur teilweise gerecht werden kann, sowie zudem den Zuschauer einen langen Atem kostet.

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                                    • 8 .5

                                      Wenn einer eine Reise macht, hat er viel zu erzählen... Teil 9
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                                      Liebes Tagebuch,

                                      ich vermisse meinen John schon jetzt. Aber bei seiner echten Mutter hat er es sicher viel besser, als wenn er mit mir um die Welt reisen müsste. Naja, zumindest bin ich in San Francisco angekommen. Mein Watschelgang ist schon wieder schwächer geworden, dennoch tut mir mein Hintern noch immer weh, weshalb ich beschlossen habe, vor meinem Flug nach Japan in meinem Hotelzimmer zu bleiben. Auf dem Bauch liegend zappe ich also durch die Kanäle des amerikanischen Pay-TV, muss aber feststellen, dass die Amis den gleichen Müll zeigen, wie bei uns zu Hause. Ich fing gerade an, mich ein wenig zu langweilen, als plötzlich Krach und Schreie von der Straße zu mir dringen. Ein riesiger Menschenauflauf! Okay, da mussten meinen Leiden mal hintern anstehen (hahaha) und ich bin nach unten gegangen.

                                      Dort war eine Art Kundgebung in Gange, zwischen Cable Cars und zahlreichen bunten Blumen. Überwiegend Männer, auch ein paar Frauen, standen um einen einzigen Mann. „My name is Harvey Milk and I’m here to recruit you!“ Ich hatte natürlich keine Ahnung, wer dieser Harvey Milk (war das ein Künstlername?) war, aber dieser hagere Mann mit den leicht gelockten Haaren wollte uns anscheinend rekrutieren. Für was auch immer. Aber das war auch eigentlich egal, denn der Mann hatte eine Ausstrahlung, eine Anziehungskraft. Er war nicht unbedingt schön, aber wenn er sprach, dann hörte man ihm zu. Dann hing die Menge förmlich an seinen Lippen. Und dann schrie sie zustimmend zurück. Was war das hier? Eine Sekte oder so? Vielleicht diese Scientologen, von denen man ja immer wieder hört. Ich blickte mich um und sah viele Plakate, auf denen „Gay Rights“ und ähnliches stand. Scientologen also schon mal nicht. Aber wo war ich hier?

                                      Einer der Anwesenden meinte, das sei Harvey Milk. Toll, so weit war ich auch schon. Der Mann hat sich ja immerhin vorgestellt. Aber Gus, der Mann, den ich gefragt hatte, der sah wohl, dass ich mit dieser Antwort nicht zufrieden war. Also begann er zu erzählen. Er fing damit an, wie sich Harvey Milk in einen Mann verliebte. Mit ihm gemeinsam von New York nach San Francisco kam und dort im überwiegend von Homosexuellen bewohnten Stadtteil Castro einen kleinen Laden eröffnete. Er erzählte davon, wie er sich nach und nach immer mehr für die Rechte der Schwulen und Lesben einsetzte. Wie sein Laden zur Zentrale für eine Homosexuellen-Bewegung wurde. Wie er entschied, vom einfachen Bürgerrechtler zum Politiker umzusatteln, um wirklich etwas bewegen zu können. Wie er sich zur Wahl für den Stadtrat von San Francisco aufstellen ließ, scheiterte, aber trotzdem nicht aufgab. Er erzählte von all den Widerständen. In der Gesellschaft, aber auch durch Behörden. Und er erzählte mir auch von Milks privaten Problemen. Mit seinem Partner, von deren zunehmender Entfremdung. Und jetzt war der Abend vor der Wahl. Und Harvey Milk, dieser charismatische dünne Mann mit Blumenkette hat sich wieder aufstellen lassen. Ein erneuter Versuch, in den Stadtrat zu kommen. Und dafür demonstrieren eben hunderte von Homosexuellen. Sie wollten darauf aufmerksam machen, sie wollten nochmal für Stimmen werben, die Massen mobilisieren.

                                      Nach dieser Geschichte von Mr. Van Sant war mir Harvey Milk, obwohl ich zuvor den Namen noch nie gehört hatte, total sympathisch. Mir kommt es so vor, als ob ich ihn schon Jahre kennen würde und an seinem Leben teilgehabt hätte. Das ist natürlich nicht der Fall gewesen, aber wenn ich ebenfalls wählen dürfte, meine Stimme hätte er. Mich hätte er rekrutiert. Allzu lange hab ich es dann doch nicht mehr auf der Straße ausgehalten. Drum lieg ich jetzt wieder hier auf meinem Bett im Hotelzimmer, schreibe diesen Tagebucheintrag und entspanne meinen… mich. Denn schon bald solls nach Japan gehen. Bis dahin,

                                      Dein Kobbi

                                      PS: Meine bisherige Route: http://www.moviepilot.de/liste/mein-filmisches-reisetagebuch-kobbi88

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                                      • 7 .5

                                        Hätte Gus van Sant hier ein bisschen mehr so inszeniert wie bei "Elephant" oder "Paranoid Park", wäre ihm mit "Milk" sicher ein Meisterwerk gelungen. Leider ist "Milk" zu sehr auf Mainstream getrimmt. Trotzdem absolut sehenswert. Die Schauspieler sind grossartig und Josh Brolin spielt sie alle an die Wand. Seine Performance übertrifft sogar die des wunderbaren Sean Penn.

                                        • 8

                                          Spannend erzählter Film, der mir den Politiker und Bürgerrechtler Harvey Milk, von dem ich sonst wohl nie etwas gehört hätte, auf interessante Weise nähergebracht hat. Klassisch Biopic werden wichtige Fakten abgearbeitet, gleichzeitig gibt Gus Van Sant seinen Figuren aber auch Platz zur emotionalen Entfaltung. Wie nah "Milk" an der Realität ist weiß ich mangels Kenntnis des Themas nicht, aber es wirkt schon alles sehr authentisch. Starkes Schauspiel und eine tolle Inszenierung runden das Ganze gelungen ab.

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                                          • 8 .5

                                            I want to recruit you!


                                            http://www.queermdb.de/film/milk2008.html

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                                            • 9

                                              Sensationeller Film. So, genau so muss ein gutes Biopic aussehen. Mit viel Liebe zum Detail, authentisch, wertfrei und mit großem Respekt vor den Menschen, deren Leben dargestellt werden. Dabei vergisst Van Sant allerdings nicht, die Anforderungen, die so eine Major-Produktion stellt, zu erfüllen. Das Script ist konzentriert, die Inszenierung kraftvoll, die Spannung durchgehend hoch. Der Cast wurde perfekt zusammengestellt und glänzt durch die Bank, angeführt und gekrönt von einem sensationell spielenden Sean Penn in seiner wohl besten Rolle überhaupt.

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                                              • 8

                                                Wow, was für eine Offenbarung. Was Sean Penn hier macht, ist unglaublich. Er verschwindet so hinter dem Charakter Milk, dass man von ihm selber nicht das kleinste Fitzelchen mehr zu erkennen ist. Wir sehen nur noch diesen unglaublich sanften und freundlichen Mann. Phantastisch. So geht Schauspielern, Ihr Textaufsager!

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                                                  James Franco als Joseph Scott Smith (Milks Lebenspartner in der Zeit von 1970 bis 1978) befördert den Film von 7,0 auf 8,0. Nicht Sean Penn, den ich ganz normal fand in seiner Rolle, die gut gespielt ist. Aber im Film kommt Franco besser rüber. So ist das halt eben manchmal mit dem besten Freund des Helden ...

                                                  P.S. Be excellent to each other!

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                                                    "Milk" ist ein beeindruckendes Biopic. Über Sean Penn's Leistung muss kein Wort mehr verloren werden, aber man darf blos nicht den Rest des Casts vergessen: jeder fühlt sich echt an, dem Zuschauer wird mühelos ein tiefschürfender Zugang zu einer menschlichen Welt ermöglicht, die ihm vielleicht - mir zumindest - größtteils fremd ist.
                                                    Von Beginn an macht der Film klar, dass er sich nicht für sein Thema schämt, was freilich auch der einzig akzeptable Zugang zu der Handlung ist - gleichzeitig fühlt sich nichts überzeichnet an, selbst die offen zur Schau getragenen Schwulenklischees wirken natürlich, angemessen und würdevoll.
                                                    Die Geschichte, die erzählt wird, ist eine wichtige und bis in die Gegenwart relevante. Drum bin ich auch froh um den Film, denn ich muss ehrlich sagen, ohne ihn hätte ich davon nichts gewusst. Der Tod Milk's war für mich relativ unnachvollziehbar. Ich weiß jetzt natürlich nicht, inwiefern die echte Geschichte hier ähnlich verwirrend ist, aber für mich blieben ob der Motivation des Mörders doch einige Fragen offen, es hat nicht so recht in seine bisher demonstrierte Persönlichkeit hineinpassen wollen. Das ist aber kein schwerer Kritikpunkt.
                                                    Ein Fim, den man kennen sollte und den die Welt mit Sicherheit auch braucht. Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein Homophober "Milk" sehen kann ohne sich danach nicht ein wenig bescheuert vorzukommen, und das ist gut so.

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