Clint Eastwoods Einstieg in die Spätphase seines Œuvres -
Mit "Million Dollar Baby" wagt sich Filmlegende Eastwood nur scheinbar auf ein neues Terrain; bei näherem Betrachten greift er viele Themen auf, die ihn von jeher als Regisseur beschäftigt haben, und so funktioniert sein Boxerdrama auch als Mittelteil einer inoffiziellen Trilogie über die verschiedenen Aspekte des Älterwerdens und der Vergangenheitsbewältigung, welche zuvor deutlich in "Space Cowboys" aufgegriffen, und später in "Gran Torino" weiter variiert wurden. Mit diesen Filmen teilt auch "Million Dollar Baby" einiges, allen voran die Tatsache, dass es an einem Spannungsbogen im eigentlichen Sinn fehlt: Eastwood benutzt sein Boxerdrama als Aufhänger für seine Parabel über Verantwortung und schlussendlich als Plädoyer für die Sterbehilfe, aber unter dramaturgischen Gesichtspunkten ist sie als eher mittelmäßig einzustufen, hält sie sich doch lange Zeit an…
Clint Eastwoods Einstieg in die Spätphase seines Œuvres -
Mit "Million Dollar Baby" wagt sich Filmlegende Eastwood nur scheinbar auf ein neues Terrain; bei näherem Betrachten greift er viele Themen auf, die ihn von jeher als Regisseur beschäftigt haben, und so funktioniert sein Boxerdrama auch als Mittelteil einer inoffiziellen Trilogie über die verschiedenen Aspekte des Älterwerdens und der Vergangenheitsbewältigung, welche zuvor deutlich in "Space Cowboys" aufgegriffen, und später in "Gran Torino" weiter variiert wurden.
Mit diesen Filmen teilt auch "Million Dollar Baby" einiges, allen voran die Tatsache, dass es an einem Spannungsbogen im eigentlichen Sinn fehlt: Eastwood benutzt sein Boxerdrama als Aufhänger für seine Parabel über Verantwortung und schlussendlich als Plädoyer für die Sterbehilfe, aber unter dramaturgischen Gesichtspunkten ist sie als eher mittelmäßig einzustufen, hält sie sich doch lange Zeit an den engen Grenzen des typischen Sportfilms fest.
Das dies nicht stärker ins Gewicht fällt, liegt zuallererst an Eastwood selbst - die meditative Ruhe seines Inszenierungsstils findet hier ihren Höhepunkt, zum anderen ist seine Verkörperung des knurrigen Alten qualitativ stark und schön anzusehen, wenngleich auch nicht ganz frei von Klischees. Ähnliches ließe sich über Freeman sagen, der aus seiner Rolle des stichwortgebenden und aus dem Off sprechenden Vaterersatzes das Maximum rausholt, gleichzeitig seinem persönlichen Repertoire aber keinen neuen Aspekt hinzufügen kann. Ganz im Gegensatz zur weiblichen Hauptrolle: Hilary Swank blüht als Opfer des vorzeitigen Endes der from-rags-to riches-Geschichte sichtlich auf, und legt in "Million Dollar Baby" die bisher beste und anspruchsvollste Performance ihrer Karriere hin.
Der abrupte Genrewechsel von Sportler-Biographie zu Ethik-Drama im letzten Drittel des Filmes, funktioniert zwar als Synonym für die Unerwartetheit vergleichbarer Ereignisse und ihrer Auswirkungen auf alle Beteiligten, dürfte aber manchen Zuschauern sauer aufstoßen.
Denn obwohl die Wendung des Handlungsfadens den bisher durch Stallone breitgetretenen Pfaden einige neue Aspekte hinzufügt, und auch innerhalb der geschlossenen Einheit des eigentlichen Films eine gewisse Konsequenz besitzt - gegen Ende hakt Eastwoods Boxerdrama am meisten: Aus dramaturgischen Gründen serviert Drehbuchautor Haggins das eine oder andere platte Klischee in Form einer White Trash-Sippe ohne Verantwortungsbewusstsein und speist die gesamten Auseinandersetzung mit der Sterbehilfeproblematik eher unglücklich ab.
Letztendlich ist es hierbei egal, welche Position man in jener Debatte selbst einnimmt, um zu erkennen, dass eine längere Diskussion über die Ethik und Moral solcher Allmachtsentscheidungen von Nöten wäre, als "Million Dollar Baby" sie liefert. Durch diese Verkürzungen muss sich Eastwood dem Vorwurf des pathetischen und moralisch zumindest nicht unbedenklichen Schlusses gefallen lassen, welchen er in "Gran Torino" noch einmal unrühmlich toppte.
Dies macht aus "Million Dollar Baby" keinen wesentlich schlechteren Film, aber es hinterlässt einen schalen Beigeschmack zu einem ansonsten über nahezu jeden Zweifel erhabenes Werk.
Nein, natürlich nicht per se. Aber solch einer strittigen Diskussion in einem Überlänge-Film schlussendlich nur 10 Minuten einzuräumen - ich weiß nicht; ich persönlich empfand es als überhastet. Vorallem weil man das Gefühl nicht loswird, dass Eastwood sich gegen Ende eben doch mehr zu einer typischen Film-Dramaturgie, denn zu einer wirklichen Meinungskundgabe oder ähnlichem hat hinreißen lassen.
Schön differenziert. Wenn man eine solche Einstellung zu Leben und Tod hat,oder schon solche Erfahrungen machen mußte, ist der Film wohl das ganz persönliche Referenzwerk, trotz aller klischeebehafteten Übertreibungen. Aber wer kann solch eine Einstellung schon zu einhundert Prozent verinnerlichen?
"Million Dollar Baby" ist ein Film, der man mindestens einmal gesehen haben muss. Clint Eastwood hat hier ein Werk erschaffen, dass auch noch in einigen Jahren zu den besten Filmen des Genres gezählt werden können. Wer sich "Million Dollar Baby" entgehen lässt, verpasst ein Meisterwerk.
Hillary Swanks Name ist noch weit davon entfernt, von jedem sofort erkannt zu werden. Doch das ist ja auch nur die Definition von „Star“, und längst nicht jeder „Schauspieler-Star“ ist ein „Star-Schauspieler“. Davon abgesehen legt Hillary Swank mit „Million Dollar Baby“ erst ihre zweite wirkliche Hauptrolle vor. Die Tatsache, daß sie für beide dieser Rollen einen Oscar als „Beste Hauptdarstellerin“ erhalten hat, macht dann wohl klar, womit die gute Dame punkten will: Mit Qualität statt Quantität.
Maggie Fitzgerald (Hillary Swank) kommt aus der weißen Unterschicht, in America etwas abschätzig „White Trash“ genannt. Mit 30 Jahren hat sie es nicht wirklich zu viel gebracht. Immerhin ist sie vom mütterlichen Wohnwagenpark im Gegensatz zu ihrer Schwester in die große Stadt gezogen, um zielstrebig ihren Traum zu verfolgen: Eine erfolgreiche Boxerin zu werden. In der Boxschule von Frankie Dunn (Clint Eastwood) trainiert die Kellnerin abend für abend…
Hillary Swanks Name ist noch weit davon entfernt, von jedem sofort erkannt zu werden. Doch das ist ja auch nur die Definition von „Star“, und längst nicht jeder „Schauspieler-Star“ ist ein „Star-Schauspieler“. Davon abgesehen legt Hillary Swank mit „Million Dollar Baby“ erst ihre zweite wirkliche Hauptrolle vor. Die Tatsache, daß sie für beide dieser Rollen einen Oscar als „Beste Hauptdarstellerin“ erhalten hat, macht dann wohl klar, womit die gute Dame punkten will: Mit Qualität statt Quantität.
Maggie Fitzgerald (Hillary Swank) kommt aus der weißen Unterschicht, in America etwas abschätzig „White Trash“ genannt. Mit 30 Jahren hat sie es nicht wirklich zu viel gebracht. Immerhin ist sie vom mütterlichen Wohnwagenpark im Gegensatz zu ihrer Schwester in die große Stadt gezogen, um zielstrebig ihren Traum zu verfolgen: Eine erfolgreiche Boxerin zu werden. In der Boxschule von Frankie Dunn (Clint Eastwood) trainiert die Kellnerin abend für abend verbissen aber wenig erfolgreich, bis sie dem ehemaligen Boxchampion und Hausmeister Scrap (Morgan Freeman) auffällt, der gleichzeitig Frankies bester Freund ist. Er erkennt den eisernen Willen der jungen Frau und überredet Frankie entgegen dessen Prinzipien, die junge Frau zu trainieren.
Anfänglich noch sehr reserviert und beladen mit unverarbeitetem seelischen Ballast sind seine ersten Trainingseinheiten mit Maggie geprägt von Pessimismus, Mürrigkeit und einem ordentlichen Gefälle in der Gleichberechtigung. Doch schon bald merkt er, dass seine Schülerin über genauso viel Ehrgeiz wie Talent verfügt. Parallel entwickelt sich eine väterliche Freundschaft zwischen den beiden, während Maggie von einem Sieg zum nächsten eilt und schließlich im mit einer Million Dollar dotierten Weltmeisterschaftskampf steht, wo das Schicksal eine unerwartete Wendung herbeiführt und sich die entstandene Freundschaft bewähren muß.
Weite Teile des Films manövriert das Drehbuch dicht an klassischen Klischees eines Boxfilmes entlang. Vor allem die packenden schauspielerischen Leistungen von Eastwood, Swank und Freeman in ihrer jeweiligen Rolle trägt den Film die erste Hälfte über. Die Tatsache, dass Swank nicht Maggie spielt sondern Maggie ist, lässt sich nicht nur an der Tatsache festmachen, dass sie für die Rolle ein, hartes, drei Monate dauerndes Boxtraining absolviert hat (und beeindruckende Muskeln aufgebaut hat), sondern zuerst an der oscarprämierten, hochauthentischen Darstellung der zielstrebig-optimistischen aber nicht naiven Kellnerin mit dem großen Traum zu verdanken. Ebenfalls beeindruckend die Leistung von Morgan Freeman als beider enger Freund Scrap, der die gute Seele im Hintergrund darstellt und ebenfalls mit einem Oscar als „Bester Nebendarsteller“ bedacht wurde. Eastwood erhält nach „Mystic River“ zu recht den Oscar für seine Regie, denn dem Altmeister ist es erneut gelungen, mit seiner sensiblen Charakterzeichnung die Nuancen der Persönlichkeiten und der Handlung herauszustellen. Ein packendes Drama über die Zielstrebigkeit, seinen Traum zu verwirklichen, über Loyalität und Freundschaft.
Die unglaubliche Hilary Swank, die schon mit ihrem ersten Film "Boys Don"t Cry" einen Oscar errungen hat, schenkt dem menschlichen Willen eine nahezu perfekte Verkörperung. Mit unbändiger Energie und Bestimmtheit verleiht sie ihrer Boxerin Fäuste, Blicke und ein Rückgrat, dass manche reale Sportlerin neidisch werden könnte.
So sieht “großes Kino” aus. Die Geschichte ist einzigartig geschrieben, einzelne kleine Handlungsstränge harmonisch ineinander gewebt. Kein Wunder, dass der Film insgesamt vier Oscars gewonnen hat und für weitere drei nominiert war.
Clint Eastwoods Oscarpreis-gekröntes Drama über Aufstieg und Fall (sic) einer Boxerin.
Typischer Oscar-Film. Äusserst ansehnlich photographiert, schön gespielt und ein Script, das mit seinem Etwas an Radikalität nach Goldklumpen regelrecht bettelt. Die Academy ist seit jeher nicht für ihre Unberechenbarkeit bekannt, trotzdem ist der Film bemerkenswert stur und einfallslos auf dieses Publikum getrimmt, dass sich einmal im Jahr mit einem Kino-Besuch etwas gepflegte Tragik gönnt - wen wundert's, dass die 08/15-Story dabei nicht über Klischees und Stereotypen hinaus kommt, die allerdings durch Eastwoods guter Regie recht vital erzählt sind.
Der Film ist nicht schlecht! Swank spielt klasse - ob's preisverdächtig ist darf jeder selbst entscheiden - und Clint gibt den knarzigen Trainer im Schlaf. Die Boxkämpfe sind actionreich und die überwiegend düstere Kamera-Arbeit wartet mit erlesenen Bildern auf - nur zum Finale wird's ärgerlich, wenn der Film schmerzen möchte, dabei aber doch nur peinlich manipulativ die Tränendrüse anvisiert und in keinster Weise zu berühren vermag, weil das unverhohlene Schielen nach höheren Weihen mit diesem von seichter Dramatik gespickten Schicksal der Boxerin einem alles verbaut. Swank sieht selbst in der schwersten Stunde ihres Lebens aus wie ein Engel. Wenn sie den Film mit zermantschter Fresse beschlossen hätte, wäre ich beeindruckter gewesen - aber das war die Academy von "Rocky" ja ebenfalls...
"Million Dollar Baby" ist für mich einer der beeindruckendsten Filme, die es überhaupt gibt. Die Eindringlichkeit dieses Films geht unter die Haut. Clint Eastwood hat mit diesem Film ein vielschichtiges und bewegenes Drama geschaffen, welches den Zuschauer während des Sehens, und auch danach noch, emotional ungeheuer berührt.
"Million Dollar Baby" kommt zugleich wie ein Film Noir daher, mit Frankies abgerissener Boxhalle und den Schatten, die sich dauernd auf Gesichter legen, und den ausgelaugten Farben. Noirs riechen gewöhnlich nach Nihilismus und existentieller Verzweiflung - hier jedoch schieben sich unmerklich Akzeptanz, Vergebung und Erlösung in den Vordergrund. Zwei Filmdrittel fliegen vorbei, und wir haben eine wunderbar entspannte Geschichte gesehen, mit dem lakonischsten aller Humore.
Eastwoods Film scheint aus einer anderen Kino-Epoche in die Gegenwart hineinzuragen, eine Patina liegt über den Bildern, denen sämtliche kräftige Farben entzogen sind, als wollte sich der Film dem Schwarzweiß der klassischen Boxerfilme annähern. Ein Erzählkommentar aus dem Off gemahnt an den romantischen Fatalismus des Film noir; die Düsternis, auf die der Regisseur seit jeher seine Kameraleute einschwört, unterstreicht diesen Pessimismus.
Der Name "Boxerfilm" wird diesem Film nicht vollends gerecht, da er tief in der ethischen Problematik der Sterbehilfe gräbt - ein echt starker Film! Und der Name Clint Eastwood spricht sowieso für sich...
Clint Eastwood, Morgan Freeman, Hillary Swank! Eine unglaublich gut erzählte Geschichte, die hier schon zur Genüge kommentiert wurde. Vielleicht kann man im Moment gar nicht ermessen, was Eastwood da leistet. Als Schauspieler eine Legende, als Regisseur meiner Meinung nach noch mehr. Wenn er nicht bald damit aufhört, wird Hollywood irgendwann noch in Eastwood umbenannt.
Als ich den Film vor einigen Jahren das erste Mal gesehen habe, hat er mich sprachlos und mit Tränen in den Augen zurückgelassen. Er hat sich jeden einzelnen Oscar verdient! Ganz großes Kino!
Man mag es kaum glauben und ich gebe es auch ungern zu, aber "Million Dollar Baby" ist mein erster Eastwood. Ja, Schande über mein Haupt, aber bitte lynscht (Ha, Wortspiel) mich nicht.
"Million Dollar Baby" ist etwas völlig anderes, als ich im Vorfeld erwartet habe und tiefgründiger, als meine Vorstellungskraft hätte reichen können. Kein gewöhnlicher Sportfilm, sondern mehr eine Charakterstudie einer jungen Frau und ihres Trainers, wie sie gegen Ende hin trauriger, einfühlsamer und bewegender nicht sein kann. Und man mag es kaum glauben: Hilary Swank spielt hervorragend und nervt nicht! Ich hätte mir nicht glauben lassen, dass ich das mal über sie schreibe. Aber wenn Eastwood Regie führt und sie wohl auch nicht nur boxtechnisch trainiert, geschehen doch noch Zeichen und Wunder. Und jetzt, wo ich den alten Mann schon angesprochen habe, bleibe ich bei ihm. Nur so viel: Brillant! Genau wie Morgan Freeman. Die Liga der alten Herren zeigt es der Jugend wie der Hase läuft! Sehr schwierig, an die Klasse der beiden lebenden Legenden heranzukommen und die restlichen Statisten schaffen dies auch nicht im Ansatz.
Dazu kommt noch die bedrückende Atmosphäre, die aufgrund des Plots gegen Ende hin immer dichter wird und dank der ruhigen Kameraarbeit von Tom Stern auf den Zuschauer übertragen wird. Der Score, ebenfalls von Clint Eastwood, tut sein Übriges. Spärlich hört man ihn nur, schön ruhig kommt der gesamte Film daher. Doch wenn er ertönt, dann genau wie die Boxtaktik von Hilary Swank: aufbrausend und gleichzeitig grazil. Gerne lausche ich ihm während des Abspanns, wunderschön.
Hervorragende Arbeit des gesamten Stabs. Kann man wirklich nicht meckern.
Kurzum: Ich bin begeistert und hätte mir "Million Dollar Baby" gewiss schon vor Jahren angesehen und bereue es schon fast, meine Abneigung gegenüber Hilary Swank nicht schon früher abgelegt zu haben.
Sehr emotionaler Boxfilm mit tiefpunkte und ein richtig gutes Drehbuch. Es ist interessant zu sehen wie Eastwood ein Amateurboxer von einen kleinen Ring nach und nach in einen Großen Ring inszeniert. Hilary Swank hat hier diesen Oscar zurecht verdient, aber das vielleicht wichtigste am Film ist dass er der emotionalste Boxfilm auf der Welt ist den ich bisher gesehen habe.
"Die Menschen lieben Gewalt. Sie bremsen an Unfallstellen, um zu sehen ob' s Tote gab. Dieselben Menschen behaupten das Boxen zu lieben. Sie haben keine Ahnung worum es dabei geht. Beim Boxen geht's um Anerkennung. Darum sie zu gewinnen und seinem Gegner zu nehmen." -
Clint Eastwood mal wieder auf der Höhe seines Schaffens, mit einer weiteren Geschichte, die das Leben schreibt. So könnte man es durch aus sehen: Man wird Clint Eastwood immer wieder mit "Dirty Harry” in Verbindung bringen, was eigentlich gar nicht tragisch ist, da er durch solche Werke und den Italo Western zur Ikone geworden ist. Was aber viel wichtiger ist, ist das Eastwood mittlerweile viel älter geworden ist und sich zu einem exzellenten Regisseur mit Gespür für seine Materie entwickelt hat. Eastwood Kenner werden sich durchaus an "Erbarmungslos", seine geniale Western Hommage oder auch seine herausragenden Werke "Mystic River" und "Gran Torino" erinnern. Dabei schuf er mit "Million Dollar Baby" ein selten gesehenes Werk, das durch einfache Erzählstruktur, liebevoller Hinwendung zur Geschichte, Tragik und emotionaler Tiefe noch deutlicher heraus sticht als seine bisherigen ambitionierten filmischen Erscheinungen. Und in Eastwoods Werk geht es alleine darum, welche Auswirkungen das Schicksal und die immanenten Risiken auf verschiedene Individuen des Box-Milieus haben können, und nicht vordergründig um das Kapitel "Euthanasie."
Im Grunde genommen basiert Million Dollar Baby auf R. X. Tooles Kurzgeschichtensammlung "Rope Burns", welche gnadenlos die Realität innerhalb des Box Milieus offenlegt, das Leben also als knallharten Überlebenskampf außer und innerhalb des Box Ringes interpretiert. "Million Dollar Baby" schreibt Liebes/Lebensgeschichten und Tragödien wie sie nur das Leben selber schreiben kann und hebt sich damit von bekannten, konventionellen "Fall and Rise" Box-Erzählungen mit vorhersehbarem Ausgang ab. Eastwood spielt die Rolle des "cut man" und knorrigen, in sich gekehrten Trainers Frankie Dunn. Er besitzt eine kleine Boxhalle in East Los Angeles, das Hit-Pit, welches schon seine Glanzzeiten deutlich hinter sich hat. Set-Designer Henry Bumstead wurde zu Recht für seine authentische Arbeit mit dem Oscar ausgezeichnet. Bumstead zeichnet eine immer greifbare Atmosphäre dieses Ortes, die Szenerien des Hit-Pits muten stilistisch an alte "Noir" Filme des Box-Film Genres an. Frankie Dunn ist deswegen in sich gekehrt, weil er gebrochen ist. Gebrochen dadurch das seine Tochter den Kontakt zu ihm verweigert. Dazu kommt das er eine langjährige Freundschaft zu seinem ehemaligen Boxer und Freund Eddie "Scrap" Dupris führt. Unter seinen Fittichen verlor dieser einst ein Auge im Kampf und Frankie Dunn fühlt sich dafür verantwortlich. Unter anderem lautet seine Lebensmaxime: "es gibt nichts wichtigeres als die eigene Deckung.”
Man spürt schon zu Beginn der ersten Szenen, das Clint Eastwood in den letzten Jahren einen minimalistisch anmutenden Erzählstil wie schon in "Mystic River" verinnerlicht hat. Und das wirkt sich spürbar positiv auf Million Dollar Baby aus. Eastwood bevorzugt mittlere Szenen-Einstellungen, sparsame Musik, verzichtet auf jegliche Effekthascherei bzw. CGI-Mätzchen und selbst die Darsteller spielen merklich zurückgenommen, dadurch wird die Resignation der gespielten Charaktere gleich spürbar. Morgan Freeman nimmt den Zuschauer gleich schon zu Beginn an die Hand, in dem er aus seiner Sicht die Geschichte von "Million Dollar Baby" erzählt. Es kommt natürlich in dieser Geschichte wie es kommen muß, das ist auch bis zur Hälfte des Filmes nichts neues. Bis zur Hälfte des Filmes wohlgemerkt.
Eines Tages taucht die Kellnerin Maggie Fitzgerald auf und der Rest gehört wirklich zur Filmhistorie. Es entwickelt sich eine starke Trainer-Schüler-Beziehung, aber auch Vater-Tochter Beziehung. Wer dadurch natürlich Parallelen zu Underdog Geschichte in "Rocky" sieht, liegt gar nicht mal so verkehrt. Das Hauptaugenmerk liegt aber weniger auf den Kämpfen, sondern so wie es sein sollte auf den sich entwickelnden Beziehungen der wichtigen Charaktere untereinander. Und "Million Dollar Baby" ist halt "Million Dollar Baby" und positioniert sich am Schluss fast exakt schon als Gegenstück zu Stallones Werk, durch beklemmende Tragik und wuchtige Emotionalität, die mit den subtilsten Mitteln herbeigeführt wird. Schauspielerisch lässt sich kaum etwas bemängeln, Clint Eastwood legt zwar keine oscarreife Performance an den Tag, überzeugt aber durchweg in seiner Rolle, Morgan Freeman liefert als gescheiterter Boxer "Scrap” ebenfalls eine 1A Performance ab, denn er überzeugt als gute Seele, die sich auch um bedauernswerte Individuen wie Danger im Hit Pit kümmert.
Als schauspielerisches Glanzstück aber erweist sich Hilary Swank, sie stellt ihr ganzes schauspielerisches Potenzial In der ersten Filmhälfte durch ihre physische bzw. sportliche Präsenz des Filmes dar. Jederzeit überzeugt sie durch Gestik, Mimik, einer tollen körperlichen Figur und durch ihren gespielten eisernen Willen, sprich in ihrer Rolle ihr Ziel erreichen zu wollen. Und dazu kommt das sie nach der überraschenden Wendung in "Million Dollar Baby" eine Leistung abliefert, die man in den letzten Jahren höchsten von Russel Crowe auf der Leinwand bewundern durfte.
Bemerkenswert auch : Die im Film später auftauchende "White Trash" Hillbilly / Flodder Familie Fitzgerald Marke gespieltes Sozialschmarotzertum, die nicht davor zurückschreckt, die eigene Tochter ausbeuten zu wollen. Jeder der Akteure in den dazugehörigen Rollen spielt derart authentisch, das es schon selber persönlich eine reine Befriedigung wäre, wenn man die Hillbilly Familie endgültig zum Teufel jagen und zu diesem Zweck in die Leinwand hüpfen dürfte.
Das einzige negative, was sich in Million Dollar Baby schauspielerisch festhalten läßt, ist
Lucia Rijker in der Rolle der Antagonistin von Maggie Fitzgerald, man fühlt sich bei ihrem Anblick durch ihre gespielte Bösartigkeit schon einen Tick zu sehr an schon so manches genutztes Klischee der Box Szene und der Film Geschichte erinnert. Ihre übertrieben gespielte Boshaftigkeit erscheint ein kleines bisschen zu unglaubwürdig, genau wie das Verhalten der Richter im Ring. Mal Hand aufs Herz: welcher Ringrichter hätte solche Vergehen wie im finalen Showdown schon öfters übersehen und nicht gleich zum Mittel der Disqualifikation gegriffen und welcher auch noch so schlechter Verlierer im Ring hätte schon permanent zu den verwendeten Mitteln wie im Film gegen eine Maggie Fitzgerald gegriffen? Diese beiden Punkte trüben ein wenig die eintretende, dramatische Wendung und kitzeln ein wenig an der Glaubwürdigkeit, die man aber Gott sei Dank nicht lange hinterfragt, denn die plötzliche Wendung kommt wiederum absolut unvorhersehbar und glaubwürdig daher (Taten aus einem reinen Affekt, die zu einem Unfall führen, können halt immer passieren). Nur in den beiden genannten, auftauchenden Kritikpunkten wird letztendlich der Weg von "Million Dollar Baby" zum All Time Classic Arthouse Movie vielleicht doch ein ganz ganz kleines bischen verbaut. Ein kleiner Abzug ist durch den kleinen angesprochenen Malus zu rechtfertigen, kann aber auch nicht verhindern, das "Million Dollar Baby" weiterhin durch ein an Tag gelegtes, sehr hohes Niveau durch alle Beteiligten vor und hinter der Kamera überzeugt; und die tragische Wendung im Ring wird wieder herausragend cinematographisch in eindrucksvollen Bildern festgehalten. Und das erstmal überzogen wirkende agieren der "Antagonistin" "Billy The Blue Bear" macht als zu lesene Metapher im nachhinein durchaus Sinn."Billy The Blue Bear" verkörpert genau wie "Apollo Creed" im Klassiker "Rocky" das methaporisch gemeinte Leben in all seinen Facetten, das absolut keine Gnade kennt und versucht, einen jeden mit jedem Schlag zu Boden zu schicken. Und das kann es auch entgültig im negativen Sinne, vor allem wenn es Individuen trifft, die den Boxsport als allerletzte Lösung auffassen, um sich aus er eigenen sozialen Isolierung zu entklammern, denen dabei aber wirklich das allerletzte Quäntchen Verständnis und Weisheit dafür fehlt, welche Regeln man im Leben befolgen muß, um den "Kampf des Lebens" bestehen zu können. Viele Individuen, auch im Boxmilieu, schaffen die Befreiung aus einem vordefiniertem Generationenvertrag nicht, der einen schon schon in jungen Jahren so unweigerlich in sozialem Armut und Elend zurückgelassen hat, bis man an den "Point Of No Return" und ins Boxmilieu gelangt / abgerutscht ist. Ein schon zu tiefgreifender sozialer Riss im Leben kann auf Dauer nicht mehr gerichtet werden. Und dem Versuch, das eigene Leben mit Agression / purer Gewalt zu kitten, stehen auch andere eventuell nicht positiv gesinnt gegenüber, weil ebenso um die eigene Existenz im Fall einer Auseinandersetzung um soziale Anerkennung gefürchtet wird... Eine falsche berufliche Einschätzung, um dem sozialem Elend zu entkommen, kann unter Umständen, vor allem im Boxmilieu, fatale Folgen haben...Nicht nur für Maggie Fitzgerald, sondern auch für Frankie Dunn...
Worüber man sich sicherlich noch in 100 Jahren Streiten wird, ist die im Film propagierte Haltung zur "Euthanasie", die auch in Zukunft weiterhin als Zündstoff gilt, denn dieses Thema erweist sich als etwas völlig zeitloses. Und die filmische Umsetzung dieses Themas lässt "Million Dollar Baby" ab der zweiten Hälfte auf Grund der Zuhilfenahme der Euthanasie zwar etwas kontrovers, aber ebenso großartig erscheinen, hinterlässt also für den emotional geklatschten Zuschauer keinen faden, sondern einen bitteren Nachgeschmack. Dieser Nachgeschmack ist aber völlig normal, er ist nunmal themen- und wesensimmanent und verlangt nach einer persönlichen beständigen Auseinandersetzung und einer Beleuchtung des thematischen Standpunktes zum Thema "Euthanasie" von mehreren Seiten aus.
Der Tod ist nun mal ein zentraler Bestandteil jeder einzelnen Lebensgeschichte, ja sogar einer fiktiven Marrie Fitzgerald, und gehört einfach zum Leben dazu. "Million Dollar Baby" lässt sich unschwer als Parabel auf das Leben erkennen, wie man mit dem Leben und all seinen Konsequenzen, dem persönlichem Scheitern des Verlangens nach Liebe, Respekt un Anerkennung, ja sogar dem Tod fertig wird, ist nicht nur als Bewältigung des gehobenen Alters anzusehen, sondern jeglichen Alters, im thematischen Sinne natürlich auch des Box Milieus. Jeder Boxer (egal welchen Geschlechts) ist sich tagtäglich den Risiken bewußt, welche er durch seinen Sport eingeht, nicht nur im sportlichen, sondern vordergründig im menschlichen Sinne. Es gab auch immer wieder Stimmen in der Vergangenheit von Rezipienten, die auf Grund der Thematik der "Euthanasie" "Million Dollar Baby" die gesamte Qualität abzusprechen drohten. Diese werden auch in Zukunft nicht verhallen. Dabei sollte man sich doch die Frage stellen, ob die "Euthanasie" zum Schluss nicht doch das richtige Mittel ist, wenn auf Grund bestimmter eingetretener Umstände, wahrgewordener Risiken und Tragödien das Leben überhaupt keinen Sinn mehr macht, bei nicht einmal mehr 20% an Lebensqualität. Das Leben schreibt halt manchmal auch tragische Geschichten. Wäre da die herbeigesehnte Erlösung sogar manchmal nicht klüger und konsequent? Clint Eastwoods emotionaler Schlussakt lässt wohl keine andere Lösung mehr zu, alles andere wäre wohl als inhuman im Sinne Eastwoods zu begreifen. Am Ende von "Million Dollar Baby" gilt die eingesetzte Euthanasie nicht als Mittel, um vor der eigenen, vormals falschen gelebten Ideologie und dem dazugehörigem, sozialem Elend zu kapitulieren. Das Mittel der Euthanasie findet nur auf Grund eines Aktes menschlicher Größe / einer entstandenen Vater-Tochter Liebe Verwendung, Eastwood kommt in seiner Rolle nur dem Wunsch nach humaner Erlösung nahe, wobei die "Euthanasie" zu keiner Zeit unnötig glorifiziert wird. Und somit wird die Geschichte konsequent beim story telling still und leise zu Ende gebracht; ohne größeres Brimborium, aber dafür mit viel Emotionalität geht eine neue gebildete Vater-Tochter Beziehung zu Ende genauso wie Franky Dunn in Würde mit dem persönlichen Leben in Sachen Erfolg abschließt; also sein persönliches Scheitern im Beruf und in Punnkte Liebe/ Menschlichkeit akzeptieren muß; die stillsten Wasser sind ja bekanntlich tief. Darum nutzt Eastwood für die "Sterbehilfe" nur 10min Laufzeit, nicht mehr und nicht weniger, weil das gesehene so auch die nächsten Jahre noch seine Wirkung entfalten kann. Man macht sich auch weiterhin über die Quintessenz der Geschichte Gedanken: das wahre, knallharte Boxgeschäft kennt nun mal keine Freunde und hat ein hartes Opfer in Form von Maggie Fitzgerald gefordert. Unfälle können durch die Unbedachtheit von anderen auf Grund aufgestauter negativer Emotionen schnell und leicht entstehen. That´s life. Punkt.
Was im Endeffekt nach so einer Entscheidung also übrig bleibt, sind Existenzen, die nicht nur an sich, sondern an der allgemeinen Erwartungshaltung einer Gesellschaft und Hass, Neid, Missgunst, Eifersucht, mangelnder Anerkennung bzw. fehlender Wertschätzung durch andere und durch die negativen Konsequenzen dieser gesamten Aspekte in Mitleidenschaft gezogen werden; obwohl man sein bestes gegeben hat. Daher empfiehlt es sich manchmal sich selbst zu schützen, quasi die eigene Deckung zu benutzen. Jeder ist sich halt selbst im Leben der nächste, möchte sich selbst vor anderen profilieren und nimmt dem anderen manchmal den Respekt, Würde und die Anerkennung. Diese schlechten Eigenschaften gehören zum Mensch sein und zum Leben dazu, so einfach ist das.
Fazit: Mit Million Dollar Baby schuf Clint Eastwood einen der besten Filme aller Zeiten, eine tragische Liebesgeschichte eines einzelnen Mannes, welche in den Vordergrund gerückt wird. Mit dieser Liebesgeschichte werden auf grandiose Weise reelle Lebenstragödien weiterer involvierter (neben dem Scheitern von "Franky Dunn") erzählerisch miteinaner verwoben, denen das Schicksal im Boxmilieu anders als in Stallones "Rocky" ebenso wie der Hauptfigur nunmal nicht wohlgesonnen ist. "Million Dollar Baby" offenbart sich als ruhiges, lebensweises Werk, das kaum Mängel aufweist und die Annalen eingehen wird; und es gehört für mich persönlich zu den wenigen Filmen in den letzten 10 Jahren, die absolutes Kultpotenzial vorweisen können, einen wirklich emotional erreicht und getroffen haben. Das Scheitern Franky Dunns und das Ableben Maggie Fitzgeralds ist halt pures Schicksal... ein Schicksal, das niemand der Beteiligten abzuändern vermag und welches man akzeptieren muß... Denn sehr oft scheitert der Versuch, Fehler im Leben, die man im Leben schon einmal begangen hat, mit Gewalt un ohne Nachsicht korrigieren zu wollen. Das Leben schlägt dann gnadenlos zurück... Bis man entgültig gescheitert ist...
Im Boxring wird jeden Tag die eigene menschliche Existenz aufs Spiel gesetzt, um sich gegenüber anderen zu behaupten, und das kann ab und zu halt auch schief laufen.
Das ist sehr bitter, aber leider die Realität.
"Oft trifft man sein Schicksal auf Wegen, die man eingeschlagen hatte, um ihm zu entgehen."
"Später, und bis auf den heutigen Tag immer wieder, habe ich mich gefragt, woher diese Faszination, die ein ganzes Leben angehalten hat, eigentlich kommt. Es ist keinesfalls der scheinbar mühelose und direkte Weg zum Ruhm, der einen dazu bringt. Viel wahrscheinlicher ist es gerade die Ungewissheit der boxerischen Existenz, die Bereitschaft und Notwendigkeit, in jedem Kampf alles immer wieder aufs Spiel zu setzen."
(M. Schmeling)
Du brauchst die Offensive, um einen Kampf gewinnen zu können. Die Defensive brauchst du, um deine Karriere lange zu erhalten. Du mußt deinen Gegner ins Leere schlagen und ihn dann dafür bezahlen lassen. Das ist der einzige Weg, um in diesem Spiel bestehen zu können. Es ist ein hartes, ein körperliches und ein rauhes Spiel. Umso öfter du getroffen wirst, desto kürzer wird deine Karriere sein."
Ein sehr emotionaler Film, der einen wirklich auf eine Achterbahn der Gefühle schickt. Anfangs denkt man es sei einer der üblichen Sportfilme (was nicht negativ gemeint ist), aber im letzten Drittel entfaltet der Film seine ganze Kraft und berührt den Zuschauer sehr.
Ich kann hier überhaupt nichts aufgesetztes erkennen und auch die "Tränendrüse" wird nicht über Gebühr beansprucht. Wir sehen hier einfach drei sehr starke Darsteller (Eastwood, Freemann und Swank) die diesen Film und die Geschichte tragen und ihn zu einem kleinen, stillen Meisterwerk werden lassen.
Wieder mal ein Meisterwerk in Eastwoods Spätphase. Ich wollte mir den Film erst garnicht anschauen, weil ich kein großer Fan von Boxfilmen bin, aber ich habe es keine Minute bereut. Tolle Story und großartige Schauspieler.
Ganze fünf Punkte gehen an Clint Eastwood, Clint Eastwood, Clint Eastwood, Clint Eastwood und Clint Eastwood für gekonnte Regie, Schauspielkunst, Kameraarbeit, Effekte und Inszenierung. Boxfilme interessieren mich nur leider wenig.
Ja ich hab den Film gesehen, aber ich finde er enthält erstens ZU VIEL Boxerei, zweitens eine langweilige vom Tellerwäscher zum Star Geschichte und drittens zu viel andersartigen Themeninput. Ich kann aber durchaus verstehen warum man diesen Film gut findet. War eben einfach nicht mein Fall, kann ja durchaus passieren :)
"Million Dollar Baby" ist ein weiteres Meisterwerk von Eastwood
Das exzellente Drehbuch weist einen Bruch in der Mitte auf. Aus dem sehenswerten Boxdrama wurde ein weltklasse Drama. Was den Film aber wirklich zum Meisterwerk macht sind die Schauspielerleistungen von Swank, Freeman und natürlich Eastwood. Seine Scores sind unverwechselbar und auch sonst erkennt man seine Regie-Spuren deutlich im Film.
MDB ist ein solide inszenierter Sportlerfilm, dessen tragisches Schlussdrittel vielleicht ein wenig zu sehr auf die Tränendrüse drückt. Nichtsdestotrotz bleibt es ein emotionaler Film, der den Zuschauer erst auf einen emotionalen Höhenflug mitnimmt, um ihn dann aus voller Höhe fallenzulassen. Von Hilary Swank mag man halten, was man will, wie aber Eastwood und Freeman hier als grantelige Boxtrainer miteinander harmonieren, ist einfach nur wunderbar.
Ich hatte nicht erwartet, dass der Film so endet, war davon allerdings eher positiv überrascht. Man fragt sich, ob man als Trainer mit dieser Schuld leben könnte und ob es überhaupt ein Fehler war, sie zu trainieren, war dies doch ihr einziger und sehnlichster Wunsch. Die Darsteller spielen ihre Rollen ohne Schnörkel und hervorragend authentisch. Dieses Boxerdrama, das auf einer Kurzgeschichte basiert, hat mich berührt, auch wenn ich kein sonderliches Interesse für diesen Sport aufbringen kann. Clint Eastwood hat hier wie auch mit Gran Torino ein großartiges Drama inszeniert.
"Bearbeite sie mit Jabs! Immer auf die Titten, bis sie blau werden und abfallen!"
Wo Eastwood draufsteht muss nicht immer Qualität drin stecken. Das zeigte sich nicht nur bei seinen neuesten Filmen wie "Hereafter" oder "Invictus", sondern auch schon bei seinem allgemein als Meisterwerk anerkannten "Million Dollar Baby". Prätentios, melodramatisch und unglaublich religiös ist dieses Werk und ein weiteres von vielen Boxdramen der Marke "Rocky", einzig mit der Ausnahme, dass diesmal eine Frau die Strecke von der Tellerwäscherin zur Boxprofin antritt.
Das ist alles ohne Zweifel vollkommen stilsicher inszeniert, untermalt mit wunderschönen Melodien und getragen von herausragenden Schauspielern. Die immer wieder aufkommende Langeweile können die starken Seiten des Films jedoch nicht überdecken. Die Langeweile ist nicht nur Resultat der berechenbaren, zum 100. Mal neu aufgewärmten Story, sondern der zwar überraschenden, aber dennoch haarsträubenden Wendung der Geschichte. Das Aus des amerikanischen Traums wird hier zu einer religiösen Leerveranstaltung dekradiert. Das ist leider sehr enttäuschend und überhaupt nicht das, was man bis Dato von einem Regisseur namens Eastwood erwartet hätte. Hilary Swank spielt ihren Part mit Bravour, Morgan Freeman als verkümmerter Ex-Profi ist super und Clint Eastwood in der männlichen Hauptrolle ist natürlich so präsent wie eh und je. Die Inszenierung, allen voran die Boxkämpfe, ist nahezu perfekt. Die Dialoge bieten einige Lacher. Das ist alles in allem sehr schade, denn die Idee, eine Frau in den Ring zu stellen, hätte sicherlich viel mehr Potential gehabt.
"Million Dollar Baby" ist ein Boxerdrama, eine Art Vater-Tochter-Geschichte und eine Auseinandersetzung mit dem Thema Sterbehilfe. Viel zu viel Inhalt wird in den Film gepackt, keiner der Themen wirklich vielschichtig behandelt. Eastwoods Intention besteht darin, zum Diskutieren anzuregen. Das kann man ihm positiv anrechnen, nur ist das kein Ausgleich für die klischeehafte und oberflächliche Storyline. Emotionen sind präsent, die Darsteller geben ihr Möglichstes, dennoch schaue ich mir lieber noch 1.000 Male "Wie ein wilder Stier" an, als mich ein weiteres Mal durch dieses Filmchen kämpfen zu müssen.
Optimistisches Boxer-Drama, in dem Clint Eastwood in der Rolle brilliert, für die er geboren wurde: Clint Eastwood. Der Film klappert viele genretypische Stationen ab, geht hin und wieder aber auch Tiefer aund zeigt interessante Konflikte, welche dem ganzen mehr Spannung und Dramatik verleihen. Eastwood hält sich mit der Musik zumeist zurück, das Hauptmotiv ist ein sehr leises Klavierstück, und gerade dewegen sind viele Szenen kraftvoller als die übliche Eastwood-Ware. Zwar gibt es auch einige unsubtile Momente, doch die allgemein ermutigende und positive Grundstimmung des Filmes, welche auch im mutigen letzten Teil nicht verloren geht, ließen mich darüber hinwegsehen.
Wo Eastwood draufstheht sind Qualität und Filmpreise drin.
Ein glänzend gespieltes Boxerdrama mit grandiosem Score, sensationeller Kameraarbeit und einer sehr guten Story. Sehr bewegend inszeniert und mit mehr als glaubwürdig verkörperten Figuren entstand hier ein zurecht oscargewürdigtes Meisterwerk (Trophäen für Film, Hauptdarstellerin, Nebendarsteller und Regie, Nominierungen für Hauptdarsteller, adaptiertes Drehbuch und Schnitt), das wohl in die Ruhmeshalle der Filmgeschichte Einzug finden wird.
Eastwood und Freeman sind klasse Schauspieler. Swank hat mich wie immer etwas enttäuscht, zu spröde, zu kühl. Zwischenzeitlich etwas langezogen und zum Ende hin hat wie so oft die Pointe gefehlt. Der Erzähler hat hier ganze Arbeit geleistet und diesen Film fast sehenswert gemacht,doch der Film an sich plätscherte so dahin und irgendwann war er dann auch wieder vorbei. Man dachte noch zwei Minuten darüber nach und dann war er wie aus den Augen auch aus dem Sinn.
Million Dollar Baby lebt von seinen Gefühlen, dieser Film braucht keine große Aussage. Er mag vorhersehbar sein, aber eigentlich ist es das was den Film bedrückend macht, bevor das passiert, was passieren muss. Vorallem die fünf Minuten davor, man hofft nur: "Bitte nicht!", obwohl man genau weiß was im nächsten Moment passiert.
Clint Eastwood, spielt einen Boxtrainer, der von seinem besten Boxer verlassen wird, damit dieser früher Champion werden kann. Eine nicht mehr ganz so junge aufstrebende Boxerin, will von ihm trainiert werden. Nach einiger Zeit schafft sie es, ihn für sich zu Gewinnen. Er hat sich allerdings vorgenommen, dass er sie nur trainiert und dann zu einem Manager schickt, daraus wird leider nichts, er sieht die Boxerin quasi als Tochter an und wird eine Art Vaterrolle für sie ein, nachdem er ihre kaputte Familie kennenlernt, sorgt er sich nur nochmehr um sie. Zwar ist sie psychisch ziemlich am Ende, aber im Boxen scheint sie tatsächlich die beste zu sein. Doch bei ihrem Titelkampf geht etwas schief...
Ein Drama der Extraklasse, mit einem dementsprechendem Cast.
Aufbruch, Reise, Schmerz – die drei Gesichter eines außergewöhnlichen Films, die drei Gesichter Maggie Fitzgeralds, wunderbar verkörpert von Hilary Swank, deren Leistung in diesem Werk völlig zu Recht verehrt wird. Akribisch wie Christian Bale, mimisch variabel wie Jodie Foster und so emotional wie… wie Hilary Swank.
Über die vollständige Länge des Films hinweg meißeln das Drehbuch und Regisseur Eastwood verlässlich gewandt die detaillierten Hintergründe der zwei liebevoll gestalteten Hauptcharaktere. Sie lassen den Zuschauer in den, grob auf Haupt – und Schlussteil reduzierten Abschnitten, erst mit fiebern, dann mit leiden und, die tief im Bewusstsein verwurzelten Beweggründe nachvollziehen. Sei es der Wunsch Maggies, den einzigen Teil ihres Lebens, der ihr Freude macht, mit dem sie sich aus dem tristen Dasein einer Kellnerin und ihre grauenhafte Familie dem Wohnwagenpark enthebt, mit dem wohlverdienten Titel zu krönen oder ihr Verlangen den Teil ihrer Existenz, der durch ihre Herkunft unterdrückt wurde, den Wunsch nach Höherem zu streben, endlich zu verwirklichen.
Die Parabel auf ihren Lebenskampf, der Boxsport, der lange der Sport der Unterdrückten war – Maggies Begeisterung für ihn wird mit den einfachsten Mitteln auf den Zuschauer übertragen. In einer dunklen und menschenleeren Sporthalle, fängt mühsam im schummrigen Licht, eine großartig geführte Kamera die kleine muskulöse Frau ein, wie sie all ihre Leidenschaft in einen Boxsack hinein prügelt. Der Schweiß steht in ihrem Gesicht, dunkle Haarsträhnen kleben auf der Stirn und man verfolgt den hoffnungsfroh lächelnden Mund, die strahlenden Züge Maggies, wie sie den kräftigen, grauhaarigen alten Mann unermüdlich mit „Boss“ anspricht und ihn schließlich mit ihrer liebenswürdigen, bemitleidenswerten Präsenz, zur Zusammenarbeit nötigt.
Der alte Mann, Frank Dunn, dem als Manager die Ehre eines Titels stets versagt blieb und der seine scheinbar letzte Chance soeben durch Zaghaftigkeit aus den Händen gleiten ließ, diese ähnlich tragische Figur erweist sich im Gang des sportlichen Duos gen Gipfel, als vorerst gewohnt eastwoodmürrisch, wenig jovial, unwirsch und störrisch, lässt aber eben, so wie es nur der große Clint kann, durch wenige Blicke und Gesten, zögernde Wärme hervor scheinen. Am Ring belegt er seine, vielleicht etwas zu fingerfertigen und erfolgsgarantierenden Fähigkeiten als Trainer. Die Siege Maggies erscheinen als zu einfach, was sich als überaus trügerische Sicherheit zu erkennen geben soll. Doch ist die Beziehung Franks zu Maggie mehr als nur ein simples Engagement mit einem ehrgeizigen „Mädchen“. Zwischen den beiden Charakteren, die so grundverschieden, sich in einigen Zügen, Sturheit und Ehrgeiz, aber doch ähnlich sind, entwickelt sich im Laufe der zwangsläufig erfolgreich verlaufenden Karriere, eine tiefe Freundschaft, die ihren Höhepunkt erst ganz am Schluss findet.
Mit der Macht dreidimensional und nicht zuletzt überaus sympathisch gezeichneter Figuren, zwingt Eastwood seinem Publikum die Empathie auf, in diesem mehr als zwei Stunden andauernden Kampf, alle von den Protagonisten durchlebten Emotionen, ihre Hoffnungen, Ängste, ihre Begeisterung und schlussendliche Verzweiflung aufs tiefste und schmerzhafteste mitzuerleben.
Das tragische Ende wirft dann die Frage auf, worum es in diesem Film eigentlich geht. Um Sport und seine Nebenerscheinungen, um Vergangenheitsbewältigung, Gegenwartsbewältigung,… oder doch um den Sinn des Lebens, der darin besteht für irgendetwas zu kämpfen. Ob für Erfolg, Familie, Leben. Wie vergänglich, all das ist, dafür steht „Million Dollar Baby“ und das kann zumindest eine Antwort auf die Frage sein.
Bestätiung und Ignoranz. Konventionelles und Unkonventionelles. Bergauf und bergab. Misserfolg, doch auch Erfolg. Oder auch: Sieg oder Niederlage.
In Million Dollar Baby glaubte ich eine Antithetik zu erkennen. Sich immer abwechselnde Gegensätze, die sich um die brillierende weibliche Boxerin Maggie Fitzgerald drehen. Vorab: Hilary Swank bekam für diese Rolle den Oscar. Als ärmliche Angestellte eines Cafés wollte sie ihrem Leben einen Sinn geben. Sie beginnt zu boxen, einfach aus dem Nichts. Clint Eastwood mimt Frankie, den bitter gewordenen Boxtrainer, der seine besten Zeiten schon lange hinter sich hat. In dieser Phase erinnert mich der Film ziemlich an Gran Torino, denn nach einer ersten Skepsis erkennt Frankie das Potenzial der Boxerin und trainiert sie. Hierbei fällt mir wieder auf, dass ich Eastwood als derben, säuerlichen alten Knacker schauspielerisch deutlich limitiert empfinde. Nun beginnt der typische amerikanische Sportfilm, könnte man denken, denn Maggie besiegt alles und jeden. Ihr Fleiß wird belohnt, sie macht sich einen Namen und ihren Trainer stolz. Alles läuft perfekt, aber Million Dollar Baby ist ein Drama, und das kommt ihm zugute.
Auf dem Zenit von Maggies Karriere steht die zweiseitige Goldmedaille auf der Kippe und kippt schließlich. Mit ihr Clint Eastwoods Leistung, der mir als guter, altersmilder Mann deutlich besser gefällt. Auf den Jubel folgt Resignation. Auf den Sieg folgt die Niederlage, ausgedrückt in realistischer Dramaturgie wie man sie selten zu sehen bekommt, unterlegt mit den Monologen von Frankie oder dem ehemaligen Boxer Scrap, der von Morgan Freeman relativ gut verkörpert wird. An diesem beeindruckenden Wendepunkt von Maggies leben gewinnt der Streifen eine Qualität, die man anfangs nicht erwartet.
Clint Eastwood überzeugte mich doch noch. Das Streben nach Glück wurde hart, aber ehrlich relativiert. Und man begreift, warum Swank den Oscar für diese Rolle verdient hat.
Million Dollar Baby - Kritik
US 2004 Laufzeit 133 Minuten, FSK 12, Drama, Sportfilm, Kinostart 24.03.2005
Kritiken (11) — Film: Million Dollar Baby
Hitmanski: Reihe Sieben / MehrFilm / I...
Kommentar löschenClint Eastwoods Einstieg in die Spätphase seines Œuvres -
Mit "Million Dollar Baby" wagt sich Filmlegende Eastwood nur scheinbar auf ein neues Terrain; bei näherem Betrachten greift er viele Themen auf, die ihn von jeher als Regisseur beschäftigt haben, und so funktioniert sein Boxerdrama auch als Mittelteil einer inoffiziellen Trilogie über die verschiedenen Aspekte des Älterwerdens und der Vergangenheitsbewältigung, welche zuvor deutlich in "Space Cowboys" aufgegriffen, und später in "Gran Torino" weiter variiert wurden.
Mit diesen Filmen teilt auch "Million Dollar Baby" einiges, allen voran die Tatsache, dass es an einem Spannungsbogen im eigentlichen Sinn fehlt: Eastwood benutzt sein Boxerdrama als Aufhänger für seine Parabel über Verantwortung und schlussendlich als Plädoyer für die Sterbehilfe, aber unter dramaturgischen Gesichtspunkten ist sie als eher mittelmäßig einzustufen, hält sie sich doch lange Zeit an…
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alanger 2010/10/05 18:32:08
Antwort löschenstellung beziehen, wie auch immer, hat einen schalen beigeschmack?
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Hitmanski 2010/10/05 18:43:24
Antwort löschenNein, natürlich nicht per se. Aber solch einer strittigen Diskussion in einem Überlänge-Film schlussendlich nur 10 Minuten einzuräumen - ich weiß nicht; ich persönlich empfand es als überhastet. Vorallem weil man das Gefühl nicht loswird, dass Eastwood sich gegen Ende eben doch mehr zu einer typischen Film-Dramaturgie, denn zu einer wirklichen Meinungskundgabe oder ähnlichem hat hinreißen lassen.
The_Comedian 2011/07/20 23:41:24
Antwort löschenSchön differenziert. Wenn man eine solche Einstellung zu Leben und Tod hat,oder schon solche Erfahrungen machen mußte, ist der Film wohl das ganz persönliche Referenzwerk, trotz aller klischeebehafteten Übertreibungen. Aber wer kann solch eine Einstellung schon zu einhundert Prozent verinnerlichen?
Gnislew: Sneakfilm - Kino mal anders
Kommentar löschen"Million Dollar Baby" ist ein Film, der man mindestens einmal gesehen haben muss. Clint Eastwood hat hier ein Werk erschaffen, dass auch noch in einigen Jahren zu den besten Filmen des Genres gezählt werden können. Wer sich "Million Dollar Baby" entgehen lässt, verpasst ein Meisterwerk.
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Fricki76: Asianfilmweb.de
Kommentar löschenHillary Swanks Name ist noch weit davon entfernt, von jedem sofort erkannt zu werden. Doch das ist ja auch nur die Definition von „Star“, und längst nicht jeder „Schauspieler-Star“ ist ein „Star-Schauspieler“. Davon abgesehen legt Hillary Swank mit „Million Dollar Baby“ erst ihre zweite wirkliche Hauptrolle vor. Die Tatsache, daß sie für beide dieser Rollen einen Oscar als „Beste Hauptdarstellerin“ erhalten hat, macht dann wohl klar, womit die gute Dame punkten will: Mit Qualität statt Quantität.
Maggie Fitzgerald (Hillary Swank) kommt aus der weißen Unterschicht, in America etwas abschätzig „White Trash“ genannt. Mit 30 Jahren hat sie es nicht wirklich zu viel gebracht. Immerhin ist sie vom mütterlichen Wohnwagenpark im Gegensatz zu ihrer Schwester in die große Stadt gezogen, um zielstrebig ihren Traum zu verfolgen: Eine erfolgreiche Boxerin zu werden. In der Boxschule von Frankie Dunn (Clint Eastwood) trainiert die Kellnerin abend für abend…
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Bernd Haasis: Stuttgarter Nachrichten Bernd Haasis: Stuttgarter Nachrichten
Kommentar löschenDie unglaubliche Hilary Swank, die schon mit ihrem ersten Film "Boys Don"t Cry" einen Oscar errungen hat, schenkt dem menschlichen Willen eine nahezu perfekte Verkörperung. Mit unbändiger Energie und Bestimmtheit verleiht sie ihrer Boxerin Fäuste, Blicke und ein Rückgrat, dass manche reale Sportlerin neidisch werden könnte.
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Hausmeister: Nerdtalk.de
Kommentar löschenSo sieht “großes Kino” aus. Die Geschichte ist einzigartig geschrieben, einzelne kleine Handlungsstränge harmonisch ineinander gewebt. Kein Wunder, dass der Film insgesamt vier Oscars gewonnen hat und für weitere drei nominiert war.
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GR0BI: Cinegate/Deadline-Magazin GR0BI: Cinegate/Deadline-Magazin
Kommentar löschenClint Eastwoods Oscarpreis-gekröntes Drama über Aufstieg und Fall (sic) einer Boxerin.
Typischer Oscar-Film. Äusserst ansehnlich photographiert, schön gespielt und ein Script, das mit seinem Etwas an Radikalität nach Goldklumpen regelrecht bettelt. Die Academy ist seit jeher nicht für ihre Unberechenbarkeit bekannt, trotzdem ist der Film bemerkenswert stur und einfallslos auf dieses Publikum getrimmt, dass sich einmal im Jahr mit einem Kino-Besuch etwas gepflegte Tragik gönnt - wen wundert's, dass die 08/15-Story dabei nicht über Klischees und Stereotypen hinaus kommt, die allerdings durch Eastwoods guter Regie recht vital erzählt sind.
Der Film ist nicht schlecht! Swank spielt klasse - ob's preisverdächtig ist darf jeder selbst entscheiden - und Clint gibt den knarzigen Trainer im Schlaf. Die Boxkämpfe sind actionreich und die überwiegend düstere Kamera-Arbeit wartet mit erlesenen Bildern auf - nur zum Finale wird's ärgerlich, wenn der Film schmerzen möchte, dabei aber doch nur peinlich manipulativ die Tränendrüse anvisiert und in keinster Weise zu berühren vermag, weil das unverhohlene Schielen nach höheren Weihen mit diesem von seichter Dramatik gespickten Schicksal der Boxerin einem alles verbaut. Swank sieht selbst in der schwersten Stunde ihres Lebens aus wie ein Engel. Wenn sie den Film mit zermantschter Fresse beschlossen hätte, wäre ich beeindruckter gewesen - aber das war die Academy von "Rocky" ja ebenfalls...
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Scipio 2010/07/04 21:13:52
Antwort löschenDu bringst es auf den Punkt!!! Danke!
Trotz der Oskars gefällt mir der Film nur teilweise, u.a. wegen dem Finale.
Christian H.: Kino, TV und Co, Wicked Vis...
Kommentar löschen"Million Dollar Baby" ist für mich einer der beeindruckendsten Filme, die es überhaupt gibt. Die Eindringlichkeit dieses Films geht unter die Haut. Clint Eastwood hat mit diesem Film ein vielschichtiges und bewegenes Drama geschaffen, welches den Zuschauer während des Sehens, und auch danach noch, emotional ungeheuer berührt.
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HG Rodek: Die Welt, Berliner Morgenpost HG Rodek: Die Welt, Berliner Morgenpost
Kommentar löschen"Million Dollar Baby" kommt zugleich wie ein Film Noir daher, mit Frankies abgerissener Boxhalle und den Schatten, die sich dauernd auf Gesichter legen, und den ausgelaugten Farben. Noirs riechen gewöhnlich nach Nihilismus und existentieller Verzweiflung - hier jedoch schieben sich unmerklich Akzeptanz, Vergebung und Erlösung in den Vordergrund. Zwei Filmdrittel fliegen vorbei, und wir haben eine wunderbar entspannte Geschichte gesehen, mit dem lakonischsten aller Humore.
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Gerhard Midding: Berliner Zeitung, epd Film,... Gerhard Midding: Berliner Zeitung, epd Film,...
Kommentar löschenEastwoods Film scheint aus einer anderen Kino-Epoche in die Gegenwart hineinzuragen, eine Patina liegt über den Bildern, denen sämtliche kräftige Farben entzogen sind, als wollte sich der Film dem Schwarzweiß der klassischen Boxerfilme annähern. Ein Erzählkommentar aus dem Off gemahnt an den romantischen Fatalismus des Film noir; die Düsternis, auf die der Regisseur seit jeher seine Kameraleute einschwört, unterstreicht diesen Pessimismus.
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C. Friedrich: aka Filmclub (a.D.)
Kommentar löschenDer Name "Boxerfilm" wird diesem Film nicht vollends gerecht, da er tief in der ethischen Problematik der Sterbehilfe gräbt - ein echt starker Film! Und der Name Clint Eastwood spricht sowieso für sich...
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Mr.Vengeance: Lost In Imagination
Kommentar löschenEastwood's bisher persönlichster und nach dem grandiosen MYSTIC RIVER auch bewegendster Film. Bleibt nur noch eines zu sagen: Mo Cuishle, Clint!
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Kommentare (101) — Film: Million Dollar Baby
Kommentar schreibenconvera 2012/02/10 23:32:59
Kommentar löschenDa habe ich doch tatsächlich übelst gerotzt ! Kam Bollywood gar nicht hinterher. Ernsthaft, einer der besten Eastwood Filme für mich persönlich
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sachsenkrieger 2012/01/25 21:27:51
Kommentar löschenClint Eastwood, Morgan Freeman, Hillary Swank! Eine unglaublich gut erzählte Geschichte, die hier schon zur Genüge kommentiert wurde. Vielleicht kann man im Moment gar nicht ermessen, was Eastwood da leistet. Als Schauspieler eine Legende, als Regisseur meiner Meinung nach noch mehr. Wenn er nicht bald damit aufhört, wird Hollywood irgendwann noch in Eastwood umbenannt.
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Oliver0403 2012/01/23 05:57:32
Kommentar löschenAls ich den Film vor einigen Jahren das erste Mal gesehen habe, hat er mich sprachlos und mit Tränen in den Augen zurückgelassen. Er hat sich jeden einzelnen Oscar verdient! Ganz großes Kino!
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Kreaexo 2012/01/19 18:28:43
Kommentar löschenMan mag es kaum glauben und ich gebe es auch ungern zu, aber "Million Dollar Baby" ist mein erster Eastwood. Ja, Schande über mein Haupt, aber bitte lynscht (Ha, Wortspiel) mich nicht.
"Million Dollar Baby" ist etwas völlig anderes, als ich im Vorfeld erwartet habe und tiefgründiger, als meine Vorstellungskraft hätte reichen können. Kein gewöhnlicher Sportfilm, sondern mehr eine Charakterstudie einer jungen Frau und ihres Trainers, wie sie gegen Ende hin trauriger, einfühlsamer und bewegender nicht sein kann. Und man mag es kaum glauben: Hilary Swank spielt hervorragend und nervt nicht! Ich hätte mir nicht glauben lassen, dass ich das mal über sie schreibe. Aber wenn Eastwood Regie führt und sie wohl auch nicht nur boxtechnisch trainiert, geschehen doch noch Zeichen und Wunder. Und jetzt, wo ich den alten Mann schon angesprochen habe, bleibe ich bei ihm. Nur so viel: Brillant! Genau wie Morgan Freeman. Die Liga der alten Herren zeigt es der Jugend wie der Hase läuft! Sehr schwierig, an die Klasse der beiden lebenden Legenden heranzukommen und die restlichen Statisten schaffen dies auch nicht im Ansatz.
Dazu kommt noch die bedrückende Atmosphäre, die aufgrund des Plots gegen Ende hin immer dichter wird und dank der ruhigen Kameraarbeit von Tom Stern auf den Zuschauer übertragen wird. Der Score, ebenfalls von Clint Eastwood, tut sein Übriges. Spärlich hört man ihn nur, schön ruhig kommt der gesamte Film daher. Doch wenn er ertönt, dann genau wie die Boxtaktik von Hilary Swank: aufbrausend und gleichzeitig grazil. Gerne lausche ich ihm während des Abspanns, wunderschön.
Hervorragende Arbeit des gesamten Stabs. Kann man wirklich nicht meckern.
Kurzum: Ich bin begeistert und hätte mir "Million Dollar Baby" gewiss schon vor Jahren angesehen und bereue es schon fast, meine Abneigung gegenüber Hilary Swank nicht schon früher abgelegt zu haben.
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hrxuuuu 2012/01/17 23:46:37
Kommentar löschenSehr emotionaler Boxfilm mit tiefpunkte und ein richtig gutes Drehbuch. Es ist interessant zu sehen wie Eastwood ein Amateurboxer von einen kleinen Ring nach und nach in einen Großen Ring inszeniert. Hilary Swank hat hier diesen Oscar zurecht verdient, aber das vielleicht wichtigste am Film ist dass er der emotionalste Boxfilm auf der Welt ist den ich bisher gesehen habe.
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blockbusterandmore 2012/01/14 13:18:04
Kommentar löschen"Die Menschen lieben Gewalt. Sie bremsen an Unfallstellen, um zu sehen ob' s Tote gab. Dieselben Menschen behaupten das Boxen zu lieben. Sie haben keine Ahnung worum es dabei geht. Beim Boxen geht's um Anerkennung. Darum sie zu gewinnen und seinem Gegner zu nehmen." -
Clint Eastwood mal wieder auf der Höhe seines Schaffens, mit einer weiteren Geschichte, die das Leben schreibt. So könnte man es durch aus sehen: Man wird Clint Eastwood immer wieder mit "Dirty Harry” in Verbindung bringen, was eigentlich gar nicht tragisch ist, da er durch solche Werke und den Italo Western zur Ikone geworden ist. Was aber viel wichtiger ist, ist das Eastwood mittlerweile viel älter geworden ist und sich zu einem exzellenten Regisseur mit Gespür für seine Materie entwickelt hat. Eastwood Kenner werden sich durchaus an "Erbarmungslos", seine geniale Western Hommage oder auch seine herausragenden Werke "Mystic River" und "Gran Torino" erinnern. Dabei schuf er mit "Million Dollar Baby" ein selten gesehenes Werk, das durch einfache Erzählstruktur, liebevoller Hinwendung zur Geschichte, Tragik und emotionaler Tiefe noch deutlicher heraus sticht als seine bisherigen ambitionierten filmischen Erscheinungen. Und in Eastwoods Werk geht es alleine darum, welche Auswirkungen das Schicksal und die immanenten Risiken auf verschiedene Individuen des Box-Milieus haben können, und nicht vordergründig um das Kapitel "Euthanasie."
Im Grunde genommen basiert Million Dollar Baby auf R. X. Tooles Kurzgeschichtensammlung "Rope Burns", welche gnadenlos die Realität innerhalb des Box Milieus offenlegt, das Leben also als knallharten Überlebenskampf außer und innerhalb des Box Ringes interpretiert. "Million Dollar Baby" schreibt Liebes/Lebensgeschichten und Tragödien wie sie nur das Leben selber schreiben kann und hebt sich damit von bekannten, konventionellen "Fall and Rise" Box-Erzählungen mit vorhersehbarem Ausgang ab. Eastwood spielt die Rolle des "cut man" und knorrigen, in sich gekehrten Trainers Frankie Dunn. Er besitzt eine kleine Boxhalle in East Los Angeles, das Hit-Pit, welches schon seine Glanzzeiten deutlich hinter sich hat. Set-Designer Henry Bumstead wurde zu Recht für seine authentische Arbeit mit dem Oscar ausgezeichnet. Bumstead zeichnet eine immer greifbare Atmosphäre dieses Ortes, die Szenerien des Hit-Pits muten stilistisch an alte "Noir" Filme des Box-Film Genres an. Frankie Dunn ist deswegen in sich gekehrt, weil er gebrochen ist. Gebrochen dadurch das seine Tochter den Kontakt zu ihm verweigert. Dazu kommt das er eine langjährige Freundschaft zu seinem ehemaligen Boxer und Freund Eddie "Scrap" Dupris führt. Unter seinen Fittichen verlor dieser einst ein Auge im Kampf und Frankie Dunn fühlt sich dafür verantwortlich. Unter anderem lautet seine Lebensmaxime: "es gibt nichts wichtigeres als die eigene Deckung.”
Man spürt schon zu Beginn der ersten Szenen, das Clint Eastwood in den letzten Jahren einen minimalistisch anmutenden Erzählstil wie schon in "Mystic River" verinnerlicht hat. Und das wirkt sich spürbar positiv auf Million Dollar Baby aus. Eastwood bevorzugt mittlere Szenen-Einstellungen, sparsame Musik, verzichtet auf jegliche Effekthascherei bzw. CGI-Mätzchen und selbst die Darsteller spielen merklich zurückgenommen, dadurch wird die Resignation der gespielten Charaktere gleich spürbar. Morgan Freeman nimmt den Zuschauer gleich schon zu Beginn an die Hand, in dem er aus seiner Sicht die Geschichte von "Million Dollar Baby" erzählt. Es kommt natürlich in dieser Geschichte wie es kommen muß, das ist auch bis zur Hälfte des Filmes nichts neues. Bis zur Hälfte des Filmes wohlgemerkt.
Eines Tages taucht die Kellnerin Maggie Fitzgerald auf und der Rest gehört wirklich zur Filmhistorie. Es entwickelt sich eine starke Trainer-Schüler-Beziehung, aber auch Vater-Tochter Beziehung. Wer dadurch natürlich Parallelen zu Underdog Geschichte in "Rocky" sieht, liegt gar nicht mal so verkehrt. Das Hauptaugenmerk liegt aber weniger auf den Kämpfen, sondern so wie es sein sollte auf den sich entwickelnden Beziehungen der wichtigen Charaktere untereinander. Und "Million Dollar Baby" ist halt "Million Dollar Baby" und positioniert sich am Schluss fast exakt schon als Gegenstück zu Stallones Werk, durch beklemmende Tragik und wuchtige Emotionalität, die mit den subtilsten Mitteln herbeigeführt wird. Schauspielerisch lässt sich kaum etwas bemängeln, Clint Eastwood legt zwar keine oscarreife Performance an den Tag, überzeugt aber durchweg in seiner Rolle, Morgan Freeman liefert als gescheiterter Boxer "Scrap” ebenfalls eine 1A Performance ab, denn er überzeugt als gute Seele, die sich auch um bedauernswerte Individuen wie Danger im Hit Pit kümmert.
Als schauspielerisches Glanzstück aber erweist sich Hilary Swank, sie stellt ihr ganzes schauspielerisches Potenzial In der ersten Filmhälfte durch ihre physische bzw. sportliche Präsenz des Filmes dar. Jederzeit überzeugt sie durch Gestik, Mimik, einer tollen körperlichen Figur und durch ihren gespielten eisernen Willen, sprich in ihrer Rolle ihr Ziel erreichen zu wollen. Und dazu kommt das sie nach der überraschenden Wendung in "Million Dollar Baby" eine Leistung abliefert, die man in den letzten Jahren höchsten von Russel Crowe auf der Leinwand bewundern durfte.
Bemerkenswert auch : Die im Film später auftauchende "White Trash" Hillbilly / Flodder Familie Fitzgerald Marke gespieltes Sozialschmarotzertum, die nicht davor zurückschreckt, die eigene Tochter ausbeuten zu wollen. Jeder der Akteure in den dazugehörigen Rollen spielt derart authentisch, das es schon selber persönlich eine reine Befriedigung wäre, wenn man die Hillbilly Familie endgültig zum Teufel jagen und zu diesem Zweck in die Leinwand hüpfen dürfte.
Das einzige negative, was sich in Million Dollar Baby schauspielerisch festhalten läßt, ist
Lucia Rijker in der Rolle der Antagonistin von Maggie Fitzgerald, man fühlt sich bei ihrem Anblick durch ihre gespielte Bösartigkeit schon einen Tick zu sehr an schon so manches genutztes Klischee der Box Szene und der Film Geschichte erinnert. Ihre übertrieben gespielte Boshaftigkeit erscheint ein kleines bisschen zu unglaubwürdig, genau wie das Verhalten der Richter im Ring. Mal Hand aufs Herz: welcher Ringrichter hätte solche Vergehen wie im finalen Showdown schon öfters übersehen und nicht gleich zum Mittel der Disqualifikation gegriffen und welcher auch noch so schlechter Verlierer im Ring hätte schon permanent zu den verwendeten Mitteln wie im Film gegen eine Maggie Fitzgerald gegriffen? Diese beiden Punkte trüben ein wenig die eintretende, dramatische Wendung und kitzeln ein wenig an der Glaubwürdigkeit, die man aber Gott sei Dank nicht lange hinterfragt, denn die plötzliche Wendung kommt wiederum absolut unvorhersehbar und glaubwürdig daher (Taten aus einem reinen Affekt, die zu einem Unfall führen, können halt immer passieren). Nur in den beiden genannten, auftauchenden Kritikpunkten wird letztendlich der Weg von "Million Dollar Baby" zum All Time Classic Arthouse Movie vielleicht doch ein ganz ganz kleines bischen verbaut. Ein kleiner Abzug ist durch den kleinen angesprochenen Malus zu rechtfertigen, kann aber auch nicht verhindern, das "Million Dollar Baby" weiterhin durch ein an Tag gelegtes, sehr hohes Niveau durch alle Beteiligten vor und hinter der Kamera überzeugt; und die tragische Wendung im Ring wird wieder herausragend cinematographisch in eindrucksvollen Bildern festgehalten. Und das erstmal überzogen wirkende agieren der "Antagonistin" "Billy The Blue Bear" macht als zu lesene Metapher im nachhinein durchaus Sinn."Billy The Blue Bear" verkörpert genau wie "Apollo Creed" im Klassiker "Rocky" das methaporisch gemeinte Leben in all seinen Facetten, das absolut keine Gnade kennt und versucht, einen jeden mit jedem Schlag zu Boden zu schicken. Und das kann es auch entgültig im negativen Sinne, vor allem wenn es Individuen trifft, die den Boxsport als allerletzte Lösung auffassen, um sich aus er eigenen sozialen Isolierung zu entklammern, denen dabei aber wirklich das allerletzte Quäntchen Verständnis und Weisheit dafür fehlt, welche Regeln man im Leben befolgen muß, um den "Kampf des Lebens" bestehen zu können. Viele Individuen, auch im Boxmilieu, schaffen die Befreiung aus einem vordefiniertem Generationenvertrag nicht, der einen schon schon in jungen Jahren so unweigerlich in sozialem Armut und Elend zurückgelassen hat, bis man an den "Point Of No Return" und ins Boxmilieu gelangt / abgerutscht ist. Ein schon zu tiefgreifender sozialer Riss im Leben kann auf Dauer nicht mehr gerichtet werden. Und dem Versuch, das eigene Leben mit Agression / purer Gewalt zu kitten, stehen auch andere eventuell nicht positiv gesinnt gegenüber, weil ebenso um die eigene Existenz im Fall einer Auseinandersetzung um soziale Anerkennung gefürchtet wird... Eine falsche berufliche Einschätzung, um dem sozialem Elend zu entkommen, kann unter Umständen, vor allem im Boxmilieu, fatale Folgen haben...Nicht nur für Maggie Fitzgerald, sondern auch für Frankie Dunn...
Worüber man sich sicherlich noch in 100 Jahren Streiten wird, ist die im Film propagierte Haltung zur "Euthanasie", die auch in Zukunft weiterhin als Zündstoff gilt, denn dieses Thema erweist sich als etwas völlig zeitloses. Und die filmische Umsetzung dieses Themas lässt "Million Dollar Baby" ab der zweiten Hälfte auf Grund der Zuhilfenahme der Euthanasie zwar etwas kontrovers, aber ebenso großartig erscheinen, hinterlässt also für den emotional geklatschten Zuschauer keinen faden, sondern einen bitteren Nachgeschmack. Dieser Nachgeschmack ist aber völlig normal, er ist nunmal themen- und wesensimmanent und verlangt nach einer persönlichen beständigen Auseinandersetzung und einer Beleuchtung des thematischen Standpunktes zum Thema "Euthanasie" von mehreren Seiten aus.
Der Tod ist nun mal ein zentraler Bestandteil jeder einzelnen Lebensgeschichte, ja sogar einer fiktiven Marrie Fitzgerald, und gehört einfach zum Leben dazu. "Million Dollar Baby" lässt sich unschwer als Parabel auf das Leben erkennen, wie man mit dem Leben und all seinen Konsequenzen, dem persönlichem Scheitern des Verlangens nach Liebe, Respekt un Anerkennung, ja sogar dem Tod fertig wird, ist nicht nur als Bewältigung des gehobenen Alters anzusehen, sondern jeglichen Alters, im thematischen Sinne natürlich auch des Box Milieus. Jeder Boxer (egal welchen Geschlechts) ist sich tagtäglich den Risiken bewußt, welche er durch seinen Sport eingeht, nicht nur im sportlichen, sondern vordergründig im menschlichen Sinne. Es gab auch immer wieder Stimmen in der Vergangenheit von Rezipienten, die auf Grund der Thematik der "Euthanasie" "Million Dollar Baby" die gesamte Qualität abzusprechen drohten. Diese werden auch in Zukunft nicht verhallen. Dabei sollte man sich doch die Frage stellen, ob die "Euthanasie" zum Schluss nicht doch das richtige Mittel ist, wenn auf Grund bestimmter eingetretener Umstände, wahrgewordener Risiken und Tragödien das Leben überhaupt keinen Sinn mehr macht, bei nicht einmal mehr 20% an Lebensqualität. Das Leben schreibt halt manchmal auch tragische Geschichten. Wäre da die herbeigesehnte Erlösung sogar manchmal nicht klüger und konsequent? Clint Eastwoods emotionaler Schlussakt lässt wohl keine andere Lösung mehr zu, alles andere wäre wohl als inhuman im Sinne Eastwoods zu begreifen. Am Ende von "Million Dollar Baby" gilt die eingesetzte Euthanasie nicht als Mittel, um vor der eigenen, vormals falschen gelebten Ideologie und dem dazugehörigem, sozialem Elend zu kapitulieren. Das Mittel der Euthanasie findet nur auf Grund eines Aktes menschlicher Größe / einer entstandenen Vater-Tochter Liebe Verwendung, Eastwood kommt in seiner Rolle nur dem Wunsch nach humaner Erlösung nahe, wobei die "Euthanasie" zu keiner Zeit unnötig glorifiziert wird. Und somit wird die Geschichte konsequent beim story telling still und leise zu Ende gebracht; ohne größeres Brimborium, aber dafür mit viel Emotionalität geht eine neue gebildete Vater-Tochter Beziehung zu Ende genauso wie Franky Dunn in Würde mit dem persönlichen Leben in Sachen Erfolg abschließt; also sein persönliches Scheitern im Beruf und in Punnkte Liebe/ Menschlichkeit akzeptieren muß; die stillsten Wasser sind ja bekanntlich tief. Darum nutzt Eastwood für die "Sterbehilfe" nur 10min Laufzeit, nicht mehr und nicht weniger, weil das gesehene so auch die nächsten Jahre noch seine Wirkung entfalten kann. Man macht sich auch weiterhin über die Quintessenz der Geschichte Gedanken: das wahre, knallharte Boxgeschäft kennt nun mal keine Freunde und hat ein hartes Opfer in Form von Maggie Fitzgerald gefordert. Unfälle können durch die Unbedachtheit von anderen auf Grund aufgestauter negativer Emotionen schnell und leicht entstehen. That´s life. Punkt.
Was im Endeffekt nach so einer Entscheidung also übrig bleibt, sind Existenzen, die nicht nur an sich, sondern an der allgemeinen Erwartungshaltung einer Gesellschaft und Hass, Neid, Missgunst, Eifersucht, mangelnder Anerkennung bzw. fehlender Wertschätzung durch andere und durch die negativen Konsequenzen dieser gesamten Aspekte in Mitleidenschaft gezogen werden; obwohl man sein bestes gegeben hat. Daher empfiehlt es sich manchmal sich selbst zu schützen, quasi die eigene Deckung zu benutzen. Jeder ist sich halt selbst im Leben der nächste, möchte sich selbst vor anderen profilieren und nimmt dem anderen manchmal den Respekt, Würde und die Anerkennung. Diese schlechten Eigenschaften gehören zum Mensch sein und zum Leben dazu, so einfach ist das.
Fazit: Mit Million Dollar Baby schuf Clint Eastwood einen der besten Filme aller Zeiten, eine tragische Liebesgeschichte eines einzelnen Mannes, welche in den Vordergrund gerückt wird. Mit dieser Liebesgeschichte werden auf grandiose Weise reelle Lebenstragödien weiterer involvierter (neben dem Scheitern von "Franky Dunn") erzählerisch miteinaner verwoben, denen das Schicksal im Boxmilieu anders als in Stallones "Rocky" ebenso wie der Hauptfigur nunmal nicht wohlgesonnen ist. "Million Dollar Baby" offenbart sich als ruhiges, lebensweises Werk, das kaum Mängel aufweist und die Annalen eingehen wird; und es gehört für mich persönlich zu den wenigen Filmen in den letzten 10 Jahren, die absolutes Kultpotenzial vorweisen können, einen wirklich emotional erreicht und getroffen haben. Das Scheitern Franky Dunns und das Ableben Maggie Fitzgeralds ist halt pures Schicksal... ein Schicksal, das niemand der Beteiligten abzuändern vermag und welches man akzeptieren muß... Denn sehr oft scheitert der Versuch, Fehler im Leben, die man im Leben schon einmal begangen hat, mit Gewalt un ohne Nachsicht korrigieren zu wollen. Das Leben schlägt dann gnadenlos zurück... Bis man entgültig gescheitert ist...
Im Boxring wird jeden Tag die eigene menschliche Existenz aufs Spiel gesetzt, um sich gegenüber anderen zu behaupten, und das kann ab und zu halt auch schief laufen.
Das ist sehr bitter, aber leider die Realität.
"Oft trifft man sein Schicksal auf Wegen, die man eingeschlagen hatte, um ihm zu entgehen."
"Später, und bis auf den heutigen Tag immer wieder, habe ich mich gefragt, woher diese Faszination, die ein ganzes Leben angehalten hat, eigentlich kommt. Es ist keinesfalls der scheinbar mühelose und direkte Weg zum Ruhm, der einen dazu bringt. Viel wahrscheinlicher ist es gerade die Ungewissheit der boxerischen Existenz, die Bereitschaft und Notwendigkeit, in jedem Kampf alles immer wieder aufs Spiel zu setzen."
(M. Schmeling)
Du brauchst die Offensive, um einen Kampf gewinnen zu können. Die Defensive brauchst du, um deine Karriere lange zu erhalten. Du mußt deinen Gegner ins Leere schlagen und ihn dann dafür bezahlen lassen. Das ist der einzige Weg, um in diesem Spiel bestehen zu können. Es ist ein hartes, ein körperliches und ein rauhes Spiel. Umso öfter du getroffen wirst, desto kürzer wird deine Karriere sein."
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M4x1k1ng 2012/01/15 13:33:22
Antwort löschenHab den Film schon mal gesehen, als ich noch klein war. Ich denke ich werde ihn mir nocheinmal anschauen müssen nach deinem Kommi :)
k2 2012/01/05 02:56:21
Kommentar löschenKurz & knapp:
Das wohl ergreifendste (Sport-)Drama, das ich je gesehen habe.
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A-Wax 2011/12/24 00:55:41
Kommentar löschenEin sehr emotionaler Film, der einen wirklich auf eine Achterbahn der Gefühle schickt. Anfangs denkt man es sei einer der üblichen Sportfilme (was nicht negativ gemeint ist), aber im letzten Drittel entfaltet der Film seine ganze Kraft und berührt den Zuschauer sehr.
Ich kann hier überhaupt nichts aufgesetztes erkennen und auch die "Tränendrüse" wird nicht über Gebühr beansprucht. Wir sehen hier einfach drei sehr starke Darsteller (Eastwood, Freemann und Swank) die diesen Film und die Geschichte tragen und ihn zu einem kleinen, stillen Meisterwerk werden lassen.
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aberaber 2011/12/21 08:57:24
Kommentar löschenWieder mal ein Meisterwerk in Eastwoods Spätphase. Ich wollte mir den Film erst garnicht anschauen, weil ich kein großer Fan von Boxfilmen bin, aber ich habe es keine Minute bereut. Tolle Story und großartige Schauspieler.
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Schloøpselcki 2011/11/13 21:24:28
Kommentar löschenGanze fünf Punkte gehen an Clint Eastwood, Clint Eastwood, Clint Eastwood, Clint Eastwood und Clint Eastwood für gekonnte Regie, Schauspielkunst, Kameraarbeit, Effekte und Inszenierung. Boxfilme interessieren mich nur leider wenig.
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lieber_tee 2011/11/14 00:46:46
Antwort löschenHast du den Film gesehen? Das Boxen macht doch nur einen Teil des Films aus. Die Geschichte entwickelt sich doch in eine ganz andere Richtung...
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Schloøpselcki 2011/11/14 12:55:47
Antwort löschenJa ich hab den Film gesehen, aber ich finde er enthält erstens ZU VIEL Boxerei, zweitens eine langweilige vom Tellerwäscher zum Star Geschichte und drittens zu viel andersartigen Themeninput. Ich kann aber durchaus verstehen warum man diesen Film gut findet. War eben einfach nicht mein Fall, kann ja durchaus passieren :)
lieber_tee 2011/11/14 14:37:07
Antwort löschenWollte dich auch nicht angreifen, nur nachfragen, weil du den "Sterbehilfe"-Aspekt so gar nicht erwähnst hast.
based_god 2011/11/07 18:18:04
Kommentar löschen"Million Dollar Baby" ist ein weiteres Meisterwerk von Eastwood
Das exzellente Drehbuch weist einen Bruch in der Mitte auf. Aus dem sehenswerten Boxdrama wurde ein weltklasse Drama. Was den Film aber wirklich zum Meisterwerk macht sind die Schauspielerleistungen von Swank, Freeman und natürlich Eastwood. Seine Scores sind unverwechselbar und auch sonst erkennt man seine Regie-Spuren deutlich im Film.
Wirklich empfehlenswert!!!
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cruzha 2011/10/17 10:34:05
Kommentar löschenMDB ist ein solide inszenierter Sportlerfilm, dessen tragisches Schlussdrittel vielleicht ein wenig zu sehr auf die Tränendrüse drückt. Nichtsdestotrotz bleibt es ein emotionaler Film, der den Zuschauer erst auf einen emotionalen Höhenflug mitnimmt, um ihn dann aus voller Höhe fallenzulassen. Von Hilary Swank mag man halten, was man will, wie aber Eastwood und Freeman hier als grantelige Boxtrainer miteinander harmonieren, ist einfach nur wunderbar.
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nagisa 2011/10/04 11:30:46
Kommentar löschenIch hatte nicht erwartet, dass der Film so endet, war davon allerdings eher positiv überrascht. Man fragt sich, ob man als Trainer mit dieser Schuld leben könnte und ob es überhaupt ein Fehler war, sie zu trainieren, war dies doch ihr einziger und sehnlichster Wunsch. Die Darsteller spielen ihre Rollen ohne Schnörkel und hervorragend authentisch. Dieses Boxerdrama, das auf einer Kurzgeschichte basiert, hat mich berührt, auch wenn ich kein sonderliches Interesse für diesen Sport aufbringen kann. Clint Eastwood hat hier wie auch mit Gran Torino ein großartiges Drama inszeniert.
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Oceanic6 2011/10/03 10:23:50
Kommentar löschen"Bearbeite sie mit Jabs! Immer auf die Titten, bis sie blau werden und abfallen!"
Wo Eastwood draufsteht muss nicht immer Qualität drin stecken. Das zeigte sich nicht nur bei seinen neuesten Filmen wie "Hereafter" oder "Invictus", sondern auch schon bei seinem allgemein als Meisterwerk anerkannten "Million Dollar Baby". Prätentios, melodramatisch und unglaublich religiös ist dieses Werk und ein weiteres von vielen Boxdramen der Marke "Rocky", einzig mit der Ausnahme, dass diesmal eine Frau die Strecke von der Tellerwäscherin zur Boxprofin antritt.
Das ist alles ohne Zweifel vollkommen stilsicher inszeniert, untermalt mit wunderschönen Melodien und getragen von herausragenden Schauspielern. Die immer wieder aufkommende Langeweile können die starken Seiten des Films jedoch nicht überdecken. Die Langeweile ist nicht nur Resultat der berechenbaren, zum 100. Mal neu aufgewärmten Story, sondern der zwar überraschenden, aber dennoch haarsträubenden Wendung der Geschichte. Das Aus des amerikanischen Traums wird hier zu einer religiösen Leerveranstaltung dekradiert. Das ist leider sehr enttäuschend und überhaupt nicht das, was man bis Dato von einem Regisseur namens Eastwood erwartet hätte. Hilary Swank spielt ihren Part mit Bravour, Morgan Freeman als verkümmerter Ex-Profi ist super und Clint Eastwood in der männlichen Hauptrolle ist natürlich so präsent wie eh und je. Die Inszenierung, allen voran die Boxkämpfe, ist nahezu perfekt. Die Dialoge bieten einige Lacher. Das ist alles in allem sehr schade, denn die Idee, eine Frau in den Ring zu stellen, hätte sicherlich viel mehr Potential gehabt.
"Million Dollar Baby" ist ein Boxerdrama, eine Art Vater-Tochter-Geschichte und eine Auseinandersetzung mit dem Thema Sterbehilfe. Viel zu viel Inhalt wird in den Film gepackt, keiner der Themen wirklich vielschichtig behandelt. Eastwoods Intention besteht darin, zum Diskutieren anzuregen. Das kann man ihm positiv anrechnen, nur ist das kein Ausgleich für die klischeehafte und oberflächliche Storyline. Emotionen sind präsent, die Darsteller geben ihr Möglichstes, dennoch schaue ich mir lieber noch 1.000 Male "Wie ein wilder Stier" an, als mich ein weiteres Mal durch dieses Filmchen kämpfen zu müssen.
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geheimer333 2011/10/03 12:06:16
Antwort löschenZum Zitat: Ich glaube du meintest Jabs, nicht Jets, Jets gibt es beim Boxen nämlich nicht ;)
Oceanic6 2011/10/03 12:18:17
Antwort löschenOk, kann sein, danke. Hab den Film auf Englisch geschaut, daher^^
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fabel 2011/10/08 17:13:05
Antwort löschenSo isses: völlig überschätzter Film, leider.
draco2111 2011/11/18 08:51:50
Antwort löschenDem kann ich eigentlich nur zustimmen.
Marti DiBergi 2011/09/29 21:51:23
Kommentar löschenOptimistisches Boxer-Drama, in dem Clint Eastwood in der Rolle brilliert, für die er geboren wurde: Clint Eastwood. Der Film klappert viele genretypische Stationen ab, geht hin und wieder aber auch Tiefer aund zeigt interessante Konflikte, welche dem ganzen mehr Spannung und Dramatik verleihen. Eastwood hält sich mit der Musik zumeist zurück, das Hauptmotiv ist ein sehr leises Klavierstück, und gerade dewegen sind viele Szenen kraftvoller als die übliche Eastwood-Ware. Zwar gibt es auch einige unsubtile Momente, doch die allgemein ermutigende und positive Grundstimmung des Filmes, welche auch im mutigen letzten Teil nicht verloren geht, ließen mich darüber hinwegsehen.
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Joeyjoejoe17 2011/09/23 10:03:54
Kommentar löschenWo Eastwood draufstheht sind Qualität und Filmpreise drin.
Ein glänzend gespieltes Boxerdrama mit grandiosem Score, sensationeller Kameraarbeit und einer sehr guten Story. Sehr bewegend inszeniert und mit mehr als glaubwürdig verkörperten Figuren entstand hier ein zurecht oscargewürdigtes Meisterwerk (Trophäen für Film, Hauptdarstellerin, Nebendarsteller und Regie, Nominierungen für Hauptdarsteller, adaptiertes Drehbuch und Schnitt), das wohl in die Ruhmeshalle der Filmgeschichte Einzug finden wird.
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agynessa 2011/09/11 22:06:27
Kommentar löschenEastwood und Freeman sind klasse Schauspieler. Swank hat mich wie immer etwas enttäuscht, zu spröde, zu kühl. Zwischenzeitlich etwas langezogen und zum Ende hin hat wie so oft die Pointe gefehlt. Der Erzähler hat hier ganze Arbeit geleistet und diesen Film fast sehenswert gemacht,doch der Film an sich plätscherte so dahin und irgendwann war er dann auch wieder vorbei. Man dachte noch zwei Minuten darüber nach und dann war er wie aus den Augen auch aus dem Sinn.
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geheimer333 2011/09/11 19:18:10
Kommentar löschenMillion Dollar Baby lebt von seinen Gefühlen, dieser Film braucht keine große Aussage. Er mag vorhersehbar sein, aber eigentlich ist es das was den Film bedrückend macht, bevor das passiert, was passieren muss. Vorallem die fünf Minuten davor, man hofft nur: "Bitte nicht!", obwohl man genau weiß was im nächsten Moment passiert.
Clint Eastwood, spielt einen Boxtrainer, der von seinem besten Boxer verlassen wird, damit dieser früher Champion werden kann. Eine nicht mehr ganz so junge aufstrebende Boxerin, will von ihm trainiert werden. Nach einiger Zeit schafft sie es, ihn für sich zu Gewinnen. Er hat sich allerdings vorgenommen, dass er sie nur trainiert und dann zu einem Manager schickt, daraus wird leider nichts, er sieht die Boxerin quasi als Tochter an und wird eine Art Vaterrolle für sie ein, nachdem er ihre kaputte Familie kennenlernt, sorgt er sich nur nochmehr um sie. Zwar ist sie psychisch ziemlich am Ende, aber im Boxen scheint sie tatsächlich die beste zu sein. Doch bei ihrem Titelkampf geht etwas schief...
Ein Drama der Extraklasse, mit einem dementsprechendem Cast.
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Surfer Rosa 2011/09/10 15:31:00
Kommentar löschenAufbruch, Reise, Schmerz – die drei Gesichter eines außergewöhnlichen Films, die drei Gesichter Maggie Fitzgeralds, wunderbar verkörpert von Hilary Swank, deren Leistung in diesem Werk völlig zu Recht verehrt wird. Akribisch wie Christian Bale, mimisch variabel wie Jodie Foster und so emotional wie… wie Hilary Swank.
Über die vollständige Länge des Films hinweg meißeln das Drehbuch und Regisseur Eastwood verlässlich gewandt die detaillierten Hintergründe der zwei liebevoll gestalteten Hauptcharaktere. Sie lassen den Zuschauer in den, grob auf Haupt – und Schlussteil reduzierten Abschnitten, erst mit fiebern, dann mit leiden und, die tief im Bewusstsein verwurzelten Beweggründe nachvollziehen. Sei es der Wunsch Maggies, den einzigen Teil ihres Lebens, der ihr Freude macht, mit dem sie sich aus dem tristen Dasein einer Kellnerin und ihre grauenhafte Familie dem Wohnwagenpark enthebt, mit dem wohlverdienten Titel zu krönen oder ihr Verlangen den Teil ihrer Existenz, der durch ihre Herkunft unterdrückt wurde, den Wunsch nach Höherem zu streben, endlich zu verwirklichen.
Die Parabel auf ihren Lebenskampf, der Boxsport, der lange der Sport der Unterdrückten war – Maggies Begeisterung für ihn wird mit den einfachsten Mitteln auf den Zuschauer übertragen. In einer dunklen und menschenleeren Sporthalle, fängt mühsam im schummrigen Licht, eine großartig geführte Kamera die kleine muskulöse Frau ein, wie sie all ihre Leidenschaft in einen Boxsack hinein prügelt. Der Schweiß steht in ihrem Gesicht, dunkle Haarsträhnen kleben auf der Stirn und man verfolgt den hoffnungsfroh lächelnden Mund, die strahlenden Züge Maggies, wie sie den kräftigen, grauhaarigen alten Mann unermüdlich mit „Boss“ anspricht und ihn schließlich mit ihrer liebenswürdigen, bemitleidenswerten Präsenz, zur Zusammenarbeit nötigt.
Der alte Mann, Frank Dunn, dem als Manager die Ehre eines Titels stets versagt blieb und der seine scheinbar letzte Chance soeben durch Zaghaftigkeit aus den Händen gleiten ließ, diese ähnlich tragische Figur erweist sich im Gang des sportlichen Duos gen Gipfel, als vorerst gewohnt eastwoodmürrisch, wenig jovial, unwirsch und störrisch, lässt aber eben, so wie es nur der große Clint kann, durch wenige Blicke und Gesten, zögernde Wärme hervor scheinen. Am Ring belegt er seine, vielleicht etwas zu fingerfertigen und erfolgsgarantierenden Fähigkeiten als Trainer. Die Siege Maggies erscheinen als zu einfach, was sich als überaus trügerische Sicherheit zu erkennen geben soll. Doch ist die Beziehung Franks zu Maggie mehr als nur ein simples Engagement mit einem ehrgeizigen „Mädchen“. Zwischen den beiden Charakteren, die so grundverschieden, sich in einigen Zügen, Sturheit und Ehrgeiz, aber doch ähnlich sind, entwickelt sich im Laufe der zwangsläufig erfolgreich verlaufenden Karriere, eine tiefe Freundschaft, die ihren Höhepunkt erst ganz am Schluss findet.
Mit der Macht dreidimensional und nicht zuletzt überaus sympathisch gezeichneter Figuren, zwingt Eastwood seinem Publikum die Empathie auf, in diesem mehr als zwei Stunden andauernden Kampf, alle von den Protagonisten durchlebten Emotionen, ihre Hoffnungen, Ängste, ihre Begeisterung und schlussendliche Verzweiflung aufs tiefste und schmerzhafteste mitzuerleben.
Das tragische Ende wirft dann die Frage auf, worum es in diesem Film eigentlich geht. Um Sport und seine Nebenerscheinungen, um Vergangenheitsbewältigung, Gegenwartsbewältigung,… oder doch um den Sinn des Lebens, der darin besteht für irgendetwas zu kämpfen. Ob für Erfolg, Familie, Leben. Wie vergänglich, all das ist, dafür steht „Million Dollar Baby“ und das kann zumindest eine Antwort auf die Frage sein.
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Mighty House 2011/09/08 19:02:44
Kommentar löschenBestätiung und Ignoranz. Konventionelles und Unkonventionelles. Bergauf und bergab. Misserfolg, doch auch Erfolg. Oder auch: Sieg oder Niederlage.
In Million Dollar Baby glaubte ich eine Antithetik zu erkennen. Sich immer abwechselnde Gegensätze, die sich um die brillierende weibliche Boxerin Maggie Fitzgerald drehen. Vorab: Hilary Swank bekam für diese Rolle den Oscar. Als ärmliche Angestellte eines Cafés wollte sie ihrem Leben einen Sinn geben. Sie beginnt zu boxen, einfach aus dem Nichts. Clint Eastwood mimt Frankie, den bitter gewordenen Boxtrainer, der seine besten Zeiten schon lange hinter sich hat. In dieser Phase erinnert mich der Film ziemlich an Gran Torino, denn nach einer ersten Skepsis erkennt Frankie das Potenzial der Boxerin und trainiert sie. Hierbei fällt mir wieder auf, dass ich Eastwood als derben, säuerlichen alten Knacker schauspielerisch deutlich limitiert empfinde. Nun beginnt der typische amerikanische Sportfilm, könnte man denken, denn Maggie besiegt alles und jeden. Ihr Fleiß wird belohnt, sie macht sich einen Namen und ihren Trainer stolz. Alles läuft perfekt, aber Million Dollar Baby ist ein Drama, und das kommt ihm zugute.
Auf dem Zenit von Maggies Karriere steht die zweiseitige Goldmedaille auf der Kippe und kippt schließlich. Mit ihr Clint Eastwoods Leistung, der mir als guter, altersmilder Mann deutlich besser gefällt. Auf den Jubel folgt Resignation. Auf den Sieg folgt die Niederlage, ausgedrückt in realistischer Dramaturgie wie man sie selten zu sehen bekommt, unterlegt mit den Monologen von Frankie oder dem ehemaligen Boxer Scrap, der von Morgan Freeman relativ gut verkörpert wird. An diesem beeindruckenden Wendepunkt von Maggies leben gewinnt der Streifen eine Qualität, die man anfangs nicht erwartet.
Clint Eastwood überzeugte mich doch noch. Das Streben nach Glück wurde hart, aber ehrlich relativiert. Und man begreift, warum Swank den Oscar für diese Rolle verdient hat.
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