Moonlight - Kritik

Moonlight

US · 2016 · Laufzeit 111 Minuten · FSK 12 · Drama · Kinostart
Du
  • 9

    [...] MOONLIGHT erzählt nicht von einem Jungen, der in schwierigen Verhältnissen aufwächst und dann einen märchenhaften Aufstieg hinlegt. Der es einmal besser hat. Chiron ist ein Gefangener in einem System, in dem man entweder der ist, der frisst oder der, der gefressen wird. [...]

    • 7 .5

      [...]
      Wer sich einfach in einen Film fallen lassen möchte, wird mit „Moonlight“ nicht bedient. Er ist seinem Thema angemessen schwer, was nicht zu verwechseln ist mit dröge oder langatmig. Nur darf hier niemand hoffen, ein Liedchen würde die Charaktere zueinander finden lassen oder Konflikte lösen. Hier schwelen Konsequenzen über Jahre unter der Oberfläche, formen Figuren, zerstören sie, heilen sie. „Moonlight“ ist der ruhende Gegenpol zur Grande Bellezza Hollywoods. Und das ist gut so.

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      • 8 .5

        Die Produktion und die hohe Aufmerksamkeit für Moonlight ist aufgrund der Thematik in diesen Zeiten extrem wichtig. Dank des tollen Skripts und der Darsteller ist diese Aufmerksamkeit auch vollkommen verdient. Nur leider sorgen kleinere Mängel in den Dialogen und der Inszenierung dafür, dass es kein Meisterwerk geworden ist. Dennoch ist Moonlight auf jeden Fall zu empfehlen. Ein wichtiger Film, der unter die Haut geht!

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        • 7

          [...] Das Drehbuch vereint gefährlich viele Drama-Klischees (Drogensucht, Mobbing, sexuelle Orientierung etc.) in einem einzigen Film, doch da die Handlung viel Raum für eigene Interpretation lässt, gerät sie nicht pathetisch. Es ist Vor- und Nachteil zugleich: „Moonlight“ besteht aus Fragmenten. Ein an sich simpel gestricktes, harmloses, aber sehr aufrichtiges Drama, aufgewertet durch nette optische Inszenierungsideen und spannende musikalische Kontraste zwischen Hip Hop und Streichern. Eine zart berührende Erkundung von (männlicher) Identitätsfindung und dem Bedürfnis nach Nähe.

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          • 8

            Diese Emotionalität ist es, die jede Diskussion um den besseren oder den besten Film obsolet erschienen lässt. Moonlight ist einfach ein Erlebnis. [Barbara Schweizerhof]

            • 7 .5

              Moonlight, das ist zunächst einmal ein Wunderwerk aus Licht und Farbe. Vor allem aber hat [Regisseur Barry Jenkins] in dem Stück eine den Realitäten trotzende Schönheit erkannt, die sich wohl doch nur im Film verwirklichen lässt. [Philipp Bühler]

              • 8

                Soeben mit dem Oscar als bester Film prämiert: Barry Jenkins' Kinodebüt zeichnet eindringlich und kunstvoll die Adoleszenz eines schwarzen Knaben aus einem Problemviertel von Miami nach. [Christina Tilmann]

                • 8

                  Moonlight, Ende Februar mit dem Oscar für den besten Film ausgezeichnet, ist ein so unscheinbares wie berührendes Drama über die (homo)sexuelle Selbstfindung eines schwarzen Jugendlichen. Eine Empfehlung. [Andrey Arnold ]

                  • 8

                    Moonlight ist aber in erster Linie ein sehr guter Film. Selbst wenn es in der Oscarnacht dann knapp nicht für den Preis als bester Film reichen sollte oder für Jenkins nicht zum Regie-Oscar, hat er damit ein besonders schönes Kapitel amerikanischer Filmgeschichte geschrieben. [Wenke Husmann]

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                    • Im Podcast besprochen:

                      "Diese Woche stellen wir euch den laut der Academy besten Film des letzten Jahres vor, das dreiteilige coming of age Charakterdrama MOONLIGHT. Doch das wussten Niels und Michi zum Zeitpunkt der Aufnahme noch nicht, auch wenn sie es vielleicht schon etwas ahnen konnten. Anfangs noch komplett spoilerfrei, geht´s im Podcast um geniale Schauspielleistungen, die eigenwillige Erzählart des Films und natürlich auch der Umgang mit dem ach so prikären Hauptthema. Freut euch auf eine geballte Ladung Anti-Hollywood – oder eben doch nicht?"

                      • 7 .5

                        Dass [Moonlight] mit drei jeweils anders formierten Ensembles eine erzählerische Einheit bildet, liegt nicht zuletzt an der psychologisierenden Kameraführung von James Laxton, der immer wieder kreiselnd, wackelnd und mit Unschärfen andeutet, welche Welt wir mit wessen Augen sehen. [Stefan Benz]

                        • 9

                          Alles an Moonlight ist durch und durch außergewöhnlich. Herausragend. Besonders. Er ist eine so kunstfertige, so meisterhafte Erzählung, dass er wie ein Stück große Literatur wirkt, nur eben auf Zelluloid. Ein ganz kleiner, ganz großer Film. Und wohl in der Tat das beeindruckendste cineastische Erlebnis dieses Jahres. [Frank-Michael Helmke]

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                          • 8

                            Immer wieder ragen die bekannten Bilder und Szenen von Gewalt und Drogen-Umgebung in Chirons Geschichte, aber Moonlight erzählt sie als ganz eigene. Mit klassischer und moderner Musik sowie einer exquisit bewegten Kamera erheben sich Momente graziös über das Alltägliche hinaus. [Günter H. Jekubzik]

                            • 7 .5

                              [Moonlight] ist so frei und poetisch wie die Musik, die den Weg seines Helden begleitet. Dieser Film erzählt keine Geschichte, er besteht nicht aus großen Ereignissen. Dennoch ist man wie gebannt von dem, was er zeigt: das Erwachsenwerden in einem ärmlichen Viertel von Miami. [Katja Nicodemus]

                              • 8
                                SpiegelOnline 09.03.2017, 09:36 Geändert 09.03.2017, 14:21

                                Auch Barry Jenkins zelebriert [in Moonlight] die Vielschichtigkeit schwarzer Kultur und Lebensweise. Mit seinem meisterhaft emphatischen Film [...] öffnet er den Blick des Zuschauers für Seelendramen, die im kulturellen Diskurs allzu oft von agitatorischen Gangster- und Hip-Hop-Topoi überlagert werden. [Andreas Borcholte]

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                                • 7

                                  [...] Dabei beginnt das Drama sehr stark, denn der erste Akt über den schweigsamen Jungen, der in einem Drogendealer (Mahershala Ali) seine Bezugsperson findet, berührt und fällt dementsprechend überzeugend aus. An diese Qualität reichen die beiden anderen Akte jedoch nicht heran, da man keine wirkliche emotionale Bindung zu Chiron aufbauen kann und die diversen Thematiken wie Homosexualität und Mobbing nur oberflächlich angerissen werden. So zeichnet "Moonlight" zwar ein authentisches Portrait eines schwarzen Jungen, dem am Ende jedoch die emotionale und erzählerische Substanz fehlt. [...]

                                  • 4 .5

                                    "(...) Dass Moonlight sporadisch in drei Lebensabschnitten seiner Figur vorbeischaut, aber dabei keinerlei Einblicke bietet, bricht ihm schlussendlich das Genick. Der Wandel der Figur im Schlussakt soll womöglich überraschen, ihm fehlt allerdings die Basis und ein Verständnis für die Unruhe des Protagonisten. (...) Moonlight will besonders sein, ein schwarzer LGBT-Film, ist jedoch Letzteres nur ausgesprochen oberflächlich und könnte (..) nahezu 1:1 in eine ärmliche Trailer-Park-Kleinstadt der Südstaaaten in ein White-Trash-Milieu verlegt werden (...)"

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                                    • 9

                                      Chiron wächst in einer Sozialbausiedlung auf, seine alleinerziehende Mutter ist drogensüchtig, die Mitschüler drangsalieren ihn, weil er schmächtig und schüchtern ist und möglicherweise schwul. »Moonlight« ist eine Coming-of-Age-Geschichte, so weit entfernt von den erwartbaren Klischees der Blaxploitation-Gangster-Flicks, dass es an ein Wunder grenzt und zugleich eine Befreiung ist: endlich glaubwürdige (schwarze) Männer im Kino! [Alexandra Seitz]

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                                      • 8

                                        Barry Jenkins erzählt von einer harschen Welt. Er tut es voller Empathie für jede einzelne Figur und mit Sinn für die Schönheit des Lebens. Moonlight öffnet gerade dafür die Augen. Es lohnt sich, genau hinzuschauen, Blicke und Gesten wahrzunehmen [...]. Die Kamera erzeugt mit jedem Bild eine Intimität, der man sich nicht entziehen kann. [Kirsten Taylor]

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                                        • 7

                                          Nur selten gelingt es Regisseur Barry Jenkins, den [...] Kitsch zu umschiffen und seine Protagonisten ganz nüchtern zu beobachten. Das sind dann die stärksten Minuten dieses Films. Auch die letzte Einstellung des Films [...] zeigt, was Moonlight hätte sein können, wenn Jenkins das Pathos zurückgefahren und sich stattdessen auf die reine Kraft seiner Geschichte und die unglaubliche Präsenz seiner Darsteller verlassen hätte. [Sven Hauberg]

                                          • 3 .5

                                            "Die Gestalt von "Moonlight" legt eine Normierung des Schwulen nahe: Nicht spielen darf er mit seiner Identität, sondern zu offenbaren hat er sie, will er kathartisch erlöst werden, will er zu sich finden. Angesichts all der symbolischen Eindeutigkeit des Films lässt mich das ziemlich ratlos zurück." [Frédéric Jaeger]

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                                            • 7 .5

                                              [...] Moonlight begibt sich auf eine, mit 100 Minuten beinahe schon etwas zu knapp bemessene, Suche nach einer Möglichkeit, sein wahres Ich zu verwirklichen. Eine Suche, endlich anzukommen, ohne sich ständig maskieren zu müssen. Chiron wird in einen von Barry Jenkins feinsinnig decodierten Lernprozess involviert, im Zuge dessen er nicht nur verstehen muss, dass das Leben einen häufig zu Unsicherheiten zwingt und an den Rand der Zerbrechlichkeit führt, sondern, um der metaphorischen Taktung des Filmes treu zu bleiben: Auch ein Vogel mit gebrochenem Flügel wird sich irgendwann wieder in den Himmel hinaufschwingen können. Jenkins ist dabei nicht darum bemüht, harmonische Zugeständnisse zwischen Chiron und dem Zuschauer zu evozieren, Moonlight widerspricht einfachen Lösungen, gewinnt dadurch aber erst seine poetische Intimität, die so unverstellt und wirklichkeitsnah in den Augenblick hineinfällt. [...]

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                                              • 9

                                                Einfühlsam, subtil und voller Herz ist Jenkins Genre-Blockbuster Moonlight ein bedeutsames Werk, das dich vom Hocker reißen wird. [Rob James]

                                                • 8

                                                  Ein bildgewaltiger Film, der mit Homosexualität in der schwarzen Bevölkerung ein heißes Eisen auf berührende, subtile Weise angeht. [Michael Meyns]

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                                                    [...] Selbst in dieser wohligen Umgebung, die so viel Heimat ausstrahlt wie keine einzige Kulisse zuvor, bleibt Chiron in der Gegenwart des alten Freundes ein Fremder. Plötzlich wird er mit den verschiedenen Identitäten konfrontiert, die er sich über die Zeit angelegt hat, um mit seiner Umwelt zu verschwimmen. Am Ende bleibt allerdings trotz tougher Maskerade die große Unsicherheit eines Jungen, der sich nach wie vor auf der Suche befindet. Leise greifen Nicholas Britells andächtige Klaviertöne und ein heimlich aufbrausender Streicher lässt im Hintergrund die unendliche Tragik dieses zerbrechliches Wiedersehens durchblitzen. Barry Jenkins hat allerdings noch längst keinen Schluss und erst recht kein Happy End für sein Märchen im Mondlicht gefunden. Chiron und Kevin blicken sich in die Augen, im Wissen über das, was hätte sein können, das, was ist, und das, was entgegen aller vorherigen Ereignisse noch werden kann. Dennoch bleibt sie, die Ungewissheit vor dem entscheidenden Schritt.

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