Mulholland Drive - Kritik

Mulholland Dr.

FR/US · 2001 · Laufzeit 146 Minuten · FSK 16 · Thriller, Drama, Erotikfilm · Kinostart
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    Mr. Miguwa 05.02.2016, 23:00 Geändert 05.02.2016, 23:09

    Die Realität: unbedeutend, ernüchternd, seelenlos, eiskalt und inhaltslos wie eine kleine blaue Schachtel. Der Traum: hypnotisierend, wunderschön, magisch; eine Flucht aus eben jener Realitat und die Erschaffung eines perfekten Lebens, in dem alles möglich ist. Der Traum ist eine Verarbeitung, eine Verdrängung all seiner schlimmsten Taten und Erlebnisse. Doch irgendwann hat auch der allerschönste und friedvollste Traum ein Ende und entpuppt sich als reinste Illusion. Man wird zurückgelassen in der Dunkelheit, die einen nach und nach eingeholt hat...

    Mit "Mulholand Drive" nimmt der Meister und Alleskönner David Lynch die Traumfabrik komplett auseinander. David Lynch präsentiert uns die Stadt der Engel mit all ihrer Reizüberflutung, den aufgesetzten Fratzen und scheinheiligen Freudentänzen und grenzt sich mit seiner Filmperle deutlich von dem guten alten Hollywood ab. Ein Filmstudie wird regiert von einem kleinen Mongo hinter einer Glasscheibe; Schauspieler werden für ein Filmprojekt geradezu willkürlich besetzt; der nicht perfekte Espresso für einen Filmstudio-Boss wird von diesem angewidert ausgespuckt; der Kreativitat eines Regisseurs sind klare Grenzen gesetzt. Diese Missbilligung Hollywoods bekommt der Zuschauer in einem mysteriösen und spannenden Thriller serviert, wie es im Buche steht. Wie kein anderer schafft es David Lynch eine atemberaubende und mystische Atmosphäre aufzubauen, die ihresgleichen sucht. Die Straße der Finsternis, bestückt mit faszinierenden Lichtern und unendlich hohen Palmen, endet in einem hochpolierten Vorhof. Der Zuschauer lässt sich von dieser magischen Atmosphäre und schließlich der spannenden Detektivgeschichte rund um zwei Frauen (großartig gespielt von Laura Harring und Naomi Watts), die versuchen ein Geheimnis zu lüften, berieseln. Am Ende wird der Zuschauer wohl mit mehr als einem Fragezeichen zurückgelassen, sodass man geradezu dazu angehalten wird, sich den Film noch ein weiteres Mal anzusehen. Trotz der wirren Groteske scheint ,"Mulholland Drive" im Gegensatz zu Lynch' "Lost Higway" in seinen Grundzügen jedoch durchsichtig(er) bzw. greifbar(er), sodass man am Ende nicht komplett in der Dunkelheit stehen bleibt.

    David Lynch kam mit "Mulholland Drive" aus meiner Sicht auf dem vorläufigen Höhepunkt seines Schaffens an. Ein Film, der sein ganzes Potential wohl erst bei wiederholten Sichtungen offenbart und sicherlich nie an Reiz und Magie verlieren wird. Großartig! Meisterhaft! Unbeschreiblich!

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    • 10
      Copacabanasun 20.01.2016, 13:58 Geändert 20.01.2016, 13:59

      "Mullholland Drive", ist ein filmisches Orgasmus-Juwel, der Extraklasse!!!
      .
      Guter Zeitpunkt heute, mein Herz, diesem Meisterwerk zu schenken, war schon lange überfällig. (Von 9.5 zu 10 mit ♥ ). Hach ja, manche Dinge schleife ich elendig ewig hinter mir her...
      ...wünschte mir, ich wäre was dies angeht ordentlicher, und keine Schl...umpfine. :D
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      Thank you Mr. Lynch for this awesome Picture Movie and Happy Birthday!!!
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      Eine Runde auf dem Mullholland Drive, und du willst anschliessend, noch ein paar Extrarunden drehen. :D
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      ^.^/"
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      LoVe iT!!!

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      • 8 .5
        Mafioso 05.01.2016, 15:41 Geändert 05.01.2016, 15:41

        Lynchs "Mulholland Drive" ist ein Film, bei dem man gerne mal ein kurze Pause einlegen darf, um mit seinen Filmfreunden das gerade Geschehene mal kurz zu rekapitulieren.
        Doch immer dann, wenn man denkt, man käme der Lösung näher und eine Frage beantwortet hat, wirft die nächste Szene drei weitere auf.
        Dies steigert sich, bis man das gesamte Geschehen einfach nur noch hinnimmt, sich aber gleichzeitig denkt: "Wow, ist das ein toller Streifen, das macht einfach Spaß, auch wenn ich es (noch) nicht verstehe."
        Und gerade dann, wenn sich der Film wirklich gänzlich in wirrer Sinnlosigkeit zu verlieren scheint, liefert Lynch endlich Antworten.
        Als der Abspann lief, kam ich aus dem Staunen gar nicht mehr heraus, am liebsten hätte ich das Ganze direkt noch mal von vorne geguckt.

        Lynchs Abrechnung mit Hollywood ist einerseits ein kleines cineastisches Meisterwerk und andererseits wie ein Puzzle, das man nach und nach zusammenfügen will, bis man aufgibt, alle Teile in die Luft wirft und sich so plötzlich ein ganz anderes Bild ergibt als gedacht.
        Für diesen Spaß und das wirklich besondere Filmerlebnis gibts von mir die Erstsichtungs-Höchstwertung.
        Man will sich ja bei der ausstehenden Zweitsichtung noch steigern können.

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        • 3 .5
          allroundt 29.12.2015, 22:43 Geändert 30.12.2015, 20:51

          Die Filme von Lynch sind aneinandergereihte Kurzgeschichten.Sie enthalten mysteriöse,mafiöse Figuren ,Frauen,einen oder mehrere Tote ,spielen in reichen Gegenden und man erkennt keinen Sinn(seine eigene Aussage).Ich mag seine Film nicht aber dieser hat mich ausnahmsweise gut unterhalten.
          P.s. mich hat gewundert,dass es in diesem Film auch einige lustige Momente gab in denen ich heftig lachen musste.

          Den Kommentar oben hatte ich geschrieben,nachdem ich 80 min des Films gesehen hatte.Inzwischen habe ich ihn ganz gesehen und ich muss meine Bewertung von 7,5 revidieren.Ich dachte dieser Film wäre anders als Lost Highway,über den ich mich sehr geärgert hatte.Ich dachte,diesmal wird es eine sinnvolle Auflösung geben,aber das war wohl nix.Ich verstehe nicht was Lynch durch den Kopf geht.

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          • 9

            Einer meiner absoluten Lieblingsthriller. Er ist sehr schwer zu beschreiben, Lynch erschafft hier ein surreales, kafkaeskes Universum, das seinen eigenen Regeln folgt.

            Trotz diesem surrealen Aspekt wird die Spannung schön hochgehalten, wie das bei einem Thriller sein sollte, die Spannung wird nicht mittels Holzhammer erzeugt, sondern ist eher subtiler Natur. Am Ende geht dann alles sehr schnell und der Payoff ist mysteriös und nicht offensichtlich. Man kann diesen Film ohne Probleme viele Male sehen, seine surreale Natur und die mysteriöse Auflösung ermöglichen es, sich jedes Mal auf andere Aspekte zu konzentrieren.
            Großartiger Film.

            • 9

              Schonungslos geniales Kino. Nichts für Adam Sandler und Kevin James Fans ,
              aber auch nichts für möchtegern Philosophen .
              Ansehen , wirken lassen - reflektieren.
              Entweder er gefällt , oder eben nicht.
              Es wird nicht alles vorgekaut , die Handlung nicht plakativ dargestellt.
              Kurzum , ein Film den man sich ausgeschlafen ansehen sollte ....
              Wenn es denn nur mehr solche Filme geben würde.....

              • 8 .5
                TheBirdman 26.08.2015, 23:55 Geändert 27.08.2015, 00:05

                "Mulholland Drive" ist und bleibt ein Film, an dem man sich die Zähne ausbeißen kann, Interpretationen gibt es zuhauf und eine Zweitsichtung steht definitiv auf dem Pflichtprogramm, zu viele Fragen sind und bleiben noch offen. Dabei verwebt Lynch verschiedene Genres und Motive zu einem hochspannenden, wenn auch verwirrenden Thriller. Der Film strotzt dabei nur so vor Details und versteckten Botschaften, vermischt mit einer deftigen Kritk an der Traumfabrik Hollywood und dem Streben nach Erfolg und Perfektion. Nach den knapp zweieinhalb Stunden sitzt man erst einmal ratlos vor der Flimmerkiste. Was hat man da gerade gesehen, auf was für einen Trip wurde ich da mitgenommen? Die Leistung der Schauspieler, die Komposition der Farb- und Bildgestaltung und der am Ende wirklich umwerfende Plot erzeugen ein Filmerlebnis, das seinesgleichen sucht. Zum Schluss ergibt im Grunde alles Sinn, die einzelnen Puzzleteile setzen sich zu einem Ganzen zusammen und man bekommt Licht ins Dunkel. Denn ähnlich wie in einem Traum, folgt "Mulholland Drive" keinem linearen Handlungsstrang, wir bewegen uns sprunghaft zwischen den Schauplätzen und Charakteren hin und her und nehmen es für selbstverständlich hin, das plötzliche Auftauchen von Gegenständen oder Personen wird am Ende ebenfalls nicht hinterfragt, sondern lediglich zur Kenntnis genommen, sowohl vom Zuschauer, als auch von den Akteuren selbst.
                Großes Kino und ein Muss für alle Fans von Plot-Twist Filmen!

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                • 9

                  Spoiler

                  Um MULHOLLAND DRIVE zu verstehen (falls man das überhaupt so nennen kann) sollte man sich erst mit der Entstehungsgeschichte des Filmes befassen.
                  Eigentlich plante David Lynch eine neue Fernsehserie und drehte die ersten zwei Drittel des Filmes als Pilot, welcher aber, trotz einiger Änderungen, die David Lynch bereit war durchzuführen, abgelehnt wurde. Lynch aber drehte noch ein letztes Drittel und machte aus MULHOLLAND DRIVE einen neuen Kinofilm. Diese schwierigen Bedingungen merkt man dem Film tatsächlich an. Lynch führt wahnsinnig viele Handlungsstränge ein, von denen aber keiner zu Ende geführt wird. Stadtessen mündet der Film in ein verschwommenes Meer aus Hollywood-Glanz und Hollywood-Satire, aus traumwandlerischen Bildern, Referenzen und viel Terror.
                  Man merkt dem Film auch Lynchs Verbitterung gegenüber den Studio-Bossen an. Sein Hollywood wird von mysteriösen Männern hinter Glaswänden regiert, die scheinbar willkürlich entscheiden wer Erfolg hat und wer nicht, für die jeder Espresso stimmen muss und die jeden zerstören können, der nicht auf sie hört.
                  Im Gründe aber lässt sich die Handlung von MULHOLLAND DRIVE nur durch Interpretationen erschließen. Darüberhinaus aber erschafft Lynch durch seine Inszenierung erneut verstörend, faszinierende, alptraumhafte Bilder und unter den Schauspielern sei Naomi Watts wahnsinnig lobend hervorgehoben die hier wahnsinnig facettenreich agiert.
                  Die Geschichte hinter MULHOLLAND DRIVE lässt sich, wie gesagt, beliebig interpretieren. Meine Interpretation hält sich nicht wirklich an die gängige Interpretation, nach welcher der erste Teil des Filmes (vor dem Auffinden der blauen Box) ein Traum und eine Idealisierung des zweiten Teils darstellt, welcher die bittere Realität repräsentiert. Ich glaube man sollte MULHOLLAND DRIVE nicht in Traum und Realität aufteilen sondern eher als Zwischenwelt.
                  Teil 1 zeigt das schöne Hollywood : Betty ist fasziniert von Los Angeles, sie kann das Casting für sich gewinnen und wohnt in einer schönen Wohnung. Auch ihre homosexuelle Liebe zu Rita ist leidenschaftlich. Doch auch hier gibt es Risse in der Fassade : Ein Monster lauert hinter den Mauern, einem Regisseur wird die Kontrolle über dessen Film entzogen und ein Auftragskiller ermordet mehrere Leute.
                  In Teil 2 bricht nun das hässliche Hollywood über uns herein : Aus der naiven Betty wird die verbitterte Diane, welche es in Hollywood nicht weit bringt und die ihre Homosexualität unterdrücken muss.
                  Ich glaube das Lynch Betty und Diane, als auch Rita und Camilla von denselben Schauspielerinnen spielen lässt ist eine Form von Ausdruck, wie nahe beide Welten in Hollywood beeinander liegen. Hollywood als ein Ort, der Träume erschafft, sie aber auch zerstören kann. Und in den alles eine Illusion ist, während im Publikum Stille herrscht.

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                  • 9
                    StereoCyclops 18.08.2015, 21:35 Geändert 18.08.2015, 21:36

                    "Ideas are like fish. If you want to catch little fish, you can stay in the shallow water. But if you want to catch the big fish, you’ve got to go deeper."

                    Der Versuch, Mulholland Drive zusammenhängend durchdringen zu wollen, kann nur scheitern. Vergegenwärtigt man sich aber Lynch`s Aussage, er möge die "Logik von Träumen", führt dies nicht zu einem tieferen Verständnis des Films, aber es lässt einen wohlwollender mit der eigenen Verwirrung umgehen.
                    Mulholland Drive ist assoziativ, intuitiv und wirkt auf einer höchst emotionalen Ebene.

                    • 2 .5

                      So unnötig kompliziert und durcheinander

                      • 10
                        Mr_Phil 09.07.2015, 14:37 Geändert 09.07.2015, 16:04

                        Ich glaube es ist soweit.
                        Ich bin bereit dafür.

                        Es ist dunkel und ich laufe eine enge Gasse entlang, bis ich zu einem Eingang gelange, über dem ein Schild mit dem Namen 'Silencio' angebracht ist. Ich trete hinein und alles um mich herum wird still.
                        Ich lausche der dargebotenen Vorstellung. Ich höre zwar zu, aber ich verstehe nicht. Ist das alles nur ein Traum?
                        Die Vorstellung geht immer weiter und weiter und meine Gedanken sortieren sich langsam. Ich bin nicht alleine hier. Doch wer ist die Person, die mich begleitet hat? Ich fange an zu zittern und mir wird bewusst, dass ich endlich einsehen muss, dass es kein Entkommen gibt. Ich bin gefangen in meinen eigenen Träumen und habe den Sinn für die Realität verloren.
                        Die Band auf der Bühne spielt unaufhörlich weiter - aber spielt sie denn auch wirklich? Oder bilde ich mir das alles bloß ein?
                        Mir wird kalt. Ich sehne mich nach Nähe, nach Zuneigung. Mir wird klar, dass ich ein Geheimnis bewahre, welches mich langsam aber sicher von innen heraus auffrisst. Wieso habe ich das getan? Wieso habe ich es soweit kommen lassen?
                        Inzwischen ist es still geworden. Die Vorstellung ist zu Ende. Ich sitze immer noch auf meinem Platz. Ich bin wieder alleine. Oder war ich das vielleicht schon die ganze Zeit? Die Lichter gehen aus. Alles um mich herum wird schwarz. Ich bin verloren. Verloren in der Dunkelheit. Verloren in meinen eigenen Gedanken, die keinen Sinn ergeben möchten. Leere. Stille. Einsamkeit. Nichts hat sich verändert.

                        Ich glaube es ist einfach noch nicht soweit.
                        Ich bin noch nicht bereit dafür.
                        Aber werde ich es denn jemals sein?

                        Tiefste Verbeugung vor meinem persönlichen Lieblingsfilm. Ich kann einfach immer wieder aufs Neue, jede Sekunde genießen. Kino, wie geschaffen für mich. Mein Herz auf moviepilot gebührt einzig und allein diesem Film. Danke David Lynch.

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                        • Nachdem ich mir gestern mal wieder MD angesehen habe und mir jetzt mal so die anderen Meinungen dazu durchgelesen habe,die wie erwartet von sch... bis Meisterwerk reichen, möchte ich doch auch mal bisschen was dazu schreiben.Ich denke das Problem das viele mit Lynch Filmen haben ist die Symbolik.Wie oft haben wir Träume bei denen wir am nöchsten morgen aufwachen und denken;Was hab ich da für einen Mist geträumt!! Das gesehene einfach nicht so wahrnehmen wie man es sieht. Gutes Bsp hierfür ist glaube die Diner Szene,wo ich auch beim ersten mal sehen auch dachte;Was soll das ,wie passt das rein? Hab dann auch viel Interpretationen nachgelesen und drüber nachgedacht und so ist für mich z.b der Mann der Angst vor dem schwarzen Mann einfach das Gewissen von Diane dar ,der schwarze Mann Verlust-Versagens-Kontrollverlustangst(auch vielleicht das Böse in uns). Sie wird in dem Diner in dem sie den Mordauftrag gibt einfach mit ihrem Gewissen konfrontiert, was ja auch letztendlich die Kontrolle verliert,Sie sogar zum Selbstmord treibt Wenn man den Film nun so ansieht kann man eigentlich schon sagen. Genial Gemacht.Ich kann aber auch verstehen das es vielen zuviel ist sich so mit nem Film auseinanderzustzen. So wird z.b die Frau mit den blauen Haaren wie ich in Interpretionen nachgelsen habe als der Tod gesehen(dem ich auch so zustimmen kann).Mein Fazit zu dem Film. Je öfter man ihn sieht und sich damit beschäftigt desto genialer ist er.

                          • 9 .5
                            Detective Fingerling 03.07.2015, 07:11 Geändert 03.07.2015, 07:11

                            Mulholland Drive, Nr. 18 (Stand 1.7.): (Spoilers oder whatever)
                            Ein wahrer TRAUM von einem Film (amirite? anyone?). Spaß beiseite, ich glaube, dieser Film ist Be-all-end-all David Lynch. Ich war sehr kurz davor, an diese Stelle Eraserhead zu stellen, da dieser wahrscheinlich eher als MD den Test of Time bestehen wird, da er bereits einige andere Filme inspiriert hat, zum Beispiel Possession, The Shining, oder Boy Meets Girl. Mulholland Drive spricht mich persönlich etwas mehr an, ich sehe ihn als die Perfektion eines Stils, der in Blue Velvet seine Genesis hatte und in Wild At Heart (heute zum ersten Mal gesehen, klasse Film) und Lost Highway weitergeführt wurde. Diesen Stil würde ich beschreiben als romantisch, zeitlos, düster, makaber und, vielleicht am wichtigsten, selbsterkennend. Jeden der aufgezählten Filme kann man betrachten als einen Kommentar auf die Kunstform Film als solche, oder auf das eigene Dasein als Film. Wahrscheinlich spricht mich diese Thematik einfach mehr an, und von allen Lynchfilmen ist sie in my ever so humble opinion in Mulholland Drive am besten dargestellt. Aber egal, time to get specific!
                            Wie bei vielen Filmen auf dieser Liste (Lieblingsfilme, Stand 1.7.15) funktioniert dieser auf vielen narrativen Ebenen, besser noch, er hat einen eventuell einen größeren Effekt auf den Zuschauer, wenn dieser nicht versteht, worauf alle Metaphern, alle Sinnbilder und jede versteckte Symbolik anspielen, also was genau dieser Film eigentlich "bedeutet". Denn solange diese Dinge nicht gegeben sind, funktioniert der Film als eine rein emotionale Erfahrung, und als solche unglaublich effizient und treffend. Das Sound Design, die Musik und die Atmosphäre funktionieren allein, und diese verschiedenen Arten der Filmerfahrung sorgen bei jeder Sichtung quasi für einen neuen Film. Das emotionale und wörtliche Verständnis dieses Werks sind jeweils vollkommen für sich allein gestellt, und das ist in dieser Kunstform, oder in der Kunst insgesamt, fast einmalig.
                            Dabei steckt im Herzen dieses Films eine so simple Geschichte, wie man sie (in abgeänderter Form) häufiger antreffen könnte, allerdings wird sie von Lynch auf ein solches Level gestellt, dass sie diesen Kern transzendiert.
                            Ich weiß, dass ich hier kaum wirkliche Details genannt habe, was daran liegt, dass die Erfahrung auf sich allein gestellt bleiben sollte, auf jeden Fall für das erste Schauen dieses Films. Das muss zählen. Zum Abschluss möchte ich nur noch festhalten, dass mir der Coen-Ton einiger Szenen sehr zusagt. Reinste Subjektivität. Aber geiler Film.

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                            • 9 .5

                              Hi Leute,

                              gerade eben gesehen. Der Meister der Sinnes-Täuschung mal wieder at his best.
                              Vom Grundaufbau ähnlich wie Lost Highway.

                              #leichte Spoiler#
                              Eine Person begibt sich in ihre eigene Fantasie-Welt um der Tristesse und dem eigenen Scheitern oder Misserfolg zu entfliehen.
                              Ab dem Theaterbesuch endet dieser Spuk für Zuschauer und die Hauptprotagonisten. Die leider am eigenen Leib mit erfahren muss. Wer sich nicht gefügig macht im Hollywood-Sex-Kessel der bleibt halt auf der Strecke. Egal ob nun talentiert oder auch nicht.

                              Mein Fazit: Für etwas Glamour und Ruhm gibt es immer einen Preis. Umsonst machen die niemandem zum Star.

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                              • 4

                                Achtung!
                                Bevor irgendjemand diesen Film anschaut, sollte er kurz recherchieren wie er diesen film anzuschauen hat. Der nette Herr Lynch hat diesbezüglich sogar eine kleine vermerkliste angefertigt.
                                Ansonsten endet man in maßloser Verwirrung und ein guter film wirkt schnell absurd und sinnlos.

                                • 0

                                  146 Minuten Zeitverschwendung!

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                                  • 10
                                    ju.ku.750 17.04.2015, 23:50 Geändert 19.04.2015, 12:50

                                    "Mulholland Drive" muss man einfach auf sich wirken lassen, damit er seine volle Wirkung entfalten kann.
                                    Das Schöne an Lynchs Filmen ist, dass jeder Zuschauer seine eigene Interpretation hat. Das macht den Regisseur so besonders und faszienierend. Jeder seiner Filme ist wie ein abstraktes Gemälde...einfach nur Kunst!

                                    Übrigens:
                                    Der Titel des Films ist auch eine Anspielung auf Billy Wilders Klassiker „Sunset Boulevard – Boulevard der Dämmerung“, der als ein Lieblingsfilm von Lynch gilt.

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                                    • 9

                                      Er ist beim ersten mal wirklich verwirrend, das muss ich zugeben und deswegen gibt's auch Punkteabzug, aber wenn man ihn einmal verstanden hat ist er wirklich, wirklich großartig.

                                      • 9 .5

                                        David Lynch zaubert uns hier ein wunderbares, verwirrendes Mistery-Thriller-Drama auf den Tisch. Die Schauspieler- insbesondere die beiden Hauptdarstellerinnen- spielen großartig ....(wobei ich nicht verstehe, warum Robert Forster hier an 6. Stelle aufgeführt wird, da er nur ca. 2 Sätze und 20 Sekunden Auftritt hat... Das nebenbei)
                                        Dies war mein erster Lynch-Film und ich hatte mich eher auf einen Mindfuck-Thriller mit rotem Faden eingestellt.Man wird in diesen Film hineingezogen und selbst wenn man sich sehr gut konzentriert, wird es zum Ende hin unmöglich allem zu folgen. Immer wenn man meint eine Lösung zu haben, baut Lynch ein Gegenargument ein.
                                        Der Film ist unglaublich spannend und packend. Man sollte ihn sich nicht angucken, wenn man bloß ruhige Entspannung will oder bald einschläft!
                                        Dies ist ein Film, der einem nach dem Schauen noch Nachdenk- oder Diskutier-Material für viele Stunden gibt. Muss man gesehen haben!

                                        Hier die Lösungstheorie, welche ich mir überlegt habe ohne mich im Internet irgendwie zu informieren: ACHTUNG SPOILER!!!
                                        Die Geschichte hat keinen Roten Faden, und besteht teils aus Träumen, teils aus Realität. In einigen Szenen werden Realität und Fantasie von Naomi Watts durcheinander geworfen. Die Zeitpunkte von verschiedenen Begebenheiten werden ebenfalls gemischt.
                                        Noami Watts (bzw. Betty) kommt mit Geld von ihrer verstorbenen Tante nach Hollywood, Sie lernt den Regisseur Adam und "Rita", welche ein und dieselbe Person wie die blonde Schauspielerin Camilla ist(Die, die ihre Rolle durch Kriminalität gekriegt hat), kennen. Rita hat bald sowohl mit Betty als auch mit Adam eine Affäre. Adam lässt sich nach der Trennung von seiner Frau trotz der ersten Abneigung auf Rita ein. Betty liebt Rita und andererseits hasst sie sie, da eifersüchtig ist. Rita wird immer erfolgreicher und Betty kriegt kaum Rollen. Nach der Party im Haus des Regisseurs, wo Rita und Adam ihre Heirat bekannt geben, ist Betty so eifersüchtig, dass sie Rita vom "Blonden Killer" ermorden lassen will.
                                        Betty schickt "Rita" einen letzten Gruß, indem sie sie an der Stelle ermorden lässt, wo sie gemeinsam Richtung Party ausgestiegen sind. Kurz bevor Rita erschossen werden soll rasen Jugendliche in das Auto hinein. Ich glaube, Rita stirbt bei diesem Unfall. Daruf hinweist, dass der "Blonde Killer" beim "Auftrag schwarzes Buch" auch trotz einiger Missgeschicke alle "ordentlich" umgelegt hat.
                                        Rita ist also tot. Betty und die Bistro-Bedienung sind ein und dieselbe Person (ihr Niedergang). Nun träumt Betty davon, sie würden sich wieder treffen und Rita hätte ihr Gedächtnis verloren und sie würden sich nochmal lieben. Anzeichen darauf, dass es ein Traum ist, sind der Fakt, dass die Hollywooddame mit den schwarzen Haaren die Vermieterin spielt (wie in Träumen werden Bekannte in Rollen getan)und die viereckige schwarz-blaue Dose, welche von der Alptraum-Gestalt hinter der Ecke kommt. Die Alptraum-Geschichte ist genau wie der Rest des Films aus Traum und Realität gemischt und gibt ein Anzeichen auf deren Verschmelzung im Rest der Story.
                                        Betty träumt also, dass sie nochmal neu mit Rita anfangen könnte. Das läuft alles so halbwegs rund... Bis sie in der "Silencio-Aufführung", darauf hingewiesen werden, dass ihre Geschichte genau wie die Aufführung bloß Schein ist.
                                        Die Auflösung gibt es dann durch die schwarze "Traum-Box", welche als Metapher für die Fantasien steht, und Traum vermischt sich mit Erinnerungen. Bis der Druck (das alte Ehepaar seht für den Leistungsdruck), der Neid und der Wahnsinn Betty erschlägt und sie sich erschießt. Am Anfang hat aber jemand unter dem roten Stoff ihres Bettes geatmet, aber es gab keinen zugehörigen Körper. Sie lebt also wahrscheinlich noch in ihren Fantasien weiter. Un wenn die Leiche, welche in Hausnummer 17 liegt Betty ist, erlebt sie wohl die Träume nach ihrem Tod.

                                        Natürlich kann man andere Lösungen finden und auch hier gegen Gegenargumente haben.

                                        Der Mulholland Drive führt von einem Berg in Serpentinen nach L.A. Herunter. Dies ist eine Metapher für Bettys Leben, welches ebenfalls vom "Berg" langsam in den Abgrund fährt.
                                        Allgemein strotzt der Film nur so von Hollywood-Kritik. Betty ist eigentlich talentiert (vorausgesetzt sie ist es nicht nur in ihren Träumen) und endet als Kellnerin, während Camilla (bzw. Rita) durch Erpressung an eine Rolle kommt und dann den großen Durchbruch schafft.
                                        Ich habe es so verstanden, dass geschildert wird, Betty habe Rita sogar noch beim Durchbruch geholfen, da das Telefon neben dem roten Lampenschirm bei ihr in der Wohnung steht, welches auch bei der Erpressung angerufen wurde.

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                                          Wie oft wollte ich ihn mir ansehen , aber mir fehlte immer die Muse. Iwann hatte ich Zeit und vor allem den Kopf dazu ... hm , war echt ne harte Nummer aber darauf steh ich ja ... !

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                                            "Ahh.. irgendwas hat mich schlimm gebissen!"
                                            Ich wusste nicht was mich erwartet..nur den tip von nem Kollegen "der ist gut!"
                                            So lag Mulholand drive über 9 jahre erstmal ungesehen in meinem DVD Regal....bis..ja bis gestern abend....dann nach dem ich mich über 2 stunden lang visuel durchgenudelt hatte..kam nach einer intensiven Grübelphase in der ich nur dezent Napalm death auf zimmerlautstärke hörte die erleuchtung...Mensch was für n gelungenes Filmchen...Ich liebe ihn..so unvorhersehbar ..so subtil und skuril..genial und macht Lust auf weitere Lynch filme...Nachdem ich mir Enemy für nen genialen film gehalten habe ..muss ich erkennen das dieser ja nur ein Abklatsch von Mulholand drive ..bzw. das der Grundgedanke ..erzählweise ja ebend von diesem adaptiert wurde....Wie auch immer...wer den Film nicht versteht kann sich trotzdem über die witzige killerszene oder die hocherotischen Lesbenszenen erfreuen...denn welche tiefere Weisheit als die des cowboys kann es schon geben als: "Eines Mannes Einstellung hat einiges damit zu tun, wie sein Leben sein wird"

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                                              David Lynch macht es dem Zuschauer seit spätestens Lost Highway nicht einfach, aber dieser Film ist wohl sein undurchdringlichster. Anders als beispielsweise beim späteren Inland Empire in welchem man eine Handlung zumindest erahnen kann, ist in meinen Augen Mullholland Drive eine reine Aneinanderreihung von abstrakten Bildern und Sequenzen. Meine Anleitung für den Film lautet daher entweder gar nicht erst versuchen, darin einen Sinn zu erkennen, oder noch besser seinen eigenen Assoziationen freien Lauf lassen, ohne nach einem "Richtig" oder "Falsch" zu suchen. Wenn einem dies gelingt, kann man diesem Film durchaus etwas abgewinnen.

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                                                Wie bei allen Filmen von David Lynch fällt einem die Interpretation nicht leicht, da es auch in "Mulholland Drive" keine klare, „im streng rationalen Sinne“ lineare Handlung gibt.
                                                Aber David Lynch war ausnahmsweise so nett und gibt uns ein paar Hinweise, die bei der Entschlüsselung der Handlung helfen könnten:-)

                                                David Lynch:
                                                "-Schenken Sie dem Anfang des Films besondere Aufmerksamkeit: Zwei wichtige Hinweise finden sich bereits vor dem Vorspann.
                                                -Beobachten Sie, wann und wo rote Lampenschirme eine Rolle spielen.
                                                -Achten Sie darauf, wie der Titel des Films heißt, für den die Schauspielerinnen bei Adam Kesher vorsprechen. Wird dieser Titel an einer anderen Stelle wiederholt?
                                                -Ein Unfall ist ein schreckliches Ereignis … Beachten Sie genau den Ort des Unfalls.
                                                -Wer gibt wem einen Schlüssel – und warum?
                                                -Achten Sie auf den Bademantel, den Aschenbecher, die Kaffeetasse."

                                                So...ich hoffe, jetzt ist jedem die "Handlung" klar verständlich;-)

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                                                  tom86 01.04.2015, 12:50 Geändert 01.04.2015, 12:51

                                                  Dies ist für mich der mit Abstand verwirrendste Film der Geschichte.
                                                  Er fängt so spannend an. Aber was dann folgt ist ein nicht zu erklärendes Durcheinander ohne jegliche Logik und Handlung.

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                                                    Habe den Film seit Ewig und drei Tagen nicht gesehen. Habe irgendwie auch gedacht, dass ich ihn inzwischen nicht mehr so dufte finden würde. VON WEGEN! Was für ein famoses AtmoDing. LiebeLiebeLiebe gibt es für diesen Film. ♥

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