Das war er also, mein erste Kontakt mit Lynch. Nach allem was man so hört habe ich eine Mischung aus Kubrick und Nolan erwartet - und was soll ich sagen, überrascht bin ich nun irgendwie schon. Handlungsmäßig cleverer als Nolan (was nun nicht allzu schwer ist, aber trotzdem) und zudem optisch zugänglicher als viele Kubrick-Filme. Es ist einfach faszinierend zu sehen, wie ein Film, dessen Handlung man trotz vieler Interpretationenmöglichkeiten eigentlich nur als diffus bezeichnen kann, so spannend, atmosphärisch und irgendwie auch unheimlich sein kann, wie es "Mulholland Drive" ist. Mehrmals habe ich mich dabei ertappt, den Film wirklich eher wie ein Rätsel zu betrachten, dass es zu lösen gilt, und verschiedene Abläufe immer wieder versucht neu zu kombinieren. Was das Ganze etwas trübt ist eigentlich nur, dass sich Lynch trotz seiner ebenso seltsamen Lösungshinweise den Vorwurf gefallen lassen muss, ein in sich nicht lösbares Konstrukt erschaffen zu haben, das mehr Fragen aufwirft, als es selber lösen kann (so gesehen gibt es da einige Parallelen zwischen Lynch und "Lost"). Andererseits motiviert "Mulholland Drive" so zum wesentlich öfteren sehen, als das beispielsweise "Memento" macht, der nach einmaliger Auflösung rapide verliert.
Mehr Kunst als Film im eigentlichen Sinne, obgleich man sich darauf einlassen muss und ich größtes Verständnis für jeden habe, der so etwas hasst.
Selten einen treffenderen Kommentar zu einem Lynch-Film gelesen. :>
Finde es auch immer wieder faszinierend, wie es Lynch schafft, derart dichte Atmosphäre und enorme Spannung zu erzeugen auch wenn man eigentlich keine richtige Ahnung hat, was hier eigentlich vor sich geht.
"Was das Ganze etwas trübt ist eigentlich nur, dass sich Lynch trotz seiner ebenso seltsamen Lösungshinweise den Vorwurf gefallen lassen muss, ein in sich nicht lösbares Konstrukt erschaffen zu haben, das mehr Fragen aufwirft, als es selber lösen kann ..."
Ich bin froh, daß Du das geschrieben hast.Hatte ich doch schon befürchtet etwas nicht kapiert zu haben.Jedenfalls kam ich auch zu dem Schluß, daß entweder ein Teil der Handlung innerhalb oder das Ende des Films nicht stimmt, da sie sich einfach nicht miteinander vereinbaren lassen.
Die Athmosphäre ist mal wieder Typisch für Lynch und geht einem wirklich unter die Haut.(Musik von A.Badalamenti, wie bei Twin Peaks, so ganz nebenbei).
Alles in Allem hat es mir wieder einmal gut gefallen, ich hätte aber schon eine logische Lösung vorgezogen.Deshalb nicht unbedingt mein Lieblingswerk des Regisseurs.
Dieser Film ist ein Muss. Zumindest für alle, die den mysteriösen Nervenkitzel lieben, sich gerne auf parapsychologische Pfade begeben und schon immer auf einen anspruchsvollen film noir mit lesbischer Liebeshandlung gewartet haben. Zwar gibt es in Mulholland Drive viele Parallelen zu Lost Highway, dennoch hat David Lynchs jüngstes Meisterwerk, das noch rätselhafter und undurchsichtiger wirkt, einen völlig neuen Charakter.
ich hab versucht lost highway zu verstehen. Aber nach 3 Durchgängen hab ich immer noch keine Ahnung worums eigentlich konkret geht.
Bei den Filmen von David Lynch kann eigentlich jeder ankommen, seine Interpretation auf 10 Seiten schreiben, ne 10.0 Bewertung abgeben und sich dann schlau fühlen.
Und David Lynch kann grinsen weil er mal wieder mit nem Haufen Schwachsinn ordentlich Geld gescheffelt hat.
man muss ihn nicht verstehen, lieber Philopee
man muss ihn einfach nur sehen und gucken was der film mit dir macht ;)....ich kann es immer wieder nur betonen ;)
Und das ist alles auch kein Schwachsinn, das ist wirklich mal eine andersartige Form von Film die (fast) einsam und alleine dasteht
aBer man sollte sich schon drauf einlassen, sonst zerfetzt man jeden Lynch im Handumdrehen ;)
...voralem scheffelt lynch nicht übermäßig viel geld. wenn er das wöllte würde er filme wie bay/emmerich machen. Mulholland Dr. War auch ein Flop. Nachvollziehbar, da der Film sich unzweifelhaft weit, weit vom Mainstream entfernt bewegt..
MULHOLLAND DRIVE spielt mit Kameraeinstellungen, Schauspielerinszenierungen, Genreverweisen und Musik verschiedener Epochen; der Film strotzt vor Einfällen und wunderbaren kleinen Szenen, die für sich selbst stehen. Eine Feier des Kinos.
Jetzt hast du doch wohl nicht Lynch´s Geheimnis gelüftet? Nicht das er wegen dir noch Harz 4 beantragen muss. Nichtdesdotrotz ist Mulholland Drive Lynch bester, abstraktester und chilligster Film geworden.
Der Film beinhaltet für meinen Geschmack zu viel Interpretationsspielraum, nach und nach wird die Story zu einem pseudointellektuellen Geplänkel. Inhaltlich geht es ja im Grunde nur um Eifersucht, was Traum oder Realität ist lasst der Film aber völlig offen. Für mich ist das, wie es auch andere hier sehen, eher kein Film. Im besten Fall ein verfilmtes Unterbewusstsein?
Mulholland Drive kann man eigentlich nicht verstehen, man muss es einfach so akzeptieren.
Der Weg ist wohl das Ziel. Und dieser Weg ist mit das Beste was ich je in einem Film gesehen habe.
Wie ein Lied seiner Lieblingsband, das man sich immer und immer wieder anhören kann und es einem jedes verdammte mal Gänsehaut bereitet.
Ich weiss nicht wie oft ich diesen Film schon gesehen habe...
Hätte es nie und nimmer gedacht, aber der Film hat es geschafft und mich total verblüfft. Nach den Sachen, die ich so gehört hatte, zögerte ich lange bis ich dann doch endlich meinen ersten Lynch sah.
Der erste Teil fängt noch relativ linear und kaum verwirrend an. Dennoch hat man einige Fragezeichen und passt konzentriert auf. Der Film ist handwerklich ausgezeichnet gemacht und die entstehende Atmosphäre trägt dazu bei, dass dieser Teil, obwohl relativ unspektakulär, kurzweilig ist. Einige Szenen erinnerten mich an Tarantino. Einfach nur geil gemacht alles.
Der zweite Teil (ab der Show im Silencio) ist purer Mindfuck - wie in einer Magiershow ohne billigem Trick. Man hat das Gefühl, dass in einem tausend Gedanken gleichzeitig aufkommen - man mag es kaum glauben, aber genau dies machte das großartige Filmerlebnis aus. Dazu kommen natürlich die Zeit nach dem Film, in der man versucht alles zu sortieren um eine Erklärung zu finden.
Das war mein erster Lynch und ich hoffe, dass die nächsten genau so gut werden.
Weiss jemand was es mit der Gestalt hinter dem Restaurant auf sich hatte?
Mein absoluter Lieblingsfilm! Der Soundtrack, die Stimmung, das Rätsel. Das kann nur Lynch. Ein Kunstwerk von großer Seltenheit. So ist Kino viel zu selten.
Es hat ein paar Jahre gedauert, bis ich diesem Film vergangenes Wochenende endlich eine Chance gegeben habe. Und nach Lost Highway dachte ich, könnte Lynch mich nicht erschüttern.
Aber weit gefehlt: Als der Abspann über den Bildschirm flimmerte dachte ich nur: "War´s das? Kommt da vielleicht noch irgendwas... wenigstens ein ROSEBUD? Warum wurde gerade das Ende so über´s Knie gebrochen? Bekomme ich irgendwo meine 2:20 Std wieder?"
Wenigstens erfüllt der Film ein wichtiges Ziel, welches oft zu kurz kommt: Er liefert Stoff für Diskussionen. Und das nicht zu knapp.
Bei mir war es so - als ich nach dem ersten Sehen total ratlos war und nichts damit anzufangen wusste -, dass mich Mulholland Dr. nicht mehr losgelassen hat. Wochenlang ist er in meinem Kopf rumgespukt und dann habe ich ihn wieder geguckt, und wieder, und wieder... :D War hier bei Einigen so, glaube ich. Vllt bei dir ja auch ;)
Weis gar nicht was dieser Hype von diesem Film, soll ich fand ihn nicht sonderlich gut und das obwohl ich Mindfuck-Filme liebe wie kaum etwas, aber dieser Film ist so zäh und langweilig. Tja Lynch ist für mich gestorben, sorry.
"Mulholland Drive", weckt nach etwas Hintergrund erlesen doch wieder das Interesse. Kam mir ziemlich zäh vor, aber ich gebe ihm wohl in den nächsten Tagen noch eine Chance.
Schön zu hören, für mich ein absolutes "Gotteswerk" von Meister Lynch, freut mich, hoffe das zweite Mal läufts besser. Besonders interessant auch als Abrechnung mit Hollywood und Hommage an "Sunset Boulevard. :)
Ich muss ja praktisch auch. Hab es nicht ganz bis zum Ende geschafft. Es wäre mein erster Lynch.
"Sunset Boulevard" habe ich leider auch noch nicht gesehen.
Mich schäm und wegduck*
@frenzy: Das Ende an sic ist nochmal absolut überragend und lässt einen hilflos zurück wie nur Lynch es kann. Und "Sunset Boulevard" kann ich dir da nur empfehlen, mausert sich langsam zu einer meiner Lieblingsfilme, nach der dritten Sichtung steht er dann bestimmt drauf.^^
@hoffi: Alles klar, ich sichte ihn in den nächsten Tagen noch einmal. Aber dann nicht böse sein, wenn er mir nicht gefällt ;)
"SB" setz ich sofort auf die Liste ...
<< Komme grade völlig überwältigt aus dem Kino. Mulholland Drive... das war er also.
Und wer erklärt mir den jetzt bitte??? >>
Nachdem ich jetzt die Interpretation gelesen hab, bin ich wirklich absolut begeistert. Das komplexeste was ich jemals in meiner bescheidenen Cineast-Anwärter-Laufbahn zu Gesicht bekommen habe ;)
Wie schon andernkomments erwähnt, ich halte MD für einen verfilmten Traum, vergleiche einen deiner Träume, dessen Brüche, nicht zu spürenden Wechsel von Orten, Zeiten, Identitäten mit Mulholland Drive...Traumdeutung, damit nähert man sich diesem Film wohl am besten. Ist aber gewiss nur ein Weg zum Ziel, das letztendlich darin besteht, sich auf intellektuelle Weise die Zeit zu vertreiben.
Hiernach gibt es keine Fragen mehr. DIE ultimative (Über?)Interpretation, die man am besten tief in der Nacht lesen sollte, dass es einem wieder in der Wirbelsäule kribbelt und man sich plötzlich angsterfüllt umblickt und aufatmet, dass da keiner hinter einem steht.
@stalker: das war auch mein erster Ansatz (wegen dem Gespräch im Restaurant). Aber irgendwann hab ich mich dann trotzdem komplett im Film verloren.
@BigDi: Danke, es ist zwar heller Tag, aber ich werd mich trotzdem mal durchbeißen :D
@Drogba11 & BigDi: Hab die von euch beiden gennanten, äußerst ernüchternden Interpretationen jetzt gelesen (und auch weitgehend verstanden). Den muss ich mir auf jeden Fall (mindestens) ein zweites mal ansehen, um da genauer durchzublicken.
@Samourai: Du willst mir doch nicht erzählen, dass du MD auf Anhieb verstanden hast, oder? :D Ich habe bisher noch nie einen vergleichbar komplexen Film gesehen. Ich muss mich mal durch die ganzen Lynch-Werke durcharbeiten. :)
Hehe, nee beim ersten Mal wirklich noch nicht. Aber spätestens beim dritten Durchlauf bekommt man den Durchblick. Denn eigentlich ist er relativ nachvollziehbar und gradlinig erzählt. Da finde ich Lost Highway und vor allem Inland Empire deutlich kranker.
Viel Spaß mit Lynchs Seelenwelt! :)
Danke. Ich hoff ich übersteh das ohne größere bleibende Gehirnschäden ^^
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Allgemeiner Nachtrag:
Das ist schon ein Hase, oder? :D
http://graememitchell.com/blog/wp-content/uploads/2009/05/mulholland_drive_snap_2.jpg
Als die Opening Credits anrollen und ich Amerikanern mittleren Alters beim Gesellschaftstanz zusehe, habe ich nicht die leiseste Ahnung, was auf mich zukommt. Ich erwarte sogar zunächst ungeduldig den Erstauftritt von Serienkiller Dennis Hopper, aus mangelnder Kenntnis von Lynchs Filmographie (kein Witz). "Mulholland Drive", das weiße Blatt Papier.
Der Name David Lynch ist so sehr mit dem Begriff des Surrealismus verbunden, dass ich natürlich viele auf den ersten Blick unerklärbare Einzelheiten wahrnehme, die Raum für freie künstlerische Deutung lassen. Dennoch glaube ich, dass der Film mehr eine vertrackte Detektivgeschichte ist, mit vielen offenen Enden, aber in seinem Herzen eben doch eine halbwegs verfolgbare Story über Sünde, Tod und Liebe im Sündenpfuhl Hollywood. "Mulholland Drive", der Thriller.
Und dann schnürt Lynch ihn zu, den Strick, den er mir in den vergangenen Minuten vorsichtig um den Hals gelegt hat. Die zweite Hälfte des Films stellt alles auf den Kopf, und ich beginne zu begreifen - oder versuche es zumindest. In meinem Schädel wächst eine Analyse heran, ein Verdacht, obwohl mein Verstand nun heillos überfordert ist. Ich vermute, ich fürchte, ich habe regelrecht Angst, dass Lynch das tut, was ich erwarte. Und er tut es, geht sogar darüber hinaus. Horror ist dann am Schrecklichsten, wenn du eine Handvoll Sekunden vorher schon weißt, dass er passieren wird. "Mulholland Drive", der Film gewordene Alptraum.
Der wahre Horror ist zu diesem Zeitpunkt jedoch noch in den Startlöchern - und sprintet nach vorne, sobald der Film vorbei ist. Dann braue ich mir Interpretationen zusammen, psychoanalytisch größtenteils, und realisiere die Tiefe, die Lynch hinter einer einzigen Kameraeinstellung zu verstecken fähig ist. Schockmomente hin oder her, in den Wirren dieses Films wartet eine schreckliche Wahrheit darauf, entdeckt zu werden. Seit Max Ernst war ich nicht mehr gedanklich so sehr auf ein einzelnes surrealistisches Werk fokussiert. "Mulholland Drive", das perfekte Puzzle.
Moderne Künstler bekommen nicht selten den Vorwurf, dass ihre Werke nicht mehr sind als wahl- und ziellos kreierte Kaleidoskope, in denen nur die Überinterpretierenden einen Sinn finden können. Aber das ist bloß eine Ausrede für die, die nicht gerne Detektiv spielen. Ich hingegen bin gerne der Suchende. Die Geschichte von Betty plus Rita wird mich noch lange beschäftigen.
Eine vollständige Interpretation habe ich nicht gefunden. Dafür aber meinen neuen Lieblingsregisseur. "Mulholland Drive", das Meisterwerk.
danke stalker, hätte ich dem film nicht eine zweite chance gegeben, ich würde was vermissen. auch wenn ich ihn immer noch nicht verstehe. aber der gehört offenbar zu den filmen die mich am herz packen ohne das ich weiß worums geht.
Man muss wirklich mal eine Lanze für Zweitsichtungen brechen. Es ist nicht zu unterschätzen, wie krass sich die falsche Stimmung, die falschen Erwartungen und Ähnliches auswirken können.
Manchmal können Zweitsichtungen aber auch mächtig enttäuschen, Syriana von Soderbergh zum Beispiel, wohingegen sein Traffic eine Zweitsichtung nötig hatte, um für mich zu einem besten Film aller Zeiten zu werden. Mensch alanger, machst mich ja richtig verlegen.
Ich habe ihn nun also hinter mir, meinen ersten Film von David Lynch. Doch ich kann nicht unbedingt behaupten, dass ich nun klüger geworden wäre. Ganz im Gegenteil, ich bin mir nicht ganz sicher, was ich von 'Mulholland Drive' halten soll. Mindfuck? Verwirrspiel? Nicht lineare Erzählung? Nicht einordbares Ende? Das kann man wohl getrost alles bejahen und dennoch packt einen die Erzählung irgendwie. Ich will mich an der Stelle nicht tiefgehend über die Geschichte auslassen, die muss jeder selbst erleben, den es interessiert. Fakt ist, dass es sich um Liebe, Hass, Eifersucht, Korruption, Sex, eine gehörige Portion Verwirrung und eine Reise ins Ungewisse dreht. Dabei fasziniert Naomi Watts, die einmal mehr großartig spielt. Auch technisch weiß Lynch zu überzeugen, so überrascht er den Zuschauer mit teilweise äußerst gelungenen Kamerafahrten, beeindruckenden Bildern und einer doch recht stimmigen Atmosphäre. Sehenswert? Ja, absolut, aber kein Meisterwerk...
Ich bin sprachlos. Ich kann nicht in Worte fassen was ich alles gesehen und vor allem gefühlt habe.
Virtuos inzeniert David Lynch seine Geschichte. Alles wirkt so grotesk und doch irgendwie auch realistisch. Die Atmosphäre ist absolut einzigartig und fesselt den Zuschauer von der ersten Minute an.
Mehr kann und möchte ich nicht beschreiben. "Mulholland Drive" ist ein Film den man selber erleben muss. So viele Fragen bleiben offen und es liegt an jedem Zuschauer diese Fragen für sich zu beantworten.
Herrje, ersteinmal muss ich erwähnen, dass ich erst vor kurzem angefangen habe mich eingehender mit Filmen, Regisseuren, Drehbuchautoren etc. zu beschäftigen. Sonst bin ich immer nach Schauspielern gegangen frei nach dem Motto: "He, ein neuer Film mit XY, den muss ich mal sehen".
So kam es dann das ich den einen Film im Regal sah, diesen von David Lynch - das ist doch auch der Regisseur von "Fight Club" (dieser heißt in Wirklichkeit David Fincher) - dachte ich. Da ich FC ziemlich gut fand wurde "Mulholland Drive" direkt mitgenommen.
Zum Film:
Diesen Film zu sehen und zu versuchen alles zu verstehen ist das Gleiche, als würde man versuchen sich die Hose über den Kopf aus zu ziehen. Irgendwann wird man feststellen, dass es nicht funktioniert (...oder doch?).
Aber es ist auch nicht nötig alles zu verstehen. Ich betrachte den Film wie eine musikalische Komposition. Ein Musikstück kann man auch nicht "verstehen" und trotzdem mögen, ja sogar lieben.
Manche Dinge (z.B. die blaue Box oder die "Zwergenrentner") sind vielleicht aus dem Grund nicht zu verstehen, da in einer evtl. Serie (war ja so angedacht) weiter auf sie eingegangen wäre - was dann mehr offenbart hätte.
So sind es dann diese m.M.n. überflüssigen kleinen Dinge die eine Höchstwertung verhindert haben.
Naomi Watts ... Wow! Die Kuss-Szene beim Casting, von mir mit offenem Mund verfolgt, gehört für mich nun zu einer der beeindruckensten Filmszenen die ich sah, genau so wie die Szene in der sie versucht sich zu befriedigen und sehr sehr selten habe ich Tränen in den Augen gehabt während ich einen Film sah. Gegen Ende des Filmes schafft es Naomi Watts (bei der Party, als Camilla mit dem Regisseur schmust) sogar mit ihrer für mich unglaublichen authentizität das tatsächlich ein zwei Tröpfchen aus meinem Auge kullerten. Ich hab so sehr mitgelitten.
Ich stand schon immer auf "besondere" Filme, aber nachdem ich MD gesehen habe muss ich sagen: ich habe meine Unschuld verloren.
Vielen Dank, Herr Lynch - sie haben meinen filmischen Horizont erweitert, nein sie haben mein Filmverständnis neu definiert. Nach diesem Film ist nichts mehr wie es vorher war. Ich werde sie im Auge behalten.
nachdem ich über 2 Stunden für den Film investiert habe und danach noch weitere 3 vor mich hin sabbernd auf der Couch verbracht habe, möchte ich nun den Kernpunkt von Mullholland Drive ansprechen:
Mulholland Drive befindet sich sehr weit oben auf meiner All-Time Bestenliste und dies hat einen einfachen Grund: MD ist ein Fest für Cineasten!
Spätestens seit der bahnbrechenden Fernsehserie "Twin Peaks" neigt David Lynch dazu, Referenzen seiner favorisierten Filmklassiker in seine Werke einflechten zu lassen. Ob "Vertigo", "Boulevard der Dämmerung" oder "Der Zauberer von Oz" . Vor allem Letzterer spiegelt sich des Öfteren in MD wider und wer weiter "wühlt" findet immer mehr.
Selbst wenn man es aufgegeben hat den Streifen irgendwie zu verstehen, so bleibt dem Betrachter immer noch die Möglichkeit sich an dem kongenialen Zusammenspiel von Bild, Ton und schauspielerischer Leistung zu ergötzen. MD ist atmosphärisch über jeden Zweifel erhaben und in vielen Szenen werden Dinge transportiert, mit denen man im modernen Hollywood nicht unbedingt mehr rechnen kann.
Zu nennen wären ein Treffen in einem belebten Imbiß am hellichten Tag, welches ebenso gut in einem Geisterhaus hätte stattfinden können oder eine Sexszene, wo man den Beteiligten tatsächlich abnimmt sich zu lieben.
Was den "Plot" anbelangt, so finde ich ist MD einfacher gestrickt als man nach der ersten Sichtung zunächst vermuten mag, vorrausgesetzt man passt ein wenig auf und verpasst auch ja keine Szene. Nur soviel sei verraten: eine für den Film wichtige Figur schläft zu Beginn ein und wacht dann später wieder auf.
Akzeptiert man dann noch die Tatsache, dass sich Lynch in den letzten 20 Minuten dem Stilmittel des Zeitsprunges à la Pulp Fiction bedient, dann ist man der Entschlüsselung dieses Werkes schon dicht auf den Fersen. Am Ende bleibt eine tragische und durchaus berührende Geschichte über zerstörte Hoffnungen auf eine große Karriere und entäuschte Liebe.
Persönliche Empfehlung: Unbedingt mit einem guten Glas Wein anschauen. Angeschwipst schaukelt sich die eh schon surreale Atmosphäre noch um einiges hoch.
Wer ernsthaft glaubt, er habe den Film verstanden, oder, dass es überhaupt etwas zu verstehen gebe, ist Lynch voll auf den Leim gegangen.
Der Film wirft lediglich Fragen auf, beantwortet aber keine und am Ende schalten wir wieder in den lynchschen "Zusammenführen"-Modus, welcher das Pendant zum alten Geschichtenonkel ist, der sein Gewirr aus Storyfäden notdürftig zusammenflickt und dabei "Huuuuh-huhuhuuuuuuuu" macht und mit den Händen rumfuchtelt.
Weswegen mir auch die seitenlangen Interpretation im Internet genauso egal sind wie Lynchs an den Haaren herbei gezogene "Gebrauchsanweisung" (aber, toller Marketinggag, David, ehrlich! J.J.Abrams wäre stolz auf dich).
Disclaimer: Was nicht heißt, dass ich nicht grundsätzlich bereit wäre mich mit Filmen und ihrer Interpretation tiefer auseinander zusetzen. Aber nur, wenn ich das Gefühl habe, dass da überhaupt etwas dahinter steckt, wenn mir irgendwas an die Hand gegeben wird (bspw. Kubrick "2001"). Lynch hingegen schmeißt mir irgendwas vor die Füße und sagt "Denk mal drüber nach!". Nö, David, garantiert nicht. Wenn du was zu sagen hast, dann sag's halt, ansonsten geh mir nicht auf die Nerven.
So weit gesagt, dennoch muss man sagen, dass "Mulholland Drive" bis zum letzten Drittel (ca. ab der Kamerafahrt in die Box, da kippt das Erzähltempo aus den Latschen und man guckt gelangweilt auf die Uhr) ein sehr spannender, intensiver und unfassbar atmosphärischer Genremix aus Thriller, Horror und Krimi, tolle Bilder und Schauspieler, sowie eine gehörige Portion skurrilster Humor.
"MD" outet sich damit als Film für die Emotionen, als für den Intellekt, aber das muss nichts per se Schlechtes sein.
Das besondere Qualitätsmerkmal an Lynchs Stil ist ja eben, dass seine Werke nicht rational-intentionalistisch konstruiert sind, sondern intuitiv geschehen und somit das Unterbewusstsein zu Werk geht. Das ist meiner Meinung nach nichts schlechtes,im Gegenteil, und somit macht seine Gebrauchsanweisung sinn. Wichtig an dem Kunstwerk ist nicht der Künstler, sondern das Werk an sich, für dich.
@Puebleau: Richtig, zu dem Werk sage ich unten ja noch etwas (zugegeben, weniger als zum Rest), aber ich denke bei einem Film, der auf diese Art und Weise rezipiert und rezensiert wird wie MD halte ich es für angebracht auch dazu was zu schreiben. ;)
Das man zu diesem Ansatz stehen kann wie man möchte gebe ich ja auch zu (mich hat MD in der ersten Stunden blendend unterhalten, nicht falsch verstehen!), aber, wenn es gerade "intuitiv" sein soll, also "Unterbewusst", ist dann eine "Gebrauchsanweisung", die den Zuschauer und seine Aufmerksamkeit, bewusst auf bestimmte Dinge lenkt nicht genau der falsche Ansatz?
@Timo: Wenn du das schon sagst, dann wohl ja. ;D
Nein, ich finde einfach diese großen Interpretationen so seltsam, weil ich keinen Ansatz sehe. Ja, gut, es spielt in Hollywood und dem Schauspielermilieu, da könnte man sicher was drauß machen. Aber, sagen wir es so: Bei "2001" kann ich alle Elemente einem gewissen Themenfeld zuordnen: Evolution, Weiterentwicklung, Fortschritt, etc..
Bei MD habe ich: Homosexualität und sexuelles Erwachen, Identitätsverlust, Minirentner, Kontrollverlust, Tod, Krimi, Monster, Traumdeutung.
Da ergibt sich, ich kann es drehen und wenden wie ich will, kein koheräntes Bild.
Ich hab hier auch irgendwann mal etwas zum "andalusischen Hund" geschrieben, da war eine Antwort:
>>[...]das was DU beim Sehen fühlst (egal wie verquer oder sogar ablehnend das sein kann) DAS ist der einzige Schlüssel den du im ersten Schritt für Surrealismus brauchst.<<
Finde ich dann auch bei Lynch, der dem Surrealismus ja nahe steht, passend.
Ich werde meine (unkomplizierte) Theorie unabhängig anderer wissenschaftlicher Ansätze in Kurzform vorstellen, sobald ich den Film am Wochenende ein zweites Mal "Korrektur" gesichtet habe, um den einen oder anderen Punkt noch einmal zu überdenken. Nur so viel: Nach der nunmehr fünften Sichtung (zwei - genießen | drei - versuchen durchzublicken) bin ich an dem Punkt anbelangt, wo sich mir endgültig etwas erschlossen hat, von dem ich dachte, dass es sich mir nie erschließen wird. Ich bin zwar mit dem Film nicht ganz zufrieden (er ist mir zu lang; LE ist schlicht dichter), aber zumindest eine (!) Interpretation (der ich mich anschließe) ist in ihrer Offenlegung so trivial wie schlüssig.
Ich bin mal gespannt, wobei ich ehrlich sagen, nunja, wie gesagt, ich bin an "des Rätsels Lösung" wenn überhaupt semiinterssiert.;)
Ich würde den Film nochmal sehen wollen. Wegen seiner dichten Atmosphäre, seiner tollen Darsteller, des skurrilen Humors, etc..
Aber schauen und diesem Gewirr aus allem und jedem irgendeinen Sinn abzugewinnen, nunja, wieso sollte ich daran Interesse haben, wenn das (offenbar) Lynch selber nicht hatte?
@ Dachsmann: ich behaupte diesen film kann mann auf mehrere weisen volkommen und komplett verstehen. aus dem material, das der film zur verfügung stellt, kann man eine gewisse anzahl von interprätationen erarbeiten, die alle zu dem film passen würden, und man somit mit jeder dieser verständnisswege behaupten kann diesen film verstanden zu haben. ich behaupte aber auch, dass der film nicht wirklich komplex ist. wenn man aufhört ihn als komplexes werk zu verstehen, dass weder von gott noch von der welt gecheckt wird, ist es einfach nur ein film, der aus 2 geschichten besteht. die erste geschichte ist die von einer netten, hilfsbereiten frau, die von kanada nach l.a. kommt um schauspielerinn zu werden, und eienr reuíchen frau begegnet, die das gedächniss verloren hat, und ihr hilft es wieder zu finden. zudem geht es in teil nummer 1 um einen regisseur, der von den mächtigen hintermännern einer rollenanwärterin dazu gezwungen wird, die rolle eines films gegen seinen willen zu besetzen. in der 2. geschichte geht es um eine blonde lesbe, die arm ist, jbmäßig auf ihre brünette freundin angewiesen ist, die sie auch liebt, die jedoch neuerdings mir demselben regisseut wie aus teil 1 liiert ist, und aus wut pber ihre freundinn, einem killer den auftrag gibt sie zu töten. meine interprätation, in der auch alles einen sinn ergeben würde, ist folgende: der 1. teilo, sprich fast die ersten 2 stunden sind ein traum von naomi watts, in dem alles im vergleich mit der realität ins gegenteil verkehrt ist. sie ist beim casting erfolreich, hat einen tolle bleibe, die brünette ist von watts hilfe abhängig, watts ist beim casting erfolgreich, der regisseur wird dazu gezwungen eine schauspielerinn zu nehem die den gleichen namen wie watts rolle hat, alles perfekt für watts. in der realität, die den 2. teil des filmes darstellt, und chronologisch auch tatsächlich nach dem traum geschieht, ist watts erfolglos, abhängig im job und in der liebe nach der brünetten, die anstatt sie den regisseur liebt, daher will watts sie umbingen lassen. In ihrem traum hat watts alle missstände ihres wahren lebens ins gegenteil verkehrt inklusive der mchtverhältnisse zwischen ihr und der brünetten, und sich, am regisseur gerächt, der in ihrem traum wirklich n miesen tag hatte ;). kommen wir nun zu den szenen im club silencio, die sehr wichtig sind. in diesem club merkt watts im traum, dass sie träumt. in dem traum will watts der brünetten helfen ihre wahre identität zu finden, aber die suche nach der wahrheit, die brünette betreffend ist natürlich ebenfals eine suche nach ihrer eigenen wahrheit, deshalb finden sie im traum auch watts wohnung die sie fälschlicherweise als die der brünetten sehen. da watts im traum, die eigenschaften und auch den namen der brünetten hat ist die suche nach der identität der brünetten eine sucghe nach ihrer eigenen, und diese gipfelt im blauen kasten, der das 'tor' zur echten welt ist, und das n wattstasche auftaucht, als sie die illusiopn des traumes bemerkt. in der realität bringt sich watts am ende um, nachdem die brünette für sie getötet wurde, da sie ihren tod eigentlich nicht wollte( im traum, der ihre wunschvorstellung ist, überlebt sie ja auch), und weil sie von den oberflächlichen, verlogen glücklichen gesichtern ihres traums fliehen will, die sie verfolgen. sie erschießt sich auf ihrem bett in genau der position in der sie geträumt hat, wsl will sie wieder in ihrer perfekten welt sein. im club silencio singt eine frau ein lied, ees ist so schön gesungen, dass einige zuschauer sogar anfangen zu weine, aber irgendwann hört die frau auf die lippenbewegungen zu immitieren, eine methapher auf watts, dessen leben in ihrem traum toll ist, und dann wacht sie in der schlechteen realität wieder auf. im club silencio läuft die aufzeichnung des liedes weiter, wie auch das tolle leben von watts traumes, das in der realität als leben der brünetten weitergeht, und die sängerinn, wie auch watts, zerbrechen an dem verlust ihrer illusion. ähnlich funktioniert auch die szene, mit dem träumenden und dem ängstlichen, sie ist am anfang des filmes dazu da, um kurz deutlich zu machen, wie sehr träume uns ängstigen können, und dass sie im wahren leben, zum tod führen können, obgleich man nur einem heruntergekommenen obdachlosen begegnet. sozusagen auch jemand den die illusionen des traumes in die wirklichkeit verfolgen, der auch daran zerbricht. so gesehen ergibt der film absolut sinn, nichts bleibt unverstanden. was haltet ihr/du von meiner sichtweise des films??
lg simon, wenn ihr bis hier gelesen habt, danke fürs leesen, ich würde mich über antworten freuen!! :)
Spoilerwarnung:
Im Grunde ist das ja das, was man im Film auch sieht. Soweit habe ich auch keine Probleme damit. Probleme habe ich da eher mit einigen Szenen, die du auch ansprichst. Club Silenco, der Obdachlose, die Rentner am Ende, dass Watts von ihrem eigenen Tod träumen kann, etc.. Und das ist wieder vollkommen willkürlich, ohne, dass ich da die große Verknüpfung sehen würde.
Was ist denn bspw. die "Bedeutung" der Szene mit dem Serienkiller, die im Traum statt findet? ;)
Mal ganz davon abgesehen: Es war alles nur ein Traum!, finde ich bei dem Aufriss, den Lynch macht dann auch ein bisschen lapidar als Auflösung.
Zusätzlich, was ich auch gerade erst erfahren habe:
MD war ursprünglich als Pilotfilm für eine weitere Serie von Lynch gedacht. Der Sender hat diesen allerdings abgelehnt und nachdem Lynch dann einen weiteren Vertrieb gefunden hat, dann hat er das letzte Drittel nachgedreht. Was dann für mich auch erklärt, wieso dort der Film komplett aus den Latschen kippt (was Koheränz und Erzähltempo angeht).
Das war er also. Mein erster Lynch.
Das erste Mal (oder eins der wenigen Male), dass ich mich so richtig erschrocken, gegruselt habe. An der Stelle, an der man das erste Mal das "Monster" sieht. Der spätere Gang zur Toilette wurde zur Qual, ich wollte dieses Gesicht nicht außerhalb des Filmes sehen. Ähnlich erging es mir als nach "Psycho" geduscht habe. Aber hier war es anders, ich hatte schon während des Films wirklich Angst bekommen.
Eine Schreck-Szene reicht aber immer noch nicht für einen guten Film aus, selbst wenn sie noch so grandios ist.
Was hat dieser Film also noch zu bieten?
Der Film hinterlässt einen mit tausenden von Fragen, Lynchs Interpretationshinweise werfen noch mehr Fragen auf, als dass sie welche beantworten.
Der Film ist ein einziges Rätsel, weshalb er mir wohl ewig in Erinnerung bleiben wird. Ständig muss ich mich fragen, was das alles eigentlich sollte. Was das alles auf sich hat. Aber ich werde keine Antworten bekommen und das ist wahrscheinlich auch gut so.
Denn genau das hat dieser Film - neben den tollen Schauspielern, den oft erwähnten Kamerafahrten, der einzigartigen Inszenierung - zu bieten: Er beschäftigt einen noch lange nach dem Sehen. Aber nicht weil er ein kontroverses Thema behandelt oder einen besonderen Twist hat. Sondern weil dieser Film eben ein Rätsel ist, das wohl niemals gelöst wird und man trotzdem ständig darüber nachdenken muss.
An "Mulholland Drive" kann man sehen, zu was ein Film in der Lage ist. Dass ein Film mehr als nur Unterhalten kann. Dieser Film war ein Erlebnis. Und ich bin froh, ihn erlebt zu haben.
Mein Gehirn wurde mal wieder aufs derbste hardcoremäßig gefistet.
Wie schon in seinem Meisterwerk "Lost Highway" schafft es David Lynch mit seiner audiovisuell hervorragenden Atmosphäre wieder einmal unglaubliche Spannung bei erhöhter Ratlosigkeit, um den Kopf schwirrenden Fragezeigen und etlichen "Wtf?!"-Momenten zu erschaffen. Ähnlich wie Bob Ross mit seinen Bäumen ("A little tree here, and another one there.") versteht es Lynch in seiner grandios-meisterhaften Regie kryptische Interpretationshinweise hier und dort zu verstecken, die man wohl erst nach mehrmaligen Anschauen etwas verstehen kann, aber am Ende doch ins Leere laufen. Und das beste daran: Das ist überhaupt nicht störend, schlimm oder als negativer Kritikpunkt zu gebrauchen. Ganz im Gegenteil, so zeigt sich hier einfach der überragende Genius eines Poeten, eines Virtuosen, eines Meisters.
Mit einem rundum überzeugenden Cast, einer unheimlich guten, stimmigen und atmosphärisch dichten Musik, sensationellen Kamerafahrten und Bildeinstellungen und einer packenden Storyline erschafft Lynch ein zeitloses Meisterwerk, das manch einem gerade aufgrund der Kryptik und Offenheit sauer aufstoßen mag, aber vielen einfach das Gefühl gibt, hier keinen Film, sondern ein in bewegten Bildern eingefangenes Kunstwerk zu betrachten.
Ich bin fasziniert von den Ideen des Regisseurs und verneige mich in Demut und Bewunderung vor ihm. Wie schon mein hervorragender Vorredner hoffman587, möchte ich ihm einfach danken für dieses auf audiovisueller Art nahezu orgasmische und über die gesamte Laufzeit fesselnde Erlebnis. Chapeau! *?*
Ha, dankeschön für das große Lob in deinem Kommentar:D
Ehrt mich wirklich zutiefst bzw. bin gerührt, doch nur ein kleiner Fehler "hoffman587" mit einem "n"^^
Machen aber viele den Fehler, weiß beim besten Willen nicht warum:)
Mulholland Drive - Kritik
US/FR 2001 Laufzeit 146 Minuten, FSK 16, Thriller, Drama, Kinostart 03.01.2002
Kritiken (5) — Film: Mulholland Drive
Hitmanski: Reihe Sieben / MehrFilm / I...
Kommentar löschenDas war er also, mein erste Kontakt mit Lynch. Nach allem was man so hört habe ich eine Mischung aus Kubrick und Nolan erwartet - und was soll ich sagen, überrascht bin ich nun irgendwie schon. Handlungsmäßig cleverer als Nolan (was nun nicht allzu schwer ist, aber trotzdem) und zudem optisch zugänglicher als viele Kubrick-Filme. Es ist einfach faszinierend zu sehen, wie ein Film, dessen Handlung man trotz vieler Interpretationenmöglichkeiten eigentlich nur als diffus bezeichnen kann, so spannend, atmosphärisch und irgendwie auch unheimlich sein kann, wie es "Mulholland Drive" ist. Mehrmals habe ich mich dabei ertappt, den Film wirklich eher wie ein Rätsel zu betrachten, dass es zu lösen gilt, und verschiedene Abläufe immer wieder versucht neu zu kombinieren. Was das Ganze etwas trübt ist eigentlich nur, dass sich Lynch trotz seiner ebenso seltsamen Lösungshinweise den Vorwurf gefallen lassen muss, ein in sich nicht lösbares Konstrukt erschaffen zu haben, das mehr Fragen aufwirft, als es selber lösen kann (so gesehen gibt es da einige Parallelen zwischen Lynch und "Lost"). Andererseits motiviert "Mulholland Drive" so zum wesentlich öfteren sehen, als das beispielsweise "Memento" macht, der nach einmaliger Auflösung rapide verliert.
Mehr Kunst als Film im eigentlichen Sinne, obgleich man sich darauf einlassen muss und ich größtes Verständnis für jeden habe, der so etwas hasst.
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Joeyjoejoe17 2011/09/21 23:11:28
Antwort löschenSelten einen treffenderen Kommentar zu einem Lynch-Film gelesen. :>
Finde es auch immer wieder faszinierend, wie es Lynch schafft, derart dichte Atmosphäre und enorme Spannung zu erzeugen auch wenn man eigentlich keine richtige Ahnung hat, was hier eigentlich vor sich geht.
alanger 2011/11/17 16:55:28
Antwort löschensehr schön Hit, ging mir grade auch so. obwohl ich den vor 10 jahren schon im kino gesehen habe. hat erst beim zweiten mal gefunkt.
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Hitmanski 2011/11/20 19:19:56
Antwort löschenLiebe auf den zweiten Blick :)
Andropoli 2011/11/30 22:15:36
Antwort löschen"Was das Ganze etwas trübt ist eigentlich nur, dass sich Lynch trotz seiner ebenso seltsamen Lösungshinweise den Vorwurf gefallen lassen muss, ein in sich nicht lösbares Konstrukt erschaffen zu haben, das mehr Fragen aufwirft, als es selber lösen kann ..."
Ich bin froh, daß Du das geschrieben hast.Hatte ich doch schon befürchtet etwas nicht kapiert zu haben.Jedenfalls kam ich auch zu dem Schluß, daß entweder ein Teil der Handlung innerhalb oder das Ende des Films nicht stimmt, da sie sich einfach nicht miteinander vereinbaren lassen.
Die Athmosphäre ist mal wieder Typisch für Lynch und geht einem wirklich unter die Haut.(Musik von A.Badalamenti, wie bei Twin Peaks, so ganz nebenbei).
Alles in Allem hat es mir wieder einmal gut gefallen, ich hätte aber schon eine logische Lösung vorgezogen.Deshalb nicht unbedingt mein Lieblingswerk des Regisseurs.
Kirsten Liese: BR Online, WDR3, Darmstädte... Kirsten Liese: BR Online, WDR3, Darmstädte...
Kommentar löschenDieser Film ist ein Muss. Zumindest für alle, die den mysteriösen Nervenkitzel lieben, sich gerne auf parapsychologische Pfade begeben und schon immer auf einen anspruchsvollen film noir mit lesbischer Liebeshandlung gewartet haben. Zwar gibt es in Mulholland Drive viele Parallelen zu Lost Highway, dennoch hat David Lynchs jüngstes Meisterwerk, das noch rätselhafter und undurchsichtiger wirkt, einen völlig neuen Charakter.
Kritik im Original 7 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
Evie: www.inderzange.de
Kommentar löschenDavid Lynch muss man lieben oder hassen.
Ich hasse ihn!
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philopee 2010/05/22 23:20:27
Antwort löschenich hab versucht lost highway zu verstehen. Aber nach 3 Durchgängen hab ich immer noch keine Ahnung worums eigentlich konkret geht.
Bei den Filmen von David Lynch kann eigentlich jeder ankommen, seine Interpretation auf 10 Seiten schreiben, ne 10.0 Bewertung abgeben und sich dann schlau fühlen.
Und David Lynch kann grinsen weil er mal wieder mit nem Haufen Schwachsinn ordentlich Geld gescheffelt hat.
trustme 2010/07/05 09:53:39
Antwort löschenrecht hast du!
fabel 2010/09/28 16:13:09
Antwort löschenman muss ihn nicht verstehen, lieber Philopee
man muss ihn einfach nur sehen und gucken was der film mit dir macht ;)....ich kann es immer wieder nur betonen ;)
Und das ist alles auch kein Schwachsinn, das ist wirklich mal eine andersartige Form von Film die (fast) einsam und alleine dasteht
aBer man sollte sich schon drauf einlassen, sonst zerfetzt man jeden Lynch im Handumdrehen ;)
philopee 2010/09/28 19:08:41
Antwort löschenNimms mir nicht zu übel das habe ich vor 4 Monaten geschrieben. ;)
fabel 2010/09/28 19:12:32
Antwort löschennein, ich bin nicht nachtragend..keine Panik ;)
philopee 2011/06/13 00:28:59
Antwort löschenGerade gesichtet, ich nehme meine Aussage vollkommen zurück!
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bunzel 2011/06/25 18:33:12
Antwort löschen...voralem scheffelt lynch nicht übermäßig viel geld. wenn er das wöllte würde er filme wie bay/emmerich machen. Mulholland Dr. War auch ein Flop. Nachvollziehbar, da der Film sich unzweifelhaft weit, weit vom Mainstream entfernt bewegt..
Trommlarin 2011/08/11 19:59:59
Antwort löschenWar er ein Flopp? Wusste ich gar nicht! Na ja, einfache Filme kommen halt besser an, ne?
Suchsland: FAZ, FR, filmdienst, Berlin... Suchsland: FAZ, FR, filmdienst, Berlin...
Kommentar löschenMULHOLLAND DRIVE spielt mit Kameraeinstellungen, Schauspielerinszenierungen, Genreverweisen und Musik verschiedener Epochen; der Film strotzt vor Einfällen und wunderbaren kleinen Szenen, die für sich selbst stehen. Eine Feier des Kinos.
Kritik im Original 2 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
alviesinger: bummelkino
Kommentar löschenAtmosphärisch dichtes Verwirrspiel: Drehe einen Streifen chronologisch, zerfetze ihn am Schneidetisch und lass die Zuschauer im Dunklen.
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stalker 2009/07/03 00:11:12
Antwort löschenDas trifft es nicht ganz, oder?
alviesinger 2009/07/03 13:59:07
Antwort löschenDoch, schon.
Liam Quinn 2009/07/03 19:03:48
Antwort löschenJetzt hast du doch wohl nicht Lynch´s Geheimnis gelüftet? Nicht das er wegen dir noch Harz 4 beantragen muss. Nichtdesdotrotz ist Mulholland Drive Lynch bester, abstraktester und chilligster Film geworden.
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patcharisma 2009/07/04 02:21:52
Antwort löschenDas Schlimmste daran ist die gestrrrrrrrrrrrrretchte Filmlänge ....
alanger 2011/11/17 16:52:59
Antwort löschentrifft es doch nicht.
Kommentare (143) — Film: Mulholland Drive
Kommentar schreibenvuvuzela 2012/02/02 09:39:49
Kommentar löschenDer Film beinhaltet für meinen Geschmack zu viel Interpretationsspielraum, nach und nach wird die Story zu einem pseudointellektuellen Geplänkel. Inhaltlich geht es ja im Grunde nur um Eifersucht, was Traum oder Realität ist lasst der Film aber völlig offen. Für mich ist das, wie es auch andere hier sehen, eher kein Film. Im besten Fall ein verfilmtes Unterbewusstsein?
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Kuh Tipp 2012/01/29 02:06:38
Kommentar löschenMulholland Drive kann man eigentlich nicht verstehen, man muss es einfach so akzeptieren.
Der Weg ist wohl das Ziel. Und dieser Weg ist mit das Beste was ich je in einem Film gesehen habe.
Wie ein Lied seiner Lieblingsband, das man sich immer und immer wieder anhören kann und es einem jedes verdammte mal Gänsehaut bereitet.
Ich weiss nicht wie oft ich diesen Film schon gesehen habe...
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ProjectChaos 2012/01/28 04:04:11
Kommentar löschenHätte es nie und nimmer gedacht, aber der Film hat es geschafft und mich total verblüfft. Nach den Sachen, die ich so gehört hatte, zögerte ich lange bis ich dann doch endlich meinen ersten Lynch sah.
Der erste Teil fängt noch relativ linear und kaum verwirrend an. Dennoch hat man einige Fragezeichen und passt konzentriert auf. Der Film ist handwerklich ausgezeichnet gemacht und die entstehende Atmosphäre trägt dazu bei, dass dieser Teil, obwohl relativ unspektakulär, kurzweilig ist. Einige Szenen erinnerten mich an Tarantino. Einfach nur geil gemacht alles.
Der zweite Teil (ab der Show im Silencio) ist purer Mindfuck - wie in einer Magiershow ohne billigem Trick. Man hat das Gefühl, dass in einem tausend Gedanken gleichzeitig aufkommen - man mag es kaum glauben, aber genau dies machte das großartige Filmerlebnis aus. Dazu kommen natürlich die Zeit nach dem Film, in der man versucht alles zu sortieren um eine Erklärung zu finden.
Das war mein erster Lynch und ich hoffe, dass die nächsten genau so gut werden.
Weiss jemand was es mit der Gestalt hinter dem Restaurant auf sich hatte?
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SKURRIL 2012/01/28 13:41:52
Antwort löschenschau dir als nächstes Lost Highway an ;) :D
ProjectChaos 2012/01/28 14:35:24
Antwort löschenJo mach ich :)
Toblerone 2012/01/14 01:03:47
Kommentar löschenMein absoluter Lieblingsfilm! Der Soundtrack, die Stimmung, das Rätsel. Das kann nur Lynch. Ein Kunstwerk von großer Seltenheit. So ist Kino viel zu selten.
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Svenna 2012/01/10 22:23:31
Kommentar löschenEs hat ein paar Jahre gedauert, bis ich diesem Film vergangenes Wochenende endlich eine Chance gegeben habe. Und nach Lost Highway dachte ich, könnte Lynch mich nicht erschüttern.
Aber weit gefehlt: Als der Abspann über den Bildschirm flimmerte dachte ich nur: "War´s das? Kommt da vielleicht noch irgendwas... wenigstens ein ROSEBUD? Warum wurde gerade das Ende so über´s Knie gebrochen? Bekomme ich irgendwo meine 2:20 Std wieder?"
Wenigstens erfüllt der Film ein wichtiges Ziel, welches oft zu kurz kommt: Er liefert Stoff für Diskussionen. Und das nicht zu knapp.
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the traveler 2012/01/10 22:27:44
Antwort löschenBei mir war es so - als ich nach dem ersten Sehen total ratlos war und nichts damit anzufangen wusste -, dass mich Mulholland Dr. nicht mehr losgelassen hat. Wochenlang ist er in meinem Kopf rumgespukt und dann habe ich ihn wieder geguckt, und wieder, und wieder... :D War hier bei Einigen so, glaube ich. Vllt bei dir ja auch ;)
Svenna 2012/01/11 18:53:10
Antwort löschenJa, mal schauen... ich lasse den Film erstmal ein paar Monate / Jahre in meinem Wein- äh -Filmregal reifen :)
Danke für den Tipp ;)
Jokerface^^ 2012/01/09 21:53:36
Kommentar löschenWeis gar nicht was dieser Hype von diesem Film, soll ich fand ihn nicht sonderlich gut und das obwohl ich Mindfuck-Filme liebe wie kaum etwas, aber dieser Film ist so zäh und langweilig. Tja Lynch ist für mich gestorben, sorry.
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boogienator3000 2012/01/09 19:48:19
Kommentar löschenich hab KEIN Ding verstanden. :D
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Spielberg_Fan 2012/01/09 23:11:52
Antwort löschenmuss man auch nicht:)
*frenzy_punk<3 2011/12/27 18:30:59
Kommentar löschen"Mulholland Drive", weckt nach etwas Hintergrund erlesen doch wieder das Interesse. Kam mir ziemlich zäh vor, aber ich gebe ihm wohl in den nächsten Tagen noch eine Chance.
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hoffman587 2011/12/27 18:34:08
Antwort löschenSchön zu hören, für mich ein absolutes "Gotteswerk" von Meister Lynch, freut mich, hoffe das zweite Mal läufts besser. Besonders interessant auch als Abrechnung mit Hollywood und Hommage an "Sunset Boulevard. :)
*frenzy_punk<3 2011/12/27 18:41:22
Antwort löschenIch muss ja praktisch auch. Hab es nicht ganz bis zum Ende geschafft. Es wäre mein erster Lynch.
"Sunset Boulevard" habe ich leider auch noch nicht gesehen.
Mich schäm und wegduck*
alanger 2011/12/27 18:51:57
Antwort löschenhat eine nette weibliche sexszene, also sehenswert.
*frenzy_punk<3 2011/12/27 18:58:50
Antwort löschenÄhem .. ich glaube nicht, dass mich zwei Weiber die Sex haben interessieren könnten xD
hoffman587 2011/12/27 19:00:40
Antwort löschen@frenzy: Das Ende an sic ist nochmal absolut überragend und lässt einen hilflos zurück wie nur Lynch es kann. Und "Sunset Boulevard" kann ich dir da nur empfehlen, mausert sich langsam zu einer meiner Lieblingsfilme, nach der dritten Sichtung steht er dann bestimmt drauf.^^
*frenzy_punk<3 2011/12/27 19:02:24
Antwort löschen@hoffi: Alles klar, ich sichte ihn in den nächsten Tagen noch einmal. Aber dann nicht böse sein, wenn er mir nicht gefällt ;)
"SB" setz ich sofort auf die Liste ...
alanger 2011/12/27 19:02:54
Antwort löschenmmh, ich fand das gut mit den zwei "weibern". aber okey, geschmackssache. ;)
*frenzy_punk<3 2011/12/27 19:04:35
Antwort löschen@alanger: vielleicht aber auch "Geschlechtersache" :)
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J0J0 2011/12/27 19:21:39
Antwort löschenAch, das sollte man nicht so eng sehen.
Hooded Justice 2011/12/28 22:51:45
Antwort löschenZweite Chance hat bei mir auch funktioniert.
J4KOB 2011/12/17 01:12:22
Kommentar löschen<< Komme grade völlig überwältigt aus dem Kino. Mulholland Drive... das war er also.
Und wer erklärt mir den jetzt bitte??? >>
Nachdem ich jetzt die Interpretation gelesen hab, bin ich wirklich absolut begeistert. Das komplexeste was ich jemals in meiner bescheidenen Cineast-Anwärter-Laufbahn zu Gesicht bekommen habe ;)
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Drogba11 2011/12/17 01:34:40
Antwort löschenFalls du etwas Zeit hast, versuch es doch mal hiermit:
http://www.norbert-schultheis.de/Interessen/34/back
J4KOB 2011/12/17 01:42:14
Antwort löschenDie Zeit nehm ich mir. Danke :)
Le Samourai 2011/12/17 01:56:12
Antwort löschenOch, der ist doch nicht schwer zu raffen. Zum sonstigen Lynch-Brainfuck-Output fast schon geradlinig-zahm. :)
stalker 2011/12/17 02:08:42
Antwort löschenWie schon andernkomments erwähnt, ich halte MD für einen verfilmten Traum, vergleiche einen deiner Träume, dessen Brüche, nicht zu spürenden Wechsel von Orten, Zeiten, Identitäten mit Mulholland Drive...Traumdeutung, damit nähert man sich diesem Film wohl am besten. Ist aber gewiss nur ein Weg zum Ziel, das letztendlich darin besteht, sich auf intellektuelle Weise die Zeit zu vertreiben.
BigDi 2011/12/17 11:15:14
Antwort löschenhttp://www.schmidtconsult.ch/archpub1/wear6_art_MulhollandDrive_FWittchow_031207.pdf
Hiernach gibt es keine Fragen mehr. DIE ultimative (Über?)Interpretation, die man am besten tief in der Nacht lesen sollte, dass es einem wieder in der Wirbelsäule kribbelt und man sich plötzlich angsterfüllt umblickt und aufatmet, dass da keiner hinter einem steht.
J4KOB 2011/12/17 13:40:16
Antwort löschen@stalker: das war auch mein erster Ansatz (wegen dem Gespräch im Restaurant). Aber irgendwann hab ich mich dann trotzdem komplett im Film verloren.
@BigDi: Danke, es ist zwar heller Tag, aber ich werd mich trotzdem mal durchbeißen :D
J4KOB 2011/12/17 16:17:36
Antwort löschen@Drogba11 & BigDi: Hab die von euch beiden gennanten, äußerst ernüchternden Interpretationen jetzt gelesen (und auch weitgehend verstanden). Den muss ich mir auf jeden Fall (mindestens) ein zweites mal ansehen, um da genauer durchzublicken.
@Samourai: Du willst mir doch nicht erzählen, dass du MD auf Anhieb verstanden hast, oder? :D Ich habe bisher noch nie einen vergleichbar komplexen Film gesehen. Ich muss mich mal durch die ganzen Lynch-Werke durcharbeiten. :)
Le Samourai 2011/12/17 17:48:25
Antwort löschenHehe, nee beim ersten Mal wirklich noch nicht. Aber spätestens beim dritten Durchlauf bekommt man den Durchblick. Denn eigentlich ist er relativ nachvollziehbar und gradlinig erzählt. Da finde ich Lost Highway und vor allem Inland Empire deutlich kranker.
Viel Spaß mit Lynchs Seelenwelt! :)
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J4KOB 2011/12/17 17:56:39
Antwort löschenDanke. Ich hoff ich übersteh das ohne größere bleibende Gehirnschäden ^^
---
Allgemeiner Nachtrag:
Das ist schon ein Hase, oder? :D
http://graememitchell.com/blog/wp-content/uploads/2009/05/mulholland_drive_snap_2.jpg
the traveler 2011/12/19 19:59:18
Antwort löschen@BigDi: Word!
BattlemasterIZ 2011/12/08 18:03:26
Kommentar löschen>CRAZY Gelynchte Genialität<
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__Andie 2011/12/05 22:30:41
Kommentar löschenAls die Opening Credits anrollen und ich Amerikanern mittleren Alters beim Gesellschaftstanz zusehe, habe ich nicht die leiseste Ahnung, was auf mich zukommt. Ich erwarte sogar zunächst ungeduldig den Erstauftritt von Serienkiller Dennis Hopper, aus mangelnder Kenntnis von Lynchs Filmographie (kein Witz). "Mulholland Drive", das weiße Blatt Papier.
Der Name David Lynch ist so sehr mit dem Begriff des Surrealismus verbunden, dass ich natürlich viele auf den ersten Blick unerklärbare Einzelheiten wahrnehme, die Raum für freie künstlerische Deutung lassen. Dennoch glaube ich, dass der Film mehr eine vertrackte Detektivgeschichte ist, mit vielen offenen Enden, aber in seinem Herzen eben doch eine halbwegs verfolgbare Story über Sünde, Tod und Liebe im Sündenpfuhl Hollywood. "Mulholland Drive", der Thriller.
Und dann schnürt Lynch ihn zu, den Strick, den er mir in den vergangenen Minuten vorsichtig um den Hals gelegt hat. Die zweite Hälfte des Films stellt alles auf den Kopf, und ich beginne zu begreifen - oder versuche es zumindest. In meinem Schädel wächst eine Analyse heran, ein Verdacht, obwohl mein Verstand nun heillos überfordert ist. Ich vermute, ich fürchte, ich habe regelrecht Angst, dass Lynch das tut, was ich erwarte. Und er tut es, geht sogar darüber hinaus. Horror ist dann am Schrecklichsten, wenn du eine Handvoll Sekunden vorher schon weißt, dass er passieren wird. "Mulholland Drive", der Film gewordene Alptraum.
Der wahre Horror ist zu diesem Zeitpunkt jedoch noch in den Startlöchern - und sprintet nach vorne, sobald der Film vorbei ist. Dann braue ich mir Interpretationen zusammen, psychoanalytisch größtenteils, und realisiere die Tiefe, die Lynch hinter einer einzigen Kameraeinstellung zu verstecken fähig ist. Schockmomente hin oder her, in den Wirren dieses Films wartet eine schreckliche Wahrheit darauf, entdeckt zu werden. Seit Max Ernst war ich nicht mehr gedanklich so sehr auf ein einzelnes surrealistisches Werk fokussiert. "Mulholland Drive", das perfekte Puzzle.
Moderne Künstler bekommen nicht selten den Vorwurf, dass ihre Werke nicht mehr sind als wahl- und ziellos kreierte Kaleidoskope, in denen nur die Überinterpretierenden einen Sinn finden können. Aber das ist bloß eine Ausrede für die, die nicht gerne Detektiv spielen. Ich hingegen bin gerne der Suchende. Die Geschichte von Betty plus Rita wird mich noch lange beschäftigen.
Eine vollständige Interpretation habe ich nicht gefunden. Dafür aber meinen neuen Lieblingsregisseur. "Mulholland Drive", das Meisterwerk.
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JohnnyKee 2011/12/05 23:26:54
Antwort löschenFantastic!
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hoffman587 2011/12/06 12:57:34
Antwort löschenSchöner Kommentar. :)
Lynch ist nunmal der Größte. ;) *?*
__Andie 2011/12/06 20:40:45
Antwort löschenGrazie euch beiden. :D
alanger 2011/11/17 16:51:26
Kommentar löschendanke stalker, hätte ich dem film nicht eine zweite chance gegeben, ich würde was vermissen. auch wenn ich ihn immer noch nicht verstehe. aber der gehört offenbar zu den filmen die mich am herz packen ohne das ich weiß worums geht.
strange weather.
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Filmsuechtiger 2011/11/17 20:08:44
Antwort löschenMan muss wirklich mal eine Lanze für Zweitsichtungen brechen. Es ist nicht zu unterschätzen, wie krass sich die falsche Stimmung, die falschen Erwartungen und Ähnliches auswirken können.
Kieke 2011/11/17 20:30:07
Antwort löschenwho is stalker ?
alanger 2011/11/18 12:53:21
Antwort löschenis the star owner of the walk of fame. and cultuser of mp.
JimiHendrix 2011/11/18 16:20:08
Antwort löschenzweitsichtungen rocken!!
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stalker 2011/11/18 19:30:26
Antwort löschenManchmal können Zweitsichtungen aber auch mächtig enttäuschen, Syriana von Soderbergh zum Beispiel, wohingegen sein Traffic eine Zweitsichtung nötig hatte, um für mich zu einem besten Film aller Zeiten zu werden. Mensch alanger, machst mich ja richtig verlegen.
alanger 2011/11/19 12:33:25
Antwort löschentraffic hatte mich schon beim ersten mal und hat auch zweit, dritt und viertsichtung exellent überstanden. bringt mich aber auf eine gute idee...
kinogaengerin 2011/11/08 20:30:12
Kommentar löschenIch habe ihn nun also hinter mir, meinen ersten Film von David Lynch. Doch ich kann nicht unbedingt behaupten, dass ich nun klüger geworden wäre. Ganz im Gegenteil, ich bin mir nicht ganz sicher, was ich von 'Mulholland Drive' halten soll. Mindfuck? Verwirrspiel? Nicht lineare Erzählung? Nicht einordbares Ende? Das kann man wohl getrost alles bejahen und dennoch packt einen die Erzählung irgendwie. Ich will mich an der Stelle nicht tiefgehend über die Geschichte auslassen, die muss jeder selbst erleben, den es interessiert. Fakt ist, dass es sich um Liebe, Hass, Eifersucht, Korruption, Sex, eine gehörige Portion Verwirrung und eine Reise ins Ungewisse dreht. Dabei fasziniert Naomi Watts, die einmal mehr großartig spielt. Auch technisch weiß Lynch zu überzeugen, so überrascht er den Zuschauer mit teilweise äußerst gelungenen Kamerafahrten, beeindruckenden Bildern und einer doch recht stimmigen Atmosphäre. Sehenswert? Ja, absolut, aber kein Meisterwerk...
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alanger 2011/11/17 18:00:45
Antwort löschenscheint grade lynch zeit zu sein. is ja auch november. ;)
tobiasschoeler 2011/11/01 22:30:37
Kommentar löschenIch bin sprachlos. Ich kann nicht in Worte fassen was ich alles gesehen und vor allem gefühlt habe.
Virtuos inzeniert David Lynch seine Geschichte. Alles wirkt so grotesk und doch irgendwie auch realistisch. Die Atmosphäre ist absolut einzigartig und fesselt den Zuschauer von der ersten Minute an.
Mehr kann und möchte ich nicht beschreiben. "Mulholland Drive" ist ein Film den man selber erleben muss. So viele Fragen bleiben offen und es liegt an jedem Zuschauer diese Fragen für sich zu beantworten.
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ReubenCogburn 2011/10/20 17:44:01
Kommentar löschenHerrje, ersteinmal muss ich erwähnen, dass ich erst vor kurzem angefangen habe mich eingehender mit Filmen, Regisseuren, Drehbuchautoren etc. zu beschäftigen. Sonst bin ich immer nach Schauspielern gegangen frei nach dem Motto: "He, ein neuer Film mit XY, den muss ich mal sehen".
So kam es dann das ich den einen Film im Regal sah, diesen von David Lynch - das ist doch auch der Regisseur von "Fight Club" (dieser heißt in Wirklichkeit David Fincher) - dachte ich. Da ich FC ziemlich gut fand wurde "Mulholland Drive" direkt mitgenommen.
Zum Film:
Diesen Film zu sehen und zu versuchen alles zu verstehen ist das Gleiche, als würde man versuchen sich die Hose über den Kopf aus zu ziehen. Irgendwann wird man feststellen, dass es nicht funktioniert (...oder doch?).
Aber es ist auch nicht nötig alles zu verstehen. Ich betrachte den Film wie eine musikalische Komposition. Ein Musikstück kann man auch nicht "verstehen" und trotzdem mögen, ja sogar lieben.
Manche Dinge (z.B. die blaue Box oder die "Zwergenrentner") sind vielleicht aus dem Grund nicht zu verstehen, da in einer evtl. Serie (war ja so angedacht) weiter auf sie eingegangen wäre - was dann mehr offenbart hätte.
So sind es dann diese m.M.n. überflüssigen kleinen Dinge die eine Höchstwertung verhindert haben.
Naomi Watts ... Wow! Die Kuss-Szene beim Casting, von mir mit offenem Mund verfolgt, gehört für mich nun zu einer der beeindruckensten Filmszenen die ich sah, genau so wie die Szene in der sie versucht sich zu befriedigen und sehr sehr selten habe ich Tränen in den Augen gehabt während ich einen Film sah. Gegen Ende des Filmes schafft es Naomi Watts (bei der Party, als Camilla mit dem Regisseur schmust) sogar mit ihrer für mich unglaublichen authentizität das tatsächlich ein zwei Tröpfchen aus meinem Auge kullerten. Ich hab so sehr mitgelitten.
Ich stand schon immer auf "besondere" Filme, aber nachdem ich MD gesehen habe muss ich sagen: ich habe meine Unschuld verloren.
Vielen Dank, Herr Lynch - sie haben meinen filmischen Horizont erweitert, nein sie haben mein Filmverständnis neu definiert. Nach diesem Film ist nichts mehr wie es vorher war. Ich werde sie im Auge behalten.
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Williwunda 2011/10/19 02:02:41
Kommentar löschenTja,
nachdem ich über 2 Stunden für den Film investiert habe und danach noch weitere 3 vor mich hin sabbernd auf der Couch verbracht habe, möchte ich nun den Kernpunkt von Mullholland Drive ansprechen:
Töte nie einen Staubsauger.
R.I.P. Staubsauger
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Sumsi79 2011/10/15 01:46:30
Kommentar löschenMulholland Drive befindet sich sehr weit oben auf meiner All-Time Bestenliste und dies hat einen einfachen Grund: MD ist ein Fest für Cineasten!
Spätestens seit der bahnbrechenden Fernsehserie "Twin Peaks" neigt David Lynch dazu, Referenzen seiner favorisierten Filmklassiker in seine Werke einflechten zu lassen. Ob "Vertigo", "Boulevard der Dämmerung" oder "Der Zauberer von Oz" . Vor allem Letzterer spiegelt sich des Öfteren in MD wider und wer weiter "wühlt" findet immer mehr.
Selbst wenn man es aufgegeben hat den Streifen irgendwie zu verstehen, so bleibt dem Betrachter immer noch die Möglichkeit sich an dem kongenialen Zusammenspiel von Bild, Ton und schauspielerischer Leistung zu ergötzen. MD ist atmosphärisch über jeden Zweifel erhaben und in vielen Szenen werden Dinge transportiert, mit denen man im modernen Hollywood nicht unbedingt mehr rechnen kann.
Zu nennen wären ein Treffen in einem belebten Imbiß am hellichten Tag, welches ebenso gut in einem Geisterhaus hätte stattfinden können oder eine Sexszene, wo man den Beteiligten tatsächlich abnimmt sich zu lieben.
Was den "Plot" anbelangt, so finde ich ist MD einfacher gestrickt als man nach der ersten Sichtung zunächst vermuten mag, vorrausgesetzt man passt ein wenig auf und verpasst auch ja keine Szene. Nur soviel sei verraten: eine für den Film wichtige Figur schläft zu Beginn ein und wacht dann später wieder auf.
Akzeptiert man dann noch die Tatsache, dass sich Lynch in den letzten 20 Minuten dem Stilmittel des Zeitsprunges à la Pulp Fiction bedient, dann ist man der Entschlüsselung dieses Werkes schon dicht auf den Fersen. Am Ende bleibt eine tragische und durchaus berührende Geschichte über zerstörte Hoffnungen auf eine große Karriere und entäuschte Liebe.
Persönliche Empfehlung: Unbedingt mit einem guten Glas Wein anschauen. Angeschwipst schaukelt sich die eh schon surreale Atmosphäre noch um einiges hoch.
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fkfilmkritik 2011/10/27 00:39:20
Antwort löschenAuch mein absoluter Lieblingsfilm. Toller Text. :)
ReubenCogburn 2011/11/04 17:34:25
Antwort löschenstatt Wein hab ich ihn mir ein zweites mal mit ner "Kräuterzigarette" angesehen - uuii, was einem da für Gedanken durch den Kopf jagen ....
Dachsman 2011/10/04 15:52:55
Kommentar löschenWer ernsthaft glaubt, er habe den Film verstanden, oder, dass es überhaupt etwas zu verstehen gebe, ist Lynch voll auf den Leim gegangen.
Der Film wirft lediglich Fragen auf, beantwortet aber keine und am Ende schalten wir wieder in den lynchschen "Zusammenführen"-Modus, welcher das Pendant zum alten Geschichtenonkel ist, der sein Gewirr aus Storyfäden notdürftig zusammenflickt und dabei "Huuuuh-huhuhuuuuuuuu" macht und mit den Händen rumfuchtelt.
Weswegen mir auch die seitenlangen Interpretation im Internet genauso egal sind wie Lynchs an den Haaren herbei gezogene "Gebrauchsanweisung" (aber, toller Marketinggag, David, ehrlich! J.J.Abrams wäre stolz auf dich).
Disclaimer: Was nicht heißt, dass ich nicht grundsätzlich bereit wäre mich mit Filmen und ihrer Interpretation tiefer auseinander zusetzen. Aber nur, wenn ich das Gefühl habe, dass da überhaupt etwas dahinter steckt, wenn mir irgendwas an die Hand gegeben wird (bspw. Kubrick "2001"). Lynch hingegen schmeißt mir irgendwas vor die Füße und sagt "Denk mal drüber nach!". Nö, David, garantiert nicht. Wenn du was zu sagen hast, dann sag's halt, ansonsten geh mir nicht auf die Nerven.
So weit gesagt, dennoch muss man sagen, dass "Mulholland Drive" bis zum letzten Drittel (ca. ab der Kamerafahrt in die Box, da kippt das Erzähltempo aus den Latschen und man guckt gelangweilt auf die Uhr) ein sehr spannender, intensiver und unfassbar atmosphärischer Genremix aus Thriller, Horror und Krimi, tolle Bilder und Schauspieler, sowie eine gehörige Portion skurrilster Humor.
"MD" outet sich damit als Film für die Emotionen, als für den Intellekt, aber das muss nichts per se Schlechtes sein.
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Puebleau 2011/10/04 16:00:58
Antwort löschenDas besondere Qualitätsmerkmal an Lynchs Stil ist ja eben, dass seine Werke nicht rational-intentionalistisch konstruiert sind, sondern intuitiv geschehen und somit das Unterbewusstsein zu Werk geht. Das ist meiner Meinung nach nichts schlechtes,im Gegenteil, und somit macht seine Gebrauchsanweisung sinn. Wichtig an dem Kunstwerk ist nicht der Künstler, sondern das Werk an sich, für dich.
Timo K. 2011/10/04 16:07:03
Antwort löschenAlso bin ich Lynch auf den Leim gegangen. ;)
Dachsman 2011/10/04 18:22:24
Antwort löschen@Puebleau: Richtig, zu dem Werk sage ich unten ja noch etwas (zugegeben, weniger als zum Rest), aber ich denke bei einem Film, der auf diese Art und Weise rezipiert und rezensiert wird wie MD halte ich es für angebracht auch dazu was zu schreiben. ;)
Das man zu diesem Ansatz stehen kann wie man möchte gebe ich ja auch zu (mich hat MD in der ersten Stunden blendend unterhalten, nicht falsch verstehen!), aber, wenn es gerade "intuitiv" sein soll, also "Unterbewusst", ist dann eine "Gebrauchsanweisung", die den Zuschauer und seine Aufmerksamkeit, bewusst auf bestimmte Dinge lenkt nicht genau der falsche Ansatz?
@Timo: Wenn du das schon sagst, dann wohl ja. ;D
Nein, ich finde einfach diese großen Interpretationen so seltsam, weil ich keinen Ansatz sehe. Ja, gut, es spielt in Hollywood und dem Schauspielermilieu, da könnte man sicher was drauß machen. Aber, sagen wir es so: Bei "2001" kann ich alle Elemente einem gewissen Themenfeld zuordnen: Evolution, Weiterentwicklung, Fortschritt, etc..
Bei MD habe ich: Homosexualität und sexuelles Erwachen, Identitätsverlust, Minirentner, Kontrollverlust, Tod, Krimi, Monster, Traumdeutung.
Da ergibt sich, ich kann es drehen und wenden wie ich will, kein koheräntes Bild.
Ich hab hier auch irgendwann mal etwas zum "andalusischen Hund" geschrieben, da war eine Antwort:
>>[...]das was DU beim Sehen fühlst (egal wie verquer oder sogar ablehnend das sein kann) DAS ist der einzige Schlüssel den du im ersten Schritt für Surrealismus brauchst.<<
Finde ich dann auch bei Lynch, der dem Surrealismus ja nahe steht, passend.
Timo K. 2011/10/04 19:00:07
Antwort löschenIch werde meine (unkomplizierte) Theorie unabhängig anderer wissenschaftlicher Ansätze in Kurzform vorstellen, sobald ich den Film am Wochenende ein zweites Mal "Korrektur" gesichtet habe, um den einen oder anderen Punkt noch einmal zu überdenken. Nur so viel: Nach der nunmehr fünften Sichtung (zwei - genießen | drei - versuchen durchzublicken) bin ich an dem Punkt anbelangt, wo sich mir endgültig etwas erschlossen hat, von dem ich dachte, dass es sich mir nie erschließen wird. Ich bin zwar mit dem Film nicht ganz zufrieden (er ist mir zu lang; LE ist schlicht dichter), aber zumindest eine (!) Interpretation (der ich mich anschließe) ist in ihrer Offenlegung so trivial wie schlüssig.
Dachsman 2011/10/06 02:42:12
Antwort löschenIch bin mal gespannt, wobei ich ehrlich sagen, nunja, wie gesagt, ich bin an "des Rätsels Lösung" wenn überhaupt semiinterssiert.;)
Ich würde den Film nochmal sehen wollen. Wegen seiner dichten Atmosphäre, seiner tollen Darsteller, des skurrilen Humors, etc..
Aber schauen und diesem Gewirr aus allem und jedem irgendeinen Sinn abzugewinnen, nunja, wieso sollte ich daran Interesse haben, wenn das (offenbar) Lynch selber nicht hatte?
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Simon Kyprianou 2011/10/12 14:59:42
Antwort löschen@ Dachsmann: ich behaupte diesen film kann mann auf mehrere weisen volkommen und komplett verstehen. aus dem material, das der film zur verfügung stellt, kann man eine gewisse anzahl von interprätationen erarbeiten, die alle zu dem film passen würden, und man somit mit jeder dieser verständnisswege behaupten kann diesen film verstanden zu haben. ich behaupte aber auch, dass der film nicht wirklich komplex ist. wenn man aufhört ihn als komplexes werk zu verstehen, dass weder von gott noch von der welt gecheckt wird, ist es einfach nur ein film, der aus 2 geschichten besteht. die erste geschichte ist die von einer netten, hilfsbereiten frau, die von kanada nach l.a. kommt um schauspielerinn zu werden, und eienr reuíchen frau begegnet, die das gedächniss verloren hat, und ihr hilft es wieder zu finden. zudem geht es in teil nummer 1 um einen regisseur, der von den mächtigen hintermännern einer rollenanwärterin dazu gezwungen wird, die rolle eines films gegen seinen willen zu besetzen. in der 2. geschichte geht es um eine blonde lesbe, die arm ist, jbmäßig auf ihre brünette freundin angewiesen ist, die sie auch liebt, die jedoch neuerdings mir demselben regisseut wie aus teil 1 liiert ist, und aus wut pber ihre freundinn, einem killer den auftrag gibt sie zu töten. meine interprätation, in der auch alles einen sinn ergeben würde, ist folgende: der 1. teilo, sprich fast die ersten 2 stunden sind ein traum von naomi watts, in dem alles im vergleich mit der realität ins gegenteil verkehrt ist. sie ist beim casting erfolreich, hat einen tolle bleibe, die brünette ist von watts hilfe abhängig, watts ist beim casting erfolgreich, der regisseur wird dazu gezwungen eine schauspielerinn zu nehem die den gleichen namen wie watts rolle hat, alles perfekt für watts. in der realität, die den 2. teil des filmes darstellt, und chronologisch auch tatsächlich nach dem traum geschieht, ist watts erfolglos, abhängig im job und in der liebe nach der brünetten, die anstatt sie den regisseur liebt, daher will watts sie umbingen lassen. In ihrem traum hat watts alle missstände ihres wahren lebens ins gegenteil verkehrt inklusive der mchtverhältnisse zwischen ihr und der brünetten, und sich, am regisseur gerächt, der in ihrem traum wirklich n miesen tag hatte ;). kommen wir nun zu den szenen im club silencio, die sehr wichtig sind. in diesem club merkt watts im traum, dass sie träumt. in dem traum will watts der brünetten helfen ihre wahre identität zu finden, aber die suche nach der wahrheit, die brünette betreffend ist natürlich ebenfals eine suche nach ihrer eigenen wahrheit, deshalb finden sie im traum auch watts wohnung die sie fälschlicherweise als die der brünetten sehen. da watts im traum, die eigenschaften und auch den namen der brünetten hat ist die suche nach der identität der brünetten eine sucghe nach ihrer eigenen, und diese gipfelt im blauen kasten, der das 'tor' zur echten welt ist, und das n wattstasche auftaucht, als sie die illusiopn des traumes bemerkt. in der realität bringt sich watts am ende um, nachdem die brünette für sie getötet wurde, da sie ihren tod eigentlich nicht wollte( im traum, der ihre wunschvorstellung ist, überlebt sie ja auch), und weil sie von den oberflächlichen, verlogen glücklichen gesichtern ihres traums fliehen will, die sie verfolgen. sie erschießt sich auf ihrem bett in genau der position in der sie geträumt hat, wsl will sie wieder in ihrer perfekten welt sein. im club silencio singt eine frau ein lied, ees ist so schön gesungen, dass einige zuschauer sogar anfangen zu weine, aber irgendwann hört die frau auf die lippenbewegungen zu immitieren, eine methapher auf watts, dessen leben in ihrem traum toll ist, und dann wacht sie in der schlechteen realität wieder auf. im club silencio läuft die aufzeichnung des liedes weiter, wie auch das tolle leben von watts traumes, das in der realität als leben der brünetten weitergeht, und die sängerinn, wie auch watts, zerbrechen an dem verlust ihrer illusion. ähnlich funktioniert auch die szene, mit dem träumenden und dem ängstlichen, sie ist am anfang des filmes dazu da, um kurz deutlich zu machen, wie sehr träume uns ängstigen können, und dass sie im wahren leben, zum tod führen können, obgleich man nur einem heruntergekommenen obdachlosen begegnet. sozusagen auch jemand den die illusionen des traumes in die wirklichkeit verfolgen, der auch daran zerbricht. so gesehen ergibt der film absolut sinn, nichts bleibt unverstanden. was haltet ihr/du von meiner sichtweise des films??
lg simon, wenn ihr bis hier gelesen habt, danke fürs leesen, ich würde mich über antworten freuen!! :)
Dachsman 2011/10/14 15:56:45
Antwort löschenSpoilerwarnung:
Im Grunde ist das ja das, was man im Film auch sieht. Soweit habe ich auch keine Probleme damit. Probleme habe ich da eher mit einigen Szenen, die du auch ansprichst. Club Silenco, der Obdachlose, die Rentner am Ende, dass Watts von ihrem eigenen Tod träumen kann, etc.. Und das ist wieder vollkommen willkürlich, ohne, dass ich da die große Verknüpfung sehen würde.
Was ist denn bspw. die "Bedeutung" der Szene mit dem Serienkiller, die im Traum statt findet? ;)
Mal ganz davon abgesehen: Es war alles nur ein Traum!, finde ich bei dem Aufriss, den Lynch macht dann auch ein bisschen lapidar als Auflösung.
Zusätzlich, was ich auch gerade erst erfahren habe:
MD war ursprünglich als Pilotfilm für eine weitere Serie von Lynch gedacht. Der Sender hat diesen allerdings abgelehnt und nachdem Lynch dann einen weiteren Vertrieb gefunden hat, dann hat er das letzte Drittel nachgedreht. Was dann für mich auch erklärt, wieso dort der Film komplett aus den Latschen kippt (was Koheränz und Erzähltempo angeht).
Vier 2011/09/22 10:15:29
Kommentar löschenDas war er also. Mein erster Lynch.
Das erste Mal (oder eins der wenigen Male), dass ich mich so richtig erschrocken, gegruselt habe. An der Stelle, an der man das erste Mal das "Monster" sieht. Der spätere Gang zur Toilette wurde zur Qual, ich wollte dieses Gesicht nicht außerhalb des Filmes sehen. Ähnlich erging es mir als nach "Psycho" geduscht habe. Aber hier war es anders, ich hatte schon während des Films wirklich Angst bekommen.
Eine Schreck-Szene reicht aber immer noch nicht für einen guten Film aus, selbst wenn sie noch so grandios ist.
Was hat dieser Film also noch zu bieten?
Der Film hinterlässt einen mit tausenden von Fragen, Lynchs Interpretationshinweise werfen noch mehr Fragen auf, als dass sie welche beantworten.
Der Film ist ein einziges Rätsel, weshalb er mir wohl ewig in Erinnerung bleiben wird. Ständig muss ich mich fragen, was das alles eigentlich sollte. Was das alles auf sich hat. Aber ich werde keine Antworten bekommen und das ist wahrscheinlich auch gut so.
Denn genau das hat dieser Film - neben den tollen Schauspielern, den oft erwähnten Kamerafahrten, der einzigartigen Inszenierung - zu bieten: Er beschäftigt einen noch lange nach dem Sehen. Aber nicht weil er ein kontroverses Thema behandelt oder einen besonderen Twist hat. Sondern weil dieser Film eben ein Rätsel ist, das wohl niemals gelöst wird und man trotzdem ständig darüber nachdenken muss.
An "Mulholland Drive" kann man sehen, zu was ein Film in der Lage ist. Dass ein Film mehr als nur Unterhalten kann. Dieser Film war ein Erlebnis. Und ich bin froh, ihn erlebt zu haben.
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Joeyjoejoe17 2011/09/21 23:26:16
Kommentar löschenMein Gehirn wurde mal wieder aufs derbste hardcoremäßig gefistet.
Wie schon in seinem Meisterwerk "Lost Highway" schafft es David Lynch mit seiner audiovisuell hervorragenden Atmosphäre wieder einmal unglaubliche Spannung bei erhöhter Ratlosigkeit, um den Kopf schwirrenden Fragezeigen und etlichen "Wtf?!"-Momenten zu erschaffen. Ähnlich wie Bob Ross mit seinen Bäumen ("A little tree here, and another one there.") versteht es Lynch in seiner grandios-meisterhaften Regie kryptische Interpretationshinweise hier und dort zu verstecken, die man wohl erst nach mehrmaligen Anschauen etwas verstehen kann, aber am Ende doch ins Leere laufen. Und das beste daran: Das ist überhaupt nicht störend, schlimm oder als negativer Kritikpunkt zu gebrauchen. Ganz im Gegenteil, so zeigt sich hier einfach der überragende Genius eines Poeten, eines Virtuosen, eines Meisters.
Mit einem rundum überzeugenden Cast, einer unheimlich guten, stimmigen und atmosphärisch dichten Musik, sensationellen Kamerafahrten und Bildeinstellungen und einer packenden Storyline erschafft Lynch ein zeitloses Meisterwerk, das manch einem gerade aufgrund der Kryptik und Offenheit sauer aufstoßen mag, aber vielen einfach das Gefühl gibt, hier keinen Film, sondern ein in bewegten Bildern eingefangenes Kunstwerk zu betrachten.
Ich bin fasziniert von den Ideen des Regisseurs und verneige mich in Demut und Bewunderung vor ihm. Wie schon mein hervorragender Vorredner hoffman587, möchte ich ihm einfach danken für dieses auf audiovisueller Art nahezu orgasmische und über die gesamte Laufzeit fesselnde Erlebnis. Chapeau! *?*
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hoffman587 2011/09/22 00:18:55
Antwort löschenHa, dankeschön für das große Lob in deinem Kommentar:D
Ehrt mich wirklich zutiefst bzw. bin gerührt, doch nur ein kleiner Fehler "hoffman587" mit einem "n"^^
Machen aber viele den Fehler, weiß beim besten Willen nicht warum:)
Joeyjoejoe17 2011/09/22 07:08:17
Antwort löschenSorry ._.
Wird gleich abgeändert ;)
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