Mulholland Drive - Kritik

FR/US 2001 Laufzeit 146 Minuten, FSK 16, Thriller, Drama, Kinostart 03.01.2002

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Kritiken (6) — Film: Mulholland Drive

Timo K.: Blockbuster Entertainment

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7.0Sehenswert

Die Straße der Finsternis wird von dem Begehren gesäumt, das Provinzielle gegen das Üppige auszutauschen. "Mulholland Drive" ist die Fantasie der traurigen Engel in der Abstellkammer des Himmels, ein Hollywood der desillusionierten Fratzen und lieblosen Küsse offener Augen. In seiner Hommage und Fülle selbstreferentieller Archetypen bewegt sich Lynch kulturübergreifend in einem deterministischen Traum-Essay über die bloße Ideologie einer stichprobenartigen Kino-Sezierung hinweg, in dem die Ebenen des Wach- und Tagtraumzustandes durch das Einschlafen und Wecken in zwei formal voneinander abgegrenzte Hälften unterbewusst miteinander verknüpft werden. Indem Lynch die Haltestellen der Chronologie überfährt, sortiert er die Stimmungen der Farben und Objekte zur Illusion über die Logik. Frauen und Identitäten und Scheinidentitäten und Wunschidentitäten. Ein Traum der Wärme in der Dunkelheit.

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SoulReaver: CinemaForever;DieDreiMusche...

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8.0Ausgezeichnet

[...] Die Traumfabrik wird auseinandergenommen, die Odyssee aus Sex, Charme, Wahnsinn, Andeutungen und undurchsichtiger Dunkelheit endet in einem verstörenden Fassadensturz, der keine Antworten geben will und sich auch nicht wie ein Reißverschluss zusammenfindet, sondern im einsamsten, schmerzhaftesten und ausweglosesten Moment konsequent die Augen schließt und nicht mehr öffnen wird. [...]

Kritik im Original 25 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

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10.0Lieblingsfilm

Dieser Film ist ein Muss. Zumindest für alle, die den mysteriösen Nervenkitzel lieben, sich gerne auf parapsychologische Pfade begeben und schon immer auf einen anspruchsvollen film noir mit lesbischer Liebeshandlung gewartet haben. Zwar gibt es in Mulholland Drive viele Parallelen zu Lost Highway, dennoch hat David Lynchs jüngstes Meisterwerk, das noch rätselhafter und undurchsichtiger wirkt, einen völlig neuen Charakter.

Kritik im Original 6 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Evie: www.inderzange.de

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1.0Ärgerlich

David Lynch muss man lieben oder hassen.
Ich hasse ihn!

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philopee

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Also, 2 Jahre später ist Lynch jetzt mein ziemlich Favorit und Mulholland Drive einer meiner absoluten Lieblingsfilme


sebastianxxx

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Wie kann man diesen Film bloß hassen - ich finde ihn einfach genial und habe mich schon mehrfach vor D. Lynch verneigt :-)) Masterpiece ... "Mulholland Drive" ist meiner Meinung nach zugleich ein raffinierter Abgesang auf Hollywood, zelebriert dessen Dekonstruktion abgrundtief und - jetzt kommt das eigentliche unglaubliche Kunststück - D. Lynch erschafft und mystifiziert es auf fantastische Weise neu ... Triumpf auf der ganzen Linie ... ich habe auch in keiner Weise den Eindruck, als ginge es D. Lynch ums profane "Geldscheffeln" wie oben beschrieben ... da gibts doch wirklich ne ganze Latte von US-amerikanischen Regisseure/Produzenten die unter Extrem-Verdacht stehen ... aber D. Lynch wohl zuletzt ... und selbst wenn er damit Geld verdient - hat er es doch im wahrsten Sinne des Wortes verdient :-)


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10.0Lieblingsfilm

MULHOLLAND DRIVE spielt mit Kameraeinstellungen, Schauspielerinszenierungen, Genreverweisen und Musik verschiedener Epochen; der Film strotzt vor Einfällen und wunderbaren kleinen Szenen, die für sich selbst stehen. Eine Feier des Kinos.

Kritik im Original 4 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

alviesinger: bummelkino

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5.5Geht so

Atmosphärisch dichtes Verwirrspiel: Drehe einen Streifen chronologisch, zerfetze ihn am Schneidetisch und lass die Zuschauer im Dunklen.

6 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 5 Antworten

sebastianxxx

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... wenn es so einfach wäre ... nein nein ist es nicht ...


J4KOB

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Der mit Abstand dümmste Kommentar zu MD, den ich je lesen musste.



Kommentare (244) — Film: Mulholland Drive


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Martin Oberndorf

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Bewertung10.0Herausragend

Der Weg nach HOLLYWOOD ist gepflastert mit Steinen, jeder enthält einen kleinen Absturz aus Rissen, die sich schwer stoßend, kriechend, fortzubewegen gedenken.
Auf der Suche nach Bedeutung entgleitet uns vollkommen der Sinn für das Wesentliche, und die eigens geschaffene, persönliche Apokalypse wurde verstörend eingeleitet.
Das ist unser Schicksal am "Mulholland Drive".
...
Ich setze allmählich meine David Lynch-Werkschau fort, denn eines ist mal klar: dieser Regisseur hat meinen Geschmack getroffen.
Wenn man an Lynch denkt, dann denkt man auch an einen Kunstregisseur. Kunstfilmemacher und ich sind oft eine explosieve Mischung, da ich nicht selten das Gefühl habe, sie blicken auf ihr Publikum herab, lachen es aus, oder scheren sich einen Dreck darum, ob Leute ihre Filme mögen oder nicht - wer sie mag, der ist ein Arschloch, wer nicht, der hat sie schlichtweg nicht verstanden. David Lynch bildet aber die Ausnahme.
Er lässt nicht so sehr den Intellektuellen raushängen wie einige andere Arthausregisseure.
Erstmal ist er sich nicht zu schade, hin und wieder auch mal lineare Genrefilme zu drehen - denen er dann freilich seinen Touch aufdrückt - und zweitens hat man auch nach seinen künstlerischen Filmen nicht das Gefühl, dass man verarscht wurde.
Nein, über seine Filme denkt man gerne nach, man versucht sie zu enträtseln, vor Allem, weil man auch weiß, dass es eine Lösung gibt, ein Schlüssel, der in die Box aus Antworten passt.
Wenn man sich aus dem Dickicht aus Rätseln mal befreit hat, dann schlummert darunter sogar fast so etwas wie eine lineare Geschichte, die nur auf sehr eigenwillige Weise erzählt wurde.
Lynch will auch sein Publikum fordern, es ist ihm unheimlich wichtig, er möchte ihm etwas bieten. Vor Allem WILL er auch, dass es sich Gedanken zu seinen Filmen macht.
Am Wichtigsten ist dann auch, dass seine Filme immer noch zugänglich sind, qualitativ etwas zu bieten haben - grandiose Darsteller, wunderbare Kameraarbeit, unheimliche oder spannende Atmosphäre, Kreativität und tolle Drehbücher - und nicht wie dahingeklatscht wirken. Es gibt in dem Genre genug Filmemacher, die einfach zwei Minuten durchgehend mit einer Handkamera filmen, wie ein Ehepaar am Tisch sitzt, irgendetwas isst, sich nicht ansieht, dann zur nächsten Szene cutten, und das Kunst nennen. So ist Lynch aber nicht. Er holt aus jeder Einstellung etwas heraus. Er inszeniert seine Kunst als Puzzle für den Zuschauer, dass aber durchaus lösbar ist - auf mehrere Arten und Weisen, und die, die es gelöst haben, streiten sich dann, welche Zusammensetzung die Schönere und "Richtige" ist. Selbst, wenn man der Aufgabe nicht gewachsen ist, das Rätsel zu lösen, so bleibt das Werk an sich trotzdem beeindruckend, da jede Szene für sich genommen schon ein filmtechnisches Meisterwerk ist.

In "Mulholland Drive" folgen wir einer jungen Frau namens Betty, die nach Hollywood kommt, um berühmte Schauspielerin zu werden und offenbar sehr talentiert und ambitioniert ist.
Während ihre Tante in Kanada Filme dreht, darf sie deren Apartment benutzen. Dort findet sie eine Frau vor, die sich selbst Rita nennt, aber ihr Gedächtnis verloren hat und nicht weiß, wer sie ist, wie sie hierher kam oder was genau passiert ist.
Gemeinsam versuchen sie nun Recherchen anzustellen, was vorgefallen ist.
Währenddessen verliert ein genauso ambitionierter Regisseur allmählich die Kontrolle über seinen eigenen Film und wird zum Sklaven höhergestellter Personen...

Der Schlüssel zu "Mulholland Drive", dessen Originaltitel 'Mulholland Dr.' einem zu denken geben sollte, ist meines Erachtens jedoch, die bis zu einem gewissen Zeitpunkt nachvollziehbare Handlung nicht als Ganzes zu sehen, sondern sie als eine Ansammlung von Elementen wahrzunehmen.
Wie eine auf der Bühne stehende singende Frau auch kein geschlossenes Ganzes ist, sondern aus ihrer Optik und dem Klang ihrer Stimme besteht. Wir sehen sie singen, und werden mitgenommen... aber was passiert, wenn man eines der beiden Elemente entfernt?

Ich habe für mich persönlich eine Interpretation gefunden, die ich rückblickend als schlüssig empfinde.
Somit habe ich ihn als Rätsel empfunden, als ich ihn das erste Mal gesehen habe, beim kommenden zweiten Mal werde ich ihn als geschlossene und stimmige Geschichte wahrnehmen.
Was ihn zu einem wirklich hochwertigen Film macht, ist aber, dass eben diese Geschichte allein schon beeindruckend ist, völlig gleich, wie man sie versteht.
Lynchs Inszenierungsstil ist hypnotisch, atmosphärisch, mystisch, spannend und sinnlich, und diese Kombination zieht sich durch den gesamten Film, macht ihn schlichtweg zu einem Genuss, einem Erlebnis.
Ein Kunstfilm sollte nicht erst durch das Philosophieren über ihn gut werden, sondern bereits von Haus aus gut sein, und durch das Philosophieren nur noch besser werden, wenn man dann meint, den entscheidenden Interpretationsansatz gefunden zu haben.
Und Gott sei Dank ist "Mulholland Drive" letzteres.
Neben einem tollen Regiestil wartet er mit viel Originalität und brillanten Darstellern auf, die den Film tragen. Alleine Naomi Watts spielt derartig brillant, dass sie eine Oscarnominierung verdient hätte.
Durch den Film zieht sich ein Sog, der einen durch das Geschehen vorantreibt, und jeden einzelnen Moment ästhetisch perfekt wirken lässt...

Lynchs Kunst besteht eben genau darin, dass er kein Snob ist, der dem Zuschauer sein Experiment vorsetzt und ihm jeglichen Anhaltspunkt entzieht, sondern dass er ihm eine gute Zeit bereitet und nebenbei auch noch eine Denkaufgabe gibt.
Das Ergebnis ist dann genau das perfekte Beispiel für gelungenes Arthauskino.
Und in der Hinsicht hat mich "Mulholland Drive" schlichtweg umgehauen.

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Big_Kahuna

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Schöner Kommi Martin, du solltest dich jetzt an Eraserhead herantrauen. Ich persönlich finde, dass EH sein persönlichster und deswegen vielleicht auch unaufklärlichster ist, aber viel mehr nach einem Kunstwerk aussieht, als beispielsweise Lost Highway oder Mulholland Drive. Eraserhead ist einfach eine verrückte Welt, die wirklich schaurig gut inszeniert ist und sogar ein paar krasse Effekte bereithält, die man zu der Zeit wohl kaum für möglich gehalten hätte. Bin gespannt wie du ihn findest!


Martin Oberndorf

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Verspätet: Danke sehr!

Ich weiß noch nicht, wann, aber ich werde ihn sicher sehen.
Ich hab nur ein Bisschen Angst davor :3


TheCineast

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Bewertung9.0Herausragend

1.000! Endlich 1.000 bewertete Filme.. Und was war das bitte für eine Nummer 1.000!?

Ein Film wie eine gute philosophische Denkrichtung: Viele Fragen und eigentlich keine Antworten! Lynch wusste mal wieder zu überzeugen.. SPOILER? Ist doch eh egal.. Versprochen: Du weißt nicht mehr als nach dem Film! Das ist ein Lynch, verdammt!
Also: (Ne warte, lies es besser doch nicht! Oder?)
Irgendwie denkt man sich zunächst noch seinen Teil, versucht den Film von Minute 1 an zu interpretieren - es ist schließlich ein Lynch -. Der Polizist fragt beim Autounfall, ob einer der Männer einen Perlenohrring getragen hätte. Nein, natürlich nicht.. Aber "Rita" vielleicht? Was soll sonst das beleuchtete Gemälde von dem Mädchen mit dem Perlenohrring ohne Perlenohrring in dem Haus von Betty's Tante? Und Moment mal: Das alte Ehepaar vom Flughafen lacht genau so merkwürdig, wie die Personen in dem anfahrenden Auto bei der anfänglichen Unfallszene... Was ist denn mit dem Typen im Diner los? Und von welcher brünetten, etwas verprügelten Prostituierten spricht der unprofessionelle Auftragskiller? "Rita"? Und wieso tauchen irgendwann alle an diesem verdammten Diner auf? Und vor allem: Warum zum Teufel hat der Obdachlose hinter dem Diner diese komische, blaue Box, durch die Betty plötzlich selbst das tote Mädchen in Appartement Nr. 17 wird (schon immer war?) und dann in der Zeitspanne wieder auf "Rita" trifft. Und wieso ist der Schlüssel dann zwar noch blau, aber nicht mehr dreieckig. SILENCIO!
Und was sagt eigentlich Zizek dazu?
Zu dem Szenario im Theater und dem Gesang (vom Band)
"The fascinating thing about partial objects, in the sense of organs without bodies, is that they embody what Freud called “death drive”. Here, we have to be very careful. Death drive is not kind of a Buddhist striving for annihilation. I want to find eternal peace. I want… No. Death drive is almost the opposite. Death drive is the dimension of what in the Stephen King-like horror fiction is called the dimension of the undead, of living dead, of something which remains alive even after it is dead. And it’s, in a way, immortal in its deadness itself. It goes on, insists. You can not destroy it. The more you cut it, the more it insists, it goes on. This dimension, of a kind of diabolical undeadness, is what partial objects are about."
Es gibt wieder Szenen die sich zwischen Realität und Fantasie befinden... Die Szenen im Appartement 17? Geht es um Realität und Fantasie von Betty? Vorher Fantasie, jetzt eingemischte Realität? Deswegen die Elemente von Film Noir, Musical und Heist-Movie?
Nur was das eine angeht bin ich mir sicher: Ich habe wieder einmal keine Ahnung was wirklich passiert ist, wurde stark unterhalten und muss den Film noch 100 mal gucken und auf jede Kleinigkeit achten! Was für eine Nummer 1.000!

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TheCineast

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Da lag ich ja gar nicht so falsch:
https://www.youtube.com/watch?v=qfQE0SOGG-g


blublossom

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Bewertung10.0Herausragend

Das ist die Richtige – die richtige Portion Verwirrung für meine Wahrnehmungskraft.
Wenn ich meine Klarheit im Kopf von abstrakten Strömen übermannen lassen möchte, begebe ich mich, wie neulich an einem gemütlich-stürmisch-lauem Sommerabend, auf mein Sofa und sauge mit immer wiederkehrendem Staunen Lynchs‘ Fantasien auf. Die Gedanken fangen an zweispurig zu fahren – Kurve hier, Kurve da – denn auch wenn die Story zu Anfangs aussergewöhnlich plausibel aufgebaut wird, wäre es doch eine Illusion zu glauben, Lynch hätte diesmal seine Verwirrspiele in eine kleine blaue Box weggepackt. Wie man inzwischen weiss, führen jegliche Interpretationsversuche bei Filmen von David Lynch ins Finstere. Dennoch ertappe ich mich doch hie und da beim Versuch meine Gedankenstränge zu sortieren, bis ich resigniere und dann... silencio...

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Ni Ca Ne Chilly

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Bewertung4.0Uninteressant

nicht unbedingt mein fall

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PuertoRican

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Bewertung7.0Sehenswert

Am Anfang habe ich mich zu Tode gelangweilt. Doch jetzt, nachdem ich das Ende gesehen habe, muss ich die ganze Zeit nachdenken. Was steckt hinter diesem Film ? Ich weiß, dass Lynch uns etwas tieferes mitteilen will. Ich gebe erstmal nur 6 Punkte, weil ich diesen Film noch nicht verstehe. Ich verstehe seinen Sinn noch nicht. Ich spüre aber einen enormen Willen, diesen Film verstehen zu wollen. Es wird Zeit für einen tieferen Blick in die Materie

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JonnyvsSherlock

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Bewertung9.0Herausragend

Stille. Mein Kopf ist Rührei.
Na ja, nicht ganz, aber ihr wisst was ich meine. Das ist kein Film, es ist ein Erlebnis. Völlig einzigartig, völlig faszinierend, einnehmend. Ich habe alles verstanden, aber für nichts einen Sinn gefunden. Ich habe mitgefühlt aber keine Emotionen erlebt. "Mulholland Drive" ist wie ein magischer Spiegel.
In Worte fassen kann ich diesen wunderschönen, verrückten Fiebertraum nicht wirklich. Aber allein die Vorstellung, auf all die kleinen Details achten zu können, wenn ich ihn ein zweites Mal sehe. Es juckt mir in den Fingern den Film sehr bald wieder anzuschalten.
Intensiv war das Ganze sowieso. Der hypnotische Soundtrack hat mich erstmal ziemlich abgeschreckt. Genau wie die scheinbar betrunkene Kameraführung. Aber irgendwann entwickeln diese ungewöhnlichen Stilmittel einen Sog, dem sich einfach keiner entziehen kann. Und für schwache Gemüter ist dieser Film irgendwie auch nicht. Das hätte ich zwar gerade hier von nicht erwartet, aber ganz am Anfang gab es eine Szene, die hat mir wirklich den Schock meines Lebens eingejagt. Ich hab richtig aufgeschrien. Nach dem Abspann habe ich die Stelle aus Neugierde nochmal abgespielt und bin, ohne es verhindern zu können, gleich genauso zusammengefahren. Ein psychischer Einfluss, von dem man sich unmöglich abwenden kann.
Wie geschrieben, in Worte fassen kann ich den Film noch nicht mal ansatzweise, vielleicht nach ein paar weiteren Sichtungen.
"Mulholland Drive" sollte man definitiv gesehen haben. Es ist eine unvergleichliche Erfahrung, bei deren Erstsichtung vermutlich jeder etwas anderes sieht. Mein erster Lynch und ganz sicher nicht mein Letzter...

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inceptionfan

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

Nach "Eraserhead", den ich zwar insgesamt zwar gut, aber auch ein wenig zu verrückt fande, habe ich mich nun an "Mulholland Drive" gewagt und er ist direkt in meine Liste der Lieblingsfilme eingekehrt! Dieser Film ist in meinen Augen ein absolutes Meisterwerk und er lässt sich eigentlich kaum in Worte fassen. Schauspielerisch ist er ziemlich stark und die Story ist einfach der Hammer! Während man in der ersten Filmhälfte noch relativ gut der Handlung folgen kann (bzw. glaubt, dass man es kann) wird der Film dann gegen Ende hin so verworren und skurill, dass man überhaupt nicht mehr hinter die Handlung steigt. Wer hier Auflösung erwartet, der wird enttäuscht sein, denn die Auflösung selbst wird einfach in weitere Rätsel gepackt. Ich kann mir nicht vorstellen, dass irgendjemand direkt beim ersten Mal den Film wirklich versteht, denn ich glaube, dass es unmöglich ist, wirklich jedes Detail richtig zuordnen zu können. Das macht "Mulholland Drive" auch zu einem Film, den man sich mehrmals ansehen kann, da man immer wieder die Story weiter entschlüsseln kann, aber im Moment habe ich noch nicht wirklich das Bedürfnis, ihn noch einmal zu sehen, denn dieser Film verstört! Hier gibt es viele surreale Bilder zu sehen, die einen ziemlich verunsichern und verängstigen und besonders die Szene am Anfang im Hinterhof von "Winkie`s" zähle ich persönlich zu den gruseligsten Filmszenen aller Zeiten. Dazu kommt noch ein genialer Soundtrack, der eine unglaubliche bedrohliche Stimmung erzeugt und Lynch schafft es einfach perfekt, eine unterschwellige Angst zu erzeugen! Besonders das Ende ist dann noch absolut großartig inszeniert und wirkt enorm beängstigend.
Fazit: Alle, die gern bei Filmen miträtseln und unkonventionelle Filme mögen, sollten sich definitiv "Mulholland Drive" anschauen, denn dieser Film lässt einen danach nicht mehr los, zwingt einen regelrecht zum Interpretieren und ist in meinen Augen ein absolut großartiges, unheimliches Meisterwerk!

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sebastianxxx

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Ich lass mich gern von Herrn Lynch verwirren :-) einer der besten Filme die ich kenne ... irgendwo auch riskant aber Lynch bekommt auf wundersame und ebenso geniale Weise die Kurve ...


sebastianxxx

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Und noch eine Bemerkung: David Lynch demontiert Hollywood und erschafft es auf grandiose Weise neu - das ist für mich das eigentlich geniale an diesem grossartigen Film :-)


Lykaner

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

THERAPEUTISCHER SPOILER enthalten

Ein Film wie die Philosophischen Untersuchungen von Wittgenstein: Normalerweise sind Schauspieler und Figur, Namen und Figur, Gegenstand und Gegenstand identitär, das heißt, ein Schauspieler spielt eine Figur, ein Gegenstand hat eine Bedeutung, und die Name-Objekt-Relation von Dingen wird konstant gehalten. Dit is hier nicht der Fall. Der Film besteht im Grunde aus drei Teilen in denen die genannten identitären Beziehungen fast alle hintereinander zerblasen werden und man irgendwann garnicht mehr so genau weiß, "Was jetz was und Wer jetz wer und Wann jetz wann ist" ...Es stellt sich an allen Ecken die skeptizistische Frage, wie denn sich jetzt genau das Ganze auf die Realität bezieht.

Wittgenstein würde sagen: Dat is die falsche Frage. Die Ausdrücke erhalten ihre Bedeutung nicht aus ihrer Beziehung von Bild, Gesicht, Wort zu einer (wie auch immer zu repräsentierenden) Wirklichkeit sondern in Relation zueinander. ...Muss ihn unbedingt nochmal sehen, den Film.

P.s.: Übrigens lassen sich auch die im Internet kursierenden Interpretationen in philosophische Traditionen einordnen. Die bekannteste ist die Traumdeutung, die im Grunde solipsistisch ist, also à la "Ich denk euch einfach weg".

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sebastianxxx

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... "Mullholland Drive" lässt sich wohl ziemlich eindeutig in den künstlerischen Bereich des Surrealismus einordnen ... auch Gemälde von z. B. Magritt oder Max Ernst zeigen schon ähnliche Verwirrspiele: ein Bild voller grauer unförmiger Gebilde - darunter stehen jeweils Bezeichnungen wie Haus, Baum, Berg ... in Fragestellung von herkömmlichen Erzählstrukturen und Darstellungsweisen ist ein wichtiges Stilmittel ... auch Filme wie "Dieses obskure Objekt der Begierde" von Bunuel zeigen dies schon ganz deutlich - aber natürlich schafft es Lynch das ganze nach Hollywood zu transferieren und auf geniale und brilliante Weise umzusetzten ... ich persönlich lasse mich gerne von ihm verwirren und möchte diesen grossartigen Film nicht zerreden ... so wie es hier öfter mal geschieht ... "Kunst ist es aus der Lösung ein Rätsel zu machen" (sinngemässes Zitat von Karl Kraus) ...


Lykaner

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Stimmt, der Film sollte auf jeden Fall so gelassen werden, wie er ist. Letztgültige Interpretationen würden ihn an sich ad absurdum führen.


maetti

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

Wtf...was für ein Trip, den Grundstein des Films denk ich hab ich Verstanden, ansonsten schwebt über mein Kopf immer noch ein kleines Fragezeichen, wobei man ja David Lynch's Filme nicht wirklich interpretieren sollte, hat mir jemand mal gesagt...

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TH3.BUG

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Bewertung6.5Ganz gut

Der Film beginnt sehr vielversprechend und baut über die ersten 2h der Laufzeit eine große Spannung auf. Statt der erhofften genialen Auflösung folgt in den nachfolgenden 30min jedoch ein Trip, der mir scheinbar eine Nummer zu hoch ist. Der Film endet mit riesiger Verwirrung.

Es mag Zuschauer geben, die Gefallen an Filmen haben, die einen weit über das eigentliche Filmende hinaus fordern und scheinbar nur mit Tipps des Machers selbst aufzulösen sind. Ich persönliche bevorzuge jedoch geschlossene Werke, demnach kann ich mit diesem Film eher wenig anfangen.

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Ener

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Bewertung5.0Geht so

Ich tue mich schwer mit David Lynch. Ein großer Teil der Einzelszenen ist wirklich großartig. Aber das Gesamte will mir nicht ausnehmend gefallen, während der kompletten Laufzeit hab ich kaum Interesse an den Figuren oder deren Geschichte entwickelt. Wahrscheinlich einer dieser Filme, die man mehrmals sehen sollte. Womöglich ist mir auch etwas entgangen. Sicher, den Film lückenlos verstanden zu haben, bin ich mir nicht.

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THE_DREAM

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Bewertung9.0Herausragend

Aufgrund der hohen Nachfrage nach diesem Text hier die Auflösung von Mulholland Drive:

(ACHTUNG ...---S*P*O*I*L*E*R---... ACHTUNG)

MULHOLLAND DRIVE
Sie strafte die Welt damit, ihr eigenes Schicksal zu durchleben (trotz guten Willens nicht geliebt zu werden) – und das nur, um von ihrer eigenen falschen Antwort darauf abzulenken.

Der Film zeigt die Geschichte einer einsamen, lesbischen, erfolglosen, recht attraktiven, blonden Schauspielerin (Diane), die sich bis über beide Ohren in eine umworbene, bisexuelle, übermäßig erfolgreiche, außerordentlich attraktive, schwarzhaarige (auch wenn im Film „brünett“ gesagt wird), andere Schauspielerin (Camilla Rhodes) verliebt. Zur selben Zeit, in der sich letztere von ersterer abwendet, muss diese auch noch eine zweite zerbrochene Beziehung verdauen. Sie beauftragt einen Killer, um ihre große Liebe Camilla umzubringen (vor allem da diese sie auch noch ständig demütigt), erträgt darauf folgend ihre eigene Schuld nicht und bringt sich selbst auch noch um. Bevor die letzte Ruhe (Silenzio) in ihr kaltes Hirn dringt, träumt sie sich noch einen schönen Gegenentwurf zusammen, in dem sie die Souveränität ihrer Angebeteten übernimmt und diese wiederum alle ihre Ängste durchleben muss. Während sie sich in diesem Gegenentwurf (die ersten 2/3 des Films) als sozial-bemutternde Heldin, als alleskönnende immerfreundliche Superfrau ausleben kann, kann sie die ermordete Angebetete durch die eigene Hölle schicken: Die Blaue Box=Der Auftragsmord, die Amnesie=die hereinrufende, grausame Realität, die mühsam ausgeblendet wird, die verfaulte Leiche=sie selbst, alles wird im Gegenentwurf Schicksal der Angebeteten. Freilich dürfen auch andere Personen an ihrer Stelle leben: Etwa der Regisseur, der versucht, seinen Idealen treu zu bleiben, und der auch den beiden Enttäuschungen (Betrug der Frau, Mafia will Hauptdarstellerin bestimmen = Camilla Rhodes wird ungerechterweise der Vorzug gegeben) ehrlich begegnet, aber es ist eben nicht so, dass die Haltung eines Menschen über seinen Lebensweg entscheidet (der Cowboy ist nichts weiter als ein tumber Mafiakiller, der seine Drohungen auch noch als Lebensweisheiten verkaufen will, in der Realität ist er ein Bekannter von Diane, der zum Filmteam gehört, und wie angekündigt noch zweimal im Film auftaucht), und das muss diese Schauspielerin erst mal verdauen, deshalb kommt es auch in ihrem Gegenentwurf vor. Sie hat es doch so gut gemeint... ...wie der Regisseur in ihrem Gegenentwurf.
Am interessantesten ist der Film da, wo der Traum eine Lücke schließen muß, aus der einem die Realität entgegen stiert. Z.B. das Entdecken der Leiche. Ein weiteres Beispiel: Aus dem Auszug der zweiten Geliebten wird ein „Appartmenttausch“ – aha? Aus der Kellnerin Betty wird die Kellnerin Diane, aus Diane wird Betty.
Die ganze Zeit über rufen die Elemente des Gegenentwurfs nach der Realität – das Geld für den Killer (der Alptraumpart im Cafe ist ein Teil des Gegenentwurfs, da hier die Chiffren des Gegenentwurfs gebraucht werden: Der Auftragsmörder, der ja im selben Cafe den Auftrag entgegennimmt, als archaische Bestie, und der furchtsame Mann dort, wo er in seinem erzählten Alptraum seinen Gesprächspartner sieht), der blaue Schlüssel, die Leiche, die Perücke (der Dunkelhaarigen wird im Gegenentwurf von der Blonden angedichtet, erstere wolle wie letztere sein – obwohl in der Realität das Gegenteil der Fall ist) – aber sie ist zu störrisch, um von der Suche nach einer verkrampften heilen Welt abzulassen.

Weitere Anmerkungen:

- der Gegenentwurf ist stets unwirklich stilisiert. Z.B. kann man den stilisierten dreieckigen blauen Schlüssel im Gegensatz zu seiner realen Vorlage nicht im Schloß drehen (was in einer Szene trotzdem gezeigt wird)
- die Szene mit dem massenmordenden, tölpelhaften Killer scheint der Realität zu entstammen; anscheinend macht dieser seinen Job auch nicht so ganz professionell, andernfalls würden die Detectives nicht ständig hinter Diane herrennen (diese sind auch im Gegenentwurf immer wieder präsent)
- ein echtes Rätsel: der Anfang (den man am Ende auch wieder vergessen hat): Was sollen diese ineinandergehäuften Rock’n’Roll-Szenen? Die einzige für mich plausible Erklärung: Hier soll ein möglichst großer Kontrast zur nächsten Szene hergestellt werden, damit die nächtliche Fahrt über den einsamen Mulholland Drive auch richtig gruselig wirkt.
- ich bin noch unschlüssig, in wie weit das alte Ehepaar, mit dem die Blonde im Gegenentwurf anreist, der Wirklichkeit entspricht. Da die Beiden Letztere am Schluß als Vertreter der Realität, die durch jede kleine Ritze in ihre Phantasie hereinrinnt, jagen, kommt ihnen wohl eine Schlüsselrolle zu. Unklar ist aber, was dem Ehepaar in der Realität entspricht. Vielleicht ist das alte Ehepaar auch das einzige Unverfälschte an ihrem Gegenentwurf. Aber Diane’s Tante ist in der Realität ja tot, wie kann sie diese dann besuchen kommen?
- der Theaterbesuch ist ein Hämmern der Realität an der Tür des Gegenentwurfes: „Es ist alles nur Illusion“
- der Mullholland Dr ist für die Geschichte weniger wichtig. In der Realität ist er der Ort der Demütigung der Blonden durch die Dunkelhaarige, im Gegenentwurf rächt sich das dann.
Sowieso ist das zentrale Thema des Filmes meiner Meinung nach Sehnsucht, Enttäuschung, Rache, und erst danach, und dadurch in eine Form gegossen – Wahnsinn.

(ACHTUNG ...---S*P*O*I*L*E*R---... ACHTUNG)

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THE_DREAM

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***SPOLIER: The Mechanic, Mulholland Dr, Stay***

Mulholland Dr: Mörder rennt die ganze Zeit davor weg, Mörder zu sein (unversöhnte Verdrängung).
The Mechanic: Feigling rennt die ganze Zeit davor weg, fahrlässig ein Kind getötet zu haben, gesteht es sich aber irgendwann ein (versöhnte Verdrängung).
Stay: Nicht-Mörder redet sich die ganze Zeit ein, Mörder zu sein, ist es aber am Ende gar nicht. Plus: Ober-Mindfuck (Hinterfragen von Realität sehr weitreichend).


FilmAnhaenger

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Super Parallelen. Über Filme kann man einfach unendlich nachdenken, diskutieren und diese interpretieren, das ist das Tolle einfach daran.


Kingston

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Bewertung2.0Ärgerlich

viel zu langatmig, langweilig, skuril und unverständlich.
Die Darstellerinnen habe super gespielt aber der Film war wohl echt nix für mich...

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Daniel92

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Mulholland Drive ist mein 1000. auf moviepilot bewerteter Film - ein anerkennendes Selbst-auf-die-Schulter-Klopfen sei mir gegönnt - und ein ganz schönes Brett.
Wie, nun, eigentlich alle Lynch-Filme begeistert Mulholland Drive mit berauschenden, verstörenden, hypnotischen und speziell in diesem Falle durchaus auch stimulierenden Bildern, die mit einer durchgängigen Intensität auf die Netzhaut treffen, dass man mitunter weinen möchte. Spätestens wenn wir einen äußerst charismatischen und wortkargen Herrn in einem durch Vorhänge verhüllten Raum erblicken und die schauehaft mystischen Klänge des Sountracks von Angelo Badalamenti hören, wissen wir zwar noch lange nicht, WAS uns erwarten wird, aber doch, DASS uns etwas erwarten wird, was noch tief im Verborgenen der Schatten von Hollywood liegt.
Lynch versteht es, sogar den Blick um die Ecke und das Öffnen einer Handtasche derart spannend zu inszenieren, dass man nicht einmal blinzeln KANN. Dass man am Ende des abgedrehten Psychotrips dann kaum noch durchblickt und die Synapsen auf Hochtouren arbeiten müssen, ist da nur konsequent.
Vielleicht beruhigt es einen, wenn man sich die Aussage, die im "Silencio" gebracht wird, ins Gedächtnis ruft und wie Balsam auf die qualmenden und geschundenen Nervenstränge schmiert: Es ist alles Illusion.

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juls.muller.3

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Bewertung5.5Geht so

Wow...da hab ich ja sogar bei Memento mehr verstanden...

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J4KOB

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made my day


JonnyvsSherlock

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"Memento" ist ja auch nicht schwer zu verstehen, sondern einfach nur äußerst komplex. Dafür aber völlig eindeutig und ohne Deutungsspielraum. Das macht diesen Film hier so schwer greifbar. Sehr viel Interpretationsmöglichkeiten und mehr Fragen als Antworten...


Milano90

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Bewertung9.0Herausragend

Eine Mischung aus Erstaunen und Verwunderung machte sich nach der letzten Szene des Films in meinen Körper breit. Was für ein Mind Fuck der besten Sorte. David Lynch hat hier schlichtweg ein grandioser Mystery Thriller abgeliefert. Realität und Illusion wird hier gekonnt vermischt oder doch nicht? Ist am Ende alles tatsächlich so passiert?

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Milano90

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Hmm kannst ja über Memento schreiben. :D Jap werde ich mir anschauen bin schon ganz neugierig. Hauptsache schöner Mindfuck! Der Plot liest sich ja schon sehr geil. :)


Milano90

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Dachte am Anfang auch:" Wasn das fürn Mist?" Zum Ende war ich ziemlich verblüfft. Wenn du nicht so auf Mindfuck Filme stehst dahmer dann rate ich dir davon ab und besoffen sollte man sich sowas nicht ansehen,lieber Hangover. :D :D :D :D


Oehli

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Bewertung10.0Herausragend

David Lynch fängt hier das an, was er in Inland Empire beendet: Er wendet sich von Hollywood ab und zeigt dem Zuschauer die schlechten Seiten.
Die Verbindung Traum und Realität - die gleichzeitig selber ein Alptraum ist - ist hier überragend umgesetzt. Mit was für einer Symbolik er hier arbeitet, ist nicht zu glauben. Was man in der Realität sieht, erscheint auch im Traum, nur anders verpackt und zum Teil in anderen Rollen - oder man erstellt sich im Traum seine eigene, gewünschte Realität, in der man am liebsten bis zu seinem Lebensende bleiben will. Und genau das geschieht Mulholland Drive. Auf der einen Seite eine verkomme, in einer schmutzigen Wohnung und unerträglichem Liebeskummer lebenden Frau, auf der anderen Seite eine strahlende, einfühlsame und offene Frau. Wie auch in Lynchs anderen Filmen zeigt er hier seine Liebe zum Surrealismus, wenn auch nicht so stark wie in Lost Highway, Eraserhead und Inland Empire. Er deutet darauf hin, was mit den Schauspielern passiert, die in Hollywood nicht die großen Erfolge feiern können. Sie leben im Selbsthass und bringen sich letztendlich selber um, Natürlich eine sehr übertriebene Darstellung der Tatsachen. Die Gefühle und Ängste des Zuschauers werden in seinem Film mal wieder wie in keinem anderen angesprochen. Ich erinnere mich an den Herren im Winkie's - man konnte ich seine Angs verstehen.
Nicht oft saß ich nach einem Film so sprachlos und gerührt von einem so unfassbar traurigem Ende vor dem Fernseher.

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stefan!!!

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Kranker Film, Fragen über Fragen!! Noch nie hab ich so wenig gecheckt, wie bei diesem Film. Danach viel Interpretier-Freiheit und Diskussions-Bedarf.
Jedoch sehr fesselnd und vorher noch nie sowas in der Art gesehen, wie diesen Film.

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FranklinFlyer

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

Einer der seltenen Fälle in denen ein Film nach wiederholter Betrachtung immer besser wird.
Dies wird als Lynchs Meisterstück die Zeit überdauern.
Man kann von Lynch halten was man will, und oh ja, es ist Schrott dabei, aber dieser Film hat das Zeug zum Klassiker.
Das war meine 5. Sichtung und es schmeckt immer besser.
Überraschend. Geht mir mit Lost Highway und Blue Velvet genau anders herum.

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Mr.GOLD

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Bewertung10.0Herausragend

Los Angeles erhebt sich in seiner prachtvollen (Noir) Schönheit.
Alles geschaffen durch den Traum einer jungen Frau nach Anerkennung.
Ein letztes Aufschreien, ein letztes Resumée, ein letzter Blick in die Psyche einer gescheiterten Existenz.
Das ist Mulholland Drive.
Der Traum vom großen Glück wandelt sich in einen Fiebertraum in dem Diane verzweifelt versucht alles zu zerstören was Camilla je erreicht hat und gleichzeitig alle Beweise ihres eigenen Scheiterns zu verschleiern.
(Spoiler)
Angetrieben und unterdrückt von ihren Eltern, versucht Diane sich in der harten Welt von Hollywood zu beweisen, wo sie schließlich auf Camilla trifft und die beiden sich leidenschaftlich verlieben.
Der Film, die große Rolle, DIE Chance für Diane. Nur geht Camilla weiter, sie fängt ein Verhältnis mit dem Regisseur an und bekommt damit die Rolle. Diane ist zu schwach für Hollywood. Camilla spielt sie schamlos aus.
Vom Neid getrieben setzt Diane einen grausamen Schlussstrich. Sie kann die Pein nicht mehr ertragen. Sie lässt Camilla ermorden. Der blaue Schlüssel als Zeichen für die Vollendung des Plans. Der blaue Schlüssel als Erkenntnis. Der blaue Schlüssel als Symbol für ihre fatale Entscheidung.
Mit dieser Last kann sie nicht leben und somit setzt sie auch für ihren Leidensweg einen Schlusssstrich. Selbstmord.
Hier setzt der Film ein.
In den letzten Sekunden hagelt es alle Entscheidungen, alle Konsequenzen auf sie ein und sie konzipiert diese schließlich in einer art Nahtoderfahrung.
Der Traum hat begonnen.
Alles geschieht nach ihrer Vorstellung, Camilla, jetzt Rita, ist schwach, verletzlich und braucht Diane, jetzt Betty. Zusammen stürzen sie sich in eine art Detektivgeschichte wie es wohl der Film Noir der 40er gezeigt hätte.
Der mysteriöse, rote Raum symbolisiert ihr Unterbewusstsein, von hier werden alle Fäden gezogen, von hier wird alles dafür getan dass nicht, wie im realen Leben, Camilla die Rolle bekommt.
Ein fieberhafter Trip, Liebe, Spannung, Mysterien und es geht immer weiter, ohne Halt. Immer weiter nach unten. Bis ihr dann im Club Silencio das Trugbild des Traums vorgehalten wird, jetzt erkennt sie und bricht in Tränen aus, die Welt fällt zusammen und sie bemerkt die blaue Kiste. Das Portal zur Wahrheit, zur Realität.

Es ist immer noch so viel unklar in Lynch's Mulholland Drive. Immer noch versteh ich wahrscheinlich nur ein Drittel von dem was sich vor mir aufbaut. Aber ich weiß dass es mich jedesmal wieder hineinziehen wird und mich Tage, oder Wochen später erst wieder ausspucken wird, denn jedesmal sehe ich mehr. Ein filmisches Rätsel, das wird es immer bleiben. Aber rätseln macht spaß und ich freue mich schon auf die nächsten zig Anläufe bei denen meine Lösung wahrscheinlich um einiges anders aussehen wird.

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