Mulholland Drive - Kritik

Mulholland Dr.

FR/US · 2001 · Laufzeit 146 Minuten · FSK 16 · Drama, Thriller, Erotikfilm · Kinostart
Du
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    TommyBarin 25.03.2017, 01:57 Geändert 26.03.2017, 05:24

    'Mulholland Drive' von David Lynch ist ein Film, dessen metaphorische Bildsprache, die eigentliche Handlung, im Bezug auf die Essenz des Films, übertrifft. Denn dem Zuseher wird es in keiner Minute des Films vergönnt, unaufmerksam zu sein oder gedanklich abzuschweifen, ohne die Bedeutung eines jeden flüchtigen Moments zu verlieren.
    Eine Frau soll in einer Limousine auf dem Mulholland Drive ermordet werden. Der Anschlag scheitert und die Frau schafft es, körperlich gesund, aber verwirrt, den Wagen zu verlassen und streift durch die Hügel Hollywoods, bis sie sich im Garten einer Wohnsiedlung niederlegt.
    David Lynch gelingt mit Mulholland Drive ein alptraumhafter, surrealistischer Abstieg in die menschliche Psyche. Mittels verschwommener Aufnahmen, die stets wie der Beginn eines Traumes anmuten, wird dies umso intensiver verdeutlicht. Das dies als Stilmittel genutzt wird, um die Filmmetropole als illusionäres mitleidloses Puppentheater zu entlarven, ist jedenfalls wesentlich gewisser, als die eigentliche Handlung selbst. Hier wird dem Zuseher ein, durch zwei hervorragende Schauspielerinnen vorgetragendes, romantisches und zugleich schauderhaftes, Meisterwerk präsentiert. Dieses ist jedoch dadurch noch wesentlich mehr von Bitterkeit geprägt, da einem in den letzten Minuten des Films gewahr wird, wie die Stadt der Engel, der Liebe, die Luft zum Atmen genommen hat.
    Fazit: Das Grauen, ist die Abwesenheit menschlichen Mitgefühls. Das verdeutlicht Lynch mit jeder Sekunde des Films.

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      < It's all an illusion. >

      MULHOLLAND DRIVE ist einer dieser ganz unbehaglichen Filme. So merkwürdig, so beklemmend. Und doch so betörend wie der Gesang der Sirenen. Die Wahrheit, die tiefe Einsicht in Lynchs Tour de Force ist die Unwissenheit des Zuschauers.
      Der 'Mulholland Dr.' führt ganz tief in die Psyche, windungsreich und zwielichtig. Was ist Traum? Was ist Wirklichkeit? Es geht tiefer und tiefer in die leuchtende Metropole L.A. , ein klares Ziel ist nicht in Sicht. Die Traumfabrik Hollywood wird überschattet mit schrecklichen Visionen, Korruption und Betrug. It's all an illusion. SILENCIO.

      https://youtu.be/sCNo8SeaFt0

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        Ollum666 04.03.2017, 13:06 Geändert 04.03.2017, 13:10

        Ich spoiler jetzt den ganzen Film, deshalb nur lesen, wenn schon gesehen. Das mag einfältig klingen, mir egal. Es gibt aber doch sehr viele Aussagen über das undefinierbare Mulholland Drive´s, dass es schon erschreckend ist. Deshalb mach ich mal den Angeber.

        SPOILER SPOILER SPOILER

        Wenn man den Film in verschiedenen "Lebensabschnitten" (Lol) immer mal wieder guckt, wird einiges klarer. Genaugenommen ist doch eigentlich wirklich seltsam, warum Menschen immer wieder behaupten, Mulholland Drive wäre ein Rätsel, das nicht aufdröselbar ist. Man kann den Film entweder mit Notizen (Lol) bzgl. der Charaktere aufzeichnen. Wie steht wer zu wem? Oder man nimmt einfach die Story und versucht immer wieder zu verstehen. So bleibt natürlich am Ende hier und da ein kleines Rätsel zu den Personen, aber genau das soll der Film. Den Zuschauer mitfühlen lassen, wie eine Amnesie wirkt. Das schafft Mulholland Drive hervorragend. Was sollte es besser schaffen, sich zu vergessen, wenn nicht ein gerade ankommender Neuling, Hollywoods? Naomi Watts in den ersten beiden Dritteln des Films zu sehen, übertrieben neugierig, euphorisch, gierig. Sie ist motiviert, hat Power, will Schauspielerin werden. Durch die Beziehung ihrer Tante, bei der sie wohnen darf, während sie sich in L.A. als Schauspielerin vorstellen will. Es fällt kaum auf, dass sie sich gar nicht richtig um ihr Vorhaben kümmert. Auch, wo sie zum ersten Mal auf einen Regisseur trifft, nimmt sie ihre Chance nicht wahr. Jedoch tut dies eine andere bald. Und dann sieht man, wie Naomi Watts in ihr wahres Ich hineinfällt. Panik, Ekel vor dem normalen Dasein, dem Alter. Sie sieht, wie sich eine andere vor ihren Augen wegschnappt, was sie sich wünscht. Und dann bricht ihre ganze Hauptrolle, nämlich ihr positives Wesen in sich zusammen und übrig bleibt, wovor sie alle Angst haben. Zu scheitern. Und was ist das schlimmste, was einem Möchtegernaufsteiger in Hollywood passieren kann? Man verendet genauso öde wie der Penner an der Ecke, wie das grauslige, langweilige alte Ehepaar, nur allein. Diese Schatulle war die Erinnerung der braunhaarigen (ich lass mal die Namen weg, zu kompliziert), das, worum Naomi die ganze Zeit kämpfte und sich selbst aus den Augen verlor, ihre Ziele zumindest. Sie machte ihre braunhaarige zu sich selbst, doch als diese in die Schatulle sah, fiel ihr alles wieder ein.Ist Euch aufgefallen, dass die braunhaarige nicht einmal auch nur einen Charakterzug zeigte? Nicht einmal innerhalb ihrer Amnesie. Es gibt Situationen, die ich überaus lustig fand. Da hatte sie ihr Bewustsein wieder und saß mit dem Regisseur an einem Tisch. Da blubbert sie etwas italienisches. Aber wie? Die braunhaarige war einfach eine arrogante Schönheit mit Realitätsverlust, wie alle warscheinlich es dort erleben. In der Schönheitsfabrik.
        Ich halte Mulholland Drive für ein geniales Abkotzen und Abrechnen mit Hollywood. Selbstmord Hollywood.
        Im Grunde offensichtlich, man muß es nur sehen wollen, das, was in der leeren Schatulle zu finden sein wird. Die Wahrheit.
        Und wenn Du diese Wahrheit nicht einfach annimmst, räumt es dir das Konto ratzekahl leer. Ob es das Finanz-Konto ist, oder die Chance, die Du dir selbst gibst. Bester Film von Lynch.

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          cobaltstring 03.03.2017, 15:55 Geändert 04.03.2017, 11:27

          So, ich hab mir den mal eben bei Amazon ausgeliehen und werde ihn wohl heute Abend schauen. Wird mein erster Lynch, aber ich freue mich extrem drauf, obwohl ich nur erahnen kann, was mich da erwartet. Der Trailer ist vielversprechend und aus den Kommentaren und dem, was über Lynch (bzw. diesen Streifen) gesagt wird, entnehme ich, dass das hier ne ganz besondere Filmerfahrung wird.

          EDIT:
          Habe den Film dann jetzt gesehen. Das war... wow. die ersten 90 Minuten lassen sich noch irgendwie greifen und irgendwie verstehen. Aber dann wirds immer abstrakter und verwirrender, befremdlicher und... wow. Und gegen Ende dachte ich dann, dass ich erleuchtet bin und wieder nen Sinn sehe und die Bedeutung des Ganzen ertasten kann, aber plötzlich dann doch nicht mehr.
          Aber Wahnsinn, was Lynch da fabriziert hat. Allein dieser unterschwellige, wirklich subtile Horror. Irgendwie ist da diese beklemmende Atmosphäre und man erwartet die ganze zeit, dass irgendetwas Schlimmes passiert und dich aus der Bahn wirft.
          Das einzige, was ich sicher (glaube ich) aufgreifen konnte: Alles ist eine Illusion. Und Hollywood ist düster, die Menschen dort ebenso.
          Den Streifen muss ich mir irgendwann nochmal ansehen, und dann nochmal. Aber jetzt muss ich das erst einmal auf mich wirken lassen. Und ein schlauer Mann sagte mal, dass es reicht, solche Dinge zu erahnen, dass sie gar nicht verstanden werden müssten. Trifft hier wohl perfekt zu.
          Naomi Watts ist übrigens eine Wucht. Großartig, immer wieder. Laura Harring hat aber auch einiges drauf. Das ist gerade das einzige, was ich mit absoluter Sicherheit sagen kann.
          Und, dass ich mir auch andere Filme von David Lynch anschauen muss. "Mulholland Drive" empfehle ich jedenfalls sofort weiter. Ist sicher nichts für Jeden, aber eine ganz besondere Filmerfahrung, die Kopf und Geist (über)anstrengt. Muss man wirklich sacken und auf sich wirken lassen.

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            AndrewLaeddis 26.02.2017, 20:10 Geändert 27.02.2017, 02:06

            Ich würde sagen die Kernaussage vom Film ist mit ein bisschen Nachdenken ersichtlich. Aber warum muss der Film alle Fragen beantworten? Ich finde beispielsweise Filme mit offenem Ende immer interessanter als Filme in denen alles breit erklärt wird. Wo bleibt da der Reiz?

            Natürlich ist Mulholland Drive ein Extrem. Es lässt sich diskutieren ob er noch ein Film ist, was einen Film ausmacht. Für mich kommt es darauf an was man sich von diesen Filmen erwartet. Erwartet man einen schlüssigen Unterhaltungsfilm ist man bei Lynch fehl am Platz. Erwartet man ein Kunstwerk, ist bereit nicht alles zu verstehen und setzt auf eigene fantasievolle Interpretationen wird man diesen Film lieben.

            Ich finde auch die Versuche in diversen Foren den Film zu erklären ziemlich unspannend und werde mich daran nie beteiligen. Ich will meine eigenen Eindrücke die mir an dem Film gefallen für mich haben. Ist doch wie bei der bildenden Kunst. Jeder sieht etwas anderes, warum sollte man sich dann von jemand anderen seine Eindrücke zerstören lassen. Der Mensch wird davon getrieben immer alles erklären zu können. Lasst es doch bleiben. In unsere Welt gibt es viele Dinge die sich nicht erklären lassen. Genauso ist es mit der Kunst. Versucht euch lieber an der Stringtheorie oder Ähnlichem ;-)

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              Kann sein, dass eine Zweitsichtung einiges erhellendes zu Tage fördert, bin mir aber sicher, dass es niemals auf alle Fragen eine Antwort geben kann. Für mich ist Lynch hier übers Ziel hinaus geschossen oder ich hatte einen schlechten Tag.

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                Linch ist einfach ein Genie. Mit jeder weiteren Sichtung verändert sich die Anschauungsweise auf die Handlung und die Figuren nochmals anders und rückt damit den gesamten Plot wieder in ein anderes Licht. Genialer Film.

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                  Was war das??? Ich find ihn einfach nur schlecht und langweilig. Glaub man findet den Film einfach Weltklasse oder so wie ich Müll.

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                    kurz gesagt, ....der Film ist nach meinem Empfinden echter Müll, weggeworfene Zeit. Du kannst alles andere tun, es wird sinnvoller sein, als diesen Scheiß anzusehen. Zu Anfang dachte ich noch, hmm, das könnte was werden, aber leider wurde ich sehr enttäuscht.

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                      BossMarco 05.01.2017, 00:23 Geändert 05.01.2017, 13:08

                      David Lynch ist der grösste Hollywood Mind Fucker,der Film regte mich dazumal auf ..Was? Was soll das? Wo ist der Film überhaupt? Habe ich ein Film überhaupt geschaut?: Ganz klares ja .. der Film muss Minimum drei bis viermal gesichtet werden das, dass Publikum einen Einblick in den Film bekommt.

                      In den meisten Filme die kompliziert sind sage ich immer, " denkt nicht so weit" aber bei diesem Film muss man weit und zwar sehr weit überlegen, dan hat man Anhaltspunkte aber ganz sicher ist man nicht. Ich auf jedenfall nicht.

                      Der Film ist sehr spannend aber auch genau so verrückt. Der geht ein an die Nerven sogar schlaflose Nächte musste ich in Kauf nehmen. Ich will bei jeden Film wissen um was er geht aber eben ich musste schon ein welchen überlegen. Beim zweitenmal sass ich vor dem Fernseher mit Schreibmaterial und Block, klingt schräg aber ich wollte den Film einfach knacken. Ich will aber nichts über den Film verraten für die, die den Film noch nicht gesehen hatten. Und Spoiler mache ich ungern, ich möchte mein Text für alle schreiben, nicht das einer nicht kann fertig lesen wäre schade.

                      Der Film hat seine Längen das muss ich zugeben
                      Und er ist sehr langsam erzählt aber so muss es sein sorgt dafür das der Film eine außergewöhnliche Atmosphäre bekommt.
                      Für mich ist der Film ein kleines Meisterwerk wie fast alle Filme von David Lynch.
                      Ich bin ein großer Fan von Lynch, die Art und weisse wie er Filme macht gefällt mir sehr, weit weg vom Mainstream. Für ein Publikum die nicht so leicht zufrieden stellend sind.Die gewisse Anforderungen an einem Film haben, gut ich schaue mir auch nicht jeden Tag solche Filme an, aber sind schon was besonderes.

                      Naomi Watts, spielt ihre Rolle sehr gut. Für mich
                      war sie noch nie so gut wie bei diesem Film,mit Abstand ihre beste Leistung in ihrer Karriere bisher.
                      Ihr Charakter hat sehr Tiefgang aber auch verwirrend dargestellt mit verschiedene Charakterzüge.Eine Oscarreife Performance in diesem Film von ihr....Ganz klar.

                      Den Film muss man gesehen haben.
                      Eine Hollywood Geschichte die schwer verdaulich ist aber trotzdem sehr packend ist.
                      Ein Film an den man noch lange denken wird wen man in geschaut hat. Und natürlich viele ???? hat.

                      viel Vergnügen beim Film.

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                        Sunlight 04.12.2016, 12:52 Geändert 04.12.2016, 18:03

                        Auf Wikipedia beschäftigt sich eine hochqualifizierte Diskussionsgruppe seit langer Zeit mit der richtigen Interpretation. Aber auch dort erkennt man nicht die eigentliche Aussage. Tatsächlich beschreibt David Lynch mit diesem Film sein Gesamtwerk, Hollywood, die Kunst, die Kunstkenner und den Zeitgeist. Leider fehlt in seinen Hinweisen zum Filmverständnis ein außerordentlich wichtiger Anhaltspunkt, nämlich der auf das Kennzeichen des grünen Autos!

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                          Popcorn_Pfoetchen 03.12.2016, 03:24 Geändert 03.12.2016, 03:27

                          Wirr, wirrer, Mulholland Drive

                          Die ersten 2/3 des Films verlaufen einwenig verstrickt, man hat jedoch das Gefühl, dass alles am Ende einen Sinn ergeben wird. Pustekuchen!!! Im letzten Drittel beginnt dann der wahre "Mindfuck"! Denn alles entwickelt sich anderes als man es erwartet hat. Das komplett selbst aufgebaute Konstrukt bricht plötzlich zusammen und man fängt von neuem an alle Puzzelteilchen mühsam zusammenzusetzten. So war es zumindest bei mir. Zum Ende hin, hat man dann ein halb fertiges Bild vor Augen. Ich persönlich habe mir die fehlenden Puzzelteilchen dann zusammen-gegoogelt. Dabei hilfreich sind die von Lynch gegebenen (Interpretations-)Hinweise. Ein klare Erklärung gibt es nicht! Mit anderen Worten: Die Auslegung wird dem Zuschauer überlassen.

                          Sehr fordernd mit ganz viel: "???" :)

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                            Rocket Man 27.10.2016, 18:39 Geändert 31.10.2016, 09:30

                            Heute ist Donnerstag. Da hab ich Berufsschule und danach immer genug Zeit einen guten Film zu schauen und mich zu belohnen. Mein Kino-Donnerstag, wie ich ihn gerne nenne. Heute war 'Mulholland Drive' dran. Ich werde mich mit meinem Kommentar heute sehr zurückhalten, weil der Film so viele Menschen erreicht und fasziniert hat.

                            Naomi Watts ist über jeden Zweifel erhaben. Das war sie schon immer.
                            Die letzten 30-40 Minuten sind in ihrer Konsequenz und ihren Wendungen gewohnt meisterhaft von Lynch inszeniert.
                            Der Rest, so empfinde ich es, taumelt etwas umher, wirkt zuweilen zwar ruhig und erweckt Interesse, bringt in den ersten 80 Minuten aber nicht die gewohnte Spannung eines Lynch's auf. Ich hab mich schon während des Films selbst über mich aufgeregt, weil im Film viele Elemente vorzufinden sind, die ich sehr schätze.
                            Die Gewohnte Extravaganz des David Lynch zum Beispiel. Seine Handschrift ist klar zu erkennen. Trotzdem komme ich nicht über den Eindruck hinweg, dass sehr viel nicht wichtig und nötig gewesen wäre und etwas Tempo dem Film ebenfalls sehr gut gestanden hätte. Der fade Beigeschmack, der Film hätte 100 Minuten dauern können, mit etwas Tempo und weniger Ruhe, lässt mich nicht los. Die ruhige Kamera überzeugt an vielen Stellen, der Farbenreichtum ist auffällig und die Schauspieler top. Über Naomi Watts kommt eh keiner hinaus. Sie ist einfach nur grandios. Und die Story wird ab Minute 90-100 langsam facettenreich. Die Story, die sich am End erschließt ist genial. Alles in allem ein spezieller Film, wie ich es eigentlich mag, aber trotzdem kein Film, den ich mir ein weiteres Mal anschauen werde. Ich bin über mich selbst verblüfft, dass das mal von mir kommt. Leider erreichen uns nicht immer alle Filme. Dabei war ich so angeheizt von all den Kritiken hier.
                            Ich danke trotzdem jedem, der in dem Film mehr sieht, für seine Worte. Ich hab hier die Kommentare verschlungen und war begeistert !

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                              Mekridi 19.10.2016, 12:13 Geändert 22.10.2016, 11:56

                              https://www.youtube.com/watch?v=pJlm_ON1_Mo

                              Gestern nahm ich nach sehr langer Zeit mal wieder ein Bad à la Menti. Das liebte ich schon als Kind. Ich kippte eine halbe Flasche Vanilleschaum in die Badewanne und füllte diese mit heißem Wasser auf. Voller Vorfreude riss ich mir die Kleider vom Leib. Reinlegen, eintauchen, untertauchen. Das warme Wasser schmiegt sich an mich wie ein schwerer, flauschigweicher Bademantel an eiskalten, grauen Winterabenden. Der dichte Wolkenteppich aus Schaum über mir versperrt mir den Blick auf alle störenden Außeneinflüsse. Ich schloss dennoch meine Augen um noch tiefer abzutauchen. Ich war ganz für mich und schaltete mental runter. Komplett. Geräusche drangen nur noch sehr gedämpft zu mir durch, ich hatte das Gefühl ich wäre auf dem Mond. Großartig. Wie lange hatte ich das schon nicht mehr getan. Eine geschlagene Dreiviertelstunde schwebte ich so unter Wasser vor mich hin, Puls auf 15 Schläge die Minute heruntergedrosselt, Entspannung pur.

                              Doch recht früh hatte ich dieses Mal ein eigenartiges beklemmendes Gefühl. Ich konnte es nicht näher definieren, ich wußte nur irgendetwas war diesmal anders. Ich zählte meine Pulsschläge, es waren bereits deutlich mehr als 15 die Minute. Eine unsichtbare Schnur um meinen Hals schien sich enger und enger zu ziehen, mich beinahe zu lynchen. Und dieses Gefühl wurde stetig intensiver. Das Beklemmungsgefühl hatte mich so fest in seinen Klauen, dass es schmerzte. Ich schaute mich um. Doch alles war ruhig, nichts schien anders als vorher. Bis ich bemerkte, dass sich der Schaum über mir langsam aber unaufhörlich grau färbte und schließlich in ein sattes, beängstigendes Schwarz überging und mich aufzusaugen drohte. Jetzt kroch die Panik in mir hoch, mein Puls begann durchzudrehen. Erste Wellen waberten über mir von links nach rechts. Ich wollte mich bewegen, auftauchen, doch es klappte nicht. Ich war gefangen.

                              Während meine Panik sich unaufhörlich steigerte, schlugen die Wellen höher und höher. Die Wolken über mir wurden schwärzer und schwärzer. Aber noch immer konnte ich nicht auftauchen. Die Schaumwand schien zu Stein geworden zu sein. Mit aller Kraft versuchte ich mich zu konzentrieren und nach dem Stöpsel der Badewanne zu greifen, ich musste sofort das Wasser ablassen. Doch da war kein Stöpsel mehr. Ich hatte keine Zeit lange darüber nachzudenken, denn der Sturm in der Badewanne hatte sich inzwischen zu einem tosenden Orkan gesteigert. Bäume flogen mir um die Ohren, Autos krachten zusammen, riesige blaue Kisten und undefinierbare Dinge füllten die Wanne. Von irgendwoher hörte ich hysterisches Gelächter, kleine Menschen schwammen plötzlich neben mir herum. Während ich überschnappte, tobte und stürmte es, sowas hatte ich noch nie erlebt. Schon gar nicht im Bad. Doch jeder Versuch aus diesem Irrsinn zu entkommen scheiterte. Es toste und dröhnte, die Wellen inzwischen haushoch. Meine Sinne krempelten sich von links auf rechts, mein Hirn verknotete sich, mein Puls raste wie verrückt und würde wohl bald meinen Körper zerreissen. Immer mehr seltsam blaue Gegenstände flogen in die Wanne, Äste von Bäumen zerkratzten mir meinen ganzen Körper, ein Föhn knallte mir mit voller Wucht an den Kopf. Ich zuckte und strampelte wie wild herum, Speichel rann mir aus meinen weit aufgerissenen Augen. Ich trat panisch um mich, schaffte es schließlich unter unmenschlichen Anstrengungen meinen Mund zu öffnen und schrie so laut ich konnte:

                              SILENCIO!

                              Schweißgebadet kam ich zu mir. Mein Puls normalisierte sich. Ich schaute mich um. Ich war gar nicht in der Wanne. Ich lag auf dem Bett. Ich schaute einen Film.

                              Mulholland Drive

                              11 von 10/ ♥

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                                (VincentVega) 19.10.2016, 02:24 Geändert 19.10.2016, 03:13

                                Wer bin ich?
                                Wo bin ich?
                                Warum bin ich?
                                Was für ein Abgrund, den ich nicht verstehe.
                                Wunderschön und grässlich.
                                Ich weine, ich schaudere, ich weiß gar nichts.
                                David, was tust du mir an?
                                Wie soll ich denn jetzt noch ruhig schlafen?

                                "Silencio"

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                                  Laut einer BBC-Umfrage ist es MULHOLLAND DRIVE. Der bisher beste Film dieses 16 Jahre jungen Jahrhunderts. Gestern wollte ich meiner Erinnerung auf den Zahn fühlen und kann am Tag darauf mit neuer Gewissheit sagen: Zwar sollte Kunst eigentlich kein Wettbewerb sein, aber der Mensch erstellt nun einmal gerne Listen und die Wahl geht in Ordnung.

                                  [Spoiler]

                                  Kino, Ort der Verführung. Über mehr als zwei Drittel der Laufzeit tischt David Lynch uns eine zutiefst anrührende Romanze zweier Frauen auf, die gemeinsam einem Geheimnis auf die Spur kommen möchten. Die vorsichtige, allerdings umso intensivere Chemie zwischen den beiden zu beschreiben, wäre ein heilloses Unterfangen. Mich brachte vor dem Bildschirm schon so manches zum Weinen, aber noch keine Sexszene. Es ist ein bisschen so, als würden Sterne vom Himmel fallen. Danke, MD.
                                  Dann jedoch stürzt ein ganzes Schauder-Paradies in wenigen Minuten ein. Denn das düsterschöne Wunder entpuppt sich als entweder reines Märchen oder – der Zuschauer mag selbst entscheiden - lediglich Teil der Wahrheit, und somit gleichsam als Lüge. Die Krux dabei: Man kann dem Film also kaum zu Füßen liegen ohne auch besagte Lüge mit Genuss zu schlucken. Ja, vielleicht bettelt man sogar um mehr davon. Selbstverständlich hat der Regisseur dies bereits verhandelt - Rebekah Del Rio singt "Llorando" nur Playback, das anwesende Publikum wird darüber vorab informiert. Spätestens, als die Sängerin mitten auf der Bühne zusammenbricht, die Musik hingegen weiterläuft, lässt es sich gar nicht mehr leugnen. Trotzdem herrscht Ergriffenheit im Saal, vor allem bei Betty und Rita. Nicht zu vergessen der Cowboy, der einer Toten befiehlt, wieder aufzustehen. Verführung ist Betrug, den man genießt – und Tränen sind echt.

                                  Imposant, wie hier außerdem das Schicksalhafte erfahrbar gemacht wird. Schließlich erfolgt mit der späten Wendung ein buchstäblicher Rollentausch. Zuerst erleidet die Brünette einen Autounfall und verliert ihr Gedächtnis, der 2. Teil des Films zeigt sie sodann als Filmstar. Die blonde Frau hingegen absolviert eingangs ein (mutmaßlich) erfolgreiches Vorsprechen, bevor sie am Ende an Demütigungen und Liebesentzug zugrunde geht. Das eine scheint bei wertender Betrachtung nicht weniger plausibel als das andere, man hört praktisch einen Schmetterling die Flügel spannen. Auch, wenn MULHOLLAND DRIVE insbesondere das scheinheilige Hollywood zur Rechenschaft zieht (gewissermaßen ist dort letztlich jeder ein tragischer Verlierer), reichen die Gedanken weit darüber hinaus direkt in unsere Wohnzimmer. Was, wenn Betty am Set eben nicht vor Adam die Flucht ergriffen hätte?

                                  Der Film macht mit mir, was er will. Quälend langsam fährt die Kamera durch den Hinterhof des Winkie's. Obwohl man die ominöse Gestalt bereits kennen lernen durfte, kaut man schon wieder nervös Fingernägel (die vermutlich einzige Bewegung, die man in dem Moment zustande bringt). Dieses Mal pausierte ich übrigens todesmutig die Aufnahme und stellte fest, dass dieses "Monster" ziemlich traurig-friedvolle Augen hat und vielleicht bloß deshalb so viel Schrecken verbreitet, weil es erstens eben sehr schmutzig ist und zweitens niemand wagt, näher hinzuschauen. Am Schluss gehört ihm jedenfalls die blaue Box und irgendetwas sagt mir, dass hier David Lynch, der Humanist, am Steuer sitzt.

                                  Was ist real, was ist möglich? Die Fahrt auf der Straße der Finsternis schüttelt mich gewaltig durcheinander, aber vielleicht liegt genau darin eine Aufgabe des Kinos: Die Abgründe benennen und erst durch deren Akzeptanz Unverstelltes, Grenzenloses, Menschliches schaffen. Mich Dinge verstehen lassen, die ich nicht verstehe. Danke, MD.

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                                    Was hab ich da bloß gerade geguckt?
                                    Als ob euch jemand die genialste Geschichte aller Zeiten erzählt und ihr simultan euren Kopf die ganze Zeit gegen einen Backstein rammt.
                                    Bewertung folgt. Im Moment bin ich erst mal außer Gefecht gesetzt.

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                                      Und noch ein Film auf meiner Liste, dessen gute Bewertungen ich nicht nachvollziehen kann. Mit den Charakteren konnte ich nicht warm werden, die Handlung war größtenteils langweilig, irgendwann einfach nur noch unnötig verwirrend und insgesamt nicht wirklich fesselnd. Hatte mir von einem Film, der in so vielen Charts genannt wird, mehr versprochen, und wurde letztlich ziemlich enttäuscht.

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                                        JordanBelfort 03.10.2016, 11:26 Geändert 03.10.2016, 13:44

                                        Was kann man zu diesem Film nicht alles schreiben. Hollywoods sonnengetränkte Straßen werden zum Schauplatz eines Albtraums. Atmosphäre, die man schneiden kann, tolle Schauspieler, immer wieder die Frage: Was soll das jetzt alles? Dann der Mindfuck, Twist, Krampf im Hirnstamm. Rückblickend fragt man sich sofort: Was habe ich die letzten 2 Stunden gesehen? Die Lynch-Werke sind keine Nolan-Mindfuck-Filme, die geradezu formelhaft ein immer verständlicheres Konstrukt aufbauen. Hier werden definitiv mehr Fragen aufgeworfen, als beantwortet. Hier wird mehr gefordert, als erbracht. Was soll dir Zuschauer auch erklärt werden? Du guckst doch die ganze Zeit hin. Aber als Zuschauer, für den die Aktionen von Leinwandhelden immer absolut sind, lässt man sich gerne vom Film die Realität vorgaukeln. Hier ist das nicht ganz so einfach. Bei Lynch ist Film nunmal Film und kein Medium, um eine bestimmte Geschichte so detail- und aufschlussreich wie möglich zu erzählen. So etwas sollte es öfter geben.

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                                          MoreThanMeetsTheEye 06.09.2016, 11:12 Geändert 06.09.2016, 15:58

                                          Als Miniserie ausgelegt, bevor CANAL+ nach Sichtung des Piloten kalten Füße bekam, schneidet Lynch das vorhandene Material um, dreht und schreibt Szenen nach und kommt am Ende mit dem wahrscheinlich schönsten ausgestreckten Mittelfinger daher, den Hollywood seit SUNSET BLVD. gesehen hat.
                                          Nicht von ungefähr einer von Davids selbstgenannten Lieblingsfilmen.
                                          Schon der Titel, der ebenfalls nach einer langgezogenen Panoramastraße in Los Angeles benannt wurde , ist Hommage an Bily Wilders zynischen Abgesang auf Sein und Schein der Traumfabrik, und die Knochenmühle als die sich Hollywood im wesentlichen gebiert.
                                          Ist es in Wilders Film noch eine endgültig von der Realität entkoppelte Darstellerin, die den Plot trägt, so geht MULHOLLAND DRIVE allerdings noch zwei Schritte weiter, erklärt nicht nur seine Darsteller für "dellusional" sondern gleichmal sich selbst und im Grunde auch seine Zuschauer, die an die Lüge "Film" glauben wollen. Nicht Norma Desmond, die Protagonistin aus SUNSET BLVD. hat hier die Bindung zur Realität verloren, gleich das ganze Medium ist in MULHOLLAND DRIVE so "full of itself" , von seiner eigenen Omnipotenz so berauscht, das es den Stock der Überheblichkeit bis zum Anschlag im Hinterteil stecken hat.
                                          Schon der Einstieg in Lynchs Werk, Bettys Ankunft in Los Angeles, ist mit Overdubs ausgestattet. Naomi Watts synchronisiert Naomi Watts, gewollt sekundenlang Lippenunsychron. Dazu verzerren Renter ihr Lächeln bis zur Karnevalsgrimasse. Der lichtüberflutete Einstieg als Fake, als die Kinolüge die seit dem goldenen Zeitalter Hollywoods über allem schwebt, alles durchdringt.
                                          Betty kommt aus "Deep River, Ontario" dem Namen des Gebäudekomplexes aus BLUE VELVET. Rita stiehlt sich ihren Namen von einem GILDA-Filmposter,die Beziehung der beiden Frauen referenziert Bergmans PERSONA, der Plotkickstarter erinnert nicht von ungefähr an den Autounfall in Herk Harveys CARNIVAL (dessen Plottwist sich ebenfalls hier spiegelt) und alles endet im Club Silencio, wo Lynch den Film quasi erneut overdubbt, bis Rebbekah Del Rio einfach während ihrer Nummer zusammenbricht und endgültig den stillschweigenden Vertrag zwischen Film und Zuschauer aufkündigt. It´s all fake.
                                          "It´s all a tape recording" wie der Host dämonisch das Publikum anblafft.
                                          Das hat immernoch nicht verstanden, hofft immernoch auf ein Happy-End, einen sinnstiftenden Nachklapp. Ganz im Gegensatz zu den beiden Hauptdarstellerinnen, die diese Sätze buchstäblich ins MArk treffen, sich zitternd an ihre Sitze klammernd. Es gibt kein Zweifel, sie sind eine Lüge. Es hat sie nie gegeben. Der Schlüssel fällt ins Schloß und sie verschwinden dahin, wo sie hergekommen sind. Auf Drehbuchseiten.
                                          Ins Nichts.
                                          Ist der Plot, der sich durch MULHOLLAND DRIVE schlängelt bei genauerer Hinsicht eher einfacher Natur, der THE WIZARD OF OZ ins Showgeschäft verlegt, diesen einen Fiebertaum von Freundschaft, Erfolg und Ruhm zulässt, bevor die Realität alles zerfrisst und als Traum demaskieren darf, so ist für den Film viel entscheidender welche Stilmittel Lynch nutzt, um diesen beißenden Abgesang auf ein Medium, und die Leichen die es hinterlässt, zu inszenieren.
                                          Neben Overdubs und Filmzitaten, den üblichen Doppelungen, die hier wie in kaum einem anderen Film mehr Sinn machen (Film als Heimat der Body-Doubles, wandelnde Imposter, der "Doppelgänger" aus TWIN PEAKS) ist vor allem interessant wie Lynch Fiktion und Realität, die wiederum Fiktion ist, gegenüberstellt.
                                          In der naturalistischten Szene des ganzen Filmes, in der Lynch auf jeglichen audiovisuellen Schnickschnack verzichtet, der Castingszene mit Betty, wird aus einer Abziehfigur, das naive Blondchen, das Watts bis dahin darstellte, eine scheinbar tiefgründige, denkende Person.
                                          Wir hängen an jedem ihrer Worte, ihrer Bewegungen, im glasklaren Wissen doch nur einer Performance zuzusehen.
                                          Wohlgemerkt : der Performance einer Performance einer Performance.
                                          Eine Schauspielerin, die eine Schauspielerin spielt, die bei einem Casting schauspielt.
                                          Augerechnet hier, in der effektlosesten aller Szenen aus MULHOLLAND DRIVE sind die doppelten Böden plötzlich endlos.
                                          Die Castingszene ist die Szene im Club Silencio ist die Szene in jedem beliebigen Film, an jeder beliebigen Stelle.
                                          Sie alle erzählen nur die Geschichte einer Lüge.
                                          Wer nach ihrem Abspann noch nach tieferen, psychoanalytischen Andeutungen und sexuellen Untertönen sucht, ist ihr ebenso aufs Glatteis gefolgt, wie Betty, die in der Traumfabrik mehr sehen wollte, als die schnöde Wirklichkeit.
                                          Dabei macht Lynch keinen Hehl daraus, worum es im eigentlichen geht.
                                          Fressen, Ficken, Drogen, Ego.
                                          Unsere Träume, getrieben von einem Wunsch nach "larger than life, nach einem Leben das Sinn macht, wenn nicht in der Realität, so doch wenigstens auf der Leinwand, gespiegelt von der Kehrseite, den Manufakteuren dieser Träume.
                                          Den Wünschen der Zuschauer erntgegenkommend, überhöht Lynch sogar den Manufakturprozess, lässt Filmgeschäft selbst zu einer mystischen Abwicklung aus Hintertürdeals und Mafiamethoden überhöhen, lässt den Zuschauer sich selbst zufrieden auf die Schulter klopfen ("Ich habs schon immer gewusst") lässt in der Castingszene schmierige alte Männer und beißwütige Sekretärinnen als Personal auflaufen, nur um auch diese Hollywoodblase am Ende zu zerstören.
                                          Eine recht triste Starparty am Ende wird zu einem schnöden "wer kennt wen".
                                          Am Tisch lauter Schauspieler, die uns der Film vorher in leicht anderen Rollen, mit anderen Backstorys präsentiert hat.
                                          Der ominöse Cowboy läuft durchs Bild.
                                          Von Niemandem beachtet, hat Nichts mehr zu sagen.
                                          Nur die Zuschauererwartungen hängen noch an ihm, an dem Wunsch nach der Mystik, die MULHOLLAND DRIVE ständig refernziert, aber hier nicht mehr bedient. Alles ist Koks und Ego.
                                          In INLAND EMPIRE geht Lynch noch einen Schritt weiter, lässt mitten in einer Szene den "Cut" ausrufen und den Kamerakran zurückfahren, in MULHOLLAND DRIVE wartet nur der Abspann.
                                          Der lässt den Zuschauer mit seinen Erwartungen und Träumen alleine zurück, bedient sie alle, entwertet sie alle, und verlässt doch nie den offensichtlichen Rahmen der Lüge, über die sich der Film während der gesamten Laufzeit lustig macht.
                                          Wir wollen wissen, was in der blauen Box ist, obwohl da Nichts ist, nie etwas war, außer unseren eigenen Erwartungen.
                                          Wir wissen um die Künstilchkeit der Filmwelt und sind doch rüde angepisst, wenn der Kaiser selbst erklärt, das er gar keine Kleider trage.
                                          Wir haben sie gesehen, weil wir sie sehen wollten.Wir brauchen Niemand, der uns eines besseren belehrt.
                                          Nicht nur ein Abgesang auf den Starkult, einen Abgesang auf Starsein, wie es eben in SUNSET BLVD. vorgeführt wurde, das Kind mit dem Bade gleich mit, schüttet Lynch hier jeglichen Traum von Narration als sinnstiftendes Bindemittel aus dem Fenster und gibt die Schuld daran dem Zuschauer gleich mit an die Hand.
                                          Film funktioniert, weil wir glauben wollen.
                                          Selbst bei dem ANDALUSISCHEN HUND sucht unser Gehirn noch nach Querverweisen, nach Subtext, wider besseren Wissens, ja sogar gegen die Regieanweisung , um für unser Gehirn verknüpfbar zu machen, was sich jeder Intertextualität entzieht.
                                          Wir sehen ein Gesicht, ein Schauspieler in zwanzig verschiedenen Rollen, zwanzig verschiedenen Filmen, und nehmen ihm doch jede einzelne Rolle, ist sie denn gut gespielt, dankend ab. Ein Konzept das in der Realität undenkbar wäre.
                                          (Dein Busfahrer ist plötzlich dein Zahnarzt, er muss es nur gut genug spielen.)
                                          Sobald der Vorhang, die Bühne sich öffnet, Rebekkha del Rio anfängt zu singen, sind wir bereit uns auf diese Lüge einzulassen.
                                          Und sie zieht ihre Nummer besser durch.
                                          Sonst erkennen wir, was wirklich in dem blauen Kästchen steckt, was hinter allem steckt. Das alles im Nichts endet, und alles eine Bühnenshow ist.
                                          Am Ende von MULHOLLAND DRIVE steht keine wahnhafte Schauspielerin, bereit für ihr großes Comeback, es steht der verdatterte Zuschauer, nicht bereit für die Erkenntnis, das alles auf ihn zurückfällt, alles bei ihm beginnt und endet, und der letzte Abspann, im Film wie im Leben, keine große Epiphanie, keinen sinnstiftenden Epilog bringt.
                                          There is no band ! It´s all a tape recording !
                                          Und doch machen wir weiter. Und doch sehen wir weiter.
                                          Wir sind Norma Desmond.
                                          "All right, Mr. DeMille, I'm ready for my close-up."

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                                          • 6 .5

                                            ziemlich wirr. Insider film? Naomi Watts ist aber super.

                                            • 10
                                              FilmSkeptiker 24.08.2016, 18:13 Geändert 24.08.2016, 18:13

                                              masterpiece !!!

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                                              • 7 .5

                                                Der Traum, das Unbewusste, das Verweben mehrerer Bewusstseinsebenen, die durch die Bilder erzeugte Gefühlswelt, die vom Soundtrack kontrastiert wird – kurz das Mysteriöse ist die inhärente Unterschrift von Lynch. Bezeichnend für die Verwirrungen, die mit Mulholland Drive einhergehen, sind sicherlich die Stapel-dicken Diskussionen, die sich um den Film tummeln. Wie bei einer Reise auf einen Fremden Planet – wo einem neue Phänomene begegnen, für die man erstmal mit der Machete einen Pfad durch den Neuronendschungel schlagen muss, um überhaupt was darüber sagen zu können - führt Lynch seine Regie so fern ab von konventionellen Denkmustern, dass man bereits nach dem ersten Satz des Plots (Es passiert ein Unfall auf dem Mulholland Drive) ins Wanken gerät. Dieses Schicksal ist auch zentral für die Hauptfigur(en), die ähnlich wie der Zuschauer in dem Gefühl zurückgelassen werden, dass doch die Illusion im Grunde das Übriggebliebene ist. Darüberhinaus kann man wenig sagen. Die Heile Welt der einen löst sich auf, während aus dem Nichts der Anderen in kürzester Zeit ein etwas wird und am Ende scheinen die beiden nur einzelne Abspaltungen ein und derselben Person zu sein. Und überhaupt: Sind die anderen Figuren nicht auch nur fragmentarische Teil-Bewusstheiten desselben kollektiven Illusionsbreis? Ein Film zum Staunen, Gruseln und bestens geeignet für steile Thesen! Danke Mr. Lynch!

                                                • 10

                                                  Ich kenne keinen vergleichbaren Film, der so eine unheimliche/surreale Atmosphäre schafft wie Mulholland Drive, obwohl der Film völlig ohne große Aufmachung daherkommt. Es ist einer dieser Streifen, den man sich 100 mal anschauen kann und immer wieder ein neues Detail entdeckt. Über das Technische & Schauspielerische braucht man kein Wort zu verlieren... das geht kaum mehr besser.

                                                  Ich schließe mich meinem Vorredner an: Es sollte mehr Filme dieser Art geben... statt dieser kurzlebigen und lustlosen CGI Flut, die man in den letzten Jahren immer mehr in den Kinos serviert bekommt.

                                                  Ich kann jedem, der Mulholland Drive mochte, zwei ähnlich atmosphärische Filme empfehlen: Stay (Marc Forster) und The Jacket (John Maybury)

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                                                  • 10

                                                    Der beste Film den ich je gesehen haben. habe ich damals zum ersten Mal im Kino und war sofort beeindruckt von dem Film. Zuerst hab ich die einzelnen Szenen für sich betrachtet, und fand diese unendlich genial. Z.B. Die Szene mit dem Casting. Oder die mit dem Regisseur Adam und dem Kaffee ... oder die mit dem Cowboy. Ich möchte hier nicht die ganzen Zitate wiedergeben. Den Film an sich zu verstehen finde ich gar nicht wichtig. Die Szenen einzeln betrachtet sind unendlich genial und das sollte eigentlich jeder merken.
                                                    Schade, dass ich noch keine vergleichbar guten Film gefunden habe. Das LSD unter den Filmen.

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                                                    ?a=5541&i=2&e=1&c=0166924&c0=movpa krit