Mulholland Drive - Kritik

Mulholland Dr.

FR/US · 2001 · Laufzeit 146 Minuten · FSK 16 · Thriller, Drama, Erotikfilm · Kinostart
  • 10
    MoreThanMeetsTheEye 06.09.2016, 11:12 Geändert 06.09.2016, 15:58

    Als Miniserie ausgelegt, bevor CANAL+ nach Sichtung des Piloten kalten Füße bekam, schneidet Lynch das vorhandene Material um, dreht und schreibt Szenen nach und kommt am Ende mit dem wahrscheinlich schönsten ausgestreckten Mittelfinger daher, den Hollywood seit SUNSET BLVD. gesehen hat.
    Nicht von ungefähr einer von Davids selbstgenannten Lieblingsfilmen.
    Schon der Titel, der ebenfalls nach einer langgezogenen Panoramastraße in Los Angeles benannt wurde , ist Hommage an Bily Wilders zynischen Abgesang auf Sein und Schein der Traumfabrik, und die Knochenmühle als die sich Hollywood im wesentlichen gebiert.
    Ist es in Wilders Film noch eine endgültig von der Realität entkoppelte Darstellerin, die den Plot trägt, so geht MULHOLLAND DRIVE allerdings noch zwei Schritte weiter, erklärt nicht nur seine Darsteller für "dellusional" sondern gleichmal sich selbst und im Grunde auch seine Zuschauer, die an die Lüge "Film" glauben wollen. Nicht Norma Desmond, die Protagonistin aus SUNSET BLVD. hat hier die Bindung zur Realität verloren, gleich das ganze Medium ist in MULHOLLAND DRIVE so "full of itself" , von seiner eigenen Omnipotenz so berauscht, das es den Stock der Überheblichkeit bis zum Anschlag im Hinterteil stecken hat.
    Schon der Einstieg in Lynchs Werk, Bettys Ankunft in Los Angeles, ist mit Overdubs ausgestattet. Naomi Watts synchronisiert Naomi Watts, gewollt sekundenlang Lippenunsychron. Dazu verzerren Renter ihr Lächeln bis zur Karnevalsgrimasse. Der lichtüberflutete Einstieg als Fake, als die Kinolüge die seit dem goldenen Zeitalter Hollywoods über allem schwebt, alles durchdringt.
    Betty kommt aus "Deep River, Ontario" dem Namen des Gebäudekomplexes aus BLUE VELVET. Rita stiehlt sich ihren Namen von einem GILDA-Filmposter,die Beziehung der beiden Frauen referenziert Bergmans PERSONA, der Plotkickstarter erinnert nicht von ungefähr an den Autounfall in Herk Harveys CARNIVAL (dessen Plottwist sich ebenfalls hier spiegelt) und alles endet im Club Silencio, wo Lynch den Film quasi erneut overdubbt, bis Rebbekah Del Rio einfach während ihrer Nummer zusammenbricht und endgültig den stillschweigenden Vertrag zwischen Film und Zuschauer aufkündigt. It´s all fake.
    "It´s all a tape recording" wie der Host dämonisch das Publikum anblafft.
    Das hat immernoch nicht verstanden, hofft immernoch auf ein Happy-End, einen sinnstiftenden Nachklapp. Ganz im Gegensatz zu den beiden Hauptdarstellerinnen, die diese Sätze buchstäblich ins MArk treffen, sich zitternd an ihre Sitze klammernd. Es gibt kein Zweifel, sie sind eine Lüge. Es hat sie nie gegeben. Der Schlüssel fällt ins Schloß und sie verschwinden dahin, wo sie hergekommen sind. Auf Drehbuchseiten.
    Ins Nichts.
    Ist der Plot, der sich durch MULHOLLAND DRIVE schlängelt bei genauerer Hinsicht eher einfacher Natur, der THE WIZARD OF OZ ins Showgeschäft verlegt, diesen einen Fiebertaum von Freundschaft, Erfolg und Ruhm zulässt, bevor die Realität alles zerfrisst und als Traum demaskieren darf, so ist für den Film viel entscheidender welche Stilmittel Lynch nutzt, um diesen beißenden Abgesang auf ein Medium, und die Leichen die es hinterlässt, zu inszenieren.
    Neben Overdubs und Filmzitaten, den üblichen Doppelungen, die hier wie in kaum einem anderen Film mehr Sinn machen (Film als Heimat der Body-Doubles, wandelnde Imposter, der "Doppelgänger" aus TWIN PEAKS) ist vor allem interessant wie Lynch Fiktion und Realität, die wiederum Fiktion ist, gegenüberstellt.
    In der naturalistischten Szene des ganzen Filmes, in der Lynch auf jeglichen audiovisuellen Schnickschnack verzichtet, der Castingszene mit Betty, wird aus einer Abziehfigur, das naive Blondchen, das Watts bis dahin darstellte, eine scheinbar tiefgründige, denkende Person.
    Wir hängen an jedem ihrer Worte, ihrer Bewegungen, im glasklaren Wissen doch nur einer Performance zuzusehen.
    Wohlgemerkt : der Performance einer Performance einer Performance.
    Eine Schauspielerin, die eine Schauspielerin spielt, die bei einem Casting schauspielt.
    Augerechnet hier, in der effektlosesten aller Szenen aus MULHOLLAND DRIVE sind die doppelten Böden plötzlich endlos.
    Die Castingszene ist die Szene im Club Silencio ist die Szene in jedem beliebigen Film, an jeder beliebigen Stelle.
    Sie alle erzählen nur die Geschichte einer Lüge.
    Wer nach ihrem Abspann noch nach tieferen, psychoanalytischen Andeutungen und sexuellen Untertönen sucht, ist ihr ebenso aufs Glatteis gefolgt, wie Betty, die in der Traumfabrik mehr sehen wollte, als die schnöde Wirklichkeit.
    Dabei macht Lynch keinen Hehl daraus, worum es im eigentlichen geht.
    Fressen, Ficken, Drogen, Ego.
    Unsere Träume, getrieben von einem Wunsch nach "larger than life, nach einem Leben das Sinn macht, wenn nicht in der Realität, so doch wenigstens auf der Leinwand, gespiegelt von der Kehrseite, den Manufakteuren dieser Träume.
    Den Wünschen der Zuschauer erntgegenkommend, überhöht Lynch sogar den Manufakturprozess, lässt Filmgeschäft selbst zu einer mystischen Abwicklung aus Hintertürdeals und Mafiamethoden überhöhen, lässt den Zuschauer sich selbst zufrieden auf die Schulter klopfen ("Ich habs schon immer gewusst") lässt in der Castingszene schmierige alte Männer und beißwütige Sekretärinnen als Personal auflaufen, nur um auch diese Hollywoodblase am Ende zu zerstören.
    Eine recht triste Starparty am Ende wird zu einem schnöden "wer kennt wen".
    Am Tisch lauter Schauspieler, die uns der Film vorher in leicht anderen Rollen, mit anderen Backstorys präsentiert hat.
    Der ominöse Cowboy läuft durchs Bild.
    Von Niemandem beachtet, hat Nichts mehr zu sagen.
    Nur die Zuschauererwartungen hängen noch an ihm, an dem Wunsch nach der Mystik, die MULHOLLAND DRIVE ständig refernziert, aber hier nicht mehr bedient. Alles ist Koks und Ego.
    In INLAND EMPIRE geht Lynch noch einen Schritt weiter, lässt mitten in einer Szene den "Cut" ausrufen und den Kamerakran zurückfahren, in MULHOLLAND DRIVE wartet nur der Abspann.
    Der lässt den Zuschauer mit seinen Erwartungen und Träumen alleine zurück, bedient sie alle, entwertet sie alle, und verlässt doch nie den offensichtlichen Rahmen der Lüge, über die sich der Film während der gesamten Laufzeit lustig macht.
    Wir wollen wissen, was in der blauen Box ist, obwohl da Nichts ist, nie etwas war, außer unseren eigenen Erwartungen.
    Wir wissen um die Künstilchkeit der Filmwelt und sind doch rüde angepisst, wenn der Kaiser selbst erklärt, das er gar keine Kleider trage.
    Wir haben sie gesehen, weil wir sie sehen wollten.Wir brauchen Niemand, der uns eines besseren belehrt.
    Nicht nur ein Abgesang auf den Starkult, einen Abgesang auf Starsein, wie es eben in SUNSET BLVD. vorgeführt wurde, das Kind mit dem Bade gleich mit, schüttet Lynch hier jeglichen Traum von Narration als sinnstiftendes Bindemittel aus dem Fenster und gibt die Schuld daran dem Zuschauer gleich mit an die Hand.
    Film funktioniert, weil wir glauben wollen.
    Selbst bei dem ANDALUSISCHEN HUND sucht unser Gehirn noch nach Querverweisen, nach Subtext, wider besseren Wissens, ja sogar gegen die Regieanweisung , um für unser Gehirn verknüpfbar zu machen, was sich jeder Intertextualität entzieht.
    Wir sehen ein Gesicht, ein Schauspieler in zwanzig verschiedenen Rollen, zwanzig verschiedenen Filmen, und nehmen ihm doch jede einzelne Rolle, ist sie denn gut gespielt, dankend ab. Ein Konzept das in der Realität undenkbar wäre.
    (Dein Busfahrer ist plötzlich dein Zahnarzt, er muss es nur gut genug spielen.)
    Sobald der Vorhang, die Bühne sich öffnet, Rebekkha del Rio anfängt zu singen, sind wir bereit uns auf diese Lüge einzulassen.
    Und sie zieht ihre Nummer besser durch.
    Sonst erkennen wir, was wirklich in dem blauen Kästchen steckt, was hinter allem steckt. Das alles im Nichts endet, und alles eine Bühnenshow ist.
    Am Ende von MULHOLLAND DRIVE steht keine wahnhafte Schauspielerin, bereit für ihr großes Comeback, es steht der verdatterte Zuschauer, nicht bereit für die Erkenntnis, das alles auf ihn zurückfällt, alles bei ihm beginnt und endet, und der letzte Abspann, im Film wie im Leben, keine große Epiphanie, keinen sinnstiftenden Epilog bringt.
    There is no band ! It´s all a tape recording !
    Und doch machen wir weiter. Und doch sehen wir weiter.
    Wir sind Norma Desmond.
    "All right, Mr. DeMille, I'm ready for my close-up."

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    • 6 .5

      ziemlich wirr. Insider film? Naomi Watts ist aber super.

      • 10
        FilmSkeptiker 24.08.2016, 18:13 Geändert 24.08.2016, 18:13

        masterpiece !!!

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        • 7 .5

          Der Traum, das Unbewusste, das Verweben mehrerer Bewusstseinsebenen, die durch die Bilder erzeugte Gefühlswelt, die vom Soundtrack kontrastiert wird – kurz das Mysteriöse ist die inhärente Unterschrift von Lynch. Bezeichnend für die Verwirrungen, die mit Mulholland Drive einhergehen, sind sicherlich die Stapel-dicken Diskussionen, die sich um den Film tummeln. Wie bei einer Reise auf einen Fremden Planet – wo einem neue Phänomene begegnen, für die man erstmal mit der Machete einen Pfad durch den Neuronendschungel schlagen muss, um überhaupt was darüber sagen zu können - führt Lynch seine Regie so fern ab von konventionellen Denkmustern, dass man bereits nach dem ersten Satz des Plots (Es passiert ein Unfall auf dem Mulholland Drive) ins Wanken gerät. Dieses Schicksal ist auch zentral für die Hauptfigur(en), die ähnlich wie der Zuschauer in dem Gefühl zurückgelassen werden, dass doch die Illusion im Grunde das Übriggebliebene ist. Darüberhinaus kann man wenig sagen. Die Heile Welt der einen löst sich auf, während aus dem Nichts der Anderen in kürzester Zeit ein etwas wird und am Ende scheinen die beiden nur einzelne Abspaltungen ein und derselben Person zu sein. Und überhaupt: Sind die anderen Figuren nicht auch nur fragmentarische Teil-Bewusstheiten desselben kollektiven Illusionsbreis? Ein Film zum Staunen, Gruseln und bestens geeignet für steile Thesen! Danke Mr. Lynch!

          • 10

            Ich kenne keinen vergleichbaren Film, der so eine unheimliche/surreale Atmosphäre schafft wie Mulholland Drive, obwohl der Film völlig ohne große Aufmachung daherkommt. Es ist einer dieser Streifen, den man sich 100 mal anschauen kann und immer wieder ein neues Detail entdeckt. Über das Technische & Schauspielerische braucht man kein Wort zu verlieren... das geht kaum mehr besser.

            Ich schließe mich meinem Vorredner an: Es sollte mehr Filme dieser Art geben... statt dieser kurzlebigen und lustlosen CGI Flut, die man in den letzten Jahren immer mehr in den Kinos serviert bekommt.

            Ich kann jedem, der Mulholland Drive mochte, zwei ähnlich atmosphärische Filme empfehlen: Stay (Marc Forster) und The Jacket (John Maybury)

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            • 10

              Der beste Film den ich je gesehen haben. habe ich damals zum ersten Mal im Kino und war sofort beeindruckt von dem Film. Zuerst hab ich die einzelnen Szenen für sich betrachtet, und fand diese unendlich genial. Z.B. Die Szene mit dem Casting. Oder die mit dem Regisseur Adam und dem Kaffee ... oder die mit dem Cowboy. Ich möchte hier nicht die ganzen Zitate wiedergeben. Den Film an sich zu verstehen finde ich gar nicht wichtig. Die Szenen einzeln betrachtet sind unendlich genial und das sollte eigentlich jeder merken.
              Schade, dass ich noch keine vergleichbar guten Film gefunden habe. Das LSD unter den Filmen.

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              • 10

                Die letzte Sichtung ist jetzt schon ein paar Jahre her, aber jedes - wirklich jedes Mal, bin ich ein paar Tage wie berrauscht & verliebe mich auf ein neues in Mrs. Watts.

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                  Seductive Barry 21.05.2016, 19:18 Geändert 09.06.2016, 15:31

                  "Als ich zum ersten Mal diesen Film gesehen habe, war ich sprachlos. Was war das? Was sollte das? Wozu das ganze? Was jetzt? Fakt ist: Nach dieser Erfahrung war mein Blick auf das Medium Film, sogar auf das Leben an sich, nicht mehr der Selbe.Film war für mich nicht mehr Analyse und Interpretation, nein, es war Erfahrung und Verarbeitung und wie jede andere Kunstform eine Auseinandersetzung mit sich selbst."

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                  • 9
                    TheRambostar007 24.04.2016, 11:49 Geändert 15.07.2016, 10:16

                    "Mulholland Drive" ist der vielleicht emotionalste Film von David Lynch, denn er erzählt, ohne zuviel zu spoilern, eine zutiefst tragische Liebesgeschichte, nur eben auf seine weirde, unkonventionelle Art. Der Film ist in meinen Augen ein Meisterwerk, welches durch seine kompliziert Erzählweise, tiefe Einblicke in seine Figuren gewährt, selbst wenn oder grade weil er zuletzt alles auf den Kopf stellt.
                    In diesem gewollten Chaos gehen zwar einige Fragen verloren bzw. bleiben unbeantwortet, aber man sollte sich als Zuschauer selbst die Frage stellen: Braucht man auf alles eine Antwort oder gibt einem die Verweigerung dieser nicht viel mehr zu denken? Im Grunde ist "Mulholland Drive" gar nicht so kompliziert und erzählt von grundsätzlichen Themen wie Liebe, Treue und Eifersucht, welche sich erst gegen Ende wirklich offenbaren. Der letzte Akt ist geradezu Herzzerreißend.
                    Lynch verbindet hier brillante Charakterzeichnung mit seiner, wie üblich, überragenden Bildsprache. Sie orientiert sich deutlich am Film Noir und kreiert eine traumhafte und rätselhafte Atmosphäre.
                    Trotz seiner ziemlich enormen Laufzeit und einer Erzählweise entgegen jeglicher Konventionen, ist es diesem erzählerischen Puzzle gelungen, mich wirklich an die Figuren zu fesseln und emotional mitzureißen. Abseits dessen könnte man den Film noch als Showbiz-Satire sehen, doch primär ist er an seinen Figuren und ihrem Schicksal interessiert und dabei ist er meisterhaft. Er verlangt dem Zuschauer viel ab, aber es lohnt sich allemal.

                    Fazit: Lynchs surreale, kafkaeske Mischung aus Mystery-Thriller und Drama, ein emotionaler Sog in erzählerische Eigenarten, welche aber alle einen Zweck verfolgen und letztlich die Figuren allein als Ziel haben. Grandiose Bildsprache und tolle Schauspieler fügen sich perfekt in Lynchs Wahnsinn ein und ergeben ein absolutes Meisterstück, welches einen eiskalt erwischen und viel zu denken geben wird.

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                    • 10
                      Wasabitapir 12.04.2016, 12:46 Geändert 12.04.2016, 12:49

                      Die Schattenseiten der Traumfabrik im Noir, das Schwarz und Weiß zu Grau verwischt. Den Übergang von Schein zu Wirklichkeit und wieder zurück kann man bei David Lynch am besten nachvollziehen, wenn man sich nur auf das einlässt, was einem unmittelbar präsentiert wird. Sicherlich gibt es Analogien - alles ist hier Symbol und wieder nicht, dadurch, dass man es hinterfragt, verliert es seine Bedeutung. Das Verstehen impliziert dabei kein Richtig oder Falsch. Man ist ein Somnabuler, der staunend durch Welten streift, die es gibt - denn sie werden uns hier ja gezeigt. Das Schockierende: Alles ist sogar sehr einleuchtend, aber man will es einfach nicht wahr haben, denn alles ist Fassade, deshalb kann es, wenn man direkt auf den Horror schaut, zerfallen. "Mulholland Drive" zeigt so eindringlich wie kein vergleichbarer, mir in den Sinn kommender Streifen, dass der Schein über das Medium Film weit hinausgeht, sich direkt auf uns überträgt. Nicht nur das, was uns vorgeführt wird, ist Traum und Wirklichkeit zugleich, sondern auch unsere Realität ist so unsicher - aber in ihrer Ambiguität festverankert.
                      Ein Film, der einen wachrüttelt, in seiner Deutlichkeit immer auch verschleiert, wie "Prinz Friedrich von Homburg" von Kleist - düster, kafkaesk, scharfsinnig.

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                      • 10

                        Der Film hat eine Top Atmosphäre, eine (in meinen Augen) interessante Symbolik und ich hätte sehr gerne die Serie gesehen.
                        Besonders sticht meiner Meinung nach Naomi Watts heraus, die hier einfach nur genial abliefert.

                        • 8 .5
                          Ray_Pacino 08.04.2016, 23:22 Geändert 08.04.2016, 23:23

                          Selten hat mich ein Film so unwissend und verwirrt zurück gelassen. Als ich ihn vor gut drei Jahren das erste Mal gesehen habe war ich einfach nur baff. Alleine die Anfangssequenz mit diesem unglaublich guten Soundtrack hat mich gleich in seinen Bann gezogen. Habe viel über die einzelnen Interpretationen gegoogelt und mich viel über den Film an sich informiert. So etwas muss ein Film meiner Meinung nach schaffen, dass man sich noch lange danach mit ihm beschäftigt. Lynch hat hier etwas einzigartiges geschaffen. Von meiner Seite aus der wohl atmosphärischste Mindfuckstreifen aller Zeiten.

                          Ihr solltet beim ersten Mal schauen keine Logik suchen, sondern die Erkenntnis gewinnen das ein Film auch ohne strikten Plan funktionieren und unterhalten kann.

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                          • 7

                            Wenn ich mir einen Film von David Lynch ansehe, dann weiß ich eigentlich, worauf ich mich einlasse.
                            Doch "Mulholland Drive" hat mich noch mehr als erwartet verwirrt und gleichermaßen beeindruckt.
                            Man muss sagen, dass man der Story und Erzählweise gerade in der ersten Filmhälfte deutlich anmerkt, dass dieser Film ursprünglich als Pilot für eine TV-Serie gedacht war. Es werden so viele Punkte im Verlauf der Handlung angerissen und ebenso viele Fragen gestellt, die am Ende leider offen gelassen werden bzw. unbeantwortet bleiben. Das macht den Film nicht schlecht, lässt den Zuschauer aber eben doch unbefriedigt zurück.

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                            • 10
                              dustyOn3 03.04.2016, 12:34 Geändert 03.04.2016, 12:41

                              Ungefähr drei Jahre nach meiner persönlichen Premiere von diesem überaus polarisierenden Film, gab es nun gestern Abend eine zweite Sichtung, allerdings ist für mich dann viel mehr ein richtiges Samstagnacht-Projekt mit reichlich Nachforschung daraus geworden. Meinen ersten Kommentar habe ich gelöscht weil er in seiner Aussage nicht mehr aktuell war.

                              "Mulholland Drive" ist für viele Cineasten ein Markenzeichen. Ein Markenzeichen für einen Regisseur und Produzenten, dessen oft unerklärliche Ideen und Kreationen reichlich Raum für die unterschiedlichsten Interpretationen bieten. Und gerade dieses Werk wirkt durch seine unlogische Komplexität und desorganisatorisch wirkende Darstellung so anziehend, aber auch unvergleichlich abstrus.

                              Es existiert lediglich eine von David Lynch persönlich herausgegebene "Hilfestellung", die bei der Dechiffrierung des konfusen Ablaufs helfen soll. Allerdings handelt es sich dabei lediglich um zehn obskure Anhaltspunkte:

                              - Schenken Sie dem Anfang des Films besondere Aufmerksamkeit: Zwei wichtige Hinweise finden sich bereits vor dem Vorspann.

                              - Beobachten Sie, wann und wo rote Lampenschirme eine Rolle spielen.

                              - Achten Sie darauf, wie der Titel des Films heißt, für den die Schauspielerinnen bei Adam Kesher vorsprechen. Wird dieser Titel an einer anderen Stelle wiederholt?

                              - Ein Unfall ist ein schreckliches Ereignis … Beachten Sie genau den Ort des Unfalls.

                              - Wer gibt wem einen Schlüssel – und warum?

                              - Achten Sie auf den Bademantel, den Aschenbecher, die Kaffeetasse.

                              - Was wird im Club Silencio gefühlt, erkannt und mitgenommen?

                              - Half Camilla allein ihr Talent?

                              - Beobachten Sie genau die Vorkommnisse im Umfeld des Mannes hinter Winkie’s.

                              - Wo ist "Tante Ruth"?

                              Und gerade weil kein 100%ig offizieller Grundgedanke als Referenz existiert, sind im Laufe der Jahre diverse Interpretationen entstanden - darunter zwei bis drei wenige, die sich etablieren konnten aber immer noch in Foren debattiert werden. Die wohl häufigste Deutung ist eine Paraphrase, die prononciert, dass David Lynch mit "Mulholland Drive" anhand mehrerer Schichten, in verschiedenen Handlungssträngen die Tagträume einer erfolglosen Schauspielaspirantin aus der Provinz wiedergibt. Als Synonym impliziert der Mulholland Dr. ansich, der sich über die Berge, dann durch die langen Serpentinen, bis in die tieferliegende Metropole von Los Angeles schlängelt, die tiefere Erkundung der Psyche Hollywoods. Peu à peu, bis zu dem dramatischen Ende, erschafft Lynch somit seine eigene Desillusionierung der Traumfabrik, sprich eine täuschende, extreme Erschütterung von Hollywood ansich - der sogenannten Dream-factory.

                              Nachdem ich mehrere Interpretationen versucht habe zu ergründen und mir die entsprechenden Szenen immer wieder angeguckt habe, erscheint mir diese Darlegung am passendsten. Für mich persönlich ergibt das so einfach ein schönes Gesamtbild eines unfassbaren Films, den ich vor so langer Zeit zum ersten Mal gesehen habe und nie wirklich einordnen konnte.

                              Hier auf Moviepilot sieht man immer wieder 10er Ratings und dazu keinerlei Schilderungen, wie diese Wertung eigentlich zustande kam. Viele dieser Wichtigtuer scheinen wohl der Meinung zu sein, dass eine besonders hohe Wertung für "Mulholland Drive" einen als extrem intelligenten und anspruchsvollen Cineasten wirken lässt. Natürlich haben diese Personen den Film in keiner Weise versucht zu reflektieren, möchten den anderen Moviepiloten aber unbedingt ihre imitierte Auffassungsgabe darlegen, jedoch ihre geheime Patentlösung offenbar niemals posten. Jeder, der sich jetzt angesprochen fühlt oder einfach nur an seinen Kommentar denkt, sollte sich vielleicht noch einmal überlegen, wieso er überhaupt Filme guckt und, dass durchaus extrem unterschiedliche Arten der Filmkunst existieren. Gerade David Lynch ist jemand, der den Zuschauer immer extrem einbindet - als "Statussymbol" eignen sich solche Filme absolut nicht, denn wenn dich jemand dazu befragt, der sich wirklich damit auseinandergesetzt hat, dann stehst du schnell lächerlich da. Wenn man keine Ahnung von Autos hat, sollte man seinem Schwarm auch nicht unbedingt sagen, dass man KFZ-Mechatroniker ist, nur weil ihre Karre nicht mehr anspringt.

                              Die Wertung steigt von 7 auf 10 Punkte (Lieblingsfilm) an. Wieso? Falls der Text das noch nicht impliziert hat, hat mich zuvor wohl noch kein Film so in seinen Bann gezogen. Es hat dermaßen viel Spaß gemacht zu versuchen in Lynchs Kopf zu blicken und sich zu wagen, zu erahnen, was er sich wohl bei der oder der Sache gedacht haben könnte. Alles reine Spekulation, aber unfassbar aufregend. Bei meinen Recherchen zu den Hintergründen dieses Meisterwerks war ich viel in einem englischen Lynch-Fanforum und einem englischen Filmforum, welches sich nur mit "Mulholland Drive" beschäftigt, unterwegs. Außerdem habe ich mich durch ein paar kurze deutsche Artikel gelesen und dann meine eigene Interpretation mit den Erfahrungen des zuvor gesehenen Films vermischt.

                              Deus ex machina.

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                                RoboMaus 19.03.2016, 08:30 Geändert 22.03.2016, 17:38

                                Wenn die geneigten Filmkenner in Cannes schon zehn Hinweise von Lynch zum Verständnis von 'Mulholland Drive' bekommen mussten, darf man die eigene Position im Heimkino wohl als hoffnungslos betrachten. Ich würde ihm zutrauen, dass er neun davon frei erfunden hat, nur um den verwirrten Kritikern ein paar Brocken vor die Füsse zu werfen und sich im stillen Kämmerlein einen abzulachen :)

                                Sicherlich trat ich hier nicht an, um in einem Lynch-Film den tieferen Sinn zu erkennen - etliche seiner Werke leben für mein Empfinden überwiegend aus den einzelnen Situationen, die von abstossend, bizarr, skurril, über erotisch, interessant bis witzig reichen und nur von einer losen Alibi-Story zusammengehalten werden. So kommt mir das auch bei 'Mulholland Drive' vor.

                                Einige der Situationen und Dialoge sind recht interessant, mitunter sogar witzig, und bei Laura Harring könnte ich schwach werden, wenigsten solange sie keine blonde Perücke trägt :) Ihr Verhältnis mit Naomi Watts ist auf jeden Fall interessanter als das von Gyllenhaal & Ledger in 'Brokeback Mountain' (2005).

                                Leider ist die Inszenierung recht langatmig, machmal wie in Zeitlupe, so dass das ohnehin schon schwierige Folgen noch schwerer wird. Das soll vielleicht die geheimnisvolle Aura betonen, die etliche der Szenen umgibt - eine davon versinnbildlicht für mein Empfinden das Wesentliche an Lynch-Filmen wie kaum eine andere:
                                Harring hat einen mysteriösen dreikantigen Schlüssel und entdeckt den dazugehörigen Würfel. Gaaaanz langsam steckt sie ihn hinein, dreht ihn herum und zieht laaangsam den Deckel hoch, während die Kamera von oben den Inhalt preisgibt - ein dunkles Nichts...... Alles andere wäre doch eine Enttäuschung :)

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                                  Der Film wurde mir gestern empfohlen, ich habe ihn gerade gesehen, und ich bin enttäuscht. Anfangs war er nicht schlecht, aber dann war er nur noch sinnlos und ein Durcheinander. So verwirrend das man gar nicht mehr mitbekommt worum es überhaupt geht.

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                                  • 9
                                    Mr. Miguwa 05.02.2016, 23:00 Geändert 05.02.2016, 23:09

                                    Die Realität: unbedeutend, ernüchternd, seelenlos, eiskalt und inhaltslos wie eine kleine blaue Schachtel. Der Traum: hypnotisierend, wunderschön, magisch; eine Flucht aus eben jener Realitat und die Erschaffung eines perfekten Lebens, in dem alles möglich ist. Der Traum ist eine Verarbeitung, eine Verdrängung all seiner schlimmsten Taten und Erlebnisse. Doch irgendwann hat auch der allerschönste und friedvollste Traum ein Ende und entpuppt sich als reinste Illusion. Man wird zurückgelassen in der Dunkelheit, die einen nach und nach eingeholt hat...

                                    Mit "Mulholand Drive" nimmt der Meister und Alleskönner David Lynch die Traumfabrik komplett auseinander. David Lynch präsentiert uns die Stadt der Engel mit all ihrer Reizüberflutung, den aufgesetzten Fratzen und scheinheiligen Freudentänzen und grenzt sich mit seiner Filmperle deutlich von dem guten alten Hollywood ab. Ein Filmstudie wird regiert von einem kleinen Mongo hinter einer Glasscheibe; Schauspieler werden für ein Filmprojekt geradezu willkürlich besetzt; der nicht perfekte Espresso für einen Filmstudio-Boss wird von diesem angewidert ausgespuckt; der Kreativitat eines Regisseurs sind klare Grenzen gesetzt. Diese Missbilligung Hollywoods bekommt der Zuschauer in einem mysteriösen und spannenden Thriller serviert, wie es im Buche steht. Wie kein anderer schafft es David Lynch eine atemberaubende und mystische Atmosphäre aufzubauen, die ihresgleichen sucht. Die Straße der Finsternis, bestückt mit faszinierenden Lichtern und unendlich hohen Palmen, endet in einem hochpolierten Vorhof. Der Zuschauer lässt sich von dieser magischen Atmosphäre und schließlich der spannenden Detektivgeschichte rund um zwei Frauen (großartig gespielt von Laura Harring und Naomi Watts), die versuchen ein Geheimnis zu lüften, berieseln. Am Ende wird der Zuschauer wohl mit mehr als einem Fragezeichen zurückgelassen, sodass man geradezu dazu angehalten wird, sich den Film noch ein weiteres Mal anzusehen. Trotz der wirren Groteske scheint ,"Mulholland Drive" im Gegensatz zu Lynch' "Lost Higway" in seinen Grundzügen jedoch durchsichtig(er) bzw. greifbar(er), sodass man am Ende nicht komplett in der Dunkelheit stehen bleibt.

                                    David Lynch kam mit "Mulholland Drive" aus meiner Sicht auf dem vorläufigen Höhepunkt seines Schaffens an. Ein Film, der sein ganzes Potential wohl erst bei wiederholten Sichtungen offenbart und sicherlich nie an Reiz und Magie verlieren wird. Großartig! Meisterhaft! Unbeschreiblich!

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                                      Mafioso 05.01.2016, 15:41 Geändert 05.01.2016, 15:41

                                      Lynchs "Mulholland Drive" ist ein Film, bei dem man gerne mal ein kurze Pause einlegen darf, um mit seinen Filmfreunden das gerade Geschehene mal kurz zu rekapitulieren.
                                      Doch immer dann, wenn man denkt, man käme der Lösung näher und eine Frage beantwortet hat, wirft die nächste Szene drei weitere auf.
                                      Dies steigert sich, bis man das gesamte Geschehen einfach nur noch hinnimmt, sich aber gleichzeitig denkt: "Wow, ist das ein toller Streifen, das macht einfach Spaß, auch wenn ich es (noch) nicht verstehe."
                                      Und gerade dann, wenn sich der Film wirklich gänzlich in wirrer Sinnlosigkeit zu verlieren scheint, liefert Lynch endlich Antworten.
                                      Als der Abspann lief, kam ich aus dem Staunen gar nicht mehr heraus, am liebsten hätte ich das Ganze direkt noch mal von vorne geguckt.

                                      Lynchs Abrechnung mit Hollywood ist einerseits ein kleines cineastisches Meisterwerk und andererseits wie ein Puzzle, das man nach und nach zusammenfügen will, bis man aufgibt, alle Teile in die Luft wirft und sich so plötzlich ein ganz anderes Bild ergibt als gedacht.
                                      Für diesen Spaß und das wirklich besondere Filmerlebnis gibts von mir die Erstsichtungs-Höchstwertung.
                                      Man will sich ja bei der ausstehenden Zweitsichtung noch steigern können.

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                                      • 3 .5
                                        allroundt 29.12.2015, 22:43 Geändert 30.12.2015, 20:51

                                        Die Filme von Lynch sind aneinandergereihte Kurzgeschichten.Sie enthalten mysteriöse,mafiöse Figuren ,Frauen,einen oder mehrere Tote ,spielen in reichen Gegenden und man erkennt keinen Sinn(seine eigene Aussage).Ich mag seine Film nicht aber dieser hat mich ausnahmsweise gut unterhalten.
                                        P.s. mich hat gewundert,dass es in diesem Film auch einige lustige Momente gab in denen ich heftig lachen musste.

                                        Den Kommentar oben hatte ich geschrieben,nachdem ich 80 min des Films gesehen hatte.Inzwischen habe ich ihn ganz gesehen und ich muss meine Bewertung von 7,5 revidieren.Ich dachte dieser Film wäre anders als Lost Highway,über den ich mich sehr geärgert hatte.Ich dachte,diesmal wird es eine sinnvolle Auflösung geben,aber das war wohl nix.Ich verstehe nicht was Lynch durch den Kopf geht.

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                                          Einer meiner absoluten Lieblingsthriller. Er ist sehr schwer zu beschreiben, Lynch erschafft hier ein surreales, kafkaeskes Universum, das seinen eigenen Regeln folgt.

                                          Trotz diesem surrealen Aspekt wird die Spannung schön hochgehalten, wie das bei einem Thriller sein sollte, die Spannung wird nicht mittels Holzhammer erzeugt, sondern ist eher subtiler Natur. Am Ende geht dann alles sehr schnell und der Payoff ist mysteriös und nicht offensichtlich. Man kann diesen Film ohne Probleme viele Male sehen, seine surreale Natur und die mysteriöse Auflösung ermöglichen es, sich jedes Mal auf andere Aspekte zu konzentrieren.
                                          Großartiger Film.

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                                            Schonungslos geniales Kino. Nichts für Adam Sandler und Kevin James Fans ,
                                            aber auch nichts für möchtegern Philosophen .
                                            Ansehen , wirken lassen - reflektieren.
                                            Entweder er gefällt , oder eben nicht.
                                            Es wird nicht alles vorgekaut , die Handlung nicht plakativ dargestellt.
                                            Kurzum , ein Film den man sich ausgeschlafen ansehen sollte ....
                                            Wenn es denn nur mehr solche Filme geben würde.....

                                            • 8 .5
                                              TheBirdman 26.08.2015, 23:55 Geändert 27.08.2015, 00:05

                                              "Mulholland Drive" ist und bleibt ein Film, an dem man sich die Zähne ausbeißen kann, Interpretationen gibt es zuhauf und eine Zweitsichtung steht definitiv auf dem Pflichtprogramm, zu viele Fragen sind und bleiben noch offen. Dabei verwebt Lynch verschiedene Genres und Motive zu einem hochspannenden, wenn auch verwirrenden Thriller. Der Film strotzt dabei nur so vor Details und versteckten Botschaften, vermischt mit einer deftigen Kritk an der Traumfabrik Hollywood und dem Streben nach Erfolg und Perfektion. Nach den knapp zweieinhalb Stunden sitzt man erst einmal ratlos vor der Flimmerkiste. Was hat man da gerade gesehen, auf was für einen Trip wurde ich da mitgenommen? Die Leistung der Schauspieler, die Komposition der Farb- und Bildgestaltung und der am Ende wirklich umwerfende Plot erzeugen ein Filmerlebnis, das seinesgleichen sucht. Zum Schluss ergibt im Grunde alles Sinn, die einzelnen Puzzleteile setzen sich zu einem Ganzen zusammen und man bekommt Licht ins Dunkel. Denn ähnlich wie in einem Traum, folgt "Mulholland Drive" keinem linearen Handlungsstrang, wir bewegen uns sprunghaft zwischen den Schauplätzen und Charakteren hin und her und nehmen es für selbstverständlich hin, das plötzliche Auftauchen von Gegenständen oder Personen wird am Ende ebenfalls nicht hinterfragt, sondern lediglich zur Kenntnis genommen, sowohl vom Zuschauer, als auch von den Akteuren selbst.
                                              Großes Kino und ein Muss für alle Fans von Plot-Twist Filmen!

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                                                Spoiler

                                                Um MULHOLLAND DRIVE zu verstehen (falls man das überhaupt so nennen kann) sollte man sich erst mit der Entstehungsgeschichte des Filmes befassen.
                                                Eigentlich plante David Lynch eine neue Fernsehserie und drehte die ersten zwei Drittel des Filmes als Pilot, welcher aber, trotz einiger Änderungen, die David Lynch bereit war durchzuführen, abgelehnt wurde. Lynch aber drehte noch ein letztes Drittel und machte aus MULHOLLAND DRIVE einen neuen Kinofilm. Diese schwierigen Bedingungen merkt man dem Film tatsächlich an. Lynch führt wahnsinnig viele Handlungsstränge ein, von denen aber keiner zu Ende geführt wird. Stadtessen mündet der Film in ein verschwommenes Meer aus Hollywood-Glanz und Hollywood-Satire, aus traumwandlerischen Bildern, Referenzen und viel Terror.
                                                Man merkt dem Film auch Lynchs Verbitterung gegenüber den Studio-Bossen an. Sein Hollywood wird von mysteriösen Männern hinter Glaswänden regiert, die scheinbar willkürlich entscheiden wer Erfolg hat und wer nicht, für die jeder Espresso stimmen muss und die jeden zerstören können, der nicht auf sie hört.
                                                Im Gründe aber lässt sich die Handlung von MULHOLLAND DRIVE nur durch Interpretationen erschließen. Darüberhinaus aber erschafft Lynch durch seine Inszenierung erneut verstörend, faszinierende, alptraumhafte Bilder und unter den Schauspielern sei Naomi Watts wahnsinnig lobend hervorgehoben die hier wahnsinnig facettenreich agiert.
                                                Die Geschichte hinter MULHOLLAND DRIVE lässt sich, wie gesagt, beliebig interpretieren. Meine Interpretation hält sich nicht wirklich an die gängige Interpretation, nach welcher der erste Teil des Filmes (vor dem Auffinden der blauen Box) ein Traum und eine Idealisierung des zweiten Teils darstellt, welcher die bittere Realität repräsentiert. Ich glaube man sollte MULHOLLAND DRIVE nicht in Traum und Realität aufteilen sondern eher als Zwischenwelt.
                                                Teil 1 zeigt das schöne Hollywood : Betty ist fasziniert von Los Angeles, sie kann das Casting für sich gewinnen und wohnt in einer schönen Wohnung. Auch ihre homosexuelle Liebe zu Rita ist leidenschaftlich. Doch auch hier gibt es Risse in der Fassade : Ein Monster lauert hinter den Mauern, einem Regisseur wird die Kontrolle über dessen Film entzogen und ein Auftragskiller ermordet mehrere Leute.
                                                In Teil 2 bricht nun das hässliche Hollywood über uns herein : Aus der naiven Betty wird die verbitterte Diane, welche es in Hollywood nicht weit bringt und die ihre Homosexualität unterdrücken muss.
                                                Ich glaube das Lynch Betty und Diane, als auch Rita und Camilla von denselben Schauspielerinnen spielen lässt ist eine Form von Ausdruck, wie nahe beide Welten in Hollywood beeinander liegen. Hollywood als ein Ort, der Träume erschafft, sie aber auch zerstören kann. Und in den alles eine Illusion ist, während im Publikum Stille herrscht.

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                                                  StereoCyclops 18.08.2015, 21:35 Geändert 18.08.2015, 21:36

                                                  "Ideas are like fish. If you want to catch little fish, you can stay in the shallow water. But if you want to catch the big fish, you’ve got to go deeper."

                                                  Der Versuch, Mulholland Drive zusammenhängend durchdringen zu wollen, kann nur scheitern. Vergegenwärtigt man sich aber Lynch`s Aussage, er möge die "Logik von Träumen", führt dies nicht zu einem tieferen Verständnis des Films, aber es lässt einen wohlwollender mit der eigenen Verwirrung umgehen.
                                                  Mulholland Drive ist assoziativ, intuitiv und wirkt auf einer höchst emotionalen Ebene.

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                                                    So unnötig kompliziert und durcheinander