Mutter Krausens Fahrt ins Glück

Mutter Krausens Fahrt ins Glück (1929), DE Laufzeit 121 Minuten, Drama, Kinostart 30.12.1929

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von Piel Jutzi, mit Alexandra Schmitt und Holmes Zimmermann

Das klassische Meisterwerk des realistischen Films der Weimarer Republik beschreibt das alltägliche Leben in einem Berliner Arbeiterviertel.

Mutter Krausen wohnt mit ihren erwachsenen Kindern, Tochter Erna und Sohn Paul, in ärmlichen Verhältnissen; ihre Wohnung hat zwei Zimmer und eine Küche. Um die Miete zu bezahlen, vermietet sie das gute Zimmer an einen Schlafburschen, der als Kleinganove sein Geld verdient. Er lebt mit seiner Geliebten, die er als Prostituierte auf die Straße schickt, und deren kleiner Tochter in dem Zimmer. Sechs Menschen teilen sich die kleine, enge Wohnung, das Klo ist im Hausflur, gewaschen wird sich in der Küche, wo Erna und das Kind auch schlafen.

Obwohl sich Mutter Krausen (Alexandra Schmitt) wirklich bemüht, alles richtig zu machen, kriecht das Milljöh auch in ihre Wohnung. Zunächst in Gestalt des Schlafburschen (Gerhard Bienert), der ein lüsternes Auge auf ihre Tochter Erna geworfen hat. Dann in Gestalt ihres Sohnes, der sich einige Groschen in der Lumpensammlung verdient. Er stiehlt ihr eines Tages das einkassierte Zeitungsgeld. Paul (Holmer Zimmermann) wird von seinen Saufkumpanen verleitet, das Geld ist schnell vertrunken.

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nasenschleuder

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Sachdienlicher Hinweis: Dienstag, 20. November 2012 um 23.20 Uhr auf ARTE

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nasenschleuder

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:)


kronenhummer

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Bewertung7.0Sehenswert

Internationale Stummfilmtage Bonn, Freitag, 17.08.2012, die Zweite:

Nach Chaplins Darstellung der Arbeitswelt sollte es mit 133 Minuten intensiven Minuten der harten Arbeitswelt im Berlin der Weimarer Republik weitergehen. Nach einer leichtfüßigen Komödie sollte ein äußerst bedrückendes und eindrucksvolles Drama folgen, welches auch mit entsprechender Musik untermalt werden sollte.

„Mutter Krausens Fahrt ins Glück“ schildert die Situation einer Familie im Berliner Wedding. Auf engem Raum leben Mutter Krause mit Tochter, Sohn, Untermieter mit Frau und Kind. Geld wird verdient mit Prostitution, Kleinkriminalität und dem Austragen von Zeitungen. Das Leben im Berlin der Weimarer Republik war wahrlich kein einfaches.
Vermischt „Mutter Krausens Fahrt ins Glück“ die Geschichte der Familie mit realen Aufnahmen vom Berliner Straßenleben, nimmt dieser Film phasenweise beinahe dokumentatorische Züge an und kann so einen zutiefst realistischen Eindruck vermitteln. Für die deutlich erkennbare politische Aussage, die dieser Film vermitteln soll, ist dieses natürlich sehr geschickt gewählt. Nicht umsonst war dieser einer der ersten Filme, die im NS-Regime verboten und bis auf wenige Kopien vernichtet wurden.

Doch 133 Minuten Stummfilm, die anfangs noch stellenweise amüsant, später aber zutiefst erschütternd und deprimierend und auf jeden Fall beeindruckend sind, können sehr lang werden. Vor allem dann, wenn ein Film, wie hier, nicht immer seinen Fluss behält, sondern doch phasenweise sperrig und irgendwie zusammengewürfelt daher kommt. So hat man sich dann doch den letzten der sieben Akte herbeigesehnt, um anschließend noch einige Zeit schockiert und beeindruckt dazusitzen.

Filmisch durchaus gelungen und schauspielerisch vor allem dank Alexandra Schmitt als Mutter Krause ganz stark, gelingt Jutzi mit Sicherheit so aufzurütteln, wie er es wollte und mit Sicherheit von den Regierungen der 20er und 30er Jahre nicht gern gesehen war. Aber er zeigt mit „Mutter Krausens Fahrt ins Glück“ auch heute noch ein gelungenes Abbild der damaligen Zeit, dass die Situation verständlich macht.

Eindrucksvoll, dramatisch – und im November auf Arte auch im Television zu begutachten.

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