Nach der Stille

Nach der Stille (2011),
Laufzeit 84 Minuten, FSK 12, Dokumentarfilm, Kinostart 22.09.2011

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7.0 Kritiker
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von Jule Ott und Stephanie Bürger,

Er war Pazifist und Humanist, kämpfte für Verständigung und glaubte an den Dialog zwischen Israelis und Palästinensern – am 31. März 2002 kommt der Israeli Dov Chernobroda bei einem Selbstmordattentat in Haifa ums Leben. Der 24-jährige Palästinenser Shadi Tobassi aus dem Westjordanland sprengt sich in dem arabischen Restaurant in die Luft, in dem Dov gerade zu Mittag isst. Warum geht ein junger Mann morgens aus dem Haus wie an jedem anderen Tag, sagt, er käme nicht so spät zurück von der Arbeit und zündet ein paar Stunden später den Sprengstoffgürtel unter seinem Shirt? Acht Jahre nach dem Attentat versuchen die zwei jungen Regisseurinnen Stephanie Bürger und Jule Ott zu verstehen, was unvorstellbar scheint. Wie leben die Menschen in diesem Konflikt? Was weiß der eine von den Tragödien des anderen? Die beiden Filmemacherinnen treffen die Israelin Yaël Chernobroda, Dovs Witwe. Dov hat an die Möglichkeit der Versöhnung zwischen Israelis und Palästinensern geglaubt. Wofür er Zeit seines Lebens eingestanden ist, das möchte Yaël acht Jahre nach seinem Tod fortsetzen: Sie bringt den Mut auf, die Familie des Attentäters in den besetzten Gebieten zu besuchen. Die Familie Tobassi traut sich, die Israelin in ihr Wohnzimmer nach Jenin einzuladen. Der Film erzählt die schrittweise Annäherung beider Familien, die – getrennt durch eine Mauer und zahlreiche Checkpoints – das gleiche Schicksal teilen: Sie müssen ein Leben nach dem 31. März 2002 führen, nach dem Tod, nach dem Schock, nach der Stille.


Cast & Crew


Kritiken (2) — Film: Nach der Stille

José Garcia: Textezumfilm

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8.0Ausgezeichnet

Unter der Regie der jungen Filmemacherinnen Jule Ott und Steffi Bürger und produziert von Marcus Vetter, der 2008 beim preisgekrönten Dokumentarfilm „Das Herz von Jenin“ Regie geführt hatte, entstand ein hochemotionaler Dokumentarfilm über die Annährung zwischen Dov Chernobrodas Witwe Yael Armanet-Chernobroda und den Eltern von Shadi, Um Amjad und Abo Amjad Tobassi, die in eine ungewöhnliche Freundschaft mündete: „Nach der Stille“ zeigt eindrucksvoll, dass Versöhnung ein Zusammenleben im Nahen Osten möglich machen kann.

Interview mit Produzent Marcus Vetter auf www.textezumfilm.de

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Julia Teichmann: film-dienst Julia Teichmann: film-dienst

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6.0Ganz gut

Die unterschiedliche Rhetorik und Terminologie sind dabei sehr spannend, die naive Selbstreflexivität des Films ist meist eine Stärke. Der Blick der Regisseurinnen spiegelt eine verbreitete westliche Sichtweise auf den Konflikt, die sich primär aus Nachrichtenmeldungen speist.

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